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Dokumentenidentifikation DE102004021780B4 02.10.2008
Titel Verfahren und Anordnung zur DNA-Isolierung mit Trockenreagenzien
Anmelder Siemens AG, 80333 München, DE
Erfinder Gumbrecht, Walter, Dr., 91074 Herzogenaurach, DE;
Paulicka, Peter, 91056 Erlangen, DE;
Stanzel, Manfred, Dr., 91056 Erlangen, DE
DE-Anmeldedatum 30.04.2004
DE-Aktenzeichen 102004021780
Offenlegungstag 24.11.2005
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 02.10.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 02.10.2008
IPC-Hauptklasse C12Q 1/68(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur DNA-Isolierung mit Trockenreagenzien. Daneben bezieht sich die Erfindung auch auf eine zugehörige Anordnung zur Durchführung des Verfahrens.

Zur Nukleinsäureanalytik z. B. in weißen Blutzellen aus Vollblut zur Beantwortung von humangenomischen Fragestellungen müssen zunächst in einem Probenvorbereitungsschritt die Zellen aufgebrochen und anschließend die dabei freigesetzte DNA isoliert werden. Dabei müssen Blutbestandteile, wie z. B. Hämoglobin, Immunoglobuline und Laktoferrin, die eine nachfolgende PCR inhibieren könnten, entfernt werden.

Im Labor werden diese Arbeitsschritte nach bekanntem Stand der Technik durchgeführt. So können neben anderen Verfahren Zellen mit alkalischer Lösung (NaOH) aufgebrochen werden (Lyse) und anschließend die DNA an mit Silica beschichteten Magnet-Beads gebunden werden. Durch Anlegen eines Magnetfeldes werden die mit DNA beladenen Magnet-Beads festgehalten und gewaschen. Die so isolierte DNA kann anschließend mit oder ohne Beads für eine PCR eingesetzt werden.

Beim Stand der Technik (z. B. Dynabeads® von Dynal Biotech ASA, Norway) werden die DNA-bindenden Magnet-Beads als Suspension in einem Zell-Lyse-Puffer eingesetzt. Alle Arbeitsschritte werden z. B. in 1,5 ml Eppendorf-Reaktionsgefäßen durchgeführt. Zu einem vorgegebenen Volumen der Bead-Suspension (z. B. 200 &mgr;l), werden z. B. 10 &mgr;l Vollblut zugegeben. Dabei werden die Blutzellen aufgeschlossen und die DNA freigesetzt. Die Magnet-Beads binden die DNA und bilden einen DNA/Bead-Komplex. Dieser wird durch ein Magnetfeld an der Gefäßwand des Eppendorf-Tubes fixiert, so dass Waschschritte zum Entfernen von PCR-inhibierenden Stoffen erfolgen können, usw.

Die Realisierung letzteren Verfahrens ist vom Vorhandensein von Laborgeräten wie Eppendorf-Gefäße (Tubes), Tube-Halte-Einrichtungen inkl. Magneten, Pipettier-Geräten, Kühlbehälter für Reagenzien abhängig und muss von geschultem Personal unter Einhaltung von Sicherheitsvorschriften (Infektionsgefahr, Abfallentsorgung, etc) durchgeführt werden. Mehrere volumetrische genaue Dosierungen (Pipettieren) von teilweise gesundheitsgefährdenden Stoffen (z. B. NaOH) müssen durchgeführt werden. Zusätzlich sind diese Arbeitsschritte zeitaufwendig.

Aus der US 2002/0022261 A1 sind bereits Systeme zur miniaturisierten genetischen Analyse und zugehörige Betriebsverfahren bekannt, bei dem eine Cartridge mit wenigstens einem Eingang und insbesondere einer porösen Durchführung verwendet wird, die DNA-bindende Eigenschaften hat, wobei in einem Kanal ein Zellaufschluss erfolgt und dort die zugehörigen Reagenzien, ggf. auch an der Wandung des Kanals, vorhanden sein können. Weiterhin können strukturierte Bereiche des Kanals mit DNA-bindenden Materialien, insbesondere auch so genannten Magnetbeads, belegt sein. Insgesamt ergeben sich dort eine Reihe von wertvollen Anregungen für eine genetische Analyse, wobei aber noch kein durchgehendes Verfahren realisiert wird. Des Weiteren ist aus der EP 0 723 549 B1 ein Gemisch zum Isolieren von DNA bekannt, wobei dieses Gemisch speziell Silikagel, Glasteilchen und mindestens ein chaotropisches Salz enthält.

