Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung, mit deren Hilfe jeder Hobbyfotograf
seine selbst erzeugten Stereo-Fotos unmittelbar nach der Herstellung mit dreidimensionaler
Bildwirkung am Bildschirm betrachten kann. Die Art und Weise der Herstellung der
Stereo-Bilder ist dabei unerheblich. Voraussetzung ist nur, dass sie in digitalisierter
Form auf einem Bildschirm darstellbar sind.
Das kann im einfachsten Fall dadurch geschehen, dass vorzugsweise
bei bewegungslosen Motiven mit einer Digitalkamera zwei Fotos aufgenommen werden,
bei denen der Aufnahmestandort um ca. 7 cm seitlich versetzt ist. Es können
aber auch alte Stereo-Fotos mit einem Scanner oder einer Digitalkamera aufgenommen
werden.
An Stelle der Fotos können auch Stereo-Videofilme auf dem Bildschirm
mit dreidimensionaler Bildwirkung betrachtet werden.
Da Fotos und Videofilme überwiegend im Querformat aufgenommen
werden, werden sie auf dem Bildschirm um 90 Grad gedreht. Das ermöglicht eine
optimale Ausnutzung der Bildschirmfläche. Die Bildanordnung auf dem Bildschirm
kann nach 2 bis 5 erfolgen.
Bei jeder der 4 Varianten ist abzusichern, dass sich das Einzelbild für das
linke Auge auf der linken Bildschirmhälfte und das Einzelbild für das
rechte Auge auf der rechten Bildschirmhälfte befindet.
Die in 1 und 6
dargestellte Vorrichtung erfordert eine Bildanordnung nach 2,
die hier als Vorzugsvariante angesehen wird.
Bestandteile der Vorrichtung sind jeweils ein optisches System für
jedes Auge, bestehend aus einem Objektiv (3), zwei Umkehrprismen (4)
und einem Okular (5). Weiterhin gehören dazu eine Sichtschutzwand
(2) und ein Stativ mit beweglicher, feststellbarer Haltevorrichtung für
die optischen Systeme.
Der Winkel zwischen den beiden Umkehrprismen (4) beträgt
135 Grad (6) und kann nicht verändert werden. Er
bewirkt, dass die beiden Einzelbilder um 90 Grad zurückgedreht werden.
Die Punkte A und B nach 1, die auf dem
Bildschirm waagerecht nebeneinander liegen, werden vom linken Auge senkrecht übereinander
liegend am oberen und unteren Bildrand gesehen und die Punkte C und D, die auf dem
Bildschirm senkrecht übereinander liegen, werden vom rechten Auge am linken
und rechten Bildrand gesehen.
Die optischen Systeme sind in Umhüllungen mit mattschwarzen Innenseiten
eingefasst. Die Brennweiten der Objektive und Okulare werden auf die Bildschirmgröße
und dem je nach Stativart zweckmäßigen Bildschirmabstand abgestimmt.
Stativarten:
- – Tischstativ (mit Befestigungsmöglichkeit am Tisch oder am Bildschirm)
- – freistehendes Dreibeinstativ
Zur Vermeidung von Verzerrungen sollen die Objektivachsen in der Mitte
des jeweiligen Einzelbildes und im rechten Winkel zur Bildschirmfläche liegen.
Die Mindestgröße der Umkehrprismen ist somit vom Abstand der Einzelbildmittelpunkte
bzw. von der Bildschirmgröße abhängig.
Die Haltevorrichtung am Stativ ist höhenverstellbar und ermöglicht
eine Änderung des Okularabstandes zur Anpassung an unterschiedliche Augenabstände.
Damit in gewissem Umfang verschieden große Bildschirme mit einer Vorrichtung
genutzt werden können, ist auch der Objektivabstand veränderlich. Vor
allem für die bequemere Betrachtung der schwenkbaren Laptop-Bildschirme wird
eine vertikale Schwenkmöglichkeit vorgesehen.
Die Einstellung der Bildschärfe muss relativ selten korrigiert
werden und wird deshalb an den beiden Okularen separat vorgenommen. Für den
Ausgleich unterschiedlicher Sehkraft der Augen wird an den Okularen ein großzügiger
und ablesbarer Einstellbereich angeboten.
Die optischen Systeme erhalten zur Streulichtreduzierung eine Mehrfachbeschichtung
und dem jeweiligen Bildwinkel angepasste Streulichtblenden. Innerhalb der optischen
Systeme wären rechteckige Gesichtsfeldblenden wünschenswert, bei verstellbaren
Okular- und Objektivabständen sind jedoch kreisrunde Blenden praktischer.
Zur Vermeidung von Bildüberlappungen wird in der Mitte des Bildschirms
(1) eine senkrecht stehende und am Bildschirm anliegende Sichtschutzwand
(2) aufgestellt, die bei der Bildanordnung nach 2
von beiden Augen am unteren Bildrand gesehen wird.
Mögliche Weiterentwicklungen:
Für die Korrektur von perspektivischen Verzerrungen können
schwenkbare Linsengruppen nach dem bekannten Scheimpflug-Prinzip eingesetzt werden.
Diese würden die Vorrichtung aber erheblich verteuern und sind deshalb nur
für Spezialfälle, wie z.B. Architekturaufnahmen oder Luftbilder, sinnvoll.
An Stelle der Objektive mit festen Brennweiten können Objektive
mit veränderlichen Brennweiten verwendet werden. Dabei sollte
jedoch die Ablesbarkeit und synchrone Einstellbarkeit der Brennweiten gewährleistet
sein.