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Dokumentenidentifikation DE102006055461A1 29.05.2008
Titel Verfahren und Vorrichtung zum Öffnen und Abziehen einer Ballardhaut von einem Tiefdruckzylinder
Anmelder Johannes Bauer Logistik-Systeme GmbH & Co. KG, 25551 Hohenlockstedt, DE
Erfinder Ulrich, Michael, 25582 Kaaks, DE
Vertreter Thomas, G., Dipl.-Ing., Pat.-Anw., 25524 Itzehoe
DE-Anmeldedatum 24.11.2006
DE-Aktenzeichen 102006055461
Offenlegungstag 29.05.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 29.05.2008
IPC-Hauptklasse B41C 1/18(2006.01)A, F, I, 20070627, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 13/11(2006.01)A, L, I, 20070627, B, H, DE   B41C 1/02(2006.01)A, L, I, 20070627, B, H, DE   B41N 1/06(2006.01)A, L, I, 20070627, B, H, DE   B23P 11/00(2006.01)A, L, I, 20070627, B, H, DE   
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Öffnen bzw. Entfernen einer Ballardhaut (14) von einem Tiefdruckzylinder (2), wobei zuerst die Ballardhaut (14) geöffnet wird, indem ein Werkzeug (30) durch einen Teil der Ballardhaut (14) hindurch bewegt und in der Ballardhaut (14) mindestens ein Einschnitt (22) hergestellt wird, und wobei danach die Ballardhaut (14) ausgehend von dem Einschnitt (22) abgezogen wird. Damit sich die Ballardhaut (14) sicher und ohne Beschädigung einer darunter liegenden Grundkupferschicht (8) vom Tiefdruckzylinder (2) entfernen lässt, wird das Werkzeug (30) erfindungsgemäß mit einer definierten Eindringtiefe durch die Ballardhaut (14) hindurch bewegt bzw. die Eindringtiefe des Werkzeugs (30) beim Eintritt in und/oder beim Hindurchtritt durch die Ballardhaut (14) begrenzt.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Entfernen einer Ballardhaut von einem Tiefdruckzylinder gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, eine Vorrichtung zum Öffnen der Ballardhaut auf einem Tiefdruckzylinder gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 13, sowie eine Vorrichtung zum Entfernen der Ballardhaut von einem Tiefdruckzylinder gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 23.

Bei der Herstellung von Druckzylindern für den Tiefdruck werden gewöhnlich aus Stahl gefertigte Formzylinder entlang ihres äußeren Umfangs zuerst mit einer sogenannten Grundkupferschicht aus Reinkupfer versehen, auf die dann eine zumeist ebenfalls aus Reinkupfer bestehende Arbeitsschicht aufgalvanisiert wird. In diese Arbeitsschicht werden nach einer Oberflächenpolitur in einer Gravurmaschine die zur Aufnahme der Druckfarbe dienenden Näpfchen eingraviert.

Das gebräuchlichste Verfahren ist dabei das sogenannte Ballardhaut-Verfahren, bei dem die Grundkupferschicht des Druckzylinders vor dem Aufbringen der Arbeitsschicht mit einem Trennmittel beschichtet wird, das ein späteres Abziehen der als Ballardhaut bezeichneten Arbeitsschicht gestattet. Da der Druckzylinder zum galvanischen Aufbringen von sowohl der Grundkupferschicht als auch der Ballardhaut jeweils an den Stirnenden um die beiden zum Antrieb dienenden, überstehenden Wellenzapfen herum abgedichtet und dann in ein Elektrolytbad getaucht wird, überziehen die Grundkupferschicht und die Ballardhaut nicht nur die Umfangsfläche des Stahlformzylinders, sondern auch einen ringförmigen äußeren Teil seiner beiden Stirnflächen bis zur jeweiligen Abdichtung. Nach einer Politur der Ballardhaut auf der Umfangsfläche des Druckzylinders werden durch elektromechanische Gravur mit einem Diamantstichel oder durch Lasergravur die Näpfchen eingraviert, bevor die gravierte Ballardhaut des Druckzylinders zur Verlängerung der Lebensdauer beim Drucken galvanisch mit einer dünnen Chromschicht überzogen wird.