Von letzterem Stand der Technik ausgehend ist es Aufgabe der Erfindung, die DNA-Isolierung durchgängig in einer integrierten miniaturisierten Cartridge durchzuführen und eine zugehörige Anordnung zu schaffen.

Die Aufgabe ist erfindungsgemäß durch die Maßnahmen des Patentanspruches 1 gelöst. Eine zugehörige Anordnung ist im Patentanspruch 11 angegeben. Weiterbildungen des Verfahrens und der zugehörigen Anordnung sind Gegenstand der jeweiligen Unteransprüche.

Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahrens mit Aufschluss von DNA enthaltenden biologischen Behältnissen, beispielsweise Zellen, Bakterien oder Viren. In vorteilhafter und praxisgerechter Realisierung können damit Vollblutproben im „Rahmen einer Point of Care"-Anwendung auf die DNA-Information untersucht werden.

Die Erfindung geht außer von obigem Stand der Technik insbesondere noch von der WO 02/072262 A1 mit der Bezeichnung "Analyseeinrichtung" aus. Dort werden trockengelagerte, bei Raumtemperatur stabile Reagenzien in Mikrokanälen bzw. Mikrokavitäten einer "Chipkarte" beschrieben, die durch Zuführen von Wasser, kurz vor Verwendung, in Lösung gebracht werden. Dabei wird darauf abgestellt, die Trockenreagenzien vordosiert bereitzustellen, so dass sich nach Auflösung ein quantitatives Analysemittel ergibt. Demgegenüber geht es bei vorliegender Erfindung um den vor der Analyse notwendigen Zellaufschluss, d. h. die Isolierung von DNA insbesondere aus einer Vollblut-Probe zwecks nachfolgender PCR und/oder Analyse.

Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ergeben sich folgende Vorteile im Vergleich zur bisher angewandten Labormethode:

  • – Es erfolgt vollständige Integration aller Stoffe und Verfahren in einer geschlossenen einmalverwendbaren Cartridge;
  • – es ist eine Bevorratung der Reagenzien in einer sicheren, nicht gesundheitsgefährdenden, bei Raumtemperatur lagerstabilen Form gewährleistet;
  • – es sind keine manuellen Arbeitsschritte, außer der Injektion der Blutprobe, notwendig;
  • – es erfolgt kein direkter Kontakt mit gesundheitsgefährdenden Stoffen, d. h. Blut und Reagenzien-Abfall verbleiben in der Cartridge;
  • – die Cartridge ist klein und kostengünstig in Massenfertigung herzustellen.

Die erfindungsgemäße Anordnung weist folgende Merkmale auf:

  • – es ist mindestens ein Mikrokanal bzw. Mikrokavität vorhanden. Im Mikrokanal bzw. der Mikrokavität ist das Lysemittel unter Einschluss eines Filmbildners mit dem Substrat für die DNA an der Wandung des Kanals angebracht.

Ein in den Mikrokanal bzw. Mikrokavität eingebrachtes Lyse-Reagenz hat folgende Eigenschaften:

  • – Aufschlussfähigkeit für weiße Blutzellen und/oder andere Zellen, Bakterien, Viren;
  • – Feststoff, bzw. Flüssigkeit mit vernachlässigbarem Dampfdruck;
  • – stabil bei Raumtemperatur;
  • – gute Haftung an Mikrokanal- bzw. Mikrokavität-Wandungen.

Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Figurenbeschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der Zeichnung in Verbindung mit den Patentansprüchen. Es zeigen

1 die Draufsicht auf eine Analyseeinrichtung (Cartridge) und

2 bis 6 jeweils im Schnitt einen Ausschnitt aus 1 längs der Linie II-II zur Verdeutlichung der DNA-Isolierung aus Vollblut, wobei die einzelnen 2 bis 6 jeweils unterschiedliche Funktionsstufen beinhalten.

