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Dokumentenidentifikation DE10011186B4 04.09.2008
Titel Einrichtung zum Führen von Bogen
Anmelder KOENIG & BAUER Aktiengesellschaft, 97080 Würzburg, DE
Erfinder Reinsch, Carsten, Dipl.-Ing., 01139 Dresden, DE;
Schumann, Volkmar, Dipl.-Ing., 01640 Coswig, DE;
Tenzer, Steffen, Dipl.-Ing., 01662 Meißen, DE
DE-Anmeldedatum 08.03.2000
DE-Aktenzeichen 10011186
Offenlegungstag 13.09.2001
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 04.09.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.09.2008
IPC-Hauptklasse B65H 5/22(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B41F 21/05(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B41F 21/00(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   B65H 29/24(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zum Führen von Bogen im Bereich von an einem Anlegtisch befindlichen periodisch an diesen schwenkenden Anlegmarken sowie mit einem die Bogen dem Anlegtisch zuführenden Bändertisch, mit periodisch zum Anlegtisch schwingenden, die an den Anlegmarken ausgerichteten Bogen erfassenden und zu einem Anlagewerk transportierenden Greifersystemen, wobei Greifer der Greifersysteme in Aussparungen des Anlegtischs zur Bogenübernahme eingreifen und im Anlegtisch zum Führen der Bogen Düsen zur Ausbildung eines parallel zur Oberfläche des Anlegtischs gerichteten Blasluftstroms vorgesehen sind.

Es ist allgemein bekannt, auf dem Anlegtisch Blasdüsen vorzusehen und mit diesen zum Führen der auf den Anlegtisch geförderten Bogen einen parallel zur Oberfläche des Anlegtisches verlaufenden Blasluftstrom aufzubauen. Nach der DE 11 86 473 wird die Blasluft für die Zeitdauer eingeschaltet, in der der auszurichtende Bogen mit seiner Vorderkante unter die Deckmarken der Anlegmarken gefördert wird.

Nachteilig ist, dass bei dünnen Bedruckstoffen die in Förderrichtung vom liegenden Bogenecken nicht sicher geführt werden. Das ist der Fall, wenn diese durch ihre Eigenspannung nach oben gebogen sind oder Bogen mit einer Formatbreite zur Verarbeitung gelangen, deren Seitenbereiche von dem nachgeordneten Greifersystem erfasst werden, so dass diese aufgrund ihrer Labilität durchhängen. Bei der Übernahme des ausgerichteten Bogens durch ein nachgeordnetes Greifersystem werden die nicht sicher geführten Bogenecken verschoben, was zu Passerdifferenzen führt, oder umgeschlagen, was zur Makulaturbildung führt.

Aus der DE 197 53 137 C1 ist weiterhin eine Bogenführungseinrichtung bekannt, bei der im Anlegtisch Düsen angeordnet sind, deren Blasluft vorzugsweise quer zur Förderrichtung gerichtet verläuft. Die Düsen werden ständig mit Blasluft beaufschlagt, um die auf den Anlegtisch geförderten Bogen glatt auf diesem zu halten. Den Greiferaufschlägen des den ausgerichteten Bogen vom Anlegtisch übernehmenden Greifersystems, wobei das Greifersystem aus im Abstand nebeneinander angeordneten Greifern besteht und jeder Greifer einen gegen den Greifenaufschlag arbeitenden Greiferfinger aufweist, sind ebenfalls Düsen zugeordnet. Die Strömungsrichtung der aus den Düsen austretenden Blasluft verläuft parallel und in einem Abstand zur Bogenunterseite sowie quer zur Förderrichtung. Diese Düsen werden ebenfalls ständig während des Druckbetriebes mit Blasluft beaufschlagt, um die Bogenübernahme zu verbessern, sowie freiliegende, sich nach unten biegende Bogenecken nach außen zu strecken.

