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Dokumentenidentifikation DE10117421B4 30.04.2008
Titel Verfahren und Anlage zur Aufbereitung von Extraktionsschrot aus Sonnenblumensaat für die Tierernährung
Anmelder Walter, Ulrich, 40822 Mettmann, DE
Erfinder Walter, Ulrich, 40822 Mettmann, DE
Vertreter Müller-Gerbes Wagner Albiger Patentanwälte, 53225 Bonn
DE-Anmeldedatum 06.04.2001
DE-Aktenzeichen 10117421
Offenlegungstag 24.10.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 30.04.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 30.04.2008
IPC-Hauptklasse A23K 1/14(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse A23N 17/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B07B 4/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Aufbereitung von Extraktionsschrot aus Sonnenblumensaat von konventionellen Sonnenblumen für die Tierernährung, wobei der Extraktionsschrot aus Schalen, Kernteilen und Schalen mit anhaftenden Kernteilen mittels Sieben in zwei Fraktionen mit unterschiedlichen Gehalten an Rohproteinen und Rohfasern aufgetrennt wird, wobei die an Rohprotein reichere Fraktion für Monogastrier und die verbleibende an Rohprotein ärmere jedoch an Rohfasern reichere Fraktion für Wiederkäuer geeignet ist, sowie eine Anlage zum Durchführen des Verfahrens.

In der Tierernährung werden hohe Mengen von Proteinen benötigt, wobei ausschließlich Proteine bzw. Proteinträger pflanzlichen Ursprungs eingesetzt werden sollen. Zu den möglichen pflanzlichen Proteinträgern zählen Soja, Raps, Sonnenblumen, Palmkern, andere Ölfrüchte, Lupinen, Hülsenfrüchte wie Futtererbsen, Ackerbohnen und Rückstände aus der Stärkegewinnung, wie Maisgluten. Von den vorgenannten Proteinträgern beherrschen die Sojaprodukte zu etwa 2/3 den Markt. Ein großer Anteil der Sojaprodukte geht allerdings auf gentechnisch veränderte Provinienten zurück, die nicht überall zugelassen sind. Neben Sojaprodukten haben sich auch Rapsprodukte in der Tierernährung gut eingeführt.

Aus der Sicht der Tierernährung sind die Proteinträgerstoffe unter ernährungsphysiologischen Richtlinien auszuwählen, nämlich

  • – Rohfasergehalt und Verdaulichkeit/Nährstoffkonzentration
  • – Proteine nach Menge, Verdaulichkeit und biologischer Wertigkeit
  • – Fette, Fettsäuren und Wirkstoffe
  • – Inhaltsstoffe mit anti-nutritiver Wirkung.

Unter Berücksichtigung der vorgenannten Kriterien weisen Sojaprodukte ein optimales Eigenschaftsbild auf, dem die Rapsprodukte im wesentlichen gleichwertig sind, jedoch die Sonnenblumenprodukte bisher in Bezug auf den geringeren Proteingehalt und den höheren Rohfasergehalt nicht ausreichend nahekommen.

Die anatomischen Eigenarten der Sonnenblumensaat sind für die Verarbeitung von Bedeutung, nämlich

  • – der hautartige Überzug des Samens/Kerns verschmilzt mit der Schale, so daß sich Kern und Schale nicht glatt trennen lassen,
  • – vollständiges Schälen von Sonnenblumensaat ist nicht üblich; die Verluste an Ölfleisch, das der Schale anhaftet und mit ihr abgetrennt wird, sind hoch,

    im Prozeß der Ölgewinnung wird in der Regel teilentschälte und unentschälte Ware verarbeitet,

    der Ölgehalt der Kerne liegt bei 55%, der Schalenanteil der Saat bei heutigen konventionellen Sorten liegt bei ca. 30%.

Die alternativen Produkte Soja und Raps haben einen geringeren Schalenanteil, außerdem haften ihre Schalen nicht sehr fest, so daß sich die Saaten ohne gröbere Kernverluste schälen lassen. Sojabohnen werden sowohl geschält als auch ungeschält, Raps hingegen wird in der Regel nur ungeschält verarbeitet.

Die Schalen bestehen bei der Sonnenblumensaat zu 55 bis 60% aus Rohfaser, ihr Gehalt an N-freien Extraktstoffen liegt bei 20 bis 22%.

Hingegen hat Soja nur einen mittleren Schalenteil von 7%, bei Raps liegt der mittlere Wert sogar nur bei 5%.

Sowohl Sojabohnen als auch Raps als auch Sonnenblumensaat wird zur Ölgewinnung eingesetzt und die Rückstände aus der Ölgewinnung, der Extraktionsschrot, ist als Protein-Träger einwertvolles Produkt für die Tierernährung.

Je nach Prozeß der Ölgewinnung erhält man Ölkuchen und Expeller durch Pressen, beispielsweise für Raps.

Nur Extraktion mittels Lösungsmitteln liefert Extraktionsschrot, beispielsweise bei Sojabohnen.

Ein kombiniertes Verfahren aus Vorpressen und anschließendem Extrahieren, wodurch wiederum ein Extraktionsschrot erhalten wird, wird bei Sonnenblume und ebenfalls Raps angewendet.

Neben Soja- und Rapsrückständen aus der Ölgewinnung sind auch Sonnenblumensaatrückstände geeignet, da sie ebenfalls ein für die Tierernährung sehr geeignetes Fettsäuremuster aufweisen. Insbesondere enthalten Sonnenblumensaaten die essentielle Fettsäure der Linolsäure in großer Menge, welche sie in Bezug auf diese Eigenschaft auch dem der Soja und Raps überlegen macht, wie aus der nachfolgenden Tabelle ersichtlich: Fettsäuren in % im Öl aus Sonnenblumen-Kernen, ein Vergleich mit Soja- und Raps-Öl Palmitinsäure

C16:0
Stearinsäure

C18:0
Ölsäure

C18:1w9
Linolsäure

C18:2w6
Sonnenblume

konventionelle Sorten
4–10 2–6 10–12 33–77
Soja 2–14 2–7 20–36 48–60 Raps 1–6 1–3 11–52 10–36

Der Extraktionsschrot von Sonnenblumensaat konventioneller Sonnenblumen hat einen Restölgehalt bis herunter zu 1 bis 3%.

Jeder Extraktionsschrot muß jedoch nach der Extraktion durch Wasserdampf und anschließendes Trocknen, das sogenannte Toasten behandelt werden, um die Lösungsmittel aus dem Extraktionsschrot auszutreiben.

Wichtig für die Tierernährung ist die Zusammensetzung der Extraktionsschrote in Bezug auf Rohfaseranteile, und Rohproteine, darüber hinaus Rohfette und N-freie Extraktstoffe. In der nachfolgenden Tabelle sind Extraktionsschrote der Sojabohne, von Raps und Sonnenblumen gegenübergestellt. Extraktionsschrote – Rohfaser und Rohnährstoffe

alle Angaben in % (gerundet), Trockensubstanz ≈ 88–90%
%

Rohfaser
%

Rohfett
%

Rohprotein
%

N-freie Extraktstoffe
Sojabohne Extraktionsschrot

unentschälte Saat
6–7 1–2 42–45 29
Extraktionsschrot

entschälte Saat
3–4 1–2 49–50 29
Schalen 34 2 2–12 38 Raps Extraktionsschrot 12–15 2 35 32 Sonnenblumen Extraktionsschrot

unentschälte Saat
30–34 2 26–29 25
Extraktionsschrot

teil-entschälte Saat
20–22 2–2,4 34–39 27
Schalen 60 1 4 22

Aus den vorgenannten Zusammensetzungen ergibt sich, daß Sonnenblumen-Extraktionsschrot in den verfügbaren Qualitäten aufgrund des hohen Rohfasergehaltes und niedrigeren Rohproteingehaltes gegenüber beispielsweise Soja und Raps sich vor allem für die Fütterung von Wiederkäuern eignet, jedoch nicht für Monogastrier wie Schweine und Geflügel, die den hohen Rohfasergehalt nicht verdauen können.

Um den Nährwert und die Verdaulichkeit von Sonnenblumen-Extraktionsschroten für Wiederkäuer zu erhöhen ist es bekannt, den Energiewert der Sonnenblumenschalen, die den Rohfaseranteil stellen, ebenso wie Sonnenblumenstengel und Sonnenblumenköpfe durch Aufschluß mit Lauge, insbesondere Natron-Lauge zu erhöhen. Damit gelingt es, die Gerüstsubstanz der Rohfaser so aufzuschließen, daß deren Verdaulichkeit erhöht wird und auf diese Weise eine bessere Nutzung des Rohstoffes erreicht wird. Bei der Behandlung mit Natron-Lauge wird der Komplex Zellulose-Lignin-Chemizellulose in dem Sonnenblumen-Extraktionsschrot, d.h. den Schalenanteilen gelockert und gespalten.

