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Dokumentenidentifikation DE102007002749B3 10.04.2008
Titel Modularer Steckeraufbau
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Smirra, Karl, 83512 Wasserburg, DE
DE-Anmeldedatum 18.01.2007
DE-Aktenzeichen 102007002749
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 10.04.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.04.2008
IPC-Hauptklasse H01R 13/405(2006.01)A, F, I, 20070118, B, H, DE
Zusammenfassung Ein modularer Stecker 1 für Mechatroniken mit einem separaten Kernelement 2 aus Kunststoff und einer davon getrennt hergestellten Seitenabdeckung 3 wird bereitgestellt, in dem ein oder mehrere Kontaktstifte 4 angespritzt sind und bei dem das separate Kernelement 2 mindestens im Bereich der Kontaktstifte 4 mit der Seitenabdeckung 3 spandicht verbunden ist. Aufgrund des modularen Aufbaus des Steckers 1 wird erstmals die Herstellung von Steckern insbesondere mit vergleichsweise langen Kontaktstiften 4 ohne Halte- und Positionierhilfen ermöglicht. Gleichzeitig wird durch das Zusammenwirken des Kernelements 2 und der Seitenabdeckungen 3 sichergestellt, dass ein ausreichender Schutz vor Umwelteinflüssen und insbesondere vor Kurzschlüssen der Kupfer-Pins 4 gegeben ist. Die erfindungsgemäßen Stecker sind darüber hinaus insoweit erstmals modular ausgelegt, dass sie sowohl eine variable Pinzahl in ein und demselben Stecker ermöglichen als auch eine flexible Anzahl der Pinbänke durch modulare Erweiterung oder Verkleinerung möglich ist. Zudem kann eine vereinfachte Fertigung verschiedener Geometrien aufgrund der weniger aufwendigen Halte- und Positionierungseinrichtungen im Werkzeug wesentlich kostengünstiger vorgesehen werden.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen modularen Steckeraufbau gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 sowie ein Verfahren zur Herstellung eines solchen modularen Steckeraufbaus, insbesondere für Getriebe- oder Motorsteuerungen in der Automobilindustrie.

Stand der Technik

Integrierte Mechatroniken, das heißt insbesondere Steuerelektroniken, die direkt vor Ort beispielsweise in einem Getriebe oder in einem Motor eingesetzt werden, unterliegen einer Vielzahl von umgebungsabhängigen Anforderungen. Neben der Langzeitstabilität und Ausfallsicherheit der Steuerung stehen die erhöhten Betriebstemperaturen sowie die chemisch aggressive Umgebung des Motor- oder Getriebeöls im Vordergrund. Daher ist es unerlässlich, dass die empfindlichen Elektroniken und Sensoren soweit wie möglich vor diesen Einflüssen geschützt werden. Gerade die Konzeption der Steuerelektronik einerseits und der angebundenen peripheren Komponenten wie Sensoren oder Ventile andererseits stellen eine große Herausforderung dar.

Es sind verschiedene Konzepte bekannt, die Kontaktierung zweier Komponenten wie beispielsweise Zentralelektronik und Peripherie-Komponente herzustellen.

Die DE 10 2004 050 687 A1 beschreibt ein solches Konzept zur Kontaktierung eines Kabels an eine flexible Leiterbahn. Die vorgeschlagene Kontaktierung umfasst eine Kontaktleiste für ein oder mehrere Kabel und die Anordnung eines speziellen Kontakts mit einer Schweißwarze am Kabelende. Die Kabel werden hierbei durch die Kontaktleiste in einer vordefinierten Position fixiert.

Durch die mehrteilige Ausführung der Kontaktierungsvorrichtung wird eine zusätzliche Stabilität im Kontaktbereich erzielt.

