Gebiet der Erfindung
Die Erfindung findet im allgemeinen Anwendung auf dem Gebiet der Fußbekleidung
und betrifft insbesondere eine Verbundeinlegesohle gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1 und ein Verfahren zu deren Herstellung.
Stand der Technik
Die Ferse ist als der Teil des Fußes bekannt, der am meisten
Stößen und plötzlichen Spannungen ausgesetzt ist beim Gehen. Aus
diesem Grund sind in vielen Fußbekleidungen und Einlegeprodukten stoßdämpfende
Elemente im Fersenbereich vorgesehen.
Insbesondere EP-A-1166671,
WO-A-0024283, WO-A-9831249,
US-A-2002092203, US-A-5718063
offenbaren Einlegesohlen mit einem polymeren Grundmaterial und mindestens einer
Ausnehmung oder Öffnung, in der ein oder mehrere Geleinsätze aufgenommen
sind. Im allgemeinen ist mindestens ein Geleinsatz in einem hinteren Bereich der
Einlegesohle an des Nutzers Ferse angeordnet, um Stöße vom Boden zu absorbieren.
Ein Nachteil solcher Anordnungen ist, dass der Einsatz eine kleine
Größe aufweist und eine ungleichmäßige Verteilung der mechanischen
Eigenschaften in dem hinteren Bereich und der Einlegesohle bewirkt und damit das
Wohlempfinden des Nutzers beeinträchtigt. Insbesondere Übergangsbereiche
mit unterschiedlichen Steifigkeitseigenschaften sind zwischen dem Grundmaterial
und dem Gelmateial vorgesehen. Diese Übergangsbereiche können vom Nutzer
gefühlt werden und können besonders unbequem sein, da sie im hinteren
Bereich der Einlegesohle angeordnet sind, der häufigen und relativ hohen Spannungen
ausgesetzt ist.
US-A-2002166259 und
FR-A-2808427 offenbaren jeweils Einlegesohlen
mit einer Schicht aus Gelmaterial mit einer oberen Fläche, die sich im wesentlichen
über die gesamte Sohle des Fußes des Nutzers erstreckt. Zudem ist eine
Deckschicht vorgesehen, die mindestens die obere Fläche der Gelschicht insgesamt
so abdeckt, dass direkter Kontakt damit verhindert ist.
Ein Nachteil einer solchen Anordnung liegt darin, dass die Deckschicht
die Fähigkeit von Gelmaterial zur Stoßdämpfung begrenzt, wodurch
beim Gehen das Niveau der Bequemlichkeit beeinträchtigt wird. Zudem sieht die
in der US-A-2002166259 offenbarte
Anordnung örtliche Bereiche mit unterschiedlichen Steifigkeiten vor, die unangenehme
Unterbrechungen des Drucks verursachen können, die von dem Fuß empfunden
werden und die das gesamte Befinden beeinträchtigen.
Die EP-A-0774219 offenbart
eine Fußbekleidungseinlegesohle mit einem Grundkörper aus polymerischem
Schaum und einem Kissen, das gefüllt ist mit Gel, das an der oberen Fläche
der Einlegesohle angeordnet ist, um mit dem Fuß des Nutzers zusammen zu wirken.
Die Einlegesohle weist zudem im Bereich der Ferse eine Ausnehmung auf, die so geformt
ist, dass sie ein Element zur Absorption plötzlicher Spannungen auf die Ferse
aufnimmt.
Ein Nachteil dieser Anordnung liegt darin, dass das Zusammenwirken
zwischen dem Gelkissen und dem Grundkörper und das Zusammenwirken zwischen
dem Gel, das in dem Kissen und dessen Wänden enthalten ist, die Fähigkeit
des Gels zur Absorption von Stößen und zur Deformation beeinträchtigen
kann, so dass die Wirkung der Spannungsabsorption gemindert wird.
