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Dokumentenidentifikation DE102004007217B4 02.10.2008
Titel Wendezarge für eine Feuerschutztür
Anmelder Hörmann KG Brandis, 04821 Brandis, DE
Erfinder Hörmann, Thomas J., 66606 St. Wendel, DE
Vertreter Flügel Preissner Kastel Schober, 80335 München
DE-Anmeldedatum 13.02.2004
DE-Aktenzeichen 102004007217
Offenlegungstag 04.08.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.10.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.10.2008
IPC-Hauptklasse E06B 1/52(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E06B 3/968(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   E06B 5/16(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Wendezarge nach dem Oberbegriff des beigefügten Anspruchs 1, wie sie aus der EP 0 805 255 B1 bekannt ist. Außerdem betrifft die Erfindung eine mit einer solchen Zarge versehene Tür sowie ein Verfahren zum Montieren der Zarge.

Aus der GB 2 126 636 A ist ein Bausatz zum Zusammenfügen einer üblichen Tür ohne Feuerschutzfunktion und ohne Wendefunktion bekannt. Diese Tür hat eine Zarge mit zwei vertikal anzuordnenden Zargenstäben und zwei horizontal anzuordnenden Zargestäben, die an Zargenecken miteinander verbunden oder verbindbar sind. Wenigstens ein horizontal anzuordnender Zargenstab ist in seiner Längsrichtung in wenigstens zwei miteinander lösbar verbundene Teilelemente geteilt. Es ist eine lösbare Eckverbindungsvorrichtung vorgesehen, die an jeder Zargenecke einen vertikal anzuordnenden Zargenstab mit einem horizontal anzuordnenden Zargenstab über eine Schraubverbindung lösbar verbindet. Zum Bilden eines oben horizontal anzuordnenden Zargenstabes ist eine einfache einteilige Profilschiene, über Schraubwinkel mit den vertikal anzuordnenden Zargenstäben verbunden. Ein unterer horizontal anzuordnender Zargenstab besteht aus einer weiteren einfachen Profilschiene einem Schwelleneinsatz und einer Drainageschiene. Lediglich die Profilschiene des unteren vertikal anzuordnenden Zargenstabes lässt sich mit Schraubwinkeln mit den vertikal anzuordnenden Zargenstäben verbinden. Wie die Verbindung des Schwelleneinsatzes und der Drainageschiene mit der Profilschiene erfolgen soll, ist offen gelassen.

Die DE 40 06 691 C2 betrifft eine Stahltürzarge mit zwei vertikal anzuordnenden Zargenstäben und einem unteren horizontal anzuordnenden Zargenstab, der über Tragplatten lösbar mit den vertikal anzuordnenden Zargenstäben verbunden ist. Der untere horizontal anzuordnende Zargenstab wird mit dem an die vertikal anzuordnenden Zargenstäbe angeschweißten Tragplatten verschraubt. Ein oberer horizontal anzuordnender Zargenstab ist nicht angesprochen. Auch ist die Ausbildung des unteren horizontal anzuordnenden Zargenstabes offen gelassen.

Aus der DE 197 32 938 C1 ist eine vergleichbare Konstruktion wie bei der eben erwähnten DE 40 06 691 C2 vorhanden. Die aus der DE 197 32 938 C1 bekannte Konstruktion ist noch dadurch weiter gebildet, dass die Tragplatte, mit der an einer Zargenecke ein vertikal anzuordnender Zargenstab mit einem horizontal anzuordnenden Zargenstab verbunden wird, nicht mehr eingeschweißt wird, sondern lösbar befestigt wird.

Die DE 90 03 276 U1 betrifft eine Stahlzarge die aus Abschnitten eines Profils gebildet ist und offenbart für den Fachmann eine Zarge mit zwei vertikal anzuordnenden und zwei horizontal anzuordnenden identischen Zargenstäben. Jeder Profilabschnitt, der je einen Zargenstab bildet, weist eine Längsnut auf, in der ein Streifen aus im Brandfall aufschäumenden Material untergebacht ist.

Die DE 91 124 67 U1 betrifft eine Zarge mit vertikal anzuordnenden Zargenstäben und horizontal anzuordnenden Zargenstäben aus Holz, die an den Ecken über eine lösbare Schraubverbindung miteinander verbunden sind. Eine Eignung für eine Feuerschutztür oder eine Eignung als Wendezarge ist nicht ersichtlich.

Aus der EP 0 940 550 A2 ist dagegen eine Wendezarge für eine Feuerschutztür bekannt. Bei dieser Wendezarge sind die horizontal anzuordnenden Zargenstäbe an Sollbruchstellen in zwei Teilelemente teilbar. Die Verbindung der Teilelemente mit den seitlichen Zargenstäben erfolgt durch teils umgebogenen Laschen, die mit dem zu verbindenden Teil punktverschweißt sind. Dadurch kann man durch Durchtrennen der Laschen und Brechen der Sollbruchstellen – dies sind vorzugsweise auch Schweißverbindungen – die Zarge an örtliche Gegebenheiten anpassen, insbesondere den jeweiligen unteren Zargenstab daran anpassen, ob eine Türschwelle vorhanden sein soll oder nicht. Die bekannte Zarge ist für um 180° wendbare Feuerschutztüren mit wahlweisem Rechts-/Links-Anschlag besonders geeignet.

Aus der eingangs erwähnten EP 0 805 255 B1 ist eine weitere Zarge für eine solche Feuerschutz-Wendetür offenbart. Dort ist die vertikale Öffnungsweite der Zarge größer als die gesamte Höhe des Türblattes einschließlich oberen und unteren Türfalzen. Es ist ein zusätzliches Teilelement zum Anschrauben an den oberen horizontal angeordneten Zargenstab vorgesehen, das die dadurch entstehende Lücke schließt. Das Zusatzteil ist mit Abstandshaltern zum Schaffen eines Abstandes zwischen dem tragenden oberen Zargenstab und der an dem Zusatzteil gebildeten oberen Sichtfläche des Zargenrahmens und zum Verringern des oberen Türspaltes hierdurch versehen. Darüber, wie der tragende obere Zargenstab mit den seitlichen Zargenstäben verbunden ist, ist nichts ausgesagt. Da bei Feuerschutztüren die Zargen hohe Querkräfte aufnehmen müssen – Brandversuch –, wurden im Stand der Technik Verschweißungen zur Eckverbindung eingesetzt.

Ausgehend vom Stand der Technik nach der EP 0 805 255 B1 ist es Aufgabe der Erfindung, eine Zarge mit den Merkmalen des Oberbegriffs so auszubilden, dass sie noch einfacher an bauliche Gegebenheiten anpassbar ist.

Diese Aufgabe wird durch eine Zarge mit den Merkmalen des unabhängigen Anspruchs 1 gelöst.