Obgleich der Sonnenblumen-Extraktionsschrot einen geringeren Anteil an Rohprotein wie Sojabohnen-Extraktionsschrot aufweist, ist jedoch der Wert der enthaltenen Rohproteine gemessen an ihrem Gehalt an essentiellen Aminosäuren, nämlich Lysin, Methionin und Cystin, Threonin, und Tryptophan in Bezug auf die Proteine der Sonnenblume denjenigen der Sojaprodukte teilweise überlegen. Es gilt:

Sonnenblumensaat ist hinsichtlich des Methionin und Cystin dem Soja überlegen.

In bezug auf Lysin rangiert Sonnenblumensaat hinter Soja und Raps.

In bezug auf Thrionin und Tryptophan sind Soja, Raps und Sonnenblumensaat praktisch gleichwertig.

Somit kommen die Proteine aus Sonnenblumensaat denen aus Soja in ihrer Qualität sehr nahe.

Nachfolgend sind die limitierenden essentiellen Aminosäuren in den Extraktionsschroten in Gramm je 100g Rohprotein angegeben: Limitierende essentielle Aminosäuren in Ölsaatschroten

Angaben in g/100g Rohprotein (RP)
Aminosäure Soja Raps Sonnenblume unentschält

44% RP47
entschält

50% RP
unentschält

35% RP
unentschält

26% RP
teil-entschält

35% RP
Lysin 6,5 5,8 5,7 3,7 3,6 Methionin 1,5 1,2 2,2 1,9 2,3 Cystin 2,4 1,6 1,8 Threonin 4,0 3,7 4,5 3,9 3,7 Tryptophan 1,3 1,3 1,3 1,4 1,2

Da Monogastrier wie Schweine und Geflügel nur geringe Mengen an Rohfaseranteilen verarbeiten können, ist der Einsatz von Sonnenblumen-Extraktionsschrot konventioneller Herkunft für die Tierfütterung von Monogastriern wegen des hohen Rohfasergehaltes von 20% und mehr nicht opportun. Erst wenn der Rohfaseranteil unter die für Monogastrier kritische Grenze von 10% gesenkt werden kann bei gleichzeitiger Erhöhung der Gehalte für Rohprotein genügen Extraktionsschrote in Verdaulichkeit und Nährstoffkonzentration den Anforderungen dieser Tierarten.

Aus der Druckschrift Levic, Jovanka et al., „Removal of cellulose from sunflower meal by fractionation", J. Am. Oil Chem. Soc., JAOCS, 1992, 69(9) 890–893 ist es bekannt, den durch Auspressen von Sonnenblumensaat von der Ölmühle erhaltenen Sonnenblumen-Extraktionsschrot durch nachfolgendes Sieben in zwei Fraktionen aufzutrennen, wobei eine Fraktion an Rohproteinen reich ist und weniger Rohfasern enthält gegenüber dem eingesetzten Extraktionsschrot und diese als rohproteinreiche Fraktion bezeichnete Fraktion für die Fütterung von Monogastriern verwendet wird, während die zweite Fraktion, die an Rohprotein ärmer ist gegenüber dem eingesetzten Extraktionsschrot für die Fütterung von Wiederkäuern verwendet werden soll. Hierbei weist jedoch auch die an Rohprotein ärmere fraktionierte Fraktion noch einen recht hohen Anteil von Rohprotein von mindestens 32,5% auf, d.h. nur 5% weniger als der eingesetzte Extraktionsschrot. Es ist folglich nicht gelungen, die an den Schalen des Extraktionsschrotes anhaftenden Reste des Kernfleisches abzulösen und ebenfalls der eiweißreichen Fraktion zuzuführen. Damit ist jedoch der Proteingehalt auch der sogenannten Zellulosefraktion recht hoch, mit 32,5 bis 38,2% und auch der Fettgehalt der Fraktionen bleibt praktisch unverändert.

Alle bekannten Extraktionsschrote, insbesondere die üblichen von Soja und Raps enthalten Substanzen mit anti-nutritiver Wirkung, die die Futteraufnahme und Verdauung mindern und ggf. auch den Organismus schädigen. Von Bedeutung sind die Trypsin-Hemmstoffe des Soja-Proteins sowie die Senfölgycoside/Glucosinolate im Raps. Durch das Toasten der Extraktionsschrote werden diese Wirkstoffe inaktiviert, in der Folge nimmt die Verdaulichkeit der Proteine/Aminosäuren zu.

In Bezug auf Inhaltsstoffe mit anti-nutritiver Wirkung ist Sonnenblumen-Extraktionsschrot ein besonders sicherer Rohstoff, da er keine Inhaltsstoffe mit anti-nutritiver Wirkung aufweist, die durch Toasten ausgetrieben werden müssen.

Die Trypsin-Hemmstoffe sowie Hämagglutinine des Soja müssen durch Toasten inaktiviert werden, ebenso die Senfölgycoside und entsprechende Glucosinolate sowie Tanine, die im Raps-Extraktionsschrot enthalten sind. Lediglich der Phytinsäure-Phosphor, der sowohl in Soja-, Raps- und Sonnenblumen-Extraktionsschrot enthalten ist, muß auch beim Sonnenblumen-Extraktionsschrot entfernt werden, was jedoch in allen Fällen durch Zusatz von Phytase erfolgt. Somit ist das in Verbindung mit der Behandlung durch Toasten bei Soja und Raps durch Überhitzen bzw. Erhitzen eintretende Schädigung der Proteine vermeidbar.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Sonnenblumensaat-Extraktionsschrot aus konventionellen Sonnenblumen für die Tierernährung und zwar sowohl für Monogastrier als auch für Wiederkäuer so aufzubereiten, daß ein hochwertiger pflanzlicher Proteinträger geschaffen wird, der den Sojeprodukten-Extraktionsschrot annähernd gleichwertig ist. Hierbei ist es ein Ziel der Erfindung, den anfallenden Extraktionsschrot aus Sonnenblumensaat aus dem Prozeß der Ölgewinnung vollständig aufzubereiten, d.h. ohne Abfall.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe mit einem Verfahren gelöst, bei dem die Teilchen des Extraktionsschrotes zerkleinert werden, wobei Materialverklumpungen aus Extraktionsschrot zerkleinert werden, die an der Schale anhaftenden Kernteile abgelöst werden und die Schalen grob unter Beibehaltung und Verbesserung der Faserstruktur zerkleinert werden, mittels Sieben nach Korngrößen getrennt werden und aus der Korngrößenfraktion mit den jeweils großvolumigeren Teilchen mittels Windsichten die Teilchen unter Berücksichtigung ihres spezifischen Gewichtes getrennt werden, wobei die einzelnen Verfahrensschritte bzw. Verfahrensschrittfolgen mindestens einmal wiederholt werden und die mittels des Windsichtens erhaltenen leichten Teilchen, die im wesentlichen von Schalenteilen (Spelzen) gebildet werden, zu einer einen hohen Rohfasergehalt von über 15% enthaltenden Fraktion aufgesammelt werden und die Teilchen mit dem höheren spezifischen Gewicht im wesentlichen von den Kernteilchen bzw. Kernteilchen mit anhaftenden Schalen gebildet werden und durch Schwerkraft zu einer rohproteinreichen Fraktion mit einem Anteil an Rohprotein über 40% und einem Rohfasergehalt unter 10% abgeschieden werden.

Erfindungsgemäß gelingt es, ein Naturprodukt aus dem Bereich nachwachsender Rohstoffe, nämlich Sonnenblumen, insbesondere einjähriger Pflanzen, die reich an Fett und Proteinen sind, in zwei Qualitäten durch entsprechende Veredelung des aus der Ölgewinnung anfallenden Extraktionsschrotes zu schaffen.

Erfindungsgemäß wird ein technologisches hochwertiges industrielles Fabrikationsverfahren geschaffen, mit einem produktschonenden, betriebssicheren, mechanischem Behandlungsprozeß des Futtermittels, nämlich Extraktionsschrotes ohne zusätzliche große Materialerhitzung, so daß sämtliche natürlichen Inhaltsstoffe ungeschädigt erhalten bleiben. Es werden naturreine Futtermittel erhalten, und zwar durch ein umweltfreundliches energiesparendes wirtschaftliches Verfahren zur Aufbereitung und Nährwertverbesserung mit erhöhter Verdaulichkeit aus Sonnenblumen-Extraktionsschrot, wertvollen Rohstoffen für Nutztiere erhalten.

Es wird vorgeschlagen, die Teilchen des Extraktionsschrotes zu zerkleinern, mittels Sieben nach Korngrößen zu trennen und aus der Korngrößenfraktion mit den jeweils großvolumigeren Teilchen mittels Windsichten die Teilchen unter Berücksichtigung ihres spezifischen Gewichtes zu trennen, wobei die einzelnen Verfahrensschritte bzw. Verfahrensschrittfolgen mindestens einmal, insbesondere mehrfach wiederholt werden, ehe die abgetrennten Teilchen aus dem Behandlungsprozeß ausgeschleust und der jeweils zugehörigen zu bildenden Fraktion, nämlich entweder rohproteinreich oder rohfaserreich zugeführt werden.

