Die vorliegende Erfindung betrifft ein Ventil mit einem Ventilgehäuse,
mit einem Ventilsitz in dem Ventilgehäuse und einem in axialer Richtung im
Ventilgehäuses verschiebbaren Schließkörper, welcher beim Schließen
des Ventils an den Ventilsitz angedrückt wird und beim Öffnen des Ventils
von dem Ventilsitz entfernt wird.
Das Ventil wird von einem Fluid oder Medium durchströmt. Dieses
kann flüssig oder gasförmig sein.
Aus dem Stand der Technik sind Ventile bekannt, die als schaltende
Magnetventile durch eine Feder stromlos geschlossen werden. Über einen Spulenstrom
wird ein Gleichgewicht von Feder- zu Magnetkraft hergestellt. Die Höhe des
Spulenstroms beziehungsweise der Magnetkraft bestimmt den Grad der Ventilöffnung.
Diese ist in der Regel proportional zum Strom.
Ein Nachteil dieser federbeaufschlagten Magnetventile besteht darin,
dass die beim Öffnen und Schließen des Ventils wirkende Kraft unterschiedlich
ist. Dies führt dazu, dass die beiden Vorgänge nicht gleich schnell erfolgen.
Darüber hinaus erweist sich als nachteilig, dass die bekannten Ventile eine
relativ lange Ansprechzeit besitzen. Derartige Ventile sind bei bestimmten Anwendungen,
beispielsweise in der Wasser- und der Gasinjektionstechnik zum Spritzgießen
von Kunststoffhohlkörpern zu langsam.
Darüber hinaus sind aus dem Stand der Technik Ventile bekannt,
bei denen die Rotationsbewegung eines manuellen Antriebs oder eines Motors in eine
Translationsbewegung eines Schließkörpers mittels eines Gewindes übertragen
wird. Derartige Ventile dienen üblicherweise zum Absperren von Rohrleitungen,
welche Wasser oder andere Flüssigkeiten führen. Bei derartigen Ventilen
ist es unerheblich, wie lange der Vorgang des Öffnens und Schließens des
Ventils dauert. Diese Ventile haben den Nachteil, dass die Ansprechzeit sowie die
Zeit zum Öffnen und Schließen des Ventils für Anwendungen, in denen
das durch das Ventil in der Öffnungsstellung hindurchgeströmte Volumen
möglichst exakt kontrolliert werden muss, zu lange ist.
Dem erfindungsgemäßen Ventil liegt damit die Aufgabe zugrunde,
die Ansprechzeit sowie die Zeit zum Öffnen und Schließen des Ventils gegenüber
bekannten Ventil zu verkürzen.
Die Erfindung und ihre Vorteile
Gegenüber den bekannten Ventilen hat das erfindungsgemäße
Ventil den Vorteil, dass es eine sehr kurze Ansprechzeit aufweist und das Öffnen
und Schließen gleich schnell und innerhalb eines kurzen Zeitraums erfolgt.
Das erfindungsgemäße Ventil weist einen Schließkörper mit einer
Ventilhülse auf. Die Ventilhülse und der Schließkörper können
aus einem Stück bestehen oder aus zwei Stücken, die fest miteinander verbunden
sind. Die Ventilhülse weist eine Kulisse in Form einer Nut oder eines Schlitzes
auf. In der Ventilhülse ist ein Übertragungsteil drehbar geführt.
Zum Öffnen und Schließen des Ventils wird die Kraft eines Rotationsantriebs
genutzt. Dieser ist fest mit dem Übertragungsteil verbunden. Dadurch wird die
Rotationsbewegung des Rotationsantriebs auf das Übertragungsteil übertragen.
Das Übertragungsteil ist mit einem Mitnehmer ausgestattet, der als KulissenKulissenstift
oder Kulissenstein ausgestaltet ist. Kulissenstift oder Kulissenstein sind bevorzugt
an der Außenseite des Übertragungsteils angeordnet. Der Mitnehmer ist
in der Kulisse der Ventilhülse beidseitig zwangsgeführt. Beidseitig bedeutet,
dass der Mitnehmer entlang beider Begrenzungen der als Schlitz oder Nut ausgebildeten
Kulisse geführt wird. Die Rotationsbewegung des an dem Übertragungsteil
angeordneten Mitnehmers führt dazu, dass der Mitnehmer in der Kulisse bewegt
wird. Da eine Rotationsbewegung der Ventilhülse in dem Ventilgehäuse durch
eine Verdrehsicherung ausgeschlossen ist, wird die Ventilhülse durch die Rotationsbewegung
des Mitnehmers und durch den Verlauf der Kulisse zu einer Translationsbewegung gezwungen.