Vorteilhafte Verwendungen der Erfindung sind Gegenstand der Nebenansprüche und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche.

Die Erfindung sieht somit eine Wendezarge für eine Feuerschutz-Tür vor, mit mehreren Zargenstäben, die an Zargenecken miteinander verbunden oder verbindbar sind, wobei wenigstens ein erster horizontal anzuordnender Zargenstab zwei miteinander lösbar verbundene oder verbindbare Teilelemente aufweist. Erfindungsgemäß ist eine lösbare Eckverbindungsvorrichtung zum Verbinden zweier Zargenstäbe vorgesehen. Daher kann am Bauort individuell entschieden werden, ob eine mehr oder weniger hohe Türschwelle vorhanden sein darf oder nicht, und die Zarge kann entsprechend leicht angepasst werden.

Erfindungsgemäß sind beide horizontal anzuordnenden Zargenstäbe durch eine Teilung in Längsrichtung mehrteilig ausgebildet und spiegelbildlich zueinander und/oder identisch zueinander ausgebildet. Dadurch ist bei einfacher Herstellbarkeit die Möglichkeit der Verwendung der Zarge in einer Wendetür oder als Wendezarge geschaffen.

Eine einfachere Konstruktion ergibt sich erfindungsgemäß dadurch, dass auch die beiden Teilelemente der horizontal anzuordnenden Zargenstäbe mittels der Eckverbindungsvorrichtung lösbar miteinander verbunden oder verbindbar sind.

Die Eckverbindungsvorrichtung weist einen Eckverbindungswinkel mit einer ersten Lasche zum lösbaren Befestigen des horizontal anzuordnenden Zargenstabes und zwei Befestiger auf, von denen ein zweiter Befestiger nur eines der beiden Teilelemente und ein erster Befestiger beide Teilelemente oder nur das andere Teilelement mit der ersten Lasche verbindet. Dadurch bleibt bei Entfernen des einen Teilelements des horizontal anzuordnenden Zargenstabes, wobei das Entfernen durch einfaches Lösen des ersten Befestigers geschieht, das andere Teilelement über den zweiten Befestiger fest mit dem seitlichen Zargenstab verbunden; die Zarge bleibt ein vierseitig geschlossener Rahmen mit entsprechender Stabilität, so dass auch ein vormontiertes Türblatt bei diesem Abschraubschritt nicht entfernt werden braucht. Das verbleibende Teilelement braucht nicht mehr erneut fixiert zu werden und kann eventuell durch Wiederanbringen des ersten Befestigers noch fester fixiert werden. Erfindungsgemäß sind Schraubenbefestiger als Befestiger eingesetzt, so dass Zargenstäbe durch eine Schraubverbindung über Eck verbunden sind.

Der Eckverbindungswinkel ist vorzugsweise ein Schraubwinkel, der an beide über Eck anstoßenden Zargenstäben anschraubbar ist.

Wenn der Eckverbindungswinkel eine zweite Lasche hat, die (lediglich) eine Befestigeröffnung zur Aufnahme eines dritten Befestigers zum Befestigen eines vertikal anzuordnenden Zargenstabes aufweist, dann lässt sich auch der mittels den ersten und zweiten Befestigern mehrfach an den Eckverbindungswinkel befestigte gesamte horizontale Zargenstab durch einfaches Lösen von nur einem Befestiger pro Zargenecke lösen. Wenn zudem noch eine Verdrehsicherung vorgesehen ist, die – insbesondere bei Einsatz des dritten Befestigers – ein Relativverdrehen des vertikal anzuordnenden Zargenstabes und der zweiten Lasche verhindert, dann ist trotz der einfach zu lösenden und zu montierenden Befestigung eine genügend stabile Eckverbindungsvorrichtung geschaffen, die auch im Brandfall auftretenden riesigen Verspannungskräften, die ihre Ursache in Temperaturunterschieden haben und selbst schwere Stahlkonstruktionen verbiegen können, stand hält. Die Verdrehsicherung hat bevorzugt einen Vorsprung an einem der beiden hier zu verbindenden Teile – zweite Lasche und vertikal anzuordnender Zargenstab – und eine Aufnahmeöffnung an dem anderen Teil zur formschlüssigen Aufnahme des Vorsprunges, weil ein solcher Formschluss beim Zusammenfügen der Teile leicht herzustellen ist und bei entsprechender Ausgestaltung von Vorsprung und Aufnahmeöffnung außerdem das Zusammenfügen durch einen Selbstzentriereffekt stark vereinfachen kann.

Die Steifigkeit der durch die Eckverbindungsvorrichtung geschaffenen Zargenecke kann, ohne einen optisch und herstellungs(kosten)mäßig nachteiligen übermäßig dicken Verbindungswinkel verwenden zu müssen, weiter erhöht werden, wenn der Eckverbindungswinkel im Bereich seiner Abwinklung eine Versteifungseinrichtung, insbesondere eine quer zur Abwinklung verlaufende, durch eine Einbiegung gebildete Versteifungssicke oder eine Versteifungsstrebe, hat. Vorzugsweise hat dann wenigstens einer der beiden mit dem Eckverbindungswinkel zu verbindenden Zargenstäbe an seinem stirnseitigen Randbereich eine Ausnehmung zur formschlüssigen Aufnahme der im Eck des Verbindungswinkels vorstehenden Versteifungseinrichtung. Weiter bevorzugt sind die Versteifungseinrichtung und die diese aufnehmende Ausnehmung sich komplementär konisch erweiternd/verjüngend ausgebildet, so dass ein Selbstzentriereffekt beim Zusammenfügen entsteht. Eine zusätzliche Befestigung und damit Versteifung der Zargenecke zusätzlich zu dem Befestigereingriff wird dadurch erreicht, die Eckverbindungsvorrichtung in den bei oder mit der Eckverbindungsvorrichtung zu verbindenden Teilen Befestigeröffnungen zur Aufnahme von Befestigern derart aufweist, dass Randbereiche der Befestigeröffnungen zweier miteinander zu verbindenden Teile in formschlüssigen Eingriff zueinander sind. Ein Zentriereffekt wird auch hier erreicht, wenn der Randbereich einer Befestigeröffnung an einem der beiden bei oder mit der Eckverbindungsvorrichtung zu verbindenden Teile sich zu der Öffnung hin verjüngend hohl und der andere Randbereich der zugeordneten Befestigungsöffnung des anderen Teils entsprechend zur Öffnung hin verjüngend vorstehend ausgebildet ist. Dies ist einfach dadurch realisierbar, dass die Randbereiche der Befestigeröffnungen entsprechend zueinander durch Tiefziehen geformt sind. Aufgrund der formschlüssigen Eingriffe der Berandungen bei im rechten Winkel über Eck zueinander angeordneten Verschraubungen reicht es auch für eine Zarge einer Feuerschutztür aus, dass die Eckverbindungsvorrichtung gewindeschneidende oder gewindefurchende Schrauben aufweist, die ihr Gewinde an entsprechend ausgeformte Befestigeröffnungen selbst formen, so dass die Schraubverbindungen ganz einfach herstellbar und lösbar sind. Zusätzlich kann vorteilhafterweise noch ein Lascheneingriff zum Stabilisieren zwischen den über Eck verbundenen Zargenstäben und/oder ein Eingriff zwischen einem Vorsprung an dem einen Zargenstab und einem entsprechenden Rücksprung an dem anderen Zargenstab vorgesehen sein. Hierzu kann wenigstens einer der über beiden Eck verbundenen Zargenstäbe ein Profil mit zwei sich im wesentlichen parallel mit Abstand zueinander erstreckenden Profilbereichen haben. Ein erster dieser Profilbereichen wird auf einer ersten Seite durch eine von dem anderen Zargenstab abstehende Lasche hintergriffen. Der andere Profilbereich liegt mit einer der ersten Seite entgegengesetzt gerichteten zweiten Seite auf Oberflächenbereich des anderen Zargenstabes aufliegt, der parallel zu der Lasche verläuft Dadurch wird der eine Zargenstab durch den anderen in die Zange genommen, so dass die Zargenstäbe nur parallel zu der Erstreckung der Lasche relativbeweglich sind. Die Lasche kann von einem vorstehenden Profilbereich des anderen Zargenstabes aus gekröpft verlaufen, so dass der Profilbereich als Anschlag für den ersten Zargenstab wirkt, und die Zargenstäbe weiter in ihrer Relativbewegung zueinander eingeschränkt sind. Jeder verbleibende Freiheitsgrad kann dann durch einen lösbaren Befestiger der Eckverbindungsvorrichtung lösbar festgelegt werden. Dadurch kann man trotz der einfachen Montierbarkeit mittels Schraubverbindungen eine gegenüber Verwindungskräften extrem unempfindliche und damit besonders gut für Feuerschutztüren geeignete Zarge schaffen.

