Die Erfindung betrifft eine Methode zur Datenkonfiguration und Bereitstellung
sowie eine Vorrichtung zur Umsetzung der Methode nach dem Oberbegriff der Ansprüche
1 und 18.
Eine Vielzahl von Betriebsdaten, wie etwa Prozess-, Verfahrens- und
arbeitswirtschaftliche Daten werden heute insbesondere im Bereich des Einsatzes
landwirtschaftlicher Arbeitsmaschinen manuell oder teilautomatisiert erfasst und
bereitsgestellt. Dabei wird das Potential dieser Informationen nur unzureichend
ausgeschöpft, da neben der elektronischen Bereitstellung von maschinenspezifischen
Prozessdaten häufig Arbeitsanweisungen und Leistungsabrechnungsmodi lösgelöst
hiervon mündlich oder schriftlich vorgenommen werden oder die bekannten Systeme
stets nur in einem prozesskettenspezifischen Kontext und nicht prozessübergreifend
eingesetzt werden.
Unter anderem aus der DE 43 22 293
ist ein Verfahren zum elektronischen Managen von landwirtschaftlichen Arbeitsmaschinen
bekannt geworden, bei dem eine zentrale Recheneinheit Arbeitsabläufe zwischen
Arbeitsmaschinen koordiniert. Das offenbarte Verfahren zielt insbesondere darauf
ab, dass dem Landwirt ein Hilfsmittel bereit gestellt wird, mit dem er seine Arbeitsmaschinenflotte
effizient koordinieren und in Abhängigkeit von den ermittelten Erträgen
auszubringende Hilfsstoffe gezielt verabreichen kann. Dies reduziert die Kosten
für die einzusetzenden Hilfsstoffe, da nunmehr beispielsweise nur soviel Düngemittel
in den Boden eingebracht werden muss, wie diesem zuvor durch die sensierte Erntegutmenge
entzogen wurde. Damit diese Düngemittelausbringung geographisch sehr präzise
erfolgen kann, werden die Ertragsdaten mittels Satellitennavigation erfasst und
in einer Datenbank hinterlegt, die dann zur Ausbringung des Düngers abgerufen
wird. Je nach Ausführungsform ist es möglich, dass diese georeferenzierten
Daten vor dem Einsatz in einer Recheneinheit der jeweiligen Arbeitsmaschine hinterlegt
oder während des Einsatzes online an die Recheneinheit der landwirtschaftlichen
Arbeitsmaschine übermittelt werden.
In einer Ausführungsform des Verfahrens kann die als Mähdrescher
ausgeführte landwirtschaftliche Erntemaschine auch ohne Einbeziehung eines
Leitrechners unmittelbar Informationen an Sä- und Düngemaschinen übermitteln,
die zeitgleich die von dem Mähdrescher bereits abgeerntete Fläche bearbeiten.
Wegen der einseitigen Ausrichtung derartiger Managementsysteme auf die bedarfsgerechte
Ausbringung von Hilfsstoffen in Abhängigkeit vom ermittelten Erntegutertrag
sind diese Systeme ungeeignet einen Datentransfer zwischen beliebigen landwirtschaftlichen
Arbeitsmaschinen und/oder stationären Einrichtungen im Sinne einer Prozesskettenoptimierung
sowie die effiziente Einbindung von landwirtschaftlichen Arbeitsmaschinen in bestehende
Prozessketten zu realisieren. Zudem sind die generierten Daten stets auf einen konkreten
Anwendungsfall beschränkt und sind nur in diesem konkreten Anwendungsfall,
nämlich während eines ganz konkreten Feldbearbeitungsschrittes sinnvoll
nutzbar.