Nach Abschluss des Druckens kann der Druckzylinder mit der Grundkupferschicht einer Wiederverwendung zugeführt werden, indem die Ballardhaut zusammen mit der Chromschicht abgezogen wird. Zum Abziehen der Ballardhaut wird diese in der Regel zuerst an einem Stirnende des Druckzylinders geöffnet. Dabei wird gewöhnlich von Hand in dem ringförmigen Teil der Ballardhaut an der Stirnfläche des Druckzylinders mit einem Schraubenzieher oder einem anderen Werkzeug ein kleiner Einschnitt hergestellt und dann die beiden an den Einschnitt angrenzenden Teilbereiche der Ballardhaut von der darunter gelegenen Grundkupferschicht gelöst und nach außen gebogen, so dass sie mit Zangen ergriffen und zum Abziehen der Ballardhaut entlang des Druckzylinders auseinander gezogen werden können.

Nach dem vollständigen Abziehen der Ballardhaut und einer Reinigung sowie ggf. einer Politur der Grundkupferschicht des zurückbleibenden Druckzylinders kann eine neue Trennschicht auf diese aufgebracht werden, um darauf erneut eine Ballardhaut aufzugalvanisieren, die anschließend wieder mit der gewünschten Gravur versehen und verchromt werden kann.

Das Ballardhaut-Verfahren bietet gegenüber anderen Verfahren eine Reihe von Vorteilen: relativ geringe Investitionskosten und den geringsten Platzbedarf, keine Beeinträchtigung der Prozesse durch Druckfarbenreste, da die Chromschicht zusammen mit der Ballardhaut entfernt wird, sowie keine Notwendigkeit einer chemischen oder elektrochemischen Entfernung der Chromschicht und damit weniger Probleme mit der Abwasserbehandlung.

Jedoch hat das Ballardhaut-Verfahren zum einen den Nachteil, dass das Öffnen und Abziehen der Ballardhaut bisher nicht automatisierbar sind und die letzten manuell vorgenommenen Arbeitsschritte in einer ansonsten voll automatisierten Prozesskette darstellen. Zum anderen müssen diese Arbeitsschritte und insbesondere die Herstellung des Einschnitts in der Ballardhaut sehr sorgfältig ausgeführt werden, um beiderseits des Einschnitts ein Ablösen der Ballardhaut von der darunter liegenden Grundkupferschicht ohne eine Beschädigung der letzteren zu ermöglichen. Dies gelingt jedoch bei der bisher üblichen manuellen Ausführung dieser Tätigkeiten nicht immer.

Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die Verfahren und die Vorrichtung der eingangs genannten Art dahingehend zu verbessern, dass sich die Ballardhaut sicher und ohne Beschädigung der Grundkupferschicht vom Tiefdruckzylinder entfernen lässt.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Werkzeug mit einer definierten Eindringtiefe durch die Ballardhaut hindurch bewegt wird bzw. Mittel vorgesehen sind, um die Eindringtiefe des Werkzeugs beim Eintritt in und/oder beim Hindurchtritt durch die Ballardhaut zu begrenzen.

Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, Beschädigungen der Grundkupferschicht dadurch zu vermeiden, dass beim öffnen der Ballardhaut jeglicher Kontakt zwischen dem Werkzeug und der Grundkupferschicht vermieden wird, indem ein Eindringen des Werkzeugs über die definierte Eindringtiefe hinaus verhindert wird. Insbesondere wird die definierte Eindringtiefe des Werkzeugs so eingestellt, dass sie entlang des Einschnitts kleiner oder gleich der Dicke der Ballardhaut ist, so dass sich das Werkzeug weder bei seinem Eintritt in die Ballardhaut noch bei seinem Hindurchtritt durch die Ballardhaut über die Trennschicht hinaus in die Grundkupferschicht hinein bewegt.

Bei Verwendung eines mechanischen Schneidwerkzeugs zum öffnen der Ballardhaut sieht eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung vor, dass ein Werkzeughalter oder eine Werkzeugführung mit einer Oberfläche der Ballardhaut in Anlagekontakt gebracht und dann das Werkzeug entlang eines vom Werkzeughalter oder von der Werkzeugführung vorgegebenen Bewegungspfades durch die Ballardhaut hindurch bewegt wird. Dabei wird die feststehende Beziehung zwischen einer mit der Oberfläche der Ballardhaut im Anlagekontakt stehenden Anlagefläche des Werkzeughalters oder der Werkzeugführung und dem Bewegungspfad des Werkzeugs bzw. dem Bewegungspfad von dessen Spitze oder Schneide ausgenutzt, um die Eindringtiefe des Werkzeugs in Bezug zur Oberfläche der Ballardhaut auf den gewünschten definierten Wert zu begrenzen.

