Die vorliegende Erfindung betrifft ein optisches Speichermedium.
Optische Aufzeichnungsmedien werden gewöhnlich als Speichereinrichtungen
in Computer und Produkten der Unterhaltungselektronik verwendet. Seit der Einführung
der Compact-Disc (CD) wurden weitere optische Aufzeichnungsmedien wie etwa die digitale
Videoplatte (Digital Video Disc, DVD) und die Blue-ray Disc (BD) entwickelt, um
die Speicherkapazität der Medien zu vergrößern. Die Erhöhung
der Datenkapazität erfolgt gewöhnlich durch maßstäbliches Verkleinern
der Größe der Informationsbits (repräsentiert durch Vertiefungen
(Pits) oder Markierungen) in der Platte. Dies wird erreicht, indem die numerische
Apertur (NA) der Objektivlinse vergrößert wird und die Wellenlänge
des Lese-/Schreib-Laserstrahls verkleinert wird. Ein Laserstrahl, der auf einen
kleinen Spot fokussiert ist, tastet die Datenschicht der Media ab, um die in dem
optischen Aufzeichnungsmedium gespeicherten Informationen auszulesen. CDs werden
von einem Laser abgetastet, welcher eine Wellenlänge von 780 nm aufweist und
von einer Linse mit einer numerischen Apertur (NA) von 0,45 fokussiert wird. DVDs
erfordern einen Laser mit einer Wellenlänge von 650–670 nm und eine
Linse mit NA = 0,65, und eine BD wird mit einem Laser abgetastet, der eine Wellenlänge
von 405 nm aufweist und von einer Linse mit NA = 0,85 fokussiert wird.
Der Erfolg eines neuen optischen Speichersystems hängt von der
Kompatibilität mit den älteren Systemen ab. Die Verbraucher erwarten,
in der Lage zu sein, Aufzeichnungsmedien mit einem älteren Format wie etwa
die CD in neueren Speichereinrichtungen wie etwa dem DVD-Player zu verwenden. Eines
der größten Probleme ist hierbei die Kompatibilität der Medien mit
den Anforderungen der Laufwerke. Gewöhnlich ist es unmöglich, die Medien
mit neuerem (eine höhere Kapazität aufweisenden) Format (wie z.B. DVD-Medien)
mit den älteren (z.B. CD-) Laufwerken auszulesen, da der CD-Laserspot viel
größer ist als der DVD-Laserspot und er mehrere Datenspuren und viele
Datenpits/markierungen gleichzeitig bedeckt. Dagegen ist es möglich (wenigstens
theoretisch), einzelne Datenspuren der Medien des älteren Typs auf den Laufwerken
eines neueren Typs zu verfolgen. Oft liegt jedoch der Fall vor, dass optische Eigenschaften
(wie etwa Reflexionsgrad und Signalmodulation) der älteren Medien bei der Laserwellenlänge
der neueren Systeme nicht den Anforderungen des neueren Systems entsprechen. Aus
diesem Grunde verwenden DVD-Laufwerke, die in der Lage sind, CDs zu lesen, zwei
verschiedene Wellenlängen zum Lesen. Die erste Wellenlänge ist die CD-Wellenlänge
von 780 nm und die zweite Wellenlänge ist die DVD-Wellenlänge von 670
nm. Diese DVD-Laufwerke benötigen zwei verschiedene Laserdioden zum Erzeugen
der verschiedenen Wellenlängen und Mittel zum Unterscheiden zwischen DVDs und
CDs. Infolgedessen sind die DVD-Laufwerke teurer und komplexer. Dasselbe Prinzip
wird voraussichtlich in BD-Laufwerken implementiert sein, die in der Lage sind,
DVDs zu lesen.
Das Dokument US-A-5 627 817
(s. Oberbegriff von Anspruch 1) offenbart ein auf einer optischen Platte beruhendes
Datenspeichersystem mit mehreren einmal beschreibbaren farbstoffbasierten Datenschichten.
Es wird ein lichtdurchlässiges Substrat bereitgestellt, auf welches Laserlicht
mit einer einzigen Wellenlänge einfällt. Die Platte trägt wenigstens
zwei räumlich getrennte Datenschichten, die aus Farbstoffmaterial hergestellt
sind. Durch die Verwendung des charakteristischen Absorptionsbandes mit anormaler
Dispersion von gewissen Farbstoffmaterialien wird ermöglicht, dass die erste
Datenschicht und Zwischendatenschichten sowohl eine hohe Absorption aufweisen, wenn
der Laser auf diese Datenschichten fokussiert ist, als auch eine hohe Durchlässigkeit,
wenn der Laser auf die letzten oder ferneren Datenschichten fokussiert ist.