Die mittels des Windsichtens erhaltenen leichten Teilchen werden im wesentlichen von Schalenteilen (Spelzen) gebildet und werden abgesaugt und zu einer einen hohen Rohfasergehalt von über 15 Gew.-% enthaltenen Fraktionen aufgesammelt, während die Teilchen mit dem höheren spezifischen Gewicht im wesentlichen von den Kernteilchen bzw. Kernteilchen mit anhaftenden Schalen gebildet werden und durch Schwerkraft abgeschieden werden, ggf. einen weiteren Verfahrenszyklus durchlaufen und zu einer einen hohen Rohproteingehalt von über 40 Gew.-% enthaltenden Fraktion aufgesammelt werden.

Erfindungsgemäß wird eine rohproteinreiche Fraktion mit einem Anteil an Rohprotein über 42 Gew.-% und einem Rohfasergehalt unter 10 Gew.-% durch Behandlung und Abtrennung erhalten werden, der einem Soja-Extraktionsschrot in der Zusammensetzung angenähert ist und für die Fütterung von Monogastriern geeignet ist.

Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche 2 bis 7.

In Weiterbildung der rohfaserhaltigen Fraktion mit einem Anteil an Rohfasern von mindestens 15 Gew.-% wird vorgeschlagen, diese anschließend einem Laugen-Aufschließungsverfahren, insbesondere mittels Natron-Lauge zu unterziehen, wodurch der Energiewert und die Verdaulichkeit des Materials erhöht wird, so daß es für die Fütterung von Wiederkäuern geeignet ist.

Insbesondere wird vorgeschlagen, die rohfaserhaltige Fraktion in einem Zwei stufenprozeß aufzuschließen, wobei in der ersten Stufe ein erster Materialstrom aus der Fraktion mit flüssiger Natron-Lauge benetzt und gemischt wird und anschließend mit einem zweiten Materialstrom aus der Fraktion intensiv vermischt und homogenisiert wird und danach ggf. nach Zwischenlagerung in einer zweiten Stufe das aufbereitete Gemisch einem Konditionierer mit zusätzlicher Dampfzufuhr zwecks Temperierung und Feuchtigkeitssteigerung des Gemisches zugeführt und anschließend in einer Presse zu Pellets verpreßt wird und die erhaltenen eine Preßtemperatur von etwa 50°C aufweisenden Pellets anschließend unter annäherndem Feuchtigkeitserhalt auf Raumtemperatur abgekühlt werden.

Das erfindungsgemäße Verfahren des Behandelns, Strukturierens und Veredelns von konventionellem Sonnenblumen-Extraktionsschrot und Herstellen von zwei unterschiedlichen Fraktionen unterschiedlicher Zusammensetzung erfolgt bevorzugt in einem geschlossenen System, wobei es kontinuierlich durch entsprechende Steuerung und Regelung und Vorratshaltung mit Zwischenbehältern, um das Leerlaufen der Vorrichtungsteile zu vermeiden, einschließlich die einzelnen Vorrichtungsteile verbindender Förderbahnen, die mittels Schwerkraft oder Druckluft oder Absaugluft arbeiten, durchgeführt wird. Eine Anlage zum Durchführen des Verfahrens des Strukturierens und Veredelns des Sonnenblumen-Extraktionsschrotes zum Erhalten von zwei Fraktionen unterschiedlicher Qualitäten und Quantitäten umfaßt mindestens zwei aufeinanderfolgende Kombinationen aus einer Siebvorrichtung, einem Windsichter und einem Ventilator mit Abscheider mit Austragsschleuse, wobei jede Siebvorrichtung mit dem zugeordneten Windsichter für den Transport der großvolumigen, das Sieb nicht passierenden Teilchen und mit der nachfolgenden Siebvorrichtung für den Abtransport der das Sieb passierenden kleinervolumigen Teilchen mittels Verbindungsleitungen verbunden ist. Mindestens die zweite und jede folgende Siebvorrichtung weist zusätzlich eine im Inneren angeordnete bewegbare Schlagvorrichtung auf und jeder Windsichter ist mit einem zugeordneten Ventilator und Abscheider über eine Absaugleitung für das Absaugen der großvolumigen, spezifisch leichten Teilchen verbunden, wobei die abgesaugten Teilchen über die Austragsschleuse einem Sammelbehälter für die rohfaserhaltige Fraktion über die Verbindungsleitungen zuführbar sind. Des weiteren ist ein Turboabscheider vorgesehen, dem die Abluftleitungen der Ventilatoren zugeführt sind. Von dem Ausgang jedes Windsichters bis auf den letzten Windsichter führt eine Verbindungsleitung zu einer Zerkleinerungsvorrichtung, wobei der Ausgang der letzten Siebvorrichtung und der Ausgang des letzten Windsichters direkte Verbindungsleitungen zu dem jeweiligen Sammelbehälter für die proteinhaltige Fraktion bzw. für die rohfaserhaltige Fraktion aufweisen und der Ausgang der Zerkleinerungsvorrichtung mit dem Eingang der ersten Siebvorrichtung über eine Förderrichtung verbunden ist, für einen erneuten Umlauf des noch nicht ausreichend strukturierten Materials.

Vorteilhafte Weiterbildungen der Anlage sind den kennzeichnenden Merkmalen der Ansprüche 9 bis 22 entnehmbar.

Die vorteilhaften Weiterbildungen und erfindungsgemäßen Ausbildungen der Anlage zum Herstellen von zwei Fraktionen unterschiedlicher Qualität und Quantität zum einen für die Tierernährung von Monogastriern und zum anderen für die Tierernährung von Wiederkäuern aus Sonnenblumen-Extraktionsschrot werden nachfolgend in Verbindung mit einer schematisch dargestellten Anlage in der 1a und 1d beschrieben.

Aus Sonnenblumensaat, die zerkleinert wird, in einem Vorpreßgang auf einen Restgehalt von etwa 15 bis 20% Öl entölt wird und danach in einer Extraktionsanlage Öl durch Erwärmung mit heißem Wasserdampf und Zusatz von Lösungsmittel Hexan im Gegenstromverfahren bis auf einen Restgehalt von etwa 1 bis 2% entzogen wird, erhält man den Extraktionsschrot, der erfindungsgemäß weiterverarbeitet wird. Ein solcher Sonnenblumen-Extraktionsschrot weist ein Schüttgewicht von ca. 300 bis 350 kg/m3 auf, während die Sonnenblumensaat selbst noch ein Schüttgewicht von etwa 400 bis 440 kg/m3 aufweist. Um ein Tierfutter für Monogastrier zu erhalten, muß der Extraktionsschrot nicht nur eine feinere, griesige Struktur erhalten, sondern auch der Rohproteingehalt auf über 42% angehoben werden und der Rohfasergehalt auf den unteren Grenzwert unterhalb 10% gesenkt werden. Um den Sonnenblumen-Extraktionsschrot für Wiederkäuer als Tierfutter geeignet zu machen, sollte eine grobe Struktur erhalten bleiben, jedoch eine wesentlich höhere Auffaserung erreicht werden und eine Aufbesserung der Verdaulichkeit der Sonnenblumenschalen durch Laugenaufschluß erreicht werden. Eine Produktionsanlage in Kompaktbauweise im Baukastensystem, die den jeweiligen örtlichen Verhältnissen in ihrer Größe angepaßt werden kann, ist schematisch in den 1a, 1b, 1c, 1d dargestellt, wobei das Verarbeitungsverfahren und Herstellungsverfahren der beide Fraktionen in einem geschlossenen System stattfinden kann. Die Materialien werden über Rohre, Schnecken, Trogkettenförderer und Elevatoren beispielsweise von einem von einer Vorrichtung bzw. Station zur nächsten gefördert.

Der Prozeßablauf beginnt mit dem Vorratsbehälter 1 für Sonnenblumen-Extraktionsschrot, der mit einem Kontrollsystem Voll- und Leermeldung zur Überwachung ausgerüstet ist. Das Fassungsvermögen ist nach der gewünschten Produktionsleistung ausgelegt und umfaßt einen Vorrat von mindestens 24 Stunden, um eine störungsfreie, kontinuierliche Produktion sicherzustellen. Der Vorratsbehälter ist ausgangsseitig mit einer Dosierschnecke 2 für die Austragung des Materials versehen, wobei die Dosierschnecke einen stufenlos regelbaren Antrieb aufweist für eine gleichmäßige mengenregulierbare Materialaustragung. Das ausgetragene Material, der Extraktionsschrot wird mittels einer Fördervorrichtung, beispielsweise dem Elevator 3, bestehend aus einem Becherfördersystem, das auf einem Gummigurt montiert wird, zu der ersten Station, der Siebvorrichtung 5 gefördert. Kurz vor Einlauf in die Siebvorrichtung 5 über ein Laufrohr 4a ist ein Rohrmagnet 4 in dasselbe eingebaut mit einem Magnetkern zur sicheren Metallabscheidung von möglicherweise in dem Extraktionsschrot enthaltenen Metallteilchen. Der Materialstrom wird in dem Rohrmagneten verteilt und über den kegelförmigen, im Inneren angeordneten Magnetkern zur Metallabscheidung geführt. Ein Doppelmagnetkern bewirkt mit den großen magnetischen Feldern eine starke Haftkraft, so daß Eisenverunreinigungen mit Sicherheit entfernt werden.