In der nachfolgenden Beschreibung werden DNA enthaltene Proben definiert. Derartige Proben können Lösungen von DNA in einer Flüssigkeit, aber auch DNA enthaltende Suspensionen biologischer Behältnisse sein. Als biologische Behältnisse werden im vorliegenden Zusammenhang beispielsweise Zellen, Bakterien oder Viren verstanden. Zur Freisetzung der DNA ist dann ein Aufschluss notwendig. Werden beispielsweise entsprechend einer humangenomischen Zielsetzung Vollblutproben verwendet, bedarf es eines Zellaufschlusses der weißen Blutzellen, in denen die DNA lokalisiert ist.

In 1 ist eine Analyseeinrichtung dargestellt, die nachfolgend auch als "Cartridge" und als zentrale oder dezentrale Messeinrichtung ausgebildet sein kann. Insbesondere ist die Analyseeinrichtung nach Art einer Chipkarte ("Lab-on-a-Chip") ausgebildet, die alle Mittel zur Behandlung und Auswertung von Messproben beinhaltet. Eine zum bestimmungsgemäßen Betrieb der Einrichtung notwendige, zugehörige Steuer-/Auslese-Einrichtung ist in diesem Zusammenhang nicht gezeigt.

Beispielsweise besteht die Einrichtung aus einer Karte 1, welche Ein- und Auslässe für Fluide aufweist. Insbesondere ist ein Einlass 2 ("Port") zum Einbringen von Wasser und ein Einlass 3 ("Port") zum Einbringen einer Messprobe, beispielsweise Blut, vorhanden. Dabei ist wesentlich, dass über geeignete Fluidik-Einrichtungen 2 bis 10, insbesondere Kanäle und Kavitäten unterschiedlicher Geometrie, Messproben und Lösungsmittel transportiert und zusammengeführt werden.

Die Fluidik-Einrichtungen beinhalten im Einzelnen neben den bereits erwähnten Wasser- und Probenports 2, 3 zwei Reagenz-Kanäle 4, 4' sowie einen Strömungskanal 5 mit Auslass 6, einen Aufnahmekanal 8 für Abfall und einem weiteren Fluidik-Kanal 9. Mit 10 ist ein zentraler Mischbereich im Strömungskanal 5 für die Probenaufbereitung bezeichnet.

Nach Behandlung der Probe in der Mischstrecke 10 und nach Isolierung der in der Messprobe enthaltenen DNA werden letztere einer PCR-Kammer 20 zugeführt.

Ein Verfahren zur Durchführung der PCR mit Trockenreagenzien in einer Anordnung gemäß 1 wird in der parallelen Anmeldung der Anmelderin mit gleicher Anmeldepriorität und der Bezeichnung "Verfahren und Anordnung zur DNA-Amplifikation mittels PCR unter Einsatz von Trockenreagenzien" im Einzelnen beschrieben.

Neben den Mitteln zur PCR enthält die Karte 1 ("Cartridge") weiterhin ein Detektionsmodul 30 mit Zufluss 32 und Abfluss 31, sowie zugehörige elektrische Anschlüsse für eine Sensorsignalauslesung. Ferner sind Mittel zur Aufnahme von Reagenzien zur Detektion, beispielweise Kanäle 4 und 4', sowie zur Aufnahme von Abfall, wie Blut und verbrauchte Reagenzlösungen, beispielsweise Kanäle 8 und 9, vorhanden. Es wird somit eine Integration gewährleistet, bei der keine gesundheitsgefährdenden Substanzen nach außen gelangen können.

Aus den 2 bis 6 ist ersichtlich, dass die Plastikkarte 1 aus 1 mit Wasserport 2 und Blutport 3 einen Durchflusskanal 5 beinhaltet, über den Wasser als Spülflüssigkeit und beispielsweise Blut bzw. eine DNA-Lösung bzw. eine Zell-/Bakterien-/Viren-Suspension als Messprobe in das ansonsten geschlossene System eingebracht werden. Über einen Auslass 6 werden die Abfälle in den Abfall-Kanal 8 bzw. in eine Abfall-Kavität überführt.

Der Durchflusskanal 5 ist auf der der Plastikkarte 1 gegenüberliegenden Seite durch eine Klebefolie 7 abgedeckt. Im zentralen Bereich des Durchflusskanals 5 wird eine Mischstrecke 10 gebildet, in der speziell zur DNA-Isolierung aus Vollblut die Messproben aufbereitet werden.

