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Dokumentenidentifikation DE102006013845B4 23.10.2008
Titel Plastifizier- und Einspritzeinheit einer Spritzgießmaschine sowie Verfahren zum Betreiben
Anmelder KraussMaffei Technologies GmbH, 80997 München, DE
Erfinder Reinhardt, Thomas, 85653 Aying, DE
Vertreter Wilhelm, L., Dipl.-Phys., Pat.-Ass., 80997 München
DE-Anmeldedatum 25.03.2006
DE-Aktenzeichen 102006013845
Offenlegungstag 27.09.2007
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.10.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.10.2008
IPC-Hauptklasse B29C 45/54(2006.01)A, F, I, 20060325, B, H, DE
IPC-Nebenklasse B29C 45/58(2006.01)A, L, I, 20060325, B, H, DE   F15B 11/20(2006.01)A, L, I, 20060325, B, H, DE   B29C 45/76(2006.01)A, L, I, 20060325, B, H, DE   B22D 17/20(2006.01)A, L, I, 20060325, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Plastifizieren und Einspritzen von Material in ein Formwerkzeug einer Spritzgießmaschine mit einer oder mehreren Plastifiziereinheiten sowie mit einer oder mehreren Einspritzeinheiten.

Derartige Vorrichtungen sind in verschiedenen Ausgestaltungen aus dem Stand der Technik bekannt. Typischerweise sind eine Plastifiziereinheit, beispielsweise eine Schneckenvorplastifizierung, und eine Kolbeneinspritzeinheit parallel oder in einem Winkel zueinander angeordnet und über eine Schmelzeleitung, beispielsweise als Heißkanal, starr miteinander verbunden (Johannaber, Kunststoffmaschinenführer, 4.A., 2004 Seite 226, Bild 152, Abbildung D und E; EP 0 846 050 B1, DE 2201404 A1. Um die Schmelzeleitung beim Verfahren der gesamten Einheit nicht zu beschädigen, ist die Verbindung zwischen der Plastifiziereinheit einerseits und der Einspritzeinheit andererseits genügend massiv und stabil auszuführen. Probleme treten auch durch unterschiedliche Wärmeausdehnungen der Plastifiziereinheit einerseits und der Einspritzeinheit andererseits auf, denn auch dadurch kommt es zu mechanischen Belastungen der Schmelzeleitung, was ebenfalls eine entsprechend massive Ausführung erforderlich macht.

Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine gattungsgemäße Vorrichtung dahingehend weiter zu entwickeln, dass die Verbindung zwischen der Plastifiziereinheit und der Einspritzeinheit kleiner und damit kostengünstiger dimensioniert werden kann sowie ein Verfahren zum Betreiben dieser Vorrichtung.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch Vorrichtungen der nebengeordneten Ansprüche 1 und 2 sowie mit dem Verfahren nach Anspruch 12. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterentwicklungen finden sich in den Unteransprüchen.

Dadurch, dass man zwischen der oder den Plastifiziereinheiten einerseits und der oder den Einspritzeinheiten andererseits Gleichgangzylinder vorsieht, deren Zylinderräume wahlweise hydraulisch blockierbar oder hydraulisch untereinander verbindbar (Freilauf) sind, kann einerseits – im Falle der Blockierung – eine starre Verbindung über den Gleichgangzylinder hergestellt werden, insbesondere für Verfahrbewegungen, und andererseits – im Falle des Freilaufs – eine Relativbewegung zugelassen werden, insbesondere für unterschiedliche Wärmeausdehnungen.

Wenn nur eine Plastifiziereinheit, beispielsweise eine Schneckenvorplastifizierung, und nur eine Einspritzeinheit vorgesehen sind, kann ein Ende eines Gleichgangzylinders an der Plastifiziereinheit befestigt und die aus dem gegenüberliegenden Ende des Gleichgangzylinders herausragende Kolbenstange an der Einspritzeinheit befestigt sein. Man kann aber auch eine umgekehrte Anordnung vorsehen, bei der ein Ende des Gleichgangzylinders an der Einspritzeinheit und die aus dem gegenüberliegenden Ende des Gleichgangzylinders herausragende Kolbenstange an der Plastifiziereinheit befestigt sind. In beiden Fällen können geeignete Halterungen vorgesehen sein, so dass die aus dem Gleichgangzylinder heraustretende freie Kolbenstange sich frei bewegen kann.