Durch ständiges Beaufschlagen der im Anlegtisch vorgesehenen Düsen werden insbesondere bei der Verarbeitung dünnen Materials die Bogen verspannt bzw. gelangen an den Anlegmarken nicht zur Ruhe, so dass der Anlagepasser nachteilig beeinflusst wird. Nach oben gerichtete Bogenecken werden nicht nach außen gestreckt, so dass die Gefahr besteht, dass durch das an den Anlegtisch schwingende Greifersystem der ausgerichtete Bogen verschoben wird. Auch die an den Greiferaufschlägen austretende Blasluft kann die Anlage des auszurichtenden Bogens im Bereich der Vorderkante nicht vorteilhaft beeinflussen, da die aus den Düsen austretende Blasluft in der Lage am Anlegtisch, in der die Greiferaufschläge in Aussparungen des Anlegtischs positioniert sind, unter den Anlegtisch geführt oder verwirbelt sowie von unten gegen den Vorderkantenbereich geführt wird.

Aufgabe der Erfindung ist es, eine gattungsgemäße Einrichtung so zu verändern, dass unabhängig vom Format, von der Materialbeschaffenheit der Bogen sowie von Verformungen der Bogenecken im Vorderkantenbereich eine passergerechte Anlage sowie Übernahme durch das nachgeordnete Greifersystem möglich ist.

Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine Einrichtung nach Anspruch 1 gelöst.

Durch die erfindungsgemäße Lösung ist es möglich, einerseits die Bogen störungsfrei mit der Vorderkante an den Vordermarken anzulegen, andererseits wird sichergestellt, dass solche Bogen, bei denen die Gefahr besteht, dass sie aufgrund von durchhängenden oder aufgerichteten Bogenecken durch die zum Anlegtisch schwingenden Greifer verschoben werden, der Oberfläche des Anlegtischs angepasst und problemlos von den Greifern erfasst und vom Anlegtisch abgeführt werden können.

Die Erfindung wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert.

In den zugehörigen Zeichnungen zeigen

1 eine prinzipielle Darstellung einer Bogenanlage mit einem Bändertisch in Seitenansicht,

2 eine teilweise Darstellung eines Anlegtischs in der Draufsicht.

