I. Gegenstand der Erfindung
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren für die schnelle
Reindarstellung eines Blutbestandteils, insbesondere eines Plasminogens, das dann
in Plasmin umgewandelt wird.
II. Beschreibung des Stands der Technik
Es gibt viele Situationen, in denen die Reindarstellung eines bestimmten
Blutbestandteils wie z.B. Plasminogen aus menschlichem Blut wünschenswert ist.
Die separierten Blutbestandteile können dann in weitere Teilbestandteile wie
Plasmin zerlegt werden.
Zum Beispiel beschreibt unser am 19. April 1994 offengelegtes Patent
Nr. 5,304.118 ein Verfahren für die
Plasmin-Injektion ins menschliche Auge, um eine posteriore Glaskörperabhebung
zu induzieren. Das Plasmin wird gewonnen, indem man dem aus menschlichem Blut entzogenem
Plasminogen ein Enzym hinzugefügt.
Bei nicht-lebensgefährdenden chirurgischen Eingriffen wie z.B.
Vitrektomie mit Plasmininjektion, ist das Infektionsrisiko wie z.B. einer AIDS-Infektion,
durch unbekannte Ganzblutquellen einfach inakzeptabel. Es war daher bisher üblich,
dem Patienten bei solchen nicht-lebensgefährdenden chirurgischen Eingriffen
Blut zu entnehmen und dann seinem eigenen Blut den Blutbestandteil wie Plasminogen
zu entziehen. Selbst wenn solches Blut nämlich virusinfiziert ist, entsteht
dem Patienten durch die Re-Injektion des Blutbestandteils oder Teilbestandteils
kein Schaden.
Zur Reindarstellung von Blutbestandteilen wie Plasminogen aus dem
Blut ist es bisher üblich gewesen, säulenchromatographische Trennverfahren
anzuwenden. Hier werden die Säulen durch Schwerkraft gespeist; sie sind am
Einlass offen. Die Flussrate durch die Säulen wird durch die Schwerkraft, aber
auch die Abmessungen der Säulen begrenzt. Im US-Patent
3,943,245 offenbart Silverstein ein Verfahren zur Reindarstellung von Plasminogen
aus menschlichem Plasma und dem Plasma anderer Säugetiere durch eine modifizierte
Affinitätschromatographie unter Verwendung von Sepharose-L-Lysin. Das Sepharose-L-Lysin
wird in eine Säule gefüllt, die niedrige Flussraten erfordert, um den
Kollaps der Säule zu verhindern. Im US-Patent
5,371,007 offenbaren Linnau et al ein Verfahren zur Herstellung von Lys-Plasminogen
unter Verwendung eines Lysin-Polyacrylamid-Gels als Matrix für Affinitätschromographie.
Sowohl in den von Silverstein als auch in den von Linnau et al offenbarten Verfahren
werden strukturell schwache Materialien als Affinitätsmedien verwendet, die
im Einsatz unter hohem Druck zusammenfallen oder übermäßigen Staudruck
hervorrufen. Außerdem möchte das Patent von Linnau et al ausdrücklich
ein Verfahren für die Isolierung von Plasminogen in großem Maßstab
schaffen. Während solche Verfahren effektiv sind, erfordern sie einen großen
Zeitaufwand, nämlich oft einen ganzen Tag oder länger im Labor, und sie
erfordern die Verwendung von gepoltem Plasma. Fisher, Linnau et al und Silverstein
raten einen weiteren zeitraubenden Schritt, indem sie fordern, dass Plasma vor der
Affinitätschromatographie durch zweistündiges Rühren bei 4°C
in Phosphatpuffer gewonnen wird. Castellino, in Methods of Enzy., Vol. 80, 265-377,
19_, fordert die Beseitigung von E-ACA aus dem Plasminogen durch extensive Dialyse
gegen Wasser bei 4°C. Das würde mindestens weitere vier Stunden beanspruchen
und Zugang zu einem Kühlschrank voraussetzen. Linnau et al weisen darauf hin,
E-ACA könne bei der Isolierung in großem Maßstab durch Gelfiltrierung
oder Ionenaustauschchromatographie entzogen werden. Dies würde gepackte Säulen
betreffen, die ein schwaches Säulenmaterial enthalten, das Schwerkraftspeisung,
niedrigen Druck und eine niedrige Flussrate erfordert. Auch dadurch würde die
zum Trennen erforderliche Zeit verlängert.
