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Dokumentenidentifikation DE102006033755A1 24.01.2008
Titel Verbundlenkerachse mit zusätzlichem Wattgestänge
Anmelder GM Global Technology Operations, Inc., Detroit, Mich., US
Erfinder Bitz, Gerd, 55126 Mainz, DE;
Brinker, Werner, 64293 Darmstadt, DE;
Ehrlich, Dirk, 55294 Bodenheim, DE;
Harder, Michael, 55246 Mainz-Kostheim, DE;
Purdy, Matthew S., Royal Oak, Mich., US;
Stoff, Wolfgang, 65205 Wiesbaden, DE
Vertreter Strauß, P., Dipl.-Phys.Univ. MA, Pat.-Anw., 65191 Wiesbaden
DE-Anmeldedatum 21.07.2006
DE-Aktenzeichen 102006033755
Offenlegungstag 24.01.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 24.01.2008
IPC-Hauptklasse B60G 21/05(2006.01)A, F, I, 20061120, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60G 21/055(2006.01)A, L, I, 20061120, B, H, DE   
Zusammenfassung Eine Radaufhängung (3) für ungelenkte Räder (2) an einer Kraftfahrzeugkarosserie (4) eines Kraftfahrzeuges hat eine Verbundlenkerachse (6) mit einem Wattgestänge (12). Eine Wippe (13) des Wattgestänges (12) ist an der Kraftfahrzeugkarosserie (4) gelagert. Das Wattgestänge (12) vermeidet ein Übersteuern des Kraftfahrzeuges bei Kurvenfahrt. Da das Wattgestänge (12) einen Großteil der Radführungsaufgaben übernimmt, ist eine teilweise Entkoppelung der Radführungsaufgaben der Dämpfungsbuchsen möglich, was zu Freiheiten bezüglich der Kennlinienauslegung in Richtung deutlich höherem Fahrkomfort führt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Radaufhängung für ungelenkte Räder an einer Kraftfahrzeugkarosserie eines Kraftfahrzeuges mit zwei Längslenkern und einer die Längslenker miteinander verbindenden Strebe, wobei die Längslenker an einem Ende eine Lagerung an der Kraftfahrzeugkarosserie aufweisen, mit einem die Längslenker miteinander verbindenden Wattgestänge, mit Flanschen zur Halterung der Räder und mit einer Feder-/Dämpfereinrichtung zur Abstützung der Längslenker an der Kraftfahrzeugkarosserie.

Eine solche Radaufhängung ist beispielsweise aus der DE 27 42 426 A1 bekannt. Bei dieser Radaufhängung ist die Strebe als Starrachse ausgebildet und verbindet die Flansche der Räder miteinander. Die Längslenker sind mit einen Ende unmittelbar an der Strebe angebunden. Die Federbeine der Feder-/Dämpfereinrichtung stützen sich an dem Wattgestänge ab. Diese Radaufhängung weist jedoch nur einen geringen Fahrkomfort auf.

Daher sind aus der Praxis Verbundlenkerachsen bekannt geworden, bei welchen die Strebe zwischen den Flanschen und den Lagerungen der Längslenker an der Karosserie angebunden ist. Diese Verbundlenkerachse hat jedoch den Nachteil, zur Seitenkraftübersteuerung zu neigen.

Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Radaufhängung der eingangs genannten Art so weiterzubilden, dass sie einen besonders großen Fahrkomfort aufweist und dass eine Seitenkraftübersteuerung weitgehend vermieden wird.

Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass die Längslenker und die Strebe als Verbundlenkerachse mit einer von den Flanschen für die Halterung der Räder beabstandeten Anbindung der Strebe an den Längslenkern ausgebildet sind, dass die Längslenker über den Flanschen für die Halterung der Räder überstehende Abschnitte aufweisen und dass das Wattgestänge an den überstehenden Abschnitten der Längslenker angelenkt ist.

Durch diese Gestaltung werden Seitenkräfte der Verbundlenkerachse nicht nur von den Lagerungen der Längslenker an der Kraftfahrzeugkarosserie abgestützt, sondern zusätzlich von dem Wattgestänge. Daher lassen sich die Lagerungen der Längslenker im Vergleich zu der bekannten Verbundlenkerachse nachgiebig gestalten, was zur weiteren Erhöhung des Fahrkomforts beiträgt. Eine seitenkraftübersteuernde Neigung der Verbundlenkerachse wird durch das Wattgestänge vermieden.

Die erfindungsgemäße Radaufhängung weist einen besonders großen Fahrkomfort auf, wenn die Feder-/Dämpfereinrichtung jeweils zwischen dem Wattgestänge und der Anbindung der Strebe an den Längslenkern angelenkt ist.

Die Anbindung des Wattgestänges an den Längslenkern gestaltet sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung konstruktiv besonders einfach, wenn die Längslenker aufeinander zu weisende Ausleger haben. Die Gestaltung der Ausleger führt zudem zu einem sehr kurzen und damit leichten Wattgestänge.

Die erfindungsgemäße Radaufhängung lässt sich besonders einfach montieren, wenn Lagerteile des Wattgestänges an den aufeinander zu weisenden Auslegern der Längslenker befestigt sind.

Das Wattgestänge der erfindungsgemäßen Radaufhängung lässt sich besonders kostengünstig fertigen und montieren, wenn zwei Stangen des Wattgestänges an den Lagerteilen gelagert sind und an ihrem den Lagerteilen abgewandten Ende über eine Wippe miteinander verbunden sind und wenn die Wippe an der Kraftfahrzeugkarosserie gelagert ist.

