HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Bereich der Erfindung
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf einen dreidimensionalen
photonischen Kristall (nachstehend auch „3D-Photonenkristall"), insbesondere,
aber nicht ausschließlich, bezieht sich die vorliegende Erfindung auf Photonenkristalle
mit entworfener Defekt- und/oder Brechungsindexperiodizität.
Beschreibung des Standes der Technik
Yablonovitch schlug das Konzept vor, dass die Transmissions-/Reflexionseigenschaften
einer elektromagnetischen Welle unter Verwendung einer Struktur gesteuert werden
können, die kleiner als die Wellenlänge der elektromagnetischen Welle
ist (Physical Review Letters, Band 58, Seite 2059f., 1987). Gemäß diesem
Dokument kann eine periodische Struktur, die kleiner als die Wellenlänge ist,
die Transmissions-/Reflexionseigenschaften der elektromagnetischen Welle steuern.
Auf diese Weise können die Transmissions-/Reflexionseigenschaften von Licht
gesteuert werden, wenn die Wellenlänge der elektromagnetischen Welle nahe bei
der Periodizität der Struktur ist. Ein Photonenkristall kann eine solche Struktur
sein.
Es wurde vorgeschlagen, dass ein reflektierender Spiegel mit einer
Reflektivität von 100% (verlustfrei) in einem gewissen Wellenlängenbereich
hergestellt werden kann. Dieses Konzept, das eine Reflektivität von nahe 100%
in gewissen Wellenlängenbereichen erleichtert, führt zu einem Frequenzbereich
mit einer verringerten transmittierten Wellenlängenleistung, der als photonische
Bandlücke bezeichnet wird, verglichen mit der Energielücke in einem herkömmlichen
Halbleiter. Darüber hinaus kann eine dreidimensionale feine periodische Struktur
die photonische Bandlücke für einfallendes Licht aus jeder Richtung bereitstellen.
Dies wird hiernach als eine vollständige photonische Bandlücke bezeichnet.
Die vollständige photonische Bandlücke kann verschiedene Anwendungen haben
(z.B. verringerte spontane Emission in einer Lichtemissionsvorrichtung).
Zum Beispiel kann ein Punktdefekt oder ein Liniendefekt im 3D-Photonenkristall
einen Resonator oder einen Wellenleiter in Übereinstimmung mit einer gewünschten
Wellenlänge der photonischen Bandlücke bereitstellen. Ein die photonische
Bandlücke ausnutzender Punktdefektresonator kann Licht in einem sehr kleinen
Bereich einfangen und das Emissionsmuster von Licht steuern, wobei die Frequenz
des emittierten Lichts im Bandlückenbereich liegen kann. Dies kann dann eine
Licht emittierende Vorrichtung mit erhöhter Performance erzielen, die effizient
Licht bei einer gewünschten Wellenlänge emittiert. Wenn ein Punktdefektresonator
aus einem lumineszenten Material hergestellt ist, kann das lumineszente Material
durch jedes Anregungsverfahren angeregt werden, um Laseroszillation zu erzeugen
(US-A-6392787).
Eine Struktur, die eine vollständige photonische Bandlücke
in einem breiteren Wellenlängenbereich erzielen kann, kann das Erweitern des
Arbeitswellenlängenbereichs einer solchen funktionalen Vorrichtung erleichtern.
Einige Strukturen mit einer photonischen Bandlücke wurden vorgeschlagen (US-A-6392787,
US-A-6134043, Applied Physics Letters,
Band 84, Nr. 3, Seite 362f., 2004). 33A bis
33F illustrieren dreidimensionale periodische Strukturen,
die eine vollständige photonische Bandlücke erzielen sollen. Diese sind
eine Diamantstruktur, eine Holzstapelstruktur, eine helixartige Struktur, eine dreidimensionale
periodische Struktur, eine zur dreidimensionalen periodischen Struktur inverse Struktur
und eine Diamant-Holzstapelstruktur.
Die photonische Bandlücke in den oben beschriebenen 3D-Photonenkristallen
kann durch Verändern der Gitterkonstante von diesen gesteuert werden. Zum Beispiel
verschiebt eine größere Gitterkonstante das Wellenlängenband der
photonischen Bandlücke zu einer längeren Wellenlänge, und eine kleinere
Gitterkonstante verschiebt das Wellenlängenband der photonischen Bandlücke
zu einer kürzeren Wellenlänge.
Noda et al. (Nature, Band 407, Seite 608, 2000) gibt an das Steuern
einer Arbeitswellenlänge durch Gitterkonstantenmodulation in einer optischen
Multiplex-/Demultiplexschaltung (add-drop optische Schaltung) unter Verwendung eines
zweidimensionalen Photonenkristalls. Die optische Multiplex-/Demultiplexschaltung
ist eine optische Eingangs-/Ausgangsschaltung, die aufweist eine (add)-Funktion
zum Hinzufügen einer neuen Wellenlänge zu einem Medium, durch das mehrere
Wellenlängen propagieren, und eine (drop)-Funktion zum Extrahieren nur einer
gewissen Wellenlänge aus dem Medium. Vom Photonenkristall wird erwartet, dass
er die Größe dieser Schaltung verringert. Diese Literatur gibt an, dass
nahezu die gleiche drop-Effizienz erhalten werden kann in mehreren
Wellenlängen durch Modulieren der Gitterkonstante, um die Arbeitswellenlänge
eines Wellenleiters und eines Resonators auf eine gewünschte Wellenlänge
abzustimmen. Die Struktur, in der zweidimensionale Photonenkristalle mit verschiedenen
Gitterkonstanten angeordnet sind, wird eine in-plane Heterostruktur genannt. Dieses
Beispiel demonstriert, dass das Steuern des Wellenlängenbandes der photonischen
Bandlücke zum Erzeugen eines optischen Nanobauelementes verwendet werden kann,
was einen Photonenkristall verwenden kann.
Eine solche Struktur mit einer modulierten Gitterkonstante kann jedoch
nicht direkt auf den 3D-Photonenkristall angewendet werden. Während es möglich
ist, die photonische Bandlücke durch Modulieren einer Gitterkonstante sogar
im 3D-Photonenkristall zu steuern, kann eine inkommensurable Struktur an einer Grenzfläche
auftreten, an der die Gitterkonstante variiert, wie in 34A
und 34B gezeigt. Insbesondere ist es schwierig, die
dreidimensionale Struktur herzustellen, weil inkonsistente Gitterkonstanten in der
x-, y- und der z-Achsen-Richtung auftreten. Zum Beispiel variiert in einer schichtweisen
Struktur, in der Schichten eine nach der anderen gestapelt sind (z.B. der Holzstapelstruktur),
die Gitterkonstante in der Schichtungsrichtung. Daher ist es schwierig, die herkömmliche
Wiederholung der Strukturmusterbildung mittels Elektronenstrahllithographie und
der Beschichtung, einer herkömmlichen Waferfusionstechnik oder eines herkömmlichen
Nanoimprintverfahrens ohne jegliche Modifikation zu verwenden.
Demzufolge kann es schwierig sein, einen bei mehreren Designwellenlängen
arbeitenden herkömmlichen 3D-Photonenkristall zu erhalten, in dem die photonische
Bandlücke auf ein gewünschtes Wellenlängenband ohne Ändern der
Gitterkonstante eingestellt werden kann.
ZUSAMMENFASSUNG DER ERFINDUNG
Mindestens ein Ausführungsbeispiel bezieht sich auf einen 3D-Photonenkristall,
welcher umfasst:
eine erste Schicht mit mehreren säulenartigen Strukturen, die durch ein erstes
vorbestimmtes Intervall voneinander beabstandet sind;
eine zweite Schicht mit mehreren säulenartigen Strukturen, die durch ein zweites
vorbestimmtes Intervall voneinander beabstandet sind, wobei sich die säulenartigen
Strukturen in einer unterschiedlichen Richtung gegenüber den säulenartigen
Struktur in der ersten Schicht erstrecken;
eine dritte Schicht mit mehreren säulenartigen Strukturen, die durch ein erstes
vorbestimmtes Intervall voneinander beabstandet sind, wobei sich die säulenartigen
Strukturen im Wesentlichen in der gleiche Richtung wie jene der säulenartigen
Strukturen in der ersten Schicht erstrecken;
eine vierte Schicht mit mehreren säulenartigen Strukturen, die durch ein zweites
vorbestimmtes Intervall voneinander beabstandet sind, wobei sich die säulenartigen
Strukturen in der gleichen Richtung wie jene der säulenartigen Strukturen in
der zweiten Schicht erstrecken;
zusätzliche Schichten, die je mindestens eine Schicht mit diskreten Strukturen
(nachstehend auch „Diskretstrukturen"), die in einer Ebene parallel zu jeder
der vier Schichten diskret angeordnet sind, enthalten;
wobei die erste Schicht bis vierte Schicht sequenziell mit der zusätzlichen
Schicht zwischen den benachbarten zwei Schichten davon gestapelt sind,
wobei die erste und die dritte Schicht derart gestapelt sind, dass die in diesen
enthaltenen säulenartigen Strukturen gegeneinander verschoben sind um die Hälfte
des ersten vorbestimmten Intervalls in der Richtung senkrecht zur Erstreckungsrichtung
der säulenartigen Strukturen der ersten Schicht in den Schichten;
wobei die zweite und die vierte Schicht derart gestapelt sind, dass die in diesen
enthaltenen säulenartigen Strukturen gegeneinander verschoben sind um die Hälfte
des zweiten vorbestimmten Intervalls in der Richtung senkrecht zur Erstreckungsrichtung
der säulenartigen Strukturen der zweiten Schicht in den Schichten;
wobei in den zusätzlichen Schichten enthaltene diskrete Strukturen an Positionen,
die den Überkreuzungen benachbarter säulenartiger Strukturen der gestapelten
Schichten entsprechen, angeordnet sind; und
wobei der 3D-Photonenkristall mindestens zwei Bereiche unterschiedlicher diskreter
Strukturen enthält.
