Die Erfindung betrifft eine Radaufhängung für ungelenkte
Räder an einer Kraftfahrzeugkarosserie eines Kraftfahrzeuges mit zwei Längslenkern
und einer die Längslenker miteinander verbindenden Strebe, wobei die Längslenker
an einem Ende eine Lagerung an der Kraftfahrzeugkarosserie aufweisen, mit einem
die Längslenker miteinander verbindenden Wattgestänge, mit Flanschen zur
Halterung der Räder und mit einer Feder-/Dämpfereinrichtung zur Abstützung
der Längslenker an der Kraftfahrzeugkarosserie.
Eine solche Radaufhängung ist beispielsweise aus der
DE 27 42 426 A1 bekannt. Bei dieser
Radaufhängung ist die Strebe als Starrachse ausgebildet und verbindet die Flansche
der Räder miteinander. Die Längslenker sind mit einen Ende unmittelbar
an der Strebe angebunden. Die Federbeine der Feder-/Dämpfereinrichtung stützen
sich an dem Wattgestänge ab. Diese Radaufhängung weist jedoch nur einen
geringen Fahrkomfort auf.
Daher sind aus der Praxis Verbundlenkerachsen bekannt geworden, bei
welchen die Strebe zwischen den Flanschen und den Lagerungen der Längslenker
an der Karosserie angebunden ist. Diese Verbundlenkerachse hat jedoch den Nachteil,
zur Seitenkraftübersteuerung zu neigen.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, eine Radaufhängung
der eingangs genannten Art so weiterzubilden, dass sie einen besonders großen
Fahrkomfort aufweist und dass eine Seitenkraftübersteuerung weitgehend vermieden
wird.
Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,
dass die Längslenker und die Strebe als Verbundlenkerachse mit einer von den
Flanschen für die Halterung der Räder beabstandeten Anbindung der Strebe
an den Längslenkern ausgebildet sind, dass die Längslenker über den
Flanschen für die Halterung der Räder überstehende Abschnitte aufweisen
und dass das Wattgestänge an den überstehenden Abschnitten der Längslenker
angelenkt ist.
Durch diese Gestaltung werden Seitenkräfte der Verbundlenkerachse
nicht nur von den Lagerungen der Längslenker an der Kraftfahrzeugkarosserie
abgestützt, sondern zusätzlich von dem Wattgestänge. Daher lassen
sich die Lagerungen der Längslenker im Vergleich zu der bekannten Verbundlenkerachse
nachgiebig gestalten, was zur weiteren Erhöhung des Fahrkomforts beiträgt.
Eine seitenkraftübersteuernde Neigung der Verbundlenkerachse wird durch das
Wattgestänge vermieden.
Die erfindungsgemäße Radaufhängung weist einen besonders
großen Fahrkomfort auf, wenn die Feder-/Dämpfereinrichtung jeweils zwischen
dem Wattgestänge und der Anbindung der Strebe an den Längslenkern angelenkt
ist.
Die Anbindung des Wattgestänges an den Längslenkern gestaltet
sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung konstruktiv
besonders einfach, wenn die Längslenker aufeinander zu weisende Ausleger haben.
Die Gestaltung der Ausleger führt zudem zu einem sehr kurzen und damit leichten
Wattgestänge.
Die erfindungsgemäße Radaufhängung lässt sich
besonders einfach montieren, wenn Lagerteile des Wattgestänges an den aufeinander
zu weisenden Auslegern der Längslenker befestigt sind.
Das Wattgestänge der erfindungsgemäßen Radaufhängung
lässt sich besonders kostengünstig fertigen und montieren, wenn zwei Stangen
des Wattgestänges an den Lagerteilen gelagert sind und an ihrem den Lagerteilen
abgewandten Ende über eine Wippe miteinander verbunden sind und wenn die Wippe
an der Kraftfahrzeugkarosserie gelagert ist.