Bevorzugt sind auch die vertikal anzuordnenden Zargenstäbe oder die gesamte Zarge spiegelsymmetrisch zu einer horizontalen Zargenmittelebene ausgebildet. Wenn die vertikal anzuordnenden Zargenstäbe beide wenigstens eine Fallenaufnahmeöffnung und Aufnahmeeinrichtungen zur Aufnahme von Türbändern aufweisen, dann eröffnet sich eine Gleichteilestrategie und/oder die Verwendung der Zarge für wahlweisen Rechts-/Linksanschlag ohne Drehen der Zarge.

Wenn die vertikal anzuordnenden Zargenstäbe in einer Aufnahmenut mit einem Streifen aus im Brandfall aufschäumenden Material versehen sind, ist eine Eignung auch für höhere Brandschutzklassen (T90, T120) ohne besondere optische Einbußen gegeben. Besonderen Vorteil für die Optik der Zarge hat es, wenn die Streifen nicht bis an die Zargenecken reichen, wobei in dem verbleibenden Raum der Aufnahmenut ein Teil der Eckverbindungsvorrichtung, insbesondere eine Lasche des Verbindungswinkels, angeordnet ist. Dadurch kann die Lasche auf der Sichtseite der Zarge angeordnet werden ohne optisch aufzufallen.

Ein bevorzugtes Verfahren zum Montieren einer erfindungsgemäßen Zarge hat die Schritte:

  • a) Bereitstellen der vormontierten Zarge und
  • b) Entfernen eines Teils des mehrteiligen Zargenstabes bei Bedarf über die Schraubverbindung

Es wäre aber auch ein Montageverfahren mit den folgenden Schritten möglich:

  • c) Bereitstellen der Zargenstäbe mit vereinzelten Teilen des mehrteiligen Zargenstabes und
  • d) Verschrauben der Zargenholme unter Befestigen oder Weglassen eines der mehreren Zargenstabteile bei Bedarf.

Bei der Erfindung oder vorteilhaften Ausgestaltungen derselben sind folgende Vorteile gegenüber Produkten, welche dem Stand der Technik entsprechen, alternativ oder kumulativ gegeben:

  • • Montagemöglichkeit bauseits wahlweise mit- oder ohne Bodeneinstand durch über Schraubverbindung entfernbaren Wechselwinkel;
  • • vollständige Entfallmöglichkeit des unteren Fußprofiles nach Montage bzw. Eingießen der Seitenstäbe (d. h.: Montage ohne Bodeneinstand und ohne Anschlagschwelle möglich);
  • • Abdeckung der In- und Auslandsmontagesituation über ein Produkt, Erfüllen von Bauvorschriften verschiedener Staaten mit einem Produkt möglich;
  • • Zarge rechts-/links verwendbar (insbesondere mit höhenverstellbaren Bandsystem);
  • • wahlweise Auslieferung der fertig montierten Zarge oder der lose Auslieferung vormontierter Zargeneinzelstäbe;
  • • stabile verwindungsfreie Zargeneckverbindung im montiertem Zustand;
  • • Positionierung der Zargenstäbe zueinander über eingebrachte Tötungslöcher und anschließende Schraubverbindung mit selbstschneidenden Schrauben
  • • Eckwinkelbreite an Zargenmaulweite anpassbar;
  • • Eckwinkel mit ergänzenden Zentrierhilfen.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert. Darin zeigt:

1 eine perspektivische Ansicht einer Ecke einer Zarge von innen mit einer Eckverbindungsvorrichtung im montierten Zustand aufgesetzt auf den Boden (OFF), wobei ein Teil eines zweiteiligen unteren horizontalen Zargenstabs weggelassen worden ist;

2 eine Ansicht vergleichbar 1 mit beiden Teilen des horizontalen Zargenstabes;

3 eine Vorderansicht der Zarge;

4 Schnittansicht von oben entlang der Linie B-B von 3;

5 eine teilweise entlang der Linie C-C von 4 weggeschnittene Vorderansicht der Zargenecke;

6 eine perspektivische Ansicht der Zargenecke von unten

7 eine perspektivische Ansicht eines in der Zargenecke eingesetzten Eckverbindungswinkels;

8 eine Rückansicht der Zarge, deren Zargenecke in 1 gezeigt ist;

9 eine Seitenansicht der Zarge;

10 eine entlang der Linie E-E von 8 geschnittene Draufsicht auf die Zarge;

11 eine perspektivische Außenansicht auf eine Zargenecke der Zarge;

12 eine Innenansicht der Zargenecke von 11;

13 einen Schnitt durch die Zargenecke entlang der Linie F-F von 14;

14 eine entlang der Linie A-A von 8 geschnittene Seitenansicht der Zarge mit Blick auf einen seitlichen Zargenstab – Schloß-/Bandstab genannt –;

15 eine Vorderansicht einer mit der Zarge nach den voranstehend genannten Figuren versehenen Tür;

16 eine perspektivische Außenansicht von der Seite und von unten auf die Tür, die ein in die Zarge eingesetztes Türblatt aufweist;

17 eine teilweise entlang der Linie J-J von 15 weggeschnittene perspektivische Ansicht von der Seite und von oben auf die Tür mit Zarge und Türblatt;

18 einen Vertikalschnitt durch die Tür entlang der Linie G-G von 15;

19 einen Horizontalschnitt durch die Tür entlang der Linie H-H von 15;

20 eine weggebrochene Schnittansicht der Bandseite der Tür entlang der Linie I-I von 15; und

21 eine perspektivische Vorderansicht einer oberen Ecke der Tür, geschnitten entlang der Linie J-J von 15.

