Die vorliegende Erfindung betrifft hydrophile Fällungskieselsäuren,
die sich besonders gut für den Einsatz in RTV-1K Dichtungsmassen eignen, ein
Verfahren zu deren Herstellung und deren Verwendung zur Verdickung von Dichtungsmassen.
Unter Dichtungsmassen sind elastische, in flüssiger
bis zähflüssiger Form aufgebrachte Stoffe zum Abdichten von Gebäuden
oder Einrichtungen gegen Wasser, atmosphärischen Einfluss oder aggressive Medien
zu verstehen.
Siliconkautschuke sind in den gummielastischen Zustand
überführbare Massen, welche als Grundpolymere Polydiorganosiloxane enthalten,
die Vernetzungsreaktionen zugängliche Gruppen aufweisen. Als solche kommen
vorwiegend H-Atome, OH-Gruppen und Vinyl-Gruppen in Frage, die sich an den Kettenenden
befinden, aber auch in die Kette eingebaut sein können. In dieses System sind
Füllstoffe als Verstärker eingearbeitet, deren Art und Menge das mechanische
und chemische Verhalten der Vulkanisate deutlich beeinflussen. Siliconkautschuke
können durch anorganische Pigmente gefärbt werden. Man unterscheidet zwischen
heißvulkanisierenden und kaltvulkanisierenden Siliconkautschuken (high / room
temperature vulcanizing = HTV/RTV).
Bei den kalthärtenden oder RTV-Siliconkautschuk-Massen
lassen sich Einkomponentensysteme und Zweikomponentensysteme unterscheiden. Die
erste Gruppe (RTV-1K) polymerisiert langsam bei Raumtemperatur unter dem Einfluss
von Luftfeuchtigkeit, wobei die Vernetzung durch Kondensation von SiOH-Gruppen unter
Bildung von Si,O-Bindungen erfolgt. Die SiOH-Gruppen werden durch Hydrolyse von
SiX-Gruppen einer intermediär aus einem Polymer mit endständigen OH-Gruppen
und einem sogenannten Vernetzer R-SiX3 (z. B. X = -O-CO-CH3,
-NHR) entstehenden Spezies gebildet. Bei Zweikomponentenkautschuken (RTV-2K) werden
als Vernetzer z. B. Gemische aus Kieselsäureestern (z.B. Ethylsilicat) und
Zinn-organische Verbindungen verwendet, wobei als Vernetzungsreaktion die Bildung
einer Si-O-Si-Brücke aus =Si-OR u. =Si-OH (- = Methylgruppe; R = organischer
Rest) durch Alkohol-Abspaltung erfolgt.
Zur Verdickung von RTV-1K-Siliconkautschuk werden u.a.
Kieselsäuren eingesetzt. Diese dürfen aufgrund der Hydrolyseempfindlichkeit
der Silicondichtungsmassen möglichst wenig Feuchte in das System einbringen.
Daher werden bisher fast ausschließlich pyrogene Kieselsäuren für
diese Anwendung eingesetzt. Hydrophile Fällungskieselsäuren konnten aufgrund
ihrer hohen Feuchtegehalte bisher nicht verwendet werden.
In der Patentschrift
US 5,395,605
werden Fällungskieselsäuren mit einer Wasseraufnahme (23 °C
und 64 % r.F.) von weniger als 4 % beansprucht, deren Stampfdichten über 100
g/l liegen. Die Kieselsäuren aus der
US 5395605
können jedoch nur in HTV-Silikonkautschuk und in der Kabelextrusion
verwendet werden. Für den Einsatz in RTV1-Siliconkautschuk sind sie ungeeignet,
da die Stampfdichte zu hoch ist und damit die Verdickung (Fließpunkt) zu niedrig
ausfallen würde. Das Verfahren der
US 5,395,605
weist den Nachteil auf, das eine sehr lange thermische Behandlung der
Kieselsäuren, bei sehr hoher Temperatur erfolgen muss. Dadurch wird der Prozess
wirtschaftlich wenig interessant. Ferner führt die Temperaturbehandlung gemäß
US 5,395,605
zu einer Verhärtung und Verbackung der Kieselsäuren, so dass
eine Vermahlung nach der thermischen Behandlung zwingend notwendig ist.
WO 2005061384
zeigt die Herstellung und Verwendung, u.a. in Siliconkautschuk, von Kieselsäuren
welche laut Anspruch eine Wasseraufnahme von < 6 % und einer DOP > 300 ml/100
g aufweisen sollen. Die in den Beispielen der
WO 2005/061384
offenbarten Kieselsäuren weisen jedoch allesamt eine Wasseraufnahme
zwischen 5,7 und 5,9 % auf und sind somit nicht für den Einsatz in RTV-1K Formulierungen
geeignet. Folgerichtig wird in der
WO 2005/061384
nur die Anwendung in Siliconkautschukformulierungen für Extrusionsverfahren
(HTV) beschrieben.
In
EP 1557446
werden ausschließlich HTV-Siliconkautschukformulierungen beschrieben.
Die dort eingesetzten Kieselsäuren weisen einen Trocknungsverlust von <
4% auf. Angaben über die Gleichgewichtsfeuchte der verwendeten Kieselsäuren
nach Einwirkung von hoher Luftfeuchtigkeit (diese darf nicht mit dem Trocknungsverlust
verwechselt werden) finden sich in der
EP 1557446
ebenso wenig wie Hinweise darauf, dass die dort beschriebenen Kieselsäuren
in RTV-Siliconkautschukformulierungen eingesetzt werden können. Die in der
EP 1557446
offenbarten Formulierungen werden zur Herstellung von Isoliermaterialien
wie z. B. Kabelummantelungen verwendet.
Zusammenfassend lässt sich somit feststellen, dass
im Stand der Technik keine hydrophilen Fällungskieselsäuren offenbart
werden, welche die hohen Anforderungen für den Einsatz in RTV-1K-Silikonkautschuk
erfüllen. Daher besteht ein starker Bedarf nach solchen, für RTV-1K-Anwendungen
geeigneten, hydrophilen Fällungskieselsäuren.
Ausgehend von dem zuvor beschriebenen Stand der Technik
bestand die Aufgabe der vorliegenden Erfindung darin, Fällungskieselsäuren
bereit zu stellen, die besonders gut als Verdicker und Verstärker in Elastomerenmischungen,
speziell in RTV-1K-Silconkautschukformulierungen, geeignet sind. Ferner soll ein
Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Kieselsäuren zur
Verfügung gestellt werden.
Weitere nicht explizit genannte Aufgaben ergeben sich aus
dem Gesamtzusammenhang der Beschreibung, Beispiele und Ansprüche.
Überraschenderweise wurde gefunden, dass diese Aufgabe
durch die in der nachfolgenden Beschreibung sowie in den Ansprüchen und den
Beispielen näher definierten erfindungsgemäßen Kieselsäuren
gelöst wird.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung, sind hydrophile
Fällungskieselsäuren, gekennzeichnet durch die folgenden physikalisch-chemischen
Parameter:
Gleichgewichtsfeuchte
(bei 70 % relativer Feuchte (r. F.) / 20 °C)
0, 5 - 5,0 Gew.-%
BET-Oberfläche
50 - 250 m2/g
CTAB-Oberfläche
50 - 250 m2/g
DBP (wasserfrei)
200 - 350 g/100g
Gegenstand der Erfindung sind auch hydrophile Fällungskieselsäuren,
die neben den genannten Parametern, unabhängig voneinander, einen oder mehrere
der folgenden physikalisch-chemischen Parameter aufweisen:
modifizierte Stampfdichte
≤ 70 g/l
Glühverlust
0,1 - 3,0 Gew.-%
Trocknungsverlust
0,1 - 3,0 Gew.-%
pH-Wert
4 - 9
Silanolgruppendichte
0,5 - 3,5 SiOH/nm2
Anteil an Partikeln < 1 µm
in der volumen-
bezogene Partikelverteilung
5 bis 100 %
d90-Wert der volumenbezogenen Partikelverteilung
0,01 bis 10 µm
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist
ein Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemäßen Fällungskieselsäuren
gemäß einem der Ansprüche 10 - 16.
Ein weiterer Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist
die Verwendung der erfindungsgemäßen Kieselsäuren in Dichtungsmassen,
insbesondere in Siliconkautschuk bzw. Silicondichtungsmassen und besonders bevorzugt
in RTV-1K-Dichtungsmassen. Die Anwendung ist möglich in verschiedenen Vernetzungssystemen,
z. B. acetoxy-vernetzend, alcoxy-vernetzend und oxim-vernetzend. Diese Systeme finden
Anwendung z.B. in der Bauindustrie als Fugendichtungsmassen, in der Automobilindustrie
als Kleb- und Dichtstoff und als Beschichtungsmassen für z.B. Textilgewebe.
Ein weiterer Gegenstand der Erfindung sind Dichtungsmassen
auf Basis von Siliconkautschuk, die die erfindungsgemäßen Kieselsäuren
enthalten, und deren Verwendung.
Die erfindungsgemäßen Fällungskieselsäuren
haben unter anderem den Vorteil, dass sie aufgrund ihrer sehr niedrigen Feuchtigkeitsaufnahme
über die Zeit (= Gleichgewichtsfeuchte) und zum Teil auch auf Grund ihrer geringen
Anfangsfeuchte, ausgedrückt durch den Trocknungsverlust, nach Einarbeitung
in Siliconkautschukmassen, speziell des Typs RTV-1K, eine hohe Lagerstabilität
des Siliconkautschuks gewährleisten. RTV-1K-Siliconkautschuk polymerisiert
langsam bei Raumtemperatur unter dem Einfluss von Luftfeuchtigkeit, wobei die Vernetzung
durch Kondensation von SiOH-Gruppen unter Bildung von Si-0-Bindungen erfolgt. Die
zur Verstärkung und Verdickung eingesetzten Füllstoffe wie z.B. Kieselsäuren
dürfen daher nicht aktiv (durch die Anfangsfeuchte) Feuchtigkeit in das System
mit eintragen, da sonst die Polymerisation des Siliconkautschuks vor der eigentlichen
Verarbeitung beginnen würde. Dieser Effekt kann noch gesteigert werden, wenn
die Kieselsäuren auch passiv (durch die Feuchtigkeitsaufnahme) nur möglichst
wenig Feuchtigkeit in das System einbringen. Mit den erfindungsgemäßen
Kieselsäuren ist es erstmals gelungen hydrophile gefällte Kieselsäuren
mit einer ausreichend niedrigen Feuchtigkeitsaufnahme über die Zeit (= Gleichgewichtsfeuchte)
herzustellen und somit das aktive und passive Einbringen von Feuchtigkeit in die
Silikondichtungsmassen durch die gefällte Kieselsäure hinreichend zu verhindern.
In Summe führen die besonderen Eigenschaften der erfindungsgemäßen
Fällungskieselsäuren unter anderem zu folgenden Vorteilen:
- hohe Lagerstabilität von RTV-1K-Siliconkautschukmassen nach Einarbeitung
der erfindungsgemäßen Kieselsäuren,
- gute und schnelle Dispergierung und damit hohe Verdickungswirkung der Kieselsäure
in RTV-1K-Siliconkautschukmassen.
Darüber hinaus bieten die erfindungsgemäßen
Fällungskieselsäuren gegenüber den bisher in RTV1-Siliconkautschuk
eingesetzten pyrogenen Kieselsäuren einen wesentlichen Kostenvorteil, da sie
kostengünstiger hergestellt werden können.
Die Gegenstände der Erfindung werden nachfolgend im
Detail beschrieben.