Weitere Merkmale der vorliegenden Erfindung werden aus der folgenden
Beschreibung der Ausführungsbeispiele unter Bezug auf die beigefügten
Zeichnungen deutlich.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
1 ist eine schematische Ansicht eines 3D-Photonenkristallteils
A gemäß einem Ausführungsbeispiel.
2 ist eine Draufsicht des 3D-Photonenkristallteils
A.
3 ist eine Seitenansicht des 3D-Photonenkristallteils
A.
4 ist eine graphische Darstellung der photonischen
Bandstruktur des dreidimensionalen Kristallteils A.
5 ist eine graphische Darstellung photonischer Bandstrukturen
von 3D-Photonenkristallteilen A1 und A2 mit verschiedenen Breiten der zusätzlichen
Schicht.
6A bis 6E sind Draufsichten auf Variationen der
diskreten Struktur.
7A bis 7C und
7E sind Seitenansichten von 3D-Photonenkristallen mit
verschiedener Anzahl diskreter Strukturen, und 7D ist
eine Perspektivansicht eines 3D-Photonenkristalls.
8A ist eine schematische Ansicht eines 3D-Photonenkristalls
B und 8B ist eine graphische Darstellung, die eine
Beziehung zwischen der Breite der zusätzlichen Schicht und der Mittenwellenlänge
der photonischen Bandlücke zeigt.
9A bis 9C sind eine Schrägansicht,
eine Draufsicht bzw. eine Seitenansicht eines 3D-Photonenkristalls und zeigen eine
Beziehung zwischen der photonischen Bandlücke und der Resonanzwellenlänge.
10 ist eine Detailansicht dreier zusätzlicher
Schichten.
11 ist eine graphische Darstellung der Mittenwellenlänge
der photonischen Bandlücke als Funktion der Breite einer zweiten zusätzlichen
Schicht.
12A und 12B sind eine
Draufsicht bzw. eine Seitenansicht einer monolithischen Struktur gemäß
einem Ausführungsbeispiel.
13 ist eine schematische Ansicht eines 3D-Photonenkristallteils
D gemäß einem Ausführungsbeispiel.
14 ist eine graphische Darstellung einer Beziehung
zwischen dem Brechungsindex der diskreten Struktur und der Mittenwellenlänge
der photonischen Bandlücke.
15 ist eine graphische Darstellung einer Beziehung
zwischen dem Brechungsindex und der Gestalt der diskreten Struktur und der Mittenwellenlänge
der photonischen Bandlücke.
16 ist eine graphische Darstellung einer Beziehung
zwischen der Breite 1x der ersten diskreten Struktur der 3D-Photonenkristalle G,
H, und I und der Mittenwellenlänge der photonischen Bandlücke.
17A und 17B sind eine
Draufsicht bzw. eine Seitenansicht eines Punktdefektresonators hergestellt aus einem
3D-Photonenkristall, der mehrere Bereiche beinhaltet, die diskrete Strukturen mit
unterschiedlicher Form enthalten.
18 ist eine schematische Ansicht eines rechtwinklig-parallelepipedförmigen
Punktdefekts in einem 3D-Photonenkristall.
19 ist eine graphische Darstellung einer durch einen
Punktdefekt hervorgerufenen Resonanzmode.
20 ist eine schematische Ansicht eines Punktdefektresonators
hergestellt aus einem 3D-Photonenkristall mit mehreren Bereichen, die diskrete Strukturen
mit unterschiedlichem Brechungsindex enthalten.
21A und 21B sind eine
Draufsicht bzw. eine Seitenansicht eines Liniendefekt-Wellenleiters hergestellt
aus einem 3D-Photonenkristall mit mehreren Bereichen, die diskrete Strukturen unterschiedlicher
Gestalt enthalten.
22A und 22B sind schematische
Ansichten eines Liniendefekt-Wellenleiters aus einem 3D-Photonenkristall mit mehreren
Bereichen, die diskrete Strukturen mit unterschiedlichem Brechungsindex enthalten.
23 ist eine schematische Ansicht eines optischen Multiplexers/Demultiplexers
aus einem 3D-Photonenkristall mit mehreren Bereichen, die diskrete Strukturen unterschiedlicher
Gestalt enthalten.
24A ist eine schematische Ansicht eines optischen Multiplexers/Demultiplexers
aus einem 3D-Photonenkristall mit mehreren Bereichen, die diskrete Strukturen mit
unterschiedlichem Brechungsindex enthalten, und 24B
ist eine graphische Darstellung der Intensität des Lichtes, das in einen Liniendefekt-Wellenleiters
eintritt.
25 ist eine graphische Darstellung von Resonanzmodenspektren,
die durch einen aus 3D-Photonenkristallen G, H und I hergestellten Punktdefektresonator
erzeugt werden.
26 ist eine schematische Ansicht einer Punktdefekt-Lichtemissionsvorrichtung,
die ein anorganisches lumineszentes Material gemäß einem Ausführungsbeispiel
verwenden kann.
27 illustriert eine schematische Ansicht einer Punktdefekt-Lichtemissionsvorrichtung,
die ein organisches lumineszentes Material gemäß einem Ausführungsbeispiel
verwenden kann.
28A und 28B sind schematische
Ansichten von Punktdefekt-Lichtemissionsvorrichtungen, die transparente Elektroden
zur Strominjektion (current injection) gemäß einem Ausführungsbeispiel
verwenden können.
29 ist eine schematische Ansicht einer Punktdefekt-Lichtemissionsvorrichtung,
die eine externe Lichtquelle gemäß einem Ausführungsbeispiel verwenden
kann.
30 ist eine schematische Ansicht eines Farbfilterelementes
gemäß einem Ausführungsbeispiel.
31 ist eine schematische Ansicht einer Anwendung des
Farbfilterelementes gemäß einem Ausführungsbeispiel.
32 ist eine schematische Ansicht einer anderen Anwendung
des Farbfilterelementes gemäß einem Ausführungsbeispiel.
33A bis 33F sind schematische
Ansichten herkömmlicher 3D-Photonenkristalle.
34A und 34B sind eine
Draufsicht bzw. eine Seitenansicht eines 3D-Photonenkristalls eines herkömmlichen
Gitterkonstanten-Modulationstyps.
BESCHREIBUNG DER AUSFÜHRUNGSFORMEN
Beispiel 1
Die folgende Beschreibung von mindestens einem der möglichen
Ausführungsbeispiele) ist nur illustrativer Art und ist keinesfalls dazu gedacht,
die Erfindung, ihre Anwendung, ihre Äquivalente oder Verwendungen einzuschränken.
Verfahren, Techniken, Vorrichtungen und Materialien, wie sie dem Fachmann
bekannt sind, brauchen nicht im Detail diskutiert werden, sind aber, wo geeignet,
als Teil der erläuternden Beschreibung gedacht. Zum Beispiel werden einige
Beispiele der Photonenkristallausbildung diskutiert, Äquivalente und andere
Photonenkristallkonfigurationen und verwendete Materialien, wie sie dem Fachmann
bekannt sind, sollen im Umfang mindestens einiger Ausführungsbeispiele eingeschlossen
werden.
Außerdem braucht die tatsächliche Größe der Strukturen
nicht diskutiert zu werden, jedoch sollen Photonenkristallstrukturen jeder Größe
von Makrometer (Zentimeter bis Meter) bis Nanometer und kleiner im Umfang von Ausführungsbeispielen
liegen (z.B. photonischen Strukturen mit charakteristischen Größen von
individuellen Molekülen, Nanometer-, Mikro-, Zentimeter- und Metergrößen).
Außerdem sind Ausführungsbeispiele nicht auf visuelle optische
Systeme eingeschränkt; Photonenkristallstrukturen können zur Verwendung
mit Infrarotsystemen oder Systemen anderer Wellenlänge konstruiert sein. Zum
Beispiel ein Infrarotlichtdetektor (z.B. ein Detektor, der Infrarot-Markierungen
misst).
1, 2 und 3
sind eine schematische Ansicht, eine Seitenansicht bzw. eine Draufsicht eines 3D-Photonenkristalls
10A gemäß einem Ausführungsbeispiel. Diese Figuren zeigen
nur einen Teil der periodischen Struktur, die eine sich wiederholende periodische
Struktur in den x-, y- und z-Achsenrichtungen haben kann. Unten beschriebene schematische
Ansichten können ähnliche Periodizität besitzen.