Die zuvor genannten Vorgänge, d.h. das Herstellen eines Anlagekontakts zwischen dem Werkzeughalter oder der Werkzeugführung und einer Oberfläche der Ballardhaut und das anschließende Hindurchbewegen eines Werkzeug durch die Ballardhaut entlang eines durch den Anlagekontakt definierten Bewegungspfades können sehr einfach manuell ausgeführt werden, können andererseits jedoch auch mühelos automatisiert werden, so dass das erfindungsgemäße Verfahren die Grundlage für eine Automatisierung des Öffnens und Abziehens der Ballardhaut bilden kann.

Insbesondere im zuletzt genannten Fall eines automatisierten Öffnens und Abziehens der Ballardhaut kann an Stelle eines mechanischen Werkzeugs auch ein anderes Werkzeug verwendet werden, mit dem sich ein Einschnitt mit definierter Eindringtiefe in der Ballardhaut herstellen lässt, zum Beispiel ein Laserstrahl mit einer definierten Laserleistung, der mit einer definierten Bewegungsgeschwindigkeit über einen Teil der Ballardhaut hinweg bewegt wird, um ein Eindringen des Laserstrahls über die Dicke der Ballardhaut hinaus zu verhindern.

Vorzugsweise wird der Einschnitt in der Ballardhaut ähnlich wie im Stand der Technik an einem Stirnende des Druckzylinders hergestellt, indem zuerst der Werkzeughalter oder die Werkzeugführung in Anlagekontakt mit einer Stirnfläche des Tiefdruckzylinders gebracht wird, die von einem ringförmigen radial ausgerichteten Teil der Ballardhaut gebildet wird, der die Grundkupferschicht am Stirnende des Tiefdruckzylinders überlappt, und indem anschließend das Werkzeug entlang eines vom Werkzeughalter oder von der Werkzugführung festgelegten Bewegungspfades durch diesen ringförmigen Teil der Ballardhaut hindurch bewegt wird, während eine feste Lagebeziehung zwischen dem Tiefdruckzylinder einerseits und dem Werkzeughalter oder der Werkzugführung andererseits aufrechterhalten wird.

Um diese feste Lagebeziehung herzustellen, wird der Werkzeughalter bzw. die Werkzeugführung vorzugsweise an einer Umfangsfläche des Tiefdruckzylinders auf die Ballardhaut aufgelegt und bis zum Anschlagen der Anlagefläche gegen die von der Ballardhaut gebildete Stirnfläche des Druckzylinders auf der Umfangsfläche verschoben, bevor das Werkzeug durch die Ballardhaut hindurch bewegt wird.

Bei Verwendung eines mechanischen Werkzeugs ist dessen Bewegung in Bezug zum Werkzeughalter oder der Werkzeugführung bevorzugt eine Schwenkbewegung, wobei die Schwenkachse zweckmäßig entweder parallel zu einer Stirnfläche des Tiefdruckzylinders oder parallel zu dessen Längsmittelachse ausgerichtet ist, um mindestens einen etwa radialen Einschnitt in dem ringförmigen Teil der Ballardhaut herzustellen, der die Grundkupferschicht an einem der Stirnenden des Druckzylinders überlappt.

Jedoch kann zur Herstellung des Einschnitts grundsätzlich auch eine Linearbewegung entlang von einer oder mehreren Achsen oder eine überlagerte Bewegung aus einer Schwenkbewegung und einer Linearbewegung verwendet werden, zum Beispiel indem man das Werkzeug in entsprechenden Führungen des Werkzeughalters oder der Werkzeugführung führt.

Vorzugsweise werden mehrere im Abstand oder im Winkelabstand voneinander angeordnete Einschnitte hergestellt, so dass ein zwischen zwei Einschnitten angeordneter, durch die Einschnitte teilweise vom Rest der Ballardhaut getrennter Lappen von einer darunter liegenden Oberfläche der Grundkupferschicht abgehoben werden kann. Der Lappen lässt sich dann mittels eines geeigneten Greifwerkzeugs ergreifen und zum Aufreißen und Abziehen der Ballardhaut über die gesamte Länge des Druckzylinders bewegen. Dort, wo ein mechanisches Werkzeug verwendet wird, wird dieses zweckmäßig auch zum Abheben des Lappens oder der Lappen von der Grundkupferschicht benutzt. Da das Abheben des Lappens von einer Stirnfläche der Grundkupferschicht bezüglich der Längsmittelachse des Druckzylinders von innen nach außen erfolgen muss, wird zweckmäßig auch der Einschnitt in dieser Richtung hergestellt, indem man das Werkzeug von innen nach außen durch die Ballardhaut bewegt.

