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Dokumentenidentifikation DE10049456B4 19.06.2008
Titel Korrosionsschutzlack für Bremsflächen von Bremsscheiben und/oder Bremstrommeln , daraus hergestellte Korrosionsschutzbeschichtung sowie Verfahren zum Entfernen der Korrosionsschutzbeschichtung
Anmelder Daimler AG, 70327 Stuttgart, DE
Erfinder Bitzer, Rita, Dipl.-Ing., 71034 Böblingen, DE;
Passoth, Half, 72181 Starzach, DE
DE-Anmeldedatum 06.10.2000
DE-Aktenzeichen 10049456
Offenlegungstag 25.04.2002
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 19.06.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.06.2008
IPC-Hauptklasse C09D 5/08(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse C23F 15/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   F16D 69/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   C09D 7/12(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Korrosionsschutzlack für Bremsflächen von Bremsscheiben und/oder Bremstrommeln, daraus hergestellte Korrosionsschutzbeschichtung sowie Verfahren zum Entfernen der Korrosionsschutzbeschichtung, wie es bspw. aus der gattungsbildend zugrundegelegten US 5,569,543 A als bekannt ist.

Aus der US 5,569,543 A ist ein Korrosionsschutzlack für Bremsflächen bekannt, der als Korrosionsinhibitoren Metallteilchen, wie Zink und Aluminium aufweist. Das Gewichtsverhältnis von Metall zu Bindemittel ist hierbei mindestens 2.5.

Die EP 976 795 A betrifft ebenfalls ein Korrosionsschutzlack für Bremsflächen bekannt, der als Korrosionsinhibitor u.a. ein Metallphosphat, wie Zink-Aluminium-Polyphosphat aufweisen kann. Der Gewichtanteil des Korrosionsinhibitors an Lack beträgt hierbei zwischen 40 und 65 Gew.-%.

Zum Schutz vor Korrosion wird eine Bremsscheibe und/oder Bremstrommel i.a. lackiert. Hierbei wird ein Lack verwendet, der durch die abrasive Wirkung der Bremsbeläge im Bereich der Bremsfläche abgebremst, also entfernt werden kann. Diese Lösung hat ins besondere bei Fahrzeugen, die für den Überseetransport vorgesehen sind und bei Ersatzbremsscheiben bzw. -trommeln als besonders günstig erwiesen.

Trotz der Vorzüge des heutigen Verfahrens weisen damit behandelte Bremsflächen von Bremsscheiben bzw. Bremsflächen insbesondere durch die aggressive Salzluft bei den Überseetransporten immer noch Empfindlichkeiten beim Transport auf. Damit sind hohe Qualitätssicherungskosten und z.T. Nacharbeiten verbunden.

Die Aufgabe der Erfindung ist es, einen Korrosionsschutzlack zu entwickeln, mit dem eine Korrosionsschutzbeschichtung hergestellt werden kann, der einen möglichst guten Korrosionsschutz auch bei Überseetransporten, eine geringere Nacharbeit und eine Kostenreduktion ermöglicht und der möglichst einfach entfernbar ist.

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß mit einem Korrosionsschutzlack mit den Merkmalen des Anspruchs 1, mit einer Korrosionsschutzbeschichtung mit den Merkmalen des Anspruchs 7 und mit einem Verfahren mit den Verfahrensschritten des Anspruchs 11 gelöst. Durch die Belegung zumindest der Bremsflächen mit einem erfindungsgemäßen Korrosionsschutzlack mit einem hohen Anteil an von mit Sauerstoff reagierenden Schutzsubstanzen, wird ein Zutritt von Sauerstoff an die Bremsfläche unterbunden.

Um die gewünschte Wirkung zu erzielen, ist hierbei ein Schutzsubstanzanteil von mindestens 30 Vol.-% bevorzugt mindestens 50 Vol.-% und besonders bevorzugt mindestens 70 Vol.-% in dem vorzugsweise ansonst herkömmlichen Lack und/oder Klarlack sinnvoll.

In vorteilhafter Weise handelt es sich bei diesen Schutzsubstanzen um Nichtalkali- und Nichterdalkalimetalle wie insbesondere Zink, elementares Aluminium, oder deren oxidierbaren Verbindungen, wie insbesondere FeO. Des weiteren sind auch Phosphor und/oder Phosphate geeignet.

In günstiger Weise werden die Schutzsubstanzen zumindest zum Teil beim Abbremsen in die Oberfläche der Bremsfläche insbesondere eingepreßt und/oder eingerieben, wo sie verbleiben und weiterhin einen Schutz der metallischen Oberfläche gegen Oxidation bewirken. Das Abbremsen kann zu jeder Zeit, bevorzugt jedoch vor der Auslieferung eines Kfz an einen Kunden erfolgen, bspw. auf einem Rollenprüfstand. Durch den Erhalt der Korrosionsschutzwirkung auch nach dem Abbremsen des Korrosionsschutzbeschichtung kann sogar in besonders günstiger Weise die Entfernung der Korrosionsschutzbeschichtung vor der Montage der Bremsscheibe, insbesondere in kostensparender Art kurz nach deren Herstellung erfolgen, so daß nur noch die fertige und gegen Korrosion geschützte Bremsscheibe montiert wird.