Nachteilig ist jedoch, dass sich dieses Konzept nur auf die speziellen Kontaktierungen mittels Schweißwarzen am Kabelende bezieht. Weder kann das Konzept auf andere Kontaktierungen übertragen werden noch erlaubt es einen modularen Aufbau der Verbindung, da die Kabelendstücke stets auf die spezielle Vorgabe der Steckplätze zur Kontaktierung der flexiblen Leiterplatte abgestellt werden muss.

Darüber hinaus ist aus der DE 102 60 241 A1 eine Anordnung zur elektrischen Kontaktierung von Steuerelektronik zu peripheren Komponenten wie beispielsweise Sensoren, Ventile oder Stecker mittels Ankontaktierung an flexible Leiterplatten bekannt. Es wird eine Möglichkeit zur Herstellung eines Kontaktierungsbauteils beschrieben, welches eine Leitereinrichtung mit mehreren separaten Leiterbahnen umfasst. Diese flexible Leiterplatte wird im Herstellungsprozess von Halteeinrichtungen in Position gehalten, während die Kunststoffbauteile an die derart gehaltenen Leiterplatten angespritzt werden. Nach Beendigung des Spritzvorgangs wird die Haltevorrichtung entfernt.

Ein solches Herstellungskonzept ist auch bei der Fertigung von Steckern bekannt. Die in der Mechatronik verwendeten Stecker umfassen bevorzugt flache Kontaktstifte aus Kupferblech oder einem anderen leitenden Metall, die so genannten Pins. Bekannte Verfahren zur Herstellung von solchen Steckern für Mechatroniken basieren darauf, die Pins in ein Kunststoffgehäuse einzuspritzen. Die Pins werden beim Spritzvorgang mit im Werkzeug integrierten Haltenadeln festgehalten und positioniert. Sobald die Kunststoffmasse in das Werkzeug mit Druck eingespritzt wird, werden die Haltenadeln schlagartig zurückgezogen, damit sie nicht im Kunststoffteil verbleiben.

Insbesondere bei Steckern mit großer Pinlänge ist ein solches Spritzverfahren jedoch mit großen Schwierigkeiten verbunden. Die Lagerung und Stabilisierung der Pins während des Umspritzvorgangs bereitet hierbei verfahrensbedingt Probleme. Der Spritzdruck kann die Pins verlagern und verbiegen und sie so aus der Toleranz bringen, dass sie unbrauchbar werden.

Eine andere Variante zur Herstellung solcher Stecker besteht darin, bei komplexen Pingeometrien zunächst einen so genannten Vorumspritzling anzufertigen, der die Pins stabilisiert und festhält. In einem separaten, zweiten Schritt wird dann um dieses Zwischenprodukt der endgültige Stecker gespritzt. Diese Variante ist bereits aufgrund der getrennten, aber dennoch aufwendigen Schritte nur dann angezeigt, wenn eine andere Verfahrensweise durch die Komplexität der Pingeometrie zu fehleranfällig ist.

Im Falle der Spritzverfahren zeigt sich zudem der Nachteil, dass bisher der gesamte Grundkörper des Steckers nur zusammen mit den Pins gefertigt werden kann. Damit wird der Einsatz von Halte- und Positioniereinrichtungen für die Elektronikelemente unerlässlich, was die entsprechenden Werkzeuge komplex und mithin unflexibel und teuer werden lässt.

Eine weitere Variante der Steckerherstellung für Mechatroniken sieht vor, die Pins in den Steckergrundkörper einzuschießen, solange dieser aufgrund der Fertigung noch elastisch ist. Diese Variante ist lediglich für kurze Pins anwendbar und erweist sich bei größeren Pinlängen wegen ihrer größeren Flexibilität als nicht ausführbar.

Im Gegensatz zur direkten Integration der Kontaktstifte in den Kunststoffgrundkörper des Steckers wird gemäß der DE 10 2005 021 488 B3 vorgeschlagen, einen Kontaktstecker mit mindestens zwei Gehäuseteilen vorzusehen. Ein Folienleiter wird in ein erstes Gehäuseteil eingelegt und mit einer Dichtung versehen. Die Dichtung bewirkt zudem eine Vorspannung des Folienleiters. Anschließend wird das zweite Gehäuseteil in das erste Gehäuseteil eingeschoben und der Folienleiter mit dem Anschlussbereich des Stiftkontakts elektrisch leitend verbunden.

