Die vorliegende Erfindung betrifft Verfahren und Systeme für
den Fahrzeugsitzentwurf.
Fahrzeugsitze umfassen eine Anzahl von Komponenten wie etwa eine Sitzlehne
und eine Sitzfläche. Die Komponenten können eine beliebige Anzahl von
Elementen wie etwa einen Rahmen, eine Polsterung, eine Aufhängung usw. umfassen.
Die Größe, die Form, das Gefühl, die Ausrichtung usw. derselben sowie
andere Eigenschaften des Sitzes können den Komfort und andere Leistungsmerkmale
des Sitzes beeinflussen.
Die vorliegende Erfindung wird durch die beigefügten Ansprüche
definiert. Bestimmte Merkmale der Erfindung werden jedoch durch die folgende ausführliche
Beschreibung mit Bezug auf die Zeichnungen verdeutlicht.
1 zeigt einen Fahrzeugsitz gemäß einem Aspekt
der vorliegenden Erfindung.
2 zeigt eine Pfannenform gemäß einem Aspekt
der vorliegenden Erfindung.
3 zeigt eine dreidimensionale CAD-Darstellung der Sitzfläche
gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung.
4 zeigt einen unteren Teil einer Sitzfläche mit
einem Pfannenform-Overlay gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung.
5 zeigt einen Querschnitt des unteren Teils und einer
Pfannenform gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung.
6 ist eine detaillierte Ansicht des unteren Teils mit
dem Pfannenform-Overlay gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung.
1 zeigt einen Fahrzeugsitz 10 gemäß
einem Aspekt der vorliegenden Erfindung. Der Fahrzeugsitz 10 kann eine
Anzahl von Merkmalen und Elementen zum Stützen eines Insassen umfassen. Der
Fahrzeugsitz 10 kann für die Verwendung in verschiedenen Umgebungen
wie etwa Kraftfahrzeugen, Schiffen, Flugzeugen usw. geeignet sein.
Der Fahrzeugsitz 10 kann eine beliebige Anzahl von Komponenten
wie etwa einer Sitzlehne 12 und einer Sitzfläche 14 umfassen.
Die Sitzlehne und die Sitzfläche können eine beliebige Anzahl von Elementen
zum Stützen eines Insassen und/oder andere Elemente wie etwa einen Rahmen,
eine Aufhängung, eine Schaumpolsterung, eine Lendenstütze usw. umfassen.
Diese und andere Elemente können zusammenwirken, um die Komponenten
12–14 zu bilden.
Dem Fachmann sollte deutlich sein, dass die Form und die Kontur des
Sitzes 10 derart entworfen sein sollten, dass ein Komfort für den
Insassen vorgesehen wird. In der Kraftfahrzeugbranche wird ein Hilfsmittel aus den
frühen 1960er Jahren verwendet, das die als H-Punkt bezeichnete Position der
Hüftknochen eines Insassen angibt. Dieses Hilfsmittel wird auch als „Oscar"
bezeichnet und war ursprünglich nicht für den Sitzentwurf entwickelt worden,
hat sich jedoch als Branchenstandard etabliert, um den Rumpf eines Insassen im Sitz
zu lokalisieren.
Die durch Oscar definierte Form, das Gewicht und die Dimensionen werden
gewöhnlich verwendet, wenn Sitzformen entworfen werden. Die Form und die Dimensionen
von Oscar basieren jedoch auf Daten aus den 1960er Jahren, sodass sie nicht ideal
sind, um Fahrzeugsitze für heutige Insassen zu entwerfen.
2 zeigt eine Pfannenform 20 gemäß
einem Aspekt der vorliegenden Erfindung. Die Pfannenform 20 kann anstelle
des Oscar-Modells für den Entwurf von Sitzflächen für heutige Insassen
verwendet werden. Die Pfannenform 20 ist allgemein größer als
das Oscar-Modell und weist Krümmungen auf, um verschiedene Drücke entlang
der Beine des Insassen vorzusehen.
Zum Beispiel ist die Pfannenform 20 breiter und länger
als Oscar und weist Krümmungen auf, die einen größeren Druck/Halt
in Bereichen mit einem fokussierten/größeren Gewicht vorsehen. Das heißt,
der Druck wird in Übereinstimmung damit variiert, wie das Skelett und das Gewebe
mit der Sitzpfanne interagieren.
Die Pfannenform 20 kann in einem computerlesbaren Medium
oder einer anderen elektronischen Wiedergabe eingebettet sein und kann zu einem
Datenobjekt für die Verwendung in einer computergestützten Entwurfsanwendung
(CAD-Anwendung) gewandelt werden. Das Datenobjekt kann auf dem Fachmann bekannte
Weise verwendet werden, um die Pfannenform 20 als dreidimensionales Datenobjekt
wiederzugeben, das in eine computergestützte Entwurfsanwendung importiert werden
kann, um den Entwurf von Sitzflächen zu unterstützen.