Durch das Einbringen der Schutzsubstanzen in die Oberflächenrauheiten, Poren und Riefen der Bremsfläche wird gleichzeitig die normale Oberflächenrauheit der Bremsflächen, die durch natürliche Poren des Bremsscheibenmaterials und/oder durch Schleif- und/oder Drehriefen zustande kommt, verringert. Als Resultat ergibt sich eine geringere tiefe der Korrosion, wodurch gleichzeitig wiederum die Wahrscheinlichkeit des Bremsrubbeln verringert ist.

Um ein besonders gutes Resultat zu erreichen, ist es günstig, wenn die mittlere Partikelgröße der Schutzsubstanzen kleiner als die maximale Rauhigkeit und/oder die mittlere Porenweite und/oder die mittlere Riefengröße der Bremsfläche ist.

Als preiswerteste Lösung hat sich momentan ein Metallack mit eine Zinkstaubanteil von ca. 80 Vol.-% erwiesen.

Weitere sinnvolle Ausgestaltungen der Erfindung sind den entsprechenden Unteransprüchen entnehmbar. Im übrigen wird die Erfindung anhand von in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Dabei zeigt

1 einen Ausschnitt eines Schnittes durch eine Bremsscheibe mit kombinierter Bremstrommel sowie darauf aufgetragenem Korrosionsschutzlack,

2 die Bremsscheibe nach 1 mit zu einer Korrosionsschutzbeschichtung verfestigtem Korrosionsschutzlack, und

3 eine Vergrößerung einer Bremsfläche nach Abbremsen der Korrosionsschutzbeschichtung.

In 1 ist ein Ausschnitt eines Schnittes durch eine Bremsscheibe 1 mit kombinierter Bremstrommel dargestellt. Die komplette Oberfläche der Bremsscheibe 1 ist mit einem Korrosionsschutzlack 4 versehen. Da der Korrosionsschutzlack bis auf die Schutzsubstanzen 10 (hier als einzelne Punkte dargestellt) mit einem herkömmlichen Lack identisch sein kann, ist es möglich, in mit einem normalen Spritz- und/oder Tauchverfahren auf die Oberfläche der Bremsscheibe 1 aufzutragen.

Nach dem Auftragen wird der Korrosionsschutzlack 4 zu der Korrosionsschutzbeschichtung 6 (siehe 2) getrocknet bzw. abgebunden oder vernetzt. Da bei der Vernetzung des Korrosionsschutzlack das Lösemittel, vorzugsweise Wasser, aus der Beschichtung 6 entweicht, nimmt der Anteil der Schutzsubstanzen 10 in der Korrosionsschutzbeschichtung 6 gegenüber deren Anteil im Korrosionsschutzlack 4 zu. In der 2 kann dies durch die höhere Dichte der Punkte und der Beschichtung 6 erkannt werden.

Durch den hohen Anteil an Schutzsubstanzen 10 von günstigerweise größer 70 Vol.-% kann selbst ein tiefer Riß die Bremsfläche 2 der Bremsscheibe und/oder die Bremsfläche 3 der Bremstrommel nicht durch Korrosion gefährden, da hierbei der Sauerstoff von den Schutzsubstanzen 10 abgefangen wird, wodurch diese selbst in Form einer Oxidation chemisch reagieren.

In 3 ist eine Vergrößerung einer Bremsfläche 2, 3 nach dem Abbremsen der Korrosionsschutzbeschichtung 6 dargestellt. Hierbei ist deutlich zu erkennen, daß die Schutzsubstanzen 10 in Poren 7 und Riefen 8 oder in sonstigen Vertiefungen 9 eingebracht sind.

Hierdurch wird die normale Rauheit der Bremsfläche 2 und damit der zu erwartenden Korrosionstiefe verringert. Des weiteren ist zumindest zu Anfang auch der Rostbefall bei einem längeren Stillstand eines Fahrzeuges reduziert, da auch in diesem Fall der Korrosionsschutz durch Selbstoxidation der Schutzsubstanzen 10 wirksam bleibt; d.h. die eingebrachten Schutzsubstanzen 10 wirken in der Art einer Opferanode.