Nachteilig an einer solchen Steckerkonstruktion ist neben der mangelnden Flexibilität in der Ausgestaltung des Steckers vor allem die Tatsache, dass eine Dichtung eingesetzt werden muss. Gerade für integrierte Mechatroniken eignet sich der Einsatz von Dichtungen wegen der hohen mechanischen, chemischen und thermischen Belastungen der Stecker wenig. Die Langzeitstabilität der Stecker wird somit herabgesetzt und es können sich Bruchstellen gerade im Dichtungsbereich über die beabsichtigte Lebensdauer ausbilden.

Aufgabenstellung

Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein vereinfachtes Konzept zum Aufbau eines Steckers für Mechatroniken bereit zu stellen, das eine weniger aufwendige Herstellung und den Einsatz von Kontaktstiften mit großer Länge erlaubt.

Dies wird erfindungsgemäß mit einer Vorrichtung entsprechend des Patentanspruchs 1 sowie mit einem Verfahren zur Herstellung einer solchen Vorrichtung gemäß Anspruch 7 erreicht.

Erfindungsgemäß wird vorgeschlagen, einen modularen Stecker für Mechatroniken zur Verfügung zu stellen, in dem auf einem separaten Kernelement aus Kunststoff und/oder auf einer davon getrennt hergestellten Seitenabdeckung ein oder mehrere Kontaktstifte angespritzt sind und wobei das separate Kernelement mindestens im Bereich der Kontaktstifte mit der Seitenabdeckung spandicht verbunden ist.

Unter dem Begriff spandicht wird hier und im folgenden verstanden, dass eine Abdichtung erzielt wird gegenüber elektrisch leitenden Partikeln, wie sie durch Abrieb oder aufgrund der Herstellung in Getriebegehäusen oder Motoren auftreten können. Der Begriff wird vor dem Hintergrund der integrierten Mechatroniken insbesondere in Abgrenzung zum Begriff öldicht verwendet, der eine Abdichtung gegen das die Mechatronik umgebende Getriebe- oder Motoröl signalisiert.

Der modulare Stecker der vorliegenden Erfindung weist gegenüber den bisher einstückig gefertigten Steckern den entscheidenden Vorteil auf, dass er keine aufwendigen und teueren Werkzeuge zur Herstellung benötigt. Der modulare Aufbau aus mindestens einem Kernelement und einer Seitenabdeckung erlaubt zudem eine kostengünstige und flexible Anpassung des Steckers an unterschiedliche Vorgaben beispielsweise zur Anzahl und Beabstandung der einzelnen Kontaktstifte.

Die Kontaktstifte sind in der Regel aus elektrisch leitendem Metallblech gefertigt und können standardmäßig eine Dicke zwischen 0,6 und 1,2 mm aufweisen. Üblicherweise werden die Kontaktstifte in einer Länge zwischen 30 mm und 35 mm verwendet. Spezielle Getriebe- oder Motorkonstruktionen können jedoch auch erheblich längere Kontaktstifte erfordern. Diese können leicht Abmessungen zwischen 60 mm und 70 mm aufweisen. Im Zusammenhang mit ihrer geringen Dicke werden gerade diese langen Kontaktstifte bevorzugt in einem modularen Stecker gemäß der vorliegenden Erfindung eingesetzt.

Auf diese Weise werden neben der erforderlichen Maßhaltigkeit des Steckers die Dichtigkeit und insbesondere eine vereinfachte Herstellung des Steckers mit seinen einzelnen Komponenten erzielt.

Gerade im Hinblick auf solche Stecker, die aggressiven Medien ausgesetzt sind, wie sie beispielsweise in Getrieben und in Motoren vorherrschen, wird zudem ein Schutz der Kontaktstifte gewährleistet.