Zusammenfassung der vorliegenden Erfindung
Die vorliegende Erfindung behebt die bekannten Nachteile der Verfahren
zur Blutbestandteiltrennung nach dem Stand der Technik, indem sie mittels eines
in Anspruch 1 definierten Verfahrens die schnelle Trennung und Reindarstellung eines
Blutbestandteils ermöglicht, wobei das eigene Blut eines Patienten verwendet
wird und die Trennung in wenigen Minuten erzielt werden kann.
Kurz gefasst, wird dem Patienten zuerst Blut entnommen, und das Blutplasma
wird mit bekannten Methoden wie Zentrifugieren von den zellularen Blutelementen
getrennt. Nach dem Zentrifugieren wird das den Blutbestandteil enthaltende Blutplasma
behalten und die zellularen Blutelemente werden entsorgt.
Eine Affinitätskartusche der Art, die sich mit dem gewünschten
Blutbestandteil bindet, wird vor dem Gebrauch präpariert. L-Lysin (oder ein
anderer proteinbindender Bestandteil) wird kovalent an epoxidaktiviertes Silicium
gebunden. Silicium ist ein Stoff, der sehr hohen Drücken widerstehen und dabei
seine Form behalten kann. Diese Matrix ergibt geringen Staudruck und hohe Flussraten.
Drei ml Lysin-Silicium wird in die Kartusche geladen, und dann wird der Deckel geschlossen.
Der Deckel hat einen mit Luer-Verschluss versehenen Einlass, in dem eine Spritze
angebracht werden kann. Mit Hilfe einer Spritze können Flüssigkeiten mit
einer Geschwindigkeit durch die Kartusche gedrückt werden, die bis zu zehnmal
so hoch ist wie mit einer schwerkraft-gespeisten Säule erzielbar wäre.
An die Kartusche wird eine Spritze mit Äquilibrierungspuffer
angeschlossen, und der Puffer wird durchgedrückt, um die Kartusche vorzubenetzen.
Die Spritze wird entsorgt und gegen eine Plasma enthaltenden Spritze ausgetauscht
(normalerweise 10 ml). Das Plasma wird so durch die Kartusche geführt, dass
der gewünschte Blutbestandteil (PLGN) mit der Affinitätskartusche bindet,
und er wird dann aus dem Plasma entfernt.
Anschließend bindet eine Affinitätskartusche der Art, die
mit dem gewünschten Blutbestandteil bindet, und wird zuerst mit einem Äquilibrierpuffer
gewaschen, um die Kartusche zu aktivieren. Dann wird das abgetrennte Blutplasma
so durch die Affinitätskartusche geführt, dass sich der gewünschte
Blutbestandteil mit der Affinitätskartusche bindet und effektiv aus dem Plasma
entfernt wird. Dann wird das Plasma entsorgt.
Anschließend wird ein Äquilibrierpuffer durch die Affinitätskartusche
geführt, um etwaige in der Affinitätskartusche enthaltene ungebundene
Proteine und ähnliche Stoffe auszuwaschen und zu entsorgen. Nach Beendigung
des Waschvorgangs bleibt nur der gebundene Blutbestandteil in der Affinitätskartusche
zurück.
Danach wird der Blutbestandteil aus der Affinitätskartusche eluiert,
indem man einen Elutionspuffer injiziert, der ein Trennmittel enthält. Das
Trennmittel wird so gewählt, dass es den Blutbestandteil von der Affinitätskartusche
freisetzt bzw. entbindet. Falls gewünscht, kann der Trennbestandteil (E-ACA)
vom Blutbestandteil abgesondert werden, indem man vor der Flution des Blutbestandteils
am Auslass (OUT) der Affinitätskartusche eine innenaustauschende Festphasenextraktions-Vorrichtung
anschließt. Diese Vorrichtungen bestehen aus weiblichen Luer-Einlässen
und männlichen Luer-Auslässen. Sie weisen feste Abstützmittel auf,
die nicht zusammenfallen, wenn Material mit einer angeschlossenen Spritze durchgeleitet
wird. Sie haben eine begrenzte Kapazität und könnten nicht für die
Separation im größerem Maßstab verwendet werden.
