Hintergrund der Erfindung
Die Erfindung betrifft einen Rohrkondensator mit variabler Kapazität,
umfassend
ein zylinderförmiges Rohr aus dielektrischem Material,
eine metallische Außenelektrode, die das zylinderförmige Rohr umgibt,
und
eine Innenelektrode, die in der Innenbohrung des zylinderförmigen Rohrs axial
beweglich ist und in der Innenbohrung anliegt,
wobei die Innenelektrode einen metallischen Stab umfasst.
Rohrkondensatoren diesen Typs wurden zum Beispiel eingesetzt in NMR-Spektroskopie-Systemen,
wie sie in dem Firmenprospekt „Avance – The Pulse Of Innovation" der
Firma Bruker Biospin AG, Fällanden, Schweiz, April 2004, beschrieben werden.
Kernspinresonanz(=NMR)-Spektrometrie ist eines der leistungsfähigsten
Verfahren der instrumentellen Analytik und wird insbesondere in den Biowissenschaften
und in der Materialforschung angewandt. Dabei werden mit einem Hochfrequenz(=HF)-Resonator
HF-Feldimpulse in eine Probe eingestrahlt, und die Reaktion der Probe wird gemessen
und ausgewertet.
Qualitativ hochwertige NMR-Spektren erhält man mit möglichst
kurzen eingestrahlten HF-Feldimpulsen. Die erreichbare Kürze hängt davon
ab, wie hoch die HF-Feldamplitude eingestellt werden kann, ohne dass Hochspannungsüberschläge
im HF-Resonator und insbesondere auch in den kapazitiven Abstimmelementen des HF-Resonators
auftreten. Daher begrenzt die Hochspannungsfestigkeit (oder Durchschlagfestigkeit)
der kapazitiven Abstimmelemente die Qualität der erhaltenen NMR-Spektren. Als
kapazitive Abstimmelemente werden im Stand der Technik Rohrkondensatoren mit variabler
Kapazität eingesetzt, wie sie eingangs beschrieben wurden.
Aus der US 2003/0137300
A1 ist ein variabler Kondensator bekannt geworden, bei dem eine Schraube
in ein mit dielektrischer Beschichtung innen ausgekleidetes Röhrchen eingedreht
wird. Die Beschichtung erstreckt sich bevorzugt auch über die Stirnseite des
Röhrchens.
Die DE 1 108 809 B
beschreibt einen Trimmerkondensator mit einem dielektrischen Röhrchen, an dem
außen eine Außenelektrode angeordnet ist und in dem innen eine metallische
Innenelektrode verschieblich ist. An einem vorderen, verjüngten Teil der Innenelektrode
ist ein gegenüber der Innenelektrode verdickter Isolierring angeordnet, der
an der Innenwand des dielektrischen Röhrchens anliegt und so einen unmittelbaren
Kontakt von Innenelektrode und dielektrischem Röhrchen verhindert.
Aus der US 3,731,165 ist ein
Trimmkondensator bekannt, der Nuten zur Einstellung der maximalen Kapazität
aufweist.
Aufgabe der Erfindung
Es ist daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, die Durchschlagfestigkeit
von Rohrkondensatoren mit variabler Kapazität zu erhöhen, insbesondere
um mit diesen Rohrkondensatoren NMR-Spektrometer mit einer verbesserten Auflösung
bereitzustellen.
Kurze Beschreibung der Erfindung
Diese Aufgabe wird gelöst durch einen Rohrkondensator der eingangs
vorgestellten Art, der dadurch gekennzeichnet ist, dass der metallische Stab an
seinem Ende, das sich in der Innenbohrung des zylinderförmigen Rohres befindet,
durch einen Stab aus dielektrischem Material in axialer Richtung verlängert
ist, und dass der der Stab aus dielektrischem Material im Verbindungsbereich zu
dem metallischen Stab den gleichen Außendurchmesser besitzt wie der metallische
Stab.
Im Rahmen der Erfindung wurde festgestellt, dass es zu Hochspannungsüberschlägen
im Rohrkondensator des Standes der Technik nicht etwa im Bereich des schmalen Spaltes
zwischen zylinderförmigem Rohr aus dielektrischem Material und anliegendem
metallischem Stab der Innenelektrode kommt, sondern im Bereich des Endes des metallischen
Stabes. Der Hochspannungsüberschlag tritt also überraschender Weise dort
auf, wo relativ viel Abstand und Luft die Elektroden trennt. Dies gilt auch dann,
wenn der metallische Stab ein abgerundetes Abschlussteil besitzt.
Im erfindungsgemäßen Rohrkondensator wird die Durchschlagfestigkeit
dadurch erhöht, dass in dem Bereich des Rohrkondensators, in dem Hochspannungsüberschläge
besonders stark drohen, die wenig durchschlagfeste Luft ersetzt wird durch ein festes,
elektrisch isolierendes, dielektrisches Material, welches verglichen mit Luft oder
anderen Gasen eine sehr viel höhere Durchschlagfestigkeit aufweist (Faktor
10 oder besser gegenüber Luft). Durch die Befestigung eines Stabes aus dielektrischem
Material am durchschlaggefährdeten Ende des metallischen Stabes ist das dielektrische
Material auch stets richtig positioniert. Als dielektrisches Stabmaterial stehen
beispielsweise Kunststoff, insbesondere Teflon, Glas oder auch keramische Materialien,
insbesondere Aluminiumoxid, zur Verfügung.