Es folgen mehrere Verfahrensstufen, wobei jede Verfahrensstufe eine Siebvorrichtung, einen Windsichter, Ventilatoren und Abscheider mit Schleusen umfaßt.

Die erste Siebvorrichtung 5, zu der das aus dem Vorratsbehälter 1 geförderte Material gelangt, ist als Schwingsieb 5 ausgebildet und kann in der Siebneigung zwischen 5 bis 17° verstellt werden. Es hat einen Wurfwinkel und gleichmäßige Materialverteilung auf die ganze Siebbreite; eine praktische Anpassung der Siebgenauigkeitsanforderungen ist möglich. Die erste Siebvorrichtung 5 ist als Doppeldeck-Siebmaschine mit zwei übereinander mit Abstand angeordnete Siebeinlagen ausgerüstet und weist des weiteren eine Reinigung mittels Gummikugeln auf, wodurch die Verstopfungsfreiheit der Siebbespannung garantiert wird und zugleich die Absiebgüte erhöht wird.

Die erste Siebanlage bildet eine erste Trennpassage, wobei die groben Schalenteilchen sowie auch Materialverklumpungen über das Sieb weiterlaufen und über die Verbindungsleitung 5c zu dem Vorbehälter 22 der Zerkleinerungsvorrichtung 24 gefördert werden.

Die zweite Siebeinlage bildet wiederum eine Trennpassage für das die erste Siebeinlage passierende Material. Mittelgroße Schalenteile und grobe Kernanteile gleicher Größe passieren die zweite Siebeinlage nicht, sondern werden am Ende der Siebeinlage ausgetragen und gelangen über die Verbindungsleitung 5a zu dem zugeordneten Windsichter 9. In dem Windsichter 9 erfolgt eine Trennung der Teilchen nach spezifischem Gewicht in der Weise, daß die schweren Kernteile und auch Schalenteile mit anhaftendem Kernmaterial zur Weiterbehandlung aus dem Windsichter nach unten ausgetragen werden und über die Verbindungsleitung 9c wiederum dem Vorbehälter 22 für die Zerkleinerungseinrichtung 24 zugeführt werden. Die spezifisch leichten Schalenteile gleicher Größe hingegen werden aus dem Windsichter von dem nachfolgenden Ventilator 13 und Abscheider 14 über die Absaugleitung 9b abgesaugt und über die Austragsschleuse 14a und Verbindungsleitung 14b des Abscheiders zur Weiterbearbeitung mittels einer Fördervorrichtung 27, beispielsweise dem Elevator 27, zu dem Sammelbehälter 31 gefördert. Hierbei handelt es sich um die Schalenteile, d.h. im wesentlichen eine rohfaserhaltige Fraktion, die in dem Sammelbehälter 31 angesammelt wird, die für Wiederkäuer bestimmt ist.

Die vorliegende Anlage enthält vier Verfahrensstufen, die jeweils eine Siebvorrichtung, einen Windsichter und einen Ventilator mit Abscheider und Austragsschleuse umfassen. Die Siebmaschine und der Windsichter stellen eine Kombination für zwei verschiedene Arten des Trennens der Teilchen dar, wobei Leichtgut-Teilchen, Schalen, Spelzen verschiedener spezifischer Gewichte in den einzelnen Passagen – Verfahrensstufen – aus dem körnigen Extraktionsschrot abgesaugt werden. Das jeweils aus der zugehörigen Siebvorrichtung 5, 6, 7, 8 in den zugeordneten Windsichter 9, 10, 11, 12 über die Verbindungsleitung 5a, 6a, 7a, 8a gelangenden Teilchen werden über einen verstellbaren Einlauf über eine Vibrationsrinne in den Windsichter in einen regelmäßigen Produktschleier über die gesamte Breite in den Windsichter geführt. Eine verstellbare Luftklappe reguliert die Windstärke und Luftmenge, es werden genau dem jeweiligen Produkt der jeweiligen Passage entsprechende Werte eingestellt. Die Abscheidung der leichten Teilchen, Spelzen erfolgt durch Absaugung aus dem Windsichter nach ihrem spezifischen Gewicht. Die Trenngrenze kann während des Betriebes den Anforderungen jederzeit angepaßt werden. Es können sowohl der Produktstrom als auch die Luftgeschwindigkeit und Luftdurchgangsmenge stufenlos reguliert werden. Zu jedem Windsichter mit eigener Luftversorgung ist ein Niederdruckventilator 13, 15, 17, 19 einschließlich Zyklonabscheider 14, 16, 18, 20 und Austragsschleuse 14a, 16a, 18a, 20a zugeordnet zur ununterbrochenen Absaugung der Spelzen aus dem Windsichter und Abscheidung im zuständigen Zyklon, und hier über die Austragsschleuse ausgetragen und wahlweise weitertransportiert. Die Abluft aus den Windsichtern und Zyklonabscheidern geht über Verbindungsleitungen 14c, 16c, 18c und 20c zur Reinigung in den gemeinsamen Turboabscheider 21.

Der Turboabscheider 21 ist vielseitige einsetzbar und ersetzt die konventionellen Zyklone. Bei großen Luftmengen kann er auf kleinstem Raum untergebracht werden. Der Abscheider ist wartungsfrei, da keine beweglichen Teile vorhanden sind. Das Staub-Luftgemisch wird von den Ventilatoren 13, 15, 17, 19 in den Turboabscheider gedrückt und in dessen schneckenförmiges Gehäuse geleitet. Durch die Form des Gehäuses wird die Luft in Rotation versetzt, wobei die Staubteile an die Gehäuseinnenwand geworfen und mit einem Teilluftstrom durch eine spaltförmige Öffnung in den Nachabscheider 21a geführt werden. Der fast staubfreie Hauptluftstrom, der am Spalt vorbei strömt, passiert die Lamellen. Durch die hier plötzliche Änderung der Luftstrombewegungsrichtung wird der Reststaub in den rotierenden Strom zurück geleitet. Der Nachabscheider arbeitet im Prinzip wie ein Zyklon und besteht aus einem Zentralrohr, Zyklonkopf und einem zylindrischen Mantel. Die Luft wird beim Zyklon tangential eingeführt. Der hier abgeschiedene Staub wird mit Überschußluft abgeführt. Der Abscheidegrad des Turboabscheiders liegt bei Einhaltung des minimalen und maximalen Luftvolumens wesentlich höher als bei herkömmlichen Zyklonen.

Das Material, das in der ersten Siebvorrichtung 5 durch das zweite Sieb hindurch fällt, gröberes und feinkörniges Material einschließlich Spelzen nach Korngrößen wird einer nachfolgenden Siebvorrichtung 6 zugeführt, wobei der Siebdurchfall jeder Siebmaschine einer jeweils nachfolgenden Siebmaschine über die entsprechenden Verbindungsleitungen 5b, 6b, 7b, 8b zugeführt wird.

Die der ersten Siebvorrichtung 5 nachfolgenden Siebvorrichtungen 6, 7, 8 dienen zur Trennsichtung des Extraktionsschrotes von den Spelzen, insbesondere auch der Ablösung der Kernteile von den Schalen. Die Siebvorrichtungen 6, 7, 8 weisen jeweils einen Einlauftrichter für das über die Verbindungsleitungen ankommende Material auf. Durch eine Förderschnecke wird das Material in das Innere eines konischen Siebes gebracht, in dem ein Schlagkreuz rotiert, das mit Wirbelleisten ausgerüstet ist, die am ganzen Umfang das Siebgut durch die Siebe wirbeln. Des weiteren sind am Schlagkreuz Bürsten am Umfang angeordnet, die eine Verstopfungsfreiheit der Siebbespannung gewährleisten und eine gute Trennung von Fein- und Grobteilen sicherstellen. Die Möglichkeit des Einsatzes verschiedener Sieblochungen angepaßt an die gewünschte Korngröße jeder Siebpassage 6, 7, 8 ist gegeben. Die Siebkörbe lassen sich binnen weniger Minuten auswechseln, ohne daß die Demontage von irgendwelchen mechanischen Teilen notwendig ist.