Anschließend werden der Elutionspuffer, die Lösung von Trennmittel
und Blutbestandteil durch eine Ionenaustauschkartusche geleitet. Die Ionenaustauschkartusche
entfernt das Trennmittel effektiv, und darauf wird der eluierte Blutbestandteil
in einem sterilen Röhrchen aufgenommen.
Dann wird dem eluierten Blutbestandteil eine bekannte Menge eines
Enzyms beigefügt, um den gewünschten Teilbestandteil wie z.B. Plasmin
zu erhalten. Der Blutbestandteil bzw. Teilbestandteil ist dann, wahlweise nach weiterem
Filtrieren, so verwendbar, wie es für den chirurgischen Eingriff wünschenswert
ist.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Zum besseren Verständnis der vorliegenden Erfindung folgt eine
ausführliche Beschreibung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen,
wobei sich die Bezugszeichen jeweils auf Teile beziehen, die in allen Zeichnungen
dieselben sind und wobei
1 zeigt ein Verfahrensdisagramm, das die Verfahrensschritte
bei einer bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden Erfindung darstellt;
2 zeigt eine Seitenansicht einer Affinitätskartusche;
3 zeigt eine Seitenansicht einer Affinitätskartusche
mit angeschlossenem Ionenaustauschfilter;
4 zeigt einen seitlichen Querschnitt durch eine Ionenaustauschvorrichtung
der vorliegenden Erfindung.
Ausführliche Beschreibung einer bevorzugten
Ausführungsform der vorliegenden Erfindung
Die vorliegende Erfindung wird nachstehend unter Bezugnahme auf die
Trennung des Blutbestandteils Plasminogen vom Blut beschrieben. Das Plasminogen
wird anschließend in Plasmin umgewandelt und bei chirurgischen Eingriffen wie
z.B. Vitrektomie eingesetzt. Natürlich versteht sich, dass alternativ auch
andere Blutbestandteile unter Verwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens
vom Blut getrennt werden können.
Unter Bezugnahme auf 1 wird zunächst
auf Schritt 10 auf bekannte Weise wie z.B. mit einer Koagulans enthaltenden
Spritze eine vorgegebene Menge an Blut, z.B. 10 cm3, vom Patienten entnommen.
Die vom Patienten zu entnehmende Blutmenge richtet sich natürlich nach der
für das chirurgische Verfahren erforderlichen Menge an Blutbestandteil.
Auf Schritt 12 wird das Blutplasma auf konventionelle Weise,
wie z.B. durch Zentrifugieren, von den zellularen Blutelementen abgeschieden. Bei
der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird das Blut bei 100 g zehn
Minuten lang bei 5°C zentrifugiert. Anschließend wird das Blut in sterilen
Spritzen aufgenommen.
Unter Bezugnahme auf 1 und
2 wird eine Affinitätskartusche auf Schritt
16 (2) gewaschen und mit
einer Äquilibrierungspufferlösung aktiviert. Die Affinitätskartusche
16 enthält ein festes Abstützmittel 18, das an eine
Aminosäure wie z.B. L-Lysin angeschlossen ist. Die Affinitätskartusche
enthält auch einen Luer-Auslass 20 und einen Luer-Einlass
22, sodass die gesamte in den Einlass 20 injizierte Flüssigkeit
durch das feste Abstützmittel 18 sowie durch den Auslass
22 geleitet wird. Nach Aktivierung der Affinitätskartusche
16 mit dem Äquilibrierungspuffer wird dieser entsorgt.