Der Stab aus dielektrischem Material braucht nicht
einen konstanten Außendurchmesser über seine gesamte Länge aufzuweisen.
An der ringförmigen Übergangslinie zwischen metallischem Stab und Stab
aus dielektrischem Material an der Außenseite der Stäbe ist jedoch der
Außendurchmesser der Stäbe gleich. Dadurch wird eine hohe Durchschlagfestigkeit
erreicht. Stäbe und Bohrung sind im Querschnitt bevorzugt kreisrund oder elliptisch
ausgebildet. Im Falle nicht-kreisrunder (insbesondere eckiger) Querschnitte tritt
die Außenlinie des Querschnittes eines Stabes an die Stelle des Außendurchmessers.
Eine bevorzugte Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Rohrkondensators ist dadurch gekennzeichnet, dass der Stab aus dielektrischem Material
in einem sich dem metallischen Stab unmittelbar anschließenden Längenbereich,
insbesondere über seine gesamte Länge, den gleichen Außendurchmesser
besitzt wie der metallische Stab. Dieser sich unmittelbar anschließende Längenbereich
entspricht bevorzugt wenigstens dem 1,5-fachen des Durchmessers des metallischen
Stabes zuzüglich der axialen Ausdehnung eines Abschlussteils des metallischen
Stabes, das in aller Regel verwendet wird. Auch dies stellt eine hohe Durchschlagfestigkeit
des Rohrkondensators sicher, indem größere Luftspalte in der Nähe
des Endes des metallischen Stabes vermieden werden.
Ganz besonders bevorzugt ist eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Rohrkondensators, die vorsieht, dass der metallische Stab am seinem Ende, das sich
in der Innenbohrung des zylinderförmigen Rohres befindet, ein abgerundetes
Abschlussteil besitzt, insbesondere derart, dass keine kantenförmigen Übergänge
am diesem Ende des metallischen Stabes vorhanden sind. Das Abschlussteil des metallischen
Stabes beginnt dort, wo der metallische Stab im Bereich seines in der Bohrung des
dielektrischen Rohres liegenden Endes von der zylinderförmigen Gestalt abweicht,
d.h. der Durchmesser sich verkleinert. Das abgerundete Abschlussteil und metallischer
Stab sind regelmäßig einstückig ausgebildet. Das abgerundete Abschlussteil
reduziert die Feldstärke in der Umgebung des Endes des metallischen Stabes
und verringert so die Neigung zu Hochspannungsüberschlägen.
Bei einer bevorzugten Weiterbildung dieser Ausführungsform beträgt
die Länge LD des Stabes aus dielektrischem Material mindestens die
Summe aus der axialen Ausdehnung LA des Abschlussteils und dem 1,5-fachen
Durchmesser DM des metallischen Stabes. D.h. es gilt LD ≥
LA + 1,5 DM. Damit deckt der Stab aus dielektrischem Material
den besonders überschlagsgefährdeten Bereich am Ende des metallischen
Stabes ab, wodurch eine verbesserte Durchschlagfestigkeit erreicht wird.
Bevorzugt ist weiterhin eine Weiterbildung, bei der das Abschlussteil
des metallischen Stabes mindestens eine zylinderförmige Stufe aufweist. Als
zylinderförmige Stufe wird ein Längenabschnitt (oder Plateaubereich) des
Abschlussteils verstanden, in dem der Außendurchmesser über eine nicht
verschwindende Länge konstant (aber kleiner als der Durchmesser des metallischen
Stabes in seinem zylindrischen, vom Abschlussteil entfernten Bereich) ist. Damit
kann die dielektrische Verlängerung (d.h. der Stab aus dielektrischem Material)
mechanisch stabiler mit dem metallischen Stab verbunden werden.
Bevorzugt ist auch eine Weiterbildung, bei der das Abschlussteil des
metallischen Stabes mindestens eine Einschnürung aufweist. Damit wird die mechanische
Verankerung der dielektrischen Verlängerung mit dem metallischen Stab noch
stabiler und robuster. Durch die Einschnürung kann insbesondere eine elastisch
herstell- und lösbare, klemmende Befestigung realisiert werden.
Besonders vorteilhaft ist eine Weiterbildung der obigen Ausführungsform,
bei der das Abschlussteil des metallischen Stabes näherungsweise die Form eines
lang gezogenen Rotationsellipsoides aufweist. Diese Form führt zu den kleinsten
Feldspitzen, insbesondere wegen der sanften und stetigen Verkleinerung des Außendurchmessers
des metallischen Stabes, und daher zu besten Durchschlagfestigkeiten.
Ganz besonders bevorzugt ist noch eine Weiterbildung, die vorsieht,
dass der Stab aus dielektrischem Material mit der gesamten Oberfläche des Abschlussteils
dicht, insbesondere ohne Lufteinschlüsse, verbunden ist. Mit anderen Worten,
Abschlussteil und Stab aus dielektrischem Material haben einen vollflächigen
Kontakt. Dies verbessert wiederum die Durchschlagfestigkeit an der Verbindungsfläche.