Wie in 1 dargestellt wird, kann ein 3D-Photonenkristall
10A vier sich kreuzende Stäbe (101a, 101b,
101c und 101d) beinhalten, und diskrete Strukturen 102A
mit einem horizontalen Querschnitt (z.B. quadratisch) zwischen den Stäben.
In der Struktur des 3D-Photonenkristalls A können die Stäbe verschiedene
Abmessungen haben (z.B. eine Breite von 0,25355a, eine Dicke von 0,25355a, wobei
"a" die Gitterkonstante bezeichnet), und die diskreten Strukturen können ebenso
verschiedene Abmessungen haben (z.B. eine Dicke von 0,10a und eine Breite von 0,50a).
Die photonische Bandlücke kann berechnet werden (z.B. durch eine Ebenen-Wellen-Entwicklung),
um die photonische Bandstruktur, wie in 4 gezeigt,
zu erhalten. Die horizontale Achse stellt den Wellenzahlvektor dar, das heißt
die Einfallsrichtung der in den Photonenkristall eintretenden elektromagnetischen
Welle. Zum Beispiel zeigt ein K-Punkt einen Wellenzahlvektor parallel zur x-Achse
(oder y-Achse) an. Ein X-Punkt zeigt einen Wellenzahlvektor in der xy-Ebene bei
einer Neigung von 450 gegenüber der x-Achse (oder y-Achse) an. Andererseits
stellt die vertikale Achse die durch die Gitterkonstante normierte Frequenz dar.
In einem durch Schraffur angezeigten normierten Frequenzband ist eine photonische
Bandlücke (PBL) ausgebildet, wo kein Licht aus jeglicher Einfallsrichtung vorhanden
sein kann.
In mindestens einem Ausführungsbeispiel kann die Breite (z.B.
101WX und 101WY; 1) der diskreten
Struktur 102a verändert werden, während die Breite und die Dicke
des Stabes, die Gitterkonstante, die Dicke und der Brechungsindex der diskreten
Struktur im Wesentlichen konstant gehalten werden. In anderen Ausführungsbeispielen
kann mindestens einer der anderen Faktoren zusätzlich oder alternativ geändert
werden (z.B. die Breite und die Dicke des Stabes, die Gitterkonstante, die Dicke
und der Brechungsindex der diskreten Struktur). Das Ändern der Breiten
102WX und 102WY kann den Füllfaktor eines dielektrischen
Mediums ändern, das eine dreidimensionale Struktur in einer periodischen Struktureinheit
bildet. Dies kann wiederum den effektiven Brechungsindex des gesamten 3D-Photonenkristalls
und auch die photonische Bandlücke ändern. Auf diese Weise kann in mindestens
einem Ausführungsbeispiel die photonische Bandlücke durch Ändern
der Breite (z.B. 102WX und 102WY) der diskreten Struktur
102a gesteuert werden. Diese Situation wird unter Bezug auf das in
5 dargestellte photonische Bandschema beschrieben.
Die Bandstruktur eines 3D-Photonenkristalls A1 wird durch die durchgehende
Linie angezeigt, während die Bandstruktur eines 3D-Photonenkristalls A2 durch
die gepunktete Linie angezeigt wird. Die durch die jeweiligen Strukturen erzeugten
photonischen Bandlücken werden durch PBL1 und PBL2 angezeigt. Der Photonenkristall
A1 und der Photonenkristall A2 unterscheiden sich nur in der diskreten Struktur.
Wenn die Querschnittsfläche der diskreten Struktur in der xy-Ebene durch das
Produkt der Breite in x-Achsenrichtung (z.B. 102WX) und der Breite in y-Achsenrichtung
(z.B. 102WY) der diskreten Struktur ausgedrückt wird, ist die Querschnittsfläche
der diskreten Struktur im Photonenkristall A2 kleiner als die im Photonenkristall
A1. Eine kleinere Querschnittsfläche der diskreten Struktur in der xy-Ebene
führt zu einem kleineren effektiven Brechungsindex des 3D-Photonenkristalls,
was die Frequenz verschiebt, bei der die photonische Bandlücke bei einer höheren
Frequenz arbeiten kann. Auf diese Weise kann das Wellenlängenband der photonischen
Bandlücke durch Ändern der Breite der diskreten Strukturen gesteuert werden.
Darüber hinaus können die diskreten Strukturen verschiedene
Größen oder Gestalten haben und in mehreren Bereichen (z.B.
12A und 12B) angeordnet
sein. Dies erleichtert die Steuerung des Wellenlängenbandes der photonischen
Bandlücke, ohne dass die Gitterkonstante geändert werden muss, was das
Herstellen des Photonenkristalls gemäß Ausführungsbeispielen erleichtert.
Während Ausführungsbeispiele des in 1
dargestellten 3D-Photonenkristalls 10A nur eine Diskretstruktur enthaltende
Schicht beinhaltet, können weitere Ausführungsbeispiel mehrere Schichten
diskreter Strukturen aufweisen (z.B. 7A bis
7E). Obwohl der 3D-Photonenkristall 10A vier
oder mehr Diskretstruktur enthaltende Schichten aufweisen kann, kann das Herstellungsverfahren
komplizierter werden, wenn die Anzahl der Schichten ansteigt. Daher hängt die
Anzahl der Diskretstruktur enthaltenden Schichten von der Anwendung ab. Darüber
hinaus ist der Querschnitt der Diskretstruktur (z.B. 102a) in der xy-Ebene
nicht auf quadratisch beschränkt, sondern kann jede Gestalt besitzen (z.B.
rechtwinklig, kreisförmig, elliptisch, dreieckig und polygonal, wie in
6A bis 6E gezeigt. Außerdem kann der gleiche
Effekt erzielt werden durch Anordnen der Diskretstruktur enthaltenden Schicht auf
nur einer Seite, wie in 7E gezeigt. In diesem Fall
kann die Anzahl der Diskretstruktur enthaltenden Schichten auch eins, zwei, drei
oder mehr sein. Obwohl die Querschnittsansichten in den Z-X- und Z-Y-Ebenen rechtwinklige
Strukturen für die diskreten Strukturen zeigen, können die Querschnitte
(z.B. 82 und 84 in 8A) verschiedene
Gestalten haben (z.B. trapezartig, Pyramidenstumpf, kegelstumpfartig).
Numerische Beispiele, die zwei oder drei Diskretstruktur enthaltende Schichten beinhalten,
werden nachstehend spezieller beschrieben.
8A ist eine schematische Ansicht eines 3D-Photonenkristalls
10B gemäß einem zusätzlichen Ausführungsbeispiel. Der
3D-Photonenkristall 10B weist eine Struktur auf, die zwei Diskretstruktur
enthaltende Schichten (z.B. 82 und 84) aufweist. Abmessungen und
Eigenschaften der verschiedenen Elemente (z.B. 80, 82,
84, 86) des Photonenkristalls 10B können variieren;
in diesem besonderen Beispiel sind die Brechungsindizes des Stabes und der diskreten
Struktur 2,5, die Gitterkonstante ist 250 nm, die Breite des Stabes
ist 62,5 nm (z.B. 86WY), und die Dicke des Stabes ist 75 nm (z.B.
86TZ). Im 3D-Photonenkristall 10B ist die Breite der ersten diskreten
Struktur 84 in der x-Achsenrichtung (senkrecht zur Seite) gleich der Breite
82WY einer zweiten diskreten Struktur 82 in der y-Achsenrichtung.
Die Breite 84WY der ersten diskreten Struktur 84 in der y-Achsenrichtung
ist gleich der Breite der zweiten diskreten Struktur 82 in der x-Achsenrichtung.
In der in 8B gezeigten graphischen Darstellung
repräsentiert die horizontale Achse die Breite 82WY der zweiten diskreten
Struktur 82 und die vertikale Achse die Mittenwellenlänge der photonischen
Bandlücke (PBL). Die durchgehenden, gestrichelten und gepunkteten drei Linien
entsprechen der Breite 84WY der ersten diskreten Y-Struktur 84
von 75 nm bzw. 125 nm bzw. 175 nm. Die Mittenwellenlänge der photonischen Bandlücke
verschiebt sich zu längeren Wellenlängen hin mit zunehmender Breite
82WY der zweiten diskreten Struktur 82. Variationen in der Breite
der diskreten Struktur ändern den Füllfaktor (Volumen) eines dielektrischen
Mediums pro Volumeneinheit. Ein größerer Füllfaktor kann den effektiven
Brechungsindex des 3D-Photonenkristalls erhöhen, was die Mittenwellenlänge
der photonischen Bandlücke zu längeren Wellenlängen hin verschiebt.
Auf diese Weise kann eine Mittenwellenlänge der photonischen Bandlücke
durch geeignetes Design der Breite der diskreten Struktur bestimmt werden. Die erste
diskrete Struktur 84 oder die zweite diskrete Struktur 82 können
beliebig groß sein.