Aus der DE 10 2004 034 799.9
ist ein weiteres Datenaustauschsystem bekannt geworden, bei dem ereignisgesteuert
mittels eines Leitrechners zwischen beliebigen landwirtschaftlichen Arbeitsmaschinen
ein Kommunikationssystem, in der Regel zeitlich begrenzt, aufgebaut wird. Derartige
Kommunikationssysteme haben den Vorteil, dass prozesskettenabhängig landwirtschaftliche
Arbeitsmaschinen in das Kommunikationssystem eingebunden und aus diesem entlassen
werden können. Während der Zeit der Einbindung in das Kommunikationssystem
kann jede der landwirtschaftlichen Arbeitsmaschinen auf die in dem Kommunikationssystem
verfügbaren Daten zugreifen und diese nutzen, sodass eine effiziente Optimierung
der Arbeitsabläufe innerhalb einer Prozesskette erreichbar ist. Ein Nachteil
eines derartig strukturierten Kommunikationssystems ist insbesondere der, dass die
Datengenerierung und -bereitstellung an eine konkrete Prozesskette und die in sie
eingebundenen landwirtschaftlichen Arbeitsmaschinen geknüpft ist. Vor- und
nachgelagerte Prozesse wie Auftragserteilung und Auftragsabrechnung, auftragsbezogene
Einbindung in weitere Prozessketten und maschinenspezifische, nicht an eine Prozesskette
gebundene Informationen, wie etwa Wartungsinformationen werden mittels des beschriebenen
Kommunikationssystems nicht erfasst.
Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung ein Kommunikationssystem für
mobile sowie stationäre Einrichtungen vorzuschlagen, welches die beschriebenen
Nachteile des Standes der Technik vermeidet und insbesondere eine maschinenbezogene
umfassende Datenbereitstellung ermöglicht.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden
Merkmale der Ansprüche 1 und 18 gelöst.
Indem die Methode zur Datenkonfiguration und -bereitstellung für
Objekte im wesentlichen in der Weise strukturiert ist, dass dem Objekt in einem
übergeordneten Datenkonfigurator ein auf das jeweilige Objekt bezogener individualisierter
Datensatz zugeordnet wird, ist sichergestellt, dass eine effiziente maschinespezifische
Datenbereitstellung ermöglicht wird. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass
nunmehr die einem Objekt zugeordneten Informationen außerhalb eines konkreten
Einsatzfalles prozessübergreifend verfügbar sind und zur kundenorientierten
Bereitstellung von Dienstleistungskonzepten genutzt werden können.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird der übergeordnete
Datenkonfigurator von einem Internet und der Datensatz als Internetseite in dem
Internet gebildet. Dies hat den Vorteil, dass die Informationen weltweit generierbar
sind und von dem Objekt abgerufen werden können.
Indem die Internetseite dem Objekt zum Zeitpunkt der Auslieferung
von einem Hersteller an einen Abnehmer des Objektes individualisiert zugeordnet
wird, steht der Informationspool unmittelbar von Beginn des Lebenszykluses des Objektes
an zur Verfügung.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist das Objekt
als mobiles Fahrzeug, insbesondere als landwirtschaftliche Arbeitsmaschine ausgeführt,
sodass die Methode auch in einem landwirtschaftlichen Anwendungsfall effizient umsetzbar
ist.
Indem der Datensatz in dem übergeordneten Datenkonfigurator von
externen Anbieter generierbar ist, wird sichergestellt, dass die der Internetseite
zugeordneten Informationen einen hohen Informationsgehalt haben, da die externen
Anbieter insbesondere spezielles Expertenwissen bereitstellen können, welches
unter herkömmlichen Bedingungen nur schwer beschaffbar wäre.
Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung ergibt sich dann, wenn
das Objekt über Mittel zur selbstständigen Konfiguration der Datensätze
verfügt und die Mittel als computerbasiertes Datenverarbeitungssystem ausgebildet
sind, wobei das computerbasierte Datenverarbeitungssystem zumindest eine Steuer-
und Auswerteinheit und eine objektbezogene ID-Adresse umfasst. Auf diese Weise lässt
sich jedes Objekt unkompliziert in ein weltumgreifendes Datenaustauschsystem, das
Internet integrieren, sodass jedes Objekt an einem beliebigen Punkt in der Welt
ansprechbar wird.
Indem der oder die Datensätze von dem Objekt und/oder dem externen
Anbieter editierbar sind, wird erreicht, dass die Datensätze das Objekt in
die Lage versetzen sich in ein Arbeitsumfeld einzuordnen und/oder eine Selbstorganisation
des Objektes möglich machen.