Die Verbindungsleitungen 5c, 9c, 10c, 11c werden zusammengeführt zu dem Vorbehälter 22.

Die Siebvorrichtung 5 hat zwei Trennpassagen, die Siebvorrichtung 6 bildet die dritte Trennpassage. Das zur Windsichtanlage 10 über die Verbindungsleitung 6a gelangende Material gleicher Korngröße, jedoch unterschiedlicher spezifischer Gewichte wird in dem Windsichter 10 nach den spezifischen Gewichten aufgetrennt, wobei die jeweils gleich großen, spezifisch leichten Schalenteile über den nachfolgenden Ventilator 15 und Abscheider 16 abgesaugt und über die Austragsschleuse 16a zur Weiterverarbeitung über die Verbindungsleitung 16b der Förderbahn 27 zum Sammelbehälter 31 zugeführt werden. Die schwereren Teilchen, welches die proteinreichen Kernteilchen im wesentlichen erfaßt, werden hingegen aus dem Windsichter über die Verbindungsleitung 10a ausgetragen und können wahlweise entweder mittels eines Klappenkastens 26 über die Verbindungsleitung 10c dem Vorbehälter 22 der Zerkleinerungsvorrichtung 24 oder aber bereits als Endprodukt über die Verbindungsleitung 10d der Förderbahn 28, beispielsweise einem Elevator und von hier zu einem Sammelbehälter 50 für die proteinreiche Fraktion für das Aufsammeln der proteinreichen Fraktion zugeführt werden, die das Endprodukt für Monogastrier bildet.

Die Verbindungsleitungen – Austragsleitungen 14b, 16b, 18b, 20b sowie die vom Nachabschneider 21a kommende Leitung 21c nach der Klappe 26 werden zusammengeführt zu der Fördereinrichtung 27. Die Verbindungsleitungen 21d, 8c, 12d, 11d, 10d, die zur Fördereinrichtung 28 führen, werden ebenfalls zusammengeführt.

Bei unterschiedlicher Produktkorngröße und jeweils separater regulierbarer Luftversorgung findet im folgenden stufenweisen Prozeßablauf die gleiche systematische Materialtrennung statt. Der vierten und fünften Trennpassage mit den Siebvorrichtungen 7 und 8, die mit den Windsichtern 11 und 12, den Ventilatoren 17 und 19, Abscheidern 18 und 20 mit Austragsschleusen 18a und 20a verbunden sind.

Hinter den Windsichtern 10, 11, 12 befinden sich jeweils Klappkästen 26, an welche zwei ausgangsseitige Verbindungsleitungen 10c, 10d, 11c, 11d, 12c, 12d angeschlossen sind, die es ermöglichen, das ausgeschleuste Produkt nach Beschaffenheit wahlweise zu steuern, entweder nochmals in den Prozeß zurück zur weiteren Zerkleinerung und Sichtung oder aber zur den Sammelbehältern für die Fraktionen.

Die Abluft wird von den Ventilatoren 13, 15, 17 und 19 in den Turboabscheider 21 gedrückt.

In dem Turboabscheider wird auch aus dem Staub-Luft-Gemisch der Staub abgeschieden und die gereinigte staubfreie Luft ins Freie gefördert. Der anfallende Staub läuft aus dem Nachabscheider 21a wahlweise über einen Klappkasten 26 und wird gemäß der Qualität entweder über die Leitung 21c zur Förderbahn 27 zu dem Sammelbehälter 31 für die rohfaserhaltige Fraktion für Wiederkäuer oder aber über die Leitung 21d zur Förderbahn 28 in den Sammelbehälter 50 für die proteinreiche Fraktion für Monogastrier geleitet.

Mit diesem ersten Teil der Anlage und des Aufbereitungsprozesses wird der Sonnenblumen-Extraktionsschrot industriell entsprechend der Anforderung an die Tierernährung für Monogastrier und Wiederkäuer aufbereitet. Die an der Schale haftenden Kernteile werden schonend gelöst, Materialverklumpungen zerkleinert und die Sonnenblumenschalen grob zerkleinert unter Beibehaltung und Verbesserung der Faserstruktur, auch unter Berücksichtigung der Rohstoffschwankungen unterschiedlicher Sorten.

Die sich in dem Vorbehälter 22 befindenden zusammengelaufenen Teilchen aus der Trennsichtung der Siebvorrichtungen und Windsichter werden mittels einer Dosierschnecke 23, die über einen stufenlos regelbaren Antrieb verfügt, in einem gleichmäßigen Materialfluß der Mühle 24 zugeführt. Der Vorbehälter 22 ist mit einem Voll- und Leermelder ausgerüstet und sichert die ununterbrochene Materialversorgung der Dosierschnecke 23. Die Aufbereitungspassage mit verschiedenen verfahrenstechnischen Vorrichtungen zur Verarbeitung umfaßt eine Spezialmühle 24 mit ausgewogener Mahlplattenkonstruktion mit geriffelten Prallplatten und damit entsprechender Mahltechnik und Aufbereitungsvorgängen mit variabler Rotorumfangsgeschwindigkeit, so daß eine gleichmäßige Struktur des Endproduktes erreicht wird und zugleich in dem Durchgang die restlichen Kernteile von den Schalenteilen getrennt werden sowie die Kernteile im Mahlprozeß zerkleinert werden, um eine rieselfähiges Produkt griesiger Mahlstruktur mit einer Kornbandgröße für Monogastrier geeignet zu erhalten. Durch die große Vielzahl kleiner Partikel und der Form erhöht sich besonders die spezifische Oberfläche und Beschaffenheit, eine weitere vorteilhafte Verbesserung der Verdaulichkeit der Teilchen für Monogastrier, wobei die Kornbandgröße zwischen 700 und 200 &mgr;m Analysensiebe nach ISO DIN 4188 liegt. Durch die Wahl der Mühlensiebeinlage mit bestimmten Lochblechen und großer Siebfläche wird die Faserstruktur der groben Schalen verbessert und damit die Absorptionseigenschaften. Der Effekt der leicht angefaserten Schalenteile bietet weitere Vorteile beim nachfolgenden Laugenaufschlußverfahren der rohfaserhaltigen Fraktion. Die Vermahlungsstruktur ist entscheidend für die Qualität des Endproduktes für Wiederkäuer. Die Zerkleinerungsanlage, die zugleich Aufbereitungsanlage ist, wird mit einer Aspirationsanlage ausgerüstet, die den erzeugten Luftüberdruck in der Mahlkammer vermeidet, sie umfaßt einen Ventilator und Aufsatzfilter 25. Das Material wird auf diese Weise schneller abgeführt und rotiert nicht mit. Damit wird eine gewünschte gleichmäßige Struktur des Mahlgutes erreicht.

Der Anteil des Extraktionsschrotes vom Überlauf der Siebtrennpassagen der Siebvorrichtungen geht nach Durchlaufen der letzten Strukturierungs-Aufbereitungs-Passage aus der Mühle 24 über eine Austragsförderschnecke 24a zu einer Fördereinrichtung 3, beispielsweise einem Elevator zur ersten Trennpassage der ersten Schiebvorrichtung 5 zurück und durchläuft nochmals den Aufbereitungsprozeß.

In dem Sammelbehälter 50 ist das proteinreiche Kernmaterial mit nur noch geringen Anteilen an Schalen – Rohfaser – zu einer Fraktion aufgesammelt griesiger Struktur, die direkt als Tierfutter für Monogastrier verwendbar ist.

Die in dem Sammelbehälter 31 aufgesammelte rohfaserhaltige Fraktion mit geringen Anteilen an Kernteilen hingegen, die für Wiederkäuer bestimmt ist, wird nachfolgend einer weiteren Veredelung und Verbesserung zur Erhöhung des Energiewertes und Nährwertes durch eine Aufschließung unterworfen. Das Aufbereitungs- und Laugenaufschlußverfahren für diese rohfaserhaltige Fraktion, die im ersten Anlagenteil ausgetrennt wurde, ist diesem Material angepaßt. Das Laugenaufschlußverfahren kann einstufig oder zweistufig durchgeführt werden. Beim einstufigen Verfahren ist die Reaktionszeit relativ lang. Es wird der zweistufige Prozeß bevorzugt. Bei dem Zweistufen-Prozeß wird der Aufschluß der Rohfaser, insbesondere der Spelzen und Schalenteilchen in Verbindung und Kombination mit einem Pelletierverfahren verbessert und durch Druck, Reibung und Temperatur entsteht eine Selbsterhitzung, in den Pellets, die die Reaktionszeit des Laugenprozesses wesentlich verkürzt und zugleich auch die benötigte Laugenmenge reduziert. Es entstehen bessere Schütteigenschaften des so behandelten Materials, eine Volumenverringerung durch die Pelletierung, einfache Produktlagerung, keine Materialentmischungen und günstige Transportkosten.