9A bis 9C zeigen schematische
Ansichten eines 3D-Photonenkristalls 10C mit drei Diskretstruktur (102b)
enthaltenden Schichten (100, 104, 106). Der 3D-Photonenkristall
10C kann mindestens drei Diskretstruktur enthaltende Schichten aufweisen.
Der 3D-Photonenkristall 100 kann verschiedene Abmessungen haben, das dargestellte
spezielle Beispiel (9A bis 9C;
10) hat jedoch die folgenden Abmessungen: die Breite
101eWY des Stabes 101e ist 0,174a; die Dicke 101eTZ des
Stabes 101e ist 0,174a; die Breite 106WX einer ersten diskreten
Struktur 106 ist 0,187a; die Breite 106WYv der ersten diskreten
Struktur 106 ist 0,400a; die Dicke 106TZ der ersten diskreten
Struktur 106 ist ungefähr 0,040a; die Breite 104WX einer
zweiten diskreten Struktur 104 die Breite 104WY der zweiten diskreten
Struktur 104 von 0,200a; die Dicke 104TZ der zweiten diskreten
Struktur 104 ist 0,040a; die Breite 100WX einer dritten diskreten
Struktur 100 ist 0,400a; die Breite 100WY der dritten diskreten
Struktur 100 ist 0,187a; und die Dicke 100TZ der dritten diskreten
Struktur 100 ist 0,040a, wobei die Brechungsindizes der Stäbe (z.B.
101e) und der diskreten Strukturen (z.B. 100, 104 und
106) 2,5 betragen und "a" die Gitterkonstante bezeichnet. Die Querschnitte
der ersten diskreten Struktur 106 und der dritten diskreten Struktur
100 in der xy-Ebene können rechtwinklig sein, und der Querschnitt
der zweiten diskreten Struktur 104 in der xy-Ebene kann quadratisch sein
(10).
Der 3D-Photonenkristall 10C kann die folgende mathematische
Beziehung erfüllen:
106WX = 100WY = [(Gitterkonstante) – 104WX]/2;(Gleichung 1)
106XY = 100WX = (104WX + 101eWY)/2;(Gleichung 2)
106TZ = 104TZ = 100TZ;und (Gleichung 3)
101eTZ = √2a/4 – [(106TZ) + (104TZ) + (100TZ)].(Gleichung
4)
11 zeigt die Mittenwellenlänge der photonischen
Bandlücke als Funktion der Breite 104WX der zweiten diskreten Struktur
104, wenn die Gitterkonstante "a" 720 nm beträgt. Die Mittenwellenlänge
der photonischen Bandlücke kann zwischen 1400 nm und 1670 nm eingestellt werden
durch Ändern der diskreten Struktur 102b. Der Füllfaktor des
dielektrischen Mediums pro Volumeneinheit kann mit zunehmender Breite
104WX der zweiten diskreten Struktur 104 zunehmen. Dies vergrößert
auch den effektiven Brechungsindex der dreidimensionalen periodischen Struktur,
was die Mittenwellenlänge der photonischen Bandlücke zu längeren
Wellenlängen hin verschiebt (11). Die photonische
Bandlücke hängt ab von der Differenz pro Volumeneinheit zwischen dem elektrischen
Feldstärkeanteil (fraction of the electric field strength), der konzentriert
ist in dem den Stab und die diskrete Struktur in der zusätzlichen Schicht bildenden
Medium, und dem elektrischen Feldstärkeanteil, der in dem anderen Medium konzentriert
ist. Wenn diese Differenz größer wird, wird die photonische
Bandlücke breiter. Drei Diskretstruktur enthaltende Schichten vergrößern
die Differenz in den elektrischen Feldstärkeanteilen, die in den Medien insbesondere
in schräger Richtung (z.B. einer L-Richtung in 4)
konzentriert sind, was zu einer breiteren photonischen Bandlücke führt.
In diesem Beispiel kann die photonische Bandlücke unter Verwendung
der Breite 104WX der zweiten diskreten Struktur 104 als Parameter
gesteuert werden, und die photonische Bandlücke kann gesteuert werden unter
Verwendung der Breite 106WX der ersten diskreten Struktur 106
oder der Breite 100WX der dritten diskreten Struktur 100 als Parameter.
Außerdem können, während in den 3D-Photonenkristallen
10A, 10Bund 10C rechtwinklige Stäbe 101
gezeigt sind, auch Prismen, Zylinder, elliptische Zylinder, polygonale Säulen,
und andere Formen und Materialien, wie sie dem Fachmann bekannt sind, und Äquivalente
verwendet werden. Wie in 6A bis 6E gezeigt, können,
während rechtwinklige Parallelepipede als die diskrete Strukturen
102b verwendet werden, die Querschnitte der diskreten Strukturen
102a und 102b in der xy-Ebene jede Gestalt besitzen einschließlich
rechtwinklig, kreisförmig, elliptisch, dreieckig und polygonal.
Außerdem kann, während die Stäbe 101a–e
im Wesentlichen orthogonal in der x- und in der y-Achsenrichtung angeordnet sind,
der Winkel zwischen der x- und der y-Achse auch jeder von 90° verschiedene
sein. Außerdem können die Abstände zwischen den zur x-Achse parallelen
Stäben verschieden sein von den Abständen zwischen den zur y-Achse parallelen
Stäben. Solche Variationen können das Design der Photonenkristalle erleichtern
zur Verbesserung der Performance (z.B. Reflexion, Transmission) gegenüber von
bei einem vorbestimmten Winkel eintretenden Licht und/oder zum Erhalten einer anisotropen
Struktur. Während die Stäbe 101a–e und die diskreten Strukturen
102a–b aus dem gleichen Medium gemacht sein können, können
sie auch aus verschiedenen Medien gemacht sein.
Die Stäbe (z.B. 101a–e) gemäß dem vorliegenden
Beispiel (z.B. 1 und 9A
bis 9C) sind in einem vorbestimmten Intervall mit Gitterkonstante
"a" angeordnet. Außerdem sind die Stäbe 101a um 0,5a ("a" bezeichnet
die Gitterkonstante) in x-Achsenrichtung verschoben bezüglich der Stäbe
101c angeordnet. In der gleichen Art und Weise sind die Stäbe
101b um 0,5a in y-Achsenrichtung verschoben bezüglich der Stäbe
101d angeordnet. In einer solchen Konfiguration entsprechen die rechtwinkligen
Parallelepipede zwischen den Stäben den Gitterpositionen in einem Diamantgitter.
Auf diese Weise kann eine breite photonische Bandlücke erhalten werden. Das
Ausmaß der horizontalen (x- und y-Richtung) Verschiebung der Stäbe kann
im Bereich von 0,25a bis 0,75a, oder im Bereich von 0,3a bis 0,7a, oder im Bereich
von 0,4a bis 0,6a liegen. Jedoch in mindestens einem Ausführungsbeispiel können
die Stäbe 101a–d vertikal (in z-Richtung) überlappen.
Da die photonische Bandlücke aus der Brechungsindexverteilung
im Kristall herrührt, kann eine Kombination von Medien mit einem größeren
Brechungsindexverhältnis eine breitere photonische Bandlücke erzeugen.
Die Stäbe (z.B. 101a–e) und die diskreten Strukturen (z.B.
102a–b) bildenden Medien können verschiedene Brechungsindizes
besitzen, zum Beispiel kann man ein Material mit hohem Brechungsindex verwenden
(z.B. Si, GaAs, InP, Ge, TiO2, GaN, Ta2O5, NB2O5).
Darüber hinaus kann das die Stäbe (z.B. 101a-e) und die diskreten
Strukturen (z.B. 102a–b) bildende Medium ein transparentes Material
sein ohne Absorption im Arbeitswellenlängenband der photonischen Bandlücke.
Das andere Medium als das die Stäbe (z.B. 101a–e) und die diskreten
Strukturen (z.B. 102a–b) bildende kann ein dielektrisches Material
(z.B. SiO2), ein hochmolekulares organisches Material (z.B. PMMA), oder
ein Material mit niedrigem Brechungsindex (z.B. Luft oder Wasser) sein.
In Hinblick auf das Verfahren zur Herstellung des 3D-Photonenkristalls
kann das andere Medium als das die Stäbe (z.B. 101a–e) und
die diskreten Strukturen (z.B. 102a–b) bildende fest sein. Das feste
Medium kann die Festigkeit der dreidimensionalen Struktur während der Bearbeitung
(z.B. Beispiel Masken-Mustererzeugung (mask patterning), Ätzen, Polieren oder
Waferfusion) der Stäbe (z.B. 101a–e) und diskreten Strukturen
(z.B. 102a–b) erhöhen und dadurch das Ausbilden einer gewünschten
Gestalt bei der dreidimensionalen Struktur erleichtern.
In den 3D-Photonenkristallen 10A, 10B und
10C gemäß den Ausführungsbeispielen kann die Mittenwellenlänge
der photonischen Bandlücke ungeachtet der Anzahl Diskretstruktur enthaltender
Schichten gesteuert werden, während eine Gitterkonstante in der xz-Ebene und
eine Gitterkonstante in der xy-Ebene konstant gehalten werden können (z.B.