Vorteilhaft ist weiterhin eine Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Rohrkondensators, bei der das dielektrische Material des zylinderförmigen Rohres
und das dielektrische Material des Stabes relative Dielektrizitätskonstanten
zwischen 1,3 und 5 aufweisen, insbesondere wobei das dielektrische Material jeweils
Teflon ist. Solches Material ist gut zur Verhinderung von Hochspannungsüberschlägen
geeignet.
Weiterhin bevorzugt ist eine Ausführungsform, bei der sich die
relativen Dielektrizitätskonstanten des dielektrischen Materials des zylinderförmingen
Rohres und des Stabes um 1,0 oder weniger unterscheiden, insbesondere wobei die
beiden relativen Dielektrizitätskonstanten identisch sind. Auch dadurch wird
die Neigung zu Hochspannungsüberschlägen reduziert.
In den Rahmen der vorliegenden Erfindung fällt auch ein Kernspinresonanz
(=NMR)-Probenkopf, umfassend einen Hochfrequenz(=HF)-Resonator und eine Schaltung
zum Betrieb des HF-Resonators, dadurch gekennzeichnet, dass die Schaltung mindestens
einen erfindungsgemäßen Rohrkondensator umfasst. Ein solcher Probenkopf
weist eine verbesserte Durchschlagfestigkeit auf, so dass auch sehr kurze, starke
HF-Impulse mit dem HF-Resonator in eine Probe eingestrahlt werden können, und
mit dem zugehörigen NMR-Spektrometer können Spektren verbesserter Qualität
gemessen werden.
Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der Beschreibung und
den Zeichnungen. Ebenso können die vorstehend genannten und die weiter aufgeführten
Merkmale je für sich oder zu mehreren in beliebigen Kombinationen Verwendung
finden. Die gezeigten und beschriebenen Ausführungsformen sind nicht als abschließende
Aufzählung zu verstehen, sondern haben vielmehr beispielhaften Charakter für
die Schilderung der Erfindung.
Die Erfindung ist in der Zeichnung näher dargestellt und erläutert.
Es zeigt:
1 ein Diagramm des zeitlichen Verlaufs (t) eines Stromes
(iL) in einem HF-Resonator während eines HF-Impulses;
2a eine Schaltung eines typischen HF-Resonators eines
Probenkopfes für ein NMR-Spektrometer; als abstimmbare Kapazitäten CT
und CM können erfindungsgemäße Rohrkondensatoren eingesetzt
werden;
2b ein Ersatzschaltbild der Schaltung von
2a im abgestimmten Fall;
3a ein Diagramm der relativen Amplitude der Spannung
U am Punkt A der Schaltung von 2a als Funktion der
Senderfrequenz f;
3b ein Diagramm der relativen Phase der Spannung U
am Punkt A der Schaltung von 2a als Funktion der Senderfrequenz
f;
3c ein Diagramm der relativen Amplitude der Spannung
U am Punkt B der Schaltung von 2a als Funktion der
Senderfrequenz f;
3d ein Diagramm der relativen Phase der Spannung U
am Punkt B der Schaltung von 2a als Funktion der Senderfrequenz
f;
4 eine schematische Darstellung eines Rohrkondensators
mit variabler Kapazität nach dem Stand der Technik;
5 einen vergrößerten Ausschnitt aus
4 im Bereich des Endes des metallischen Stabes, wobei
der metallische Stab gegenüber der Position von 4
verschoben ist;
6a eine schematische Darstellung eines Rohrkondensators
mit variabler Kapazität gemäß der Erfindung;
6b einen vergrößerten Ausschnitt aus
6 im Bereich des Endes des metallischen Stabes, wobei der metallische
Stab gegenüber der Position von 6a geringfügig
verschoben ist;
7 eine schematische Darstellung eines Ausschnitts aus
einem Rohrkondensators mit variabler Kapazität gemäß der Erfindung
mit zwei zylinderförmigen Stufen im abgerundeten Abschlussteil des metallischen
Stabes;
8 eine schematische Darstellung eines Ausschnitts aus
einem Rohrkondensators mit variabler Kapazität gemäß der Erfindung
mit einer Einschnürung im abgerundeten Abschlussteil des metallischen Stabes;
9 eine schematische Darstellung eines Ausschnitts aus
einem Rohrkondensators mit variabler Kapazität gemäß der Erfindung
mit einem abgerundeten Abschlussteil in Form eines langgestreckten Rotationsellipsoids;
10 ein Diagramm der Durchschlagsfeldstärke ED
im Luftspalt zweier planarer Elektroden, aufgetragen gegen die Breite dL
des Luftspalts;
11 ein Diagramm des radialen elektrischen Feldes im
Luftspalt im Bereich des Endes des metallischen Stabes in einem Rohrkondensator
entsprechend 9, bei verschiedenen Halbachsenverhältnissen
des Rotationsellipsoids;
12 ein Diagramm des axialen elektrischen Feldes im
Luftspalt im Bereich des Endes des metallischen Stabes in einem Rohrkondensator
entsprechend 9, bei verschiedenen Halbachsenverhältnissen
des Rotationsellipsoids.
Einführung
Heutige NMR-Spektrometer benutzen fast ausschließlich kurze HF-Impulse
oder genau definierte Gruppen von HF-Impulsen, um die magnetischen Spins in der
Messprobe anzuregen. Das daraus resultierende Signal nennt man das FID (Free Induction
Decay), aus dem dann anschließend mit Hilfe einer schnellen Fouriertransformation
das gewünschte NMR-Spektrum rechnerisch ermittelt wird.