Vorteilhaft werden insgesamt mindestens zwei und bevorzugt drei in Umfangsrichtung jeweils im Abstand oder im Winkelabstand angeordnete parallele bzw. radiale Einschnitte in der Ballardhaut hergestellt. Im zuletzt genannten Fall werden zwei unmittelbar nebeneinander angeordnete Lappen gebildet, die mit zwei getrennten Greifwerkzeugen ergriffen werden können. Diese Greifwerkzeuge können dann vorzugsweise motorisch angetrieben entlang des Tiefdruckzylinders bewegt und in dessen Umfangsrichtung leicht auseinandergezogen werden, um die Ballardhaut über die gesamte Länge des Druckzylinders aufzureißen. Anschließend kann der auf dem Druckzylinder verbleibende Rest der Ballardhaut zum Beispiel mit einer Rakel in ein unter dem Druckzylinder angeordnetes Presswerkzeug abgestoßen und im Presswerkzeug verpresst werden.

Um zu vermeiden, dass beim Eindringen des Werkzeugs in die Ballardhaut ein übermäßiger Druck auch die Grundkupferschicht ausgeübt wird, der gegebenenfalls auch zu einer oberflächlichen Verformung derselben führen kann, wird das Werkzeug bzw. dessen durch die Ballardhaut hindurch bewegte Spitze oder Schneide vorzugsweise unter einem spitzen Winkel an eine äußere Oberfläche der Ballardhaut angenähert, so dass eine übermäßige punktuelle Belastung vermieden wird.

Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung in schematischer Weise dargestellten Ausführungsbeispiels der Erfindung näher erläutert. Es zeigen:

1: eine Seitenansicht eines Teils eines mit einer Ballardhaut versehenen Tiefdruckzylinders mit einer Vorrichtung zum Öffnen der Ballardhaut;

2: eine vergrößerte Stirnseitenansicht des Tiefdruckzylinders mit der Vorrichtung;

3: eine noch stärker vergrößerte Schnittansicht des Ausschnitts III aus 1 kurz vor dem Eindringen eines Werkzeugs der Vorrichtung in die Ballardhaut;

4: eine Ansicht entsprechend 3, jedoch nach dem Hindurchtritt des Werkzeugs durch einen Teil der Ballardhaut.

Die in der Zeichnung dargestellte Vorrichtung dient dazu, auf Tiefdruckzylinder aufgalvanisierte und gravierte Ballardhäute nach Abschluss des Druckens zu öffnen, um sie anschließend von den Tiefdruckzylindern abzuziehen, so dass diese nach einer Reinigung und ggf. Politur ihrer Umfangsflächen erneut mit einer Ballardhaut versehen werden können.

Wie in der Zeichnung dargestellt, umfasst ein Tiefdruckzylinder 2 für den Publikationsdruck einen hohlen zylindrischen Stahlformzylinder 4, der jeweils an seinen entgegengesetzten Stirnenden geschlossen und mit einem Wellenstumpf 6 für die Lagerung bzw. den Antrieb des Tiefdruckzylinders 2 in einer Druckmaschine versehen ist. Auf den zuvor vernickelten Stahlformzylinder 4 ist eine Grundkupferschicht 8 aus Reinkupfer mit einer Schichtdicke von etwa 500 bis 800 &mgr;m aufgalvanisiert. Die Grundkupferschicht 8 bedeckt die gesamte zylindrische Umfangsfläche des Stahlkerns 4 und überlappt die entgegengesetzten Stirnflächen 10 des Stahlkerns 4 von außen her. Das Maß der Überlappung, gewöhnlich einige Zentimeter, wird durch eine beim Galvanisieren auf dem Wellenstumpf 6 angeordnete Abdeckung bestimmt, die radial nach außen zu entlang einer ringförmigen Linie gegen die Stirnfläche 10 abgedichtet ist.