Darüber hinaus ist es auch möglich, zusätzlich zu der aufgesammelten rohfaserhaltigen Fraktion auch noch Ballastkomponenten, wie Sonnenblumenköpfe und -stengel mit zu verarbeiten, die zusätzlich den Energiewert dieses Futters für Wiederkäuer erhöhen.

Der Extraktionsschrot bzw. die in ihm enthaltenen Schalenteile wurden bereits durch den Extraktionsprozeß in der Ölmühle vorbereitet, wobei der Wachsmantel der Sonnenblumensaat verändert wurde und das Wachs auch nicht mehr vorhanden ist. Der Wachsanteil und das Lösungsmittel Hexan befinden sich in dem gewonnenen Ölgemisch zur Weiterverarbeitung. Die in dem eingangs geschilderten mechanischen Behandlungsprozeß gut strukturierte Fraktion von Sonnenblumen-Extraktionsschrot aus der Aufbereitungsanlage befindet sich in dem Sammelbehälter 31, der eine kontinuierliche, sichere Arbeitsweise der Gesamtanlage gewährleistet. Der Sammelbehälter 31 reguliert eventuell auch über mehrere Stunden eine unvorhergesehene Produktionsunterbrechung. Der Produktionsprozeß sowie auch die Maschinen sind ausgelegt, eine ununterbrochene Arbeitsweise über viele Tage zu erbringen. Der Sammelbehälter 31 ist mit einem Kontrollsystem Voll- und Leermeldung ausgerüstet zur Materialinhaltsüberwachung. Die Austragsschnecke 31a arbeitet diskontinuierlich zur Materialbefüllung des Vorbehälters 34 mittels des Elevators 32 und wird automatisch von dem Voll- und Leermelder des Vorbehälters 34 angesteuert. Am Einlaufdosier-Vorbehälter 34 befindet sich noch ein starker Rohrmagnet 33, aufgebaut wie der Rohrmagnet 4, um nochmals möglicherweise vorhandene Eisenteilchen aus dem Tierfutter zu entfernen.

Der Vorbehälter 34 einschließlich Voll- und Leermelder für die Produktionskontrolle ist ausgangsseitig mit der Austragdosierschnecke 35, die mit einer Frequenzsteuerung regelbar ist, für eine kontinuierliche gleichmäßige Zuspeisung zu der Durchlaufwaage 36, wo eine Feststoffverwiegung vorgenommen wird und kontinuierliche Erfassung der Produktmenge als Leitwert für die Laugendosierung, verbunden.

Für die Benetzung mit Lauge ist ein Laugensprüh- und Wirbelmischer 37 mit drei Mischstufen vorgesehen, der verstellbare Mischwerkzeuge und einen geteilten Einlauf aufweist, um Feststoffe mit Flüssigkeiten homogen zu vermischen. Mit dem kontinuierlichen Wirbelmischverfahren ist es möglich, eine homogene Mischung zwischen den Teilchen und der Lauge für den Laugenaufschluß herzustellen. Die rohfaserhaltige Fraktion, gewonnen aus dem Sonnenblumen-Extraktionsschrot, wird schleierförmig dem Mischzylinder zugegeben und in zwei Materialströme aufgeteilt. Auf den ersten Materialstrom wird die benötigte Menge an flüssiger Natronlauge kontinuierlich prozeßgesteuert präzise aufgegeben. Dieser mit Flüssigkeiten angereicherte Materialstrom wird noch in der ersten Mischstufe des Wirbelmischers mit der restlichen Feststoffmenge, d.h. dem zweiten Materialstrom zusammengebracht. Durch diese Zwei-Stufen-Aufmischung erreicht man einen intensiven Mischprozeß. In der zweiten Mischzone, Verweilzone, erfolgt die intensive Vermischung. Die Materialgeschwindigkeit ist gegenüber der ersten Mischzone verringert. In der dritten Mischzone wird die Materialgeschwindigkeit wiederum erhöht und eine letzte intensive Homogenisierung erreicht.

Die Lauge wird vollautomatisch prozeßgesteuert dosiert. Von einem Laugenhaupttank 38, der versehen ist mit einem Absperrventil 38a, wird mittels einer direkt am Tank angeschlossenen Dosierpumpe mit Überdruckventil 39 die Lauge automatisch exakt zudosiert. Die Dosierung erfolgt mit automatischer exakter Mengenregulierung über ein motorisch betriebenes Dosierventil und Durchflußmengenerfassung mit Fernanzeige über einen magnetischen Induktivzähler 40. Das Präzessionsdosiergerät ist für genaue Beigabe kleinster Mengen ausgelegt, z.B. 0,5 bis 10%, hier vorzugsweise 3 bis 5% Natronlauge in Bezug auf das zu benetzende Material im Wirbelmischer, das feinst verteilt aufgesprüht und untergemischt wird.

Nach der Laugensprüh- und Wirbelmisch-Anlage wird das so benetzte Material über ein Fördersystem mittels eines Elevators 41 und eines Trogkettenförderers 42 in einem Produktionssilo 43 oder wahlweise über den Zwei-Wege-Klappkasten 52 direkt zu einem Vorbehälter 46 zur Pelletieranlage geleitet. Der Produktionssilo oder Verweilsilo 43 besteht beispielsweise aus 3 Abstehzellen, sowie Material- Voll- und Leermelder, und ist versehen mit 3 pneumatischen Auslaufschiebern 42. Je Abstehzelle entspricht das Fassungsvermögen beispielsweise einer dreischichtigen Tagesproduktionsleistung im 24-Stunden-Betrieb. Die Verweilzeiten können je nach Beschaffenheit der Rohfaserstruktur wahlweise von 10 bis 75 Stunden in der Zwischenlagerung ausgedehnt werden, um einen größtmöglichen Laugenaufschluß der behandelten Rohfaserteilchen zu erzielen.

Das nach dem Laugenaufschluß erhaltene befeuchtete Rohfasergemisch wird anschließend der zweiten Stufe des Aufschlußprozesses zugeführt, die in Verbindung mit einem Pelletierprozeß durchgeführt wird.

Das Gemisch wird aus dem Verweilsilo 43 mittels pneumatischer Siloauslaufschieber 44 über einen Trogkettenförderer 44 zu einem Elevator 45 weiter gefördert und von hier in einen sehr großen Pressen-Vorbehälter 46 geleitet, der mit Material- Voll- und Leermelder ausgerüstet ist. Das Fassungsvermögen des Vorbehälters entspricht beispielsweise einer Pressenleistung von 10 Stunden.

Eine andere Verfahrensmöglichkeit für die Durchführung des Zwei-Stufen-Prozesses zum Aufschluß der rohfaserhaltigen Fraktion besteht auch darin, daß das den Wirbelmischer 37 verlassende befeuchtete Gemisch über die Förderleitung 36 mittels des Klappenkastens 52 an dem Verweilsilo vorbei direkt dem Pressen-Vorbehälter 46 zugeführt wird und erst nach dem Pelletierprozeß in den Verweilsilo 43 über einen Elevator 45 gefördert wird. Während des Pelletierprozesses in dem Preßvorgang erfolgen in der Press-Matrize starke Materialreibungen der zu pelletierenden Fraktion, die eine ansteigende Produkterhitzung erzeugen, verbunden mit hohem Druck. Konstante gleichbleibende Reibung, Temperatur, Druck und Materialfeuchtigkeit während des Preßvorganges erzielen einen mechanisch wirkungsvollen Effekt beim Laugenaufschluß der vorbehandelten befeuchteten rohfaserhaltigen Fraktion. Infolge dessen wird die Verdaulichkeit der Rohfaser für Wiederkäuer erhöht. Diese gezielte Nährwerterhöhung und die Ausbeute der Rohstoffe sind von steigender Bedeutung.