In der vorliegenden Erfindung werden die Begriffe Kieselsäure
und Fällungskieselsäure synonym verwendet. Unter hydrophilen Fällungskieselsäuren
sind dabei solche zu verstehen, deren Oberfläche sich beim Einrühren in
Wasser hydrophil verhält, d.h. deren Oberfläche von Wasser vollständig
benetzt wird und somit gegenüber Wasser einen Kontaktwinkel, der kleiner als
90° ist, aufweist. Die erfindungsgemäßen hydrophilen Fällungskieselsäuren
haben bevorzugt einen Kohlenstoffgehalt von < 0,5 Gew.-%.
Die spezifische BET-Oberfläche beschreibt den
Einfluss der Kieselsäure auf das Einarbeitungsverhalten in den Siliconkautschuk
sowie die Rohmischungseigenschaften (vgl.
S. Brunauer, P. H. Emmett, E. Teller, "Adsorption of Gases in Multimolecular
Layers", J. Am. Chem. Soc. 60, 309 (1938
)). So zeichnen sich die erfindungsgemäßen Kieselsäuren
durch eine BET-Oberfläche 50 bis 250 m2/g, bevorzugt von 100 bis
230 m2/g, besonders bevorzugt von 120 bis 200 m2/g und ganz
besonders bevorzugt 160 bis 190 m2/g aus.
Die spezifische CTAB-Oberfläche ist vorwiegend
für die Verstärkungseigenschaft der Kieselsäure von entscheidender
Bedeutung (vgl.
Janzen, Kraus, Rubber Chem. Technol. 44, 1287 (1971
)). Das Verstärkungspotential steigt mit zunehmender CTAB-Oberfläche.
So zeichnen sich die erfindungsgemäßen Fällungskieselsäuren
durch eine CTAB-Oberfläche von 50 bis 250 m2/g, bevorzugt von 100
bis 230 m2/g, besonders bevorzugt von 120 bis 200 m2/g und
ganz besonders bevorzugt 160 bis 200 m2/g aus.
Es hat sich weiterhin herausgestellt, dass eine hohe
DBP-Aufnahme der erfindungsgemäßen Kieselsäuren von Nutzen
ist, um gute rheologische Eigenschaften zu erzielen. Zu hohe DBP-Werte können
allerdings zu einer übermäßigen Viskositätserhöhung des
Siliconkautschuks führen und sollten daher vermieden werden. Die erfindungsgemäßen
Kieselsäuren weisen daher eine DBP-Aufnahme von 200 bis 350 g/ (100 g) auf.
Bevorzugt beträgt die DBP-Aufnahme 220 bis 330 g/(100 g), besonders bevorzugt
250 bis 320 g/(100 g) und ganz besonders bevorzugt 270 bis 320 g/(100 g).
Aufgrund der Hydrolyseempfindlichkeit der RTV-1K-Siliconkautschukmassen
ist die Gleichgewichtsfeuchte (gemessen bei 70 % r. F. / 20 °C) ein
wesentliches Kriterium der erfindungsgemäßen Kieselsäuren. Damit
die Siliconkautschukmassen in der Kartusche/Tube eine hohe Lagerstabilität
aufweisen, ist es notwendig, dass so wenig wie möglich Feuchtigkeit in das
System eingeschleppt wird, da sonst ein vorzeitiges Aushärten vor der eigentlichen
Anwendung zum Abdichten eintreten würde. Die erfindungsgemäßen Kieselsäuren
zeichnen sich durch eine Gleichgewichtsfeuchte von 0,5 bis 5,0 Gew.-%, bevorzugt
von 0,8 bis 4,5 Gew.-%, ganz besonders bevorzugt von 1,0 bis 4,0 Gew.-%, insbesondere
bevorzugt von 1,0 bis 3,7 Gew.-% und speziell bevorzugt von 2,0 bis 3,7 Gew.-% aus.
In einer ersten bevorzugten Ausführungsform zeichnen
sich die erfindungsgemäßen Kieselsäuren zudem durch eine im Vergleich
zu Fällungskieselsäuren des Standes der Technik sehr spezielle
Silanolgruppendichte aus. Zur Bestimmung der Silanolgruppendichte wird zunächst
mittels LiAlH4 die Anzahl der Silanolgruppen auf der Oberfläche
der Kieselsäure ermittelt. Diese allein ist jedoch nicht aussagekräftig,
da hydrophile Fällungskieselsäuren mit hoher Oberfläche in der Regel
eine höhere absolute Anzahl an Silanolgruppen aufweisen als hydrophile Fällungskieselsäuren
mit einer niedrigen Oberfläche. Daher ist die Silanolgruppenanzahl auf die
Oberfläche der Kieselsäure zu beziehen. Als geeignete Oberfläche
bietet sich hierfür die BET-Oberfläche an, da diese die Oberfläche
beschreibt, die auch kleineren Molekülen wie z.B. Wasser zugänglich ist.
Die Silanolgruppendichte der erfindungsgemäßen Kieselsäuren liegt
bevorzugt im Bereich von 0,5 bis 3,5 SiOH/nm2, bevorzugt von 0,5 bis
3,0 SiOH/nm2, besonders bevorzugt von 1,0 bis 3,0 SiOH/nm2
und ganz besonders bevorzugt von 1,5 bis 2,8 SiOH/nm2. Ist die Anzahl
an Silanolgruppen pro nm2 zu niedrig, so kann dies eine zu niedrige Fließgrenze
bewirken und sich dadurch negativ auf die Standfestigkeit der Silicondichtungsmassen
auswirken. Eine optimierte Silanolgrupppendichte wirkt sich zudem positiv auf die
Lagerstabilität der Silicondichtungsmassen aus.
In einer zweiten, ebenfalls bevorzugten, Ausführungsform
weisen die erfindungsgemäßen Fällungskieselsäuren eine niedrige
modifizierte Stampfdichte und somit eine besonders gute Thixothropie auf. Hierbei
ist zu beachten, daß mit der modifizierten Stampfdichte die Stampfdichte gemessen
am unverdichteten Material gemeint ist. Um diese Größe auch an bereits
durch Verpackung und Lagerung vorverdichtetem Materialien bestimmen zu können,
ist eine Probenpräparation, wie sie im Abschnitt "Bestimmung der
modifizierten Stampfdichte" beschrieben ist, durchzuführen. Die erfindungsgemäßen
Kieselsäuren weisen eine modifizierte Stampfdichte von kleiner gleich 70 g/l,
bevorzugt von 1 bis 60 g/l, besonders bevorzugt von 5 bis 55 g/l, ganz besonders
bevorzugt von 10 bis 50 g/l, und insbesondere bevorzugt 20 bis 50 g/l auf. Durch
ihre niedrige modifizierte Stampfdichte wird ein zusätzlich vorteilhafter Effekt
der erfindungsgemäßen Fällungskieselsäuren bedingt. Die niedrige
modifizierte Stampfdichte entsteht durch eine sehr lockere Packung der Kieselsäurepartikel.
Das heißt, dass sich die Kieselsäurepartikel einerseits zwar berühren
und leicht aneinander haften, andererseits aber so locker gepackt sind, dass große
Hohlräume entstehen. Diese lockere Packung entsteht auch im Silikoncompound
und führt dann zu einer hohen Thixothropie des Silikoncompounds.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform, in
der die erfindungsgemäßen Kieselsäuren sowohl eine besonders gute
Standfestigkeit als auch eine besonders gute Lagerstabilität von unvernetzten
Silicondichtungsmassen ermöglichen, weisen die erfindungsgemäßen
Kieselsäuren eine ausreichende Porosität, ausgedrückt durch eine
DBP-Aufnahme von 200 bis 350 g/(100 g), bevorzugt 220 bis 330 g/(100 g), ganz besonders
bevorzugt 220 bis 300 g/(100 g), insbesondere bevorzugt 250 bis 320 g/(100 g) und
speziell bevorzugt 280 bis 310 g/(100 g) in Kombination mit einer niedrigen modifizierten
Stampfdichte von kleiner als 70 g/l, bevorzugt 1 bis 60 g/l, besonders bevorzugt
5 bis 55 g/l, ganz besonders bevorzugt 10 bis 50 g/l, und insbesondere bevorzugt
20 - 50 g/l sowie einer niedrigen Silanolgruppendichte von 0,5 bis 3,0 SiOH/nm2,
bevorzugt 1,0 bis 3,0 SiOH/nm2 und besonders bevorzugt von 1,5 bis 2,8
SiOH/nm2, auf.
Die Erfinder haben zudem festgestellt, dass es für
die Standfestigkeit der Silicondichtungsmassen von besonderem Vorteil sein kann,
wenn die erfindungsgemäßen Fällungskieselsäuren einen ausreichenden
Anteil an feinen Partikeln, d. h. an Partikeln < 1 µm, aufweisen. Dies trifft
auf alle zuvor beschriebenen Ausführungsformen zu. Daher weisen die erfindungsgemäßen
Kieselsäuren im Partikelgrößenbereich < 1 µm der
volumenbezogenen Partikelverteilung bevorzugt einen Anteil an feinen Partikeln
von 5 bis 100 %, bevorzugt 10 bis 95%, besonders bevorzugt 10 bis 70 %, ganz besonders
bevorzugt 15 bis 70 % auf.
Auch wurde festgestellt, dass ein zu hoher Anteil an groben
Partikeln die anwendungstechnischen Eigenschaften der erfindungsgemäßen
Fällungskieselsäuren negativ beeinflussen kann. Daher zeichnen sich die
erfindungsgemäßen Kieselsäuren bevorzugt dadurch aus, dass bezogen
auf die volumenbezogene Partikelverteilungskurve der d90 -Wert zwischen
0,01 und 10 µm, bevorzugt zwischen 1 uns 10 µm, besonders bevorzugt zwischen
2 und 8 µm und insbesondere bevorzugt zwischen 3 und 7 µm ist.
Die Partikelverteilungen können monomodal oder bimodal,
vorzugsweise bimodal sein.
Es wurde auch festgestellt, dass es für alle zuvor
beschriebenen Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Kieselsäuren
besonders vorteilhaft sein kann, wenn die hydrophile Kieselsäure von vornherein
möglichst wenig Feuchtigkeit mit in die Silikondichtungsmasse einbringt. Die
erfindungsgemäßen Kieselsäuren können daher eine Anfangsfeuchte,
ausgedrückt durch den Trocknungsverlust, von 0,1 - 3,0 Gew. %, bevorzugt
0,2 bis 2,5 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,3 bis 2,0 Gew.-% und insbesondere bevorzugt
0,4 bis 1,8 Gew.-% und/oder einen Glühverlust von 0,1 - 3,0 Gew. %,
bevorzugt 0,2 bis 3,0 Gew.-%, besonders bevorzugt 0,3 bis 2,0 Gew.-% und insbesondere
bevorzugt 0,4 bis 1,8 Gew.-% aufweisen.
Schließlich wurde festgestellt, dass es für alle
zuvor beschriebenen Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Kieselsäuren
besonders vorteilhaft sein kann, wenn die hydrophile Kieselsäure einen pH-Wert:
im Bereich von 4 bis 8, bevorzugt 4,5 bis 7,5 aufweist. Wenn der pH-Wert zu hoch
ist, dann kann es vorkommen, dass der Silikoncompound nach einer längeren Lagerung
(z. B. nach mehreren Tagen) nicht mehr ordnungsgemäß vernetzt und klebrig
bleibt.
Die genannten Vorzugsbereiche können unabhängig
voneinander eingestellt werden.
Die erfindungsgemäßen Kieselsäuren können
nach einem Verfahren hergestellt werden, dass die nachfolgend beschriebenen Schritte
- 1. Umsetzung von zumindest einem Silikat mit zumindest einem Säuerungsmittel
- 2. Filtration und Waschen der erhaltenen Kieselsäure
- 3. Trocknung der erhaltenen Kieselsäure bzw. des Filterkuchens
- 4. Temperung der getrockneten Kieselsäure
umfasst.