Die vorliegende Erfindung kann also grafisch eine gewünschte
Form wiedergeben, um einen Körper relativ zu einer idealisierten Sitzpfannenanordnung
zu stützen. Das Datenobjekt kann elektronisch gespeichert und für CAD-Entwürfe
für Sitzflächen verfügbar gemacht werden. Derartige Informationen
können nützlich sein, um die Größe und die Form von verschiedenen
Positionen der Sitzfläche 14 und der damit assoziierten Strukturglieder
graphisch darzustellen.
Die Pfannenform 20 kann von den dimensionalen Anforderungen
des Oscars abgeleitet werden. Zum Beispiel können die durch Oscar spezifizierten
Dimensionen für die Länge der Polsterpfannenanordnung, den Radius der
Quer- und Längsschnitte, die Breite der Polsterpfannenanordnung durch den H-Punkt
und die Breite der Polsterpfannenanordnung 250 mm vor dem H-Punkt als Ausgangspunkt
verwendet werden und entsprechend an die Gewebe- und Skelettdimensionen von heutigen
Körpermustern angepasst werden, die aus verschiedenen anthropometrischen Quellen
verfügbar sind.
Insbesondere können die durch Oscar spezifizierten Dimensionen
in Übereinstimmung mit gewünschten Druckpunkten relativ zu einem Insassen
korrigiert werden, um besser für heutige Insassen geeignet zu sein als die
in den 1960er Jahren für Oscar spezifizierten Dimensionen. Dabei müssen
unter Umständen auch der Umfang der Polsterung zwischen dem Insassen und der
Sitzpfanne sowie die Größe und die Form der Sitzpfanne in Abhängigkeit
von der Polsterung bestimmt werden, sodass eine gewünschte Körperdruckverteilung
relativ zu einer Halteform erreicht wird, deren Form die Pfannenform 20
nachahmt bzw. spiegelt.
Die Pfannenform 20 kann auf einer Korrektur einer entsprechenden
Oscar-Form basieren, um an die folgenden anthropometrischen Grenzwerte in Bezug
auf das Skelett angepasst zu werden: das 95ste Perzentil der Breite an den Sitzbeinen
einer sitzenden Frau; das 95ste Perzentil der Breite an den Rollhügeln einer
sitzenden Frau; und das 95ste Perzentil der Breite an den Hüftknochen einer
Frau. Die Pfannenform kann weiterhin an die folgenden anthropometrischen Höchstwerte
in Bezug auf das Gewebe angepasst werden: das 95ste Perzentil der Hüftbreite
einer sitzenden Frau; das 95ste Perzentil der Länge zwischen dem Gesäß
und der Knikehle eines Mannes; das 5ste Perzentil der Länge zwischen dem Gesäß
und der Kniekehle einer Frau; und das 50ste Perzentil der Beinspreizung eines Mannes.
Nachdem die Pfannenform 20 durch eine Korrektur der entsprechenden
Oscar-Form in Übereinstimmung mit den oben genannten anthropometrischen Höchstwerten
abgleitet wurde, kann sie weiter in Übereinstimmung mit anderen Merkmalen und
Parametern für das Stützen von Insassen korrigiert werden. Zum Beispiel
können Polster (sich allgemein nach oben krümmende Teile) zu der Sitzpfanne
hinzugefügt werden, um eine laterale Stütze für den Insassen vorzusehen.
Die Pfannenform 20 der vorliegenden Erfindung wird also an
größere Körperprofile angepasst, wobei gleichzeitig die Leistungs-
und Sicherheitsanforderungen der Oscar-Spezifikation erfüllt werden. Dabei
kann es sich um ein sehr nützliches Hilfsmittel für Sitzkonstruktionen
entwerfende Ingenieure handeln, weil diese Sitze für heutige Insassen entwerfen
können und gleichzeitig die vorgeschriebenen Bestimmungen einhalten können.
3 zeigt eine dreidimensionale CAD-Wiedergabe der Sitzfläche
14 gemäß einem Aspekt der vorliegenden Erfindung. Die Sitzfläche
14 umfasst einen oberen Polsterteil 22 und einen unteren Polsterteil
24. Der obere und der untere Polsterteil 22–24
können eine beliebige Anzahl von dem Fachmann bekannten Merkmalen, Einrichtungen,
Elementen usw. umfassen, die dabei helfen, einen Insassen zu stützen.
4 zeigt den unteren Teil 24 der Sitzfläche
14 mit einem Pfannenform-Overlay 20 gemäß einem Aspekt
der vorliegenden Erfindung. Das Pfannenform-Overlay 20 kann ein CAD-Objekt
sein, das über den unteren Sitzteil 24 gelegt ist. Das Overlay
20 gestattet es dem Ingenieur, die Krümmung, Form, Länge, Breite
und andere Dimensionen des Stützteils relativ zu der Pfannenform
20 zu prüfen.
Die Teile des unteren Teils 24, die sich über oder unter
der Pfannenform 20 erstrecken, geben an, dass der entsprechende Stützteil
außerhalb der Grenzen der Pfannenform 20 liegt. Dadurch wird ein unerwünschter
Druck gegen den Insassen erzeugt, d.h. ein zu großer oder zu kleiner Druck.