Die gesamte Grundkupferschicht 8 ist mit einer dünnen Trennschicht 12 überzogen, die das Anhaften einer galvanisch auf die Grundkupferschicht 6 aufgebrachten Ballardhaut 14 mit einer Schichtdicke von etwa 65 bis 100 &mgr;m verhindert, die nach ihrer Gravur in einer Graviermaschine und einer anschließenden Verchromung beim Drucken als Arbeitsschicht dient. Wie am besten in 3 dargestellt, überlappt die Ballardhaut 14 von außen her einen auf den Stirnflächen 10 des Stahlkerns 4 aufliegenden Teil der Grundkupferschicht 8, wobei sie sich jedoch infolge einer etwas weiter außen liegenden Abdichtung in dem zur Herstellung der Ballardhaut 14 dienenden Elektrolytbad etwas weniger weit nach innen in Richtung der Längsmittelachse 16 des Druckzylinders 2 erstreckt, so dass eine radial nach innen weisende umlaufende Schulter 18 der Grundkupferschicht 8 nicht mehr von der Ballardhaut 14 bedeckt ist.

Dadurch kann die Ballardhaut 14 an einem der beiden Stirnenden des Druckzylinders 2 ohne Beschädigung der Grundkupferschicht 8 geöffnet werden, indem beginnend an einem umlaufenden radial inneren Rand 20 der Ballardhaut 14 drei im Abstand voneinander angeordnete parallele Einschnitte 22 in der Ballardhaut 14 hergestellt und die jeweils zwischen zwei benachbarten Einschnitten 22 angeordneten, durch die Einschnitte 22 vom Rest der Ballardhaut 12 und voneinander getrennten Lappen 24 (nur einer dargestellt) von der darunter gelegenen Oberfläche der Grundkupferschicht 8 abgehoben werden.

Die dazu verwendete Vorrichtung besteht im Wesentlichen aus einem stabilen, in der Nähe eines Stirnendes des Druckzylinders 2 auf diesen auflegbaren Prisma 26, einem in einem Schwenklager 28 des Prismas 26 schwenkbar gelagerten Schneid- und Abhebwerkzeug 30 und zwei beiderseits vom Schwenklager 28 am Prisma 26 angebrachten Anschlägen 32, die sich durch eine Längsverschiebung des Prismas 26 auf der Umfangsfläche des Druckzylinders 2 mit einer von der Ballardhaut 14 gebildeten, an die Umfangsfläche angrenzenden ringförmigen Stirnfläche 34 des Druckzylinders 2 radial auswärts vom Rand 20 in Anlagekontakt bringen lassen. Dadurch kann sichergestellt werden, dass das Schneid- und Abhebwerkzeugs 30 beim Verschwenken um eine zur Stirnfläche 34 parallele Schwenkachse 36 des Schwenklagers 28 mit einer definierten Eindringtiefe und damit ohne jegliche Beschädigung der Grundkupferschicht 8 in die Ballardhaut 14 eindringen und sich teilweise durch diese hindurch bewegen kann.

Wie am besten in 1 dargestellt, weist das Prisma 26 einen in Längsrichtung über die Stirnflächen 10 und 34 des Stahlkerns 4 bzw. der Ballardhaut 14 überstehenden Teil 38 auf, an dem das Schwenklager 28 für das Schneid- und Abhebwerkzeug 30 und die beiden Anschläge 32 angebracht sind. Das Schwenklager 28 und die Anschläge 32 werden von zwei Trägern 40 (2) getragen, die in gleichen Abständen beiderseits einer Mittelebene des Prismas 26 nach unten über den Teil 38 überstehen. Die beiden Träger 40 sind durch eine Querstrebe 42 starr miteinander verbunden, in deren Mitte sich das Schwenklager 30 befindet. Die Anschläge 32 sind an den beiden Stirnenden der Querstrebe 42 angebracht, wobei sie um das gleiche Maß in Richtung des Druckzylinders 2 über die Querstrebe 42 überstehen und an ihren freien Stirnenden zwei fluchtende, zu den Stirnflächen 10 und 34 des Stahlkerns 4 bzw. der Ballardhaut 14 parallele Anschlag- oder Anlageflächen aufweisen.