Die Erfindung lässt verschiedene Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend beschrieben. Die Zeichnung zeigt in

1 ein Kraftfahrzeug mit einer erfindungsgemäßen Radaufhängung in einer Seitenansicht,

2 eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen Radaufhängung aus 1,

3 eine perspektivische Darstellung der erfindungsgemäßen Radaufhängung.

1 zeigt ein Kraftfahrzeug mit gelenkten Rädern 1 und mit ungelenkten Rädern 2. Die ungelenkten Räder 2 sind über eine Radaufhängung 3 an einer Kraftfahrzeugkarosserie 4 angebunden. Die Radaufhängung 3 hat eine sich an der Kraftfahrzeugkarosserie 4 abstützende Feder-/Dämpfereinrichtung 5.

2 zeigt schematisch in einer Draufsicht auf die Radaufhängung 3, dass die ungelenkten Räder 2 über eine Verbundlenkerachse 6 an der Kraftfahrzeugkarosserie 4 angebunden sind. Die Verbundlenkerachse 6 weist zwei Längslenker 7 und eine die Längslenker 7 miteinander verbindende Strebe 8 auf. An einem Ende sind die Längslenker 7 über Lagerungen 9 mit der Kraftfahrzeugkarosserie 4 verbunden. Die Strebe 8 ist zwischen einer Anbindung 10 der Räder 2 an den Längslenkern 7 und der Lagerungen 9 an den Längslenkern 7 angelenkt. Die Längslenker 7 weisen einen über der Anbindung 10 der Räder 2 überstehenden Abschnitt 11 auf. An dem überstehenden Abschnitt 11 ist ein Wattgestänge 12 angelenkt. Das Wattgestänge 12 weist zwei an den Längslenkern 7 und einer mittigen Wippe 13 gelagerte Stangen 14 auf. Die Wippe 13 ist mittig an der Kraftfahrzeugkarosserie 4 gelagert. Weiterhin sind in 2 mit Pfeilen bei Kurvenfahrten des in 1 dargestellten Kraftfahrzeuges die auf die ungelenkten 2 Räder einwirkende Seitenkräfte und die Gegenkräfte der Lagerungen 9 der Verbundlenkerachse 6 an der Kraftfahrzeugkarosserie 4 und des Wattgestänges 12 dargestellt.

3 zeigt die Verbundlenkerachse 6 aus 2 in einer perspektivischen Darstellung. Hierbei ist zu erkennen, dass die Anbindung 10 der Längslenker 7 für die in 1 dargestellten ungelenkten Räder 2 Flansche 15 zur deren Befestigung aufweist. Die Längslenker 7 weisen an ihren den Lagerungen 9 abgewandten Enden aufeinander zu weisende Ausleger 16 auf, an denen Lagerteile 17 des Wattgestänges 12 befestigt sind. Die Stangen 14 des Wattgestänges 12 sind an den Lagerteilen 17 gelagert. Die Feder-/Dämpfereinrichtung 5 ist zwischen den Flanschen 15 für die Räder 2 und den Lagerungen 9 an der Kraftfahrzeugkarosserie 4 an den Längslenkern 7 angelenkt.

Das Wattgestänge 12 kann auch in einem anderen Winkel als dem Dargestellten angeordnet sein. Durch die Wahl des Winkels und des Anbindungspunktes des Wattgestänges 12 an den Längslenkern 7 lassen sich mögliche Asymmetrien ausgleichen und zudem Packagevorteile der Radaufhängung 3 erreichen.

1, 2
Rad
3
Radaufhängung
4
Kraftfahrzeugkarosserie
5
Feder-/Dämpfereinrichtung
6
Verbundlenkerachse
7
Längslenker
8
Strebe
9
Lagerung
10
Anbindung
11
Abschnitt
12
Wattgestänge
13
Wippe
14
Stange
15
Flansch
16
Ausleger
17
Lagerteil


Anspruch[de]
Radaufhängung (3) für ungelenkte Räder (2) an einer Kraftfahrzeugkarosserie (4) eines Kraftfahrzeuges mit zwei Längslenkern (7) und einer die Längslenker (7) miteinander verbindenden Strebe (8), wobei die Längslenker (7) an einem Ende eine Lagerung (9) an der Kraftfahrzeugkarosserie (4) aufweisen, mit einem die Längslenker (7) miteinander verbindenden Wattgestänge (12), mit Flanschen (15) zur Halterung der Räder (2) und mit einer Feder-/Dämpfereinrichtung (5) zur Abstützung der Längslenker (7) an der Kraftfahrzeugkarosserie (4), dadurch gekennzeichnet, dass die Längslenker (7) und die Strebe (8) als Verbundlenkerachse (6) mit einer von den Flanschen (15) für die Halterung der Räder (2) beabstandeten Anbindung der Strebe (8) an den Längslenkern (7) ausgebildet sind, dass die Längslenker (7) über den Flanschen (15) für die Halterung der Räder (2) überstehende Abschnitte (11) aufweisen und dass das Wattgestänge (12) an den überstehenden Abschnitten (11) der Längslenker angelenkt ist. Radaufhängung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Feder-/Dämpfereinrichtung (5) jeweils zwischen dem Wattgestänge (12) und der Anbindung der Strebe (8) an den Längslenkern (7) angelenkt ist. Radaufhängung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Längslenker (7) aufeinander zu weisende Ausleger (16) haben. Radaufhängung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass Lagerteile (17) des Wattgestänges (12) an den aufeinander zu weisenden Auslegern (16) der Längslenker (7) befestigt sind. Radaufhängung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Stangen (14) des Wattgestänges (12) an den Lagerteilen (17) gelagert sind und an ihrem den Lagerteilen (17) abgewandten Ende über eine Wippe (13) miteinander verbunden sind und dass die Wippe (13) an der Kraftfahrzeugkarosserie (4) gelagert ist.






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