Im folgenden wird zunächst anhand der 15 bis 20 der Grundaufbau eines Ausführungsbeispiels einer Feuerschutz-Tür 1 erläutert, dann wird anhand der 8 bis 14 der Grundaufbau einer darin verwendeten Zarge 5 erläutert, und dann wird beginnend mit 1 die Zargenkonstruktion im Detail beschrieben.

Die in den 14 bis 20 gezeigte Tür 1 weist ein aus Deckelblech 2 und Kasten 3 gebildetes Türblatt 4 in Feuerschutzausführung sowie eine Zarge 5 in Feuerschutzausführung aus Stahl auf.

Die Tür 1 ist als R-/L-Tür ausgebildet; durch Drehen der Tür 1 mit Zarge 5 und Türblatt 4 um eine auf der Türebene senkrecht stehende Mittelachse um 180° lässt sich einfach ein Wechsel der Anschlagrichtung von Linksanschlag auf Rechtsanschlag oder umgekehrt erreichen.

Die Zarge 5 ist gebildet aus vier Zargenholmen oder Zargenstäben 6a, 6b die über Eckverbindungsvorrichtungen 7 miteinander verbunden sind. Als vertikal oder seitlich anzuordnende Zargenstäbe 6a kommen ein Schlossstab 8, der mittig mit einer Fallenöffnung 9 für die Falle 23 eines Schlosses 24 des Türblattes 4 versehen ist, und ein Bandstab 10 mit zwei höhenverstellbaren Türbändern 11 zum Einsatz. Horizontal anzuordnende Zargenstäbe 6b sind durch einen Kopfstab 12a und einen Fußstab 12b gebildet, wobei der Kopfstab und der Fußstab 12a, 12b im wesentlichen identisch aufgebaut sind. Der Aufbau der Türbänder 11 ist in den mitanhängigen deutschen Patentanmeldungen DE 103 35 349.6 sowie DE 103 16 891.5 genau beschrieben und gezeigt, worauf hiermit zur Vermeidung von Wiederholungen verwiesen wird. Mit diesen höhenverstellbaren Türbändern kann man auch eine Höhenanpassung des Türblattes nach Wenden der Tür 1 vornehmen.

Mittige Ausbuchtungen des Türblattes 4 im Brandfall werden durch wenigstens einen Sicherungsbolzen 22 vermieden oder verringert, der am Türblatt 4 eingeschraubt ist und in eine korrespondierende Öffnung am Bandstab – hier die auch am Bandstab vorbereitete Fallenöffnung 9 – eingreift.

Die 8 bis 14 zeigen die Zarge 5 ohne das Türblatt 4. Wie daraus ersichtlich sind die horizontalen Zargenstäbe 6b in ihrer Längsrichtung geteilt; sie sind aus zwei Teilelementen in Form winkelförmiger Stahlblechprofile 13 und 14 aufgebaut, nämlich einem Rahmenwinkel 13 und einem wahlweise zum Einsatz kommenden Wechselwinkel 14.

Die Eckverbindungsvorrichtung 7 ist vom Zweck her vergleichbar zu der Eckverbindungsvorrichtung, die in der EP 0 940 550 A2 beschrieben wird, auf die ausdrücklich verwiesen wird. Die Funktionen der aus der EP 0 940 550 A2 bekannten Eckverbindungsvorrichtung werden auch durch die Eckverbindungsvorrichtung 7 erfüllt. Nur geschieht dies noch einfacher und montagefreundlicher, da anstelle einer Schweißverbindung eine Schraubverbindung 15 verwendet ist.

Hierzu weist die Eckverbindungsvorrichtung 7 einen Eckverbindungswinkel in Form eines Schraubwinkels 16 auf, der mit Schrauböffnungen 17, 17a, 17b versehen ist, die wiederum von vertieften, insbesondere tiefgezogenen Öffnungsrandbereichen 18, 18a, 18b, hier kegelförmig ausgebildet, umgeben sind. In den miteinander zu verbindenden Zargenstäben 6a, 6b sind um entsprechende darin angebrachte Schrauböffnungen 27, 27a, 27b jeweils passend zum Schraubwinkel 16 Vertiefungen in Form von weiteren kegelförmigen Öffnungsrandbereichen 19, 19a, 19b, 19c ebenfalls gebildet durch Tiefziehen, vorgesehen, in die die Öffnungsrandbereiche 18, 18a, 18b des Schraubwinkels 16 formschlüssig eingreifen können.

Die Schraubverbindung 15 weist weiter pro Eckverbindungsvorrichtung 7 mehrere, hier drei selbstschneidende Schrauben oder gewindefurchende Schrauben 20, 20a, 20b auf. Diese sind hier mit Senkköpfen versehen, welche in die vertieften Öffnungsrandbereiche 18, 18a, 18b und 19, 19a, 19b hineinpassen.

Die Zargenstäbe 6a, 6b werden außerdem noch über Lascheneingriffe 21, die bei passender Ausrichtung der Zargenstäbe 6a, 6b zueinander zusammenpassen, zueinander fixiert. Dies wird weiter unten anhand der entsprechenden Zeichnungen näher erläutert.

Die hier beschriebene Zarge 5 kann je nach Gegebenheiten am Einsatzort vollständig vormontiert oder mit den vereinzelten Zargenstäben 6a, 6b geliefert werden.

Die Schraubverbindung 15 befestigt nicht nur die horizontal anzuordnenden Zargenstäbe 6b an den Schlossstab 8 bzw. Bandstab 10 (siehe 13), sondern auch die beiden Teilelemente 13, 14 des jeweiligen horizontalen Zargenstabes 6b, 12a, 12b aneinander (siehe hierzu 11 bis 14, insbesondere 13). Der Teilbereich – erste Lasche 25 – des Schraubwinkels 16, der am Fuß- oder Kopfstab 12a, 12b zu befestigen ist, ist hierzu mit einer ersten 17 und einer zweiten 17a der winkelseitigen Schrauböffnungen 17, 17a, 17b versehen. Eines der beiden Teilelemente 13, 14, nämlich hier bevorzugt der Wechselwinkel 14, ist nur mit einem ersten kegelförmig vertieften Schraubloch 27 zur Aufnahme der ersten Schraube 20 versehen, während das andere Teilelement das erste Schraubloch 27 und das zweite Schraublöcher 27a aufweist. So kann man allein durch Lösen der ersten beide Teilelemente 13, 14 durchgreifenden Schrauben 20 die Befestigung des Wechselwinkels 14 vom Rahmenwinkel 13 lösen, während der Rahmenwinkel durch die zweite Schrauben 20a an den vertikalen Zargenstäben befestigt bleibt.

