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Dokumentenidentifikation DE102006050128B3 26.06.2008
Titel Gegen äußere Explosionseinwirkung geschütztes, insbesondere militärisches Kraftfahrzeug
Anmelder Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co. KG, 80997 München, DE
Erfinder Schlegl, Eugen, 82194 Gröbenzell, DE
Vertreter Feder, W., Dipl.-Phys. Dr.rer.nat., Pat.-Anw., 40545 Düsseldorf
DE-Anmeldedatum 25.10.2006
DE-Aktenzeichen 102006050128
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 26.06.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 26.06.2008
IPC-Hauptklasse F41H 5/26(2006.01)A, F, I, 20061025, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B60J 1/10(2006.01)A, L, I, 20061025, B, H, DE   
Zusammenfassung Ein gegen äußere Explosionseinwirkung geschütztes, insbesondere militärisches Kraftfahrzeug. Es besitzt in einer Seitenwand eine Ein-/Ausstiegstür mit einem in einem Türausschnitt der Seitenwand angeordneten Türblatt (3). In einem Fensterausschnitt des Türblatts (3) ist ein Fensterrahmen (6) aus Stahl eingeschweißt. Die Scheibe (5) aus Panzerglas ist in einen Scheibenrahmen (7), beispielsweise aus Aluminium, eingesetzt und mit diesem durch eine Vergussmasse (8) fest verbunden. Der Scheibenrahmen (7) ist mit dem Fensterrahmen (6) lösbar verbunden. Durch den in das Türblatt (3) eingeschweißten Fensterrahmen (6) wird eine höhere Steifigkeit der Tür gegen seitliche Explosionseinwirkung erreicht, andererseits bleibt die Scheibe auswechselbar.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft ein gegen äußere Explosionseinwirkung geschütztes, insbesondere militärisches Kraftfahrzeug.

Derartige Kraftfahrzeuge sind an sich bekannt. Wenn sie mit einem ballistischen Schutz versehen werden sollen, sind entsprechend dicke Scheiben aus Panzerglas notwendig. Diese Scheiben sollen auswechselbar sein und an ihren Stirnflächen einen ballistischen Schutz aufweisen.

Bei bekannten Fahrzeugen wird dieser ballistische Schutz als Stahlrahmen ausgebildet, in den die Scheibe eingegossen oder verschraubt wird. Dieser Stahlrahmen wird dann in den Fensterausschnitt der Fahrzeugtür eingeschraubt. Die Scheibe ist dann zusammen mit dem Stahlrahmen auswechselbar. Eine solche Anordnung wird beispielsweise in der US 6 818 268 B2 beschrieben. Aufgrund der üblicherweise großen Scheibendicke besitzt der Stahlrahmen eine hohe Biegesteifigkeit. Durch das Einschrauben des Stahlrahmens ist allerdings dessen Beitrag zur Versteifung der Tür gering.

Die DE 198 35 957 A1 beschreibt einen Verkehrsbus mit einer ballistisch wirksamen Schutzausstattung einschließlich einer Panzerverglasung für die Seitenfenster, die aus einzelnen, sich jeweils über die Breite eines Seitenfensters auf der Fensterscheiben-Innenseite erstreckenden und unterhalb der Seitenfenster-Oberkante endenden, getrennt voneinander an den seitlichen Fensterpfosten demontierbar angebrachten Panzerglaselementen besteht, wodurch ein einfacher Ein- und Ausbau der Schutzausstattung bei geringem Eigengewicht und eine Einzeltauschbarkeit der Panzerglaselemente erreicht wird.

Die DE 198 35 697 A1 beschreibt eine Panzerwand mit einem Fensterausschnitt, in dem eine Klarsichtscheibe und einer Panzerglasscheibe angeordnet ist. Die Befestigung der Klarsichtscheibe erfolgt mit Hilfe eines Einfassrahmens, der zusammen mit der daran über einen Dichtungskleber befestigten Panzerglasscheibe in einen entsprechenden Fensterausschnitt der Panzerwand eingesetzt ist. Der Einfassrahmen ist zur Austauschbarkeit des Scheibenverbundes lösbar mit der Panzerwand verbunden.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Kraftfahrzeug mit den Merkmalen aus dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 so auszubilden, dass eine wesentlich bessere Versteifung der Tür gegen seitliche Explosionseinwirkung erreicht wird, ohne dass ein nennenswertes Mehrgewicht des Fahrzeugs in Kauf genommen werden muss.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1. Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen beschrieben.

Ein Grundgedanke der Erfindung besteht darin, den Fensterrahmen aus Stahl in den Türausschnitt nicht einzuschrauben, sondern mit dem Türblatt zu verschweißen, um eine wesentlich höhere Versteifung der Tür zu erreichen. Der Fensterrahmen besteht aus horizontal und vertikal verlaufenden, das Türblatt versteifenden Rippen und einem daran fest, vorzugsweise einstückig, angeordneten Auflageflansch. Die Forderung nach Auswechselbarkeit der Scheibe wird dadurch erfüllt, dass die Scheibe von einem Scheibenrahmen umfasst ist, der mit dem Fensterrahmen aus Stahl lösbar, also beispielsweise über eine Klemm- oder Schraubverbindung, verbunden ist.