Der modulare Stecker kann hergestellt werden, in dem die einzelnen Komponenten zunächst separat hergestellt werden und anschließend der oder die Kontaktstifte an eine der beiden Komponenten angespritzt werden, wobei die beiden Komponenten dann spandicht verbunden werden.

Die einzelnen Steckerkomponenten können vorzugsweise aus einem Material gefertigt sein, das unter allen Betriebs- und Umgebungsbedingungen maßhaltig bleibt und die entsprechenden Festigkeiten und Langzeitstabilitäten aufweist. Mit anderen Worten sind die Komponenten bevorzugt aus verwölbungsfreiem Material gefertigt. Beispielsweise kann als Material sowohl für das Kernelement als auch für die Seitenabdeckung PA 6.6 (Polyamid 6.6) oder PBT (Polybutylenterephthalat) eingesetzt werden.

Die Kontaktstifte werden an das Kernelement und/oder an die Seitenabdeckung angespritzt. Bei diesem Vorgang können die Kontaktstifte flächig auf dem Kernelement und/oder auf der Seitenabdeckung aufliegen und durch die bereits vorhandene Geometrie der Teile in Position gehalten werden. Auf diese Weise ist die Herstellung der Einzelmodule unabhängig voneinander wesentlich weniger aufwendig, da die Halte- und Positionierungseinrichtungen der Werkzeuge weniger aufwendig ausgestaltet sein müssen oder gänzlich weggelassen werden können.

In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung können auf dem Kernelement beidseitig Kontaktstifte angeordnet sein und neben der Seitenabdeckung zusätzlich eine weitere Seitenabdeckung befestigbar sein. Diese Ausführungsform zeigt die hohe Flexibilität des erfindungsgemäßen Steckers, weil der Stecker damit auf einfachere Weise an die unterschiedlichen Anforderungen der übrigen Mechatronik-Komponenten angepasst werden kann was Anzahl und Abstand der einzelnen Kontaktstifte angeht. Eine weitere Variante wird durch die Tatsache ermöglicht, dass auf eine erfindungsgemäß angebrachte Seitenabdeckung ein zusätzliches Kernelement folgen kann, das in gleicher Weise wie beschrieben weitere Kontaktstifte tragen kann. Daher wird mit den Ausgestaltungen der vorliegenden Erfindung ein hoher Grad an Modularität erreicht, der vorteilhaft in die vereinfachte Herstellung und Planung der Mechatroniken einbezogen werden kann.

Die Fixierung der Seitenabdeckung auf dem Kernelement kann mit allen dem Fachmann bekannten Mitteln erfolgen. Bevorzugt werden mechanische Verbindungen über Schnappverbindungen vorgesehen oder ein Heißverstemmen, Laser- oder Reibschweißen oder Verkleben der Einzelkomponenten wird durchgeführt. Werden in einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung Rastnasen zur Herstellung einer Schnappverbindung bereitgestellt, so ist eine solche Anordnung insbesondere bevorzugt, die eine passgenaue Positionierung sowohl parallel als auch senkrecht zum Kernelement erlaubt. Im befestigten Zustand sollte keine Relativ-Bewegung der Seitenabdeckungen zum Kernelement mehr möglich sein.

In einer bevorzugten Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens kann der Schritt des Anspritzens des oder der Kontaktstifte an das Kernelement und/oder an die Seitenabdeckung gleichzeitig zum jeweiligen Schritt der Herstellung des Kernelements und/oder der Seitenabdeckung erfolgen.

In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung werden die Rastnasen durch den Vorgang des Anspritzens der Kontaktstifte an die jeweilige Einzelkomponente als Hinterspritznoppen erzeugt.

Ein erfindungsgemäßer Aufbau eines modularen Steckers kann besonders bevorzugt als Bestandteil einer integrierten Mechatronik, insbesondere in Getrieben und/oder in Motoren in der Automobilindustrie verwendet werden.