Eine einfach und strukturiert handhabbare Methode der Einordnung in
ein Arbeitsumfeld und/oder die Selbstorganisation des Objektes wird dann erreicht,
wenn eine Verknüpfung von Programmmodulen zu den Datensätzen vorgesehen
ist. In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung können die Programmmodule
zumindest in der dem Objekt zugeordneten Steuer- und Auswerteinheit, dem Datenkonfigurator
oder einer von dem Datenkonfigurator ansprechbaren Datenspeicher- und Editiereinheit
hinterlegt sein und/oder in diesen generiert werden. Eine hoher Flexibilität
des Datenhandlings ergibt sich dann, wenn die Programmmodule in einer Kombination
aus Steuer- und Auswerteinheit, dem Datenkonfigurator oder einer von dem Datenkonfigurator
ansprechbaren Datenspeicher- und Editiereinheit hinterlegt sind und/oder in diesen
generiert werden.
In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist das Objekt als landwirtschaftliche
Arbeitsmaschine ausgebildet und die Datensätze umfassen Herstellerinformationen,
Maschineninformationen, Betreiberinformationen, landwirtschaftliche Informationen,
Vernetzungsinformationen und Instandhaltungsinformationen oder eine Kombination
aus diesen, sodass die Datensätze einen hohen Informationsgehalt aufweisen.
In einer Ausgestaltung der Erfindung können die Datensätze
Prozessketten abbilden und das jeweilige Objekt Bestandteil einer oder mehrerer
Prozessketten sein. Dies hat insbesondere den Vorteil, dass das jeweilige Objekt
problemlos in beliebige Prozessketten integrierbar ist.
Ein strukturierter Aufbau der Datensätze und ein sicherer Austausch
von Informationen ergibt sich in vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung dann,
wenn die Modulation der Programmmodule in einer universellen Modulationssprache
erfolgt und die Datensätze editierbar und stufenweise durch Integration weiterer
Programmmodule verfeinerbar sind.
Indem die Vorrichtung zur Umsetzung der Methode zur Datenkonfiguration
und -bereitstellung so ausgeführt ist, dass das Objekt zumindest eine Steuer-
und Auswerteinheit umfasst und dem Objekt mittels der Steuer- und Auswerteinheit
eine objektbezogene ID-Adresse zuordenbar ist und die Steuer- und Auswerteinheit
einen Datenaustausch mit einem übergeordneten Datenkonfigurator ermöglicht
Lind der Datenkonfigurator dem Objekt einen individualisierten und editierbaren
Datensatz über die Steuer- und Auswerteinheit zuordnet, wird auf konstruktiv
einfache Weise die Möglichkeit geschaffen, eine maschinenbezogene umfassende
Datenbereitstellung zu ermöglichen.
In einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung wird die Freischaltung
der ID-Adresse von dem Hersteller des Objektes bei Übergabe des Objektes an
einen Abnehmer vorgenommen, sodass mit dem in Verkehr bringen des Objektes diesem
ein individualisierte Informationsspeicher zugeordnet ist.
Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen sind Gegenstand weiterer Unteransprüche
und werden nachfolgend an Hand in mehreren Figuren dargestellter
Ausführungsbeispiele beschrieben. Es zeigen:
1 eine schematische Flussbilddarstellung der erfindungsgemäßen
Methode
2 eine Detail der erfindungsgemäßen Methode
in Flussbilddarstellung
3 die schematische Darstellung eines landwirtschaftlichen
Anwendungsfalles der erfindungsgemäßen Methode.
Die Erfindung wird nachfolgend an einem landwirtschaftlichen Anwendungsfall
beschrieben, wobei das erfindungsgemäße Objekt 1 als landwirtschaftliche
Arbeitsmaschine 2 ausgeführt ist, die Erfindung jedoch ausdrücklich
nicht auf diesen Anwendungsfall beschränkt sein soll, sondern auf beliebigen
Gebieten einsetzbar ist, wo bestimmten Objekten 1 informationstechnische
Abbilder des jeweiligen Objektes 1 zugeordnet sind und die Objekte
1 auf diese noch näher zu beschreibenden Abbilder zugreifen können.
