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Dokumentenidentifikation DE10132550B4 10.07.2008
Titel Verfahren zur Bestimmung der Personendosis in gemischten Neutronen-/Photonen-Feldern sowie anderer Messgrößen in anderen Strahlenfeldern
Anmelder Bundesrepublik Deutschland, vertr. d. d. Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, dieses vertr. d. d. Präsidenten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, 38116 Braunschweig, DE
Erfinder Luszik-Bhadra, Marlies, 38116 Braunschweig, DE;
Wendt, Wilfried, 38112 Braunschweig, DE
DE-Anmeldedatum 09.07.2001
DE-Aktenzeichen 10132550
Offenlegungstag 30.01.2003
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 10.07.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 10.07.2008
IPC-Hauptklasse G01T 1/02(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse G01T 1/24(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   G01T 3/08(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]
1 Anwendungsgebiet

Die Erfindung betrifft vorrangig ein im Bereich der Personendosimetrie einsetzbares Instrument.

2 Stand der Technik

Es sind mehrere direkt anzeigende Personendosimeter bekannt, die für Strahlenfelder geeignet sind, die ausschließlich aus Photonen bestehen. Für Strahlenfelder, in denen Neutronen und Photonen gemischt auftreten, sind gegenwärtig allerdings nur zwei Instrumente bekannt. Beide Instrumente liefern insbesondere für die Messung der Personendosis von Neutronenstrahlung nur unbefriedigende Ergebnisse.

Eines dieser beiden Instrumente [1] nutzt für seine Messungen vier Halbleiterzähler. Hierbei variiert jedoch das Ansprechvermögen für die Neutronendosis, das im Energiebereich von einigen keV bis einigen MeV möglichst konstant sein sollte, um mehr als einen Faktor 100.

Das andere der beiden Instrumente [Siemens EPD-nMk2.0; Angaben sind dem Handbuch und der Beschriftung des Instruments selbst entnommen, Veröffentlichungen zum Aufbau sind nicht bekannt] nutzt drei Halbleiterzähler. Der Energiebereich für den Nachweis von Neutronen beschränkt sich hier auf den Bereich thermisch bis intermediär. Dieses Instrument ist damit in wesentlichen Anwendungsbereichen der Personendosimetrie auf Neutronen nicht empfindlich.

Bei den benutzten Auswerteverfahren zur Bestimmung der Neutronendosis ist bekannt, dass die Hoch-Energie-Bereiche des Pulshöhenspektrums ausgewertet werden, die von durch Neutronen erzeugten geladenen Kernen hervorgerufen werden [2]. Dieses Verfahren ist jedoch nicht für die gleichzeitige Auswertung einer Neutronen- und einer Photonendosis geeignet.

Es sind mehrere direkt anzeigende Personendosimeter in der Literatur beschrieben, mit denen in gemischten Strahlenfeldern die Personendosis für Neutronen bestimmt wird. In fast allen Fällen werden 6Li- und 10B-haltige Konverter (vor dem Detektor angebrachte Schichten) für den Nachweis von thermischen Neutronen benutzt und wasserstoffhaltige Konverter für den Nachweis von schnellen Neutronen.

Unter diesen Neutronendosimetern gibt es einige, die durch Nutzung nur eines einzigen Halbleiterdetektors besonders kostengünstig aufgebaut werden können:

  • – In [8] wird ein Neutronendosimeter mit einem Doppelschicht (&Dgr;E/E)-Detektor beschrieben.
  • – In [2] wird ein Neutrondosimeter beschrieben, bei dem ein Siliziumdetektor mit einer dünnen empfindlichen Schicht benutzt wird und die Neutronendosis unter Nutzung der Hoch-Energiebereiche des Impulshöhenspektrums des Detektors bestimmt wird.
  • – In [9] wird gezeigt, wie mit einem einzigen Halbleiterdetektor sowohl Personendosimeter für Neutronen als auch Dosisleistungsgeräte für die Messung der Neutronen-Umgebungsdosis aufgebaut werden können.

