Die vorliegende Erfindung betrifft ein System und ein Verfahren zur
zumindest teilautomatisierten Verwaltung von medizinischen Ereignissen von Personen,
vorzugsweise von Terminen zur Impfung von Patienten.
Die nachfolgende Erfindung ermöglicht die Sicherstellung der
Einhaltung von medizinischen Ereignissen, wie Untersuchungsterminen, Nachuntersuchungsterminen,
Terminen für Vorsorgeuntersuchungen, beispielsweise Krebsvorsorge jeglicher
Art, Terminen zur Impfung und dergleichen medizinischen Ereignissen. Nachfolgend
wird die Erfindung im wesentlichen anhand einer Verwaltung von Terminen zur Impfung
von Patienten näher beschrieben. Dabei wird insbesondere aufgezeigt, wie sichergestellt
werden kann, dass über mehrere Jahre verteilte Termine auf einfache Art und
Weise eingehalten werden können. Die Erfindung ist dabei nicht auf Termine
zur Impfung beschränkt, sondern erfasst jegliche Art der Terminverfolgung von
medizinischen Ereignissen.
Problemstellung:
Die zum Erhalt der Gesundheit nötigen Impfungen scheitern oftmals
daran, dass gerade gesunde erwachsene Menschen durch unregelmäßige Arztbesuche
oft vergessen, alle wichtigen Folgeimpfungen wahrzunehmen. Auch wenn die heute in
den Arztpraxen installierte Software eine Impfplanung unterstützt, hängt
es in den meisten Fällen von der Sorgfalt der Ärzte ab, ob eine Benachrichtigung
der Patienten erfolgt. Gründe hierfür können sein:
- – Zeitspannen von mehreren Jahren; die insbesondere bei Impfungen einzuhalten
sind (Impfauffrischung), lassen sich durch häufige Software-Updates oder durch
die Installation von neuer Software nur schwer abbilden.
- – Der Arzt kann durch den hohen Kostendruck die Terminverfolgung nicht
sicher und günstig gewährleisten.
- – Der Patient wechselt in der Zwischenzeit den Arzt. Der vorherige und
der neue Arzt werden hierüber nicht informiert.
- – Der behandelnde Arzt beendet seine Tätigkeit.
- – Der Patient wechselt seinen Wohnsitz.
Bisher fehlt im Stand der Technik eine unabhängige, den jeweiligen
Ärzten übergeordnete Instanz zur Verwaltung von Terminen medizinischer
Ereignisse von Patienten.
Es ergeben sich daraus die nachfolgenden patientenseitigen Fragen
beziehungsweise Problemstellungen:
- – Patienten vergessen Impftermine, insbesondere über Jahre verteilte
Termine, beispielsweise über Jahre verteilte Intervalltermine wie Tetanusimpfungen
(Intervall: etwa 10 Jahre) oder dergleichen Impfungen.
- – Auswirkungen eines fehlenden Impfschutzes können dann lebensbedrohlich
sein oder massive gesundheitliche Einschränkungen zur Folge haben, beispielsweise
bei Hepatitis oder dergleichen. Oftmals sind sich die Patienten der Folgen nicht
bewusst.
- – Patientenseitig kann nicht sichergestellt werden, an den nächsten
anstehenden Impftermin rechtzeitig erinnert oder über diesen informiert zu
werden. Dies ist um so wichtiger bei exakt einzuhaltenden Impfungsintervallen. Die
konkrete Planung der meisten Menschen geht insbesondere diesbezüglich nicht
über einen Zeitraum von einem Jahr hinaus.
- – Bei der Impfungsplanung ist die Überwachung und Einhaltung sich
möglicherweise behindernder medizinischer Ereignisse und/oder Impfstoffe im
Hinblick auf eine ganzheitliche Betrachtung bisher nicht gegeben.