Schritt 1 umfasst dabei bevorzugt die Teilschritte
- 1a. Herstellung einer Vorlage aus Wasser bzw. Wasser und zumindest einem Silikat
und/oder einer Silikatlösung, wobei der pH-Wert der so erhaltenen Vorlage bevorzugt
zwischen pH 5 und pH 10 und die Temperatur der Vorlage bevorzugt zwischen 80 und
100 °C liegt.
- 1b. Dosierung zumindest einem Silikat und/oder einer Silikatlösung und
zumindest eines Säuerungsmittels unter Rühren bei 80 bis 100 °C in
die Vorlage aus Teilschritt 1a), so lange, bis der Viskositätsanstiegspunkt
erreicht ist. Dabei erfolgt die Zugabe von Silikat und/oder Silikatlösung und
Säuerungsmittel besonders bevorzugt gleichzeitig und/oder so, dass der pH-Wert
für die Dauer von Teilschritt 1b) konstant auf einem Wert zwischen pH 7 und
pH 10 gehalten wird
- 1c. Stoppen der Zugabe von Silikat und/oder Silikatlösung und Säuerungsmittel
und Rühren der Fällsuspension bei einer Temperatur von 80 bis 100 °C
für die Dauer von 15 bis 120 min,
- 1d. Zugabe von Silikat und/oder Silikatlösung, so dass der pH-Wert der
Fällsuspension auf pH 8 bis pH 11 erhöht wird und nach Erreichen des erhöhten
pH-Wertes Rühren der Fällsuspension für die Dauer von 15 bis 90 min
bei diesem pH-Wert und einer Temperatur von 80 bis 100 °C,
- 1e. Zugabe von Säuerungsmittel, so dass der pH-Wert der Fällsuspension
auf pH 7 bis pH 10, bevorzugt bei gleichbleibender Temperatur wie in Teilschritt
1d), erniedrigt wird,
- 1f. Fortsetzung der Fällung gemäß Teilschritt 1b), wobei Silikat
und/oder Silikatlösung und Säuerungsmittel gleichzeitig bei einer Temperatur
von 80 bis 100 °C so lange zugegeben werden, bis ein Feststoffgehalt der Fällsuspension
erreicht ist, der nach Durchführung von Teilschritt 1g) zum gewünschten
Feststoffgehalt führt.
- 1g. Zugabe eines Säuerungsmittels bei einer Temperatur der Fällsuspension
von 80 bis 100 °C, so dass der pH-Wert der Fällsuspension auf 2 bis 6
erniedrigt wird und der Feststoffgehalt der Fällsuspension am Ende dieses Teilschritts
zwischen 30 und 70 g/l liegt.
Bevorzugt werden die erfindungsgemäßen Kieselsäuren
vermahlen. Dies erfolgt besonders bevorzugt so, dass die erfindungsgemäßen
Kieselsäuren in einem Schritt 3a, d. h. zwischen den Schritten 3 und 4 oder
in einem Schritt 5, d. h. nach Schritt 4, oder sowohl in Schritt 3a, d. h. zwischen
Schritt 3 und 4, als auch in Schritt 5, d. h. nach Schritt 4, vermahlen werden.
Alle bekannten Silikatformen kommen für die in Schritt
1) des erfindungsgemäßen Verfahrens eingesetzten Silikate bzw. Silikatlösungen
in Frage. Bevorzugt handelt es sich bei den erfindungsgemäß eingesetzten
Silikaten um alkalische Silikate, z. B. Natrium- oder Kaliumsilikate. Besonders
bevorzugt handelt es sich in Schritt 1 um Natriumsilikat (Wasserglas). Dessen Gewichtsverhältnis
von SiO2 zu Na2O liegt zwischen 2 und 4, bevorzugt zwischen
3 und 3,6 und besonders bevorzugt zwischen 3,3 und 3,5. Der Gehalt an SiO2
liegt zwischen 20 und 40 Gew.-%, bevorzugt zwischen 25 und 30 Gew.-%.
Unter Säuerungsmittel sind saure Verbindungen organischer
oder anorganischer Natur zu verstehen, mit deren Hilfe der pH-Wert der Fällsuspension
erniedrigt werden kann. Bevorzugt können anorganische Säuren wie Salzsäure,
Phosphorsäure, Schwefelsäure oder Salpetersäure oder organische Säuren
wie Essigsäure, Ameisensäure oder Kohlensäure bzw. Kohlendioxid eingesetzt
werden. Es können sowohl verdünnte als auch konzentrierte Säuren
verwendet werden. Besonders bevorzugt wird in dem erfindungsgemäßen Verfahren
Schwefelsäure eingesetzt.
Zumeist sind das eingesetzte Silikat und/oder die Silikatlösung
sowie Säuerungsmittel in den Teilschritten 1a) bis 1g) identisch.
Der pH-Wert der Vorlage in Teilschritt 1a) liegt bevorzugt
zwischen pH 7 und pH 10, besonders bevorzugt zwischen pH 8 und pH 9. Die Temperatur
der Vorlage wird auf 80 bis 100 °C, bevorzugt auf 85 bis 95 °C eingestellt.
Im Teilschritt 1b) und 1f) werden Silikat und Säuerungsmittel
bevorzugt gleichzeitig zudosiert. Die Zugabe der beiden Komponenten erfolgt bevorzugt
kontinuierlich gleichbleibend über die gesamte Dauer von Teilschritt 1b) und
1f). Die Temperatur bleibt während dessen bei 80 bis 100 °C, bevorzugt
auf 85 bis 95 °. Die Dauer der Zugabe in Schritt 1f) erfolgt so lange, bis
der am Ende von Schritt 1g) zu erreichende Feststoffgehalt erreicht ist. Die Fällung
wird am Viskositätsanstiegspunkt unterbrochen. Dieser Viskositätsanstiegspunkt
entspricht dabei dem Zeitpunkt, bei dem ein starkes Ansteigen der Viskosität
der Fällsuspension im Fällverlauf, vgl. dazu
EP 0643015
, zu beobachten ist. Während des Teilschritts 1b), in dem das Ausfällen
der Kieselsäure beginnt, und Teilschritt 1f) wird der pH-Wert möglichst
konstant bei einem pH-Wert zwischen pH 7 und pH 10, bevorzugt konstant bei einem
pH-Wert zwischen pH 7,5 und 9,5 und ganz besonders bevorzugt bei einem pH-Wert zwischen
pH 8 und 9, gehalten. Korrekturen eines abweichenden pH-Wertes erfolgen in der Regel
über ein Erhöhen oder Erniedrigen der Zugabe des Säuerungsmittels,
so dass eingestellte pH-Wert vorzugsweise nur um ± 0,2 pH-Einheiten, besonders
bevorzugt nur um ± 0,1 pH-Einheiten schwankt.
Bei Erreichung des Viskositätsanstiegspunkts wird
die Fällung unterbrochen. Im Teilschritt 1c) wird die Zugabe von Silikat und/oder
Silikatlösung und Säuerungsmittel gestoppt. Die Unterbrechung erfolgt
für eine Dauer von 15 bis 120 min bevorzugt von 40 bis 100 min und besonders
bevorzugt von 75 bis 100 min und ganz besonders von 85 bis 95 min.
Im Teilschritt d) der speziellen Ausführungsform wird
durch Zugabe von Silikat der pH-Wert der Fällsuspension auf pH 8 bis pH 11,
bevorzugt auf pH 9 bis pH 11, besonders bevorzugt auf pH 9,5 bis pH 10,5, erhöht
und nach Erreichen des erhöhten pH-Wertes wird die Fällsuspension für
die Dauer von besser 15 bis 90 min, bevorzugt für die Dauer von 45 bis 75 min
bei diesem pH-Wert und einer Temperatur von 80 bis 100 °C gerührt.
Anschließend wird im Teilschritt 1e) durch Zugabe
von Säuerungsmittel der pH-Wert der Fällsuspension auf pH 7 bis pH 10,
bevorzugt auf pH 7,5 bis pH 9, bei gleichbleibender Temperatur erniedrigt.
Danach wird in Teilschritt 1f) die gleichzeitige Zudosierung
von Silikat und/oder Silikatlösung und Säuerungsmittel wieder aufgenommen,
d. h. bis zur Erreichung des beabsichtigten Feststoffgehalts zu Ende geführt.
Bevorzugt erfolgt dies bei gleichem pH-Wert, gleicher Temperatur und gleichen Dosiergeschwindigkeiten
wie in Teilschritt 1b) vor der Erreichung des Viskositätsanstiegspunkts.
Durch Zugabe eines Säuerungsmittels bei einer Temperatur
der Fällsuspension von 80 bis 100 °C wird in Teilschritt 1g) deren pH-Wert
auf 2 bis 6, bevorzugt auf pH 3 bis 6, besonders bevorzugt auf pH 3 bis pH 4, erniedrigt.
Der Feststoffgehalt der Fällsuspension am Ende dieses Teilschritts liegt zwischen
30 und 70 g/l, bevorzugt zwischen 45 und 60 g/l und ganz besonders bevorzugt zwischen
45 und 55 g/l.
Ohne in irgendeiner Weise an eine besondere Theorie gebunden
zu sein, soll in der speziellen Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Verfahrens durch die zusätzlichen Teilschritte 1c) bis 1e) die im Teilschritt
1b) bis zum Viskositätsanstiegspunkt erzeugte kettenförmige Struktur der
Aggregate in ihrem Zusammenhalt und damit in ihrer mechanischen Stabilität
noch verstärkt werden.
Die Filtration, Verflüssigung (z. B. gemäß
DE 2447613
) und Lang- oder Kurzzeittrocknung der erfindungsgemäßen Kieselsäuren
sind dem Fachmann geläufig und können z. B. in den in der Beschreibung
genannten Dokumenten nachgelesen werden. Die Filtration und das Waschen der Kieselsäure
erfolgt bevorzugt in der Art und Weise, dass die Leitfähigkeit des Endprodukts
< 1000 µS/cm, bevorzugt < 500 µS/cm und besonders bevorzugt <
200 µS/cm beträgt.
Bevorzugt wird die erfindungsgemäße Kieselsäure
in einem Stromtrockner, Sprühtrockner, Etagentrockner, Bandtrockner, Drehrohrtrockner,
Flash-Trockner, Spin-Flash-Trockner oder Düsenturmtrockner getrocknet. Diese
Trocknungsvarianten schließen den Betrieb mit einem Atomizer, einer Ein- oder
Zweistoffdüse oder einem integrierten Fließbett ein. Die Sprühtrocknung
kann z. B. gemäß
US 4094771
durchgeführt werden.
Wird als Trocknungsart die Sprühtrocknung gewählt,
so ist der Filterkuchen zuvor zu redispergieren. Die Redispergierung erfolgt vorzugsweise
in Wasser bzw. wässriger Säure so, dass die Dispersion einen pH-Wert von
4 - 7 aufweist Dabei ist darauf zu achten, dass die Kieselsäuredispersion nach
beendeter Redispergierung einen Feststoffgehalt von 5 bis 18, bevorzugt 8 - 13 Gew.-%,
besonders bevorzugt 9 bis 11% aufweist und dass bei der Redispergierung keine zu
starken Scherkräften auf die Kieselsäure einwirken. Dies kann z. B. durch
Umrühren mit einer Drehzahl von < 1000 U/min erreicht werden, wobei raumübergreifend
und nicht punktuell gerührt werden sollte. Bevorzugt wird die redispergierte
Kieselsäuredispersion so in den Sprühtrockner dosiert, das sich am Trockneraustritt
eine Temperatur von 100 bis 170 °C, bevorzugt 130 - 160 °C einstellt.
Um die geringe Feuchtigkeitsaufnahme sicherzustellen ist
neben der Fällung gemäß den Vorgaben von Schritt 1b) und 1f) und
der pH-Wert-Variation in den Schritten 1c) bis 1e) auch eine Temperung notwendig.