Diese ist möglich, da die Ventilhülse mit dem Schließkörper
in dem Ventilgehäuse axial verschiebbar geführt ist. Auf diese Weise wird
die Rotationsbewegung in eine Translationsbewgung umgesetzt. Der Hub der Translationsbewegung
entspricht der Länge der Strecke, die der Mitnehmer und damit die Ventilhülse
in axialer Richtung zurücklegen. Dieser ist vorgegeben durch die Ausdehnung
der Kulisse in axialer Richtung einerseits und durch den Winkel, um den der Rotationsantrieb
den Mitnehmer dreht andererseits. Der zurückgelegte Weg ist sehr kurz, so dass
die Bewegung sehr schnell erfolgen kann. Der Weg ist identisch für das Öffnen
und Schließen des Ventils. Der Unterschied zwischen den Öffnungs- und
Schließbewegung besteht in der Rotationsrichtung des Rotationsantriebs. Da
die Rotationsbewegung in beide Richtungen identisch ist, erfolgt das Öffnen
und Schließen des Ventils mit derselben Kraft und gleich schnell.
Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung sind die Ventilhülse
und das Übertragungsteil an den einander zugewandten Abschnitten frei von einem
Gewinde ausgebildet. Die Übertragung der Rotationsbewegung des Übertragungsteils
in eine lineare Bewegung oder Translationsbewegung der Ventilhülse erfolgt
ausschließlich durch die Kulisse, den Mitnehmer und die Verdrehsicherung und
damit unter Ausschluss eines Gewindes. Dies ist entscheidend, da ein Gewinde die
Bewegung beim Öffnen und Schließen des Ventils verzögert.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist
der Verlauf der Kulisse die Form einer Helix auf. Eine Helix ist eine Kurve, die
sich mit konstanter Steigung um den Mantel eines Zylinders legt. Sie wird auch als
Wendel oder zylindrische Spirale bezeichnet. Der Verlauf einer Helix entspricht
der Überlagerung einer Rotations- und Translationsbewegung mit konstanter Geschwindigkeit.
Sie ist damit an die Umwandlung einer Rotations- in eine Translationsbewegung optimal
angepasst. Die Kraftübertragung von dem Mitnehmer auf die Kulisse ist bei einem
Helix-förmigen Verlauf wesentlich günstiger als bei einem geradlinigen
Verlauf der Kulisse in axialer Richtung, da aufgrund der Neigung der Kulisse der
Mitnehmer eine Kraft mit einer Kraftkomponente in axialer Richtung auf die Kulisse
ausübt. Diese Kraftkomponente ist umso größer, je kleiner die Steigung
und damit die Ganghöhe der Helix ist. Um jedoch das Öffnen und Schließen
des Schließkörpers in möglichst kurzer Zeit zu ermöglichen,
dürfen Steigung und Ganghöhe nicht zu klein sein.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung legt
sich die Helix um einen Winkel um die Ventilhülse, der kleiner ist als 360°.
Besonders bevorzugt ist der Winkel kleiner als 270°. Die Kulisse vollzieht
damit keine volle Umdrehung um die Ventilhülse. Dadurch wird der Weg und damit
die Zeit verkürzt, die für das Öffnen und Schließen des Ventils
notwendig sind.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist
die Ventilhülse zwei Kulissen auf. Das Übertragungsteil ist mit zwei in
den Kulissen beidseitig zwangsgeführten Mitnehmern ausgestattet. Der Verlauf
beider Kulissen hat die Form einer Helix, deren Winkel jeweils kleiner ist als 180°.
Durch die beiden Kulissen und die beiden Mitnehmer wird eine stabile Führung
des Übertragungsteils in der Ventilhülse garantiert. Die beiden Kulissen
haben vorteilhafterweise in axialer Richtung dieselbe Ausdehnung.