Die Affinitätskartusche 16 enthält 3 ml gepacktes
Volumen eines Affinitätsmediums wie z.B. L-Lysin, das an ein festes Abstützmittel
wie epoxidaktivierte Silicaperlen gebunden ist. Alternativ können Perlen eine
keramische Matrix enthalten, die über eine epoxidaktivierte Vernetzung mit
Lysin verbunden ist. Die Affinitätsmedien müssen einer Druckbeaufschlagung
standhalten können, welche erforderlich ist, um den schnellen Elutionsdurchsatz
zu ermöglichen, ohne dabei in sich selbst zusammenzufallen. Die epoxidaktivierten
Silicaperlen werden von der Firma Millipore Corporation, Waters Chromatography Division,
hergestellt. Sie haben einen Durchmesser von 40 &mgr;m, eine Porengröße
von 50 nm und eine Bindekapazität von 3-7 Mol Lysin pro ml Verpackungsmaterial.
Anschließend wird das Lysin (L-Lysin-Monohydrochlorid, Sigma
Chemical L-6027) wie folgt an die Siliciumkartusche gebunden: Die Silicaperlen werden
hydriert, und das überschüssige Wasser wird dekantiert. Dann werden die
Perlen in Kopplungspuffer (100 &mgr;m Na-Phosphat, pH 8,0) fünf Minuten lang
bebrütet, und der überschüssige Puffer wird dekantiert. Dies wird
zweimal wiederholt. Nun wird den Perlen das im Kopplungspuffer solubilisierte Lysin
in einem 20-Mol-Überschuss an den verfügbaren Bindungsstellen auf den
Silicaperlen hinzugefügt und im Wasserbad bei 50°C fünf Tage lang
geschüttelt. Anschließend wird das ungebundene Lysin durch Dekantieren
beseitigt. Dann werden die Perlen in einem 2 M Ethanolamin enthaltenden Kopplungspuffer
bei pH 9.5 48 Stunden lang bei 4°C bebrütet, um nicht besetzte Stellen
zu blockieren. Die Blockierungslösung wird durch Dekantieren beseitigt. Darauf
werden die Perlen einmal mit drei Volumen Kopplungspuffer, anschließend viermal
mit drei Volumen 1-M-NaCl und zusätzlich mit drei Volumen Kopplungspuffer gespült.
Die Perlen werden bei 4°C im Kopplungspuffer aufbewahrt.
Die Perlen werden in einer leeren Rezorian-Kartusche (Supelco) verpackt.
Die Kartusche besteht aus Polypropylen mit Polyethylen-Fritten. Sie hat ein Luer-Lock-Fitting
für den Anschluss von Spritzen.
Ein vorwiegend Natriumphosphat enthaltender Äquilibrierpuffer
kann verwendet werden, um die Affinitätskartusche 16 zu aktivieren.
Auf Aktivierschritt 14 werden mindestens 10 cm3 Äquilibrierpuffer
durch die Kartusche 16 geleitet.
Auf Schritt 16 wird das auf Schritt 12 separierte
Plasma in den Einlass 20 der Affinitätskartusche 16 injiziert,
sodass das Plasma durch die feste Abstützung 18 und durch den Kartuschenauslass
22 führt. Dabei reagiert der Blutbestandteil Plasminogen mit der Aminosäure
L-Lysin, und das Lysin bindet sich an die Aminosäure auf der festen Abstützung
18 in der Affinitätskartusche. Das Plasma, aus dem das Plasminogen
entfernt wurde, wird an der Auslassöffnung 22 der Kartusche
16 gesammelt und dann entsorgt.
Auf Schritt 24 wird die das gebundene Plasminogen enthaltende
Kartusche dann gewaschen, um das in der Kartusche 16 enthaltene ungebundene
Protein zu beseitigen. Dieses Waschen wird dadurch erzielt, dass man ca. 48 cm3
eines Äquilibrierpuffers durch die Kartusche 16 schickt. Der durch
die Kartusche 16 injizierte Puffer wird anschließend entsorgt. Dabei
bleibt nur das gebundene Plasminogen an der Affinitätskartusche 16
haften.