In allen oben genannten Arbeiten wird eine Diskriminatorschwelle bei niedrigen Pulshöhen gesetzt, um den „Photonenuntergrund" zu eliminieren. Bei keinem der oben beschriebenen Dosimeter wird die Information bei niedrigen Pulshöhen zur „dosisrichtigen" Anzeige der Photonendosis benutzt. Die „dosisrichtige" Anzeige eines Dosimeters für Neutronen- und Photonenstrahlung setzt dabei nach den IEC-Vorschriften die richtige Anzeige in Einheiten der Personendosis für Photonen und Neutronen mit Energien über einen Mindestmessbereich von mehreren Zehnerpotenzen, d. h. 80 keV bis 1,5 MeV für Photonenstrahlung und 0,025 eV bis 15 MeV für Neutronenstrahlung, jeweils mit Einfallsrichtungen zwischen 0° (senkrecht) und 60°, voraus. Weiterhin muss hiernach, bei Einsatz in gemischten Feldern, eine Unempfindlichkeit gegenüber der begleitenden Strahlung sichergestellt werden. Die in [2, 8, 9] beschriebenen Neutronendosimeter verwenden Siliziumdetektoren mit dünnen empfindlichen Schichten (oder &Dgr;E-Detektoren), die – bedingt durch die geringe Schichtdicke – ein hohes elektronisches Rauschen bei kleinen Pulshöhen aufweisen und die besonders unempfindlich auf Photonenstrahlung sind. Damit wird eine gleichzeitige Nutzung der Signale bei niedrigen Pulshöhen zur Messung der Photonenstrahlung schwierig und wurde bisher nicht in Betracht gezogen.

3 Aufgabe

Hier setzt die Erfindung an. Es soll ein direkt anzeigendes Personendosimeter für gemischte Neutronen-/Photonenfelder entwickelt werden, das bei den in relevanten Arbeitsbereichen auftretenden Strahlenfeldern eine richtige Dosisbestimmung für beide Strahlenarten getrennt und für die Gesamtdosis ermöglicht. Darüber hinaus wurde ein Verfahren gewählt, das eine möglichst kleine und einfache Bauweise ermöglicht, da komplexere Aufbauten die Störanfälligkeit und den Anschaffungspreis erhöhen.

4 Lösung

Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst,

  • a) dass nur ein Halbleiterzähler sowohl zur Bestimmung der Neutronen- als auch der Photonendosis benutzt wird,
  • b) dass die Pulshöheninformation vom Halbleiterzähler für die Ermittlung von Neutronen- und Photonendosis benutzt wird, wobei die Pulse in einem geeigneten Pulshöhenintervall aufsummiert und durch ein mittleres Ansprechvermögen dividiert werden und dadurch gleichzeitig sowohl die Neutronen- als auch die Photonendosis bestimmt wird,
  • c) dass der Halbleiterzähler mit einer empfindlichen Fläche zwischen 0,1 cm2 und 30 cm2 bei angelegter Spannung zwischen 1 V und 100 V eine abgereicherte empfindliche Schicht (2) mit einer Dicke zwischen 1 &mgr;m und 400 &mgr;m aufweist sowie eine Totschicht (3) mit einer Dicke zwischen 10 nm und 20 &mgr;m vor der empfindlichen Schicht (2),
  • d) dass sich vor dem Detektor ein Luftspalt (4) (bis zu 2 cm breit) befindet,
  • e) dass vor dem Luftspalt (4) ein Konverter 1 (5) angebracht ist, der aus Materialien mit 6Li oder 10B-Gehalt besteht und Dicken von 0,1 &mgr;m bis 2,5 cm aufweist,
  • f) dass vor dem Konverter 1 (5) ein Konverter 2 (6) angebracht ist, der aus wasserstoffhaltigem Plastik mit einer Dicke von bis zu 2,5 cm besteht und
  • g) dass ein Absorber (7), bestehend aus Materialien mit 6Li, 10B oder Cd-Gehalt und einer Dicke von 0,1 mm bis 2 cm, den Halbleiterdetektor, den Luftspalt (4) sowie die Konverter 1 (5) und 2 (6) umgibt.

5 Offenbarung

Das erfindungsgemäße Verfahren macht sich zunutze, dass Photonen durch den relativ kleinen Energieverlust ihrer Sekundärelektronen vorwiegend Signale im Nieder-Energie-Bereich des Pulshöhenspektrums verursachen.