Aus dem deutschen Gebrauchsmuster DE-U-299
05 961 ist eine Fußbekleidungsverbundeinlegesohle bekannt, die einen
vorderen Bereich zum Zusammenwirken mit dem Fuß eines Nutzers in dem metatarsalen
Bereich und mindestens teilweise an dem plantaren Gewölbe und einen hinteren
Bereich zum Zusammenwirken mit dem Fuß in dem Fersen-Bereich vorsieht. Diese
bekannte Einlegesohle weist eine gleichförmige Schicht aus Gelmaterial auf,
das die gesamte Erstreckung der Einlegesohle bedeckt. Folglich ist diese bekannte
Verbundeinlegesohle außerordentlich teuer und ermöglicht nicht das Schwitzen
in den Fußbereichen, die mehr zum Schwitzen neigen, wie zum Beispiel das plantare
Gewölbe und die metatarsalen Bereiche.
US-A-3724106 offenbart die Merkmale
des Oberbegriffs von Anspruch 1.
Zusammenfassung der Erfindung
Eine erste Aufgabe der Erfindung ist es, die oben genannten Nachteile
zu vermeiden, indem eine Fußbekleidungsverbundeinlegesohle geschaffen wird
mit hoher Bequemlichkeit.
Eine besondere Aufgabe ist es, eine Einlegesohle zu schaffen, die
Spannungen über den gesamten Fuß gleichmäßig verteilen kann
und insbesondere über Bereiche, die höherem Druck ausgesetzt sind, wie
zum Beispiel die Ferse und die metatarsalen Bereiche.
Eine weitere Aufgabe der Erfindung ist es, eine Einlegesohle zu schaffen,
die eine kontinuierliche Fläche aufweist in Anlage an den Fuß in den Bereichen,
die größerer Spannung ausgesetzt sind, die keine Unterbrechungen
in Steifigkeit oder anderen mechanischen Eigenschaften aufweist.
Noch eine weitere besondere Aufgabe ist es, eine Einlegesohle zu schaffen,
die Schwitzen in den Fußbereichen ermöglicht, die mehr zum Schwitzen neigen.
Diese Aufgaben sowie weitere Aufgaben, die im Folgenden klarer werden,
werden von einer Fußbekleidungsverbundeinlegesohle gemäß Anspruch
1 gelöst.
Dank der besonderen Anordnung kann eine besonders bequeme Einlegesohle
geschaffen werden, die Spannungen über den Fuß gleichmäßig verteilen
kann und insbesondere über die Ferse.
Kurze Beschreibung der Figuren
Weitere Eigenschaften und Vorteile der Erfindung werden klarer aus
der genauen Beschreibung einiger bevorzugter, nicht ausschließlicher Ausgestaltung
einer Einlegesohle gemäß der Erfindung, die beschrieben werden als ein
nicht einschränkendes Beispiel mit Hilfe der angefügten Figuren, von denen:
1: eine perspektivische Ansicht einer ersten Einlegesohle
gemäß der Erfindung ist,
2: eine perspektivische Ansicht einer zweiten Einlegesohle
gemäß der Erfindung ist,
3: eine perspektivische Ansicht einer dritten Einlegesohle
gemäß der Erfindung ist,
4: eine perspektivische Ansicht einer vierten Einlegesohle
gemäß der Erfindung ist.
Mit besonderem Bezug auf die obigen Figuren wird eine Verbundeinlegesohle
gemäß der Erfindung, die gestaltet ist für unterschiedliche Arten
von Fußbekleidung und im allgemeinen bezeichnet ist mit dem Bezugszeichen
1, beschrieben.
Die Einlegesohle 1 weist einen vorderen Bereich
2 auf zum Zusammenwirken mit dem Fuß in dem metatarsalen Bereich und
mindestens teilweise an dem plantaren Gewölbe und einem hinteren Bereich
3 zum Zusammenwirken mit der Ferse.
Ein besonderes Merkmal der Erfindung ist es, dass der hintere Bereich
3 eine Gelschicht 4 aufweist, deren ebene Größe im wesentlichen
gleich ist zu der des hinteren Bereichs 3. So kann die Ferse gleichmäßig
gestützt werden und Spannungen, die darauf wirken, können wirksam aufgenommen
werden.