1 zeigt zunächst die erfindungsgemäße
Methode anhand eines Flussdiagramms. Das von dem Hersteller 3 gefertigte
Objekt 1, die landwirtschaftliche Arbeitsmaschine 2, wird nach
Fertigstellung entweder unmittelbar von diesem oder über Vertriebsorganisationen
an einen Abnehmer 4 übergeben. Der Abnehmer 4 kann dabei
entweder unmittelbar der Endkunde, ein Landwirt oder ein Lohnunternehmer oder ein
Zwischenhändler sein. Mit der Übergabe der landwirtschaftlichen Arbeitsmaschine
2 ist diese von dem Hersteller 3 selbst oder von beauftragten
Dritten so eingerichtet worden, dass sie über ein noch näher zu beschreibendes
Datenübertragungssystem 5 mit einem übergeordneten Datenkonfigurator
6 Informationen austauschen kann. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
wird der übergeordnete Datenkonfigurator 6 von einem weltweit zugänglichen
Internet 7 gebildet. Mit der Übergabe des Objektes 1 hat
der Hersteller 3 zugleich in dem übergeordneten Datenkonfigurator
6 über ein Kommunikationssystem 8 eine so genannte Internetseite
9 angelegt, auf die das Objekt 1 mittels des Datenübertragungssystems
5 zugreifen kann. Auf der Internetseite 9 sind in erfindungsgemäßer
Weise auf das Objekt 1, im vorliegenden Fall die landwirtschaftliche Arbeitsmaschine
2, bezogene individualisierte, noch näher zu beschreibende Datensätze
10 hinterlegt.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel umfassen die hinterlegten
Datensätze zunächst Herstellerinformationen 11, wie etwa, Produktdokumentationen,
Bedienungsanweisungen und Reparaturanweisungen. Diese Informationen ermöglichen
es schließlich dem Betreiber der landwirtschaftlichen Arbeitsmaschine
2 von der individualisierten Internetseite 9 maschinenspezifische
Daten abzurufen, die unabhängig von der Einbindung des Objektes 1
in beliebige Prozessketten sind, da sie ausschließlich auf das Objekt
1 als solches bezogen sind.
Weiter umfasst der individualisierte Datensatz 10 Maschineninformationen
12, die neben prozessabhängigen auch prozessunabhängige Informationen
umfassen können. Zunächst kann hier ein so genanntes Maschinenprofil hinterlegt
sein, welches Maschinenspezifikationen, Leistungsparameter, technische Daten, Softwareversionen
und installierte Systeme umfasst. Weiter können die Maschineninformationen
Informationen darüber umfassen, welche Anwendungen und Prozesse von der landwirtschaftlichen
Arbeitsmaschine 2 unterstützt werden. Hier sind vor allem Informationen
darüber zu erhalten, ob und wie Qualitätsmanagementsysteme, automatische
Prozessdatenerfassungen und Abfuhrlogistiken unterstützt werden. Weiter ist
es denkbar, dass die Maschineninformationen 12 Informationen darüber
umfassen, ob die konkrete landwirtschaftliche Arbeitsmaschine 2 Wendeautomatiken,
Teleprozessoptimierungen und Lenkautomationen unterstützt und gegebenenfalls
wie dies zu erfolgen hat.
Ein weiterer Bestandteil des Datensatzes 10 können so
genannte Betreiberinformationen 13 sein, die individualisiert auf den die
landwirtschaftliche Arbeitsmaschine 2 nutzenden Abnehmer 4 zugeschnitten
sind und vor allem Merkmale des Fuhrparkmanagements, Angaben zur Fahrzeugflotte
und Informationen zu verfügbaren betriebswirtschaftlichen Systemen, wie etwa
Abrechnungssoftware und Mietmanagementsysteme umfassen.
Weiter kann der Datensatz landwirtschaftliche Informationen
14 im weitesten Sinne umfassen. Derartige Informationen sind maßgeblich
an die Struktur der jeweiligen Prozesskette, in welche die landwirtschaftliche Arbeitsmaschine
2 eingebunden ist gekoppelt. Zu nennen wären hier beispielsweise Informationen
bezüglich des Farmmanagements, der Qualitätssicherung und notwendige Daten
für die Nutzung von Mapping- und Precision Farming Tools.