Anspruch[de]
Korrosionsschutzlack zur Herstellung einer Korrosionsschutzbeschichtung für Bremsflächen von Bremsscheiben und/oder Bremstrommeln, wobei der Korrosionsschutzlack mit Sauerstoff reagierende Schutzsubstanzen aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzsubstanzen (10) einen mittlere Korngröße aufweisen, die maximal der maximalen Rauhigkeit und/oder der mittleren Porenweite (7) und/oder der mittleren Riefengröße (8) der Bremsfläche (2, 3) entspricht. Korrosionsschutzlack nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzsubstanzen (10) aus der Gruppe der Nichtalkali- und Nichterdalkalimetalle, im folgenden vereinfachen Metalle genannt, und/oder oxidierbare Metallverbindungen und/oder Phosphate und/oder Phosphor entnommen sind. Korrosionsschutzlack nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzsubstanz (10) Zink und/oder Eisenoxid, insbesondere FeO und/oder zumindest weitgehend elementares Aluminium, insbesondere in Pulverform, ist. Korrosionsschutzlack nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzsubstanzen (10) einen Anteil von mindestens 30 Vol-% bevorzugt mindestens 50 Vol-% und besonders bevorzugt mindestens 70 Vol-% aufweisen. Korrosionsschutzlack nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgangsmaterial des Korrosionsschutzlackes (4) ein normaler Klar- oder farbiger Lack ist. Korrosionsschutzlack nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausgangsmaterial ein Lack mit geringem Anteil an organischem Lösungsmittel, insbesondere ein Wasserbasislack ist. Korrosionsschutzbeschichtung für Bremsflächen von Bremsscheiben und/oder Bremstrommeln, wobei die lackartige Korrosionsschutzbeschichtung (6) mit Sauerstoff reagierende Schutzsubstanzen (10) aufweist dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzsubstanzen (10) einen mittlere Korngröße aufweisen, die maximal der maximalen Rauhigkeit und/oder der mittleren Porenweite (7) und/oder der mittleren Riefengröße (8) der Bremsfläche (2, 3) entspricht Korrosionsschutzbeschichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzsubstanzen (10) aus der Gruppe der Nichtalkali- und Nichterdalkalimetalle, im folgenden vereinfachen Metalle genannt, und/oder oxidierbare Metallverbindungen und/oder Phosphate und/oder Phosphor entnommen sind. Korrosionsschutzbeschichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzsubstanz (10) Zink und/oder reduzierbares Eisenoxid, insbesondere FeO und/oder zumindest weitgehend elementares Aluminium, insbesondere in Pulverform, ist. Korrosionsschutzbeschichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzsubstanzen (10) in der Korrosionsschutzbeschichtung (6) einen Anteil von mindestens 30 Vol-% bevorzugt mindestens 50 Vol-% und besonders bevorzugt mindestens 70 Vol-% aufweisen. Verfahren zum Entfernen eines Korrosionsschutzbeschichtung von einer Bremsfläche einer Bremsscheibe und/oder Bremstrommel bei welchem Verfahren ein Korrosionsschutzlackes auf die Bremsfläche aufgetragen und zu einer Korrosionschutzbeschichtung umgewandelt, insbesondere ausgehärtet wird und bei welchem Verfahren die Korrosionsschutzbeschichtung durch die abrasive Wirkung der Bremsbeläge beim Bremsen abgerieben wird, dadurch gekennzeichnet, daß dem Korrosionsschutzlack (4) vor seinem Auftrag auf die Bremsfläche (2, 3) Schutzsubstanzen (10) beigegeben werden, welche bei Kontakt mit Sauerstoff mit diesem chemisch reagieren und/oder diesen an sich binden und daß beim abrasiven Entfernen der Korrosionsschutzbeschichtung (6) die Schutzsubstanzen (10) der Korrosionsschutzbeschichtung (6) in die Bremsfläche (2, 3) eingerieben werden. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Schutzsubstanzen (10) in Vertiefungen (9) und/oder Rauheiten und/oder Poren (7) und/oder Rillen (8) der Reibfläche (2, 3) der Bremsscheibe (1) eingerieben werden. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß als Schutzsubstanzen (10) Nichtalkali- und Nichterdalkalimetalle, im folgenden vereinfachen Metalle genannt, und/oder oxidierbare Metallverbindungen und/oder Phosphate und/oder Phosphor eingerieben werden. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß als Schutzsubstanz (10) Zink und/oder reduzierbares Eisenoxid, insbesondere FeO und/oder zumindest weitgehend elementares Aluminium, insbesondere in Pulverform, eingerieben wird. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrosionsschutzbeschichtung (6) vor der Abgabe der Bremsscheibe (1) und/oder eines damit bestückten Fahrzeuges an einen Käufer abgerieben wird. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrosionsschutzbeschichtung (6) nach der Montage der Bremsscheibe (1) und/oder Bremstrommel an das Fahrzeug abgerieben wird. Verfahren nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Korrosionsschutzbeschichtung (6) vor der Montage der Bremsscheibe (1) und/oder Bremstrommel an das Fahrzeug abgerieben wird.






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