Die Erfindung bezieht sich auf einen Leitungsschutzschalter
gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
Dabei ist die Erfindung insbesondere anwendbar bei einem
selektiven Hauptleitungsschutzschalter.
Solche selektive Hauptleitungsschutzschalter werden hauptsächlich
in den unteren Anschlussraum von Zählerplätzen beispielsweise in einer
Hausinstallationsanlage eingesetzt und schützen im Zusammenwirken mit den nachgeschalteten
Leitungsschutzschaltern, die jeweils den einzelnen Verbrauchern zugeordnet sind,
die elektrische Installationsanlage vor gefährlichen Überströmen
und Kurzschlussströmen.
Ein wichtiges Funktionsmerkmal dieser Schalter ist die
Selektivitätsanforderung. Danach muss der vorgeschaltete selektive Hauptleitungsschutzschalter
aktiv das heißt im eingeschalteten, nicht ausgelösten Zustand bleiben,
wenn Überströme oder Kurzschlüsse auftreten, die hinter nachgeschalteten
Leitungsschutzschaltern auftreten und von diesen abgeschaltet werden. Im Falle solcher
Kurzschlüsse wird die Kontaktstelle des Hauptleitungsschutzschalters lediglich
geöffnet, wodurch die nachgeschalteten Leitungsschutzschalter insbesondere
kurzschlussstrombegrenzend unterstützt werden; bei Überströmen soll
der Hauptleitungsschutzschalter nicht ansprechen. Lediglich bei Überströmen
und Kurzschlüssen zwischen dem selektiven Hauptleitungsschutzschalter und den
nachgeschalteten Leitungsschutzschaltern soll der selektive Hauptleitungsschutzschalter
den Kurzschlussstrom begrenzen und den Stromkreis abschalten.
Zur Realisierung dieser Selektivitätsanforderung besitzen
selektive Hauptleitungsschutzschalter zusätzlich zur Hauptstrombahn eine Nebenstrombahn,
die parallel zu einer Hauptkontaktstelle angeordnet ist. In der Nebenstrombahn ist
ein Thermobimetall eingesetzt. Die Öffnung der Kontaktstelle der Hauptstrombahn
bewirkt eine Kommutierung des Stromes in die Nebenstrombahn, wodurch das Thermobimetall
aktiviert wird, zeitverzögert das Schaltschloß entklinkt und demgemäß
die Hauptkontaktstrombahn dauerhaft öffnet, wobei eine weitere Kontaktstelle
entweder in der Nebenstrombahn oder in der Hauptstrombahn außerhalb der Nebenstrombahn
angeordnet ist, so dass sowohl die Hauptkontaktstelle als auch diese Nebenkontaktstelle
den Strom unterbrechen.
Die Hauptkontaktstelle im selektiven Hauptleitungsschutzschalter
wird dabei zur Erzielung einer Strombegrenzung von einem Elektromagnetsystem geöffnet,
was zur Folge hat, dass sich die Hauptkontaktstelle im Nulldurchgang des Stromes
wieder schließt. Dies hat zur Folge, dass die Selektivauslösung undefiniert
verzögert wird und dass aufgrund von Pumpbewegungen des beweglichen Kontaktstückes
der Hauptkontaktstelle die Kontaktstücke der Hauptkontaktstelle abbrennen,
weil bei diesen Bewegungen Lichtbögen entstehen. Aus diesem Grunde sind Mittel
erforderlich, um die Hauptkontaktstelle bis zur endgültigen Abschaltung offen
zu halten.
Insbesondere aus der
DE 102 44 961 B3
ist ein selektiver Leitungsschutzschalter bekannt geworden, der eine Hauptkontaktstelle
in einem Hauptstrompfad und parallel zu der Hauptkontaktstelle einen Nebenstrompfad
aufweist, in welchem eine Nebenkontaktstelle angeordnet ist. Im Hauptstrompfad befindet
sich ein Magnetsystem, welches die Hauptkontaktstelle öffnet. Zur Verhinderung
des Schließens vor dem endgültigen Abschalten ist eine Nebenstromwicklung
vorgesehen, die im Nebenstrompfad liegt und die bei Überschreiten eines bestimmten
Strom- Zeitwertes im Nebenstrompfad, insbesondere bei fortbestehendem Kurzschluss,
das Schaltschloß zur bleibenden Kontaktöffnung sowohl der Hauptkontaktstelle
als auch der Nebenkontaktstelle entklinkt.
Eine solche Nebenstromwicklung bedeutet einen erhöhten
Aufwand.
Aufgabe der Erfindung ist es, einen Leitungsschutzschalter
der Eingang genannten Art zu vereinfachen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst
durch die Merkmale des Anspruches 1.