12A und 12B). Trotzdem
kann in anderen Ausführungsbeispielen die Gitterkonstante in diesen Ebenen
variieren, während andere konstant sind. Da Ausführungsbeispiele eine
konstante Gitterkonstante aufweisen können, kann ein herkömmliches Herstellungsverfahren
(z.B. Mustererzeugung einer Reihe von Strukturen unter Verwendung von Elektronenstrahl-Lithographie
und Beschichtung, einer Waferfusionstechnik oder eines Nanoimprintverfahrens)
verwendet werden. Zusätzlich kann ein einziges Herstellungsverfahren/-vorgang
verwendet werden zum Erzeugen einer bei mehreren Designwellenlängen arbeitenden
Struktur. Dies erleichtert die Ausrichtung der Elemente und die Produktivität.
Beispiel 2
13 zeigt eine schematische Ansicht eines 3D-Photonenkristalls
10D gemäß mindestens einem Ausführungsbeispiel. Im 3D-Photonenkristall
10D kann ein die diskreten Strukturen (202a und 202b)
bildendes Medium einen Brechungsindex besitzen, der sich von dem eines Stäbe
(201a, 201b, 201c und 201d) bildenden Mediums
unterscheidet.
14 zeigt die Änderung in der Mittenwellenlänge
der photonischen Bandlücke als Funktion des Brechungsindex des die diskreten
Strukturen (z.B. 202a–b) bildenden Mediums, während die Gestalten
und Größen der den 3D-Photonenkristall 10D bildenden diskreten
Strukturen oder Stäbe konstant gehalten werden. Die horizontale Achse repräsentiert
den Brechungsindex des die diskreten Strukturen (z.B. 202a–b) bildenden
Mediums. Die vertikale Achse repräsentiert die Mittenwellenlänge der photonischen
Bandlücke, normiert durch die Mittenwellenlänge der photonischen Bandlücke
falls die Stäbe den gleichen Brechungsindex wie die diskreten Strukturen aufweisen.
In dem durch Beispiel 2 illustrierten Ausführungsbeispiel sind
die mittels der Gitterkonstante "a" ausgedrückten strukturellen Parameter wie
folgt: die Breite des Stabes (z.B. 201dWY) ist ungefähr 0,31a; die
Dicke des Stabes (z.B. 201dTZ) ist ungefähr 0,173553a; die Dicke einer
ersten diskreten Struktur (z.B. 202bTZ) ist ungefähr 0,09a; die Breite
der ersten diskreten Struktur in x-Richtung (z.B. 202bWX) ist ungefähr
0,37a; und die Breite der ersten diskreten Struktur in y-Richtung (z.B.
202bWY) ist ungefähr 0,66a. In Beispiel 2 ist die Dicke der ersten
diskreten Struktur 202bTZ gleich der Dicke der zweiten diskreten Struktur
202aTZ, die Breite der ersten diskreten Struktur 202bWX ist gleich
der Breite der zweiten diskreten Struktur 202aWY, und die Breite der ersten
diskreten Struktur 202bWY ist gleich der Breite der zweiten diskreten Struktur
202aWX.
Der effektive Brechungsindex des 3D-Photonenkristalls ändert
sich, wenn sich der Brechungsindex des die diskreten Strukturen und/oder die Stäbe
bildenden Mediums ändert. Auf diese Weise kann, wie in 14
gezeigt, die Mittenwellenlänge der photonischen Bandlücke durch Ändern
des Brechungsindex-Parameters des die diskrete Struktur (z.B. 202a–b)
bildenden Mediums gesteuert werden.
Zusätzlich kann die Mittenwellenlänge der photonischen Bandlücke
gesteuert werden durch eine Parameterkombination des Brechungsindex des die diskrete
Struktur bildenden Mediums und der Gestalt oder der Größe der diskreten
Strukturen. 15 zeigt die Mittenwellenlänge der
photonischen Bandlücke als Funktion eines Kombinationsparameters des Brechungsindex
und der Gestalt der ersten diskreten Struktur (z.B. 202b). Die vertikale
Achse repräsentiert die Mittenwellenlänge der photonischen Bandlücke
und die horizontale Achse die Breite (z.B. 202bWX) einer ersten diskreten
Struktur. In diesem besonderen, nicht einschränkenden Beispiel kann das den
Stab (z.B. 201d) bildende Material einen Brechungsindex von 2,33 aufweisen.
Das die diskrete Struktur bildende Medium kann einen Brechungsindex von 2,0 (3D-Photonenkristall
E) oder 3,0 (3D-Photonenkristall F) aufweisen. Vertikale Balken 15V bezeichnen
das Ausmaß der photonischen Bandlücke. Strukturelle Parameter sind unter
Verwendung der Gitterkonstante "a" ausgedrückt und sind wie folgt: die Gitterkonstante
ist ungefähr a = 680 nm; die Breite des Stabs (z.B. 201dWY) ist ungefähr
0,31a; die Dicke des Stabes (z.B. 201dTZ) ist ungefähr 0,173553a;
die Dicke der ersten diskreten Struktur (z.B. 202bTZ) ist ungefähr
0,10a; und die Breite der ersten diskreten Struktur in y-Richtung (z.B.
202bWY) ist ungefähr 0,66a. In diesem besonderen Beispiel mindestens
einem Ausführungsbeispiel ist die Dicke der ersten diskreten Struktur (z.B.
202bTZ) gleich der Dicke der zweiten diskreten Struktur (z.B.
202aTZ), die Breite der ersten diskreten Struktur in x-Richtung (z.B.
202bWX) ist gleich der Breite der zweiten diskreten Struktur in y-Richtung
(z.B. 202aWY), und die Breite der ersten diskreten Struktur in y-Richtung
(z.B. 202bWY) ist gleich der Breite der zweiten diskreten Struktur in x-Richtung
(z.B. 202aWX).
Wie in 15 gezeigt, kann die Mittenwellenlänge
der photonischen Bandlücke über ein breiteres Wellenlängenband gesteuert
werden durch Kombinieren der Parameter Größe und Brechungsindex der diskreten
Strukturen. In diesem Beispiel kann die Mittenwellenlänge der photonischen
Bandlücke über ein Infrarot-Wellenlängenband von 1330 nm bis 1550
nm gesteuert werden. Unter Verwendung eines größeren Brechungsindex des
die diskrete Struktur bildenden Mediums und eines größeren Querschnitts
in der xy-Ebene kann der effektive Brechungsindex des 3D-Photonenkristalls vergrößert
werden, was die Mittenwellenlänge der photonischen Bandlücke zu längeren
Wellenlängen hin verschiebt.
Wie in Beispiel 1 werden 3D-Photonenkristalle G, H und I (z.B. mit
Strukturen G, H und I) als Beispiele des 3D-Photonenkristalls beschrieben, der mindestens
zwei Bereiche mit verschiedenen diskreten Strukturen enthält. Tabelle 1 zeigt
einige der Parameter der Strukturen der 3D-Photonenkristalle G, H und I. Sie können
die folgenden Beziehungen erfüllen: die Dicke einer ersten der diskreten Struktur
ist gleich der Dicke einer zweiten diskreten Struktur, die Breite in x-Richtung
der ersten diskreten Struktur ist gleich der Breite in y-Richtung der zweiten diskreten
Struktur, und die Breite in y-Richtung der ersten diskreten Struktur ist gleich
der Breite in x-Richtung der zweiten diskreten Struktur.
Tabelle 1
Brechungsindex der Stäbe
Brechungsindex der diskreten Strukturen
Gitterkonstante
Breite der Stäbe
Dicke der Stäbe
Dicke der diskreten Strukturen
Breite der diskreten Strukturen
Struktur G
2,33
2,00
a = 230 nm
0,31 a
0,173553a
0,10a
0,66a
Struktur H
2,33
3,00
a = 230 nm
0,31 a
0,173553a
0,10a
0,66a
Struktur I
2,33
3,00
a = 230 nm
0,31 a
0,173553a
0,10a
0,90a
16 zeigt die Mittenwellenlänge der photonischen
Bandlücke und das Ausmaß der photonischen Bandlücke in den 3D-Photonenkristallen
G, H und I. Die vertikale Achse repräsentiert die Mittenwellenlänge der
photonischen Bandlücke und die horizontale Achse die Breite der ersten diskreten
Struktur in x-Richtung. Vertikale Balken bezeichnen das Ausmaß der photonischen
Bandlücke. Die Mittenwellenlängen der photonischen Bandlücke der
3D-Photonenkristalle G, H und I können in der Nähe von 450 nm, 530 nm
und 630 nm gesteuert werden durch Einstellen der Breiten der ersten diskreten Strukturen
(z.B. in x-Richtung) auf 0,31a bzw. 0,45a bzw. 0,58a.
Die Herstellung diskreter Strukturen mit mehreren Bereichen mit unterschiedlichen
Brechungsindizes kann die Bereiche individuell durch ein Halbleiterverfahren maskieren
und die Medien mit unterschiedlichen Brechungsindizes für entsprechende diskrete
Strukturen stapeln.