Die Erfindung wird nachfolgend in beispielhafter Weise anhand von einer Ausführungsvariante in Verbindung mit den Zeichnungen erläutert.

In dieser zeigt:

1 eine teilexplodierte perspektivische Draufsicht auf einen erfindungsgemäßen modularen Stecker,

2 eine perspektivische Draufsicht auf den zusammengesetzten modularen Stecker aus 1,

3 eine teilexplodierte perspektivische Darstellung auf einen erfindungsgemäßen modularen Stecker mit beidseitig vom Kernelement an Seitenabdeckungen befestigten Kontaktstiften und

4 eine perspektivische Draufsicht auf eine Ausgestaltung einer Seitenabdeckung als Leiste mit angespritzten Kontaktstiften.

1 zeigt in einer teilexplodierten perspektivischen Darstellung einen erfindungsgemäßen modularen Stecker 1 mit einem Kernelement 2, einer Seitenabdeckung 3 und auf dem Kernelement 2 angespritzten Kontaktstiften 4. Die Kontaktstifte 4 bestehen aus Kupfer oder einem sonstigen elektrisch leitenden Metall. Das Kernelement 2 und die Seitenabdeckung 3 bestehen bevorzugt aus einem Kunststoff-Elastomer, insbesondere aus PA 6.6, PBT oder PPS. Die Kontaktstifte 4 ragen in der gezeigten Ausgestaltung über die Unterkante des Kernelements 2 heraus. Vorteilhafterweise kann das Kernelement 2 die Kontaktstifte 4 beim Anspritzvorgang nahezu auf ihrer gesamten Länge im Spritzwerkzeug unterstützen. Hierdurch kann ein Verbiegen oder Verlagern der Kontaktstifte durch den Spritzdruck vermieden werden. Es ist alternativ auch möglich, dass die Kontaktstifte 4 bündig mit der Unterkante des Kernelements 2 abschließen oder sogar noch kürzer gehalten werden, so dass die Unterstützung durch das Kernelement 2 auf nahezu der gesamten Länge der Kontaktstifte 4 gegeben ist. In dieser Ausgestaltung muss zur Kontaktierung ein Stück des Kontaktstiftes von der Umspritzung frei bleiben. Das Kernelement 2 und die Seitenabdeckung 3 können in ihrer Geometrie aufeinander abgestimmt sein. Insbesondere sind Kernelement 2 und die Seitenabdeckung 3 so ausgestaltet und aufeinander abgestimmt, dass sie mindestens im Bereich der Kontaktstifte 4 spandicht miteinander verbunden werden können. Auf dem Kernelement 2 sind Rastnasen 6 gebildet, die sowohl für die Kontaktstifte 4 als zusätzliche sichere Positionierung und Fixierung als auch für die Seitenabdeckung vorteilhafterweise als mechanische Schnappverbindung dienen können. Als Rastnasen 6 können auch einfache Hinterspritznoppen aus einer Spritzprozess-Herstellung des Kernelements 2 oder aus der Anspritzung der Kontaktstifte 4 dienen. Es ist in der vorliegenden Abbildung weiterhin gezeigt, dass die Seitenabdeckung 3 Befestigungsstellen aufweist, die genau mit den im Kernelement 2 vorgesehenen Rastnasen 6 übereinstimmen und so eine passgenaue Befestigung ermöglichen können. Auf diese Weise trägt die Seitenabdeckung 3 nicht nur zum Schutz der Kontaktierstifte 4 sondern auch zu seiner langzeitstabilen Fixierung auf dem Kernelement 2 bei.