Zum Blockieren und Freigeben der Zylinderräume des Gleichgangzylinders sind diese über Hydraulikleitungen und ein Schaltventil, insbesondere ein Sperrventil mit Freilauffunktion, miteinander verbindbar (Freilauf) oder untereinander blockierbar (Sperre). Der dem Gleichgangzylinder zugeordnete hydraulische Steuerblock kann neben dem eigentlichen Schaltventil noch ein Druckminderventil aufweisen, um den von einer Druckmittelquelle zur Verfügung gestellten Betriebsdruck auf einen gewünschten Vorspanndruck zu reduzieren.

An dem Schaltventil kann eine Stellungsüberwachung vorgesehen werden, um sicher zu gehen, dass eine gewünschte Stellung des Schaltventils auch tatsächlich eingenommen worden ist. Andernfalls könnte es beim Anfahren der Plastifizier- und Einspritzeinrichtung zu Beschädigungen kommen, wenn die Stellung „Blockierung" zwar angesteuert, aber nicht richtig eingenommen worden ist.

In einer Weiterbildung ist ein Wegmessystem zur Erfassung der Position der Plastifizier- und Einspritzeinheit vorgesehen. In Abhängigkeit von dem Signal dieses Wegmesssystems kann das dem Gleichgangzylinder zugeordnete Schaltventil betätigt werden. Sicherheitshalber kann vorgesehen werden, das Schaltventil erst zu betätigen und auf Freilauf zu schalten, wenn eine angefahrene Position über eine vorgebbare Zeitspanne nicht verlassen worden ist und somit mit Sicherheit feststeht, dass keine Bewegung mehr stattfindet. Beispielsweise kann hierzu ein Toleranzbereich um einen bestimmten Wegpunkt vorgegeben werden.

In einer anderen Weiterbildung ist ein Druckaufnehmer zur Erfassung des mit Verfahrzylindern erzeugten Düsenanpressdrucks vorgesehen. In Abhängigkeit von dem Signal des Druckaufnehmers kann das dem Gleichgangzylinder zugeordnete Schaltventil betätigt werden. Wenn der Düsenanspressdruck einen voreingestellten Wert überschritten hat, kann davon ausgegangen werden, dass die Plastifizier- und Einspritzeinheit ihre vordere Position eingenommen hat und sich nicht mehr bewegt. Auch hier kann über eine bestimmte Zeitspanne eine Überwachung erfolgen, dass sich der Druck nicht aus einem vorgegebenen Toleranzband herausbewegt und somit mit Sicherheit feststeht, dass keine Bewegung mehr stattfindet.

Die beiden zuvor genannten Maßnahmen, nämlich die Wegmessung und die Druckmessung, können auch miteinander kombiniert werden.

Nachfolgend soll die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und unter Bezugnahme auf die einzige Figur näher erläutert werden.

Gemäß der Figur sind bei einer Plastifizier- und Einspritzeinheit für eine Spritzgießmaschine eine Plastifiziereinheit 1 und eine Einspritzeinheit 2 über eine Schmelzeleitung 3 starr miteinander verbunden. Die Schmelzeleitung kann als Heißkanal 3 ausgebildet sein und mittels geeigneter Temperiermittel, wie beispielsweise Heizbänder 4, auf dem gewünschten Temperaturniveau gehalten werden. Die Plastifiziereinheit umfasst eine in einem Plastifizierzylinder 5 dreh- und linearanteibbare Schnecke 6 sowie einen Elektromotor 7 für den Drehantrieb und einen ersten Hydraulikantrieb 8 für den Linearantrieb der Schnecke. Die Drehantriebswelle 9 verfügt über Längsnuten, die im Eingriff mit entsprechenden Längsnuten in einem Sackloch 10 in dem Kolben 11 des Hydraulikantriebs 8 sind. Die Einspritzeinheit 2 umfasst einen in einem Einspritzzylinder 12 mittels eines zweiten Hydraulikantriebs 13 linear verfahrbaren Einspritzkolben 14. An ihrem vorderen Ende verfügt die Einspritzeinheit über eine Einspritzdüse 15 mit einem Verbindungsstück 16, in dem ein Stellglied 17 mittels eines hydraulischen Stellantriebs 18 zwischen mehreren Stellungen verfahren werden kann. In einer Dosierstellung (wie dargestellt) befindet sich das Stellglied in einer oberen Position und Schmelze kann über den Heißkanal 3 in den Einspritzzylinder 12 strömen. In einer Einspritzstellung befindet sich das Stellglied in einer unteren Position und Schmelze kann aus dem Einspritzzylinder 12 durch die nunmehr einen durchgängigen Kanal aufweisende Einspritzdüse in ein hier nicht dargestelltes Formwerkzeug gespritzt werden.