Durch die Kombination dieser Maßnahmen wird die Struktur und die Oberfläche
der erfindungsgemäßen Kieselsäuren derart optimiert, dass die gewünschten
Eigenschaften erzielt werden. Die Temperung in Schritt 4 kann batchweise oder kontinuierlich
durchgeführt werden. Für die Temperung kann z. B. ein Wirbelbett-, Fließbett-,
oder Drehrohrreaktor verwendet werden. Dabei ist darauf zu achten, dass während
der Temperung eine homogene Temperaturverteilung und eine homogene Prozessgasathmosphäre
sichergestellt wird, so dass alle Kieselsäurepartikel gleichen Bedingungen
ausgesetzt werden. Das Prozeßgas muss eine ausreichende Wasserdampfkonzentration
aufweisen. Bevorzugt beträgt die Wasserdampfkonzentration 10 bis 95 Vol.-%,
besonders bevorzugt 40 bis 90 Gew.-% , ganz besonders bevorzugt 50 bis 90 Gew. %.
Insbesondere bei Verwendung eines Drehrohrreaktors ist
darauf zu achten, dass überall gleiche Temperaturen herrschen, d. h. keine
"Kühlzonen" existieren, in denen der Wasserdampf kondensieren könnte.
Durch den kondensierten Wasserdampf kann es zu einer Verklumpung der Kieselsäuren
kommen. Die besonderen Bedingungen bei der erfindungsgemäßen Temperung
stellen daher auch sicher, dass eine bereits vor der Temperung vermahlene Kieselsäure
nach der Temperung nicht noch einmal vermahlen werden muss, d. h. keine Verbackungen
oder Verklumpungen gebildet werden, die durch eine Vermahlung nach der Temperung
wieder entfernt werden müssten.
Bevorzugt wird ein Wirbelbett- oder Fließbettreaktor
verwendet. Unter einem Wirbelbett ist Folgendes zu verstehen:
Wenn auf waagerechten, perforierten Böden lagerndes
feinkörniges Schüttgut von unten von Gasen durchströmt wird, stellt
sich unter bestimmten Strömungsbedingungen ein Zustand ein, der dem einer kochenden
Flüssigkeit ähnelt; die Schicht wirft Blasen auf; die Teilchen des Schüttgutes
befinden sich innerhalb der Schicht in einer ständigen, wirbelnden Auf- und
Abbewegung und bleiben so gewissermaßen in der Schwebe. Man spricht deshalb
auch von Schwebebett, Wirbelbett, Fließbett sowie von Fluidisieren.
Die damit verbundene große Oberfläche des Wirbelgutes erleichtert auch
das Trocknen und Tempern von Festkörpern.
Es ist wichtig, dass während der Temperung alle Kieselsäurepartikel
annähernd der gleichen oder bevorzugt der gleichen Temperatur und dem gleichen
Prozessgas ausgesetzt sind. Die Temperaturunterschiede zwischen den heißesten
und kältesten Stellen sollen möglichst klein sein. Deshalb darf auch die
Temperatur der Filterkerzen nicht unter der Produkttemperatur liegen.
Ganz besonders bevorzugt erfolgt die Temperung in Schritt
4 des erfindungsgemäßen Verfahrens gemäß den nachfolgenden Teilschritten
4a) bis 4e):
- 4a. Einfüllen der hydrophilen Kieselsäure in den Wirbelbettreaktor
- 4b. Vorheizen des Reaktors auf 300 bis 800 °C, wobei gleichzeitig der Reaktor
von einem Inertgas und/oder Stickstoff-Luft-Gemisch so durchströmt wird, dass
sich eine Fluidierungsgeschwindigkeit von 0,02 bis 0,06 m/s einstellt.
- 4c. Einspeisung eines Gasgemisches I aus Wasserdampf und einem Inertgas, z.
B. Stickstoff, oder eines Gasgemisches II aus Wasserdampf, einem Inertgas und Luft
bei 300 bis 800 °C für die Dauer von 0,25 bis 6 h, wobei das Gasgemisch
den Reaktor mit einer Fluidisierungsgeschwindigkeit von 0,02 bis 0,06 m/s durchströmt
und die Gasgemische I und II eine Wasserdampfkonzentration von 10 bis 95 Vol.-%
und im Falle des Gasgemisches II einen Sauerstoffgehalt von 0,01 bis 21 Vol.-% aufweisen.
- 4d. Unterbrechung der Dampfzugabe und Austreiben des Dampfes durch ein Inertgas,
z.B. Stickstoff, und/oder ein Inertgas-Luft-Gemisch bei 300 bis 800 °C, wobei
das Gas bzw. Gasgemisch den Reaktor mit einer Fluidisierungsgeschwindigkeit von
0,02 bis 0,06 m/s durchströmt und im Falle der Verwendung des Inertgas-Luft-Gemisches
dieses einen Sauerstoffgehalt von 0,01 bis 21 Vol.-% aufweist.
- 4e. Abkühlung der getemperten hydrophilen Kieselsäure auf Raumtemperatur
in einer trockenen Prozessatmosphäre, wobei bei Verwendung eines Inertgas-Luft-Gemisches
dieses einen Sauerstoffgehalt von 0,01 bis 21 Vol.-% aufweist.
Dabei wird nach dem Einfüllen der hydrophilen Kieselsäure
in den Wirbelbettreaktor (Teilschritt 4a)) der Reaktor im Teilschritt 4b) auf eine
Betriebstemperatur von 300 bis 800 °C, bevorzugt von 350 bis 700 °C und
besonders bevorzugt von 400 bis 650 °C aufgeheizt. Während des Aufheizvorgangs
wird der Reaktor von einem Inertgas, bevorzugt Stickstoff und/oder einem Gemisch
aus einem Inertgas und trockener Luft so durchströmt, dass sich eine Fluidisierungsgeschwindigkeit
von 0,02 bis 0,06 m/s einstellt.
Nach Erreichen der Betriebstemperatur wird in Teilschritt
4c) ein Gasgemisch I aus Wasserdampf und einem Inertgas, bevorzugt Stickstoff, oder
ein Gasgemisch II aus Wasserdampf, einem Inertgas und Luft für die Dauer von
0,25 bis 6 h, bevorzugt 0,5 bis 5 h, besonders bevorzugt 1 bis 4 h, ganz besonders
bevorzugt 2 bis 4 h durch den Reaktor geleitet. Die Fluidisierungsgeschwindigkeit
des Gasgemischs beträgt 0,02 bis 0,06 m/s. Die Gasgemische I und II weisen
eine Wasserdampfkonzentration von 10 bis 95 Vol.-%, bevorzugt 40 bis 90 Gew.-%,
ganz besonders bevorzugt 50 bis 90 Gew. % und im Falle des Gasgemisches II einen
Sauerstoffgehalt von 0,01 bis 21 Vol.-% auf.
Die Techniken für eine optionale Vermahlung der erfindungsgemäßen
Kieselsäuren sind dem Fachmann bekannt und kann z. B. in Ullmann, 5. Auflage,
B2, 5-20 nachgelesen werden. Bevorzugt werden für die Vermahlung der erfindungsgemäßen
Kieselsäuren in Schritt 3a) und/oder in Schritt 5) Prallmühlen oder Gegenstrahlmühlen
eingesetzt. Die Mahlparameter werden bevorzugt so gewählt, dass das vermahlene
Produkt im Bereich kleiner 1 µm der volumenbezogenen Partikelverteilung einen
Anteil an feinen Partikeln von 5 bis 100 %, bevorzugt 10 bis 95%, besonders bevorzugt
15 bis 95 %, ganz besonders bevorzugt 20 bis 90 % und insbesondere bevorzugt von
40 bis 80 % und/oder einen d90 -Wert der volumenbezogene Partikelverteilungskurve
zwischen 0,01 und 10 µm aufweist.
Die erfindungsgemäßen Kieselsäuren können
in Dichtungsmassen, insbesondere in Siliconkautschuk bzw. Silicondichtungsmassen
und besonders bevorzugt in RTV-1K-Dichtungsmassen verwendet werden. Die Anwendung
ist möglich in verschiedenen Vernetzungssystemen, z. B. acetoxy-vernetzend,
alcoxy-vernetzend und oxim-vernetzend. Diese Systeme finden Anwendung z.B. in der
Bauindustrie als Fugendichtungsmassen, in der Automobilindustrie als Kleb- und Dichtstoff
und als Beschichtungsmassen für z.B. Textilgewebe.
Die Reaktionsbedingungen und die physikalisch/chemischen
Daten der erfindungsgemäßen Fällungskieselsäuren werden mit
den folgenden Methoden bestimmt:
Bestimmung des Feststoffgehalts von Filterkuchen
Nach dieser Methode wird der Feststoffgehalt von Filterkuchen
durch Entfernen der flüchtigen Anteile bei 105 °C bestimmt.
Dazu werden in eine trockene, tarierte Porzellanschale
(Durchmesser 20 cm) 100,00 g des Filterkuchens eingewogen (Einwaage E). Gegebenenfalls
wird der Filterkuchen mit einem Spatel zerkleinert, um lockere Brocken von maximal
1 cm3 zu erhalten. Die Probe wird bei 105 ± 2 °C in einem Trockenschrank
bis zur Gewichtskonstanz getrocknet. Anschließend wird die Probe in einem Exsikkatorschrank
mit Kieselgel als Trocknungsmittel auf Raumtemperatur abgekühlt. Die Auswaage
A wird gravimetrisch bestimmt.
Man bestimmt den Feststoffgehalt (FG) in % gemäß
mit A = Auswaage in g und E = Einwaage in g.
Bestimmung des Feststoffgehalts von Fällsuspensionen
Der Feststoffgehalt der Fällsuspension wird gravimetrisch
nach Filtration der Probe bestimmt.
100,0 ml der homogenisierten Fällsuspension (Vsuspension)
werden bei Raumtemperatur mit Hilfe eines Messzylinders abgemessen. Die Probe wird
über einen Rundfilter (TYP 572, Fa. Schleicher & Schuell) in einer Porzellannutsche
abgenutscht, aber nicht trockengesaugt, um Rissbildung des Filterkuchens zu verhindern.
Anschließend wäscht man den Filterkuchen mit 100,0 ml destillierten Wasser.
Der ausgewaschene Filterkuchen wird in eine tarierte Porzellanschale überführt
und bei 105 ± 2 °C in einem Trockenschrank bis zur Gewichtskonstanz getrocknet.
Nach Abkühlung auf Raumtemperatur wird das Gewicht der getrockneten Kieselsäure
(mProbe) ermittelt.
Der Feststoffgehalt bestimmt sich gemäß:
Bestimmung des Feststoffgehalts von Kieselsäurespeise
Die Kieselsäurespeise wird im IR-Trockner bis zur
Gewichtskonstanz getrocknet. Der Trocknungsverlust besteht überwiegend aus
Wasserfeuchtigkeit.
In eine tarierte Aluminiumschale werden 2,0 g Kieselsäurespeise
eingefüllt und der Deckel der IR-Trockeneinheit (Fa. Mettler, Typ LP 16) geschlossen.
Nach Drücken der Starttaste beginnt die Trocknung der Suspension bei 105 °C,
die automatisch beendet wird, wenn die Gewichtsabnahme pro Zeiteinheit den Wert
von 2 mg/(120 s) unterschreitet.
Die Gewichtsabnahme in % wird vom Gerät bei Anwahl
des 0-100 %-Modus direkt angezeigt. Der Feststoffgehalt ergibt sich gemäß
Bestimmung des pH-Wertes
Die Bestimmung des pH-Wertes der Kieselsäure erfolgt
als 5%ige wässrige Suspension bei Raumtemperatur in Anlehnung DIN EN ISO 787-9.
Gegenüber den Vorgaben dieser Norm wurden die Einwaagen verändert (5,00
g Kieselsäure auf 100 ml entionisiertes Wasser).
Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit
Die Bestimmung der elektrischen Leitfähigkeit von
Kieselsäure wird als 4%ige wässrige Suspension bei Raumtemperatur in Anlehnung
an DIN EN ISO 787-14 durchgeführt.Gegenüber den Vorgaben dieser Norm wurden
die Einwaagen verändert (4,00 g Kieselsäure auf 100 ml entionisiertes
Wasser).
Bestimmung der Feuchte oder des Trockungsverlustes
Die Feuchte von Kieselsäure wird gemäß ISO
787-2 nach 2-stündiger Trocknung in einem Umlufttrockenschrank bei 105 °C
bestimmt. Dieser Trocknungsverlust besteht überwiegend aus Wasserfeuchtigkeit.
Bestimmung des Glühverlustes
Nach dieser Methode wird der Gewichtsverlust von Kieselsäure
in Anlehnung an DIN EN ISO 3262-1 bei 1000 °C bestimmt. Bei dieser Temperatur
entweicht physikalisch und chemisch gebundenes Wasser sowie andere flüchtige
Bestandteile. Die Feuchte (TV) der untersuchten Probe wird nach der zuvor beschriebenen
Methode "Bestimmung der Feuchte bzw. des Trockenverlusts" in Anlehnung an DIN EN
ISO 787-2 ermittelt.
0.5 g der pulverförmigen, kugelförmigen oder
granulären Kieselsäure werden auf 0.1 mg genau in einen vorgeglühten,
tarierten Porzellantiegel eingewogen (Einwaage E). Die Probe wird 2 h bei 1000 ±
50 °C in einem Muffelofen erhitzt. Anschließend wird der Porzellantiegel
in einem Exsikkatorschrank mit Kieselgel als Trocknungsmittel auf Raumtemperatur
abgekühlt. Die Auswaage A wird gravimetrisch bestimmt.
Man erhält den Glühverlust (DIN) GV in % gemäß
F bedeutet die korrigierte Einwaage bezogen auf getrocknete
Substanz in g und errechnet sich nach
In den Berechnungen bedeuten A = Auswaage in g, E = Einwaage
in g und TV = Trockenverlust in %.
Bestimmung der BET-Oberfläche
Die spezifische Stickstoff-Oberfläche (im folgenden
BET-Oberfläche genannt) der pulverförmigen, kugelförmigen oder granulären
Kieselsäure wird in Anlehnung an ISO 5794-1/Annex D mit dem Gerät TRISTAR
3000 (Fa. Micromeritics) nach der Multipointbestimmung gemäß DIN ISO 9277
ermittelt.
Bestimmung der CTAB-Oberfläche
Die Methode beruht auf der Adsorption von CTAB (N-Hexadecyl-N,N,N-trimethylammoniumbromid)
an der "äußeren" Oberfläche der Kieselsäure in Anlehnung an
die ASTM 3765, bzw. NFT 45-007 (Kapitel 5.12.1.3).
Die Adsorption von CTAB erfolgt in wässriger Lösung
unter Rühren und Ultraschallbehandlung. Überschüssiges, nicht adsorbiertes
CTAB wird durch Rücktitration mit NDSS (Dioctylnatriumsulfosuccinat-Lösung,
"Aerosol OT"-Lösung) mit einem Titroprozessor ermittelt, wobei der Endpunkt
durch das Maximum der Trübung der Lösung gegeben ist und mit einer Phototrode
bestimmt wird. Die Temperatur während aller durchgeführten Operationen
beträgt 23 - 25 °C um das Auskristallisieren von CTAB zu verhindern. Der
Rücktitration liegt die folgende Reaktionsgleichung zu Grunde:
Geräte
Titroprozessor METTLER Toledo Typ DL 55 und Titroprozessor
METTLER Toledo Typ DL 70, jeweils ausgerüstet mit: pH-Elektrode, Fabrikat Mettler,
Typ DG 111 und Phototrode, Fabrikat Mettler, Typ DP 550
Titrierbecher 100 ml aus Polypropylen
Titrierglasgefäß, 150 ml mit Deckel
Druckfiltrationsgerät, 100 ml Inhalt
Membranfilter aus Cellulosenitrat, Porengröße 0,1 µm,
47 mm ∅, z. B. Whatman (Best. Nr. 7181-004)
Reagenzien
Die Lösungen von CTAB (CCTAB = 0,015 mol/l
in entionisiertem Wasser) und NDSS (Konzentration = 0,00423 mol/l in entionisiertem
Wasser) werden gebrauchsfertig bezogen (Fa. Bernd Kraft GmbH, 47167 Duisburg: Bestell-Nr.
6056.4700 CTAB-Lösung der Konzentration 0,015 mol/l;
Bestell-Nr. 6057.4700 NDSS-Lösung 0,00423 mol/l), bei 25 °C aufbewahrt
und innerhalb von einem Monat aufgebraucht.
Durchführung
1. Blindtitration
Der Verbrauch an NDSS-Lösung zur Titration von 5 ml
CTAB-Lösung ist 1 x täglich vor jeder Meßreihe zu prüfen. Dazu
wird die Phototrode vor Beginn der Titration auf 1000 ± 20 mV eingestellt (entsprechend
einer Transparenz von 100 %).
Es werden genau 5.00 ml CTAB-Lösung in einen Titrierbecher
pipettiert und man fügt 50,0 ml entionisiertes Wasser hinzu. Unter Rühren
erfolgt die Titration mit NDSS-Lösung nach der dem Fachmann geläufigen
Meßmethode mit dem Titroprozessor DL 55 bis zur max. Trübung der Lösung.
Man bestimmt den Verbrauch VA an NDSS-Lösung in ml. Jede Titration
ist als Dreifachbestimmung auszuführen.
2. Adsorption
10,0 g der pulverförmigen, kugelförmigen oder
granulierten Kieselsäure mit einem Feuchtegehalt von 5 ± 2 % (gegebenenfalls
wird der Feuchtegehalt durch Trocknen bei 105 °C im Trockenschrank oder gleichmäßiges
Befeuchten eingestellt) werden mit einer Mühle (Fa. Krups, Model KM 75, Artikel
Nr. 2030-70) 30 Sekunden lang zerkleinert. Genau 500,0 mg der zerkleinerten Probe
(Einwaage E) werden in ein 150 ml Titriergefäß mit Magnetrührstäbchen
überführt und es werden genau 100,0 ml CTAB-Lösung (T1)
zudosiert. Das Titriergefäß wird mit einem Deckel verschlossen und mit
einem Ultra Turrax T 25 Rührer (Rührwelle KV-18G, 18 mm Durchmesser) bei
18 000 U/min maximal 1 min lang bis zur vollständigen Benetzung gerührt.
Das Titriergefäß wird an den Titroprozessor DL 70 geschraubt und der pH-Wert
der Suspension wird mit KOH (0,1 mol/l) auf einen Wert von 9 ± 0,05 eingestellt.
Es erfolgt eine 4-minütige Beschallung der Suspension
in dem Titriergefäß in einem Ultraschallbad (Fa. Bandelin, Sonorex RK
106 S, 35 kHz, 100 W Effektiv bzw. 200 W Spitzenleistung) bei 25 °C. Anschließend
erfolgt eine umgehende Druckfiltration durch einen Membranfilter bei einem Stickstoffdruck
von 1,2 bar. Der Vorlauf von 5 ml wird verworfen.
3. Titration
5,00 ml des übrigen Filtrats werden in einen 100 ml
Titrierbecher pipettiert und mit entionisiertem Wasser auf 50,00 ml aufgefüllt.
Der Titrierbecher wird an den Titroprozessor DL 55 geschraubt und unter Rühren
erfolgt die Titration mit NDSS-Lösung bis zur maximalen Trübung. Man bestimmt
den Verbrauch VB an NDSS-Lösung in ml. Jede Titration ist als Dreifachbestimmung
auszuführen.
Berechnung
- VA =
- Verbrauch an NDSS-Lösung in ml bei der Titration der Blindprobe
- VB =
- Verbrauch an NDSS-Lösung in ml bei Verwendung des Filtrats
- CCTAB=
- Konzentration der CTAB-Lösung in mol/l
- MCTAB=
- Molmasse von CTAB = 364,46 g/mol
- T1 =
- Zugegebene Menge an CTAB-Lösung in 1
- P =
- Platzbedarf von CTAB = 578,435 m2/g
- E =
- Einwaage an Kieselsäure
Die CTAB-Oberfläche wird auf die wasserfreie Kieselsäure
bezogen, weshalb die folgende Korrektur durchgeführt wird.
Die Feuchte der Kieselsäure wird gemäß der
beschriebenen Methode "Bestimmung der Feuchte" ermittelt.
Bestimmung der DBP-Aufnahme
Die DBP-Aufnahme (DBP-Zahl), die ein Maß für
die Saugfähigkeit der Fällungskieselsäure ist, wird in Anlehnung
an die Norm DIN 53601 wie folgt bestimmt:
12,50 g pulverförmige oder kugelförmige Kieselsäure
mit 0 - 10 % Feuchtegehalt (gegebenenfalls wird der Feuchtegehalt durch Trocknen
bei 105 °C im Trockenschrank eingestellt) werden in die Kneterkammer (Artikel
Nummer 279061) des Brabender-Absorptometer "E" gegeben (ohne Dämpfung des Ausgangsfilters
des Drehmomentaufnehmers). Im Falle von Granulaten wird die Siebfraktion von 1 bis
3,15 mm (Edelstahlsiebe der Fa. Retsch) verwendet (durch sanftes Drücken der
Granulate mit einem Kunststoffspatel durch das Sieb mit 3,15 mm Porenweite). Unter
ständigem Mischen (Umlaufgeschwindigkeit der Kneterschaufeln 125 U/min) tropft
man bei Raumtemperatur durch den "Dosimaten Brabender T 90/50" Dibutylphthalat mit
einer Geschwindigkeit von 4 ml/min in die Mischung. Das Einmischen erfolgt mit nur
geringem Kraftbedarf und wird anhand der Digitalanzeige verfolgt. Gegen Ende der
Bestimmung wird das Gemisch pastös, was mittels eines steilen Anstieges des
Kraftbedarfs angezeigt wird. Bei einer Anzeige von 600 digits (Drehmoment von 0,6
Nm) wird durch einen elektrischen Kontakt sowohl der Kneter als auch die DBP-Dosierung
abgeschaltet. Der Synchronmotor für die DBP-Zufuhr ist mit einem digitalen
Zählwerk gekoppelt, so daß der Verbrauch an DBP in ml abgelesen werden
kann.
Die DBP-Aufnahme wird in g/(100 g) angegeben und anhand
der folgenden Formel berechnet:
mit
- DBP =
- DBP-Aufnahme in g/(100 g)
- V =
- Verbrauch an DBP in ml
-
D =
- Dichte von DBP in g/ml (1,047 g/ml bei 20 °C)
-
E =
- Einwaage an Kieselsäure in g
-
K =
- Korrekturwert gemäß Feuchtekorrekturtabelle in g/(100 g)
Die DBP-Aufnahme ist für die wasserfreie, getrocknete
Kieselsäure definiert. Bei Verwendung von feuchten Fällungskieselsäuren
ist der Korrekturwert K für die Berechnung der DBP-Aufnahme zu berücksichtigen.
Dieser Wert kann anhand der folgenden Korrekturtabelle ermittelt werden, z. B. würde
ein Wassergehalt der Kieselsäure von 5,8 % einen Zuschlag von 33 g/(100 g)
für die DBP-Aufnahme bedeuten. Die Feuchte der Kieselsäure wird gemäß
der Methode "Bestimmung der Feuchte bzw. des Trocknungsverlusts" ermittelt.