Dabei ist am Magnetanker und/oder am Magnetkern ein Kurschlussring
vorgesehen. Dieser Kurzschlussring, der aus einem Material guter elektrischer Leitfähigkeit,
zum Beispiel Kupfer besteht, wirkt wie folgt:
Beim Ansprechwert des Magnetsystems wird der Magnetanker
oder auch kurz Anker genannt in Richtung des Magnetkerns oder auch kurz Kern genannt,
angezogen. Beim nächsten Stromdurchgang des Wechselstromes ohne Kurzschlussring
vom Kern wieder abfallen. Dieses Abfallen wird durch den Kurzschlussring verhindert,
weil durch die zeitliche Änderung des Magnetfeldes eine Spannung im Kurzschlussring
induziert wird, die durch den Kurzschlussring einen Strom treibt, der ein geeignetes
und entsprechendes Magnetfeld zwischen dem Anker und dem Kern erzeugt. Demgemäß
wird die Magnetkraft zwischen dem Anker und dem Kern noch eine gewisse Zeit aufrecht
erhalten.
Kurzschlussringe als solche sind bekannt. Insbesondere
bei Schützen verwendet man Kurzschlussringe, die in wenigstens eine Jochfläche
eines U- oder E- förmigen lamelierten Ankers eingebracht sind und mit denen
das Brummen des Schützes verhindert wird. Bei Leitungsschutzschaltern, insbesondere
bei selektiven Hauptleitungsschutzschaltem, sind derartige Kurzschlussringe im Anker
oder im Magnetkern nicht angewendet worden.
Der Kurzschlussring kann an unterschiedlichen Stellen angeordnet
werden, wie aus den Unteransprüchen zu entnehmen ist.
Bei einer Ausfertigung wird in die Ankerstirnfläche
eine Nut angebracht, deren Außenumfang vom Außenumfang des Ankers oder
des Kerns beabstandet ist. Es besteht auch die Möglichkeit, an der Außenumfangskante
der Anker- bzw. Kernstirnfläche eine Stufung einzubringen, in die der Kurzschlussring
eingesetzt ist; bei einer weiteren Ausführung kann der Kurzschlussring in eine
umlaufende Nut auf der Außenfläche des Ankers und/oder des Kerns eingesetzt
sein.
Anhand der Zeichnung, in der einige Ausführungsformen
der Erfindung dargestellt sind, sollen die Erfindung sowie weitere vorteilhafte
Ausgestaltungen und Verbesserungen der Erfindung näher erläutert und beschrieben
werden.
Es zeigen
- Fig. 1
- eine Längsschnittansicht durch eine erfindungsgemäße Ausführungsform
eines Magnetsystems,
- Fig. 2
- eine Aufsicht auf die Stirnfläche des Kerns,
- Fig. 3
- eine Schnittansicht durch einen Kern oder einen Anker einer weiteren Ausführungsform,
- Fig. 4
- eine Teilschnittansicht eines Kerns oder Ankers mit einer weiteren Ausführungsform
der Erfindung und
- Fig. 5
- ein F-I- Diagramm zur Erläuterung der Wirkungsweise des Kurzschlussrings.
Ein elektrischer Leitungsschutzschalter, insbesondere ein
Hauptleitungsschutzschalter, der hier nicht näher dargestellt ist, besitzt
ein Magnetsystem 10, dem ein feststehender Magnetkern 11 und ein bewegbarer Magnetanker
12 zugeordnet ist. Der Magnetkern 11 ist an einem Quersteg 13 eines Eisenkreises
14 befestigt und besitzt einen axialen Durchlass 15, durch den ein Schlagstift 16,
der auf ein bewegliches Kontaktstück einer Kontaktstelle vom Anker 12 angetrieben
einwirkt hindurchgreift. Dabei befindet sich in dem Steg 13 Bohrung 16, die mit
dem Durchlass 15 fluchtet.
Der Magnetkern 11 ist von einem Spulenrohr 17 umgeben und
darin fixiert, und das Spulenrohr 17 ist von einer Spulenwicklung 18 umgeben, die
eine Zuleitung 19 und einen Ableitung 20 aufweist, so dass die Spule 18 über
die Zuleitung 19 und Ableitung 20 in einen Strompfad eingeschaltet ist. Bei einem
selektiven Hauptleitungsschutzschalter ist dies ein Hauptstrompfad.
In das Spulenrohr 17 greift wenigstens teilweise der Anker
12 ein, der von einer Feder 21 auf Abstand D zum Magnetkern 11 gehalten ist, wobei
sich dieser Abstand zwischen den Stirnflächen 22 des Magnetkerns 23 und des
Magnetankers befindet. Die Feder 21 beaufschlagt den Magnetanker 12 in Richtung
weg vom Magnetkern 23.