Die gesamte Plastifizier- und Einspritzeinheit kann mittels ein oder mehrerer Fahrzylinder 19 an ein Formwerkzeug herangefahren und von diesem weggefahren werden. Ein erster hydraulischer Steuerblock 20 weist eine Zuleitung 21 auf, die an eine Druckmittelquelle 22 angeschlossen ist sowie eine Ableitung 23 zu einem Tank 24. Von dem Steuerblock 20 werden der zweite Hydraulikantrieb 13 sowie die Verfahrzylinder 19 mit Hydraulikflüssigkeit versorgt. Mittels eines Wegmesssystems 25 kann die Verfahrbewegung der Plastifizier- und Einspritzeinheit überwacht werden. Desweiteren weist dieser hydraulische Steuerblock einen oder mehrere Druckaufnehmer 26 auf, um den Druck in den Verfahrzylindern und/oder in der Einspritzeinheit zu erfassen.

Die Plastifiziereinheit 1 ist auf der Einspritzeinheit 2 verschieblich abgestützt, beispielsweise mittels Wälzlager 27. Die Einspritzeinheit 2 kann aber auch an mehreren Stellen gelagert sein und es können auch Gleitlager anstelle von oder zusätzlich zu den Wälzlagern 27 vorgesehen werden. Die Achsen von Einspritzeinheit und Plastifiziereinheit liegen im wesentlichen parallel zueinander; gemäß dem Ausführungsbeispiel der Figur liegen diese Achsen exakt parallel zueinander. Sie können aber auch einen Winkel miteinander bilden, wenn beispielsweise zwei Einspritzeinheiten in einer Ebene in V-Stellung einer Schließeinheit zugordnet sind, die von einer Plastifiziereinheit mit Schmelze versorgt werden. Zwischen der Plastifiziereinheit 1 und der Einspritzeinheit 2 ist ein Gleichgangzylinder 28 mit einem Kolben 29, zwei Kolbenstangen 30, 31 und zwei Zylinderräumen 32, 33 vorgesehen. Man spricht auch von einem doppeltwirkenden Zylinder mit beidseitiger Kolbenstange. Die in der Figur linke Seite des Gleichgangzylinders 28 ist mittels einer ersten Halterung 34 starr an der Einspritzeinheit 2 befestigt, wobei diese Halterung 34 eine Ausnehmung aufweist, in der die linke Kolbenstange 30 frei beweglich ist. Die rechte Kolbenstange 31 ist mittels einer zweiten Halterung 35 starr an der Plastifiziereinheit 1 befestigt. Von einem zweiten hydraulischen Steuerblock 36 verlaufen Hydraulikleitungen 37 und 38 zu den beiden Zylinderräumen 32 und 33. Diese Hydraulikleitungen 37 und 38 können Messanschlüsse 39 und 40 aufweisen, beispielsweise für Druckaufnehmer und/oder zum Entlüften des Gleichgangzylinders 28. Der hydraulische Steuerblock 36 steht über eine Verbindungsleitung 41 und die Hydraulikleitung 21 mit der Druckmittelquelle 22 in Verbindung. Eine weitere Hydraulikleitung 42 führt in einen Sammelbehältnis 43 für Leckölverluste. In dem hydraulischen Steuerblock 36 sind ein Sperrventil mit Freilauffunktion, nämlich ein elektrisch ansteuerbares 4/2-Wegeventil 44 mit einer Rückstellfeder und einer Stellungsüberwachung, ein 3-Wege-Druckminderventil 45 sowie ein Rückschlagventil 46 vorgesehen. In der in der Figur dargetellten linken Schaltstellung des 4/2-Wegeventils 44 sind die beiden Zylinderräume 32 und 33 über die Hydraulikleitungen 37 und 38 miteinander verbunden (Freilauffunktion) und über den Anschluß P erfolgt lediglich eine Druckmittelzufuhr zum Ausgleich von Leckölverlusten, die über den Anschluß T und die Hydraulikleitung 42 in das Sammelbehältnis 43 abgeführt werden. In der rechten Schaltstellung des 4/2-Wegeventils ist der Freilauf gesperrt, d. h. die Zylinderräume 32 und 33 sind hydraulisch blockiert und eine Bewegung des Kolbens 29 kann nicht erfolgen.