Feuchtekorrekturtabelle für Dibutylphthalataufnahme (wasserfrei)
% Feuchte
.% Feuchte
,0
,2
,4
,6
,8
0
0
2
4
5
7
1
9
10
12
13
15
2
16
18
19
20
22
3
23
24
26
27
28
4
28
29
29
30
31
5
31
32
32
33
33
6
34
34
35
35
36
7
36
37
38
38
39
8
39
40
40
41
41
9
42
43
43
44
44
10
45
45
46
46
47
Bestimmung der Silanolgruppendichte
Zunächst wird die Feuchte der Kieselsäureprobe
gemäß der "Bestimmung der Feuchte oder des Trockungsverlustes" ermittelt.
Danach werden 2 - 4 g der Probe (auf 1 mg genau zu bestimmen) in eine druckdichte
Glasapparatur (Glaskolben mit Tropftrichter) mit angeschlossener Druckmessung überführt.
Dort wird sie 1 h bei 120° im Vakuum (< 1 hPa) getrocknet. Bei Raumtemperatur
werden dann aus einem Tropftrichter ca. 40 ml einer entgasten 2%igen Lösung
von LiAlH4 in Diglyme zugetropft. Evtl. wird weitere Lösung zugetropft,
bis keine weitere Druckzunahme zu beobachten ist. Die Druckzunahme durch den bei
der Reaktion des LiAlH4 mit den Silanolgruppen der Kieselsäure entstehenden
Wasserstoff wird über die Druckmessung (bei durch vor der Messung erfolgter
Kalibrierung der Apparatur bekanntem Volumen) auf < 1 hPa genau bestimmt. Aus
der Druckzunahme kann über die Allgemeine Gasgleichung auf die Silanolgruppenkonzentration
der Kieselsäure zurückgerechnet werden, wobei die Feuchte der Kieselsäure
zu berücksichtigen ist. Der Einfluss des Dampfdrucks des Lösungsmittels
ist dabei entsprechend zu korrigieren. Aus der Silanolgruppenkonzentration errechnet
sich wie folgt die:
Bestimmung der Partikelgrößenverteilung mittels Laserbeugung
Die Bestimmung der Partikelverteilung erfolgt nach dem
Prinzip der Laserbeugung auf einem Laserdiffraktometer (Fa. Horiba, LA-920).
Zunächst wird die Kieselsäureprobe in 100 ml
Wasser ohne Zusatz von Dispergieradditiven in einem 150 ml Becherglas (Durchmesser:
6 cm) so dispergiert, dass eine Dispersion mit einem Gewichtsanteil von 1 Gew.-%
SiO2 entsteht. Diese Dispersion wird danach mit einem Ultraschallfinger
(Dr. Hielscher UP400s, Sonotrode H7) über einen Zeitraum von 5 min intensiv
(300 W, nicht gepulst) dispergiert. Dafür ist der Ultraschallfinger so anzubringen,
dass dessen unteres Ende bis ca. 1 cm über dem Boden des Becherglases eintaucht.
Unmittelbar im Anschluss an die Dispergierung wird von einer Teilprobe der mit Ultraschall
beanspruchten Dispersion mit dem Laserdiffraktometer (Horiba LA-920) die Partikelgrößenverteilung
bestimmt. Für die Auswertung mit der mitgelieferten Standardsoftware des Horiba
LA-920 ist ein Brechungsindex von 1,09 zu wählen.
Alle Messungen erfolgen bei Raumtemperatur. Die Partikelgrößenverteilung
sowie die relevanten Größen wie z. B. die Partikelgröße d90
werden vom Gerät automatisch berechnet und grafisch dargestellt. Es sind die
Hinweise in der Bedienungsanleitung zu beachten.
Bestimmung des Kontaktwinkels
Der Kontaktwinkel wird wie in
W.T. Yen, R.S. Chahal, T. Salman, Can. Met. Quart., Vol. 12, Nr. 3, 1973
beschrieben bestimmt.
Bestimmung der modifizierten Stampfdichte
Bei der "herkömmlichen" Stampfdichtebestimmung nach
DIN EN ISO 787-11 kann das Messergebnis dadurch verfälscht werden, dass die
Kieselsäure bereits eine Vorverdichtung z. B. beim Abpacken erfahren hat. Um
dies auszuschließen, wird für die erfindungsgemäßen Kieselsäuren
eine "modifizierte Stampfdichte" bestimmt.
Eine mit einem Rundfilter (z.B. Typ 598, Fa. Schleicher
+ Schüll) versehene Porzellannutsche (Nenngröße 110, Durchmesser
= 12 cm, Höhe = 5,5 cm) wird bis ca. 1 cm unter den oberen Rand locker mit
Kieselsäure gefüllt und mit elastischer Folie (Parafilm®) abgedeckt.
Die Form und Ausmaße der elastischen Folie sind so zu wählen, dass diese
möglichst vollständig mit dem Rand der Porzellannutsche abschließt.
Die Nutsche wird auf eine Saugflasche gesetzt und anschließend wird für
die Dauer von 5 min ein Vakuum von -0,7 bar angelegt. Dabei wird die Kieselsäure
durch die angesaugte Folie gleichmäßig kompaktiert. Danach wird vorsichtig
belüftet und die entstandene Kieselsäureplatte aus der Nutsche durch Stürzen
in eine Porzellanschale entfernt.
Das leicht vorzerkleinerte Material wird über eine
Zentrifugalmühle (ZM 1, Fa. Retsch, 0,5 mm Siebeinsatz, Geschwindigkeitsstufe
1, ohne Zyklon, ohne inneren Trichtereinsatz) mit innerer Auffangschale gleichmäßig
(die Kieselsäure (Edukt) wird langsam - Spatel für Spatel - in die Mühlenaufgabe
gegeben, die innere Produkt-Auffangschale soll nie ganz voll werden) redispergiert
(im Sinne eines Kieselsäure/Luft Aerosols). Dabei darf die Stromaufnahme der
Mühle den Wert von 3 Ampere nicht überschreiten. Bei diesem Vorgang handelt
es sich weniger um eine klassische Vermahlung, als um ein definiertes Auflockern
der Kieselsäurestruktur (von z. B. luftstrahlvermahlenen Kieselsäuren),
da der Energieeintrag hier wesentlich schwächer ist als bei einer Strahlvermahlung.
5 g des so erhaltenen Materials werden in den 250 ml-Messzylinder
des Stampfvolumeters (Typ STAV 2003, Fa. Engelsmann) auf 0,1 g genau eingewogen.
In Anlehnung an DIN ISO 787-11 wird nach 1250maligem Aufstampfen das resultierende
Volumen der Kieselsäure in ml an der Skala abgelesen.
Bestimmung der Gleichgewichtsfeuchte bei 70 % r.F. und 20 °C
Die Bestimmung der Gleichgewichtsfeuchte einer Kieselsäure
erfolgt nach dem Prinzip der dynamischen Wasserdampfsorption. Dabei wird die Gewichtszunahme
bei der Adsorption von Wasser an der Kieselsäureoberfläche bzw. die Gewichtsabnahme
bei der Desorption bestimmt (Gerät: DVS 1000, Fa. SMS). Details zur Durchführung
sind in der Bedienungsanleitung beschrieben. Unter Umständen beobachtet man
eine Hysterese zwischen der Ad- und der Desorptionskurve.
Die Messung erfolgt bei 20 °C. Zu Beginn wird über
10 - 50 mg einer Kieselsäureprobe ein trockener Luftstrom (0 % r.F.) bis zur
Gewichtskonstanz der Probe geleitet. Danach wird die Feuchte des Luftstroms in Schritten
von ca. 10 % erhöht bis zu einer maximalen Luftfeuchte von 97 - 100 %. Nach
jeder Erhöhung der Luftfeuchte wird gewartet, bis sich die Gewichtskonstanz
der Probe eingestellt hat (Kriterium: dm/dt < 0,0005 %/min). Als Gleichgewichtsfeuchte
(20 °C / 70 %) wird die prozentuale Gewichtszunahme (bezogen auf die trockene
Probe bei 0 % r.F.) angegeben, die sich bei 70 % r.F. des Luftstroms während
der Adsorptionsphase einstellt.
Die folgenden Beispiele sollen die Erfindung näher
erläutern, ohne ihren Umfang zu beschränken.
Das an verschiedenen Stellen in der nachfolgenden Vorschrift
des Beispiels 1 eingesetzte Wasserglas und die Schwefelsäure werden wie folgt
charakterisiert:
- Wasserglas: Dichte 1,348 kg/l, 27,0 Gew.-% SiO2, 8,05 Gew.-% Na2O
- Schwefelsäure: Dichte 1,83 kg/l, 94 Gew.-%
Beispiel 1:
In einem 2 m3 Fällbehälter (Durchmesser
160 cm) mit Schrägboden, MIG-Schrägblattrührsystem und Ekato-Fluid-Scherturbine
werden 1500 l entionisiertes Wasser vorgelegt und auf 90 °C aufgeheizt. Nach
Erreichen der Temperatur werden für die Dauer von 52 min Wasserglas mit einer
Dosierrate von 3,52 kg/min und Schwefelsäure mit einer Dosierrate von 0,47
kg/min unter Rühren zudosiert, bis der Viskositätsanstiegspunkt erreicht
ist. Die Dosierrate der Schwefelsäure ist evtl. so zu korrigieren, dass während
dieser Zeitdauer ein pH-Wert von 8,5 eingehalten wird. Anschließend wird die
Dosierung von Wasserglas und Schwefelsäure für die Dauer von 90 min unterbrochen.
Die Fällsuspension wird in dieser Zeit bei 90 °C gerührt. Nach der
Unterbrechung wird mittels Zugabe von Wasserglas der pH-Wert auf 10 innerhalb von
20 min angehoben und für die Dauer von 60 min auf diesem Niveau gehalten. Die
Fällsuspension wird währenddessen weiter bei 90 °C gerührt.
Anschließend wird durch Zugabe von Schwefelsäure der pH-Wert innerhalb
von 5 min wieder auf 8,5 erniedrigt. Nun werden unter Rühren bei 90 °C
gleichzeitig Wasserglas mit einer Dosierrate von 3,52 kg/ h und Schwefelsäure
mit einer Dosierrate von 0,47 kg/h so lange zugegeben, bis sich in der Fällsuspension
ein Feststoffgehalt von ca. 50 g/l einstellt.
Danach wird die Wasserglasdosierung unter Beibehaltung
der Temperatur abgeschaltet und bei gleicher Dosierrate der Schwefelsäure wird
die Fällsuspension auf pH 3 angesäuert.
Die Fällsuspension weist einen Feststoffgehalt von
ca. 50 g/l auf.
Die erhaltene Suspension wird mit einer Membranfilterpresse
filtriert und der Filterkuchen mit entionisiertem Wasser gewaschen, bis im Waschwasser
eine Leitfähigkeit von < 1 mS/cm festzustellen ist. Der Filterkuchen liegt
dann mit einem Feststoffgehalt von < 20 % vor.
Vor der Trocknung mittels Sprühtrockner wird der Filterkuchen
mit entionisiertem Wasser auf einen Feststoffgehalt von 8 - 10 % redispergiert,
wobei darauf zu achten ist, dass er dabei keinen starken Scherkräften ausgesetzt
wird.
Die Eindosierung des verflüssigten Filterkuchens in
den Sprühtrockner erfolgt so, dass die am Trockneraustritt gemessene Temperatur
ca. 150 °C beträgt.
Anschließend wird das Material in einem Wirbelbettreaktor
(Wirbelbetthöhe des expandierten Wirbelbettes ca. 1,5 m, Wirbelbettdurchmesser
ca. 0,5 m) behandelt. Dazu sind die folgenden Bedingungen einzuhalten:
Zunächst werden 30 kg des sprühgetrockneten Pulver
in den Wirbelbettreaktor mit Fluidisierungsboden gefüllt. Der Fluidisierungsboden
wird von einem Gasgemisch aus trockenem Stickstoff und trockener Luft durchströmt.