Problemlösung:
Zur Lösung der oben aufgezeigten Problematiken wird mit der vorliegenden
Erfindung ein System und ein Verfahren der eingangs genannten Art vorgeschlagen,
welches Patienten zumindest teilautomatisch informiert und welches durch ständige
Wartung fortwährend zur Verfügung steht. Der Erfindung liegt dabei die
Erkenntnis zugrunde, dass im Falle einer anstehenden Impfung der Patient durch eine
automatisch generierte Benachrichtigung mittels eines Nachrichtendienstes eine Kommunikationssystems,
insbesondere einem Telefonanruf, einer SMS, einer MMS, einer Faxnachricht, einer
E-Mail, einer automatischen Briefsendung oder dergleichen automatisierten Nachricht,
an diesen Termin erinnert und auf Wunsch mit dem zuständigen Arzt zwecks Terminvereinbarung
in Kontakt treten kann, insbesondere durch Weiterverbindung mittels Telefonanruf,
Antwort-SMS, -MMS, -E-Mail oder dergleichen.
Zur Sicherstellung dieser Funktionalitäten kommen in einer bevorzugten
Ausgestaltung der Erfindung die nachfolgend näher beschriebenen System-Komponenten
zum Einsatz:
- 1. Schnittstelle zur Administration von Impfungen für Patient und/oder
Arzt über ein Kommunikationsnetz, vorzugsweise in Form einer Portalseite zur
Administration im Internet. Die Schnittstelle ermöglicht dabei insbesondere
eine Terminverwaltung hinsichtlich Erfassung, Veränderung und/oder Erinnerung
von Terminen.
- 2. Datenbank für die Hinterlegung medizinischen Ereignissen, vorzugsweise
Impfplänen, sowie zur Hinterlegung von Patientendaten, wie Name, Anschrift,
Alter, Krankheiten, Medikamente, Impfstoffe, Verträglichkeiten von Stoffen,
Termine und/oder dergleichen. Dabei wird bedarfsweise sichergestellt,
dass entsprechende Daten nur von autorisierten Personen über gesicherte Verbindungen
einsehbar und/oder nutzbar sind.
- 3. Nutzung eines Sprachdialogsystems zur automatisierten Abwicklung der Terminverwaltung,
insbesondere hinsichtlich Erfassung, Veränderung und/oder Erinnerung an beziehungsweise
von Terminen. Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung bedient sich hierzu eines
IVR-Systems (Interactive Voice Response).
1. Schnittstelle zur Administration (Portalseite zur Administration)
Die Administrationsschnittstelle/Portalseite, vorzugsweise zur Verfügung
gestellt im beziehungsweise über das Internet, stellt die Benutzerschnittstelle
zwischen dem System, dem Arzt beziehungsweise dem Patienten dar. Die hier eingegebenen
Informationen sind beispielsweise die Kontaktdaten des Patienten beziehungsweise
des Arztes, dem Impfplan für die Impfungen in den kommenden Jahren und gegebenenfalls
die Impfstofflieferanten. Um den Patienten auf einen bevorstehenden Termin hinzuweisen
zu können, ist es vorteilhafterweise möglich Nachrichtendienste des Kommunikationsnetzes
zu nutzen. Dabei erfolgt eine Benachrichtigung über eine Benachrichtigungseinrichtung
vorzugsweise über das Telefon, mittels SMS, mittels MMS, mittels E-Mail und/oder
mittels eines Sprachdialogs eines IVR-Systems, beispielsweise derart „Guten
Tag. Hier ist der automatische Benachrichtigungsanruf bezüglich Ihres anstehenden
Tetanus-Impftermins. Möchten Sie zwecks Terminabstimmung mit Ihrem zuständigen
Hausarzt verbunden werden? Ja? Nein? Später ...". Bevorzugt ist eine Anwendung
von Voice over IP-Diensten (VoIP-Dienste) zur Benachrichtigung. Alternativ und/oder
ergänzend ist die Nutzung von PSTN (analog), ISDN, Mobilfunknetzen oder dergleichen
Kommunikationsnetzen und die Nutzung von Nachrichtendiensten derselben zur Benachrichtigung
vorgesehen. Der Informationsfluss zwischen dem System und dem Patienten wird hierbei
auch durch die zukünftige Entwicklung der Telekommunikationstechnologien bestimmt.