Die Anregung der Messprobe erfolgt mit Hilfe eines
HF-Resonators (HF = Hochfrequenz), der sich innerhalb des NMR-Probenkopfes befindet,
dicht um die Messprobe angeordnet und auf die gewünschte Anregungsfrequenz
f0 abgestimmt ist. Die Anregungsfrequenz für Protonen liegt bei
heutigen NMR-Spektrometern zwischen 100 MHz und 900 MHz.
Während des Anregungsvorganges werden kurze HF-Stromimpulse iL
(siehe 1) in den HF-Resonator eingespeist, wodurch
kurze, magnetische HF-Feldimpulse entstehen, mit denen das Spinsystem angeregt wird.
Die HF-Feldimpulse müssen einerseits möglichst kurz sein,
damit das ganze NMR-Spektrum gleichzeitig und so gleichmäßig wie möglich
angeregt wird, und anderseits eine genügend hohe HF-Feldamplitude besitzen,
damit die Rotationsachse der Spins vorzugsweise um einen Flip-Winkel von ca. 90°
gedreht wird. Die 90° garantieren im Allgemeinen die beste Empfindlichkeit,
d.h. das beste Signal-zu-Rausch-Verhältnis (SINO) für das empfangene NMR-Signal.
Wie kurz die HF-Feldimpulse sein dürfen hängt davon ab,
wie hoch die HF-Feldamplitude eingestellt werden kann, ohne dass es zu Hochspannungsüberschlägen
im HF-Resonator oder in seinen kapazitiven Abstimmelementen kommt. Bei den heutigen
NMR-Spektrometern werden im HF-Resonator HF-Leistungen von bis zu 1 kW eingespeist!
Nun ist es aber so, dass die Überschläge nicht unbedingt
im HF-Resonator selbst, sondern oft in den kapazitiven Abstimmelementen entstehen.
Es ist deshalb bei den Herstellern von NMR-Spektrometern ein dringliches Bedürfnis
vorhanden, die Hochspannungsfestigkeit solcher kapazitiven Abstimmelemente so weit
wie möglich zu verbessern.
Die HF-Impulse zur Anregung des Spinsystems werden von einem HF-Sender
über eine HF-Leitung, die vorzugsweise einen Wellenwiderstand von 50 &OHgr;
besitzt, dem HF-Resonator zugeführt.
2a zeigt eine typische Schaltung eines HF-Resonators,
wie er häufig in der NMR eingesetzt wird. Dabei erzeugt der HF-Sender
21 intern eine sinusförmige Quellenspannung UD einer Frequenz
f0, im vorliegenden Beispiel 600 MHz, welche über einen Seriewiderstand
von 50 &OHgr; nach außen geführt wird. Hier spricht man vom Ausgangswiderstand
des Senders, und dieser muss zum Wellenwiderstand des HF-Kabels identisch sein,
damit reflexionsfrei Energie übertragen werden kann.
Der HF-Resonator wird bei Punkt A (vgl. 2a)
angeschlossen und besteht aus einem Schwingkreis aus L, CT, CM
und RL, wobei RL der Verlustwiderstand der NMR Spule darstellt.
Mit CM wird die Anpassung an 50 &OHgr; hergestellt (Matching) und mit
CT wird der Kreis auf die korrekte Resonanzfrequenz abgestimmt (Tuning),
wobei beide Kapazitäten sich gegenseitig beim Abstimmen beeinflussen. Nach
dem Abstimmvorgang verhält sich der HF-Resonator wie ein 50 &OHgr; Widerstand
vom Punkt A aus in den HF-Resonator gesehen, so dass die gesamte HF-Energie reflexionsfrei
(also zu 100%) in den HF-Resonator gelangt. Die aufgenommene Leistung wird dann
im Spulenverlustwiderstand RL freigesetzt, d.h. die NMR Spule erhitzt
sich und erzeugt dabei ein starkes HF-Feld zur Anregung der Kernseins.
Wird ein zu untersuchendes Lösungsmittel (Messprobe) in das Spuleninnere
geführt, dann kann dort noch zusätzlich Energie absorbiert werden. Auch
muss unter Umständen der Resonanzkreis spezifisch auf das eingeführte
Lösungsmittel wieder auf seine Arbeitsfrequenz abgestimmt werden, da es die
elektrische Schaltung verändert und belastet.
Der Einfachheit halber sei ein ohne Messprobe laufender HF-Resonator
in Betracht gezogen, welcher auf 600 MHz reflexionsfrei abgestimmt ist. Korrekt
abgestimmt ist dann, wenn der gesamte Resonator sich wie ein 50 &OHgr; Widerstand
verhält, d.h. am Punkt A der Schaltung misst man die halbe Quellenspannung
(U0/2) des Senders bzw. die Spannung liegt dort bei minus 6dB (3a)
und einer Phasenlage von 0° (3b). Der Resonator
erscheint somit als 50 &OHgr; Seriewiderstand zum Ausgangswiderstand des Senders.
2b zeigt das Ersatzschaltbild des Senders
22 mit dem abgestimmten HF-Resonator 23. Im nicht abgestimmten
Fall hat dieses Ersatzschaltbild keine Gültigkeit.