Der Scheibenrahmen kann beispielsweise aus Aluminium bestehen, was wegen der Gewichtsersparnis vorteilhaft ist. Er kann aber auch aus Stahl oder einem Verbund-Kunststoff aufgebaut sein. Die horizontal und vertikal verlaufenden Rippen können über den Umriss des Fensterrahmens hinaus um ein vorgegebenes Stück in Richtung auf die Kanten des Türblatts hin verlängert sein, wodurch eine noch bessere Versteifung erreicht werden kann. Weiterhin können die Rippen des Fensterrahmens um eine vorgegebene Länge nach außen über die Außenseite des Türblatts herausgeführt werden und als Abstützung für zusätzliche Schutzplatten verwendet werden, durch welche der Scheibenrahmen und ggf. ein Teil der Scheibe zusätzlich außen abgedeckt werden. Dabei ist es in kostensparender Weise möglich, den Scheibenrahmen nicht durch eine Schraubverbindung mit dem eingeschweißten Fensterrahmen zu verbinden, sondern ihn zwischen den eingeschweißten Fensterrahmen und die von außen aufgesetzte Schutzplatte einzuklemmen.

Im Folgenden wird anhand der beigefügten Zeichnungen ein Ausführungsbeispiel für ein Kraftfahrzeug nach der Erfindung näher erläutert.

In den Zeichnungen zeigen

1 in Seitenansicht einen Teil eines militärischen Kraftfahrzeugs im Bereich einer Ein-/Ausstiegstür;

2 in schematisierter, gegenüber 1 vergrößerter Darstellung die Ein-/Ausstiegstür des Fahrzeugs nach 1 in einer Teilansicht im Bereich des Fensterausschnitts;

3A und 3B einen weiter vergrößerten Schnitt nach der Linie III-III in 2 bei zwei Ausführungsvarianten des Scheibenrahmens.

4A in Seitenansicht einen Teil eines militärischen Kraftfahrzeugs im Bereich des Fensterausschnitts der Ein-/Ausstiegstür bei einer weiteren Ausführungsform des Scheibenrahmens;

4B den Teilbereich IV B aus 4A in vergrößerter Darstellung;

4C einen Schnitt nach der Linie IV C-IV C in 4B.

1 zeigt das Fahrerhaus F eines militärischen Kraftfahrzeugs, das zusammen mit dem restlichen Fahrzeuggehäuse in nicht dargestellter Weise auf einem üblichen Räderfahrwerk angeordnet ist.

In der Seitenwand 1 befindet sich ein Türausschnitt 2, in dem eine übliche Ein-/Ausstiegstür angeordnet ist, deren Türblatt 3 nach außen aufschwenkbar ist und einen Fensterausschnitt 4 aufweist, in den eine Scheibe 5 aus Panzerglas auswechselbar eingesetzt ist. Einzelheiten des Fensters sind den 2 sowie 3A und 3B zu entnehmen.

Zur Befestigung des Fensters im Fensterausschnitt 4 des Türblatts 3 ist ein Fensterrahmen 6 aus Stahl in den Türausschnitt eingeschweißt. Dieser Fensterrahmen 6 besitzt in horizontaler und vertikaler Richtung verlaufende Rippen 6.1, die in das Innere des Fahrzeugs hineinragen und an denen ein Auflageflansch 6.2 fest angeordnet ist. Um eine größere Steifigkeit des Türblatts 3 zu erreichen, ist, wie aus 2 zu ersehen, eine der in horizontaler Richtung verlaufenden Rippen des Fensterrahmens 6 über den äußeren Rand des Fensterrahmens hinaus um ein vorgegebenes Stück in Richtung auf die Kanten des Türblatts 3 hin verlängert. Diese Verlängerungen sind in 2 mit Bezugsziffer 6.3 bezeichnet.

Wie die 3A und 3B zeigen, ist in den mit dem Türblatt 3 durch Schweißung verbundenen Fensterrahmen 6 ein Scheibenrahmen 7 eingesetzt, der über Dichtungselemente 9 auf dem Auflageflansch 6.2 des Fensterrahmens 6 aufliegt und mit diesem lösbar verbunden ist. Dieser Scheibenrahmen 7 ist als leichter Rahmen aus Aluminium aufgebaut, in den die Scheibe 5 eingesetzt und mittels einer Vergussmasse 8 fixiert ist. Bei der Ausführungsform nach 3A liegt der Scheibenrahmen 7 glatt auf den Dichtungselementen 9 auf, während bei der Ausführungsform nach 3B am Scheibenrahmen 7 eine die Abdichtung verbessernde Dichtungsnase 7.1 angeordnet ist, die in das Dichtungselement 9 eingreift.