Unter Bezugnahme auf 1, 3
und 4 ist eine Ionenaustausch- oder Größenausschlussvorrichtung
30 mit dem Auslass 22 der Affinitätskartusche in Reihe angeschlossen,
z.B. mit einer Luer-Kopplung, sodass die gesamte durch die Kartusche 16
fließende Lösung auch durch den Ionenaustausch- oder Größenausschlussfilter
30 läuft. Eine Maxi-Clean-Scheibe (Alltech Associates, Inc.) kann
beispielsweise eine Festphasenextraktions-Vorrichtung aufweisen, die aus hochreinen
Polystyrol-Divinylbenzol-Kationenaustausch-Harzperlen besteht, die zwischen in einem
Polypropylengehäuse klinischer Güte untergebrachten Polyethylenfritten
40 eingebettet sind. Auf Schritt 26 (1)
wird das Plasminogen dann von der Affinitätskartusche 16 eluiert,
indem man eine 2-cm3-Lösung Elutionspuffer mit einem Trennmittel
wie z.B. e-Amino-n-Capronsäure injiziert. Das Trennmittel trennt das gebundene
Plasminogen effektiv von der Affinitätskartusche 16, sodass die Lösung
aus der Affinitätskartusche Elutionspuffer, das Trennmittel und den Blutbestandteil
Plasminogen enthält.
Da die Ionenaustausch- oder Größenausschlussvorrichtung
in Reihe mit der Affinitätskartusche gekoppelt ist, laufen die eluierte Lösung
des Elutionspuffers. das Trennmittel und das Plasminogen durch dem Ionenaustausch-
oder Größenausschlussfilter 30. Der Ionenaustausch- oder Größenausschlussfilter
30 bindet mit dem Trennmittel und beseitigt das Trennmittel effektiv aus
der Lösung. Infolgedessen enthält die durch den Auslass 32 des
Ionenaustauschfilters 30 laufende gefilterte Lösung nur den Elutionspuffer
und das eluierte Plasminogen. Diese gefilterte Lösung wird
in einem sterilen Röhrchen 34 aufgenommen, das eine bekannte Menge
am Enzym 36, wie z.B. Streptokinase, enthalten kann. Das Enzym wandelt
das Plasminogen bei Raumtemperatur effektiv in Plasmin um. Nach der Umwandlung wird
das pH eingestellt, indem man eine bekannte Menge an Natriumhydroxid hinzufügt.
Wahlweise wird auf Schritt 38 das Plasmin sterilisiert, indem
man es vor dem Gebrauch durch einen Filter wie z.B. einen 0,22-&mgr;m-Filter (z.B.
Corning 21032-13) laufen lässt, der eine Zelluloseacetatmembrane in einem Polypropylen-Gehäuse
enthält. Wenn vor dem Gebrauch des Plasmins eine Verzögerung nötig
ist, sollte es bei niedrigeren Temperaturen aufbewahrt werden.
Die vorstehend beschriebene Trennung des Blutbestandteils Plasminogen
und dessen nachfolgende Umwandlung in Plasmin kann innerhalb von wenigen Minuten
im OP vollzogen werden. Die vorliegende Erfindung kann auch ein Set zur schnellen
Reindarstellung von Plasmin aus menschlichem Plasma enthalten. Das Set kann eine
Spritze, eine Lysin-Affinitätskartusche, einen Kationenaustauscher, einen an
eine Spritze anzuschließenden Filter (d.h. 0,22 &mgr;m) Puffer und Reagenzien
enthalten, die sich für die Trennung und Reindarstellung von Plasmin eignen.
Beispiel
Ein oben beschriebenes, für die schnelle Reindarstellung und
Aktivierung von autologem Plasmin eingerichtetes Set wurde benutzt. Das entnommene
Blut gelangt in 3 gelb-verkappte ADC-Röhrchen, die mit dem Set geliefert werden
können. Die das Blut enthaltenden Röhrchen werden bei 750 × g fünfzehn
Minuten lang zentrifugiert, um das Plasma abzutrennen. Eine sterile 21-GA –
Nadel kann an eine 10-cm3-Spritze (Spritze A) angeschlossen werden, die
Nadel kann durch die Kappe des Blutentnahme-Röhrchens eingeführt werden,
und das Plasma kann aspiriert werden. Dieser Schritt kann für das zweite und
dritte Röhrchen wiederholt werden, bis 10 cm3 Plasma in der Spritze
A gesammelt worden sind.