Der Eisenkreis 14 besitzt zwei parallel zur Bewegungsrichtung
des Ankers 12 verlaufende Längsstege 24 und 25, die mittels eines weiteren
Quersteges 26 miteinander verbunden sind, wobei der weitere Quersteg 26 eine Durchgangsöffnung
27 aufweist, durch die der Anker 12 hindurchgreifen kann.
In der Stirnfläche 22 ist eine umlaufende Nut 28 eingebracht,
deren Außenumfang vom Außenumfang der Außenfläche des Magnetkerns
einen Abstand d einnimmt. In diese umlaufende Nut 28 ist ein Kurzschlussring 29
eingesetzt, dessen Funktion weiter unten erläutert wird. Der Kurzschlussring
29 besteht aus elektrisch gut leitfähigem Material, insbesondere aus Kupfer.
In der Fig. 1 und 2 ist dargestellt, dass der Kurzschlussring
29 in die Stirnfläche 22 des Magnetkerns 11 eingesetzt ist. Es besteht in gleicher
Weise auch die Möglichkeit, den Kurzschlussring 29 in eine entsprechend angeordnete
Nut im Magnetanker 12 einzusetzen; die Anordnung der Nut 28 am Magnetanker 12 ist
gleich der Anordnung des Kurzschlussringes bzw. der Nut 28 am Magnetkern.
Die Figuren 3 und 4 zeigen zwei unterschiedliche Anordnungen
eines Kurzschlussringes, wobei eine Unterscheidung zwischen Magnetkern und Magnetanker
nicht getroffen ist. Es sei angenommen, dass die Figuren 3 und 4 einen Magnetanker
darstellen; in der Fig. 3 besitzt der Magnetanker die Bezugsziffer 30 und in der
Fig. 4 die Bezugsziffer 40.
Im Bereich der Übergangskante zwischen der Stirnfläche
31 des Magnetankers 30 ist ein Rücksprung 32 vorgesehen, in den ein Kurzschlussring
33 eingesetzt ist, so dass die freie Kante des Kurzschlussringes 33 praktisch die
Kante zwischen dem Außenumfang des Magnetankers 30 und der Stirnfläche
31 bildet.
Wie erwähnt, könnte diese Anordnung in identischer
Weise auch an einem Magnetkern angeordnet sein.
Bei der Ausführung gemäß Fig. 4 ist der
Magnetanker 40 mit einer an seiner Außenumfangsfläche 41 angeordneten
umlaufenden rillenförmigen Nut 42 versehen, in die der ein Kurzschlussring
43 eingesetzt ist, wobei der Kurzschlussring 43 einem Außendurchmesser aufweist,
der dem Außendurchmesser der Außenfläche 41 entspricht.
Bei den Anordnungen gemäß den Figuren 1 bis 3
befindet sich der Kurzschlussring 29 bzw. 33 im Bereich der Stirnfläche 22
bzw. 31 des Magnetkerns oder des Magnetankers, wodurch die Stirnfläche verkleinert
wird, wogegen bei der Ausführung gemäß Fig. 4 die Stirnfläche
des Ankers 40 oder des Kerns nicht reduziert ist.
Der Kurzschlussring dient zur Offenhaltung des Magnetankers
und darüber hinaus auch der Kontaktstelle, weil im Kurzschlussring ein Stromfluss
erzeugt wird, der phasenverschoben ist und dadurch bewirkt, dass die Magnetkraft
beim Nulldurchgang des Kurzschlussstromes nicht zu Null wird. Dies ist ersichtlich
aus Fig. 5, in der ein Kraft- Strom- Diagramm gezeigt ist, mit einer Kurve F1, die
mit steigendem Strom ansteigt. Entgegengesetzt zur Kraftrichtung F ist der Strom
über der Zeit t als Sinuskurve I1 dargestellt. Wenn kein Kurzschlussring
vorgesehen ist, dann wird sich die magnetische Kraft gemäß der Kurve F2
verändern, wobei entsprechend dem Stromanstieg so wie dem Nulldurchgang sich
die Kraft zwischen einem oberen, maximalen Wert Fo und einem unteren
Wert Fu bewegt, der aufgrund des Nulldurchgangs zu Null wird. Mit einem
Kurzschlussring wird eine Kraft- Stromkurve F3 erzeugt, bei der ein Absinken
der Kraft zu Null verhindert wird, aufgrund des im Ring erzeugten phasenverschobenen
Stromes verhindert wird.
Der Kurzschlussring kann am Magnetanker, am Magnetkern
oder an beiden angeordnet sein.