Wie 10 zeigt, ist auch noch eine mittige Schraubverbindung 15a vorgesehen, die nur zur lösbaren Verbindung der beiden Teilelemente 13, 14 der horizontal anzuordnenden Zargenstäbe 6b und nicht zur Eckverbindung derselben an die beiden vertikal anzuordnenden Zargenstäbe 6a dient.

Der Grundaufbau der Zarge 5 ist aus den zuvor erläuterten 8 bis 14 ersichtlich. Einzelheiten und Einbaubeispiele sind in den 1 bis 7 gezeigt, auf die im folgenden näher eingegangen wird. Je nachdem, ob eine mehr oder weniger hohe Türschwelle vorhanden sein soll oder nicht, wird der Wechselwinkel 14 angeschraubt (belassen) – Einbaubeispiel gemäß 2 – oder entfernt – Einbaubeispiel 2 – oder der Fußstab 12b komplett entfernt (nicht näher dargestellt).

1 zeigt ein Beispiel, bei dem zwischen den durch die Tür zu verschließenden Räumen keine Stufe oder kein Bodeneinstand vorhanden ist oder sein soll. In diesem Fall erfolgt ein Einbau der Zarge 5 ohne unteren Wechselwinkel 14. Der Fußstab 12 ist dann lediglich durch den Rahmenwinkel 13 gebildet, der weiterhin für eine sehr hohe Stabilität des Zargenrahmens sorgt.

Der Rahmenwinkel 13 ist gebildet durch eine mehrfach umgebogenes Stahlprofilleiste. Das Profil derselben hat einen ersten Anschlagbereich 30 als Anschlag für den Kasten 3 des Türblattes 4. Die freie Kante des ersten Anschlagbereichs 30 weist einen auf sich selbst zurückgebogenen Randbereich 29 auf, der verstärkend wirkt und unschöne oder eventuell scharfe Schnittkanten aus dem Sicht- und Erfassbarkeitsbereich bringt. Der erste Anschlagbereich 30 geht über in einen U-Profilbereich 31, der zur Profilstabilisierung dient und zur Aufnahme einer Türdichtung 28 (gezeigt in 18, 19) nutzbar ist, weswegen der dem ersten Anschlagbereich gegenüberliegende U-Schenkel 32 zum Bilden eines hintergreifbaren Überstandes Z-förmig ausgebildet ist. Daran schließt sich ein Profilstegbereich 34 an. Der Profilstegbereich hat den ersten und den zweiten durch Tiefziehen hergestellten kegelförmigen Öffnungsrandbereich 19, 19a, die in geringem, sich in Längsrichtung des Fußstabes 12 erstreckenden Abstand nebeneinander angeordnet sind. An den Profilstegbereich 34 schließt sich noch eine randseitige Umbiegung 35 an. Die Umbiegung 35 hat unterseitig in etwa die gleiche Erstreckung nach unten wie der U-Profilbereich 31. Der U-Profilbereich 31 und die randseitige Umbiegung 35 bilden so eine gute Basis zum Abstützen der Zarge 5 auf dem Boden (OFF).

Als seitlicher Zargenstab 6a ist hier der Bandstab 10 mit einem zargenseitigen Teil des Türbandes 11 gezeigt. Die Darstellung ist aber genauso repräsentativ für die schlossseitige untere Zargenecke, da Bandstab 10 und Schlossstab 8 aus Fertigungsgründen im wesentlichen identisch aufgebaut sind; am Schlossstab 8 sind lediglich die Türbänder 11 weggelassen.

Die beiden vertikal anzuordnenden Zargenstäbe 6a sind vom Grundaufbau sehr ähnlich zu dem des Rahmenwinkels 13, so dass für entsprechende Profilbereiche die gleichen Bezugsziffern, ergänzt mit „a" verwendet sind und zur Erläuterung der vertikal anzuordnenden Zargenstäbe auf die obige detaillierte Beschreibung verwiesen werden kann. Die Umbiegung 35a bei den vertikal anzuordnenden Zargenstäben 6a ist aber länger als die randseitige Umbiegung 35 des Rahmenwinkels 13. Und es schließt sich an die Umbiegung 35a noch einmal eine Zurückbiegung 36a an, die dann mit Abstand parallel zu dem Profilstegbereich 34a verläuft. Der Profilstegbereich 34a der vertikal anzuordnenden Zargenstäbe 6a ist außerdem mit einer Aufnahmenut 38 versehen. Dort ist ein Brandschutzstreifen 39 aus im Brandfall aufschäumenden Material aufgeklebt. Der Brandschutzstreifen 39 belegt durchgängig den größten Teil der Aufnahmenut 38; in den Endbereichen an der Zargenecke ist angrenzend an den Brandschutzstreifen 39 jedoch die zweite Lasche 40 des Schraubwinkels 16 in der Aufnahmenut 38 aufgenommen. Die zweite Lasche 40 ist vom Aussehen (Kontur, Breite, Dicke, Farbe) an das Aussehen des Brandschutzstreifens 39 angeglichen.

Der Profilstegbereich 34a des Bandstabs 10 bzw. Schlossstabs 8 hat außerdem eine größere Ausdehnung in Richtung der Türdicke als der Profilstegbereich 34 des Rahmenwinkels 13, so dass die Umbiegung 35a der Seitenstäbe 8, 10 um eine wenigstens der Blechdicke des Wechselwinkels 14 entsprechende Strecke weiter vorsteht als die randseitige Umbiegung 35 des Rahmenwinkels 13. Die Umbiegung 35a wirkt als zweiter Anschlagbereich für das Türblatt 4, nämlich für den gegenüber dem Kasten 3 vorstehenden Türfalz 41 (siehe z. B. 19).

Der erste Anschlagbereich 30 des Rahmenwinkels 13 reicht nicht bis zu dessen Enden, sondern ist zum Bilden einer engen Aufnahme 42 des anstoßenden ersten Anschlagbereiches 30a des horizontal anzuordnenden Zargenstabes 8, 10 ausgeschnitten, siehe auch 6, die die Zargenecke von hinten zeigt. Mit der Vorderseite 43 des ersten Anschlagbereiches 30a stützt sich der horizontal anzuordnende Zargenstab 8, 10 an dem Rahmenwinkel 13 ab.