Es können auch mehr als zwei Kulissen und mehr als zwei Mitnehmer
vorgesehen sein. Die Anzahl der Kulissen und Mitnehmer stimmt jeweils überein.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist
die Ventilhülse im Inneren einen Hohlraum mit einem kreisrunden Querschnitt
auf. Das Übertragungsteil weist bevorzugt ebenfalls eine zylindrische Form
und einen kreisrunden Querschnitt auf. Der Außendurchmesser des Übertragungsteils
und der Durchmesser des Hohlraums sind so aneinander angepasst, dass das Übertragungsteil
mit geringem Spiel in der Ventilhülse geführt ist.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist
die Verdrehsicherung am oberen Ende der Ventilhülse einen überstehenden
Rand auf, der an mindestens einer Seite abgeflacht ist und passgenau in eine Aussparung
im Ventilgehäuse eingreift. Die Länge der Aussparung in axialer Richtung
stimmt dabei mit der Summe aus der Höhe des Randes und dem Hub des Schließkörpers
beim Öffnen und Schließen des Ventils überein oder ist geringfügig
größer. Dadurch wird gewährleistet, dass die Verdrehsicherung über
den gesamten Hub wirksam ist.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung besteht
die Verdrehsicherung aus einem Absatz, der an mindestens zwei gegenüberliegenden
Seiten nach außen ragt und in entsprechende Ausnehmungen im Ventilgehäuse
eingreift.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist
die Außenwand der Ventilhülse zumindest abschnittsweise eckig ausgebildet.
Das Ventilgehäuse weist eine entsprechende eckige Ausnehmung für die Ventilhülse
auf, so dass die Ventilhülse passgenau in das Ventilgehäuse eingreift.
Auch in diesem Fall ist die Länge der eckigen Ausnehmung in dem Ventilgehäuse
in axialer Richtung an die Summe aus der Länge des eckigen Abschnitts der Ventilhülse
und dem Hub des Schließkörpers angepasst, um die Verdrehsicherung über
den gesamten Hub zu gewährleisten.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist
ein Getriebe vorgesehen zur Übersetzung der Antriebsdrehzahl des Rotationsantriebs
in eine Rotationsbewegung des Übertragungsteils um einen durch die Ausnehmung
in der Ventilhülse vorgegebenen Winkel. Dabei wird eine hohe Drehzahl des Rotationsantriebs
durch das Getriebe in eine entsprechend geringe Drehzahl übersetzt. Da der
durch die Kulisse vorgegebene Weg klein ist, bedarf es vorteilhafterweise zum Öffnen
und Schließen des Ventils nur einer Rotation um einen kleinen Winkel von weniger
als 360°.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist
als Rotationsantrieb für das Ventil ein Elektromotor vorgesehen, der sehr schnell
auf eine Änderung der Stromrichtung im Leiter mit einer Änderung der Kraftrichtung
und damit der Bewegungsrichtung der Motorrotation reagiert. Die Bewegung der Schließkörpers
erfolgt damit in beide Richtungen mit der gleichen Beschleunigung. Dies gilt auch
für den Beginn und das Ende einer Bewegung.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist
an dem Ventil mindestens ein Drucksensor vorgesehen. Je ein Drucksensor kann beispielsweise
am Einlass und am Auslass für das strömende Fluid angeordnet sein. Der
am Ventil herrschende Druck kann mit einem vorgegebenen Sollwert verglichen werden.
Weicht der Druck am Auslass der Ventils von einem vorgegebenen
Sollwert ab, so wird die Einstellung des Schließkörpers entsprechend geändert.