Zudem kann der Datensatz 10 so genannte Vernetzungsinformationen
15 umfassen, die im wesentlichen Auskunft darüber geben, über
welche Kommunikationsausstattung die landwirtschaftliche Arbeitsmaschine
2 verfügt oder prozesskettenabhängig welche Kommunikationssysteme
regionenspezifisch verfügbar sind.
Schließlich kann der Datensatz 10 auch so genannte Instandhaltungsinformationen
16 umfassen, die im wesentlichen Aufschluss darüber geben, wann und
wie Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen sind, welche Diagnosesysteme
zur Verfügung stehen, ob Prognosesysteme verfügbar sind und wie diese
gehandhabt werden.
Wegen der Vielzahl an Informationen, die die erfindungsgemäßen
Datensätze 10 umfassen können, kann die Beschaffung dieser Informationen
mitunter erhebliches Expertenwissen erfordern. Deshalb ist das erfindungsgemäße
Datenkonfigurations- und -bereitstellungssystem 17 so strukturiert, das
die auf der individualisierten Internetseite 9 hinterlegten Datensätze
10 von dem Hersteller 3, der landwirtschaftlichen Arbeitsmaschine
2 und von externen Anbietern 18 oder einer Auswahl von diesen
gemeinschaftlich generiert und in die Internetseite 9 integriert werden.
In einem einfachen Anwendungsfall könnte die Informationsbereitstellung so
strukturiert sein, dass der Hersteller 3 alle herstellerspezifischen Informationen
bereitstellt, während die landwirtschaftliche Arbeitsmaschine 2 maschinenspezifische
und prozesskettengebundene Informationen, wie optimierte Arbeitsparametereinstellungen,
Qualitätsinformationen wie Kornverluste und Erntegutinformationen wie etwa
Gutfeuchte bereitstellt. Externe Anbieter 18 können diejenigen Informationen
bereitstellen, die ein irgendwie geartetes Spezialwissen erfordern und nicht oder
nur mit erheblichem Aufwand von dem Hersteller 3 oder dem Maschinenbetreiber
generierbar sind. Hier wären neben betriebswirtschaftlichen Abrechnungs- und
Auftragsverwaltungssystemen, Informationen über Fuhrparks und im Zusammenhang
mit einer speziellen Prozesskette beispielsweise regionenspezifische Informationen
zu nennen.
Zudem kann das erfindungsgemäße Datenkonfigurations- und
-bereitstellungssystem 17 so konfiguriert sein, dass die individualisierte
Internetseite 9 zunächst nur eine Grundkonfiguration des erfindungsgemäßen
Datensatzes 10 umfasst. Im einfachsten Fall wird diese Grundkonfiguration
von dem Hersteller 3 erstellt. Über die Lebensdauer des Objektes kann
nun der über die individualisierte Internetseite 9 abrufbare Datensatz
10 vervollständigt, angepasst oder feiner untergliedert werden, sodass
sich zunehmend ein immer individueller auf das jeweilige Objekt 1 abgestimmter
Datensatz 10 ergibt.
Ein besonders effizientes Datenkonfigurations- und -bereitstellungssystem
17 ist in 2 schematisch dargestellt. Die individualisierte
Internetseite 9 ist zunächst mit einer Datenmodulspeicher- und -editiereinheit
19 verbunden, in der noch näher zu beschreibende Datenmodule
20–27 hinterlegt sind. Im dargestellten Ausführungsbeispiel
umfassen die Datenmodule beispielhaft ein Auftragsmodul 20, ein Flottenplanungsmodul
21, ein Getreideerntemodul 22, ein Stroh-Pressen-Modul
23, ein Modul Erntegut bergen 24, ein Wartungsmodul
25, ein Abrechnungsmodul 26 sowie ein Reparaturmodul
27. Über den Datenkonfigurator 6, im dargestellten Ausführungsbeispiel
das Internet 7 kann nun der Betreiber der landwirtschaftlichen Arbeitsmaschine
2 und/oder ein externe Anbieter 18 ein auf das jeweilige Objekt
1 zugeschnittenes Programmmodul 28 generiert werden, das unmittelbar
zur Einbindung der landwirtschaftlichen Arbeitsmaschine 2 in eine Prozesskette,
hier die Getreideernte, bestimmt ist. Jeder dieser Programmmodule 20–27
kann nun wieder wie der Datensatz 10 nach 1
strukturiert sein, wobei die Informationsblöcke 11–16
entweder jedem Programmmodul 20–27 oder einheitlich dem
neu generierten übergeordneten Programmmodul 28 zugeordnet werden.