Betrachtet man nun die Spannung über der NMR-Spule an Punkt B
(2a), so kann diese, abhängig von der Güte
der NMR Spule, sehr hohe Werte annehmen. Im folgenden Beispiel wurde die Schaltung
gemäss 2a verwendet mit:
CM = 0.172 pF
CT = 0.833 pF
L = 70nH
RL = 1.5 &OHgr;
Bei einer Senderausgangsleistung von 300W ergibt dies:
P = UA
2/R R = 50&OHgr;
d.h. bei Punkt A sieht man eine Spannung von UA = √(P·R)
= 122 Volt und die Quellenspannung U0 des Senders beträgt demnach
2·UA = 245 V. Damit wird die Spannung über der NMR Spule an
Punkt B (2a) sehr groß, nämlich
UB = 24dB·U0 ≈ 16·U0 = 3.9 kVeff
bzw. U^
B = 5.5 kV (Scheitelwert)
gemäss den berechneten Spannungs- und Phasenverläufen von 3c
und 3d. Damit ist gezeigt, dass sehr hohe HF-Spannungen
im HF-Resonator auftreten können.
Man beachte aber auch, dass im Spulenkreis nicht nur hohe Spannungen
entstehen, sondern auch sehr hohe Ströme. Sie führen schließlich
zu einem starken magnetischen Feld für die Anregung der Kernseins.
Die gezeichnete Beispielschaltung kann im weiteren Sinn auch als ein
Transformator verstanden werden, welcher den Verlustwiderstand RL auf
50 &OHgr; hochtransformiert. D.h. der Sender sieht eine Last von 50 &OHgr;, effektiv
geht die Energie aber in einen Widerstand, der sehr viel kleiner ist.
Stand der Technik
Im Allgemeinen werden zur Resonanzabstimmung und Leistungsanpassung
des HF-Resonators variable Rohrkondensatoren eingesetzt. Diese müssen möglichst
kleine Abmessungen und verschwindend kleine magnetische Suszeptibilitätswerte
besitzen und trotzdem sehr hohe HF-Spannungen ertragen können. Kommerziell
gesehen handelt es sich hier um ein Nischenprodukt sehr hoher Qualität, das
nicht in hohen Mengen produziert werden kann und deshalb für kommerzielle Hersteller
von variablen Kapazitäten uninteressant ist. Hersteller von NMR-Spektrometern
sind deshalb darauf angewiesen, diese Rohrkondensatoren selber zu entwerfen und
herzustellen.
Rohrkondensatoren sind koaxial- und zylinderförmig aufgebaut
(4) und bestehen aus einem zylinderförmigen Rohr
3 aus dielektrischem Material, einem außen fest anliegenden Metallrohr
als Außenelektrode 1 und eine in der Innenbohrung 41 des
zylinderförmigen Rohrs 3 aus dielektrischem Material dicht anliegende,
aber axial bewegliche Innenelektrode. Letztere besteht aus einem metallischen Stab
2, der an seinem in der Innenbohrung 41 befindlichen Ende
5' derart abgerundet ist, dass keine kantenförmigen Übergänge
vorhanden sind.
Die Kontaktierung der Innenelektrode bzw. des metallischen Stabes
2 erfolgt beispielsweise mit einer metallischen Kontakthülse
4. Für das dielektrische Rohr 3 wird vorzugsweise Teflon
verwendet, welches sich durch eine hohe Spannungsfestigkeit und HF-Güte auszeichnet.
Der einstellbare Kapazitätsbereich liegt normalerweise bei 0.2 bis 6 pF.
Wenn der Rohrkondensator CT resp. CM (2a)
direkt mit dem HF-mäßig heißen Ende der Spule L verbunden ist, treten
die weiter oben berechneten hohen Spannungswerte direkt über dem Rohrkondensator
auf, so dass dieser entsprechend hochspannungsfest gebaut werden muss.
Es kommt aber auch vor, dass der Rohrkondensator CM nicht
direkt mit dem heißen Ende der Spule L verbunden wird, sondern über einen
festen Seriekondensator, um dadurch den Abstimmbereich der Resonanzfrequenz f0
zu verkleinern und eine Feinabstimmung zu ermöglichen. In diesem Fall reduziert
sich die Spannung über dem Rohrkondensator entsprechend dem kapazitiven Spannungsteiler,
und die Problematik der Hochspannungsfestigkeit überträgt sich mehr und
mehr auf den zusätzlichen Seriekondensator, der aber weniger kritisch ist,
da er einen festen Kapazitätswert besitzt. Dieser Fall tritt jedoch nicht immer
auf, sondern vorzugsweise bei der Protonenspektroskopie.
Die Spannungsfestigkeit eines Kondensators ist erstens vom Abstand
der Elektroden, zweitens von der Form der Elektroden und z.T. des Dielektrikums,
sowie drittens von der Durchschlagsfestigkeit des Dielektrikums abhängig, wobei
letzteres Luft, ein Gas, ein Feststoff oder eine Flüssigkeit sein kann.