Diese beiden Gase werden vor dem Eintritt in den Reaktor so dosiert, dass ein resultierender
Sauerstoffgehalt von 6 Vol.-% nicht überschritten wird und dass sich eine Fluidisierungsgeschwindigkeit
im Reaktor von 0,05 m/s ergibt. Der Reaktor wird nun von Raumtemperatur auf 450
°C erhitzt. Die Gasflüsse des Fluidisierungsgases sind in der Aufheizphase
so zu regeln, dass die Fluidisierungsgeschwindigkeit im Reaktor von 0,05 m/s konstant
bleibt.
Nach dem Erreichen von 450 °C wird für die Dauer
von 3 h ein vorgeheiztes Gasgemisch von Wasserdampf, Stickstoff und Luft in den
Reaktor eingespeist. Das Mischen der drei Komponenten erfolgt derart, das sich eine
Wasserdampfkonzentration von 50 % und ein Sauerstoffgehalt von 3 % einstellt. Stickstoff-
und Luftmengen werden so angepasst, dass wieder eine Fluidgasgeschwindigkeit von
0,05 m/s entsteht.
Danach wird die Dampfzugabe unterbrochen. Stickstoff und
Luftmengen werden so adaptiert, dass wieder eine Fluidisierungsgeschwindigkeit von
0,05 m/s und ein Sauerstoffgehalt von ca. 6% resultiert.
Nachdem nach Unterbrechung der Dampfzufuhr mindestens das
fünffache Volumen an trockenem Prozessgas durch den Wirbelbettreaktor geleitet
wurde, wird das Produkt in einer trockenen Prozessgasatmosphäre auf Raumtemperatur
abgekühlt. Das Abkühlen findet unter Fluidisierung in einem Stickstoff-Luft-Gemisch
statt, in dem der Sauerstoffgehalt ca. 6 % beträgt. In der Abkühlphase
ist besonders darauf zu achten, dass jetzt kein Wasserdampf mehr anwesend ist.
Nach der Wirbelbettbehandlung wird das Material auf einer
Fließbettgegenstrahlmühle AFG 50, der Firma Alpine möglichst fein
vermahlen. Die chemisch-physikalischen Daten des Beispiels 1 sind in Tabelle 1 aufgelistet.
Vergleichsbeispiele 1 - 2
Folgende kommerziell erhältlichen hydrophile Kieselsäuren
wurden analytisch untersucht (s. Tabelle 1) und in Beispiel 4 in Dichtungsmassen
eingearbeitet:
- Vergleichsbeispiel 1: Siloa™ 72 X (Fa. Rhodia AG)
- Vergleichsbeispiel 2: Ultrasil® VN 3 (Degussa AG)
Tabelle 1
Beispiel 1
Vergleichsbeispiel 1
Vergleichsbeispiel 2
BET
m2/g
176
167
170
CTAB
m2/g
187
156
153
DBP
g/100g
296
261
222
pH-Wert
-
7,0
5,8
6,4
Trocknungsverlust
%
1,6
2,4
5,5
Glühverlust
%
1,3
2,5
4,2
Silanolgruppendichte
SiOH/nm2
2,729
3,823
3,822
Modifizierte Stampfdichte
g/l
47
72
97
Anteil feiner Partikel < 1 µm 1)
%
15,5
0,0
0,0
Art der Partikelverteilung
Bimodal
Monomodal
Monomodal
Gleichgewichtsfeuchte2)
%
3,5
5,2
8,7
d90-Wert der volumenbezogenen Partikelverteilung
µm
5,76
14,0
24,17
Verhalten der Kieselsäure gegenüber Wasser
Hydrophil
Hydrophil
Hydrophil
1) bei 5 min Ultraschall mit 300 Watt
2) bei 20 °C und 70 % r.F.
Beispiel 2: Anwendungstechnische Prüfungen
2.1 Herstellung von acetatvernetzenden RTV-1K-Silicondichtungsmassen mit Fällungskieselsäuren
Die für die Herstellung der nachfolgenden Formulierung
benötigten Mengen sind in Tabelle 2 angegeben. Während der Herstellung
ist mittels Leitungswasser so zu kühlen, dass sich die Formulierung nicht wesentlich
über Raumtemperatur erwärmt. Die Herstellung erfolgt bei Raumtemperatur
und bei einer relativen Luftfeuchte von 40 bis 60 %.
In einen Planeten-Dissolver (Fa. H. Linden, Typ LPMD 2SP)
ausgestattet mit einem 2 1-Rührgefäß mit Doppelmantel, Kühlwasseranschluss
und unabhängig voneinander steuerbarem Planeten- und Dissolverantrieb, werden
Siliconpolymer, Weichmacher (Siliconöl) und Vernetzer eingewogen und 1 min
bei einer Geschwindigkeit von 50 min-1 (Planetenantrieb) und 500 min-1
(Dissolverantrieb) homogenisiert. Anschließend wird der Katalysator zugegeben
und 15 min unter N2-Atmosphäre bei gleichbleibenden Geschwindigkeiten
des Planeten- und Dissolverantriebs homogenisiert. Danach werden der Stabilisator
und die Kieselsäure ebenfalls bei gleichbleibenden Geschwindigkeiten eingearbeitet.
Sobald die Kieselsäure vollständig benetzt ist, wird ein Vakuum von ca.
200 mbar angelegt und 10 min bei 100 min-1 des Planetenrührwerks
und 2000 min-1 des Dissolvers dispergiert.
Sofort nach Beendigung der Dispergierung wird das Rührgefäß
mit Stickstoff belüftet. Mit einer Fasspresse wird die Dichtungsmasse möglichst
schnell in Aluminiumtuben (Kartuschen) abgefüllt.
2.2 Herstellung von Vulkanisaten aus RTV-1K
Um die anwendungstechnischen Eigenschaften von RTV-1K-Silicondichtungsmassen
zu prüfen, in denen die erfindungsgemäßen Kieselsäuren eingesetzt
werden, müssen aus den zuvor hergestellten Dichtungsmassen Vulkanisate erzeugt
werden. Diese Vulkanisate werden zu Prüfkörpern verarbeitet. Dazu wird
zunächst die Silicondichtungsmasse in ausreichender Menge auf einer glatten
Auflageplatte aufgebracht und mit einem Rakel (Spalthöhe: 2 mm) zu einem Streifen
vom 2 mm Höhe, ca. 80 mm Breite und einer Länge von ca. 300 mm glatt gestrichen.
Dabei ist darauf zu achten, dass sich keine Luftblasen bilden. Aus diesen Siliconstreifen
werden dann die für die jeweilige Prüfung notwendigen Formkörper
ausgestanzt. Die Auflageplatte sollte aus Polypropylen, Polyethylen, Teflon oder
einem anderen Kunststoff bestehen, von dem sich die vulkanisierte Dichtungsmasse
leicht ablösen lässt.
Die Siliconstreifen werden 7 Tage zum vollständigen
Aushärten und anschließend im Normklima (23 °C, 50 % rel. Feuchte)
für mindestens 2 Tage gelagert.
2.3 Bestimmung der rheologischen Eigenschaften und der Lagerstabilität von
RTV-1K-Dichtungsmassen
Die gemäß Beispiel 2, Punkt 1, "Herstellung von
acetatvernetzenden RTV-1K-Silicondichtungsmassen mit Fällungskieselsäuren"
hergestellten Dichtungsmassen werden vor der Prüfung mindestens 24 h im Klimaraum
bei 23 °C / 50 % rel. Feuchte gelagert.
Zur Prüfung der Lagerstabilität der Dichtmassen
werden zwei Tuben für 35 Tage im Klimaraum bei 23 °C / 50 % rel. Feuchte
gelagert und jeweils nach 1, 7, 14, 21, 28 und 35 Tagen Lagerzeit geprüft.
Zudem werden zwei weitere Tuben in einem Umluftofen bei 50 °C für 35 Tage
gelagert und ebenfalls nach 1, 7, 14, 21, 28 und 35 Tagen Lagerzeit geprüft.
Die Bestimmung der rheologischen Eigenschaften erfolgt
mittels eines Rheometers RheoStress 1 der Fa. Haake (Steuerung über PC durch
das Programm RheoWin Pro). Die Bedienung des Geräts und der Software ist in
der Betriebsanleitung von Fa. Haake ausführlich beschrieben. Für die Messung
ist ein Stempel mit einem Durchmesser von 35 mm und der Messplattenaufsatz MPC 35
zu verwenden. Die Messung wird unter folgenden Bedingungen durchgeführt:
Spaltabstand zwischen Stempel und Messplattenaufsatz:
0,5 mm
Messtemperatur:
23 °C
Messbereich (Scherrate):
0 - 10 1/s
Anzahl der Messpunkte:
400
Die Messpunkte werden in einem Diagramm dargestellt, das
auf der x-Achse die Scherrate &ggr; und auf der y-Achse die Schubspannung &tgr;
darstellt. Bei der Scherrate = 10 1/s wird die Schubspannung abgelesen und daraus
die Viskosität &eegr; bei 10 1/s gemäß &eegr; = &tgr; / &ggr;
errechnet. Gemessen werden zwei Tuben, je Tube werden mindestens drei Messungen
durchgeführt. Aus den sechs Einzelergebnissen werden der höchste und niedrigste
Wert gestrichen. Aus den verbleibenden vier Ergebnissen wird der Mittelwert berechnet.
Für die Ermittlung der Fließgrenze wird das Modell
nach Casson verwendet. Als Datenbasis zur Berechnung der Fließkurve nach Casson
wird der Bereich von 0,2 bis 2 1/s aus dem Scherrate-Schubspannung-Diagramm zugrunde
gelegt. Folgende Abhängigkeit wird definiert:
Der Wert auf der y-Achse, bei dem diese die nach Casson
errechneten Fließkurve schneidet, wird als Fließgrenze nach Casson angegeben.
Die Ermittlung sowohl der Viskosität bei 10 1/s als
auch der Fließgrenze nach Casson erfolgt automatisch unter den o. a. Bedingungen
mittels der Software RheoWin Pro.
2.4 Bestimmung der Zugfestigkeit und der Bruchdehnung von vulkanisiertem Siliconkautschuk
Diese Bestimmung erfolgt in Anlehnung an DIN 53504 und
dient zur Ermittlung der Zugfestigkeit und der Bruchdehnung von Probekörpern
bestimmter Form aus Elastomeren bei Dehnung der Probekörper mit konstanter
Geschwindigkeit bis zum Reißen. Dabei sind die Zugfestigkeit und die Bruchdehnung
wie folgt definiert:
- Die Zugfestigkeit &dgr;max ist der Quotient aus der gemessenen
Höchstkraft Fmax und dem Anfangsquerschnitt A0 des Probekörpers.
- Die Bruchdehnung &egr;R ist der Quotient aus der im Augenblick
des Reißens gemessenen Änderung L&Dgr; der Meßlänge
und der ursprünglichen Messlänge L0 des Probekörpers.
Die Messung wird auf einer Zugprüfmaschine (Fa. Zwick/Roell,
Typ Z010) durchgeführt, wobei darauf zu achten ist, dass die vorgewählte
Höchstkraft variabel ist, dass die Einspannvorrichtung den Prüfkörper
auch bei hoher Streckung ohne mechanische Beschädigung festhält und den
Steg des Prüfkörpers auch bei hoher Streckung ohne mechanische Beschädigung
auf der eingestellten Messlänge L0 hält und dass der Federdruck
an den Klemmbacken des Feindehnungsmessers einstellbar ist.
Es sind die in Figur 1 beschriebenen Normstäbe S 1
zu verwenden.
Aus den vulkanisierten 2 mm starken Streifen werden mit
einem Stanzeisen für Normstäbe S 1 die entsprechenden Prüfkörper
ausgestanzt und mindestens 24 h unter Normklima (23 °C, 50 % rel. Feuchte)
bis zur Prüfung gelagert.