An der Randkante 53 des Profilstegbereichs 34 des Rahmenwinkels 13 ist außerdem eine hier bogenförmige Ausnehmung 46 zur formschlüssigen Aufnahme eines an dem Schraubwinkel 16 angeordneten, ebenfalls abgerundet ausgebildete Vorsprunges 52 vorgesehen. Der Eingriff zwischen der Ausnehmung 46 und dem Vorsprung 52 wirkt beim Anschrauben des Rahmenwinkels – wie die Eingriffe zwischen den Öffnungsrandbereichen 18, 19, 18a, 19a, 18b, 19b selbstzentrierend. Außerdem bieten die formschlüssigen Eingriffe eine feste Sicherung gegen Relativversetzung der mit der Eckverbindungsvorrichtung 7 verbundenen Teile. Dies ist besonders bei im Brandfall durch Temperaturunterschiede auftretenden starken Verzugskräften vorteilhaft.

Die 2 bis 6 zeigen ein Einbaubeispiel der Zarge 5 mit Wechselwinkel 14, der beispielsweise eine Stufe zwischen den durch die Tür 1 abtrennbaren Räumen (nicht dargestellt) abdecken oder bilden kann.

Der Wechselwinkel 14 ist als einfaches Winkelprofil mit zwei um einen rechten Winkel zueinander abgebogenen Profilschenkeln 44 und 45 gebildet.

Der erste Profilschenkel 44 liegt eng auf dem Profilstegbereich 34 des Rahmenwinkels 13 auf. Er überdeckt dabei die zweite Schraube 20a, die weiter weg von der Ecke angeordnet ist als die erste Schraube 20. Er ist auch an einer entsprechenden Stelle wie der Rahmenwinkel mit einer der ersten Schrauböffnung 27 entsprechenden vierten Schrauböffnung 27c mit einem entsprechenden vierten kegelförmigen tiefgezogenen Öffnungsrandbereich 19c versehen. Dieser greift formschlüssig in den näher zur Ecke liegenden ersten Öffnungsrandbereich 19 an dem Profilstegbereich 34 des Rahmenwinkels 13 ein. Die erste Schraube 20 verbindet den Wechselwinkel 14 mit dem Rahmenwinkel 13 und mit der ersten Lasche 25 des Schraubwinkels 16.

Der erste Profilschenkel 44 hat weiter an einer der Ausnehmung 46 entsprechenden Stelle an seiner Randkante 54 eine bogenförmige Ausnehmung 46a zur Aufnahme des Vorsprungs 52 am Schraubwinkel 16.

Der zweite Profilschenkel 45 liegt auf der randseitigen Umbiegung 35 des Rahmenwinkels 13 auf. Seine Sichtseite 47 ist bündig mit der Sichtseite 48 der randseitigen Umbiegung 35a des vertikal anzuordnenden Zargenstabes 8, 10. Ein obere Teil des zweiten Profilschenkels 45 hört mit der Randkante 54 des ersten Profilschenkels 44 auf. Ein verbleibender unterer Teil ist in Längsrichtung über die Randkante 54 hinaus in Form einer Fahne 49 fortgesetzt, die sich von dem durch die Unterseite des U-Profilbereichs 31 und die Unterkante der randseitigen Umbiegung 35 definierten Bodenniveau (OFF) ab bis zur unteren Endkante 55 des zweiten Profilschenkels 45 nach unten und zur Seite unter die Umbiegung 35a bündig mit dieser abschließend erstreckt. Nach oben hin erstreckt sich von der Fahne 49 aus eine Lasche 50, die abgekröpft zur Fahne 49 einstückig mit dieser ausgebildet ist und die Rückseite 51 der Umbiegung 35a diese erfassend hintergreift. Durch den den Lascheneingriff 21 bildenden Lasche 50 und den Anschlag zwischen der Umbiegung 35 und der Fahne 49 sowie die Erfassung der beiden ersten Anschlagbereiche 30, 30a sind Relativbewegungsmöglichkeiten der über Eck anstoßenden Zargenstäbe 6a, 6b begrenzt. Die verbleibenden Freiheitsgrade werden durch die Schraubverbindung 15 lösbar beseitigt.

Im folgenden wird anhand der 7 der Schraubwinkel 16 näher erläutert. Die erste, dem Kopf-/Fußstab 12 zugeordnete Lasche 25 ist mit der ersten und der zweiten kegelförmig tiefgezogen berandeten 18, 18a Schrauböffnung 17, 17a versehen. Die zweite den vertikal anzuordnenden Zargenstäben 6a, 6b zugeordnete Lasche 40 hat nur eine, nämlich die dritte kegelförmig berandete 18b Schrauböffnungen 17b. Weiter ist der Vorsprung des oben erwähnten Vorsprung-Rücksprung-Eingriffs 26 an der zweiten Lasche 40 in Form einer Ausdrückung (Tiefziehung) 51 ausgebildet. Der Vorsprung-Rücksprung-Eingriff 26 bildet eine Verdrehsicherung zum Verhindern einer Relativdrehung von Zargenstab 8, 10 und Schraubwinkel 16. Ein Umbiegungsbereich 57 zwischen den beiden Laschen 25, 40 ist mit einer Versteifungseinrichtung 58 verstärkt. Diese ist im wesentlichen durch eine tiefgezogene Versteifungssicke 59 (6) gebildet. Durch die Tiefziehung bildet die Versteifungssicke 59 auf ihrer Rückseite innerhalb der Schraubwinkelecke den Vorsprung 52 (7), der in die Ausnehmungen 46, 46a des horizontal anzuordnenden Zargenstabes 6b formschlüssig eingreift.

In den horizontalen Zargenstäben 6b sind in dem Ausführungsbeispiel keine Brandschutzstreifen vorgesehen, Dafür haben die horizontal anzuordnenden Stirnbreitseiten 60 des Türblattes 4 vergleichbare Brandschutzstreifen 61 aus im Brandfall aufschäumenden Material. Die Teilelemente 13, 14 der horizontalen Zargenstäbe 6b sind oben und unten jeweils identisch aufgebaut. Bei Verwendung des Wechselwinkels 14 sind so die horizontalen Zargenstäbe 6b, d. h. Kopfstab 12a und Fußstab 12b insgesamt identisch, so dass die Darstellung der 2 und 6 auch repräsentativ für die beiden oberen Zargenecken ist.