Im Rahmen der Erfindung wurde festgestellt, dass der oben beschriebene
Rohrkondensator normalerweise nicht im zylindrischen Bereich des metallischen Stabes
2 (z.B. die Stelle 6, 5) durchschlägt,
wo der Luftspalt am kleinsten ist und man am ehesten einen Durchschlag vermuten
würde. Im Gegenteil, der Überschlag erfolgt in einem Bereich
7 um das Stabende 5', wo die Luftstrecken am größten
sind. Dies ist auch dann der Fall, wenn dieses Ende möglichst rund ausgebildet
ist und keine kantenförmigen Übergänge besitzt, so dass keine zusätzlichen
Erhöhungen der elektrischen Feldstärke zu erwarten sind. Eine Erklärung
für dieses unerwartete Verhalten ist weiter unten angegeben.
Es besteht somit ein dringendes Bedürfnis nach Rohrkondensatoren
mit verbesserten HF-Durchschlagsfestigkeiten.
Der erfindungsgemäße Rohrkondensator
Der Durchschlag im Bereich 7, 5,
entsteht durch eine lokale Ionisierung der Luft, wodurch ein elektrisch leitendes
Plasma entsteht, welches hohe Stromspitzen übertragen kann und dadurch im Bereich
des Stabendes 5' sowohl die Oberfläche der Innenelektrode wie auch
die Oberfläche der Innenbohrung 41 des dielektrischen Rohres
3 beschädigt.
Experimentelle Untersuchungen haben gezeigt, dass Änderungen
an der Form der Abrundung des metallischen Stabes 2 keinen großen
Einfluss auf die Durchschlagsfestigkeit haben, sofern die Radien dieser Abrundung
nicht zu klein gewählt sind, und sofern die Abrundung keine kantenförmigen
Übergänge besitzt. Auch die Form der Außenelektrode 1 und
die Wahl des Dielektrikums und des Elektrodenmaterials haben nur einen sekundären
Einfluss auf die Durchschlagsfestigkeit.
Spannungsversuche haben ferner gezeigt, dass die Durchschläge
normalerweise nicht im festen Dielektrikum stattfinden, sondern vorwiegend in der
Luft und zwar im Bereich 7 in der Nähe des Stabendes 5'.
Eine Erklärung dazu erhält man durch die Kurve der Durchschlagsfeldstärke
ED für Luft in Abhängigkeit des Luftspaltes zwischen zwei planaren
Elektroden (10). Daraus entnimmt man, dass die Durchschlagsfeldstärke
ED mit kleiner werdendem Luftspalt zunimmt, d.h. unkritischer wird.
Kritisch und zu Durchschlägen neigend sind demnach jene Luftbereiche
zwischen den beiden Elektroden des Rohrkondensators, wo hohe elektrische Feldstärken
E auftreten und zugleich größere freie Weglängen sL entlang
den E-Linien vorhanden sind. Das ist beim gerundeten Ende 5' der Innenelektrode
der Fall und erklärt somit die Spannungsüberschläge, die gerade dort
(Bereich 7, 5) auftreten.
Im zylindrischen Bereich der Innenelektrode hingegen (z.B. Bereich
6, 5) ist der Luftspalt sehr klein (z.B. <
0.1 mm), und da die im Luftspalt vorhandenen E-Linien senkrecht zur Oberfläche
des metallischen Stabes 2 und des dielektrischen Rohrs 3 verlaufen,
sind auch die freien Weglängen entlang diesen E-Linien sehr klein. Die Spannungsfestigkeit
ist deshalb in diesem Bereich viel größer und erklärt auch, warum
dort keine Spannungsüberschläge auftreten.
Da verschiedene dielektrische Materialien zur Verfügung stehen,
die wesentlich höhere Durchschlagsfestigkeiten besitzen als Luft, ist es deshalb
die Grundidee dieser Erfindung, sämtliche Lufträume, die sich in Bereichen
hoher elektrischer Feldstärke befinden, auf ein Minimum zu reduzieren, indem
diese Lufträume durch dielektrisches Material hoher Durchschlagsfestigkeit
ersetzt werden. Erschwerend kommt dazu, dass die Innenelektrode beweglich bleiben
muss, so dass variable Kapazitätswerte möglich sind.
Erfindungsgemäß wird diese Grundidee dadurch verwirklicht,
dass der metallischen Stab 2, 2a, 2b der Innenelektrode
an seinem in der Innenbohrung 41 befindlichen Ende 5', insbesondere
an einem dortigen so genannten Abschlussteil 5, 5a,
5b, 5c, durch einen dielektrischen Stab 9,
9a, 9b, 9c in axialer Richtung verlängert ist, vgl.
6a, 6b, 7,
8 und 9. Bevorzugt ist
der dielektrische Stab 9, 9a, 9b, 9c dicht,
d.h. ohne Lufteinschlüsse, mit der gesamten Oberfläche dieses Abschlussteils
5, 5a, 5b, 5c. Weiterhin bevorzugt besitzt der
dielektrische Stab 9, 9a, 9b, 9d an einem Verbindungsbereich
62(vgl. 6b) mit dem metallischen Stab
2, 2a, 2b, 2c, und vorzugsweise auch entlang
seiner gesamten Länge, den gleichen Außendurchmesser wie der metallische
Stab.