Während die Anzahl der Diskretstruktur enthaltenden Schichten
in diesem besonderen Beispiel zwei ist, gibt es keine Grenze für die Anzahl
der diskreten Schichten, die ein Ausführungsbeispiel aufweisen kann (z.B. drei).
Zusätzlich kann der Effekt gemäß den Ausführungsbeispielen selbst
dann erhalten werden, wenn der Brechungsindex des die diskrete Struktur bildenden
Mediums oder die Gestalt oder die Größe der diskreten Struktur verschieden
von den hierin beschriebenen ist. Gleichzeitige Steuerung der Gestalt und des Brechungsindex
der diskreten Struktur kann den effektiven Brechungsindex des 3D-Photonenkristalls
ändern. Auf diese Weise kann die Mittenwellenlänge der photonischen Bandlücke
und die photonische Bandlücke über einem breiteren Wellenlängenband
gesteuert werden.
Ein bei mehreren Wellenlängen in einem breiten Wellenlängenband
arbeitender Resonator kann ein Material mit einem hohen Brechungsindex und einem
reduzierten Dämpfungskoeffizienten und eine Struktur des Photonenkristalls
mit einer breiten photonischen Bandlücke verwenden. Ausführungsbeispiele
können einen 3D-Photonenkristall bereitstellen, in dem die photonische Bandlücke
über einem breiten Wellenlängenband (z.B. einschließlich eines Wellenlängenbandes
entsprechend den drei Grundfarben des Lichts, RGB) ohne Änderung der Gitterkonstante
gesteuert werden kann.
Beispiel 3
17A und 17B zeigen schematische
Ansichten eines Punktdefektresonators, der aus einem 3D-Photonenkristall hergestellt
werden kann, der mehrere Bereiche einschließt, die diskrete Strukturen (z.B.
1700, 1702, 1704) mit unterschiedlicher Gestalt beinhalten.
Die Mittenwellenlänge der photonischen Bandlücke kann durch Ändern
der Gestalt der diskreten Strukturen gesteuert werden, während die Gitterkonstante
in der xz-Eben und die Gitterkonstante in der xy-Ebene konstant gehalten werden.
Die Einführung eines Punktdefekts 302a in den 3D-Photonenkristall
kann eine Resonanzmode erzeugen. Licht mit einer der Resonanzmode entsprechenden
Wellenlänge ist im Punktdefekt 302a lokalisiert. Beispiele der Punktdefektstruktur
beinhalten eine Struktur, in der ein Teil der periodischen Struktur entfernt ist
und Luft in den Punktdefekt 302a platziert ist, eine Struktur, in der ein
Teil der periodischen Struktur in ihrer Gestalt geändert wurde (z.B. die diskrete Struktur
an einem gewissen Gitterpunkt ist in ihrer Gestalt geändert), und eine Struktur,
in der ein Material mit verschiedenem Brechungsindex in einen Teil der periodischen
Struktur platziert ist. Diese Strukturen können durch verschiedene dem Fachmann
bekannte Verfahren bereitgestellt werden.
18 zeigt einen 3D-Photonenkristall 600 mit
zwei Diskretstruktur enthaltenden Schichten (z.B. 605 und 607).
Der 3D-Photonenkristall 600 in diesem besonderen, nicht einschränkenden
Beispiel hat die folgenden Abmessungen: die Breite des Stabes 602WY ist
ungefähr 0,25a; die Breite des Stabes 602TZ ist ungefähr 0,30a;
die Breite des ersten diskreten Struktur in x-Richtung ist ungefähr 0,400a;
die Breite der ersten diskreten Struktur 605 in y-Richtung ist ungefähr
0,600a; die Dicke der ersten diskreten Struktur 605 in z-Richtung ist ungefähr
0,050a; die Breite der zweiten diskreten Struktur 607 in x-Richtung ist
ungefähr 0,600a; die Breite der zweiten diskreten Struktur 607 in
y-Richtung ist ungefähr 0,400a; und die Dicke der zweiten diskreten Struktur
607 in z-Richtung ist ungefähr 0,050a. Die Brechungsindizes der Stäbe
(z.B. 602) und der diskreten Strukturen (z.B. 605 und
607) können verschieden sein, aber in diesem besonderen Beispiel sind
sie 3,309, wobei "a" die Gitterkonstante bezeichnet. Der Punktdefekt 302a
ist ein rechtwinkliges Parallelepiped und hat die Abmessungen &Dgr;x = &Dgr;y
= 0,70a und &Dgr;z = 0,30a. Während die Gestalt des Punktdefekts
302a in der xy-Ebene quadratisch ist (&Dgr;x = &Dgr;y), können
&Dgr;x und &Dgr;y unterschiedlich sein (z.B. kreisförmig, elliptisch, dreieckig
oder polygonal).
19 zeigt die Resonanzmode der in 18
beschriebenen Struktur. Die horizontale Achse repräsentiert eine durch eine
Gitterkonstante "a" normierte Frequenz. Eine der Resonanzmode entsprechende hohe
Signalspitze erscheint bei einer normierten Frequenz von etwa 0,40. Variationen
in der Größe der diskreten Struktur ändern die Resonanzfrequenz (d.h.
Wellenlänge), ändern den Füllfaktor eines Materials im 3D-Photonenkristall
und verschieben die photonische Bandlücke. Auf diese Weise kann die Resonanzwellenlänge
gesteuert werden. Ein bei mehreren Wellenlängen arbeitender monolithischer
optischer Resonator oder ein monolithischer Schmalbandpass-Lichtfilter kann durch
Platzieren eines Punktdefekts in jeder der mehreren Bereichen gebildet werden, die
verschiedene Diskretstruktur enthaltende Schichten enthalten. Ein Bereich kann mehrere
Punktdefekte 302a aufweisen.
20 zeigt eine schematische Ansicht eines Punktdefektresonators
aus einem 3D-Photonenkristall J1, der einen Punktdefekt 302b aufweist und
mehrere Bereiche, die diskrete Strukturen (z.B. 2001, 2003 und
2005) mit unterschiedlichem Brechungsindex enthalten. Da der 3D-Photonenkristall
J1 die Bereiche mit verschiedenen effektiven Brechungsindizes einschließt,
kann der Resonator bei verschiedenen Resonanzwellenlängen arbeiten. Der 3D-Photonenkristall
J1 kann ebenso angewendet werden für einen Lichtfilter zum Erzeugen von Schmalbandspektren
bei mehreren verschiedenen Wellenlängen.
21A und 21B zeigen schematische
Ansichten eines Liniendefekt-Wellenleiters aus einem 3D-Photonenkristall J2, der
mehrere Bereiche beinhaltet, die diskrete Strukturen mit verschiedener Gestalt enthalten.
Das Einbringen eines Liniendefekts 301 in eine feine periodische Struktur
erzeugt eine Leitermode (guided mode) aufgrund des Liniendefekts 301. Licht
mit einer der Leitermode entsprechenden Wellenlänge wird durch den Liniendefekt
geführt. Die Mittenwellenlänge der photonischen Bandlücke wird durch
Ändern der Gestalt der diskreten Struktur gesteuert, während die Gitterkonstante
in der xz-Ebene und die Gitterkonstante in der xy-Ebene konstant gehalten werden.
Beispiele der Liniendefektstruktur beinhalten eine Struktur, in der ein Teil der
Stäbe entfernt wurden, eine Struktur, in der die Breite eines Stabes geändert
wurde, eine Struktur, in der der Brechungsindex eines Stabmaterials geändert
wurde, und eine Struktur, in der ein Stab hinzugefügt wurde. Diese Strukturen
können durch verschiedene dem Fachmann bekannte Verfahren bereitgestellt werden.
Ein monolithischer spektral selektiver optischer Wellenleiter oder eine monolithische
optische Verzögerungsschaltung kann durch Verbinden mehrerer Strukturen gemäß
Ausführungsbeispielen aufgebaut werden, mit oder ohne Ändern der Gitterkonstante.
22A und 22B zeigen schematische
Ansichten eines Liniendefekt-Wellenleiters aus einem 3D-Photonenkristall J3, der
einen Liniendefekt 301b und mehrere Bereiche aufweist, die diskrete Strukturen
(z.B. 2201, 2203und 2205) mit unterschiedlichem Brechungsindex
enthalten. Ein spektral selektiver, Grenzflächenreflexion ausnutzender Wellenleiter
kann bereitgestellt werden durch Steuern der Brechungsindizes der diskreten Strukturen
in den mehreren Bereichen, um die Beziehung zwischen der gewünschten photonischen
Bandlücke und der Leitermode zu erfüllen. Da die photonische Bandlücke
von den Parametern des diskreten Strukturbereiches abhängt, wird Licht &lgr;1
mit einer Wellenlänge, die in einem Bereich 1, aber nicht in einem
Bereich 2 vorhanden ist, nahezu vollständig durch Bereich
2 reflektiert (22B). Der Liniendefekt-Wellenleiter,
der mehrere solche Strukturen in einer Ebene enthält, kann für eine Dispersions-Kompensations-Vorrichtung
zum Kompensieren von Zeitverzögerung bei mehreren Wellenlängen angewendet
werden.