Die Möglichkeit der gleichzeitigen Bestimmung von Neutronen- und Photonendosis ist eine besondere Neuheit und ermöglicht den Bau einfacher, direkt anzeigender Dosimeter. Die Sonde, das Photonenansprechvermögen, die untere Messschwelle und das Verhalten in gemischten Neutronen-/Photonenfeldern werden nachfolgend an einem Beispiel beschrieben und dann verallgemeinert:

Durchgeführt wurden Untersuchungen mit der in schematisch dargestellten Detektorsonde, die für den Nachweis von Neutronen optimiert wurde [3] und folgenden Aufbau hat:

n-Siliziumdetektor (1): 257 &mgr;m, 560 &OHgr;cm, 1 cm2 effektive Fläche,

abgereicherte empfindliche Schicht (2): 40 &mgr;m Dicke,

Totschicht (3): 50 nm Dicke,

Luftspalt (4): 0.4 mm Dicke,

Konverter 1 (5): 6LiF, 3.6 &mgr;m Dicke,

Konverter 2 (6): Polyäthylen, 1 mm Dicke,

Absorber (7): Polyäthylen + 50% B4C, 2 mm Dicke,

Spannung (8): 9 V.

Die Konverter 1 und 2 (5, 6) sind für den Neutronennachweis optimiert. Sie bestehen im wesentlichen aus Plastik, borhaltiger Plastik und einer dünnen 6LiF-Schicht vor dem Siliziumdetektor. Durch eine angelegte Spannung von 9 V wird eine abgereicherte empfindliche Schicht (2) von 40 &mgr;m erzeugt. Diese dünne Schicht reduziert die Empfindlichkeit auf Photonenstrahlung so, dass sie bei der Bestimmung der Neutronendosis, für die der Hoch-Energie-Bereich des Pulshöhenspektrums benutzt wird (> 1,5 MeV), nicht stört.

Trotzdem gibt es eine hohe Empfindlichkeit für Photonen im Niedrig-Energie-Bereich des Pulshöhenspektrums. Für den Bau eines möglichst einfachen Dosimeters ist es möglich, die Signale der gleichen Detektorsonde zur Bestimmung der Photonendosis heranzuziehen und in gemischten Neutronen-/Photonen-Feldern den Einfluss der durch Neutronen erzeugten Signale auf die Photonenanzeige zu minimieren.

Dazu wurde die Dosimetersonde auf einem ISO-Wasser-Phantom mit Röntgenstrahlung der N-Serie, mit 137Cs, 60Co, 4,4 MeV und 6 bis 7 MeV Gammastrahlung bestrahlt [3, 4]. Die Signale des Halbleiterdetektors wurden mit konventioneller nuklearer Elektronik verstärkt und ihr Pulshöhenspektrum aufgenommen. Die Energiekalibrierung wurde mit &agr;-Teilchen einer 241Am-Quelle durchgeführt. Die Energieauslösung betrug ca. 30 keV. Die gemessenen Pulshöhenspektren, normiert auf eine Photonen-Personendosis Hp(10) = 1 mSv sind in dargestellt. Die Überschneidung der Kurven bei den Niedrig-Energie-Signalen der Pulshöhenspektren zeigt, dass die einfachste Lösung für ein fast konstantes Ansprechvermögen für H (10) eine Integration der Pulse in einem einzigen Intervall um etwa 100 keV ist. Da in diesem Intervall die Intensität bei Bestrahlung mit Photonen besonders hoch ist, wird der Einfluss von Neutronen auf die Photonenanzeige minimiert.

zeigt das Ansprechvermögen als Funktion der mittleren Photonenenergie unter Benutzung einer Integration von Pulsen im Pulshöhenbereich von 60 keV bis 150 keV. Die Bestrahlungen wurden mit senkrechtem Einfall zur Detektoroberfläche (0°) und – in einigen Fällen – bei 60° zur Detektor-Normalen durchgeführt. Alle Werte weichen für Bestrahlungen mit Photonen im Energiebereich von 80 keV bis 7 MeV um weniger als 30 (siehe gestrichelte Linien in ) vom Mittelwert (323 Pulse pro &mgr;Sv, siehe durchgezogene Linien in ) ab. Der Abfall bei kleinen Photonenenergien (N80, mittlere Energie 65 keV) wird wahrscheinlich durch die elektronische Schwelle verursacht, die bei ungefähr 70 keV gesetzt wurde, um den Untergrund bezüglich des elektronischen Rauschens zu minimieren.

Die untere Nachweisschwelle hängt sowohl vom Rauschen als auch von Untergrundsignalen (verursacht durch die natürliche terrestrische Strahlung) ab. Eine Messung über fünf Tage im Labor ergab eine Photonendosisanzeige von 2,6 &mgr;Sv. Dieser Wert ist für Anwendungen im Strahlenschutz fast vernachlässigbar, kann aber für genauere Messungen auch subtrahiert werden. Eine untere Nachweisschwelle in der Größenordnung von 1 &mgr;Sv ist bei einer Messdauer von 8 Stunden leicht erreichbar.