Ferner offenbart das Dokument EP-A-1
178 479 ein mehrschichtiges Informationsmedium, welches ein Substrat oder
ein Paar von Substraten und wenigstens zwei Informationsspeicherschichten zum Speichern
von aufgezeichneten Informationen und/oder Verfolgen von Servoinformationen, die
auf dem Substrat oder zwischen dem Paar von Substraten angeordnet sind, umfasst,
wobei wenigstens eine Informationsspeicherschicht von einem Aufzeichnungsstrahl
oder einem Lesestrahl beschrieben oder gelesen wird, welcher (eine) andere Informationsspeicherschicht(en)
durchlaufen hat. Bei diesem Medium weist das Medium wenigstens eine gehärtete
Zwischenschicht auf, die ein aktives durch Energiestrahlung härtbares Harz
umfasst, und wenigstens eine der gehärteten Zwischenschicht(en) weist eine
Bruchdehnung von 15 bis 200% und einen E-Modul für Zugbeanspruchung von 20
bis 1.000 MPa auf. Dadurch ist es weniger leicht möglich, dass das mehrschichtige
Informationsmedium verbogen oder verdreht wird.
Aufgabe der Erfindung ist es, den oben erwähnten Nachteil zu
überwinden.
Das Problem wird durch ein optisches Speichermedium gemäß
dem unabhängigen Anspruch 1 gelöst. Das optische Speichermedium weist
eine Speicherschicht und eine erste Schicht, welche vorzugsweise die Speicherschicht
bedeckt, auf. Die erste Schicht verschafft optische Eigenschaften, die ausreichend
für das Abrufen von Daten aus der Speicherschicht unter Verwendung eines Lasers
mit einer ersten Wellenlänge W1 sind. Mithin können Daten aus
der Speicherschicht unter Verwendung eines Lasers mit der ersten
Wellenlänge W1 gelesen werden. Der Laserstrahl wird durch die erste
Schicht hindurch auf die Speicherschicht durchgelassen und von dieser reflektiert.
Informationen werden gewöhnlich auf dem optischen Speichermedium unter Verwendung
des Lasers mit der ersten Wellenlänge W1 aufgezeichnet. Entsprechend
der Offenbarung der vorliegenden Erfindung umfasst das optische Speichermedium ferner
eine zweite Schicht, welche vorzugsweise die erste Schicht bedeckt. Die zweite Schicht
verschafft optische Eigenschaften, die ausreichend für das Abrufen von Daten
aus der Speicherschicht unter Verwendung des Lasers mit der zweiten Wellenlänge
W2 sind, ohne die optischen Eigenschaften des Mediums bei der ersten
Wellenlänge W1 zu verschlechtern. Demzufolge können Daten von
dem Speichermedium unter Verwendung von zwei verschiedenen Wellenlängen W1
und W2 abgerufen werden. Das Speichermedium ist, was die optischen Eigenschaften
anbelangt, mit verschiedenen optischen Speichersystemen kompatibel.
Der Brechungsindex NL1(W1) der ersten Schicht
für die erste Wellenlänge und der Brechungsindex NL2(W1)
der zweiten Schicht für die erste Wellenlänge werden auf eine solche Weise
gewählt, dass die relative Differenz zwischen den Brechungsindizes (NL1(W1)
– NL2(W1))/NL1(W1) nicht größer
als 0,1 ist. Der Zweck dieser Maßnahme ist es zu vermeiden, dass ein Laserstrahl
mit der ersten Wellenlänge von der zweiten Schicht auf eine solche Weise gebrochen
wird, dass Daten nicht aus der Speicherschicht ausgelesen werden können.
Die erste Schicht kann optische Eigenschaften verschaffen, die ausreichend
für das Abrufen von Daten aus der Speicherschicht unter Verwendung eines Laserstrahls
mit einer ersten Wellenlänge W1 von 670 nm (DVD) sind, und die zweite
Schicht verschafft optische Eigenschaften, die ausreichend für das Abrufen
von Daten aus den Speicherschichten dort unter Verwendung eines Laserstrahls mit
der zweiten Wellenlänge W2 von 405 nm (BD) sind. Dieses optische
Speichermedium kann sowohl in DVD-Laufwerken als auch in BD-Laufwerken verwendet
werden. Es wurde festgestellt, dass die besten optischen Eigenschaften erzielt werden,
wenn die zweite Schicht aus 2-Ethylen-2-cyano-4-(3-methyl-2-oxazolinyliden)-crotonat
(C17H26N2O3) hergestellt ist. Die Dicke
der zweiten Schicht liegt vorzugsweise innerhalb des Bereiches von 60–70
nm.