In 1 sind ein Anlegtisch 1 mit einer Seitenmarke 2, einem vorgeordneten Bändertisch 3 und einem nachgeordneten Greifersystem 4 dargestellt. Vom Bändertisch 3 sind eine Umlenkwalze 5 sowie ein Transportband 6 gezeigt. In der Regel sind zwei Transportbänder 6 über die Breite des Bändertischs 3 verteilt angeordnet, die durch nicht dargestellte Mittel in Förderrichtung 7 angetrieben werden. In einer Position am Anlegtisch 1 sind aus Vordermarken 8 und Deckmarken 9 bestehende Anlegmarken 10 gezeigt. Die Anlegmarken 10 sind über die Breite des Anlegtischs 1 im Abstand zueinander verteilt angeordnet (2). In 2 ist nur der in Förderrichtung 7 auf der linken Seite einer Maschinenmitte 11 gelegene Teil des Anlegtischs 1 dargestellt. Der rechts der Maschinenmitte 11 gelegene Teil des Anlegtischs 1 stimmt spiegelbildlich mit dem links gelegenen Teil überein. Die Anlegmarken 10 bilden mit den Vordermarken 8 eine Anleglinie, die etwa mit der Vorderkante 12 des Anlegtischs 1 übereinstimmt. Im Bereich der Vorderkante 12 des Anlegtischs 1 sind Aussparungen 13 vorgesehen, in welchen Greifer 14, die aus jeweils einem Greiferaufschlag 15 und einem Greiferfinger 16 bestehen, des Greifersystems 4 zur Übernahme eines an den Vordermarken 8 nach der Bogenvorderkante ausgerichteten Bogens 17 positioniert werden. Im Bereich zwischen der Vorderkante 12 und der Seitenmarke 2 ist im Anlegtisch 1 quer zur Förderrichtung 11 über eine Luftzuführung 23 taktweise mit Blasluft beaufschlagbarer Strömungskanal 19 vorgesehen, mit dem Blas-Sog-Düsen 20 verbunden sind, durch die eine parallel zur Oberfläche des Anlegtischs 1 verlaufende Strömung aufgebaut wird, die an der Unterseite des dem Anlegtisch 1 zugeführten Bogens 9 einen Unterdruck erzeugt und damit diesen auf den Anlegtisch 1 auflegt. Die Ausströmrichtung der Düsen 20 verläuft unter einem Winkel &agr;1 geneigt zur Förderrichtung 7. Zwischen den Blas-Sog-Düsen 20 und der Vorderkante 12 sind innerhalb eines Formatbereiches 18, der gebildet wird durch die Lage der Seitenkante der Bogen 17 bei max. Formatbreite und minimaler Formatbreite, Düsen 21 im Anlegtisch 1 vorgesehen. Die Düsen 21 sind so im Anlegtisch 1 vorgesehen, dass sie mit seiner Oberfläche vergleichen und ihre Ausströmrichtung unter einem Winkel &agr;2 geneigt zur Förderrichtung 7 verläuft. Dabei sind die Düsen 20; 21 so angeordnet, dass der Winkel &agr;1 < &agr;2 ist. Jeder innerhalb des Formatbereichs 18 gelegenen Aussparung 13 ist jeweils eine Düse 21 zugeordnet, deren parallel zur Oberfläche des Anlegtischs 1 austretende Blasluftstrahl zur zugeordneten Aussparung 13 gerichtet ist. Den in 2 links in Förderrichtung 7 von der Maschinenmitte 11 gezeigten Düsen 21 sind rechts von der Maschinenmitte 11 in Förderrichtung 7 gesehen spiegelbildlich Düsen 21 zugeordnet. Jede Düse 21 der einen Seite ist durch eine Luftleitung 22 mit der zugehörigen Düse 21 der vorderen Seite verbunden, wobei jede Luftleitung 22 unabhängig von den weiteren Luftleitungen 22 mit einem einstellbaren Druck p2 beaufschlagbar ist.

Die Bogen 17 werden staffelförmig auf bekannte Weise über den Bändertisch 3 auf den Anlegtisch 1 sowie der jeweils vorderste Bogen 17 mit der Vorderkante gegen die Vordermarken 8 der am Anlegtisch 1 befindlichen Anlegmarken 10 transportiert und damit nach der Vorderkante ausgerichtet. Der Strömungskanal 19 und damit die Blas-Sog-Düsen werden dann mit Blasluft, die mit einem Druck p1 über die Luftzuführung 23 eingespeist wird, beaufschlagt, wenn der Bogen 17 die Wegstrecke von den Blas-Sog-Düsen 20 bis zu den Vordermarken 8 zurücklegt. Dadurch wird der Bogen 17 niedergehalten, geglättet und mit der Vorderkante unter die Deckmarken 9 geführt.

Nachfolgend wird die Blasluftzufuhr zu den Blas-Sog-Düsen 20 unterbrochen und eine Ausrichtung des mit der Vorderkante an den Vordermarken 8 anliegenden Bogens 17 durch Seitenmarke 2 erfolgt. Während des Ausrichtens nach der Seitenkante schwingen die geöffneten Greifer 14 des Greifersystems 4 gegen den Anlegtisch 1, wobei die Greiferaufschläge 15 bündig mit der Oberfläche des Anlegtischs 1 in den Aussparungen 13 positioniert werden. Bevor die geöffneten Greifer 14 den Anlegtisch 1 erreichen, wird die Düse 21, und damit die spiegelbildlich auf der gegenüberliegenden Seite des Anlegtischs 1 angeordnete Düse 21 mit Blasluft beaufschlagt, die der Aussparung 13 zugeordnet ist, in deren Bereich die Seitenkante des ausgerichteten Bogens 17 liegt. Durch den aus diesen beiden Düsen 21 schräg nach außen gerichteten Blasluftstrahl werden die in Förderrichtung 7 liegenden Bogenecken auf dem Niveau der Oberfläche des Anlegtischs 1 geführt und so ein Verschieben des ausgerichteten Bogens 17 durch die gegen den Anlegtisch 1 schwingenden Greifer 14 vermieden.