Wie in 23 und 24A
gezeigt, kann eine Kombination eines Punktdefekts (z.B. 302C und
302D) und eines Liniendefekts (z.B. 301C und
301D) eine optische Multiplex-/Demultiplex-Schaltung (optische Add-Drop
Schaltung) bereitstellen, die das Besitzen einer erhöhten Wellenlängenselektivität
und einer erhöhten Effizienz erleichtert. 24A
zeigt eine schematische Ansicht eines optischen Multiplexers/Demultiplexers aus
einem 3D-Photonenkristall J5, der einen Liniendefekt 301D und einen Punktdefekt
302D enthält und mehrere Bereiche aufweist, die diskrete Strukturen
(z.B. 2401, 2403 und 2405) mit unterschiedlichem Brechungsindex
enthalten. Die kombinierte Struktur eines optischen Wellenleiters und eines Resonators
erleichtert die Verwendung eines optischen Multiplexers/Demultiplexers, insbesondere
in einem optischen Kommunikationsband. Eine graphische Darstellung in
24B zeigt die Intensität von in den Liniendefekt-Wellenleiter
eintretendem Licht, wobei das Licht bei Wellenlängen &lgr;1, &lgr;2, &lgr;3,...
und &lgr;n in einem Punktdefektresonator in jedem Bereich resonant schwingt. Die
Resonanzwellenlängen der Punktdefekte sind in einem Wellenlängenband beinhaltet,
bei dem Licht durch den Liniendefekt-Wellenleiter propagiert. Auf diese Weise kann
optisches Multiplex/Demultiplex bei den n Wellenlängen ausgeführt werden.
Ein 3D-Photonenkristall gemäß Ausführungsbeispielen
kann einen Licht einfangenden Effekt im Resonator unterstützen, was Polarisationssteuerung
oder Strahlungsverteilung-Steuerung durch eine verbesserte Resonatormodenverteilung-Steuerung
erleichtert. Da zusätzlich der Resonator in drei Dimensionen positioniert werden
kann, können Ausführungsbeispiele einen gesteigerten Grad an Flexibilität
in der Strahlextraktionsrichtung aufweisen. Dies erleichtert den Betrieb in einem
engen Spektralbereich und kann einen optischen Multiplexer/Demultiplexer mit vergrößerter
Performance mit einem gesteigerten Grad an Flexibilität in der Strahlextraktionsrichtung
bereitstellen.
Die Größe und der Brechungsindex der diskreten Struktur
können als Variable kombiniert werden, um die Mittenwellenlänge der photonischen
Bandlücke zu steuern. Zum Beispiel können geeignete Punktdefekte in den
3D-Photonenkristallen G, H und I, die verschiedene diskrete Strukturen in drei verschiedenen
Bereichen aufweisen, eine bei entsprechend verschiedenen Wellenlängen arbeitende
Resonatorstruktur bereitstellen. Wie in 25 gezeigt,
kann eine Resonatorstruktur mit scharfen spektralen Signalspitzen um 450 nm, 530
nm und 630 nm aufgebaut werden durch Bereitstellen einer Punktdefekt-Resonatorstruktur,
die Resonanzwellenlängen innerhalb der photonischen Bandlücken der 3D-Photonenkristalle
G, H und I aufweist.
Beispiel 4
Das vorliegende Beispiel von mindestens einem Ausführungsbeispiel
bezieht sich auf eine Licht emittierende Vorrichtung, in der ein lumineszentes Material
enthaltender Punktdefekt in einen 3D-Photonenkristall eingebracht ist, der mehrere
Bereiche aufweist, die diskrete Strukturen mit unterschiedlicher Gestalt und/oder
Brechungsindex enthalten. Wie oben beschrieben, erzeugt das Einbringen eines Punktdefekts
in den 3D-Photonenkristall eine Resonanzmode aufgrund des Punktdefekts. Licht mit
einer der Resonanzmode entsprechenden Wellenlänge ist im Punktdefekt lokalisiert.
Auf diese Weise ruft das Einbringen eines lumineszenten Materials mit einer der
Resonanzmode entsprechenden Wellenlänge als Punktdefekt starke Emission von
Licht hervor mit einer engen spektralen Breite bei der Resonanzwellenlänge,
was eine effizientere Licht emittierende Vorrichtung bereitstellt, die das Verhalten
von Licht in drei Dimensionen steuert. Beispiele des lumineszenten Materials beinhalten
einen Verbindungshalbleiter, ein anorganisches lumineszentes Material, ein organisches
lumineszentes Material, ein hochmolekulares lumineszentes Material, einen Quantenpunkt,
einen Nanokristall, andere dem Fachmann bekannte lumineszente Materialien, und Äquivalente.
Beispiele eines Anregungsverfahrens beinhalten Photoanregung durch eine externe
Lichtquelle, Anregung durch Strominjektion (current injection), andere dem Fachmann
bekannte Anregungsverfahren, und Äquivalente. Bei der Anregung durch Strominjektion
ist es zum Beispiel möglich, ein metallisches Material (z.B. Al oder Cr) oder
eine transparente leitfähige Schicht (z.B. ITO) als eine Elektrode sandwichartig
anzuorden und das metallische Material zur Lichtemission zu bringen. Darüber
hinaus kann eine Elektrode, die unabhängig von mehreren Resonatorstrukturen
arbeitet, die unabhängige Steuerung von Licht mit entsprechenden Wellenlängen
erleichtern.
26 zeigt ein mögliches Verwendungsbeispiel eines
anorganischen lumineszenten Materials. Eine lumineszente Schicht 400 aus
einem anorganischen lumineszenten Material ist sandwichartig zwischen Isolatoren
401a und 401b abgeordnet, die jeweils Elektroden 402a
und 402b auf einander abgewandten Seiten aufweisen. Wenn eine solche leuchtende
Komponente in einem Punktdefektresonator bereitgestellt wird, kann Licht mit einer
von der Struktur des Punktdefektresonators abhängigen Wellenlänge zur
Resonanz gebracht und extrahiert werden. Die Elektroden können aus einem transparenten
Material hergestellt sein oder ebenso aus einem Metall (z.B. Al, Au und Cr oder
jedes andere dem Fachmann bekannte Elektrodenmaterial, und Äquivalente). Beispiele
des anorganischen lumineszenten Materials beinhalten ZnS:Mn, ZnMgS:Mn, ZnS:Sm, ZnS:Tb,
ZnS:Tm, CaS:Eu, SrS:Ce, SrS:Cu, SrGa2S4:Ce, BaAl2S4:Eu
oder jedes andere dem Fachmann bekannte anorganische lumineszente Material, und
Äquivalente. Beispiele des Isolators beinhalten SiO2, SiN, Al2O3,
Ta2O5, SrTiO3 oder jedes andere dem Fachmann bekannte
Isolatormaterial, und Äquivalente.
In Ausführungsbeispielen kann das lumineszente Material auch
ein organisches lumineszentes Material sein. 27 zeigt
ein Ausführungsbeispiel, das eine das organische lumineszente Material enthaltende
lumineszente Struktur verwendet. Eine das organische lumineszente Material enthaltende
lumineszente Schicht 403 ist sandwichartig zwischen einer Elektronentransportschicht
404 und einer Lochtransportschicht 405 angeordnet, die beide auf
jeweils einander abgewandten Seiten Elektroden 406a und 406b aufweisen.
Die lumineszente Struktur 403 emittiert Licht mit einer vom lumineszenten
Material abhängigen Wellenlänge. Zusätzlich können verschiedene
Strukturen bereitgestellt werden, die zum Beispiel eine Elektronen- oder eine Lochinjektionsschicht
enthalten. Die transparente Elektrode kann in diesem speziellen nicht einschränkenden
Beispiel aus ITO hergestellt sein. Eine Rück-Elektrode kann in diesem speziellen
nicht einschränkenden Beispiel hergestellt sein aus ITO oder einem opaken Material
(z.B. Al oder Cr).
Typische Beispiele eines niedermolekularen organischen lumineszenten
Materials beinhalten Alq, Eu(DEM)3(Phen), BeBq und DPVBi. Typische Beispiele
eines niedermolekularen Materials für den Lochtransport beinhalten TPD, &agr;-NPD,
TPT und Spiro-TPD. Typische Beispiele eines niedermolekularen Materials für
den Elektronentransport beinhalten PBD, TAZ, OXD und Bphen. Ein typisches hochmolekulares
organisches lumineszentes Material kann ein elektrisch leitfähiges Polymer
sein, das eine mit einer Säure (z.B. Polystyrolsulfonsäure oder Kampfersulfonsäure)
dotierte lumineszente Polythiophen- oder Polyanilin-Schicht enthält. Die oben
und unten aufgeführten Materialien sind nur Beispiele von Materialien, die
in Ausführungsbeispielen verwendet werden können, andere dem Fachmann
bekannte Materialien und Äquivalente können ebenso in Ausführungsbeispielen
verwendet werden.
Zusätzlich zu den in 26 und
27 gezeigten Beispielen kann mindestens ein Ausführungsbeispiel
Licht mit einer besonderen Wellenlänge zur Resonanz bringen und extrahieren.