Die Möglichkeiten eine Nachricht zu übermitteln sind dabei insbesondere:
- – Telefon (Analog, ISDN, Mobil und VoIP)
- – SMS, MMS
- – Brief, Postkarte
- – E-Mail
- – Pager
- – Fax
Die Schnittstelle/Portalseite besitzt vorteilhafterweise zwei voneinander
getrennte Administrationsbereiche, einen für den Arzt und einen für den
Patienten. In dem für den Arzt vorgesehenen Administrationsbereich hat der
zu behandelnde Arzt insbesondere die Möglichkeit, den für den Patienten
individuell erstellten Impfplan und Impfstoffe einzustellen. In dem anderen für
den Patienten vorgesehenen Administrationsbereich hat der Patient selbst insbesondere
die Möglichkeit, alle Kontaktdaten, beispielsweise Telefonnummern, Postanschrift
und/oder dergleichen, abzuändern. Auch ist es ihm möglich, bei einem Arztwechsel
die im System hinterlegte Telefonrufnummer seines alten Arztes gegen die des neuen
Arztes auszutauschen, insbesondere, damit das System den Patienten direkt mit dem
aktuellen beziehungsweise bevorzugten Arzt verbinden kann.
2. Datenbank für die Hinterlegung der Impfpläne und
der Patientendaten
Die Datenbank wird durch die Schnittstelle/Portalseite (vergleiche
oben Ziffer 1.) mit Daten versorgt und liefert der Benachrichtigungseinrichtung,
insbesondere dem Sprachdialogsystem (IVR-System) alle notwendigen Informationen,
die für die termingerechte Abwicklung der Erinnerungen, insbesondere dem Nachrichtenaufbau,
der Nachrichtenabsendung und/oder Nachrichtenweiterleitung zur Bearbeitung der Erinnerungsanrufe
des Sprachdialogsystems (IVR-Systems), benötigt werden. Des weiteren stellt
die Datenbank für eine darüber liegende Anwendung (Applikation) alle Daten
zur Verfügung, die beispielsweise für das Versenden einer Erinnerungspostkarte
oder E-Mail notwendig sind. Die wenigstens einmal vorgesehene Datenbank ist vorteilhafterweise
seitens des Kommunikationsnetzwerks vorgesehen und/oder über dieses erreichbar,
insbesondere zur Wartung und/oder Pflege der Daten.
Eine besonders bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht die Nutzung
und/oder die Zuhilfenahme eines ENUM-Verzeichnisdienstes zur Aktualisierung der
Kontakt- und/oder Erreichbarkeitsdaten in der Datenbank vor, insbesondere Kontaktdaten
von Arzt und/oder Patient (Benachrichtigung unter Zuhilfenahme eines ENUM-Verzeichnisdienstes).
Der ENUM-Verzeichnisdienst ermöglicht dabei, ähnlich wie der DNS-Service
im Internet, die Erreichbarkeit von Personen über die oben aufgeführten
Medien unter einer einzigen Nummer (Kennung). Im Rahmen der vorliegenden Erfindung
ermöglicht die erfindungsgemäße Nutzung eines ENUM-Verzeichnisdienstes
und dessen Funktionalitäten eine aktive automatische Abgleichung von Kontakt-
und/oder Erreichbarkeitsdaten zur Impfterminverfolgung. Vorteilhaft ist dabei, dass
bei einem ENUM-Verzeichnisdienst die Adressdaten nur an einer Stelle aktuell beziehungsweise
aktualisiert vorgehalten werden müssen.
3. Sprachdialogsystem/IVR-Systems (Interactive Voice Response)
Das interaktive Sprachdialog-System ist vorteilhafterweise
eine Rechenanlage (PC) mit einer Schnittstelle in ein Telekommunikationsnetz, vorzugsweise
in ein PSTN, ISDN, Mobilfunknetz und/oder VoIP-Netz. In Verbindung mit einer erfindungsgemäßen
Datenbank (vergleich oben Ziffer 2.) ist das Sprachdialogsystem vorteilhafterweise
ausgebildet erfindungsgemäß automatisiert abgehende Anrufe in die genannten
Netze (PSTN, ISDN, Mobilfunknetz und/oder VoIP-Netz) zu initiieren und vorzugsweise
mittels Spracheingabe weitere Aktionen, wie die Weiterleitung an den zuständigen
Arzt, durchzuführen beziehungsweise zu veranlassen.
