| Dokumentenidentifikation |
EP1863052 17.01.2008 |
| EP-Veröffentlichungsnummer |
0001863052 |
| Titel |
Behälter für gasisolierte Leistungsschalter |
| Anmelder |
ABB Technology AG, Zürich, CH |
| Erfinder |
Willi, Thomas-Juerg, 8050 Zürich, CH; Vormwald, Frank, 63814 Mainaschaff, DE; Betz, Thomas, 63505 Langenselbold, DE |
| Vertreter |
derzeit kein Vertreter bestellt |
| Vertragsstaaten |
AT, BE, BG, CH, CY, CZ, DE, DK, EE, ES, FI, FR, GB, GR, HU, IE, IS, IT, LI, LT, LU, LV, MC, NL, PL, PT, RO, SE, SI, SK, TR |
| Sprache des Dokument |
DE |
| EP-Anmeldetag |
29.05.2006 |
| EP-Aktenzeichen |
064052376 |
| EP-Offenlegungsdatum |
05.12.2007 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
17.01.2008 |
| IPC-Hauptklasse |
H01H 33/56(2006.01)A, F, I, 20071106, B, H, EP
|
| Beschreibung[de] |
|
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft einen Behälter für einen
gasisolierten Leistungsschalter sowie einen einen derartigen Behälter umfassenden
gasisolierten Leistungsschalter, wie sie in Mittel- und Hochspannungsschaltanlagen
eingesetzt werden.
Stand der Technik
Ein gattungsgemässer Behälter und ein einen solchen
Behälter umfassender gasisolierter Leistungsschalter sind aus
US 6 307 172 B1
bekannt. Hier erstreckt sich die Ausbuchtung, welche im Behälterinneren
eine als Partikelfalle wirkende rinnenförmige Vertiefung bildet, nahezu über
die ganze Länge des Behälters. Dies bewirkt eine beträchtliche mechanische
Schwächung des Behälters, die wiederum den Druck des Isoliergases in seinem
Inneren auf tiefere Werte begrenzt als dies sonst der Fall wäre. Da die dielektrische
Festigkeit des Isoliergases mit dem Druck zunimmt, begrenzt dies die bei gegebenen
Dimensionen des Behälters zulässigen elektrischen Spannungen.
Aus der
EP 1 569 313 A1
ist ein gasisolierter Trenner bekannt mit einem Behälter, der eine
unterhalb der Trennstrecke an einer tiefsten Stelle angeordnete verhältnismässig
kleine runde Ausbuchtung als Partikelfalle aufweist. Der Behälter ist jedoch
verhältnismässig kurz und nicht zylindrisch.
Darstellung der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen gattungsgemässen
Behälter hinsichtlich seiner Druckfestigkeit zu verbessern. Diese Aufgabe wird
durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche erfüllt. Dadurch, dass
die Symmetrie des Behälters nur an zwei Endabschnitten gestört ist, während
zwischen denselben ein ungestört rohrförmiger Mittelteil liegt, weist
der Behälter eine höhere mechanische Stabilität und höhere Druckfestigkeit
auf. Deshalb ist ein höherer Druck des Isoliergases möglich, was wiederum
die Spannungsfestigkeit des gasisolierten Schalters erhöht, sodass bei gleichen
Dimensionen höhere Spannungen möglich sind.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Figuren, welche
lediglich ein Ausführungsbeispiel darstellen, näher erläutert. Es
zeigen
- Fig. 1
- einen axialen Längsschnitt durch einen gasisolierten Schalter mit einem
Behälter gemäss einer ersten Ausführungsform,
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch einen Endbereich des gasisolierten Schalters nach Fig.
1,
- Fig. 3
- einen axialen Längsschnitt durch einen gasisolierten Schalter mit einem
Behälter gemäss einer zweiten Ausführungsform und
- Fig. 4
- einen Querschnitt durch einen Endbereich des gasisolierten Schalters nach Fig.
3.
Wege zur Ausführung der Erfindung
Der gasisolierte Schalter gemäss der ersten Ausführungsform
(Fig. 1, 2) umfasst einen Behälter 1, z.B. aus Aluminium, welcher einen ungefähr
rohrförmigen Grundkörper aufweist, der sich an seinen Enden etwas verengt
und in Endöffnungen 2, 3 ausläuft. An knapp vor den Endöffnungen
2; 3 liegenden Endbereichen trägt er jeweils an der Oberseite eine Durchführung,
welche eine von einem angeformten Stutzen 4; 5 mit einem Endflansch umgebene nach
oben weisende Durchführungsöffnung 6; 7 bildet.