Die DNA-Isolierung aus Vollblut erfolgt über einen Aufschluss der weißen Blutzellen. Insbesondere bedient man sich dabei der bekannten Vorgehensweise, über sogenannte Magnet-Beads, die DNA nach Aufschluss der Zelle zumindest vorübergehend zu binden und durch externe Magnetfelder aufzukonzentrieren.

Speziell aus 2 ist ersichtlich, dass in der Plastikkarte 1 in einem Bereich 10 des Durchflusskanals 5 eine lagerstabile Trockensubstanz 11, die wasserlöslich ist, angeordnet ist. Unter Lagerstabilität ist in diesem Zusammenhang zu verstehen, das der Feststoff mehrere Monate bei Raumtemperatur gelagert werden kann unter Erhaltung der den Probenaufschluss bewirkenden Eigenschaft.

Die Trockensubstanz 11 weist in den 2 und 3 eine gute Haftung an den Wänden des Durchflusskanals auf. Dies kann z. B. durch Zugabe eines Filmbildners realisiert werden. Im Einzelnen ist dafür im Bereich der Mischstrecke 10 großflächig ein Gemisch 11 aus einem bekannten Lyse-Reagenz mit Magnet-Beads 13 angeordnet. Weiterhin ist ein Magnet 15 symbolhaft angedeutet, der die magnetische Handhabung zum Einsammeln der Magnet-Beads 13 mit daran gebundener DNA verdeutlicht.

Aus 3 und 4 ist ersichtlich, dass in die Anordnung nach 2 über eine Pipettenspitze 17 Vollblut 12 in das Messsystem eingebracht wird. Nach dem Einbringen der Probe wird der Port 3 mittels einer Klebefolie 18 abgeschlossen.

Über den Port 2 wird Wasser bzw. eine Pufferlösung eingebracht. Wasser, bzw. Puffer-Lösung vermischt sich entlang der Mischstrecke mit der Blutprobe 12, wobei gleichermaßen das Lyse-Reagenz 11 einschließlich der Magnet-Beads 13 aufgelöst bzw. suspendiert werden und zur Wirkung kommen. Dafür werden zunächst die Zellwände der weißen Blutzellen durch das Lyse-Reagenz aufgebrochen und anschließend die dabei freigesetzte DNA an der Oberfläche der Magnet-Beads gebunden.

Entsprechend 4 wird also durch das Wasser/die Puffer-Lösung die Blutprobe verdünnt und gleichzeitig das Lyse-Reagenz angelöst, welches dazu dient, den Aufschluss der weißen Blutzellen zu gewährleisten. Gleichermaßen werden aber auch die an der Wandung des Kanals befindlichen Magnet-Beads des Gemisches 11 in Lösung gebracht bzw. suspendiert, wobei die DNA über diese Magnet-Beads 13 gebunden werden. Somit werden die wesentlichen vier Verfahrensschritte und zwar

  • – Probenverdünnung,
  • – Reagenzauflösung/Magnet-Bead-Suspension,
  • – Zellaufschluss und
  • – DNA-Bindung

    in einem einzigen Vorgang realisiert

Letzteres wird anhand 5 verdeutlicht. Die über die Magnet-Beads 13 magnetisch handhabbare DNA kann nunmehr gesammelt werden, während PCR-inhibierende Substanzen durch Wasser oder eine Pufferlösung ausgewaschen und über den Auslass 6 zum Abfall gebracht werden.

Als Ergebnis der vorbeschriebenen Maßnahmen ergibt sich entsprechend 6 eine Aufkonzentrierung der über die Magnet-Beads 13 gebundenen DNA an einem der Magnetpole des Magneten 15. Diese DNA kann für eine Analyse verwendet werden, wobei zunächst insbesondere eine PCR durchgeführt wird.

Alternativ zur Verwendung von beweglichen, d. h. suspendierten, Magnet-Beads in Kombination mit einem Magnetfeld als DNA-bindende Mittel können auch immobilisierte, d. h. ortsfeste, DNA-bindende Mittel, am Ausgang des Zellaufschluss-Kanals platziert, eingesetzt werden. In dieser Ausführungsform wird die aus den Zellen freigesetzte DNA beim Verlassen des Zellaufschlusskanals durch Überströmen über das ortsfeste DNA-bindende Mittel dem Flüssigkeitsstrom entzogen und auf dem DNA-bindenden Mittel gebunden. Als DNA-bindende Mittel kommen z. B. Hydrogele mit DNA-bindenden Fängermolekülen oder ähnliches in Frage.