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung werden nachfolgend
anhand eines möglichen technischen Aufbaus und des Zusammenspiels der erfindungsgemäßen
Komponenten näher erläutert:
Das erfindungsgemäße System umfasst ein programmiertes dynamisches Webfrontend
(Webseite), welches sich auf einem Webserver, der mit dem Internet verbunden ist,
befindet. Die dort vom Arzt über eine verschlüsselte Verbindung eingegebenen
Patienteninformationen, wie Name und Anschrift des Patienten und des Arztes, Telefonnummern,
Impftermine für die nächsten Jahre, gewünschte Uhrzeit für den
Erinnerungsanruf und dergleichen Informationen werden automatisch an eine dahinter
liegende Datenbank (Server) weitergereicht und gespeichert.
Für die Authentifizierung des Arztes wird vorteilhafterweise
eine Smartcard oder dergleichen gleichwertiges Authentifizierungsmittel genutzt.
Eine solche kann vorteilhafterweise zusammen mit einer elektronischen Patientenkarte
von den gesetzlichen Krankenkassen genutzt werden. Mit der Smartcard hat der Arzt
Zugriff auf die im Speicher der Patientenkarte abgelegte Behandlungshistorie.
Ähnlich wie beim Onlinebanking authentifiziert sich der Arzt
mit seiner Smartcard auf der Portalseite des Impfplaners und kommt so in den Bereich,
wo er einen neuen Patientenimpfplan anlegen kann.
Nachdem alle Daten vom Arzt über das Webinterface eingegeben
wurden, erzeugt das System für den Patienten einen Benutzernamen mit einem
dazugehörigen Passwort. Mit diesem Zugang hat der Patient die Möglichkeit,
seine persönlichen Kontaktdaten, wie Name, Anschrift, E-Mail, Rufnummern, Benachrichtigungsart
und dergleichen via Web oder dergleichen Medium zu verändern. Durch seine eingeschränkten
Zugriffsrechte ist der Patient jedoch nicht in der Lage, den vom Arzt zuvor eingestellten
Impfplan selbst zu editieren. Ein seitens des Sprachdialogsystems (IVR) programmierter
Callflow ermöglicht dabei vorteilhafterweise auch das Verändern der Kontaktdaten
per Telefon. In diesem Fall wählt der Patient eine eigens für diesen Zweck
geschaltete Servicerufnummer (z. B. 01805 ...) an, welche ihn mit der Sprachdialogplattform
(IVR) verbindet. Mit Hilfe des in der IVR integrierten Spracherkennungssystems hat
der Patient nach erfolgreicher Authentifizierung die Möglichkeit, seine Kontaktdaten
per Sprachbefehle oder DTMF-Eingabe (DTMF = Dual-tone multifrequency dialing) anzupassen
oder sich die kommenden Impftermine ansagen zu lassen.
Eine vorteilhafterweise ebenfalls in der IVR integrierte Anwendung,
vorzugsweise Software, überprüft nun mittels einer Datenbankabfrage ob
Impftermine für die in der Datenbank gespeicherten Patienten anstehen und leitet
im Falle eines bevorstehenden Impftermins eine oder mehrere der nachfolgenden vom
Patienten gewünschte Benachrichtigungsart ein:
- 1. Telefon (Analog, ISDN, Mobil und VoIP) => Anruf wird von der IVR eingeleitet
- 2. SMS, MMS => SMS mit den nötigen Informationen wird via SMS-Server
versandt
- 3. E-Mail => Anstoß einer automatisierten Mail mit den nötigen
Infos
- 4. Pager => Anstoß einer Info, die zum Pager geschickt wird
- 5. Brief, Postkarte => Anstoß des Postkartendrucks und automatischer
Versand
- 6. Fax => Anstoß einer automatisierten Faxnachricht.
1. Benachrichtigung durch einen automatisierten Anruf der IVR
Enthält der Datensatz eines Patienten den Wunsch per Telefonanruf
an den bevorstehenden Impftermin erinnert zu werden, so leitet das Sprachdialogsystem
(IVR) mit der/n in dem Datensatz hinterlegten Rufnummer/n einen automatisierten
Anruf ein. Erreicht das System den Patienten nicht -Anrufbeantworter werden bei
modernen Systemen erkannt-, so erfolgt eine Wiedervorlage. Kommt eine Verbindung
zustande, so wird der Patient begrüßt und über die Art der Impfung
und den bevorstehenden Impftermin informiert. Auf Wunsch hat der Patient anschließend
die Möglichkeit, zwecks Terminabsprache mit seinem behandelnden Arzt verbunden
zu werden. In diesem Fall liest das System (IVR) die ebenfalls im Datensatz hinterlegte
Rufnummer des Arztes aus, baut eine Verbindung zur Arztpraxis auf und stellt den
Patienten zum Arzt durch.