Die bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung wird
hier unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben.
1 zeigt einen Querschnitt eines herkömmlichen DVD-Speichermediums.
2 zeigt ein Diagramm, welches den optischen Kontrast
und den Reflexionsgrad der herkömmlichen DVD von 1
als eine Funktion der Dicke der ersten Schicht L1 für einen Laserstrahl mit
einer Wellenlänge von 670 nm darstellt.
3 zeigt ein Diagramm, welches den optischen Kontrast
und den Reflexionsgrad des herkömmlichen optischen Speichermediums DVD von
1 als eine Funktion der Dicke der ersten Schicht L1
darstellt, wenn ein Laserstrahl mit einer Wellenlänge von 405 nm verwendet
wird.
4 zeigt ein Diagramm, welches den Brechungsindex und
den Absorptionskoeffizienten des Materials C17H26N2O3,
das bei der bevorzugten Ausführungsform als eine zweite Schicht L2 verwendet
wird, als eine Funktion der Wellenlänge eines Laserstrahls zeigt.
5 zeigt ein Diagramm, welches den optischen Kontrast
und den Reflexionsgrad des Aufzeichnungsmediums gemäß der bevorzugten
Ausführungsform als eine Funktion der Dicke der Korrekturschicht L2 darstellt,
wenn ein Laserstrahl mit einer Wellenlänge von 670 nm verwendet wird.
6 zeigt ein Diagramm, welches den optischen Kontrast
und den Reflexionsindex des optischen Aufzeichnungsmediums gemäß der bevorzugten
Ausführungsform für einen monochromatischen Laserstrahl mit einer Wellenlänge
von 405 nm als Funktion der Dicke der zweiten Schicht (Korrekturschicht) L2 darstellt.
Das in 1 dargestellte DVD-Medium umfasst
ein Dummy-Substrat 1, welches aus Polycarbonat hergestellt ist. Das Dummy-Substrat
weist eine Dicke von ungefähr 0,6 mm auf. Eine Reflektorschicht 2
ist auf der Oberseite des Dummy-Substrats 1 vorgesehen. Die Reflektorschicht
besteht aus einer Silberlegierung. Die Dicke der Reflektorschicht beträgt ungefähr
120 nm. Eine dielektrische Schicht 3 mit einer Dicke von 25 nm ist auf
der Oberseite der Reflektorschicht vorgesehen und ist aus ZnS:SiO2 hergestellt.
Die dielektrische Schicht ist durchlässig für Laserstrahlen mit einer
Wellenlänge von 670 nm und 405 nm. Die Aufzeichnungsschicht 4 ist
auf der Oberseite der dielektrischen Schicht 3 vorgesehen. Die Aufzeichnungsschicht
hat eine Dicke von 15 nm und ist aus einer dotierten Sb-Te-Legierung hergestellt.
Das Material der Aufzeichnungsschicht ist entweder amorph oder kristallin. Der amorphe
und der kristalline Bereich der Aufzeichnungsschicht stellen die Informationsbits
dar, die in der Schicht codiert sind. Die unterschiedlichen optischen Eigenschaften
der amorphen und kristallinen Aufzeichnungsschicht können durch die Reflexion
des Laserstrahls 8 erkannt werden, mit welchem diese Schicht
4 abgetastet wird. Der optische Kontrast ist definiert als die Differenz
zwischen der Strahlung, die von dem amorphen und dem kristallinen
Bereich der Aufzeichnungsschicht reflektiert wird, dividiert durch die Strahlung,
die von dem kristallinen Bereich der Aufzeichnungsschicht reflektiert wird. Der
Reflexionsgrad ist das Verhältnis zwischen der Strahlung, die von der kristallinen
Aufzeichnungsschicht reflektiert wird, und der Einstrahlung. Die Laserstrahlung
8 dringt durch eine erste Schicht 5 und ein Substrat
6, die nacheinander auf der Oberseite der Aufzeichnungsschicht
4 vorgesehen sind. Die Schichten 2, 3, 4 und
5 bilden den Aufzeichnungsstapel 7 des Aufzeichnungsmediums. Die
erste Schicht L1 ist ebenfalls aus ZnS:SiO2 hergestellt und weist eine
Dicke von ungefähr 85 nm auf.