Das in der ersten Stufe des Aufschlußverfahrens im Wirbelmischverfahren im Wirbelmischer 37 aufbereitete rohfaserhaltige Gemisch wird vom Pressen-Vorbehälter 46 über die Dosierschnecke 47 ausgetragen und dem Konditionierer 48 zugeführt und zwar in gleichmäßiger Materialzufuhr. Zur weiteren Aufbesserung der Faserstruktur und des Aufschlußverfahrens ist eine zusätzliche Dampfdosierung 53 mit vorgegebener Temperaturautomatik vorgesehen, die mit dem Konditionierer zusammenwirkt. Damit soll eine geringe Feuchtigkeitszunahme des Materials sowie die bestmögliche konstante Temperatur im Material vor dem Preßvorgang erzielt werden. Auch in dem Konditionierer wird das Material einer Wirbelmischung unterzogen, und der zudosierte Dampf dringt ein und wird homogenisiert gleichmäßig verteilt. Das bewirkt eine Verbesserung des herzustellenden Produktes in Verbindung mit dem Laugenaufschließungsprozeß für die rohfaserhaltige Fraktion. Der Konditionierer ist mit einer Kunststoffinnenkleidung ausgerüstet, das bewirkt einen niedrigen Kraftbedarf und verhindert Materialanbacken und Verkleben und bietet zugleich eine Isolierung gegen Wärmeverlust. Die Dampfdosiervorrichtung 53 umfaßt einen Filter, Dampftrockner, Druckminderer. Das Regelventil wird von der Temperaturautomatik angesteuert. Die Dampfzufuhr kann durch ein Magnetabsperrventil unterbrochen werden. Durch die hydrothermische Wirkung des Konditionierungsvorganges wird eine weitere Absorption der flüssigen Lauge in dem Material erreicht. Diese optimale intensive Vorbereitung trägt wesentlich zum folgenden Laugenaufschluß der Rohfaseranteile in der Pelletierpresse bei. Das Material – Preßgut – wird aus dem Konditionierer gezielt auf der gesamten Ringmatrizen-Oberfläche der Presse durch Zwangsspeisung verteilt. Hierbei ist eine Pelletierpresse mit Ringmatrizen-Oberfläche vorgesehen, in der Matrizenbohrungen vorgesehen sind, in welche das Preßgut mittels Druckrollen gedrückt wird. Hierbei findet zugleich eine Kompaktierung statt. Die so hergestellten Pellets weisen noch eine erhöhte Temperatur von etwa 50°C auf. Sie werden daher anschließend in einer Kühleinrichtung 49 auf Raumtemperatur schonend abgekühlt. Die Kühleinrichtung ist beispielsweise als Gegenstrom-Rundkühler ausgebildet und ermöglicht eine dem Produkt angepaßte schonende gleichmäßige Kühlung. Die Pellets werden im Einlauf gleichmäßig verteilt über die gesamte Kühlfläche, so daß keine unregelmäßige Kühlung des Produktes erfolgt. Niveaumelder werden auf die minimale und maximale Verweilzeit fixiert, ein Vormelder verhindert, daß keine Produktüberfüllung entsteht. Falls die hergestellten Pellets anschließend dem Verweilsilo wieder zugeführt werden, um dort eine weitere Reaktionszeit zu lagern, ist es erforderlich, die Pellets entsprechend abzukühlen. Wichtig für eine effektive Kühlung im Gegenstromprinzip sind ein ausgewogenes Verhältnis von Luftmenge, Luftgeschwindigkeit und Verweilzeit sowie geringe mechanische Beanspruchung der Pellets. Die Pellets verlassen die Matrize von ca. 50°C. Es gilt, die Pellets schonend auf die Temperatur zu bringen, die nahe der Umgebungstemperatur liegen sollte, bei geringstem Feuchtigkeitsentzug. Dies erfolgt vorteilhaft durch eine Kühlung nach dem Gegenstromprinzip. Die in der Pelletierpresse 48 erzeugten Pellets werden über eine Zufuhrschleuse der Kühleinrichtung 49 kontinuierlich auf der ganzen Fläche verteilt zugeführt. Der Kühlluft-Ventilator ist in der Haube eingebaut. Somit gewährleistet die Haubenform eine gleichmäßige Kühlluftströmung. Der Ventilator wird immer kostengünstig betrieben, abgestimmt auf die klimatischen Bedingungen und die Durchsatzleistung. Der stabil gebaute Kühlraum hat eine große Inspektionstür mit Schauglas. An dieser sind einstellbare Materialmelder installiert, mit denen die Durchsatzleistung und die Kühlzeit vorgegeben wird. Die Ansteuerung der Melder erfolgt automatisch von einer hier nicht dargestellten Steuerungsanlage. Der Austragsmechanismus wird durch ein pneumatisches oder hydraulisches System angetrieben. Das bedeutet niedrige Energiekosten und wenig Wartungsaufwand. Die Austragsleistung ist stufenlos einstellbar. Dadurch wird eine optimale Verweilzeit erreicht. Die Weiterförderung der abgekühlten Pellets nach der Kühlvorrichtung erfolgt über einen Elevator 45 zu dem Verweilsilo 43 mit Abstehzellen. Aus den Abstehzellen kann das Fertigprodukt nach Ablauf der erforderlichen Verweilzeit, d.h. vorgewählten variablen Abstehzeit über die jeweiligen pneumatischen Auslaufschieber 44 mittels eines Austragskettenförderers 44a über die Klappkästen 52 direkt zum Fertigwarenlager bzw. zu einer Verladung 51 verbracht werden. Das so hergestellte Fertigprodukt ist ein rohfaserhaltiges Fertigprodukt, und zwar ein rohfaserhaltiger Extraktionsschrot von Sonnenblumensaat, der aufgeschlossen ist und einen hohen Energiewert hat und zur Fütterung von Wiederkäuern geeignet ist.

Erfindungsgemäß gelingt es, durch mechanische Aufbereitung und Aufschlußverfahren Sonnenblumen-Extraktionsschrot zu einer wertvollen Tiernahrung aufzubereiten und zwar in zwei Kategorien, nämlich einmal eine proteinreiche Fraktion, die einem Soja-Extraktionsschrot angenähert ist und für Monogastrier geeignet ist und in eine rohfaserhaltige veredelte Fraktion, die für Wiederkäuer geeignet ist.

Die erfindungsgemäß erzielbaren neuen Futterkomponenten aus Sonnenblumen-Extraktionsschrot sind ein reines Naturfutter. Die Produktionsanlagen können im Bedarfsgebiet aufgebaut werden. Die Produkte können an Ort und Stelle, wo auch Sonnenblumen wachsen, verarbeitet werden.