Indem die Programmmodule 20–27 in einer übergeordneten
Datenspeicher- und -editiereinheit 19 hinterlegt sind, kann die landwirtschaftlicher
Erntemaschine 2 entweder im Bedarfsfall, wie etwa bei Beschädigungen
kontextrelevant auf das spezielle Programmmodul Reparatur 27 zugreifen
oder sich in bestehende durch einen übergeordneten Programmmodul
28 definierte Prozessketten integrieren. Auf diese Weise wird es möglich,
dass die landwirtschaftliche Arbeitsmaschine 2 die Fähigkeit erhält
sich selbsttätig in ein bestehendes Arbeitsumfeld einzuordnen, was im konsequentesten
Fall zu einer Selbstorganisation der landwirtschaftlichen Arbeitsmaschine
2 führt. Da die Datenspeicher- und -editiereinheit 19 über
ein Internet 7 angesprochen wird, kann diese von einem oder mehreren irgendwo
in der Welt positionierten Servern 29 gebildet werden. Denkbar wäre
aber auch, dass die Datenspeicher- und -editiereinheit 19 unmittelbar auf
der landwirtschaftlichen Arbeitsmaschine 2 selbst angeordnet ist. Damit
ferner der Austausch der Programmmodule 20–28 in dem Internet
7 problemlos erfolgen kann, sind die die Datensätze 10 umfassenden
Programmmodule 20–28 in einer an sich bekannten universellen
Modulationssprache erstellt.
3 verdeutlicht anhand eines konkreten Einsatzfalles
einer landwirtschaftlichen Arbeitsmaschine 2 die Wirkungsweise und den
Ablauf der erfindungsgemäßen Methode. Die landwirtschaftliche Arbeitsmaschine
2 ist als Mähdrescher 30 ausgeführt. Der Mähdrescher
30 verfügt über eine Steuer- und Auswerteinheit 31 der
herstellerseitig eine ID-Adresse 32 zugeordnet wurde mittels derer der
Mähdrescher 30 auf die individualisierte Internetseite 9
des als Internet 7 ausgeführten übergeordneten Datenkonfigurators
6 zugreifen kann. Über eine Fuhrparkzentrale 33 wurde ein
Auftragsmodul 20 für den Mähdrescher 30 erstellt, welches
dieser über die ihm individualisiert zugeordnete Internetseite 9 in
der zuvor beschriebenen Weise abrufen kann. Der Auftrag betrifft das Abernten eines
Nutzterritoriums 34, auf welchem die Prozesskette Getreideernte bereits
begonnen hat. Im dargestellten Ausführungsbeispiel sind hierfür symbolisch
ein Mähdrescher 35 und ein so genanntes Abtankfahrzeug 36
dargestellt. Der Mähdrescher 35 und das Transportfahrzeug
36 verfügen über an sich bekannte und deshalb nicht näher
beschriebene Datenaustauschsysteme 37 mittels derer sie untereinander und
mit einer zentralen Recheneinheit 38 Daten austauschen
können. Insbesondere werden auf diesem Wege Positionsdaten, Erntegutmengen
und Erntegutqualitäten ausgetauscht. In der zentralen Recheneinheit
38 ergibt sich damit ein exaktes Bild von dem momentanen Abarbeitungsgrad
der Prozesskette Getreideernte, insbesondere welche Bereiche des zu bearbeitenden
Nutzterritoriums 34 noch abgeerntet werden müssen. Diese Informationen
werden von der als externer Anbieter 18 fungierenden Recheneinheit
38 über an sich bekannte Datenübertragungssysteme 39
in das Internet 7, den übergeordneten Datenkonfigurator
6, übertragen. Diese Informationen kann der Mähdrescher
30 als Programmmodul Getreideernte 22 in seine individualisierte
Internetseite 9 einbinden. Denkbar wäre auch, dass diese Einbindung
unmittelbar von der externen Recheneinheit 38 vorgenommen wird. Weiter
kann die Fuhrparkzentrale 33 dem Mähdrescher 30 zugleich
einen Programmmodul Abrechnung 26 zuordnen, sodass die von dem Mähdrescher
30 erbrachten Leistungen schließlich unmittelbar abgerechnet werden
können. Die beispielhaft ausgewählten Programmmodule 20,
22, 26 bilden dabei den die erfindungsgemäßen Datensätze
10 umfassenden übergeordneten Programmmodul 28.