2 zeigt den modularen Stecker aus 1 mit mechanisch auf dem Kernelement 2 befestigter und eingerasteter Seitenabdeckung 3. Die Kontaktstifte 4 ragen in der gezeigten erfindungsgemäßen Ausgestaltung über die Unterkanten von Kernelement 2 und Seitenabdeckung 3 heraus. Die Befestigungsstellen der Seitenabdeckung 3 können als Durchbohrungen oder durchgängige Aussparungen ausgestaltet sein. In einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung kann auf der Rückseite der Seitenabdeckung 3, d.h. auf der dem Kernelement 2 und den Kontaktstiften 4 abgewandten Seite, ein weiteres Kernelement 2 mit Kontaktstiften 4 vorgesehen sein. In dieser Ausgestaltung können also mehrere erfindungsgemäße Steckermodule mit ihren Seitenflächen in der Art eines Stapels aneinander befestigt werden.

3 zeigt eine weitere erfindungsgemäße Ausgestaltung eines modularen Steckers 1 mit einem Kernelement 2, zwei Seitenabdeckungen 3 und 5 und, im Gegensatz zu der erfindungsgemäßen Ausgestaltung der vorhergehenden Abbildungen, auf den Seitenabdeckungen 3 und 5 angespritzten Kontaktstiften 4. Die Kontaktstifte 4 ragen in der gezeigten Ausgestaltung über die Unterkanten der Seitenabdeckungen heraus. Vorteilhafterweise können die Seitenabdeckungen 3 und 5 gleich oder unterschiedlich ausgestaltet sein. Erfindungsgemäß können auch in dieser erfindungsgemäßen Ausgestaltung die Kontaktstifte 4 beim Anspritzvorgang durch die Seitenabdeckungen nahezu auf ihrer gesamten Länge im Spritzwerkzeug unterstützt werden. Es ist alternativ auch möglich, dass die Kontaktstifte 4 bündig mit der Unterkante der Seitenabdeckungen 3 und/oder 5 abschließen oder sogar noch kürzer gehalten werden, so dass die Unterstützung durch die Seitenabdeckungen 3 und/oder 5 auf nahezu der gesamten Länge der Kontaktstifte 4 gegeben ist. In dieser Ausgestaltung muss zur Kontaktierung ein Stück des Kontaktstiftes von der Umspritzung frei bleiben. Vorteilhafterweise kann so ein Verbiegen oder Verlagern der Kontaktstifte 4 durch den Spritzdruck vermieden werden. Das Kernelement 2 und die Seitenabdeckungen 3 und 5 können in ihrer Geometrie aufeinander abgestimmt sein. Insbesondere sind das Kernelement 2 und die Seitenabdeckung 3 so ausgestaltet und aufeinander abgestimmt, dass sie mindestens im Bereich der Kontaktstifte 4 spandicht miteinander verbunden werden können. Auf der Seitenabdeckung sind Rastnasen 6 gebildet, die sowohl für die Kontaktstifte 4 als zusätzliche sichere Positionierung und Fixierung als auch für die Anbringung auf dem Kernelement 2 vorteilhafterweise als mechanische Schnappverbindung dienen können. Als Rastnasen 6 können auch einfache Hinterspritznoppen aus einer Spritzprozess-Herstellung der Seitenabdeckung 3 und/oder 5 oder aus der Anspritzung der Kontaktstifte dienen.

4 zeigt eine perspektivische Draufsicht auf eine Ausgestaltung einer Seitenabdeckung 3 mit angespritzten Kontaktstiften 4. Vorteilhafterweise kann die Seitenabdeckung 3 als Leiste, beispielsweise auch in einem Endlosprozess, gefertigt sein. Diese Seitenabdeckungs-Leiste ist Vorteilhafterweise so ausgestaltet, dass sie in Module mit spezifisch wählbaren Pinzahlen vereinzelt werden kann. Dies kann beispielsweise sehr einfach durch ein Abstanzen der Stege zwischen den Bereichen der Seitenabdeckung 3, die die Kontaktstifte 4 tragen, erreicht werden.