Nachfolgend soll die Verwendung und die Wirkungsweise des Gleichgangzylinders beim Einsatz der Plastifizier- und Einspritzeinheit näher erläutert werden.

Verfahren der Plastifizier- und Einspritzeinheit:

Bevor die Plastifizier- und Einspritzeinheit in Bewegung gesetzt wird, ist das 4/2-Wegeventil in die rechte Schaltstellung zu bringen, wodurch der Freilauf unterbrochen wird. Hierdurch kommt es zu einer hydraulisch starren Verbindung der Plastifiziereinheit 1 mit der Einspritzeinheit 2. Um sicherzugehen, dass dieser Freilauf tatsächlich deaktiviert ist, wird an dem 4/2-Wegeventil 44 eine Stellungsüberwachung vorgesehen. Erst nach dem Freigabesignal dieser Stellungsüberwachung darf die Fahrbewegung mittels der Verfahrzylinder 19 durchgeführt werden. Während dieser Verfahrbewegung, die in beiden Richtungen durchgeführt werden kann, wird das 4/2-Wegeventil 44 permanent angesteuert. Eine Verfahrbewegung in Richtung des hier nicht dargestellten Formwerkzeugs („Aggregat vor”) gilt dann als abgeschlossen, wenn entweder der eingestellte Düsenanpressdruck oder ein vorgegebener Wegpunkt erreicht wurde. Das Erreichen des Düsenanpressdrucks kann über den Druckaufnehmer 26 und das Erreichen des Wegpunkts mittels des Wegmesssystems 25 überwacht werden. Nach dem Erreichen des gesetzten Wegpunkts oder des gesetzten Düsenanpressdrucks wird der Freilauf des 4/2-Wegeventils 44 sicherheitshalber noch für eine kurze Zeitspanne gesperrt gehalten, beispielsweise für eine Zeitraum von 500 Millisekunden. Während dieser Zeitspanne kann überwacht werden, ob es zu einer Weg- oder Druckänderung kommt, was auf eine fortgesetzte Bewegung der Plastifizier- und Einspritzeinheit hinweisen würde. Nur wenn in dieser Zeit keine über einen gesetzten Toleranzbereich hinausgehende Änderung des Wegpunktes oder des Druckniveaus beim Düsenanspressdruck vorliegt, kann das 4/2-Wegeventil in die linke Schaltstellung gemäß der Figur geschaltet und der Freilauf aktiviert werden.

Bei einer Verfahrbewegung der Plastifizier- und Einspritzeinheit in Richtung „Aggregat zurück" findet nur das Wegmesssystem 25 Berücksichtigung. Bei Erreichen des vorgegebenen hinteren Wegpunktes erfolgt auch hier sicherheitshalber eine weitere Überwachung des Wegpunktes über eine kurze Zeitspanne, ob der Wegpunkt innerhalb eines vorgegebenen Toleranzbereichs bleibt und man somit mit Sicherheit einen Stillstand der Bewegung annehmen kann. Erst danach wird das 4/2-Wegeventil in die linke Schaltstellung gemäß der Figur geschaltet und der Freilauf aktiviert.

Stillstand und Betrieb der Plastifizier- und Einspritzeinheit

Befindet sich die Plastifizier- und Einspritzeinheit im Stillstand, also beispielsweise in der vorderen Position mit Düsenanpresskraft („Aggregat vorne") oder in der hinteren von dem Formwerkzeug weggefahrenen Position („Aggregat hinten"), befindet sich das 4/2-Wegeventil 44 in der linken Schaltstellung wie in der Figur dargestellt, in der die Zylinderräume 32 und 33 miteinander fluidisch in Verbindung stehen; das 4/2-Wegeventil 44 befindet sich in der Stellung „Freilauf". In dieser Stellung sind die Plastifiziereinheit 1 und die Einspritzeinheit 2 relativ zueinander beweglich. Damit können unterschiedliche Wärmeausdehnungen zwischen der Plastifiziereinheit 1 und der Einspritzeinheit 2 ausgeglichen werden, ohne dass der Heißkanal 3 mechanischen Belastungen unterliegt. Hierdurch kann der Heißkanal 3 kleiner und damit kostengünstiger dimensioniert werden.