Weicht der Druck am Einlass des Ventils von einem Sollwert ab, so wird der durch
eine Fluidfördereinrichtung vorgegebene Druck entsprechend geändert. Weicht
der Druck trotz entsprechend eingestellter Fluidförderung am Einlass vom Sollwert
ab, so ist der erforderliche Prozessdruck nicht mehr vorhanden. Die Ursache hierfür
können beispielsweise ein Defekt der Fluidfördereinrichtung, eine Leckage
an der Leitung oder eine zu geringe Fluidmenge in einem Fluidreservoir sein. Ein
entsprechender Hinweis wird dem Benutzer angezeigt, damit dieser den Fehler beheben
kann. Die Vorrichtung kann in diesem Fall automatisch abgeschaltet werden.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist
eine Steuereinrichtung vorgesehen. Zur Übertragung der Daten des Drucksensors
ist eine Schnittstelle vorgesehen. Besonders bevorzugt sind hierzu Sender und Empfänger
an dem Drucksensor und der Steuereinrichtung angeordnet um die Daten drahtlos zu
übertragen.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist
das Ventil auf einen Sockel montiert, mit einem Einlass in den Sockel und einem
Auslass aus dem Sockel für das strömende Medium. Hierbei erweist sich
die höhere Stabilität eines entsprechenden Sockels gegenüber einfachen
Leitungen als vorteilhaft. Darüber hinaus können weitere Elemente, wie
zusätzliche Gaskanäle, Drucksensoren bzw. Druckgeber und Druckaufnehmer
in dem Sockel untergebracht werden. In einen Einlass des Sockels eingeleitetes Fluid
gelangt über den Einlass im Ventil in dieses hinein und wird durch das Ventil
geschleust. Über einen Auslass im Ventil wird das strömende Fluid zur
weiteren Verwendung über Kanäle im Sockel weitergeleitet. Das Ventil kann
zudem über mehrere Kanäle mit Kanälen im Sockel verbunden sein.
Die Erfindung betrifft darüber hinaus eine Vorrichtung zur Druckregulierung,
bei der mindestens zwei Ventile auf einem Sockel mit einer Gasführung montiert
sind. Um in einem System während eines Arbeitsvorganges einen konstanten Druck
aufzubauen und aufrecht zu erhalten, werden zwei der oben geschriebenen Ventile
hintereinander geschaltet. Ein Ventil dient dem Druckaufbau, indem es die gewünschte
Gasmenge mit einem vorgegebenen Mindestdruck führt. Das andere Ventil dient
dem Druckabbau. Der Druckabbau erfolgt dadurch, dass bei Überschreiten eines
vorgegebenen Maximaldrucks Gas über das zweite Ventil abgelassen wird. Somit
wird der Druck bei einem bestimmten Wert in der Anlage stabilisiert, unabhängig
davon, welchen Schwankungen der Eingangsdruck unterworfen ist.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung werden
mehrere Ventile auf einem Sockel installiert. Diese verteilen, ausgehend von einem
einzelnen Versorgungsdruck, den Druck auf unterschiedliche Komponenten.
Darüber hinaus ergeben sich weitere Anwendungsbereiche durch
die Kombination von Ventilen mit zusätzlichen Elementen, die auf dem Sockel
angebracht werden. Druckgeber bzw. Drucksensoren zur Messung von Gas- und Flüssigkeitsdrücken
werden zwischen den beiden Ventilen angeordnet um einen Istwert mit einem Sollwert
abzustimmen. Über zusätzliche Drucksensoren wie Druckaufnehmer wird die
Strömungsgeschwindigkeit des Fluids ermittelt. Dadurch wird beispielsweise
eine druckabhängige Volumenstromregelung ermöglicht.
Die Erfindung betrifft darüber hinaus ein Verfahren zur Steuerung
eines oder mehrerer Ventile, welche von einem Fluid durchströmt werden. In
einer ersten Variante des Verfahrens wird bei mehreren miteinander verbundenen Ventilen
der Sollwert für den Druck eines jeden Ventils vorgegeben. Eine Fluidfördereinrichtung
fördert dabei das Fluid durch die Ventile und gegebenenfalls durch weitere
an das System angeschlossene Einheiten. Bei der Fluidfördereinrichtung kann
es sich beispielsweise um einen Verdichter oder einen Gasbehälter handeln.
Die Sollwerte für den Druck an den verschiedenen Ventilen hängen von dem
Prozess ab, der durch die Ventile gesteuert werden soll. Sie werden daher in Abhängigkeit
von dem Prozess vorgegeben. Die Fluidfördereinrichtung muss das Fluid mit einem
Druck fördern, der ausreicht, um die für die einzelnen Ventile vorgegebenen
Drucksollwerte zu erreichen. Unter Berücksichtigung eines üblicherweise
im System stattfindenden Druckverlustes genügt es nicht, wenn die Fluidfördereinrichtung
das Fluid mit einem Druck fördert, der mit dem höchsten Sollwert aller
Ventile übereinstimmt. Es wird daher ein zusätzlicher Wert für den
Druck zu dem höchsten Sollwert addiert und die Fluidfördereinrichtung
mit der Summe aus diesen beiden Drücken betrieben. Der zu dem höchsten
Sollwert hinzu addierte Druck kann entweder ein geeigneter Erfahrungswert sein oder
ein Wert, der aus den Istwerten und Sollwerten für den Druck an den Ventilen
bestimmt wird. Auf diese Weise ist es möglich, die Fluidfördereinrichtung
stets mit dem für den anstehenden Prozess notwendigen Druck zu betreiben. Der
Druck wird überwacht und jeweils an die bestehenden Anforderungen angepasst.
Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens wird das Drehmoment, mit dem der Rotationsantrieb das Ventil beim Öffnen
und Schließen antreibt, über einen Drehmoment-Sensor bestimmt. Liegt das
Drehmoment außerhalb eines vorgegebenen Bereichs, so wird eine Verunreinigung
oder Verschmutzung des Ventils festgestellt. Um die Verunreinigung
zu beseitigen, wird das Ventil mehrfach geöffnet und geschlossen, so dass sich
die Verunreinigungen unter Einwirkung des mit Druck strömenden Fluids lösen
können. Handelt es sich bei dem Fluid um ein Gas, so werden die Verunreinigungen
aus dem Ventil ausgeblasen.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung erfolgt
das Öffnen und Schließen des Ventils zeitlich gesteuert innerhalb eines
vorgegebenen Zeitraums. Wird der Druck über der Zeit in einem Diagramm aufgetragen,
so folgt der Druck sowohl beim Druckaufbau als auch beim Druckabbau einer Rampe.
Ist das Ventil mit einem Drucksensor ausgestattet, so kann zu jedem beliebigen Zeitpunkt
während des Druckaufbaus und Druckabbaus der Istwert mit dem Sollwert des Drucks
verglichen werden. Übersteigt der Istwert des Drucks den Sollwert, wird eine
Umgehungsleitung beziehungsweise ein Bypass geöffnet, wodurch ein Anteil des
Fluids abgezweigt und abgeleitet wird. Eine entsprechende Abweichung kann außerdem
bedeuten, dass der Strömungsquerschnitt zumindest in einem Bereich des Ventils
oder der an das Ventil angeschlossenen Leitungen oder Bauteile aufgrund von Verunreinigungen
verengt ist. Wird daher eine Abweichung angezeigt, kann gegebenenfalls eine Aufforderungen
an den Benutzer ergehen, die Reinigung des Systems zu veranlassen. An den Bypass
kann zusätzlich dazu ein weiteres Ventil angeordnet sein.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird
ermittelt, ob der Schließkörper eines Ventils in Schließstellung
derart am Ventilsitz anliegt, dass es zu keiner Leckage kommt. Wird aufgrund von
Verschleiß eine Leckage festgestellt, so wird der Weg, den der Schließkörper
zum Öffnen und Schließen des Ventils zurücklegt, nachjustiert. Erst
wenn eine entsprechende Nachjustierung nicht mehr möglich ist, müssen
der Schließkörper und/oder der Ventilsitz ausgetauscht werden. Auf diese
Weise kann der Zeitraum bis zum durch Verschleiß bedingten notwendigen Austausch
von Schließkörper und/oder Ventilsitz verlängert werden.
Nach einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens erfolgt der Druckaufbau und Druckabbau über der Zeit als sanft ansteigende
oder abfallende Flanke. Auf diese Weise kann beim Umschalten des Druckes das Ausbilden
von Blasen, sogenannte Vakuolen, vermieden werden. In diesem Fall stimmt der Istwert
des Druckes besser mit einem vorgegebenen Sollwert überein. Dies führt
wiederum zu reproduzierbaren Prozessen und zur Verbesserung der Qualität des
Prozesses und der damit gegebenenfalls hergestellten Produkte.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Steuerung eines oder
mehrerer Ventil kann auch bei bekannten Proportionalventilen oder sonstigen Ventil
eingesetzt und angewandt werden.
Weitere Vorteile und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung können
der nachfolgenden Beschreibung, der Zeichnung und den Ansprüchen entnommen
werden.