Die Gelschicht 4 kann eine obere Fläche 5 aufweisen
zum Zusammenwirken mit der Ferse, die keine Unregelmäßigkeiten aufweist,
ohne Unterbrechungen der Fläche, um die Bequemlichkeit weiter zu erhöhen.
Zudem kann die Gelschicht 4 entweder aus einem Stück gefertigt sein,
aus einem Gelmaterial oder aus mehreren übereinander gelagerten Schichten unterschiedlicher
Gelmaterialien. Zum Beispiel können zwei Gelmaterialien mit unterschiedlichen
Steifigkeiten und/oder Dichten verwendet werden. Die Gelmaterialien können
von verschiedener Art sein und vorzugsweise aus Polyurethan.
Bei bestimmten Ausgestaltungen kann der hintere Bereich
3 vollständig aus Gelmaterial gefertigt sein, wie in 1
und 3 gezeigt. In diesem Fall erstreckt sich die Gelschicht
4 durch die gesamte Dicke des hinteren Bereichs 3, die verbunden
sein kann mit dem vorderen Bereich 2 über eine durchgehende Verbindung
6.
Bei anderen Ausgestaltungen, wie in 2
und 4 gezeigt, kann der hintere Bereich 3
eine Haltebasis 7 aufweisen, die aus einem halbsteifen, natürlichen
oder synthetischen Material, wie zum Beispiel einem polymerischen Schaum, hergestellt
ist und unter der Gelschicht 4 liegt. Die Haltebasis 7 darf sich
hier nur über den hinteren Bereich 3 oder auch über den vorderen
Bereich 2 erstrecken.
Sowohl in dem Fall, wenn sich die Gelschicht 4 durch die
gesamte Dicke des hinteren Bereichs 3 erstreckt und wenn eine Haltebasis
7 unter der Gelschicht 4 vorgesehen ist, kann die Letztere an
den vorderen Bereich 2 über einen im wesentlichen kontinuierlichen
Verbindungsbereich 8 angeschlossen sein, so dass ein Übergang geschaffen
wird zwischen der oberen Fläche 5 des hinteren Bereichs
3 und der oberen Fläche 9 des vorderen Bereichs
2, der im wesentlichen frei ist von Unterbrechungen und unbequemen Stufen.
Die Gelschicht 4 kann zumindest auf der oberen Fläche
5 mit einem Lack bearbeitet sein, der es ermöglicht das Anhaften zwischen
dem hinteren Bereich 3 und der Ferse zu vermindern, um das unangenehme
Gefühl teilweisen Anhaftens zwischen der Ferse und der oberen Fläche
5 zu vermeiden.
Geeigneterweise kann die Gelschicht 4 einen erhöhten
Umfangsrand (nicht dargestellt in den Figuren) aufweisen, um sich im wesentlichen
der Anatomie der Ferse anzupassen und um deren Rückhalt beim Gehen zu begünstigen.
Der hintere Bereich 3 kann auch einen einteiligen Ansatz (nicht dargestellt)
aufweisen, der sich zu dem plantaren Gewölbe des Fußes erstreckt. Sowohl
dieser einteilige Ansatz als auch der erhöhte Umfangsrand sind bekannte Anordnungen,
um die anatomische Passform der Einlegesohle 1 und das Wohlbefinden des
Nutzers zu verbessern.
Der vordere Bereich 2 kann mindestens eine Schicht aus Schweißmaterial
(nicht dargestellt in den Figuren) aufweisen, das aus der Gruppe der Leder, Fasern,
natürlichen und/oder künstlichen Geweben ausgewählt sein kann. Zudem
kann die Haltebasis 7 sich nicht nur an dem hinteren Bereich
3 erstrecken sondern auch unter die Schicht aus Schweißmaterial, das
heißt an dem vorderen Bereich 2.
Wie in den beigefügten 3 und
4 gezeigt, kann der vordere Bereich 2 einen
Einsatz 10 aus Gelmaterial aufweisen, der an dem metatarsalen Bereich angeordnet
ist, um auch Stöße zwischen dem Fuß und dem Boden in diesem Bereich
zu absorbieren.