Zusammenfassend wird aufgrund des modularen Aufbaus erstmals die Herstellung von Steckern insbesondere mit vergleichsweise langen Kontaktstiften ohne Halte- und Positionierhilfen ermöglicht. Gleichzeitig wird durch das Zusammenwirken des Kernelements und der Seitenabdeckungen sichergestellt, dass ein ausreichender Schutz vor Umwelteinflüssen und insbesondere vor Kurzschlüssen der Kupfer-Leitungsbahnen gegeben ist. Zudem kann eine vereinfachte Fertigung verschiedener Geometrien aufgrund der weniger aufwendigen Halte- und Positionierungseinrichtungen im Werkzeug wesentlich kostengünstiger vorgesehen werden. Die erfindungsgemäßen Stecker sind darüber hinaus insoweit erstmals modular ausgelegt, dass sie sowohl eine variable Pinzahl in ein und demselben Stecker ermöglichen als auch eine flexible Anzahl der Pinbänke durch modulare Erweiterung oder Verkleinerung möglich ist.

Durch einen standardisierten Aufbau kann weiterhin eine erleichterte Qualitätskontrolle und damit eine erhebliche Fehlerreduktion solcher Bauteile aufgrund von schadhaften Schnittstellen erzielt werden. Elektronikgeräte mit den erfindungsgemäßen Steckern können vorteilhafter Weise in einem Temperaturbereich von –40 °C bis +180 °C verwendet werden.


Anspruch[de]
Modularer Stecker (1) für Mechatroniken dadurch gekennzeichnet, dass auf einem separaten Kernelement (2) aus Kunststoff und/oder auf einer davon getrennt hergestellten Seitenabdeckung (3) ein oder mehrere Kontaktstifte (4) angespritzt sind und dass das separate Kernelement (2) mindestens im Bereich der Kontaktstifte (4) mit der Seitenabdeckung (3) spandicht verbunden ist. Modularer Stecker nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Kernelement (2) und/oder die Seitenabdeckung (3) aus PA 6.6, PPS oder PBT gefertigt ist. Modularer Stecker nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Kernelement (2) beidseitig Kontaktstifte (4) angeordnet sind und neben der Seitenabdeckung (3) zusätzlich eine weitere Seitenabdeckung (5) befestigbar ist. Modularer Stecker nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenabdeckungen (3, 5) mechanisch befestigbar sind. Modularer Stecker nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenabdeckung (3, 5) auf dem Kernelement (2) mittels Rastnasen (6) in einer Schnappverbindung befestigbar ist. Modularer Stecker nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Seitenabdeckung (3, 5) auf dem Kernelement (2) mittels Laser- oder Reibschweißen, Verkleben und/oder Heißverstemmen befestigbar ist. Verfahren zur Herstellung eines modularen Steckers (1), gekennzeichnet durch die Schritte:

– Herstellung eines Kernelements (2) aus Kunststoff,

– Herstellung einer Seitenabdeckung (3, 5) aus Kunststoff,

– Anspritzen des oder der Kontaktstifte (4) an das Kernelement (2) und/oder an die Seitenabdeckung (3, 5) und

– spandichtes Verbinden des Kernelements (2) mit der Seitenabdeckung (3, 5).
Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Schritt des Anspritzens des oder der Kontaktstifte (4) an das Kernelement (2) und/oder an die Seitenabdeckung (3, 5) gleichzeitig im jeweiligen Schritt der Herstellung des Kernelements (2) und/oder der Seitenabdeckung (3, 5) erfolgt. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Befestigung der Seitenabdeckung (3, 5) mittels Rastnasen (6) erfolgt. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Rastnasen beim Anspritzen des oder der Kontaktstifte (4) an das Kernelement (2) und/oder an die Seitenabdeckung (3, 5) als Hinterspritznoppen gebildet werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich eine zweite Seitenabdeckung (5) auf das Kernelement (2) mechanisch befestigt wird. Verwendung eines modularen Steckers (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6 als Bestandteil einer integrierten Mechatronik, insbesondere in Getrieben und/oder in Motoren in der Automobilindustrie.






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