Zeichnung
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele eines erfindungsgemäßen
Ventils dargestellt. Es zeigen:
1 Perspektivische Darstellung eines Ventils auf einem
Sockel,
2 Übertragungsteil und Schließkörper
im Längsschnitt gemäß 1,
3 Ventil im zusammengebauten Zustand mit Sockel im
Längsschnitt gemäß 1,
4 Vorrichtung zur Druckregulierung mit zwei Ventilen
auf einem Sockel und den Motoren zum Antrieb der Ventile.
Beschreibung der Ausführungsbeispiele
In der 1 ist ein Ventil mit einem Ventilgehäuse
1, mit einem Ventilsitz 2 in dem Ventilgehäuse
1, einem Schließkörper 3, einer Verdrehsicherung
4 und einem Übertragungsteil 5 dargestellt. Das Übertragungsteil
5 weist eine zylindrische Form und einen kreisrunden Querschnitt auf. An
der Außenseite des Übertragungsteils 5 ragt senkrecht zur Mittelachse
des Übertragungsteils 5 ein Kulissenstift 6 radial nach außen.
Er verläuft senkrecht zur Mittelachse und damit zur Bewegungsrichtung des Schließkörpers.
Im zusammengebauten Ventil wird das Übertragungsteil 5 in einer Ventilhülse
7 drehbar geführt, die sich an den Schließkörper
3 anschließt. Der Kulissenstift 6 greift dabei in eine Kulisse
8 ein, die sich in der Ventilhülse 7 befindet. Die Kulisse
8 ist als Schlitz ausgebildet und hat einen Helix-förmigen Verlauf.
Der Kulissenstift 6 am Übertragungsteil 5 und die Kulisse
8 in der Ventilhülse 7 bilden gemeinsam eine Einrichtung
zur Übertragung der Kraft eines Antriebs auf den Schließkörper
3.
Das Übertragungsteil 5 führt dabei eine Rotationsbewegung
durch. Die Verdrehsicherung 4, die sich am oberen Ende der Ventilhülse
7 befindet, greift in eine Aussparung 11 im Ventilgehäuse
ein und verhindert eine Rotation des Schließkörpers 3, so dass
dieser nur eine Translationsbewegung entlang der Achse des Ventilgehäuses
1 durchführen kann. Beim Schließen des Ventils wird der Schließkörper
3 an den Ventilsitz 2 angedrückt und beim Öffnen von
dem Ventilsitz 2 angehoben.
Das Ventil ist auf einem Sockel 13 montiert. Ein in der Zeichnung
nicht erkennbares strömendes Fluid gelangt über einen Einlass
14 aus dem Sockel in das Ventil und über einen Auslass 15
aus dem Ventil in den Sockel. Zur Druckregulierung ist ein weiteres Ventil auf dem
Sockel angebracht. Beide Ventile werden hierbei durch eine gemeinsame Gasführung
16 im Sockel 13 verbunden. Von dem zweiten Ventil ist in der
1 lediglich das Ventilgehäuse 1 dargestellt.
Die 2 zeigt das Übertragungsteil
5 mit einer Bohrung 17, in der der Kulissenstift 6 am
Übertragungsteil 5 befestigt wird. Das Übertragungsteil
5 mit dem Kulissenstift 6 wird in der Ventilhülse
7 des Schließkörpers 3 geführt, wobei der Kulissenstift
6 in die Kulisse 8 der Ventilhülse 7 eingreift.
In den 3 und 4
ist das Ventil im zusammengefügten Zustand mit Sockel gemäß
1 dargestellt. Ferner zeigen die beiden Figuren eine
Vorrichtung zur Druckregulierung mit zwei Ventilen auf einem Sockel. In
4 sind zusätzlich die Motoren 18 zum
Antrieb der Ventile dargestellt.
Sämtliche Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als
auch in beliebiger Kombination miteinander für die Erfindung wesentlich sein.
- 1
- Ventilgehäuse
- 2
- Ventilsitz
- 3
- Schließkörper
- 4
- Verdrehsicherung
- 5
- Übertragungsteil
- 6
- Kulissenstift
- 7
- Ventilhülse
- 8
- Kulisse
- 9
- 10
- 11
- Aussparung im Ventilgehäuse
- 12
- 13
- Sockel
- 14
- Einlass aus dem Sockel
- 15
- Auslass in den Sockel
- 16
- Gasführung
- 17
- Bohrung für Kulissenstift
- 18
- Motor