Die Kationenaustauschscheibe kann vorbenetzt werden, indem man eine
steriles Wasser enthaltende 10-cm3-Spritze an den Ionenaustauscher anschließt
und den Inhalt der Spritze durch den Austauscher injiziert. Danach wird das Wasser
entfernt, und der Kationenaustauscher kann bis zum Voraktivierungsschritt beiseite
gesetzt werden.
Dann wird die Affinitätskartusche an das Ende der Spritze A angeschlossen,
und das Plasma wird langsam durch die Kartusche injiziert, damit sich das Plasminogen
an die Kartusche binden kann. Darauf kann die Spritze entsorgt werden.
Anschließend wird die Affinitätskartusche an eine 60-cm3-Spritze
(Spritze B) angeschlossen, die 40 cm3 steriles 100-&mgr;m-Natriumphosphat
mit pH 8,0 enthält. Der Puffer wird durch die Kartusche injiziert, um ungebundenes
Material aus der Affinitätskartusche zu beseitigen. Für optimale Wiedergewinnung
ist es unerlässlich, zu warten, bis das Tropfen vom Ende der Kartusche vollständig
aufgehört hat, bevor man zum nächsten Schritt übergeht. Dann kann
die Kartusche abgenommen und entsorgt werden.
Die Kationenaustauschscheibe kann voraktiviert werden, indem man der
Scheibe eine 3-cm3-Spritze (Spritze C), die 1,2 cm3 sterile
15 &mgr;m-e-Amino-Caproinsäure (AMICAR, American Reagent Laborstories) in
100 &mgr;m Natriumphosphat mit pH 8,0 enthält, anschließt und den Inhalt
der Spritze durch die Scheibe injiziert.
Die Affinitätskartusche kann an eine 10-cm3-Spritze
(Spritze D) angeschlossen werden, die 2 cm3 sterile 15 &mgr;m-e-Amino-Caproinsäure
(AMICAR, American Reagent Laborstories) in 100 &mgr;m Natriumphosphat mit pH 8,0
enthält. Der Inhalt der Spritze D wird anschließend durch die Kartusche
injiziert und entsorgt.
Dann wird die Kationenaustauschvorrichtung am Ende der Affinitätskartusche
angeschlossen, und darauf kann der Sterilisationsfilter an das freie Ende der Kationenaustauschvorrichtung
angeschlossen werden. Dann kann das zusammengebaute Aggregat an das Ende der Spritze
E angeschlossen werden. Anschließend wird der Inhalt von Spritze E (1 cm3
steriles 100 &mgr;m Natriumphosphat mit pH 8,0 und 15 &mgr;m -e-Amino-Caproinsäure
von AMICAR, American Reagent Laborstories) durch das Aggregat injiziert werden.
Diese Lösung wird verwendet, um das Plasminogen aus der Affinitätskartusche
zu eluieren. Anschließend wird das Plasminogen in einer sterilen Ampulle gesammelt,
die 50 000 IU sterile Streptokinase (Kabikinase, NabiVitrum) und Natriumphosphatpuffer
mit pH 3,3 enthält. Die Ampulle wird 10 Minuten lang schonend gerührt,
um die Umwandlung von Plasminogen in Plasmin herbeizuführen.
Um das Vorkommen von aktivem Plasmin zu bestätigen, kann ein
Tropfen Plasmin in die Vertiefung einer Mikrotitrationsplatte eingebracht werden,
die ein synthetisches Substrat (D-val-leu-lys-PHA von Sigma: V-0882) enthält.
Bei der Spaltung des Substrats entsteht eine gelbe Färbung, die mit einem mitgelieferten
Standard verglichen werden kann.
Nun ist das Plasmin gebrauchsfertig und kann z.B. ins Auge injiziert
werden. Es versteht sich natürlich, dass verschiedene Blutbestandteile, die
verschiedene Bindemittel und verschiedene Trennmittel brauchen, alternativ benutzt
werden können, ohne von der erfinderischen Idee oder dem Anwendungsbereich
der vorliegenden Erfindung abzuweichen.