In gemischten Neutronen-/Photonen-Feldern können Neutronen auch im Niedrig-Energie-Bereich des Pulshöhenspektrums Signale produzieren, vorwiegend als Resultat von elastisch gestreuten Neutronen am Silizium [5]. Da exakte Rechnungen für die erfindungsgemäße Vorrichtung nicht vorliegen, wurde der mögliche Einfluss durch Messungen in verschiedenen Neutronen-Kalibrierfeldern untersucht. zeigt eine Messung, die mit einer 241Am-Be-Neutronenquelle (1 mm Pb zur Abschirmung von niederenergetischen Photonen) durchgeführt wurde. Die Messung ist auf eine Neutronen-Personendosis H (10) = 1 mSv normiert.

Der Vergleich mit dem Ansprechvermögen für Photonen zeigt deutlich, dass mögliche Beiträge im Pulshöhenbereich um 100 keV niedriger als einige Prozent sind. Weiterhin sieht die Form der Verteilung im Niedrig-Energie-Pulshöhenbereich ähnlich aus wie das Photonenansprechvermögen. Da in der Regel die Neutronen-Kalibrierfelder geringe Anteile einer Photonendosis aufweisen und der Einfluss auch von dem Neutronenenergiespektrum abhängen kann, wurden Bestrahlungen mit Neutronen unterschiedlicher Quellen, die Neutronen mit Energie zwischen thermisch und 14,8 MeV produzieren, durchgeführt und die Photonendosis, die unter Kenntnis des mittleren Ansprechvermögens aus den Pulshöhensignalen des Halbleiterdetektors bestimmt wird, mit den Ergebnissen eines GM-Zählers verglichen. Die Messungen mit dem GM-Zählrohr wurden frei in Luft durchgeführt und die Messwerte bezüglich Neutronen-Ansprechvermögen des GM-Zählrohrs korrigiert [6, 7].

Da der GM-Zähler im Photonenfeld einer 60Co-Quelle kalibriert wurde, aber keine Korrekturen bezüglich Photonenergie gemacht wurden, können im Fall der 241Am-Be-Quelle, bei der Photonen mit höheren Energien emittiert werden (4,45 MeV), wegen des höheren Ansprechvermögens des GM-Zählers bei diesen Energien bis zu einem Faktor 1,7 zu hohe Werte angezeigt werden.

Die Ergebnisse der relativen Photonen-zu-Neutronendosis sind in Tabelle 1 angegeben. Mit Ausnahme der Messung an der 241Am-Be-Quelle sind die relativen Photonen-zu-Neutronen-Dosisverhältnisse, die mit dem Halbleiterzähler bestimmt wurden, leicht höher als die Ergebnisse des GM-Zählers (bis zu 2%). Diese höheren Werte können sowohl durch direkte Quellphotonen als auch durch von Neutronen im Phantom erzeugten Photonen hervorgerufen werden. In allen Fällen ist der Einfluss jedoch klein und akzeptabel. Tabelle 1: Vergleich des Verhältnisses von Photonen-zu-Neutronen-Äquivalentdosis, gemessen mit dem Halbleiterdosimeter (H&ggr;/Hn)Mess. mit Werten gemessen mit dem GM-Zähler (H&ggr;/Hn)GM für verschiedene Neutronen-Kalibrierfelder. Neutronenfeld (H&ggr;/Hn)GM (H&ggr;/Hn)Mess. 252Cf 0.038 0.046 252Cf (mod) 0.13 0.151 241Am-Be 0.034 0.015 14.8 MeV 0.0012 0.0055

Für einen zusätzlichen Photonennachweis muss die bereits für ein Neutronendosimeter entwickelte „low power"-Elektronik (Verstärker, ADC, Mikroprozessor) nach bekannten Methoden modifiziert werden, um eine bessere Auflösung im Niedrig-Energie-Pulshöhenbereich zu erreichen.

Es wurde anhand eines Beispiels gezeigt, dass unter Benutzung eines einzigen Halbleiterdetektors mit speziellen Konvertern und Absorbern, optimiert für die Bestimmung einer Neutronendosis, und der Pulshöheninformation ein Dosimeter aufgebaut werden kann, mit dem sowohl die Neutronendosis als auch die Photonendosis bestimmt werden kann. Während die Neutronendosis auf der Basis von Signalen, die Energiedepositionen oberhalb von 1,5 MeV verursachen, bestimmt wird, werden für die Bestimmung der Photonendosis Pulshöhensignale von 80 keV bis 150 keV benutzt.