In den gewählten Programmmodulen 20, 22,
26 sind nun alle diejenigen Informationen enthalten, die den Mähdrescher
30 zunächst zu dem zu bearbeitenden Territorium 34 führen,
die Einordnung des Mähdreschers 30 in die bereits gestartete Prozesskette
bewirken, eine Optimierung der Maschinenparameter unter dem Gesichtspunkt der Erzeugung
eines qualitativ hochwertigen Ernteproduktes und einer effizienten Maschinenauslastung
zulassen und schließlich die einfache Abwicklung der Rechnungsstellung an den
Besitzer des bearbeiteten Territoriums 34 gewährleistet. Tritt nun
während dieses Einsatzes an dem Mähdrescher 30 ein Schaden auf,
ist der Mähdrescher 30 über seine individualisierte Internetseite
9 und die ihm zugeordnete ID-Adresse einen Programmmodul Reparatur
27 zu aktivieren, der ihm entweder eine Online-Hilfe zur Durchführung
der Reparatur bereitstellt.
Denkbar wäre aber auch, dass die Aktivierung des Programmmoduls
Reparatur 27 unmittelbar über geeignete Datenaustauschsysteme
39 eine Reparaturwerkstatt 40 in den Reparaturprozess einbindet,
im einfachsten Fall mit der Durchführung der Reparatur beauftragt. Es liegt
zudem im Rahmen der Erfindung, dass die Reparaturwerkstatt 40 selbst den
Programmmodul Reparatur 27 bereitstellt. Ein analoges Vorgehen kann dann
vorgesehen sein, wenn an dem Mähdrescher 30 Wartungsarbeiten durchgeführt
werden sollen und der Mähdrescher 30 über seine individualisierte
Internetseite 9 einen Programmmodul Wartung 25 aktiviert, wobei
auch in diesem Fall der aktivierte Programmmodul 25 alle für den Betreiber
des Mähdreschers 30 erforderlichen Informationen umfasst.
Es liegt im Rahmen des Könnens eines Fachmanns die beschriebene
Methode in nicht dargestellter Weise abzuwandeln oder in anderen als den dargestellten
Anwendungsfällen einzusetzen, um die beschriebenen Effekte zu erzielen, ohne
dabei den Rahmen der Erfindung zu verlassen.
- 1
- Objekt
- 2
- landwirtschaftliche Arbeitsmaschine
- 3
- Hersteller
- 4
- Abnehmer
- 5
- Datenübertragungssystem
- 6
- Datenkonfigurator
- 7
- Internet
- 8
- Kommunikationssystem
- 9
- Internetseite
- 10
- Datensatz
- 11
- Herstellerinformationen
- 12
- Maschineninformationen
- 13
- Betreiberinformationen
- 14
- landwirtschaftliche Informationen
- 15
- Vernetzungsinformationen
- 16
- Instandhaltungsinformationen
- 17
- Datenkonfigurations- und -bereitstellungssystem
- 18
- Externer Anbieter
- 19
- Datenspeicher- und -editiereinheit
- 20
- Auftragsmodul
- 21
- Flottenplanungsmodul
- 22
- Getreideerntemodul
- 23
- Modul Stroh pressen
- 24
- Modul Erntegut bergen
- 25
- Wartungsmodul
- 26
- Abrechnungsmodul
- 27
- Reparaturmodul
- 28
- Programmmodul
- 29
- Server
- 30
- Mähdrescher
- 31
- Steuer- und Auswerteinheit
- 32
- ID-Adresse
- 33
- Fuhrparkzentrale
- 34
- Nutzterritorium
- 35
- Mähdrescher
- 36
- Abtankfahrzeug
- 37
- Datenaustauschsystem
- 38
- zentrale Recheneinheit
- 39
- Datenaustauschsystem
- 40
- Reparaturwerkstatt