Anspruch[de]
Verfahren zur Aufbereitung von Extraktionsschrot aus Sonnenblumensaat von konventionellen Sonnenblumen für die Tierernährung, wobei der Extraktionsschrot aus Schalen, Kernteilen und Schalen mit anhaftenden Kernteilen mittels Sieben in zwei Fraktionen mit unterschiedlichen Gehalten an Rohproteinen und Rohfasern aufgetrennt wird, wobei die an Rohprotein reichere Fraktion für Monogastrier und die verbleibende an Rohprotein ärmere jedoch an Rohfasern reichere Fraktion für Wiederkäuer geeignet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilchen des Extraktionsschrotes zerkleinert werden, wobei Materialverklumpungen aus Extraktionsschrot zerkleinert werden, die an der Schale anhaftenden Kernteile abgelöst werden und die Schalen grob unter Beibehaltung und Verbesserung der Faserstruktur zerkleinert werden, mittels Sieben nach Korngrößen getrennt werden und aus der Korngrößenfraktion mit den jeweils großvolumigeren Teilchen mittels Windsichten die Teilchen unter Berücksichtigung ihres spezifischen Gewichtes getrennt werden, wobei die einzelnen Verfahrensschritte bzw. Verfahrensschrittfolgen mindestens einmal wiederholt werden und die mittels des Windsichtens erhaltenen leichten Teilchen, die im wesentlichen von Schalenteilen (Spelzen) gebildet werden, zu einer einen hohen Rohfasergehalt von über 15% enthaltenden Fraktion aufgesammelt werden und die Teilchen mit dem höheren spezifischen Gewicht im wesentlichen von den Kernteilchen bzw. Kernteilchen mit anhaftenden Schalen gebildet werden und durch Schwerkraft zu einer rohproteinreichen Fraktion mit einem Anteil an Rohprotein über 40% und einem Rohfasergehalt unter 10% abgeschieden werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die einzelnen Verfahrensschritte bzw. Verfahrensschrittfolgen mehrfach wiederholt werden. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Teilchen mit dem höheren spezifischen Gewicht zu einer rohproteinreichen Fraktion mit einem Anteil an Rohprotein über 42% abgeschieden werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die durch Sieben und/oder Windsichten abgeschiedenen Teilchen mit dem höheren spezifischen Gewicht vor dem erneuten Sieben einer Zerkleinerung unterworfen werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die rohfaserhaltige Fraktion einem Laugen-Aufschließungsverfahren, insbesondere mittels Natronlauge, unterworfen wird zur Erhöhung des Energiewertes. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die rohfaserhaltige Fraktion in einem Zwei-Stufen-Prozeß aufgeschlossen wird, wobei in der ersten Stufe ein erster Materialstrom aus der Fraktion mit flüssiger Natronlauge benetzt und gemischt wird und anschließend mit einem zweiten Materialstrom aus der Fraktion intensiv vermischt und homogenisiert wird und danach, ggf. nach Zwischenlagerung, in einer zweiten Stufe, das aufbereitete Gemisch einem Konditionierer mit zusätzlicher Dampfzufuhr zwecks Temperierung und Feuchtigkeitssteigerung des Gemisches zugeführt und anschließend in einer Presse zu Pellets verpreßt wird und die erhaltenen eine Preßtemperatur von etwa 50°C aufweisenden Pellets anschließend unter annäherndem Feuchtigkeitserhalt auf Raumtemperatur abgekühlt werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Herstellen der Fraktionen bzw. Pellets in einem geschlossenen System erfolgt. Anlage zum Durchführen des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 7, umfassend mindestens zwei aufeinanderfolgende Kombinationen aus einer Siebvorrichtung (5, 6, 7, 8), einem Windsichter (9, 10, 11, 12) und einem Ventilator (13, 15, 17, 19) mit Abscheider (14, 16, 18, 20) mit Austragsschleuse (14a, 16a, 18a, 20a), wobei jede Siebvorrichtung mit dem zugeordneten Windsichter für den Transport der großvolumigen, das Sieb nicht passierenden Teilchen und mit der nachfolgenden Siebvorrichtung für den Abtransport der das Sieb passierenden kleinervolumigen Teilchen mittels Verbindungsleitungen (5a, 6a, 7a, 8a bzw. 5b, 6b, 7b, 8b) verbunden ist und mindestens die zweite und jede folgende Siebvorrichtung (6, 7, 8) zusätzlich eine im Inneren angeordnete bewegbare Schlagvorrichtung aufweist und jeder Windsichter (9, 10, 11, 12) mit einem zugeordneten Ventilator und Abscheider über eine Absaugleitung (9b, 10b, 11b, 12b) für das Absaugen der großvolumigen spezifisch leichten Teilchen verbunden ist und die abgesaugten Teilchen über die Austragsschleuse (14a, 16a, 18a, 20a) einem Sammelbehälter (31) für die rohfaserhaltige Fraktion über die Verbindungsleitungen (14b, 16b, 18b, 20b) zuführbar sind und ein Turboabscheider (21) vorgesehen ist, dem die Abluftleitungen (14c, 16c, 18c, 20c) der Ventilatoren (13, 15, 17, 19) zugeführt sind, des weiteren von dem Ausgang (9a, 10a, 11a) jedes Windsichters (9, 10, 11) bis auf den letzten Windsichter (12) eine Verbindungsleitung (9c, 10c, 11c) zu einer Zerkleinerungsvorrichtung (22 bis 25) führt, wobei der Ausgang (8b) der letzten Siebvorrichtung (8) und der Ausgang (12a) des letzten Windsichters (12) Verbindungsleitungen (8c bzw. 12c) zu dem Sammelbehälter (50) für die proteinhaltige Fraktion bzw. (31) für die rohfaserhaltige Fraktion aufweisen und der Ausgang der Zerkleinerungsvorrichtung (22 bis 25) mit dem Eingang der ersten Siebvorrichtung (5) über eine Fördervorrichtung (3) verbunden ist. Anlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß sie ein geschlossenes System bildet und kontinuierlich betreibbar ist, und die Teilchen mittels Fördervorrichtungen bzw. in Rohren von einer Station zur nächsten gefördert werden. Anlage nach einem der Ansprüche 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet, daß eingangsseitig ein Vorratsbehälter (1) für den Extraktionsschrot vorgesehen ist und der Materialaustrag in die erste Siebvorrichtung mittels einer stufenlos regelbaren Dosierschnecke (2) erfolgt. Anlage nach einem der Ansprüche 8 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Siebvorrichtung (5) zwei Siebeinlagen aufweist, wobei die erste Siebeinlage die groben Teilchen zurückhält, die direkt der Zerkleinerungsanlage (22 bis 25) zuführbar sind und die zweite Siebeinlage einen weiteren Anteil größervolumiger Teilchen zurückhält, die dem ersten Windsichter (9) zugeführt werden, in dem eine Trennung nach spezifischem Gewicht vorgenommen wird, wobei die spezifisch leichten Teilchen, insbesondere die Schalenteilchen von dem nachfolgenden Ventilator (13) und Abscheider (14) in die Verbindungsleiter (9b) abgesaugt werden und über die Austragsschleuse (14a) und Verbindungsleitung (14b) dem Sammelbehälter (31) für die rohfaserhaltige Fraktion zugeführt werden. Anlage nach einem der Ansprüche 8 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Windsichter jeweils mit einer Vibrationsrinne für die von der Siebvorrichtung kommenden Teilchen ausgestattet sind, sowie eine Luftklappe zum Regeln der Luftmenge und Absaugleistung zwecks Absaugung der spezifisch leichteren Teile, insbesondere der Schalenteile (Spelzen) aus der Vibrationsrinne, wobei die in der Vibrationsrinne verbleibenden Teilchen ausgetragen und über die Verbindungsleitungen (9c, 10c, 11c) wiederum der Zerkleinerungsvorrichtung (22 bis 25) zuführbar sind. Anlage nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Trenngrenze basierend auf den spezifischen Gewichten der Teilchen, die auf die Vibrationsrinne des Windsichters gelangen mittels Regelung der Absaugleistung einstellbar ist. Anlage nach einem der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Turboabscheider (21), der die Abluft aus den Windsichtern und Ventilatoren/Abscheidern über die Abluftleitungen absaugt, ein schneckenförmiges Gehäuse mit Hauptgang aufweist, und über einen Spalt im Hauptgang ein Nachabscheider angeschlossen ist für in der Abluft mitgeführte Teilchen, die über eine Abfuhrleitung (21a) zu dem Sammelbehälter (31) führt. Anlage nach einem der Ansprüche 8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die der ersten Siebvorrichtung (5) nachfolgenden Siebmaschinen (6 bis 8) ein konisches Sieb aufweisen, innerhalb dessen ein drehbares Schlagkreuz mit Wirbelleisten und am Umfang Bürsten angeordnet ist. Anlage nach einem der Ansprüche 8 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß als Zerkleinerungsvorrichtung eine Mühle (24) mit mehreren Prallplatten und variabler Rotorumfangsgeschwindigkeit vorgesehen ist, um die Kernteile von den Schalenteilen zu trennen und zu zerkleinern, um ein rieselfähiges Produkt zu erhalten. Anlage nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Mühle (24) eine Aspirationsvorrichtung (25) mit Filter und Ventilator zugeordnet ist, um den in der Mahlkammer der Mühle erzeugten Luftüberdruck auszugleichen. Anlage nach einem der Ansprüche 8 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß am Ausgang (10a, 11a, 12a) der Windsichter (10, 11, 12) eine Klappe (26) vorgesehen ist, um den Ausgang wahlweise mit der Anschlußleitung (10c, 11c, 12c) bzw. einer Anschlußleitung (10d, 11d, 12d) zum Sammelbehälter (50) für die proteinhaltige Fraktion zu verbinden. Anlage nach einem der Ansprüche 8 bis 18, dadurch gekennzeichnet, daß dem Sammelbehälter (31) für die rohfaserhaltige Fraktion einer Aufbereitungsanlage (33 bis 40) zum Aufschließen der rohfaserhaltigen Fraktion mittels Natronlauge nachgeordnet ist, die einen Wirbelmischer umfaßt, dem eine regelbare Dosierschnecke zum Beschicken mit der Fraktion und eine regelbare Dosiervorrichtung mit Sprüheinrichtung für die Natronlauge verbunden ist. Anlage nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß ausgangsseitig des Wirbelmischers für die befeuchtete Fraktion wahlweise über einen Klappkasten (52a) eine Verbindungsleitung zu einem Verweilsilo (43) oder einer Pelletierpressenanlage (46 bis 49) mit Einfüllbehälter (46) förderbar ist, wobei vom Verweilsilo (43) ebenfalls eine weitere Förderleitung zu der Preßvorrichtung (46 bis 49) vorgesehen ist. Anlage nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß die Pelletieranlage einen Konditionierer (48) umfaßt, in welchen die befeuchtete Fraktion aus dem Einlaufbehälter (46) über eine Dosierschnecke (47) geregelt einbringbar ist, wobei der Konditionierer (48) des weiteren mit einer Dampfdosiereinrichtung (53) mit vorgegebener Temperaturautomatik verbunden ist und eine Pelletierpresse mit Ringmatrize vorgesehen ist, die von dem Konditionierer gespeist wird und der Pelletierpresse nachgeordnet eine Kühleinrichtung zur schonenden Abkühlung der Pellets nachgeordnet ist. Anlage nach einem der Ansprüche 8 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß ein kontinuierlicher vollautomatischer Betrieb der Anlage mittels des eingangsseitigen Vorratsbehälters (1) für den Extraktionsschrot, Sammelbehälter (31) für die rohfaserhaltige Fraktion, Verweilsilos für die befeuchtete rohfaserhaltige Fraktion, sowie vorratshaltende Einlaufbehälter (22) für die Zerkleinerungsanlage, Einlaufbehälter (34) für den Wirbelmischer und Einlaufbehälter (46) für die Pelletieranlage sowie angetriebene und regelbare Fördereinrichtungen einschließlich Meßeinrichtungen für die Füllstände der Materialien enthaltenden Behälter vorgesehen ist.






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