Das Schneid- und Abhebwerkzeug 30 besteht im Wesentlichen aus einem zweiarmigen Hebel, dessen längerer Hebelarm auf der vom Druckzylinder 2 abgewandten Seite des Schwenklagers 28 angeordnet ist und von einem Schaftteil 44 und einem durch den Schaftteil 44 mit dem Schwenklager 30 verbundenen Handgriff 46gebildet wird, während sein kürzerer Hebelarm auf der dem Druckzylinder 2 zugewandten Seite des Schwenklagers 28 angeordnet ist und von einem Eingriffsteil 48 und einem den Eingriffsteil 48 mit dem Schwenklager verbindenden Schaftteil 50 besteht. Das Schneid- und Abhebwerkzeug 30 kann im Schwenklager 28 zwischen zwei Endstellungen verschwenkbar sein, die durch Endanschläge (nicht dargestellt) im Bereich des Schwenklagers 28 festgelegt werden.

Wie am besten in 2, 3 und 4 dargestellt, besteht der Eingriffsteil 48 aus drei im Abstand nebeneinander angeordneten, in Richtung des Druckzylinders 2 überstehenden Schneidklingen 52 zur Herstellung der beiden parallelen Einschnitte 22, sowie einem zwischen den Schneidklingen 52 angeordneten Abhebeteil 54 zum Abheben der beiden zwischen den Einschnitten 22 angeordneten Lappen 24 von der Oberfläche der Grundkupferschicht 8.

Die drei Schneidklingen 52 weisen jeweils eine spitze Schneide 56 auf, die in einem vorgegebenen Abstand von der Schwenkachse 36 des Werkzeugs 30 angeordnet ist und sich beim Verschwenken desselben entlang eines kreisförmigen Bewegungspfades 58 bewegt. Die Abstände der Schneiden 56 und die Abstände der Anschlagflächen der beiden Anschläge 32 von der Schwenkachse 36 des Schwenklagers 28 sind so aufeinander abgestimmt, dass beim Verschwenken des Schneid- und Abhebwerkzeugs 30 in Richtung des Pfeils A in 3 zuerst die Schneiden 56 unter einem spitzen Winkel an den Rand 20 der Ballardhaut 14 angenähert und dann entlang des kreisförmigen Bewegungspfades 58 ohne Kontakt mit der Grundkupferschicht 8 durch die Ballardhaut 14 hindurch bewegt werden, wenn das Werkzeug 30 weiter in Richtung des Pfeils A verschwenkt wird. Bei einer Dicke der Ballardhaut von beispielsweise 90 &mgr;m beträgt die maximale Eindringtiefe zweckmäßig etwa 80 &mgr;m.

Wie am besten in 3 und 4 dargestellt, weist der zwischen den Schneidklingen 52 angeordnete Abhebeteil 54 eine im Wesentlichen zur Schwenkachse 34 parallele, ggf. gezahnte Eingriffskante 60 auf, die sich beim Verschwenken des Werkezugs 30 in Richtung des Pfeils A etwas hinter den Schneiden 56 der Schneidklingen 52 her bewegt und in Richtung des Druckzylinders 2 nicht über den Bewegungspfad 58 der Schneiden 56 übersteht. Wenn die Eingriffskante 60 des Abhebeteils 54 auf die beiden Lappen 24 trifft, die zuvor durch die drei Einschnitte 22 teilweise von seitlich angrenzenden Bereichen der Ballardhaut 14 bzw. voneinander getrennt worden sind, reißt die Ballardhaut 14 im Bereich des Randes 20 entlang der von den Einschnitten 22 gebildeten Schwächungslinien ein, woraufhin sich die Eingriffskante 60 unter die freien Enden der Lappen 24 schiebt, die dabei von der Oberfläche der Grundkupferschicht 8 abgehoben und ggf. etwas verbogen werden. Im weiteren Verlauf der Schwenkbewegung werden die Lappen 24 zunehmend weiter von der Oberfläche der Grundkupferschicht 8 weg abgebogen, wie in 4 dargestellt.

In der in 4 dargestellten Stellung, in der die Lappen 24 etwa waagerecht abstehen, kann die Schwenkbewegung des Werkzeugs 30 durch eine entsprechende Positionierung der Endanschläge im Bereich des Schwenklagers 28 angehalten und das Werkzeug 30 dann in die in 3 dargestellte Stellung zurück bewegt werden. Dabei bleiben die abstehenden Lappen 24 in der in 4 dargestellten Lage zurück. Alternativ kann das Werkzeug 30 weiter in Richtung des Pfeils verschwenkt werden, wobei die Lappen 24 weiter umgebogen werden, bis sie nach oben über die Umfangsfläche des Druckzylinders 2 überstehen. In beiden Fällen können die Lappen 24 mittels zweier getrennter Greifwerkzeuge ergriffen werden, die dann entlang des Druckzylinders 2 und gleichzeitig leicht auseinander bewegt werden, wodurch die Ballardhaut 14 über die gesamte Länge des Druckzylinders 2 aufgerissen wird.

