Die Erfindung betrifft eine Optikgerät-Berührungslinse,
beispielsweise die Objektlinse an einem Mikroskop, die bis nahe an eine zu betrachtende
Probe oder gar mit diesem in Berührung zu bringen ist. Außerdem betrifft
sie eine Aufnahmekonstruktion für eine derartige Berührungslinse.
Hochgenaue Mikroskope werden beispielsweise zum Testen elektronischer
Bauteile oder Leiterplatten aus kurzem Abstand verwendet, um zu ermitteln, ob irgendein
Defekt vorliegt. Jedoch verfügen verschiedene elektronische Komponenten über
verschiedene Formen, wobei nicht immer eine ebene Fläche vorliegt, an die eine
Objektlinse dicht herangebracht werden kann, ohne mit der Probe in Berührung
zu gelangen. Bei einem derartigen Kontakt kann die Linse verkippen, oder ein Prüfvorgang
kann nicht erfolgreich ausgeführt werden, oder die Probe wird durch die Linse
beschädigt. So können wegen ungenauer Testvorgänge eigentlich schadhafte
Proben einen Test erfolgreich durchlaufen, oder Proben können sogar beschädigt
werden.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Aufnahmekonstruktion
für eine Optikgerät-Berührungslinse sowie eine mit einer derartigen
Aufnahmekonstruktion versehene Optikgerät-Berührungslinse zu schaffen,
die es ermöglichen, mit der Linse dicht an eine Probe heranzufahren, ohne dass
die Probe beschädigt wird.
Diese Aufgabe ist durch die Aufnahmekonstruktion gemäß dem
beigefügten Anspruch 1 und die Optikgerät-Berührungslinse gemäß
dem beigefügten Anspruch 6 gelöst. Die erfindungsgemäße Aufnahmekonstruktion
ist eine gedämpfte Konstruktion, die vor der Berührungslinse, an der sie
angebracht ist, auf die Probe trifft.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von durch Figuren veranschaulichten
Ausführungsformen erläutert.
1 ist eine schematische Ansicht einer von einer Linse
getrennten Aufnahmekonstruktion gemäß einer Ausführungsform der Erfindung,
2 ist eine perspektivische Ansicht der in der
1 dargestellten Aufnahmekonstruktion;
3 ist eine schematische Schnittansicht eines Teils einer
Linse und einer Aufnahmekonstruktion bei einer Ausführungsform der Erfindung;
4 ist eine schematische Schnittansicht zum Veranschaulichen
einer Anwendung der Ausführungsform;
5 und 6 sind schematische
Schnittansichten, die der Schnittansicht der 3 entsprechen,
jedoch für andere Ausführungsformen der Erfindung.
Die in den 1 bis 3
dargestellte Aufnahmekonstruktion 2 aus einem weichen Material wird am
Vorderende 10 einer Berührungslinse 1 angebracht.
Wie bereits angegeben, ist es beim Testen einer Probe häufig
erforderlich, die Berührungslinse 1 sehr dicht an die Probe, oder
sogar in Berührung mit ihr, zu bringen. Dadurch, dass die Aufnahmekonstruktion
2 aus weichem Material am Vorderende 10 der Berührungslinse
1 angebracht wird, trifft nicht die harte Linse auf die Probe, wenn diese
beiden soweit aneinander angenähert werden, dass sie in Berührung miteinander
treten, sondern es trifft die weiche Aufnahmekonstruktion auf die Probe, wodurch
die Probe nicht beschädigt wird und außerdem gewährleistet werden
kann, dass die Linse nicht verkippt.
Die Aufnahmekonstruktion 2 ist dadurch flexibel, dass sie
über einen flexiblen Mantelring 20 mit einem Durchgangsloch
200 verfügt, das ein dem Vorderende 10 der Linse
1 entsprechendes Fenster bildet. Das untere Ende des Mantelrings
20 bildet einen kreisförmigen, weichen Kontaktkissenabschnitt
21, der sich nach unten aus dem Mantelring 20 heraus erstreckt
und über eine Fläche 210 verfügt, die mit der Probe in Berührung
treten kann, so dass diese eng am Mantelring 20 anliegen kann.
Ferner ist am oberen Ende des Mantelrings 20 ein kreisförmiger
Mantelabschnitt 22 vorhanden, mit dem die Aufnahmekonstruktion
2 am Vorderende 10 der Linse 1 befestigt werden kann.
Bei der dargestellten Ausführungsform verfügt der 20 über
einen Flansch 220, der intern und extern in Bezug auf die Außenwand
des Mantelabschnitts 22 ausgebildet ist und eine Kreisnut 110
eingesetzt werden kann, die konkav in einem Fenster am Vorderende 10 der
Linse 1 ausgebildet ist. Da die Aufnahmekonstruktion 2 aus weichem
Material besteht, kann der Flansch 220 in die Nut 100 gedrückt
werden, und der Mantelabschnitt 22 kann als Innenmantel an das Vorderende
der Linse 1 angesetzt werden, wodurch die Aufnahmekonstruktion
2 und die Linse 1 miteinander verbunden sind.
Anhand der 4 wird ein mit geringem Probenabstand
ausgeführter Test veranschaulicht, wobei die Probe beispielsweise eine Leiterplatte
3 ist. Aufgrund verschiedener Höhen elektronischer Komponenten
30 auf der Leiterplatte 3 ist es nicht einfach, die Linse
1 dicht an dieser zu platzieren, wenn beispielsweise ein Lötloch oder
ein Kupferkontaktfleck zu prüfen ist. Mittels der Aufnahmekonstruktion
2 kann der Kontaktkissenabschnitt 21 mit elektronischen
Komponenten 30 in Berührung gebracht werden, wobei sich der flexible
Mantelring 20 verformt, so dass die Linse 1 ohne Verkippung dicht
an einer zu betrachtenden Komponente platziert werden kann. Aufgrund der Flexibilität
der Aufnahmekonstruktion 2 wird verhindert, dass Komponenten
30 an die harte Linse stoßen und durch sie beschädigt werden.
Bei der in der 5 dargestellten Ausführungsform
der Erfindung verfügt der Mantelabschnitt 22 der Aufnahmekonstruktion
2 über einen äußeren Mantelrand 221, der sich von
der Oberseite des Mantelabschnitts 22 aus erstreckt, um mit dem Vorderende
10 der Linse 1 verbunden zu werden.
Bei der in der 6 veranschaulichten weiteren
Ausführungsform der Erfindung verfügt ein Mantelabschnitt 22
über einen inneren Mantelrand 22, der sich von der Oberseite des Mantelabschnitts
22 aus erstreckt und mit dem Fenster am Vorderende 10 der Linse
1 verbunden ist.