An der Unterseite des Behälters 1 weist derselbe ebenfalls
in den Endbereichen, d.h. jeweils unter einer der Durchführungen eine Ausbuchtung
8; 9 auf, welche an der Innenseite des Behälters 1 mehrere - im Beispiel drei
- Vertiefungen bildet. Die Vertiefungen wirken als Partikelfallen. Sie sind als
parallele, in Längsrichtung verlaufende Rillen 10 ausgebildet, die jeweils
an beiden Enden flach auslaufen. An der Aussenseite bilden die Ausbuchtungen 8,
9 jeweils ebene waagrechte Flächen 11, mit denen der Behälter 1 auf einer
ebenen Auflagefläche abgestützt sein kann. Er kann aber auch, wie dargestellt,
zur Abstützung an diesen Flächen 11 nach unten geringfügig über
die Flächen 11 vorstehende Füsse 12 aufweisen, welche ebenfalls an der
Unterseite eben sind. In beiden Fällen ist die Abstützung sehr stabil
und benötigt kaum zusätzlichen Platz in der Höhe. Zwischen den Endbereichen,
deren Symmetrie schon zwangsläufig durch die Durchführungen und zusätzlich
durch die Ausbuchtungen 8, 9 gestört ist, liegt ein Mittelabschnitt 13 des
Behälters 1, der von Ausbuchtungen frei, d.h. ungestört rohrförmig,
insbesondere zylindrisch ausgebildet ist und der dem Behälter 1 eine grosse
mechanische Festigkeit, insbesondere Druckfestigkeit verleiht.
In der Achse des Behälters 1 ist ein als Blasschalter
ausgebildeter Leistungsschalter 14 angeordnet, der über zwei Anschlussstücke
15, 16 mit Deckeln 17; 18 (in Fig. 1 angedeutet) verbunden sind, welche die Durchführungsöffnungen
6; 7 verschliessen. Die Deckel 17, 18 weisen jeweils eine zentrale Kontaktscheibe
19 auf, mit denen das jeweilige Anschlussstück 15; 16 elektrisch leitend verbunden
ist und welche von einer kreisringförmigen Isolatorplatte 20 aus z.B. Kunstharz
umgeben ist, welche mit dem Flansch am jeweiligen Stutzen 4; 5 verschraubt ist.
Durch die Endöffnung 2 ist eine Betätigungsstange 21 zur Betätigung
des Leistungsschalters 14 geführt, während die gegenüberliegende
Endöffnung 3 durch eine Berstscheibe 22, welche als Sicherung im Fall eines
den Behälter 1 gefährdenden Anstiegs des Innendrucks dient, verschlossen
ist. Der Behälter 1 ist mit Isoliergas, z.B. SF6 unter hohem Druck,
gefüllt.
Partikel bilden sich meist bei Schaltvorgängen in
den Endbereichen. Da die stärksten bei Schaltvorgängen ausgelösten
Strömungen im Isoliergas gewöhnlich von der Mitte des Behälters gegen
die Enden gerichtet sind, werden aber auch Partikel, die im Mittelabschnitt 13 angefallen
sind, meist rasch in die Endbereiche befördert. Die Partikel sammeln sich dort
in den Vertiefungen, den Rillen 10. Dort ist die Feldstärke gering, sodass
sie praktisch keinen Einfluss auf die Feldverteilung im Behälter 1 haben und
von ihnen keine erhöhte Gefahr von Durchschlägen ausgeht. Ausserdem bleiben
die Partikel gewöhnlich in den Vertiefungen liegen und werden auch durch stärkere
Strömungen im Isoliergas nicht wieder herausgespült.
Der gasisolierte Leistungsschalter gemäss der zweiten
Ausführungsform (Fig. 3, 4) entspricht fast vollständig demjenigen gemäss
der ersten Ausführungsform. Lediglich die Vertiefungen im Behälter 1 sind
anders ausgebildet, nämlich als annähernd rechteckige Wannen 10'. Jede
der Wannen 10' kann einen Einsatz 23 aus elektrisch leitendem Material, z.B. Aluminium,
tragen, der sich über ihre ganze Fläche erstreckt. Im Beispiel ist der
Einsatz 23 als ebene Platte ausgebildet mit gleichmässig über seine Fläche
verteilten Löchern und mit nach unten abgebogenen Randstreifen, mit denen er
auf dem Grund der Wanne 10' abgestützt ist. Die Platte 23 liegt auf der gleichen
Höhe wie die tiefstgelegenen Stellen der Ränder der Wanne 10' und ist
somit vom Grund derselben beabstandet. Partikel, die durch die runden oder auch
schlitzförmigen Löcher der Platte 23 fallen, sammeln sich auf dem Grund
der Wanne 10' und werden durch die darüberliegende Platte 23 elektrisch abgeschirmt
und zuverlässig festgehalten. Diese Wirkung kann noch verstärkt werden,
wenn die Platte 23 etwas dicker ist und die Löcher schräg durch dieselbe
führen. Der Einsatz 23 kann aber auch über seine Fläche verteilte
Einzelvertiefungen aufweisen, die z.B. als zylindrische oder sich kegelförmig
verengende gerade oder auch schräge Sacklöcher oder auch als Längs-
oder Querrillen ausgebildet sind. In diesem Fall kann er ebenfalls aus Blech geformt
sein oder er kann massiv ausgebildet sein und die Wanne 10' im wesentlichen ausfüllen.