Sollte während der Zeit, in der der Patient erfolgreich mit der
IVR verbunden wurde die Verbindung unterbrochen werden, erfolgt ebenfalls die Wiedervorlage.
Ebenso hat der Patient die Möglichkeit, sich per Sprachbefehl später erneut
erinnern zu lassen. Das System sollte so programmiert werden, dass die durch dass
Sprachdialogsystem initiierten Anrufe sowohl die Öffnungszeiten der Arztpraxis
als auch die Erreichbarkeit des Patienten berücksichtigt und
gegebenenfalls abgleicht (Die Eingabemöglichkeit ist beim Webfrontend und der
Datenbankprogrammierung zu berücksichtigen).
2. Benachrichtigung durch eine automatisierte SMS
Möchte der Patient per SMS über einen bevorstehenden Impftermin
informiert werden, so generiert eine mit einem SMS-Server verbundene Überwachungssoftware
nach vorheriger Datenbankabfrage eine SMS mit folgendem Inhalt:
- – Art der Impfung
- – Impftermin
- – Rufnummer des zuständigen Arztes
3. Benachrichtigung durch eine automatisierte E-Mail
Möchte der Patient per E-Mail über einen bevorstehenden
Impftermin informiert werden, so generiert eine mit einem Mail-Server verbundene
Überwachungssoftware nach vorheriger Datenbankabfrage eine E-Mail mit folgendem
Inhalt:
- – Art der Impfung
- – Impftermin
- – Rufnummer des zuständigen Arztes
4. Benachrichtigung durch eine automatisierte Pager-Nachricht
Möchte der Patient per Pager-Nachricht (ist im Ausland zum Teil
noch sehr verbreitet) über einen bevorstehenden Impftermin informiert werden,
so generiert eine mit einem Pager-Dienst verbundene Überwachungssoftware nach
vorheriger Datenbankabfrage eine Pager-Info mit folgendem Inhalt:
- – Art der Impfung
- – Impftermin
- – Rufnummer des zuständigen Arztes
5. Benachrichtigung durch eine automatisch erzeugte und verschickte Postkarte
(Brief)
Möchte der Patient mittels Postkarte oder Brief über einen
bevorstehenden Impftermin informiert werden, so wertet eine Überwachungs- und
Steuersoftware den auf der Datenbank befindlichen Datensatz aus und veranlasst den
Druck einer Postkarte mit dem folgendem Inhalt:
- – Name und Anschrift des Patienten
- – Art der Impfung
- – Impftermin
- – Rufnummer des zuständigen Arztes
6. Benachrichtigung durch eine automatisierte Fax-Nachricht
Möchte der Patient per Fax-Nachricht über einen bevorstehenden
Impftermin informiert werden, so generiert ein Fax-Server nach vorheriger Datenbankabfrage
eine Fax-Nachricht mit folgendem Inhalt:
- – Art der Impfung
- – Impftermin
- – Rufnummer des zuständigen Arztes
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die
Einleitung einer automatischen Impfstoffbestellung vorgesehen. Dabei ruft das Sprachdialogsystem
(IVR) nach erfolgreicher Benachrichtigung des Patienten durch die oben aufgeführten
Benachrichtigungsarten beim Arzt an und fragt nach, ob der benötigte Impfstoff
für den Patienten geliefert werden soll. Wird dies vom Arzt verneint, so kann
im Anschluss daran nach dem Grund gefragt werden. Der Betreiber dieser Plattform
hat durch die Auswertung der Datenbank und der Abfrageergebnisse der IVR die Möglichkeit,
produktbezogene Werbemaßnahmen einzuleiten.
Weitere vorteilhafte Anwendungen beziehungsweise Einsatzbereiche eines
erfindungsgemäßen Systems beziehungsweise Verfahren sind wie folgt gegeben:
- – Losgelöst von dem oben aufgeführten Impfplaner ist eine Integration
in einen elektronischen Kalender möglich. In diesem würde der Nutzer über
einen bevorstehenden Termin z. B. per Telefonanruf erinnert.