Die aufgerissene Ballardhaut 14 kann beispielsweise mittels einer Rakel vom Druckzylinder abgestreift und in einem zweckmäßigerweise unterhalb des Druckzylinders 2 angeordneten Presswerkzeug (nicht dargestellt) verpresst werden.

Das Öffnen der Ballardhaut 14 in der zuvor beschriebenen Weise, lässt sich ebenso wie das Ergreifen der Lappen 24 mittels zweier Greifwerkzeuge, die Bewegung der Greifwerkzeuge entlang des Druckzylinders, das Abstreifen der Ballardhaut 14 vom Druckzylinder, sowie das Verpressen der abgestreiften Ballardhaut 14 ohne größere Schwierigkeiten automatisieren, indem die verwendeten Werkzeuge motorisch angetrieben und die Antriebe mit einer geeigneten Steuerung angesteuert werden. Der gesamte Vorgang bzw. die einzelnen Teilschritte können zum Beispiel mittels einer Kamera überwacht werden, um ein vollständiges Ablösen der Ballardhaut 14 sicherzustellen.


Anspruch[de]
Verfahren zum Entfernen einer Ballardhaut von einem Tiefdruckzylinder, wobei zuerst die Ballardhaut geöffnet wird, indem ein Werkzeug durch einen Teil der Ballardhaut hindurch bewegt und in der Ballardhaut mindestens ein Einschnitt hergestellt wird, und wobei danach die Ballardhaut ausgehend von dem Einschnitt abgezogen wird, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (30) mit einer definierten Eindringtiefe durch die Ballardhaut (14) hindurch bewegt wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug an einem Stirnende des Tiefdruckzylinders (2) durch die Ballardhaut (14) hindurch bewegt wird. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein Werkzeughalter (26) oder eine Werkzeugführung mit einer Oberfläche (34) der Ballardhaut (14) in Anlagekontakt gebracht wird, und dass das Werkzeug (30) entlang eines vom Werkzeughalter (26) oder von der Werkzeugführung vorgegebenen Bewegungspfades (58) durch die Ballardhaut (14) hindurch bewegt wird. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkzeughalter (26) oder die Werkzeugführung an einer Umfangsfläche des Tiefdruckzylinders (2) auf die Ballardhaut (14) aufgelegt wird. Verfahren nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkzeughalter (26) oder die Werkzeugführung mit einer von der Ballardhaut (14) gebildeten Stirnfläche (34) des Tiefdruckzylinders (2) in Anlagekontakt gebracht wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkzeughalter (26) oder die Werkzeugführung stationär gehalten wird, während das Werkzeug (30) durch die Ballardhaut (14) hindurch bewegt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (30) in Bezug zum Werkzeughalter (26) oder zur Werkzeugführung verschwenkt wird, um es durch die Ballardhaut (14) hindurch zu bewegen. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (30) um eine Schwenkachse (36) verschwenkt wird, die parallel zu einer Stirnfläche (10, 34) oder parallel zu einer Längsmittelachse (16) des Tiefdruckzylinders (2) ausgerichtet ist. Verfahren nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (30) mit einer Spitze oder Schneide (56) durch die Ballardhaut (14) hindurch bewegt wird und dass die definierte Eindringtiefe des Werkzeugs (30) der Differenz zwischen den Abständen einer mit der Oberfläche (34) der Ballardhaut (14) in Anlagekontakt gebrachten Anschlagfläche des Werkzeughalters (26) oder der Werkzeugführung und einer Bewegungsbahn (58) der Spitze oder Schneide (56) des Werkzeugs (30) von der Schwenkachse (34) entspricht. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (30) mit einer Spitze oder Schneide (56) durch die Ballardhaut (14) hindurch bewegt wird und dass die Spitze oder Schneide (56) vor dem Eintritt in die Ballardhaut (14) unter einem spitzen Winkel an eine äußere Oberfläche (34) der Ballardhaut (14) angenähert wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass im Abstand voneinander mindestens zwei Einschnitte (22) in der Ballardhaut (14) hergestellt werden und dass zum Aufreißen der Ballardhaut (14) zwei durch die Einschnitte (22) teilweise vom Rest der Ballardhaut (14) getrennte Lappen (24) ergriffen und entlang des Tiefdruckzylinders (2) bewegt werden. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vom Tiefdruckzylinder (2) entfernte Ballardhaut (14) unterhalb des Tiefdruckzylinders (2) in einem Presswerkzeug verpresst wird. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Öffnen, das Aufreißen, das Abziehen und/oder das Verpressen der Ballardhaut (14) mit automatisch gesteuerten, motorisch angetriebenen Werkzeugen erfolgt. Vorrichtung zum Öffnen einer Ballardhaut auf einem Tiefdruckzylinder, mit einem relativ zum Tiefdruckzylinder beweglichen Werkzeug, das zur Herstellung mindestens eines Einschnitts in der Ballardhaut durch einen Teil der Ballardhaut hindurch bewegbar ist, gekennzeichnet durch Mittel (32) zum Begrenzen der Eindringtiefe des Werkzeugs (30) beim Eintritt in und/oder beim Hindurchtritt durch die Ballardhaut (14). Vorrichtung nach Anspruch 13, gekennzeichnet durch einen Werkzeughalter (26) oder eine Werkzeugführung zum Führen des Werkzeugs (30) entlang eines vorgegebenen Bewegungspfades und mit mindestens einer Anlagefläche, die sich mit einer Oberfläche (34) der Ballardhaut (14) in Anlagekontakt bringen lässt. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der Werkzeughalter (26) oder die Werkzeugführung eine Auflage (26) zum Auflegen auf die Umfangsfläche des mit der Ballardhaut (14) versehenen Tiefdruckzylinders (2) aufweist. Vorrichtung nach Anspruch 14 oder 15, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (30) in Bezug zum Werkzeughalter (26) oder zur Werkzeugführung um eine Schwenkachse (34) verschwenkbar ist. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass die Schwenkachse (34) parallel zu einer Stirnfläche (10, 34) oder parallel zu einer Längsmittelachse (16) des Tiefdruckzylinders (2) ausgerichtet ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (30) mindestens eine Spitze oder Schneide (56) aufweist. Vorrichtung nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, dass ein Bewegungspfad (58) der Spitze oder Schneide (56) unmittelbar vor dem Eintritt in die Ballardhaut (14) unter einem spitzen Winkel zur Oberfläche (34) der Ballardhaut (14) ausgerichtet ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (30) mindestens zwei im Abstand nebeneinander angeordnete Spitzen oder Schneiden (56) aufweist. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (30) zwischen den Spitzen oder Schneiden (56) einen Abhebeteil (54) zum Abheben mindestens eines durch zwei Einschnitte (22) teilweise von benachbarten Bereichen der Ballardhaut (14) getrennten Lappens (24) aufweist. Vorrichtung nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass der Abhebeteil (54) den Spitzen oder Schneiden (56) in Bewegungsrichtung des Werkzeugs (30) beim Öffnen der Ballardhaut (14) nachfolgt. Vorrichtung zum automatischen Entfernen einer Ballardhaut von einem Tiefdruckzylinder, gekennzeichnet durch eine Vorrichtung nach einem der Ansprüche 13 bis 22. Vorrichtung nach Anspruch 23, gekennzeichnet durch mindestens ein Greifwerkzeug zum Ergreifen eines an den Einschnitt (22) angrenzendes Bereichs der Ballardhaut (14), das zum Aufreißen der Ballardhaut entlang des Tiefdruckzylinders (2) beweglich ist. Vorrichtung nach Anspruch 24, gekennzeichnet durch mindestens ein Abstreifwerkzeug zum Abstreifen der aufgerissenen Ballardhaut vom Tiefdruckzylinder (2). Vorrichtung nach Anspruch 25, gekennzeichnet durch mindestens ein unterhalb des Tiefdruckzylinders (2) angeordnetes Presswerkzeug zum Verpressen der abgestreiften Ballardhaut (14). Vorrichtung nach einem der Ansprüche 23 bis 26, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkzeug (30), das Greifwerkzug, das Abstreifwerkzeug und/oder das Presswerkzeug motorisch angetrieben und automatisch gesteuert ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 23 bis 27, gekennzeichnet durch eine Kontrolleinrichtung zur Überwachung des Öffnens, Ergreifens, Aufreißens, Abstreifens und/oder Verpressens der Ballardhaut (14).






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