Es sind 4-6 Probekörper bei einer Temperatur von (23
± 2) °C zu prüfen. Vor dem Zugversuch ist die Dicke d und die Breite
b der Probekörper zu messen. Beim Einspannen sind die Normstäbe mittig
zwischen die beiden Einspannbacken einzuspannen. Der Abstand zwischen den Einspannbacken
beträgt L = 50 mm. Der Feindehnungsmesser ist auf die Messlänge L0
= 25 mm einzustellen und mittig zwischen den Einspannbacken zu fixieren. Die Anzeigen
sind auf Null zu stellen. Die Vorschubgeschwindigkeit der ziehenden Klemme beträgt
v = 500 mm/min. Es wird die Kraft Fmax und die Längenänderung
L&Dgr; beim Reißen festgestellt. Daraus werden Zugfestigkeit und
Bruchdehnung wie folgt errechnet und als Mittelwert der Einzelmessungen angegeben:
mit
- &dgr;max = Zugfestigkeit in [MPa] oder in [N/mm2]
- Fmax = Höchstkraft in [N]
- A0 = Anfangsquerschnitt (a * b) in [mm2]
mit
- ER = Bruchdehnung in [%]
- L&Dgr; = Längenänderung in [mm]
- L0 = Anfangslänge in [mm]
2.5 Bestimmung des Weiterreißwiderstandes von vulkanisiertem Siliconkautschuk
Diese Bestimmung erfolgt in Anlehnung an ASTM D 624 B.
Der Weiterreißversuch an Elastomeren dient zur Ermittlung des Widerstandes,
den eine eingeschnittene Probe dem Weiterreißen entgegensetzt.
Der Weiterreißwiderstand eines Elastomers ist abhängig
von dessen Formulierungsbestandteilen und dessen Verarbeitung, der Vulkanisation
und der Prüfgeschwindigkeit. Geprüft wird der Einfluss des Verstärkerfüllstoffs
auf den Weiterreißwiderstand der Vulkanisate. Die Messung wird auf einer Zugprüfmaschine
(Fa. Zwick/Roell, Typ Z010) durchgeführt, wobei darauf zu achten ist, dass
die vorgewählte Höchstkraft variabel ist und dass die Einspannungsvorrichtung
den Prüfkörper auch bei hoher Dehnung ohne mechanische Beschädigung
festhält.
Aus den vulkanisierten 2 mm starken Siliconstreifen werden
Prüfkörper (Figur 2) mit einem ASTM D 624 B entsprechenden Stanzeisen
geschnitten und mindestens 24 h unter Normklima (23 °C, 50 % rel. Feuchte)
bis zur Prüfung gelagert.
Das Stanzeisen verfügt am Scheitelpunkt des Innenradius
über ein Messer, mit dem beim Ausstanzen an dieser Stelle ein Schlitz 0,5 mm
± 0,05 mm tief eingeschnitten wird.
Es sind 4-6 Probekörper bei einer Temperatur von (23
± 2) °C zu prüfen. Die Probekörper müssen 3 Stunden vor
der Prüfung bei Prüftemperatur gelagert werden. Die Dicke a der Probekörper
ist vor der Prüfung mit einem Dickenmessgerät auf + 0,01 mm zu ermitteln.
Die Probe wird in die Einspannklemmen der Zugprüfmaschine gespannt und mit
einer Vorschubgeschwindigkeit von v = 500 mm/min gerissen: Dabei ist darauf zu achten,
dass der Schlitz vom Prüfer aus auf der linken Seite liegt.
Die beiden Prüfkörper mit dem höchsten und
dem niedrigsten Wert werden bei der Auswertung nicht berücksichtigt. Der Weiterreißwiderstand
&dgr;w1 in [N/mm] berechnet sich aus den Variablen Fmax1
(Höchstkraft in [N]) sowie a1 (Dicke in [mm]) und wird als Mittelwert
der verbleibenden Einzelmessungen angegeben:
Zur Beurteilung der Standfestigkeit von Siliconkautschukformulierungen,
in die die erfindungsgemäßen Kieselsäuren eingearbeitet wurden, dienen
die Messergebnisse für die Fließgrenze nach Casson und die Viskosität
bei einer Scherrate von 1/10 (Tabelle 3).
Unter Standfestigkeit ist das rheologische Verhalten einer
RTV-1K-Silicondichtmasse zu verstehen. Als gute Standfestigkeit wird bezeichnet,
wenn Siliconkautschuk, auf eine senkrechte Fläche appliziert, dort über
24 h während der Aushärtung ohne Verlaufen haftet. Eine ausreichend gute
Standfestigkeit kann man an einer Viskosität von ≥ 100 Pas und einer
Fließgrenze von ≥ 90 Pa erkennen. Die Werte für die Fließgrenze
nach Casson zeigen deutlich, dass die Fließgrenze der Siliconkautschukformulierungen
enthaltend die erfindungsgemäße Kieselsäure nach Beispiel 1 mit einem
Wert von 90 wesentlich höher liegt als bei den Siliconkautschukformulierungen
enthaltende die Vergleichskieselsäuren. D. h. dass Siliconkautschukformulierungen,
in die die erfindungsgemäßen Kieselsäuren eingearbeitet wurden, daher
eine höhere Standfestigkeit aufweisen. Solche Formulierungen bleiben in der
Form bestehen, in der sie appliziert wurden und zeigen keine Neigung zum Verlaufen.
Dies wird auch durch die Viskositätswerte bestätigt. So zeigen die erfindungsgemäßen
Kieselsäuren gegenüber den Vergleichsbeispielen eine gleiche bis höhere
Viskosität.
Die mechanische Stabilität (Zugfestigkeit und Weiterreißwiderstand)
sowie die Flexibilität (Bruchdehnung) der ausgehärteten Siliconkautschukformulierungen
kann durch deren Verhalten bei Zugbelastung unter verschiedenen Bedingungen beurteilt
werden (Tabelle 4).
Die Messergebnisse für die mechanischen Eigenschaften
können wie folgt interpretiert werden: Für die Siliconkautschukformulierung
2c enthaltend die Kieselsäure nach Vergleichsbeispiel 2 ist es überhaupt
nicht möglich Siliconvulkanisate herzustellen (vollständige Aushärtung
direkt nach Herstellung), demnach sind die mechanischen Eigenschaften auch nicht
messbar. Die Messwerte für die Formulierungen enthaltend die erfindungsgemäße
Kieselsäure nach Beispiel 1 zeigen, dass die Mindestanforderungen an die mechanische
Stabilität (Zugfestigkeit und Weiterreißwiderstand) sowie die Flexibilität
(Bruchdehnung) der ausgehärteten Siliconkautschukformulierungen erfüllt
werden. Im Vergleich zum Vergleichsbeispiel 1 zeigt die erfindungsgemäße
Kieselsäure eine bessere mechanische Stabilität (höhere Messwerte
für Zugfestigkeit und Weiterreißwiderstand) sowie eine gleiche bzw. bessere
Flexibilität (gleiche oder höhere Messwerte für die Bruchdehnung).
Die Lagerstabilität, d. h. die Änderung der rheologischen
Eigenschaften wie Fließgrenze und Viskosität sowie das negative Aushärtverhalten
in der Tube über die Zeit, wird in den Tabellen 5 und 6 dargestellt. Dabei
wurde sowohl die Lagerung bei Raumtemperatur als auch bei erhöhter Temperatur
(50°C) betrachtet. Es zeigt sich deutlich, dass die Siliconkautschukformulierungen
enthaltend die erfindungsgemäße Kieselsäure über den untersuchten
Lagerungszeitraum von 35 Tagen sich nicht oder nur unwesentlich in ihren rheologischen
Eigenschaften, Viskosität bei Scherrate 1/10 und Fließgrenze nach Casson,
verändern. D. h. die guten Verdickungs- sowie Verarbeitungseigenschaften (wie
z.B. Extrudierbarkeit bzw. Auspressbarkeit) sind auch noch nach der Lagerung unter
den genannten Bedingungen vorhanden, ohne dass die Dichtmasse bereits in der Tube
vorvernetzt bzw. ausvulkanisiert ist.
Demgegenüber ist für das Vergleichsbeispiel 1
in Siliconkautschukformulierung 2b schon in den ersten 21 Tagen eine negative Veränderung
der rheologischen Eigenschaften zu beobachten. Im Vergleich zu den Ausgangswerten
steigt die Viskosität und Fließgrenze deutlich an, was auf eine frühzeitige
Vernetzung der Dichtmasse hindeutet. Zwischen dem 21. und 28. Tag härtet die
Probe bereits in der Tube aus und ist damit nicht mehr verarbeitbar. Ähnlich
verhält es sich nach Lagerung bei erhöhter Temperatur. Dort tritt das
frühzeitige Aushärten von Vergleichsbeispiel 1 schon zwischen dem 2. und
7. Tag ein. Noch schlechter verhält sich die Fällungskieselsäure
Ultrasil® VN 3 (Vergleichsbeispiel 2). Hier ist die Siliconkautschukmasse 2c
sofort nach der Herstellung ausgehärtet und eine Abfüllung in die Kartusche
(Tube) ist gar nicht mehr möglich bzw. diese Siliconkautschukmasse ist nicht
für die RTV-1K Anwendungen geeignet. In beiden Fällen ist der Grund dafür
in der zu hohen Feuchtebeladung - ausgedrückt in der Gleichgewichtsfeuchte
20 °C/70 % rel. Feuchte - der beiden Vergleichskieselsäuren zu sehen,
die ein vorzeitiges und rasches Vernetzen des Siliconkautschuks initiiert. Dagegen
kann durch die geringe Feuchtebeladung der erfindungsgemäßen Kieselsäuren
die lange Lagerstabilität und damit die auch danach noch zu gewährleistende
Verarbeitbarkeit sichergestellt werden.
Tabelle 3
Beispiel
Eingesetzte Kieselsäure aus
Beladung
[%]
Gehalt an Vernetzer
[g]
Stabilisator GE TP 3556
[g]
Fließgrenze Casson
[Pa]
Viskosität bei 10 l/s
[Pa*s]
2a
Beispiel 1
12
42,0
8,0
90
102
2b
Vergleichsbeispiel 1
12
42,0
8,0
13
102
2c
Vergleichsbeispiel 2
12
42,0
8,0
/
/
Tabelle 4
Beispiel
Eingesetzte Kieselsäure aus
Beladung
[%]
Zugfestigkeit
[N/mm2]
Weiterreißwider stand an
[N/mm]
Bruchdehnung
[%]
2a
Beispiel 1
12
3,4
12
652
2b
Vergleichsbeispiel 1
12
2,5
11
590
2c
Vergleichsbeispiel 2
12
-
-
-
Tabelle 5: Rheologie über 35 Tage bei RT
Beispiel
Eingesetzte Kieselsäure aus
Beladung in [%]
Gehalt an Vernetzer in [g]
Temp. in [°C]
Dauer in [d]
Visk. Bei 10 l/s in [Pa*s]
Fließgrenze Casson in [Pa]
2a
Beispiel 1
12
42
23
0
103
90
35
108
89
2b
Vergleichsbeispiel 1
12
42
23
0
102
13
21
173
77
Vorvernetzung in der Tube ab dem
22.-28. Tag
2c
Vergleichsbeispiel 2
12
42
23
0
Direkt nach Fertigstellung vollständig
vernetzt
Tabelle 6: Rheologie über 35 Tage bei 50 °C
Beispiel
Eingesetzte Kieselsäure aus
Beladun g in [%]
Gehalt an Vernetzer in [g V]
Temp. in [°C]
Dauer in [d]
Visk. Bei 10 l/s in [Pa*s]
Fließgrenze Casson in [Pa]
2a
Beispiel 1
12
42
50
0
80
98
35
114
121
2b
Vergleichsbeispiel 1
12
42
50
0
218
96
Vorvernetzung in der Tube ab dem
02.-07. Tag
2c
Vergleichsbeispiel 2
12
42
50
0
Direkt nach Fertigstellung vollständig
vernetzt