Die obige Einlegesohle 1 ist hergestellt nach dem folgenden
Verfahren. Insbesondere umfasst das Verfahren die Schritte des Bildens eines vorderen
Bereichs 2, der ausgebildet ist zum Zusammenwirken mit dem Fuß in
dem metatarsalen Bereich und mindestens teilweise an dem plantaren Gewölbe
und Bilden eines hinteren Bereichs 3, der einteilig ist mit dem vorderen
Bereich 2 und ausgebildet ist zum Zusammenwirken mit der Ferse. Genauer
umfasst das Verfahren den Schritt, eine Schicht 4 aus Gel zu bilden durch
Gießen in einer besonderen Form (nicht dargestellt), im wesentlichen über
die gesamte ebene Größe des hinteren Bereichs 3.
Die Gelschicht 4 kann auf verschiedene Weisen gegossen werden.
Gemäß einer ersten Ausgestaltung wird die Gelschicht 4 mitgegossen
mit dem vorderen Bereich 2. Dabei wird der vorher vorgeformte vordere Bereich
2 in die Form gesetzt und danach das Gelmaterial eingeführt. Deshalb
bildet die Gelschicht 4 den ganzen hinteren Bereich 3 und ein
solches Gießverfahren ermöglicht es, den vorderen Bereich 2 mit
dem hinteren Bereich 3 zu verbinden durch eine durchgehende Verbindung
6.
Gemäß einer zweiten Ausgestaltung wird die Gelschicht
4 mitgegossen mit dem vorderen Bereich und einer Haltebasis 7
aus einem halbsteifen Material. Hier wird das Gelmaterial über die Haltebasis
7 gegossen an dem hinteren Bereich 3 und haftet ständig sowohl
an der Haltebasis 7 als auch dem vorderen Bereich 2.
Gemäß einer dritten Ausgestaltung werden der vordere Bereich
2 und der hintere Bereich 3 getrennt hergestellt und später
verbunden mit einem im wesentlichen kontinuierlichen Verbindungsabschnitt. Hier
kann der hintere Bereich 3 entweder nur von der Gelschicht 4 gebildet
sein oder umfasst auch die Haltebasis 7. Zudem kann der vordere Bereich
2 verbunden sein mit dem hinteren Bereich 3 durch Kleben, Nähen
oder andere ähnliche Verfahren.
Wenn das Zwischenprodukt aus dem vorderen Bereich 2 und dem
hinteren Bereich 3 hergestellt wurde gemäß einer der oben genannten
Ausgestaltungen kann die Gelschicht 4 auf einer oberen Fläche
5 beschichtet werden, um das Anhaften an der Ferse zu vermindern.
Alternativ kann vor Herstellung des hinteren Bereichs 3 gemäß
einer der oben genannten Ausgestaltungen ein nicht klebender Lack vorab aufgebracht
werden auf die Form zum Beschichten einer oberen Fläche 5 der Gelschicht
4, um deren Anhaften an der Ferse zu vermindern.
Aus der obigen Offenbarung erweist sich, dass die Einlegesohle der
Erfindung die vorgeschlagenen Aufgaben erfüllt und insbesondere ein hohes Bequemlichkeitsniveau
schafft, durch wirksame Absorption von Stößen, die durch den Fuß/Boden
Kontakt verursacht sind.
Die Einlegesohle der Erfindung kann eine Anzahl Änderungen und
Varianten unterliegen innerhalb des erfinderischen Konzepts, das in den beigefügten
Ansprüchen offenbart ist. Alle Einzelheiten daraus können ersetzt werden
durch andere technisch gleichartige Teile und die Materialien können variieren
in Abhängigkeit von unterschiedlichem Bedarf ohne aus dem Schutzbereich der
Erfindung zu gelangen, wie definiert in den beigefügten Ansprüchen.
Auch wenn die Einlegesohle beschrieben wurde mit besonderem Bezug
auf die beigefügten Figuren werden die Bezugszeichen, auf die in der Offenbarung
und Ansprüchen Bezug genommen wird, nur verwendet für eine bessere Verständlichkeit
der Erfindung und sollen nicht beabsichtigen, den beanspruchten Schutzbereich in
irgendeiner Weise zu beschränken.