Zur Montage gibt es verschiedene Varianten. Bei einer ersten Variante kann die komplette Zarge 5 werkseitig vormontiert werden und mit vormontiertem Türblatt 4 ausgeliefert werden. Am Einbauort kann dann entschieden werden, ob der Einsatz mit Links- oder Rechtsanschlag mit oder ohne Wechselwinkel erfolgen soll. Soll unten keine Stufe entstehen, wird bei dem entsprechend der gewählten Anschlagsart unten anzusetzenden horizontalen Zargenstab 6b – Fußstab 12b – der Wechselwinkel 14 entfernt. Dies kann durch Lösen von nur zwei Schrauben, nämlich der ersten Schrauben 20 geschehen, die nach dem Entfernen des Wechselwinkels 14 wieder in den Rahmenwinkel 13 und Schraubwinkel 16 eingeschraubt werden können. Soll gar keine Türschwelle vorhanden sein, wird der komplette Fußstab 12b entfernt, was wiederum durch Lösen von nur zwei Schrauben 20b, nämlich den dritten Schrauben 20c, die den Schraubwinkel 16 mit dem Bandstab 10 und dem Schlossstab 8 verbinden erfolgen kann.

Bei der zweiten Variante werden die Seitenstäbe 6a, 8, 10 und die vormontierten Horizontalstäbe 6b, 12a, 12b mit vormontierten Schraubwinkel 16 vereinzelt geliefert und an der Baustelle zusammengeschraubt, wobei wiederum pro Zargenecke nur eine Schraube (dritte Schraube 20c) eingedreht werden muss. Das Anzugmoment der Gewindeformsenkschrauben 20, 20a, 20c ist bei Montage oder werkseitiger Vormontage auf ca. 4,5 Nm ± 20% anzusetzen. Dieses Moment beinhaltet das Gewindefurchmoment von ca. 2 bis 3 Nm.

1
Tür
2
Deckelblech
3
Kasten
4
Türblatt
5
Zarge
6a
vertikal anzuordnende Zargenstäbe (Seitenstäbe)
6b
horizontal anzuordnende Zargenstäbe
7
Eckverbindungsvorrichtung
8
Schlossstab
9
Fallenöffnung für Riegelfalle
10
Bandstab
11
Türband
12a
Kopfstab
12b
Fußstab
13
Rahmenwinkel
14
Wechselwinkel
15
Schraubverbindung
15a
mittige Schraubverbindung
16
Schraubwinkel
17
erste Schrauböffnung am Schraubwinkel
17a
zweite Schrauböffnung am Schraubwinkel
17b
dritte Schrauböffnung am Schraubwinkel
18
erster kegelförmiger Öffnungsrandbereich am Schraubwinkel
18a
zweiter kegelförmiger Öffnungsrandbereich am Schraubwinkel
18b
dritter kegelförmiger Öffnungsrandbereich am Schraubwinkel
19
erster kegelförmiger Öffnungsrandbereich an dem Rahmenwinkel
19a
zweiter kegelförmiger Öffnungsrandbereich an dem Rahmenwinkel
19b
dritter kegelförmiger Öffnungsrandbereich an dem Seitenstab
19c
vierter kegelförmiger Öffnungsrandbereich an dem Wechselwinkel
20
erste Gewindeformsenkschraube
20a
zweite Gewindeformsenkschraube
20b
dritte Gewindeformsenkschraube
21
Lascheneingriff
22
Sicherungsbolzen
23
Falle
24
Schloss
25
fuß-/kopfstabseitige Lasche des Schraubwinkels
26
Eingriff zwischen Vorsprung/Rücksprung
27
erste Schrauböffnungen an Zarge
27a
zweite Schrauböffnungen an Zarge
27b
dritte Schrauböffnungen am Zarge
28
Türdichtung
29
Randbereich
29a
Randbereich
30
erster Anschlagbereich
30a
erster Anschlagbereich
31
U-Profilbereich
31a
U-Profilbereich
32
U-Schenkel
32a
U-Schenkel
34
Profilstegbereich
34a
Profilstegbereich
35
randseitige Umbiegung
35a
randseitige Umbiegung
36a
Zurückbiegung
38
Aufnahmenut
39
Brandschutzstreifen
40
zweite Lasche
41
Türfalz
42
Aufnahme für Anschlagbereich 30a
43
Vorderseite
43a
Auflagefläche oder Anschlagfläche für den Anschlagbereich 30a
44
erster Profilschenkel
45
zweiter Profilschenkel
46
Ausnehmung
46a
Ausnehmung
47
Sichtseite zweiter Profilschenkel
48
Sichtseite
49
Fahnenförmige Fortsetzung des zweiten Profilschenkels
50
Lasche
51
Ausdrückung (erster Vorsprung)
52
Versteifungsstrebe bildet (zweiten) Vorsprung im Eckbereich des Schraubwinkels
53
Randkante Rahmenwinkel
54
Randkante erster Profilschenkel
55
Unterkante zweiter Profilschenkel
56
Rückseite der Umbiegung 35a
57
Umbiegungsbereich
58
Versteifungseinrichtung
59
Versteifungssicke
60
Stirnbreitseiten des Türblattes
61
Brandschutzstreifen
62
Aufnahmeöffnung für Ausdrückung am vertikalen Zargenstab


Anspruch[de]
Wendezarge (5) für eine Feuerschutz-Tür (1), mit zwei vertikal anzuordnenden und zwei horizontal anzuordnenden Zargenstäben (6a, 6b), die an Zargenecken miteinander verbunden oder verbindbar sind, wobei wenigstens ein horizontal anzuordnender Zargenstab (6b) in seiner Längsrichtung in wenigstens zwei miteinander über eine Schraubverbindung (15) lösbar verbundene oder verbindbare Teilelemente (13, 14) geteilt ist,

dadurch gekennzeichnet,

dass beide spiegelbildlich oder identisch ausbildbare horizontal anzuordnende Zargenstäbe (6b) in ihrer Längsrichtung in die wenigstens zwei Teilelemente (13, 14) geteilt sind, die über die Schraubverbindung (15) jeweils miteinander lösbar verbunden oder verbindbar sind,

dass an jeder Zargenecke eine lösbare Eckverbindungsvorrichtung (7) einen vertikal anzuordnenden Zargenstab (6a) mit einem horizontal anzuordnenden Zargenstab (6b) mittels der Schraubverbindung (15) derart lösbar verbindet,

dass auch die beiden Teilelemente (13, 14) der horizontal anzuordnenden Zargenstäbe (6b) mittels der Schraubverbindung (15) der Eckverbindungsvorrichtung (7) lösbar miteinander verbunden oder verbindbar sind, und