Die Erfindung lässt verschiedene Ausführungsformen zu. Zur
weiteren Verdeutlichung ihres Grundprinzips ist eine davon in der Zeichnung dargestellt
und wird nachfolgend beschrieben. Die Zeichnung zeigt in
1 ein Kraftfahrzeug mit einer erfindungsgemäßen
Radaufhängung in einer Seitenansicht,
2 eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen
Radaufhängung aus 1,
3 eine perspektivische Darstellung der erfindungsgemäßen
Radaufhängung.
1 zeigt ein Kraftfahrzeug mit gelenkten Rädern
1 und mit ungelenkten Rädern 2. Die ungelenkten Räder
2 sind über eine Radaufhängung 3 an einer Kraftfahrzeugkarosserie
4 angebunden. Die Radaufhängung 3 hat eine sich an der Kraftfahrzeugkarosserie
4 abstützende Feder-/Dämpfereinrichtung 5.
2 zeigt schematisch in einer Draufsicht auf die Radaufhängung
3, dass die ungelenkten Räder 2 über eine Verbundlenkerachse
6 an der Kraftfahrzeugkarosserie 4 angebunden sind. Die Verbundlenkerachse
6 weist zwei Längslenker 7 und eine die Längslenker
7 miteinander verbindende Strebe 8 auf. An einem Ende sind die
Längslenker 7 über Lagerungen 9 mit der Kraftfahrzeugkarosserie
4 verbunden. Die Strebe 8 ist zwischen einer Anbindung
10 der Räder 2 an den Längslenkern 7 und der
Lagerungen 9 an den Längslenkern 7 angelenkt. Die Längslenker
7 weisen einen über der Anbindung 10 der Räder
2 überstehenden Abschnitt 11 auf. An dem überstehenden
Abschnitt 11 ist ein Wattgestänge 12 angelenkt. Das Wattgestänge
12 weist zwei an den Längslenkern 7 und einer mittigen Wippe
13 gelagerte Stangen 14 auf. Die Wippe 13 ist mittig
an der Kraftfahrzeugkarosserie 4 gelagert. Weiterhin sind in
2 mit Pfeilen bei Kurvenfahrten des in 1
dargestellten Kraftfahrzeuges die auf die ungelenkten 2 Räder einwirkende
Seitenkräfte und die Gegenkräfte der Lagerungen 9 der Verbundlenkerachse
6 an der Kraftfahrzeugkarosserie 4 und des Wattgestänges
12 dargestellt.
3 zeigt die Verbundlenkerachse 6 aus
2 in einer perspektivischen Darstellung. Hierbei ist
zu erkennen, dass die Anbindung 10 der Längslenker 7 für
die in 1 dargestellten ungelenkten Räder
2 Flansche 15 zur deren Befestigung aufweist. Die Längslenker
7 weisen an ihren den Lagerungen 9 abgewandten Enden aufeinander
zu weisende Ausleger 16 auf, an denen Lagerteile 17 des Wattgestänges
12 befestigt sind. Die Stangen 14 des Wattgestänges
12 sind an den Lagerteilen 17 gelagert. Die Feder-/Dämpfereinrichtung
5 ist zwischen den Flanschen 15 für die Räder
2 und den Lagerungen 9 an der Kraftfahrzeugkarosserie
4 an den Längslenkern 7 angelenkt.
Das Wattgestänge 12 kann auch in einem anderen Winkel
als dem Dargestellten angeordnet sein. Durch die Wahl des Winkels und des Anbindungspunktes
des Wattgestänges 12 an den Längslenkern 7 lassen sich
mögliche Asymmetrien ausgleichen und zudem Packagevorteile der Radaufhängung
3 erreichen.
- 1, 2
- Rad
- 3
- Radaufhängung
- 4
- Kraftfahrzeugkarosserie
- 5
- Feder-/Dämpfereinrichtung
- 6
- Verbundlenkerachse
- 7
- Längslenker
- 8
- Strebe
- 9
- Lagerung
- 10
- Anbindung
- 11
- Abschnitt
- 12
- Wattgestänge
- 13
- Wippe
- 14
- Stange
- 15
- Flansch
- 16
- Ausleger
- 17
- Lagerteil