Zum Beispiel erstreckt sich ein nach oben erstreckender Teil 26 des unteren
Sitzteils 24 nach oben über die Pfannenform 20 hinaus. Dieser
Teil entspricht einer Krümmung, die größer als die durch die Pfannenform
20 vorgeschriebene ist, was zu einem unerwünschten Druck führen
kann.
Auf der Basis eines dreidimensionalen Vergleichs mit der Pfannenform
20 kann der Ingenieur Anpassungen an den Sitzteilen außerhalb der
Grenzen der Pfannenform 20 vornehmen. Optional kann das CAD-Programm konfiguriert
sein, um die Teile außerhalb der Grenzen der Pfannenform hervorzuheben, damit
der Ingenieur einfacher Korrekturen vornehmen kann, wobei das CAD-Programm zusätzlich
oder alternativ hierzu auch konfiguriert sein kann, um automatisch Anpassungen an
der Form der Stützschichten vorzusehen, um die gewünschte Pfannenform
zu erhalten.
5 zeigt einen Querschnitt des unteren und oberen Teils
22–24 und der Pfannenform 20 gemäß einem
Aspekt der vorliegenden Erfindung. Der Querschnitt gestattet eine inkrementelle
Analyse der Teile 22–24 relativ zu der Sitzpfanne. Dies
kann hilfreich sein, um eine bessere Ansicht vorzusehen und um zu entscheiden, welche
Elemente der Teile 22–24 sich über die Grenzen der
Pfannenform 20 hinaus erstrecken.
Wie gezeigt, liegt ein Teil 26 des unteren Teils
24 oberhalb der Pfannenform 20, und liegt ein Teil 28
des oberen Teils 22 unterhalb der Pfannenform. Diese Teile 26–28
müssen entsprechend gesenkt und gehoben oder auf andere Weise angepasst werden,
um den Pfannenform 20 zu entsprechen und einen unerwünschten Druck
zu vermeiden. Der Computer und/oder Ingenieur können die entsprechenden Anpassungen
zum Korrigieren der Form durchführen. Es können mehrere Querschnitte erfasst
werden, um verschiedene Teile der Sitzfläche 14 zu betrachten und
zu korrigieren.
6 ist eine detailreichere Ansicht des unteren Teils
24 mit dem Pfannenform-Overlay 20 gemäß einem Aspekt
der vorliegenden Erfindung. In der Figur sind eine Anzahl von Elementen des unteren
Teils 24 im größeren Detail gezeigt. Das Pfannenform-Overlay
20 ist relativ zu einer schematischen Wiedergabe der Sitzflächenelemente
positioniert, um zu prüfen, ob die Formen und Konturen derselben der entworfenen
Form und Kontur der Sitzfläche 24 entsprechen.
Auf diese Weise kann die vorliegende Erfindung die Sitzflächenentwurf
dahingehend prüfen, ob sich die Sitzflächenelemente über die Pfannenform
hinaus erstrecken. Im Gegensatz dazu zeigen die 4–5
einen Sitzflächenentwurf, in dem die Pfannenform 20 mit einer Stützschicht
aus einem soliden Schaumpolster (einem unteren Teil 24) assoziiert ist,
die ein Schaumpolster (einen oberen Tei 22) hält, wobei die Stützschicht
zugeschnitten oder auf andere Weise angepasst wird, um die gewünschte Form
zu erhalten.
Die Pfannenform 20 von 6 gibt
an, dass sich ein Teil eines Polsterhalterahmens 30 über das Pfannenform-Overlay
20 hinaus erstreckt, sodass sich die entsprechenden Elemente über
die Grenzen der Pfannenform 20 hinaus erstrecken und potentielle Ursachen
für einen unerwünschten Druck sind. Das Overlay 20 gestattet
es einem Ingenieur und/oder einer CAD-Anwendung, schnell auf diesen Umstand aufmerksam
zu werden und entsprechende Korrekturen vorzunehmen, indem etwa die Positionierung
oder Konfiguration der Polsterhalterahmen 30 angepasst wird.
Vorstehend wurden detaillierte Ausführungsformen der vorliegenden
Erfindung beschrieben, wobei die Erfindung jedoch nicht auf die beschriebenen Ausführungsformen
beschränkt ist, die lediglich beispielhaft sind, sondern durch zahlreiche andere
Ausführungsformen realisiert werden kann. Die Figuren sind nicht notwendigerweise
maßstabsgetreu, wobei einige Merkmale vergrößert oder verkleinert
dargestellt sein können, um Details von bestimmten Komponenten zu verdeutlichen.
Die hier beschriebenen Details des Aufbaus und der Funktionen sind also nicht einschränkend
aufzufassen, sondern als Basis für die Ansprüche und/oder für den
die Erfindung realisierenden Fachmann.
Es wurden Ausführungsformen der Erfindung beschrieben und gezeigt,
wobei die Erfindung nicht auf die beschriebenen und gezeigten Ausführungsformen
beschränkt ist. Die Beschreibung ist beispielhaft und nicht einschränkend
aufzufassen, wobei verschiedene Änderungen vorgenommen werden können,
ohne dass deshalb der Erfindungsumfang verlassen wird.