- – Bei der Implementierung des Impfplaners durch einen Pharmakonzern vergrößern
sich durch das automatische Auslösen der Impfstoffbestellung bei der Nutzung
des Dienstes die Marktanteile für den die Erfindung nutzenden Pharmakonzern.
Alternativ ist es in gleicher Weise auch möglich, die Terminverfolgung
eines elektronischen Terminkalenders, wie eine solche beispielsweise bei Anwendungsprogrammen
wie Outlook oder Lotus Notes integriert ist, erfindungsgemäß zu erweitern.
Gegenstand dieser Erfindung ist dabei dann der aktive Sprachdialog mit dem Nutzer
durch ein modernes Sprachdialogsystem (IVR). Da sowohl Sprache als auch Daten vorzugsweise
über TCP/IP oder dergleichen Protokolle über Kommunikationsnetze übertragen
werden, benötigt man zur Implementierung vorteilhafterweise lediglich Server
(PCs), Software und eine Transportplattform (z. B. das Internet).
Weitere Einzelheiten, Merkmale und Vorteile der Erfindung werden nachfolgend
anhand des in der Figur der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels näher
erläutert. dabei zeigt:
1 in einer schematischen Prinzipdarstellung den Aufbau
und die Funktionsweise eines erfindungsgemäßem Systems zur zumindest teilautomatisierten
Verwaltung von medizinischen Ereignissen von Personen, vorzugsweise von Terminen
zur Impfung von Patienten.
1 zeigt die für die technische Umsetzung benötigten
Recheneinrichtungen (Server). Im wesentlichen besteht das erfindungsgemäße
System gemäß Ausführungsbeispiel nach 1
aus einem Internet-Zugang, einem Web-Server für die Portalseite, einer Patientendatenbank,
einer IP-TK-Anlage, einem Sprachdialog-System und den verschiedenen Servern für
die Kommunikation mit dem Patienten beziehungsweise dem Arzt. Das Zusammenspiel
der Einzelkomponenten wird beim Durchspielen einer Anwendung näher verdeutlicht:
Anlegen eines Impfplanes durch den Arzt:
Der Arzt hat durch seine besonderen Administrationsrechte die Möglichkeit
einen Patienten im System neu anzulegen und die Impftermine der nächsten Jahre
einzutragen. Hierzu greift er über seinen Internetanschluss (1) (3)
auf den Web-Server (7) des Systems zu. Die eingegebenen Daten werden vom
Web-Server (7) über eine Firewall (4) auf eine im LAN befindliche
Datenbank (5) geschrieben. Änderungen der Impftermine oder die Art
der Impfung können nur von autorisierten Personen (Ärzten) vorgenommen
werden.
Ändern der Kontaktdaten durch den Patienten via Internet:
Ein von einem Arzt angelegter Patient hat die Möglichkeit mittels
eines Internetanschlusses (2) (3) über die Portalseite auf
dem Web-Server (7) seine Kontaktdaten zu ändern. Aus Sicherheitsgründen
erfolgt auch hier kein direkter Zugriff auf die Datenbank (5), sondern
wird vom Web-Server (7) in der DMZ durchgeführt.
Ändern der Kontaktdaten durch den Patienten über das Telefon/Mobilfunktelefon:
Parallel zur zuvor aufgeführten Möglichkeit, ist der Patient
in der Lage seine Kontaktdaten auch telefonisch zu ändern. In diesem Fall wählt
er über ein Festnetz (18) oder ein Mobilfunknetz (17) (alternativ
über VoIP) das System (13) an. Das an der TK-Anlage (13)
gekoppelte Sprachdialogsystem (14) begrüßt den Patienten und
fragt menügesteuert die Änderungswünsche automatisch ab. Die so abgefragten
neuen Informationen werden vom Sprachdialog-System (14) nach Bestätigung
durch den Patienten auf die Datenbank (5) übertragen.