Zudem darf das Abschlussteil 5, 5a, 5b,
5c keine kantenförmigen Übergänge besitzen, insbesondere
am Anfang beim Übergang in den zylindrischen Teil der Innenelektrode, und die
Radien seiner sämtlichen Abrundungen sollten möglichst groß gewählt
werden. Das Abschlussteil 5, 5a, 5b, 5c des
metallischen Stabes 2 beginnt dort, wo der metallische Stab 2
im Bereich seines in der Bohrung des dielektrischen Rohres 3 liegenden
Endes 5' von der zylinderförmigen Gestalt abweicht (d.h. der Durchmesser
sich verkleinert) und erstreckt sich bis zum eigentlichen Ende 5' des metallischen
Stabes.
In 6b ist im Querschnitt ein erfindungsgemäßer
Rohrkondensator mit einem metallischen Stab 2 dargestellt, der im Wesentlichen
eine kreiszylindrische Form hat. Der metallische Stab 2 weist ein halbkugelförmiges
Abschlussteil 5 auf. Ein Stab 9 aus dielektrischem Material, der
ebenfalls eine im Wesentlichen kreiszylindrische Form aufweist, hat stirnseitig
eine halbkugelförmige Vertiefung, in der das Abschlussteil 5 vollflächig
anliegt und befestigt ist (beispielsweise durch kleben). Die in 6b
rechte Kante des dielektrischen Stabes 9 fällt mit dem rechten Ende
(oder dem „Ansatz") des Abschlussteils 5 zusammen in einem Verbindungsbereich
62, der eine ringförmige Linie um die Innenelektrode (umfassend den
metallischen Stab 2 und den dielektrischen Stab 9) bildet. Der
metallische Stab 2 ist zusammen mit dem dielektrischen Stab 9
in 6b nach links und rechts beweglich, um die Kapazität
des Rohrkondensators einstellen zu können.
In 6b sind einige elektrische Feldlinien
8 dargestellt, die sich bei Anliegen einer Spannung UC zwischen
Innenelektrode und Außenelektrode 1 ausbilden. Feldlinienabschnitte
E1 im Dielektrikum (mit Dielektrizitätskonstante &egr;1)
des Rohres 3 und Feldlinienabschnitte E2 im Dielektrikum (mit
Dielektrizitätskonstante &egr;2) des dielektrischen Stabes
9 sind für die Durchschlagfestigkeit relativ unkritisch. Feldlinienteile
EL im Luftspalt 63 (mit Dielektrizitätskonstante &egr;L)
hingegen sind wegen der geringen Durchschlagfestigkeit der Luft kritisch. Dabei
führen größere freie Weglängen sL der Feldlinien
im Luftspalt 63 zu geringeren Durchschlagfestigkeiten. Durch den erfindungsgemäß
vorgesehenen dielektrischen Stab 9 werden jedoch die freien Weglängen
sL im Luftspalt minimiert. Man beachte, dass in 6b
weiter links liegende Feldlinien zwar größere freie Weglängen sL
im Luftspalt aufweisen, aber die elektrische Feldstärke nach links hin abnimmt,
angedeutet durch den größeren Feldlinienabstand. Die geringere Feldstärke
reduziert dann die Durchschlagsgefahr.
Die Länge des dielektrischen Stabes 9, 9a,
9b, 9c darf beliebig lang gewählt werden, es sollte aber
wenigstens gelten LD ≥ LA + 1,5·DM,
mit LD: gesamte axiale Ausdehnung des dielektrischen
Stabes; LA: axiale Ausdehnung des Abschlussteils; DM: Durchmesser
des metallischen Stabes, vgl. beispielhaft 7. Mit anderen
Worten: Die überstehende Länge LUE des dielektrischen Stabes
9, 9a, 9b, 9c beträgt wenigstens das anderthalbfache
des Durchmessers DM des metallischen Stabes. Diese Minimalbedingung verhindert,
dass am Ende des dielektrischen Stabes noch große elektrische Feldspitzen entstehen
können.
Damit die dielektrische Verlängerung 9a mechanisch stabiler
mit dem metallischen Stab 2a der Innenelektrode verbunden werden kann,
lässt sich in einer bevorzugten Ausführungsform die Form des Abschlussteils
5a so wählen, dass sie mindestens eine zylinderförmige Stufe
enthält (5a, 7). Im Beispiel von
7 sind zwei zylinderförmige Stufen 71,
72 vorgesehen. Die sanfte Verkleinerung des Außendurchmessers entlang
des Abschlussteils 5a hat zudem den großen Vorteil, dass die auftretenden
Feldspitzen kleiner sind, als wenn der Abschlussteil näherungsweise halbkugelförmig
(Bzz. 5, 6b) ausgebildet ist.
In einer weiteren besonders bevorzugten Ausführungsform enthält
die Form des Abschlussteils 5b mindestens eine Einschnürung
81 und vorzugsweise auch noch mindestens eine zylinderförmige Stufe
82 (8). Die Einschnürung 81
hat den Vorteil, dass die mechanische Verankerung der dielektrischen Verlängerung
9b mit dem metallischen Stab 2b viel stabiler und robuster ist.
In einer weiteren Ausführungsform besitzt der Abschlussteil
5c näherungsweise die Form eines lang gezogenen Rotations-Ellipsoides
(9). Solche Formen führen zu den kleinsten Feldspitzen,
haben aber den Nachteil, dass eine zuverlässige und robuste Verankerung der
dielektrischen Verlängerung mit dem Abschlussteil nur schwer zu erreichen ist.