Ein Beispiel für dieses besondere Ausführungsbeispiel kann eine lumineszente
Struktur beinhalten (z.B. vom Strominjektionstyp), die bereitgestellt ist in einer
Punktdefektresonatorstruktur, die ein lumineszentes Material beinhaltet (z.B. ein
Material, das einen Verbindungshalbleiter, ein anorganisches lumineszentes Material,
ein organisches lumineszentes Material, ein hochmolekulares lumineszentes Material,
einen Quantenpunkt oder einen Nanokristall enthält).
28A und 28B zeigen Beispiele,
die eine transparente leitfähige Elektrode (z.B. ITO) als die Strominjektionselektrode
verwenden. Die Verwendung der transparenten Elektrode als Wellenleiter und Elektrode
kann die Lichtextraktion aus einem Punktdefektresonator in einem Photonenkristall
vereinfachen. Wenn zum Beispiel in ein lumineszentes Material 408 in einem
Punktdefektresonator 407 Strom injiziert wird aus transparenten Elektroden
410, die durch Photonenkristalle 409 hindurchlaufen, kann Licht
emittiert werden. Die transparenten Elektroden 410 selbst können Liniendefekte
für den periodischen Photonenkristall 409 sein, und die transparenten
Elektroden 410 können als Wellenleiter wirken und einen Teil des emittierten
Lichts, das durch den Punktdefektresonator 407 resonant schwingt, zur Außenseite
des Photonenkristalls leiten.
Bei der Photoanregung mit einer externen Lichtquelle erleichtert die
Verwendung von anregendem Licht mit einer Wellenlänge außerhalb der photonischen
Bandlücke die Anregung des lumineszenten Materials, was die Effizienz und Emission
von Licht verbessert. 29 zeigt eine schematische Ansicht
einer lumineszenten Struktur 415 als ein Beispiel eines Ausführungsbeispiels,
in dem eine lumineszente Schicht unter Verwendung einer externen Lichtquelle photoangeregt
wird. Photonenkristalle 416 mit einer gewünschten Bandlücke können
einen Punktdefektresonator 417 beinhalten, der eine innerhalb der photonischen
Bandlücke fluoreszierend emittierende fluoreszierende Substanz enthalten kann.
Eine Lichtquelle 418 (z.B. UV), die Licht bei einer gleichen oder kürzeren
Wellenlänge als die photonische Bandlücke emittiert, ist an der Unterseite
des Photonenkristalls 416 bereitgestellt, um die Anregung und Emission
der fluoreszierenden Substanz in der Resonatorstruktur zu erleichtern. Zusätzlich
kann ein Wellenlängen-Auswahlfilter 419 bereitgestellt sein zum Durchlassen
des Lichts aus der Resonatorstruktur und zum Blockieren des anregenden Lichts aus
der Lichtquelle 418 im oberen Teil des Photonenkristalls. Der Wellenlängen-Auswahlfilter
419 kann das Licht (z.B. ultraviolett) von der Lichtquelle 418
zu einem Betrachter blockieren und so die Sichtbarkeit verbessern. Darüber
hinaus kann Licht aus der lumineszenten Schicht durch Ändern einer an die Lichtquelle
angelegten Spannung gesteuert werden.
Wenn leuchtende Medien enthaltende Lichtquellen mit resonante Wellenlängen
enthaltenden Emissionsspektren in den Resonatorstrukturen in einem 3D-Photonenkristall
bereitgestellt sind, der mehrere Bereiche aufweist, die diskrete Strukturen mit
unterschiedlicher Gestalt und/oder Brechungsindex enthalten, kann ein monolithischer
Laser bereitgestellt werden, der Licht bei entsprechenden Resonanzwellenlängen
emittiert. Zum Beispiel kann eine monolithische Multiwellenlängen-Laserquelle
gemäß Ausführungsbeispielen bereitgestellt werden durch Anpassen
der Resonanzwellenlänge an die Wellenlänge des Bandes zur optischen Nachrichtenübertragung
(das O Band (1260 nm bis 1360 nm), das E Band (1369 nm bis 1460 nm), das S Band
(1460 nm bis 1530 nm), das C Band (1530 nm bis 1565 nm), das L Band (1556 nm bis
1625 nm), und das U Band (1625 nm bis 1675 nm)). Dies erreicht die Miniaturisierung
und die Integration einer Lichtquelle für die optische Nachrichtenübertragung.
Darüber hinaus kann eine monolithische RGB Laserquelle bereitgestellt werden
gemäß den Ausführungsbeispielen durch Anpassen der Resonanzwellenlängen
an die der drei Grundfarben des Lichts: rot (R), grün (G) und blau (B). Eine
solche monolithische RGB Laserquelle ist insbesondere für eine Vollfarblichtquelle
einer visuellen Anzeigeeinheit (z.B. eine Projektionsanzeige) nützlich. Typische
RGB Wellenlängenbänder sind &lgr;R = 600 nm bis 780 nm für das
R Wellenlängenband; &lgr;G = 500 nm bis 600 nm für das G Wellenlängenband;
und &lgr;B = 380 nm bis 500 nm für das B Wellenlängenband. Spezifische
Verfahren zur Lichtemission beinhalten die verschiedenen oben beschriebenen Verfahren
und jegliche andere dem Fachmann bekannte Verfahren zur Lichtemission, und Äquivalente.
In Ausführungsbeispielen ist die Resonanzwellenlänge nicht
auf die drei RGB Farben beschränkt. Zum Beispiel ist eine Lichtquelle für
optisches Lesen/Schreiben in einer Compact Disk (CD) oder DVD ausgelegt, eine Resonanzwellenlänge
von etwa 785 nm oder etwa 660 nm zu besitzen. Der monolithische Laser kann ebenfalls
angewendet werden für eine Lichtquelle zum optischen Lesen/Schreiben mit hoher
Dichte unter Verwendung eines blauen Wellenlängenbandes von 405 nm. Eine Licht
mit drei Wellenlängen emittierende monolithische Lichtquelle kann ebenso als
Lichtquelle für das optische Lesen/Schreiben bereitgestellt werden. Diese monolithische
Lichtquelle ist bei der Miniaturisierung und Integration eines optischen Lese-/Schreib-Kopfes
der optischen Platte nützlich.
Beispiel 5
30 zeigt eine schematische Ansicht eines Farbfilters
3000, der einen 3D-Photonenkristall gemäß einem Ausführungsbeispiel
in verschiedenen Bereichen verwendet (z.B. Bereiche 1–4). Der Farbfilter
3000 kann eine Struktur aufweisen, die mehrere 3D-Photonenkristalle enthält,
die jeweils ein Design-Wellenlängenband in der photonischen Bandlücke
aufweisen. Wenn folglich zum Beispiel jeder der 3D-Photonenkristalle dazu ausgelegt
ist, mit der Pixelfläche eines Flüssigkristallpanels überein zu stimmen,
kann der Farbfilter als ein Displayfarbfilter verwendet werden. Wie in
31 gezeigt, kann ein Farbfilter (z.B. 501a)
gemäß mindestens einem Ausführungsbeispiel auf der Rückseite
eines reflektierenden Flüssigkristallpanels (z.B. 504) platziert sein,
um ein Displaypanel bereitzustellen. Außerdem kann ein Farbfilter (z.B.
501b) gemäß mindestens einem Ausführungsbeispiel mit einem
Bildsensor 505 (z.B. CCD oder CMOS) ausgerüstet sein, um einen komplementären
Filter bereitzustellen (32). Das Design der dreidimensionalen
periodischen Struktur erleichtert die Auswahl der Arbeitsmittenwellenlänge
und des Arbeitswellenlängenbandes. Zusätzlich ermöglicht die Verwendung
der photonischen Bandlücke einen Farbfilter verbesserter Qualität mit
engem Emissionsband, niedriger Einfallswinkelabhängigkeit und verbesserter
Farbreproduzierbarkeit. Zusätzlich können den jeweiligen Arbeitswellenlängen
entsprechende Strukturen mit einem Vorgang hergestellt werden. Zusätzlich kann
die Ausrichtung von Ausführungsbeispielen von Photonenkristallen mit einem
Flüssigkristall-Displaypanel oder einem Bildsensor erleichtert werden.
Mindestens ein Ausführungsbeispiel kann eine Brechungsindex-Periode
kleiner als eine Design-Wellenlänge aufweisen. Weitere Ausführungsbeispiele
können als optische Elemente verwendet werden, wie eine Licht emittierende
Vorrichtung oder eine optische Schaltung, die einen Defekt in einem 3D-Photonenkristall
aufweist und die mit einem Punktdefektresonator oder einem Liniendefekt-Wellenleiter
versehen ist, die bei einer gewünschten Wellenlänge arbeiten.
Während die vorliegende Erfindung unter Bezug auf Ausführungsbeispiele
beschrieben wurde, ist zu verstehen, dass die Erfindung nicht auf die offenbarten
Ausführungsbeispiele beschränkt ist. Dem Schutzbereich der folgenden Ansprüche
ist die breiteste Interpretation zu bewilligen, so dass alle solche Modifikationen
und äquivalenten Strukturen und Funktionen mit eingeschlossen sind.