Bei dieser Ausführungsform ist das Dichtungselement 9 um den Scheibenrahmen 7 zur Außenseite derart herumgeführt, dass es Scheibenrahmen 7 und Scheibe 5 an der Außenseite in einem Endabschnitt 9.1 umfasst.

Im dargestellten Ausführungsbeispiel wird nun ein weiterer Vorteil dadurch erreicht, dass die Rippen des Fensterrahmens 6 um eine vorgegebene Länge nach außen über die Außenseite des Türblatts 3 herausgeführt sind. Diese Vorsprünge sind in den 3A und 3B mit Bezugsziffer 6.4 bezeichnet und dienen als Abstützungen für außen aufgebrachte, zusätzliche Schutzplatten 10, die über angedeutete Schraubverbindungen 10.1 mit dem Türblatt 3 verbunden sind und, wie aus 3A und 3B ersichtlich, den Scheibenrahmen 7 und ggf. einen Teil der Scheibe 5 an der Außenseite abdecken.

Die Länge der Vorsprünge 6.4 ist so gewählt, dass aufgrund der um den Scheibenrahmen 7 herumgeführten Dichtung 9 durch das Aufschrauben der Schutzplatten 10 der Scheibenrahmen 7 und Scheibe 5 in einer Klemmverbindung im Fensterrahmen 6 festgelegt sind, so dass auf eine zusätzliche Verschraubung verzichtet werden kann.

Durch die Verwendung eines Scheibenrahmens aus Aluminium wird das Mehrgewicht in Grenzen gehalten.

Bei der in den 4A, 4B und 4C dargestellten Ausführungsform ist der Scheibenrahmen 7 mit der in ihm mittels der Vergussmasse 8' befestigten Scheibe 5' mit dem in das Türblatt 3' eingeschweißten Fensterrahmen 6' durch Schraubverbindungen lösbar verbunden. Hierzu sind in den Eckbereichen des Scheibenrahmens 7' dreieckige Klötze 11' aus Aluminium eingesetzt, die mit einem Muttergewinde 12' versehen sind, in welches Schraubenbolzen einschraubbar sind, mit denen der Scheibenrahmen 7' mit dem Fensterrahmen 6' verbunden ist. Wie bei den anderen Ausführungsformen liegt der Scheibenrahmen 7' auf dem Fensterrahmen 6' über Dichtungselemente 9' auf.


Anspruch[de]
Gegen äußere Explosionseinwirkung geschütztes, insbesondere militärisches Kraftfahrzeug mit einem auf einem Fahrwerk angeordneten Fahrzeuggehäuse, das in mindestens einer Seitenwand mindestens eine Ein-/Ausstiegstür aufweist, mit einem in einem Türausschnitt der Seitenwand angeordneten Türblatt, wobei in einem Fensterausschnitt des Türblatts ein eine Scheibe aus Panzerglas aufnehmender Fensterrahmen (6) angeordnet ist, der aus horizontal und vertikal verlaufenden, das Türblatt versteifenden Rippen (6.1) und einem daran fest, vorzugsweise einstückig, angeordneten Auflageflansch (6.2) besteht, wobei der Fensterrahmen (6) mit dem Türblatt verschweißt ist und die Scheibe von einem Scheibenrahmen (7) umfasst ist, der mit dem Fensterrahmen (6) aus Stahl lösbar verbunden ist. Kraftfahrzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheibenrahmen (7) mit dem Fensterrahmen (6) über Schraubverbindungen verbunden ist. Kraftfahrzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheibenrahmen (7) aus Aluminium besteht. Kraftfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen dem Scheibenrahmen (7) und dem Fensterrahmen (6) mindestens ein Dichtungselement (9) angeordnet ist. Kraftfahrzeug nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Scheibenrahmen (7) an der von der Scheibe (5) abgewandten Seite mit einer in das Dichtungselement (9) eingreifenden Dichtungsnase (7.1) versehen ist. Kraftfahrzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass-mindestens eine der horizontal verlaufenden Rippen über den äußeren Rand des Fensterrahmens (6) hinaus um ein vorgegebenes Stück (6.3) in Richtung auf die Kanten des Türblatts (3) verlängert ist. Kraftfahrzeug nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Rippen des Fensterrahmens (6) um eine vorgegebene Länge nach außen über die Außenseite des Türblatts (3) herausgeführt sind und als Abstützungen (6.4) für zusätzliche Schutzplatten (10) dienen, die den Scheibenrahmen (7) und ggf. einen Teil des Randes der Scheibe (5) außen abdecken. Kraftfahrzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Länge der Abstützungen (6.4) für die zusätzlichen Schutzplatten (10) so bemessen ist, dass durch die aufgesetzten Schutzplatten (10) der Scheibenrahmen (7) zwischen den Fensterrahmen (6) und die Schutzplatten (10) eingeklemmt ist.






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