Durch das erfindungsgemäße Verfahren und die zugehörige Anordnung wird insbesondere eine einstufige, einfache und schnelle DNA-Isolierung realisiert, die nur ein Minimum an mikrofluidischen Mitteln, Reagenzien und Verfahrensschritten erforderlich macht.

Die isolierten DNA können anschließend der PCR unterzogen werden. Mit der PCR wird die Konzentration der DNA auf einen analytisch nachweisbaren Wert erhöht. Dabei kann nunmehr die PCR in den Analysevorgang eingebunden werden. Die Analyse erfolgt dann im Detektionsmodul 30 entsprechend 1, auf den hier nicht weiter eingegangen wird.

Zusammenfassend sind bei der Erfindung folgende Maßnahmen verwirklicht:

  • – Die im Mikrokanal bzw. Mikrokavität eingebrachten Substrate haben DNA-bindende Eigenschaften. Dafür werden z. B. DNA-bindende Magnet-Beads verwendet;
  • – die Lyse-Reagenzien und Magnet-Beads können zusammen in einer einzigen Trockenmatrix enthalten sein;
  • – es ist ein Eingabe-Port für eine Vollblut-Probe Zell-/Bakterien-/Viren-Suspension) vorhanden;
  • – es sind Mittel zur Zufuhr von Wasser vorhanden. Dies kann
  • z. B. ein Zufluss-Port zum Anschluss an externe Wasserzufuhr sein;
  • – es sind gegebenenfalls Mittel zur Zudosierung von Salzen, z. B. zur Einstellung einer definierten Ionenstärke, vorhanden;
  • – es sind gegebenenfalls weitere Mittel (Kanäle und Kavitäten) zur Verdünnung der Blutprobe vorhanden;
  • – es sind gegebenenfalls weitere Mittel, insbesondere Kanäle und Kavitäten, zur Bereitung von definierten Salz-/Pufferlösungen zum Waschen der gebundenen DNA, z. B. DNA-Magnetbead-Komplex, vorhanden;
  • – es sind Mittel zum Durchströmen des mit Lyse/Bead-Reagenz beschichteten Mikrokanals bzw. Mikrokavität mit Blut bzw. Blut/Wasser-, Blut/Puffer-Gemisches, vorzugsweise außerhalb der Cartridge, vorhanden;
  • – es sind Mittel zum Generieren eines Magnetfeldes zum Fixieren des DNA/Magnet-Bead-Komplexes z. B. am Ausgang des Mikrokanals, vorzugsweise außerhalb der Cartridge, vorhanden.

Somit ist gewährleistet, dass der gesamte Analysevorgang einschließlich der Probenbereitstellung im abgeschlossenen System, das eine Einmal-Cartridge bildet, erfolgt.


Anspruch[de]
Verfahren zur DNA-Isolierung unter Entfernung von eine nachfolgende PCR störenden Bestandteilen, bei dem

– eine vollständige Integration aller Stoffe und Verfahrensschritte in einer einmal verwendbaren Einheit (sog. Cartridge), die einen Zutritt einer Probe mit DNA erlaubt, erfolgt

– zur Freisetzung der DNA Trockenreagenzien verwendet werden,

– DNA-bindende Substrate zur Isolation der freigesetzten DNA eingesetzt werden,

– die isolierten DNA gesammelt und zum Ort der nachfolgenden PCR transportiert werden,

wobei ein Aufschluss von DNA enthaltenden biologischen Behältnissen, insbesondere Zellen, Bakterien oder Viren, erfolgt, wozu die zur Ausführung des Aufschlusses und der weiteren Verfahrensschritte notwendigen Reagenzien in einer bei Raumtemperatur stabilen Form in der Einheit (Cartridge) gelagert sind, dadurch gekennzeichnet,

– dass zum Aufschluss der die DNA enthaltenden biologischen Behältnisse eine im Aufschlusskanal an der Wandung befindliche Trockenmatrix aus Lyse-Reagenzien und Magnet-Beads als DNA-bindende Substrate mit den biologischen Behältnissen, insbesondere Zellen, Bakterien oder Viren, in Kontakt gebracht wird,