Anhand von Feldsimulationsprogrammen lässt sich sehr schön
zeigen, wie sich die Felder im Luftspalt zwischen verschiebbarem Stab und Dielektrikum
verhalten.
Im folgenden sollen kurz zwei Begriffe erläutert werden:
Axiale Felder oder Feldkomponenten sind solche, die parallel zur Symmetrieachse
61 des Rohrkondensators laufen gemäss 6b.
Radiale Felder oder Feldkomponenten sind solche, die in jedem Punkt des Raumes zur
Symmetrieachse 61 des Rohrkondensators senkrecht stehen.
Am folgenden Beispiel wurden die Felder im Luftspalt berechnet für
einen metallischen Stab 2 mit einem elliptischen Abschlussteil (Rotations-Ellipsoid,
5c in 9), welches dielektrisch fortgeführt
ist. Die dielektrische Verlängerung 9c des Stabes 2c hat
die gleiche relative Dielektrizitätskonstante wie das Dielektrikum des Rohrs
3, in diesem Fall Teflon mit &egr;r = 2.2. Als Anregung für
die Berechnung wurde eine Spannung von 1V genommen, die über dem Kondensator
anliegt. Da die Feldlinienbilder von der Spannung unabhängig sind, können
alle Feldwerte für den realen Fall, von 1V ausgehend, umskaliert werden.
11 zeigt die radialen Feldkomponenten als Funktion
des Ortes, jeweils für verschiedene Halbachsenverhältnisse der Rotations-Ellipsoide
(1:0.5, 1:1, 1:2, 1:3, 1:6 von links nach rechts im rechten Teil des Diagramms).
Der Ursprung der Abszisse ist irgendwo im zylindrischen Teil des Stabes (9,
2c) gelegt und die radialen Feldkomponenten im Luftspalt zwischen metallischem
Stab 2 und dielektrischem Rohr 3 werden bis über das Ende
des metallischen Teiles des Stabes hinaus beobachtet. Man sieht, dass im zylindrischen
Teil des metallischen Stabes (0 < x ≤ x0 mm; in 11
linke Diagrammhälfte) das Feld konstant 3000 V/m beträgt. An der Stelle
x0, wo der metallische Teil des Stabes beginnt mit einem elliptischen
Übergang in die dielektrische Verlängerung einzutauchen, ist eine Feldüberhöhung
im Luftspalt unvermeidlich. Je nach Geometrie des Stabendes kann diese Überhöhung
aber minimiert werden.
Man sieht in 11, dass das lange Rotations-Ellipsoid
mit einem Achsenverhältnis von 1:6 fast keine Feldüberhöhung mehr
hat und dass sich das Feld entlang des Luftspaltes kontinuierlich und sanft abbaut
(x > x0 mm, rechte Diagrammhälfte). Dieser dielektrisch verlängerte
Stab wird sehr hohe Spannungen halten können, ohne dass es an irgendeiner Stelle
zur Funkenbildung kommt. Die maximale Spannungsfestigkeit des Rohrkondensators wird
in diesem Falle fast nur durch die Spannungsfestigkeit des Luftspaltes gem.
10 bestimmt.
12 zeigt für die gleiche Geometrie die axiale
Feldkomponente, wiederum für verschiedene Halbachsenverhältnisse der Rotations-Ellipsoide
(1:0.5, 1:1, 1:2, 1:3, 1:6 von links nach rechts bezüglich der Maxima). Sie
ist weniger kritisch und an jeder Stelle im Luftspalt immer deutlich kleiner als
die radiale Komponente. Trotzdem sollte sie in der Betrachtung nicht vernachlässigt
werden, da sie immer in Richtung der maximalen freien Weglänge für Teilchenlawinen
zeigt, also in die Richtung, in der das Zünden am einfachsten ist und wo die
Vorteile des dünnen Luftspaltes gem. 10 nicht
mehr zum Tragen kommen.
Praktische Belastungsmessungen an erfindungsgemäß hergestellten
Funktionsmustern bestätigen die Theorie: Deutlich größere Spannungen
können an dielektrisch verlängerten Rohrkondensatoren gehalten
werden, ohne dass es zur Funkenbildung und damit zur Zerstörung des Rohrkondensators
kommt.
- 1
- Außenelektrode
- 2, 2a, 2b, 2c
- metallischer Stab
- 3
- Rohr aus dielektrischem Material
- 4
- metallische Kontakthülse
- 5, 5a, 5b, 5c
- Abschlussteil des metallischen Stabes
- 5'
- Ende des metallischen Stabes, das innerhalb der Innenbohrung des Rohres 3 liegt
- 6
- Stelle im Luftspalt zwischen dielektrischem Rohr 3 und metallischem Stab 2 im
zylindrischen Bereich des metallischen Stabes 2
- 7
- Bereich eines Luftspalts im Bereich des Endes 5' des metallischen Stabes
- 8
- Feldlinie
- 9, 9a, 9b, 9c
- Stab aus dielektrischem Material
- 41
- Innenbohrung des Rohres 3 aus dielektrischem Material
- 61
- Symmetrieachse des Rohrkondensators
- 62
- Verbindungsbereich
- 63
- Luftspalt
- 71, 72
- zylinderförmige Stufe
- 81
- Einschnürung
- 82
- zylinderförmige Stufe