dass die Eckverbindungsvorrichtung (7) einen Eckverbindungswinkel (16) mit einer ersten Lasche (25) zum lösbaren Befestigen des horizontal anzuordnenden Zargenstabes (6b) und zwei beabstandete Schraubbefestiger (20, 20a) aufweist, von denen ein erster Schraubbefestiger (20) beide Teilelemente (13, 14) und ein zweiter Schraubbefestiger (20a) nur eines der beiden Teilelemente (13) mit der ersten Lasche (25) verbindet.
Zarge nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Eckverbindungswinkel ein Schraubwinkel (16) ist, der an beide über Eck anstoßenden Zargenstäbe (6a, 6b) anschraubbar ist. Zarge nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Eckverbindungswinkel (16) eine zweite Lasche (40) hat, die eine Befestigeröffnung (17b) zur Aufnahme eines dritten Befestigers (20b) zum Befestigen eines vertikal anzuordnenden Zargenstabes (6a) und eine Verdrehsicherung (26) aufweist, die – insbesondere bei Einsatz des dritten Befestigers (20b) – ein Relativverdrehen des vertikal anzuordnenden Zargenstabes (6a) und der zweiten Lasche (40) verhindert. Zarge nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Verdrehsicherung (26) einen ersten Vorsprung (51) an einem (40) der beiden hier zu verbindenden Teile – zweite Lasche (40) und vertikal anzuordnender Zargenstab (6a) – und eine Aufnahmeöffnung (62) an dem anderen Teil (6a) zur formschlüssigen Aufnahme des ersten Vorsprunges (51) hat. Zarge nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Eckverbindungswinkel (16) im Bereich seiner Abwinklung eine Versteifungseinrichtung (58), insbesondere eine quer zur Abwinklung verlaufende, durch eine Einbiegung gebildete Versteifungssicke (59) oder eine einen zweiten Vorsprung bildende Versteifungsstrebe (52), hat. Zarge nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens einer (6a) der beiden mit dem Eckverbindungswinkel zu verbindenden Zargenstäbe (6a, 6b) an seinem stirnseitigen Randbereich eine Ausnehmung (46, 46a) zur formschlüssigen Aufnahme der im Eck des Verbindungswinkels vorstehenden Versteifungseinrichtung (58, 52) hat. Zarge nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Eckverbindungsvorrichtung (7) in den mit der Eckverbindungsvorrichtung (7) zu verbindenden Teilen (16; 6a, 6b; 8, 10; 12a, 12b; 13, 14) Befestigeröffnungen (17, 17a, 17b; 27, 27a, 27b, 27c) zur Aufnahme der Befestigern (20, 20a, 20b) der Schraubverbindung (15) derart aufweist, dass Öffnungsrandbereiche (18, 18a, 18b; 19, 19a, 19b) der Befestigeröffnungen (17, 17a, 17b; 27, 27a, 27b) zweier miteinander zu verbindenden Teile (16; 6a, 6b; 8, 10; 12a, 12b; 13, 14) in formschlüssigen Eingriff zueinander sind. Zarge nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Öffnungsrandbereich (18, 18a, 18b; 19, 19a, 19b) einer Befestigeröffnung (17, 17a, 17b; 27, 27a, 27b) an einem der beiden bei oder mit der Eckverbindungsvorrichtung (7) zu verbindenden Teile (16; 6a, 6b; 8, 10; 12a, 12b; 13, 14) sich zu der Befestigeröffnung hin verjüngend hohl und der andere Öffnungsrandbereich (18, 18a, 18b; 19, 19a, 19b) der zugeordneten Befestigungsöffnung (17, 17a, 17b; 27, 27a, 27b) des anderen Teils entsprechend sich zu der Öffnung hin verjüngend vorstehend ausgebildet ist. Zarge nach einem der Ansprüche 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnungsrandbereiche (18, 18a, 18b; 19, 19a, 19b) der Befestigeröffnungen (17, 17a, 17b; 27, 27a, 27b) durch Tiefziehen geformt sind. Zarge nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Eckverbindungsvorrichtung (7) gewindeschneidende oder gewindefurchende Schrauben (20, 20a, 20b) aufweist, die ihr Gewinde an entsprechend ausgeformten Befestigeröffnungen (17, 17a, 17b; 27, 27a, 27b) selbst formen. Zarge nach einem der voranstehenden Ansprüche, gekennzeichnet durch einen Lascheneingriff (21) zum Stabilisieren zwischen den über Eck verbundenen Zargenstäben (6a, 6b) und/oder einen Eingriff zwischen einem Vorsprung (30a) an dem einen Zargenstab (6a) und einem entsprechenden Rücksprung (42) an dem anderen Zargenstab (6b). Zarge nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein erster (6a) der beiden über Eck verbundenen Zargenstäbe (6a, 6b) ein Profil mit zwei sich im wesentlichen parallel mit Abstand zueinander erstreckenden Profilbereichen (30a, 35a) hat, wobei ein erster (35a) dieser Profilbereiche auf einer ersten Seite (56) durch eine von dem zweiten Zargenstab (6b; 14) abstehenden Lasche (50) hintergriffen wird und der zweite Profilbereich (30a) mit einer der in die entgegengesetzte Richtung wie die erste Seite weisenden zweiten Seite (43) auf einem parallel zu der Lasche (50) verlaufenden Oberflächenbereich (43a) des anderen Zargenstabes (6b, 13) aufliegt, so dass die Zargenstäbe (6a, 6b) nur parallel zu der Erstreckung der Lasche (50) relativbeweglich sind. Zarge nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Lasche (50) von einem vorstehenden Bereich (49) des anderen Zargenstabes (6b; 14) aus gekröpft verläuft, so dass der vorstehende Bereich (49) als Anschlag für den ersten Zargenstab (6a) wirkt, und die Zargenstäbe eingeschränkt relativ zueinander sind. Zarge nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass für jeden noch möglichen Freiheitsgrad einer Relativbewegung je ein Befestiger der Eckverbindungsvorrichtung (7) eine in dieser einen Bewegungsrichtung lösbare Befestigung schafft. Zarge nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die vertikal anzuordnenden Zargenstäbe (6a; 8, 10) oder die gesamte Zarge (5) spiegelsymmetrisch zu einer horizontalen Zargenmittelebene (E-E) ausgebildet sind. Zarge nach einem der voranstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens die vertikal anzuordnenden Zargenstäbe (6a) jeweils in einer Aufnahmenut (38) mit einem Streifen (29) aus im Brandfall aufschäumenden Material versehen sind. Zarge nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Streifen (39) nicht bis an die Zargenecken reicht, wobei in dem verbleibenden Raum der Aufnahmenut (38) ein Teil der Eckverbindungsvorrichtung (7), insbesondere eine Lasche (40) des Eckverbindungswinkels (16), angeordnet ist. Feuerschutztür (1) ausgebildet zum wahlweisen Rechts-/Links-Anschlag, gekennzeichnet durch eine Zarge (5) nach einem der voranstehenden Ansprüche. Verfahren zum Montieren einer Zarge (5) nach einem der Ansprüche 1–17, gekennzeichnet durch die Schritte

a) Bereitstellen der vormontierten Zarge (5) und

b) Entfernen eines Teils (14) des mehrteiligen Zargenstabes (6b) oder des gesamten horizontalen Zargenstabes (6b) bei Bedarf durch Lösen der Schraubverbindung.






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