Benachrichtigung des Patienten durch das System (allgemein):
In Abhängigkeit der vom Patienten gewünschten Benachrichtigungsart
oder Benachrichtigungsarten werden die nachfolgend aufgeführten Systemkomponenten
durchlaufen. Angestoßen werden die für die jeweilige Kommunikationsart
verantwortlichen Server vom Controll-Server (9). Dieser durchsucht in bestimmten
Intervallen die Datenbank (5) auf bevorstehende Impftermine der einzelnen
Patienten und leitet die vom Patienten gewünschte Benachrichtigung ein.
Benachrichtigung des Patienten mittels einer SMS oder einer Pager-Nachricht:
Der Controll-Server (9) extrahiert die von der Datenbank
(5) erhaltenen Informationen für das Versenden einer SMS (11)
oder einer Pager-Nachricht (12) und veranlasst den Versand.
Benachrichtigung des Patienten mittels einer Postkarte oder eines Briefes:
Der Controll-Server (9) extrahiert die von der Datenbank
(5) erhaltenen Informationen für das Versenden einer Postkarte oder
eines Briefes und veranlasst den Versand über den Print-Server (8).
Benachrichtigung des Patienten mittels einer E-Mail:
Der Controll-Server (9) extrahiert die von der Datenbank
(5) erhaltenen Informationen für das Versenden einer E-Mail und veranlasst
den Versand über den Mail-Server (6).
Benachrichtigung des Patienten mittels einer Fax-Nachricht:
Der Controll-Server (9) extrahiert die von der Datenbank
(5) erhaltenen Informationen für das Versenden einer Fax-Nachricht
und veranlasst den Versand über den Fax-Server (19) an das Faxgerät
(16) des Patienten.
Benachrichtigung des Patienten mittels eines automatisierten Anrufs:
Der Controll-Server (9) extrahiert die von der Datenbank
(5) erhaltenen Informationen für einen automatisierten Anruf durch
das Sprachdialog-System (14). In Zusammenarbeit mit der IP TK-Anlage (13)
erfolgt in diesem Fall ein Verbindungsaufbau zu einem Festnetzanschluss (18)
oder einem Mobiltelefon (17). Der Patient wird vom System (14)
über den bevorstehenden Impftermin benachrichtigt und hat die Möglichkeit
bezüglich der genauen Terminabsprache sich vom System (14) (13)
mit dem zuständigen Arzt verbinden zu lassen. Die hierfür notwendige Rufnummer
des Arztes erhält das Sprachdialog-System (14) vom Controll-Server
(9) oder durch eine Datenbankabfrage direkt von der Datenbank (5).
Integration des ENUM-Dienstes:
Mit der Nutzung eines ENUM-Dienstes (15) wird die optionale
Möglichkeit eingesetzt, die dort hinterlegten Kontaktdaten
des Patienten auf Wunsch mit denen der Datenbank (5) abzugleichen.
Patienten im Sinne der vorliegenden Erfindung sind auch Tiere insbesondere
Haustiere oder Nutztiere, so dass auch tierärztliche Anwendungen erfindungsgemäß
möglich sind.
Die beschriebenen, in der Figur der Zeichnung dargestellten und im
Zusammenhang mit dieser erläuterten Ausführungsbeispiele der Erfindung
dienen lediglich der Erläuterung der Erfindung und sind für diese nicht
beschränkend. Insbesondere durch die im Zuge immer kürzer werdender Innovationszyklen
und der Vielzahl sich auf dem Markt befindlicher Möglichkeiten hinsichtlich
der technischen Umsetzung sind die hier dargelegten Ausführungsformen der Erfindung
als Basisansatz zu sehen.
- 1
- Arzt
- 2
- Patient
- 3
- Internet
- 4
- Firewall
- 5
- Patientendatenbank
- 6
- Mail-Server
- 7
- Web-Server
- 8
- Postversandsystem (Print-Server, Drucker, Kuvertiermaschine, Versanddienst)
- 9
- Controll-Server
- 10
- SMS & Pager Server
- 11
- Mobilfunktelefon/SMS
- 12
- Pager
- 13
- IP TK-Anlage mit integriertem Voice Gateway
- 14
- Sprachdialogsystem (IVR)
- 15
- ENUM/DNS-Server
- 16
- Fax (Patient (2))
- 17
- Mobilfunktelefon (Patient (2))
- 18
- Festnetzanschluss/-telefon (Patient (2))
- 19
- Fax-Server