Auf diese Weise erhält man ein Ansprechvermögen, das im Photonenenergiebereich von 80 keV bis 7 MeV für Bestrahlungen bei senkrechtem Einfall zur Detektoroberfläche und bei 60° zur Detektornormalen um weniger als 30% variiert. Die untere Nachweisgrenze liegt in der Größenordnung von 1 &mgr;Sv. Neutronen tragen in gemischten Neutronen-/Photonen-Feldern zur Photonenanzeige mit weniger als 2 bei.

Alle vorstehend genannten Energien beziehen sich auf eine Energiekalibrierung mit &agr;-Strahlung aus einer 291Am-Quelle.

Allgemein ist eine Lösung nach dem im Beispiel beschriebenen Prinzip auch möglich, wenn die Parameter des Sondenaufbaus und die Bereiche der Pulhöhenspektrums in gewissen Grenzen variiert werden:

Mögliche Veränderungen des Sondenaufbaus:

  • Halbleiterdetektor (1): 0,1 cm2 bis 30 cm2 Fläche
  • Abgereicherte Schicht (2): 1 &mgr;m bis 400 &mgr;m Dicke
  • Totschicht (3): 10 nm bis 20 &mgr;m Dicke
  • Luftspalt (4): 0 bis 2 cm
  • Konverter 1 (5): Materialien mit 6Li oder 10B
  • Konverter 2 (6): Wasserstoffhaltige Plastik: 0 bis 2,5 cm
  • Absorber (7): Materialien mit 6Li, 10B oder Cd, 0,1 mm bis 2 cm Dicke
  • Spannung (8): 1 V bis 100 V

Ebenfalls möglich sind dabei folgende Veränderungen der Bereiche des Pulshöhenspektrums:

Photonen: 10 keV bis 2 MeV

Neutronen: > 300 keV

Durch die aufgezeigten möglichen Veränderungen der Sondenparameter sowie die Veränderungen in den Bereichen des Pulshöhenspektrums wird es möglich, die Sonde auch in anderen Strahlenfeldern, z. B. bei Myonen und Elektronen, einzusetzen und dabei andere Messgrößen, z. B. Umgebungsäquivalentdosis, Kerma, biologische Dosis, zu bestimmen.

Bevorzugte Anwendungen

Vorzugsweise wird das erfindungsgemäße Verfahren eingesetzt, um an Arbeitsplätzen, in denen gemischte Strahlung von Photonen und Neutronen auftritt, die Personendosis zu ermitteln. Die geringe Energieabhängigkeit des Geräts, die direkte Anzeige der Dosis und der Einbau von Alarmschwellen führen zu deutlichen Verbesserungen im Strahlenschutz. Mögliche Anwendungsgebiete sind die Messung der Personendosis von Begleitpersonen für Transportbehälter von Brennelementen (z. B. CASTOR), Arbeitern in Kernkraftwerken, Beschäftigten an hochenergetischen Teilchenbeschleunigern, Piloten und Bordpersonal von Flugzeugen.

Erläuterung der Zeichnungen Abb. 1: Schematischer Aufbau der Dosimetersonde:

1
n-Siliziumdetektor: 257 &mgr;m, 560 &OHgr;cm, 1 cm2 effektive Fläche
2
Abgereicherte empfindliche Schicht: 40 &mgr;m
3
Totschicht: 50 nm
4
Luftspalt: 0.4 mm
5
Konverter 1: 6LiF, 3.6 &mgr;m
6
Konverter 2: Polyäthylen, 1 mm
7
Absorber: Polyäthylen + 50% B4C, 2 mm
8
Spannung 9 V

Abb. 2:

Pulshöhenspektren, gemessen für Photonenspektren verschiedener Strahlenqualitäten. Die Strahlenqualitäten sind in der Abbildung angegeben (mittlere Energien in Klammern). Alle Messungen wurden auf Hp(10) = 1 mSv normiert. Die benutzte elektronische Schwelle entspricht einer Pulshöhen-Energie von 70 keV (Kalibrierung mit 241Am &agr;-Quelle).

Abb. 3:

Relatives Ansprechvermögen des Dosimeters auf H (10) für die gleichen Photonen wie in angegeben als Funktion der mittleren Photonenenergie. Die gestrichelten Linien zeigen Abweichungen von 30% vom Mittelwert (durchgezogene Linie) an.