Der Behälter 1 kann beispielsweise ein Gusstank, ein
Aluminium-Schweisstank, ein Stahl-Schweisstank oder ein GFK-Tank mit Metallbeschichtung
sein. Vorteilhaft sind die die Vertiefungen bildendenen, endseitigen Ausbuchtungen
8, 9 direkt in das Behältergehäuse 1 eingegossen. Das Einlegeteil oder
der Einsatz 23 kann z. B. aus Aluminium, Stahl, Kupfer oder Kunststoff bestehen.
Durch die besondere Form und Platzierung der Partikelfalle 8, 9; 10; 10'; 23 wird
insbesondere vermieden, dass die Partikel in einem stark feldbelasteten Teil des
Behälters 1 liegenbleiben.
Bezugszeichenliste
- 1
- Behälter
- 2, 3
- Endöffnungen
- 4, 5
- Stutzen
- 6, 7
- Durchführungsöffnungen
- 8, 9
- Ausbuchtungen
- 10
- Rille
- 10'
- Wanne
- 11
- Fläche
- 12
- Fuss
- 13
- Mittelabschnitt
- 14
- Leistungsschalter
- 15, 16
- Anschlussstücke
- 17, 18
- Deckel
- 19
- Kontaktscheibe
- 20
- Isolatorplatte
- 21
- Betätigungsstange
- 22
- Berstscheibe
- 23
- Einsatz
|
| Anspruch[de] |
|
Behälter (1) für einen gasisolierten Leistungsschalter, mit
einem ungefähr rohrförmigen Grundkörper, welcher an beiden Enden
in Endöffnungen (2, 3) ausläuft und im Bereich der besagten Enden jeweils
eine Durchführung aufweist mit einem angeformten Stutzen (4; 5), welcher eine
Durchführungsöffnung (6; 7) umgibt, mit mindestens einer Ausbuchtung,
die an einer Unterseite des Behälters (1) angeordnet ist und welche im Inneren
des Behälters (1) mindestens eine als Partikelfalle wirkende Vertiefung bildet,
dadurch gekennzeichnet, dass ungefähr im Bereich der Enden an der Unterseite
des Behälters (1) jeweils eine im Inneren des Behälters (1) eine Vertiefung
bildende Ausbuchtung (8; 9) angeordnet ist und zwischen den Ausbuchtungen (8, 9)
ein von Ausbuchtungen freier Mittelabschnitt (13) des Behälters (1) liegt.
Behälter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der
Behälter (1) vor den besagten Enden an einer Oberseite die jeweils eine Durchführung
aufweist, und/oder dass ungefähr unterhalb jeder der Durchführungen (6;
7) die jeweils eine Ausbuchtung (8; 9) angeordnet ist.
Behälter nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass der Mittelabschnitt (13) des Behälters
(1) zylindrisch ist.
Behälter nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass bei mindestens einer Ausbuchtung (8, 9) mehrere
parallele, in Längsrichtung verlaufende Rillen (10) als Vertiefungen vorgesehen
sind.
Behälter nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass bei mindestens einer Ausbuchtung (8, 9) eine
Wanne (10') als Vertiefung vorgesehen ist.
Behälter nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die
Wanne (10') eine ungefähr rechteckige Form hat.
Behälter nach Anspruch 5 oder 6, dadurch gekennzeichnet, dass
in der Wanne (10') ein Einsatz (23) angeordnet ist, welcher dieselbe im wesentlichen
bedeckt, wobei zwischen dem Einsatz (23) und dem Grund der Wanne (10') Raum frei
bleibt, und welcher Einsatz (23) über seine Fläche verteilte gerade oder
schräg durchgehende Löcher aufweist oder auch über seine Fläche
verteilte Einzelvertiefungen, vorzugsweise in der Form von zylindrischen oder sich
kegelförmig verengenden Sacklöchern, Längsrillen oder Querrillen.
Behälter nach einem der vorangehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, dass die Ausbuchtungen (8, 9) an der Aussenseite
jeweils mindestens eine ebene waagrechte Fläche (11) zur Abstützung des
Behälters (1) bilden, und insbesondere dass die ebenen waagrechten Flächen
(11) der Abstützung dienende Füsse (12) tragen.
Gasisolierter Leistungsschalter mit einem Behälter (1) nach einem
der Ansprüche 1 bis 8 sowie mit einem ungefähr in der Achse des Behälters
(1) liegenden Leistungsschalter (14) und mit demselben verbundenen Anschlussstücken
(15, 16), sowie die Durchführungsöffnungen (6; 7) gasdicht verschliessenden
Deckeln (17; 18), welche mit den Anschlussstücken (15, 16) elektrisch leitend
verbundene Kontakte umfassen.
Gasisolierter Leistungsschalter nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet,
dass der Leistungsschalter (14) als Blasschalter ausgebildet ist.
Gasisolierter Leistungsschalter nach Anspruch 9 oder 10, dadurch
gekennzeichnet, dass der Leistungsschalter (14) eine Betätigungsstange
(21) aufweist, welche durch eine der Endöffnungen (2) geführt ist, während
die andere Endöffnung (3) durch eine Berstscheibe (22) gasdicht verschlossen
ist.
|
|
|