– dass die durch den Kontakt mit den Lyse-Reagenzien freigesetzten DNA unmittelbar an die Magnet-Beads gebunden, und dass

– die Magnet-Beads mit den daran gebundenen DNA gesammelt und zum Ort der PCR transportiert werden.
Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als DNA enthaltende Behältnisse weiße Blutzellen verwendet werden. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das trockengelagerte und lagerstabile Lyse-Reagenz unter Zuhilfenahme von Wasser mit den weißen Blutzellen in Kontakt gebracht wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Verdünnung der Probe, Auflösen bzw. Suspendieren des Trockenreagenz, Aufschluss der biologischen Behältnisse und Bindung der DNA in einem einzigen Verfahrensschritt erfolgen. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Magnet-Beads durch Applikation eines Magnetfeldes eingesammelt werden. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass strömende Magnet-Beads durch ein ortsfestes Magnetfeld eingesammelt werden. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am Reaktionsort die PCR durch Thermozyklisierung mit trockengelagerten, wasserlöslichen Reagenzien durchgeführt wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine in die Einheit mit der Trockenmatrix aus Lyse-Reagenzien und Magnet-Beads eingegebene Blutprobe zum Zellaufschluss verdünnt und nach dem Anschlusskanal zum Reaktionskanal für die PCR gepumpt wird. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass nach der DNA-Isolierung Restblut, Blutbestandteile und der Reagenzienabfall in der Einheit verbleiben, so dass kein direkter Kontakt mit gesundheitsgefährdenden Stoffen erfolgen kann. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Einheit zur Ausführung der Reaktionen ein Einmalprodukt verwendet wird, das in Massenfertigung klein und kostengünstig herzustellen ist. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder einem der Ansprüche 2 bis 10, mit einer Einheit zur Aufnahme von Proben und/oder Reagenzien, wobei wenigstens ein Mikrokanal (5) zur Aufnahme von Reagenzien vorhanden ist, in dem eine Trockenmatrix aus Lyse-Reagenz (11) Magnet-Beads (13) als DNA-bindende Substrate im Mikrokanal (5) als Gemisch mit vernachlässigbarem Dampfdruck, das bei Raumtemperatur eine stabile Substanz bildet, vorliegt und dass das Gemisch aus Lyse-Reagenz und Magnet-Beads (13) durch Zusatz eines Filmbildners großflächig als Schicht an der Wandung des Mikrokanals (5) gebunden ist. Anordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die DNA enthaltenden biologischen Behältnisse insbesondere Zellen, Bakterien, Viren sind. Anordnung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass zur Durchführung des Aufschlusses eines biologischen Behältnisses die trockene Substanz mit vernachlässigbarem Dampfdruck im Mikrokanal (5) ein Lyse-Reagenz ist, welches spezifische Eigenschaften für weiße Blutzellen hat. Anordnung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Kanal (5) für die Lyse-Substanz in einer PCR-Kavität (20) mündet. Anordnung nach einem der Ansprüche 11 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass ein Eingabeport (3) für Vollblut-Proben vorhanden ist. Anordnung nach einem der Ansprüche 11 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel (2) zur Zufuhr von Wasser vorhanden sind. Anordnung nach einem der Ansprüche 11 bis 16, dadurch gekennzeichnet, dass trockene Puffersubstanzen zur Einstellung einer definierten Ionenstärke vorhanden sind. Anordnung nach einem der Ansprüche 11 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel zum Mischen von Blutprobe und Wasser, bzw. einer Pufferlösung, vorhanden sind. Anordnung nach einem der Ansprüche 11 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel zum Durchströmen des mit Lyse-/Bead-Reagens beschichteten Mikrokanals (5) bzw. Mikrokavität (20) mit Blut, Blut/Wasser- oder Blut/Puffer-Gemische vorhanden sind. Anordnung nach einem der Ansprüche 11 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel zum Generieren eines Magnetfeldes zwecks Fixieren eines DNA-/Magnet-Bead-Komplexes in der PCR-Kavität (20) vorhanden sind. Anordnung nach einem der Ansprüche 11 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel zur Thermozyklisierung vorhanden sind.






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