1
Anlegtisch
2
Seitenmarke
3
Bändertisch
4
Greifersystem
5
Umlenkwalze
6
Transportband
7
Förderrichtung
8
Vordermarke
9
Deckmarke
10
Anlegmarke
11
Maschinenmitte
12
Vorderkante
13
Aussparung
14
Greifer
15
Greiferaufschlag
16
Greiferfinger
17
Bogen
18
Formatbereich
19
Strömungskanal
20
Blas-Sog-Düsen
21
Düse
22
Luftleitung
23
Luftzuführung
p1
Druck
p2
Druck
&agr;1
Ausströmwinkel der Blas-Sog-Düse 20
&agr;2
Ausströmwinkel der Düse 21


Anspruch[de]
Einrichtung zum Führen von Bogen im Bereich von an einem Anlegtisch befindlichen periodisch an diesen schwenkenden Anlegmarken sowie mit einem die Bogen dem Anlegtisch zuführenden Bändertisch, mit periodisch zum Anlegtisch schwingenden, die an den Anlegmarken ausgerichteten Bogen erfassenden und zu einem Anlagewerk transportierenden Greifersystemen, wobei Greifer der Greifersysteme in Aussparungen des Anlegtischs zur Bogenübernahme eingreifen und im Anlegtisch zum Führen der Bogen Blas-Sog-Düsen zur Ausbildung eines parallel zur Oberfläche des Anlegtischs gerichteten Blasluftstroms vorgesehen sind, dadurch gekennzeichnet, dass den innerhalb eines durch die minimale und maximale Formatbreite der zur Verarbeitung gelangenden Bogen (17) bestimmten Formatbereichs (18) vorgesehenen Aussparungen (13) im Anlegtisch (1) jeweils eine Düse (21) zugeordnet ist, deren Blasluftstrahl parallel zur Oberfläche des Anlegtischs (1) in Richtung der Aussparung (13) verläuft. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Blasluftstrahl der Düsen (21) in Förderrichtung (7) verläuft. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Blasluftstrahl der Düsen (21) unter einem Winkel &agr;2 geneigt zur Förderrichtung (7) schräg nach außen verläuft. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass den in Förderrichtung (7) auf der linken Seite des Anlegtischs (1) vorgesehenen Düsen (21) symmetrisch zur Maschinenmitte (11) auf der rechten Seite des Anlegtischs (1) Düsen (21) zugeordnet sind. Einrichtung nach Anspruch 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass jede Düse (21) der linken Seite mit der zugehörigen Düse (21) der rechten Seite mittels einer Luftleitung (22) verbunden ist. Einrichtung nach Anspruch 1, 4 und 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Luftleitungen (22) unabhängig voneinander mit Blasluft beaufschlagbar sind. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Düsen (21) mit Blasluft beaufschlagbar sind, wenn sich die Greifer (14) dem Anlegtisch (1) annähern. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass nur eine Beaufschlagung mit Blasluft jeweils der Düse (21) erfolgt, in deren zugeordneten Aussparung (13) eine Seitenkante eines ausgerichteten Bogens (17) liegt. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Beaufschlagung der Blas-Sog-Düsen (20) mit Blasluft erfolgt, wenn ein Bogen 17 die Wegstrecke von den Blas-Sog-Düsen (20) bis zu den Anlegmarken (10) zurücklegt und ein Beaufschlagen der Düsen (21) mit Blasluft dann erfolgt, wenn sich die Greifer (14) dem Anlegtisch (1) annähern. Einrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, das der aus den Blas-Sog-Düsen (20) austretende Blasluftstrahl unter einem Winkel (&agr;2) geneigt zur Förderrichtung (7) verläuft. Einrichtung nach Anspruch 3 und 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Winkel (&agr;1) < Winkel (&agr;2) ist.






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