Abb. 4:

Pulshöhenspektren, gemessen mit einer 241Am-Be-Neutronen-Quelle. Zum Vergleich sind die Pulshöhenspektren der Photonenmessungen aus hinzugefügt.

Literatur

  • 1. Aoyama, K., Nagase, Y. Suzuki, T., Watanabe, S., Taniguchi, K., Muramatsu, K. Fujita, M. and Fuji, Y. The Development of New Generation Electronic Personal Dosimeters. Proceedings of IRPA-10, 10th International Congress of the International Radiation Protection Association, CD-ROM, IRPA, Hiroshima (2000).
  • 2. Luszik-Bhadra, M., A Prototype Personal Neutron Dosemeter with one Silicon Diode. Contribution to "European Workshop on Individual Monitoring of External Radiation", 4–6 September 2000, Helsinki, Radiat. Prot. Dosim. 96 (2001) 227–229.
  • 3. Ankerhold, U., Behrens, R., Ambrosi, P. X-ray spectrometry of low energy photons for determining conversion coefficients from air kerma, Ka, to personal dose equivalent, Hp(10), for radiation qualities of the ISO narrow spectrum series. Radiat. Prot. Dosim. 81, 247–258 (1999).
  • 4. Guldbakke, S., Rossiter, M. J., Schäffler, D. and Williams, T. T. The Calibration of Secondary Standard Ionisation Chambers in High Energy Photon Fields. Radiat. Prot. Dosim. 35, 237–240 (1991).
  • 5. Fehrenbacher, G., Biersack, J., Cordes, E. and Wahl, W. Response of Converter Semiconductor Detectors on Neutron Radiation. Radiat. Meas. 28, 429–434, 1997.
  • 6. Kluge, H. Irradiation Facility with Radioactive Reference Neutron Sources: Basic Principles. Report PTB-N-34 (1998).
  • 7. Neumann, S., Guldbakke, S., Matzke, M. and Sosaat, W. Photon Spectrometry in Monoenergetic Neutron Fields. PTB-report, PTB-N-41 (2001).
  • 8. Shiraishi, F., Takami, Y., Hashimoto, T., Hatori, K., A new type personnel neutron dosimeter with thin si detectors, IEEE Transactions on Nuclear Science 33 (1988).
  • 9. Kitaguchi, H., Izumi, S., Kaihara, A., Neutron individual dose meter, neutron dose rate meter, neutron detector and its method of manufacture, US 5 321 269 (1994).


Anspruch[de]
Verfahren zur Bestimmung der Personendosis, der Umgebungsäquivalent-Dosis, der effektiven Dosis und des Kerma in gemischten Neutronen-/Photonen-Feldern, dadurch gekennzeichnet,

a) dass nur ein Halbleiterdetektor sowohl zur Bestimmung der Neutronen- als auch der Photonendosis benutzt wird,

b) dass die Pulshöheninformation vom Halbleiterdetektor für die Ermittlung von Neutronen- und Photonendosis benutzt wird, wobei die Pulse in einem geeigneten Pulshöhenintervall aufsummiert und durch ein mittleres Ansprechvermögen dividiert werden und dadurch gleichzeitig sowohl die Neutronen- als auch die Photonendosis bestimmt wird,

c) dass der Halbleiterdetektor mit einer empfindlichen Fläche zwischen 0,1 cm2 und 30 cm2 bei angelegter Spannung zwischen 1 V und 100 V eine empfindliche abgereicherte Schicht mit einer Dicke zwischen 1 &mgr;m und 400 &mgr;m aufweist sowie eine Totschicht mit einer Dicke zwischen 10 nm und 20 &mgr;m vor der empfindlichen Schicht,

d) dass sich vor dem Halbleiterdetektor ein Luftspalt (bis zu 2 cm breit) befindet,

e) dass vor dem Luftspalt ein Konverter 1 angebracht ist, der aus Materialien mit 6Li oder 10B-Gehalt besteht und Dicken von 0,1 &mgr;m bis 2,5 cm aufweist,

f) dass vor dem Konverter 1 ein Konverter 2 angebracht ist, der aus wasserstoffhaltigem Plastik mit einer Dicke von bis zu 2,5 cm besteht und

g) dass ein Absorber, bestehend aus Materialien mit 6Li, 10B oder Cd-Gehalt und einer Dicke von 0,1 mm bis 2 cm, den Halbleiterdetektor, den Luftspalt sowie die Konverter 1 und 2 umgibt.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Myonen oder Elektronen verwendet werden.






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