2 zeigt, wie sich der optische Kontrast und der Reflexionsgrad
des bekannten DVD-Aufzeichnungsmediums ändern, wenn die Dicke der ersten Schicht
5 erhöht oder verringert wird. Der maximale optische Kontrast des
Aufzeichnungsmediums wird bei einer Schichtdicke von 85 nm erreicht. Bei dieser
Schichtdicke beträgt der optische Kontrast 0,999 (oder 99,9 Prozent), und der
Reflexionsgrad beträgt 0,256 (oder 25,6 Prozent). Der Reflexionsgrad erreicht
ein Minimum bei einer Schichtdicke von rund 60 nm. Der optische Kontrast und die
Reflexion des DVD-Mediums wurden in 2 für einen
Laserstrahl mit der Wellenlänge von 670 nm bestimmt.
In 3 sind erneut der optische Kontrast
und die Reflexion des bekannten DVD-Aufzeichnungsmediums dargestellt. Diesmal wurde
ein Laserstrahl mit der Wellenlänge von 405 nm verwendet, um den optischen
Kontrast und den Reflexionsgrad zu ermitteln. Der optische Kontrast weist ein Maximum
bei einer Schichtdicke von ungefähr 75 nm und Minima bei Schichtdicken von
25 nm und von 115 nm auf. Der Reflexionsgrad weist zwei Maxima bei Schichtdicken
von 40 nm und von 130 nm auf. Der optische Kontrast beträgt 0,223 (oder 22,3
Prozent) für eine Schichtdicke von 85 nm. Der Reflexionsgrad beträgt 0,242
(oder 24,2 Prozent) bei derselben Schichtdicke. Der optische Kontrast ist für
ein Auslesen der auf der Aufzeichnungsschicht aufgezeichneten Daten nicht ausreichend.
Die bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung umfasst
sämtliche Schichten des in 1 dargestellten bekannten
Aufzeichnungsmediums. Zusätzlich wird eine zweite Schicht L2 zwischen der ersten
Schicht 5 und dem Substrat 6 eingeführt. Die zweite Schicht
L2 ist aus C17H26N2O3 hergestellt. Der
Brechungsindex und der Absorptionskoeffizient dieses Materials für verschiedene
Wellenlängen sind in 4 dargestellt. Der Absorptionskoeffizient
k hat für das Material ein Maximum bei einer Wellenlänge von rund 380
nm. Der Brechungsindex n hat für das Material ein Maximum bei einer Wellenlänge
von ungefähr 420 nm. Das Material weist für eine Wellenlänge von
670 nm einen Brechungsindex n von etwa 1,589 auf. Der Absorptionskoeffizient k beträgt
0,000 für die Wellenlänge von 670 nm.
Die Einfügung der zweiten Schicht L2 verbessert den optischen
Kontrast des Aufzeichnungsmediums für eine Wellenlänge von 405 nm beträchtlich,
ohne den optischen Kontrast für die Wellenlänge von 670 nm negativ zu
beeinflussen. Dies ist in 5 und 6
dargestellt.
5 zeigt den Einfluss der zweiten Schicht (Korrekturschicht)
auf den optischen Kontrast und den Reflexionsindex des Aufzeichnungsmediums. Die
Werte wurden für die DVD-Wellenlänge von 670 nm ermittelt. Der optische
Kontrast von 0,99 (oder 99 Prozent) wird für Schichtdicken im Bereich von 0
bis 150 nm nicht beeinträchtigt. Der Reflexionsindex von 0,256 bleibt ebenfalls
unbeeinflusst.
6 zeigt den optischen Kontrast und den Reflexionsgrad
des Aufzeichnungsmediums gemäß der vorliegenden Erfindung für Laserstrahlen
mit einer Wellenlänge von 405 nm. Der optische Kontrast weist bei dieser Wellenlänge
ein Maximum auf, wenn für die Dicke der Korrekturschicht ein Wert von 66 nm
gewählt wird. Der Reflexionsgrad weist ein Maximum bei einer Schichtdicke von
ungefähr 95 nm auf. Der aufgezeichnete Wert des optischen Kontrasts beträgt
0,692 (oder 69,2 Prozent). Dies ist eine beträchtliche Verbesserung gegenüber
dem optischen Kontrast von 22,3 Prozent, der für das Aufzeichnungsmedium ohne
die Korrekturschicht ermittelt wurde. Der Reflexionsindex beträgt 0,06 (oder
6 Prozent) für eine Dicke der Korrekturschicht von 66 nm. Dies liegt innerhalb
des Reflexionsbereiches, der durch den Standard für BD-Discs spezifiziert wird.
Text in der Zeichnung
- Contrast = Kontrast
- correction layer thickness [nm] = Dicke der Korrekturschicht [nm]
- I1-layer thickness [nm] = Dicke der Schicht L1 [nm]
- optical contrast = optischer Kontrast
- Reflection = Reflexion
- wavelength [nm] = Wellenlänge [nm]