Um den Leckageverlust des 4/2-Wegeventils 44 zu kompensieren, wird der Gleichgangzylinder 28 mit dem im System vorhandenen Druck und der erforderlichen Menge aus der Druckmittelquelle 22 versorgt. Mittels des 3-Wege-Druckminderventil 45 kann der Betriebsdruck auf den gewünschten Vorspanndruck reduziert werden. Als Absicherung gegen eine unbeabsichtigte Druckabsenkung in dem System dient das Rückschlagventil 46.

1
Plastifiziereinheit
2
Einspritzeinheit
3
Heißkanal
4
Heizbänder
5
Plastifizierzylinder
6
Schnecke
7
Elektromotor
8
Erster Hydraulikantrieb
9
Drehantriebswelle
10
Sackloch
11
Kolben
12
Einspritzzylinder
13
Zweiter Hydraulikantrieb
14
Einspritzkolben
15
Einspritzdüse
16
Verbindungsstück
17
Stellglied
18
Stellantrieb
19
Verfahrzylinder
20
Erster hydraulischer Steuerblock
21
Hydraulikleitung
22
Druckmittelquelle
23
Hydraulikleitung
24
Tank
25
Wegmesssystem
26
Druckaufnehmer
27
Wälzlager
28
Gleichgangzylinder
29
Kolben
30
Linke Kolbenstange
31
Rechte Kolbenstange
32
Linker Zylinderraum
33
Rechter Zylinderraum
34
Erste Halterung
35
Zweite Halterung
36
Zweiter hydraulischer Stellblock
37, 38
Hydraulikleitungen
39, 40
Messanschlüsse
41
Verbindungsleitung
42
Lecköl-Hydraulikleitung
43
Sammelbehältnis
44
4/2-Wegeventil
45
Druckminderventil
46
Rückschlagventil
47
Steuerung


Anspruch[de]
Vorrichtung zum Plastifizieren und Einspritzen von Material in ein Formwerkzeug, mit einer oder mehreren Plastifiziereinheiten sowie mit einer oder mehreren Einspritzeinheiten, die über eine oder mehrere Schmelzeleitungen miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass wenigstens ein Gleichgangzylinder zwischen der oder den Plastifiziereinheiten einerseits und der oder den Einspritzeinheiten andererseits vorgesehen ist, dessen Zylinderräume wahlweise hydraulisch blockierbar oder hydraulisch untereinander verbindbar (Freilauf) sind. Vorrichtung zum Plastifizieren und Einspritzen von Material in ein Formwerkzeug, mit einer Plastifiziereinheit (1) und einer Einspritzeinheit (2), die über eine oder mehrere Schmelzeleitungen (3) miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen der Plastifiziereinheit (1) und der Einspritzeinheit (2) ein Gleichgangzylinder (28) vorgesehen ist, dessen Zylinderräume (32, 33) wahlweise hydraulisch blockierbar oder hydraulisch untereinander verbindbar (Freilauf) sind. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das eine Ende des Gleichgangzylinders (28) an der Einspritzeinheit (2) befestigt ist und dass die aus dem gegenüberliegenden Ende des Gleichgangzylinders (28) herausragende Kolbenstange (31) an der Plastifiziereinheit (1) befestigt ist. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das eine Ende des Gleichgangzylinders (28) an der Plastifiziereinheit (1) befestigt ist und dass die aus dem gegenüberliegenden Ende des Gleichgangzylinders (28) herausragende Kolbenstange (30) an der Einspritzeinheit (1) befestigt ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Zylinderräume (32, 33) des Gleichgangzylinders (28) über Hydraulikleitungen (37, 38) und ein Schaltventil (44), insbesondere ein Sperrventil mit Freilauffunktion, miteinander verbindbar (Freilauf) oder untereinander blockierbar (Sperre) sind. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Schaltventil (44) an eine Druckmittelquelle (22) angeschlossen ist, vorzugsweise über ein Druckminderventil (45), und dass ein Behältnis (43) vorgesehen ist, in das Lecköl aus dem Schaltventil (44) abführbar ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Schmelzeleitungen als Heißkanal (3) ausgebildet sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass Mittel zum Verfahren der Vorrichtung, beispielsweise Verfahrzylinder (19), sowie ein Wegmessystem (25) zur Erfassung der Position der Vorrichtung vorgesehen sind, dass ein dem Gleichgangzylinder (28) zugeordneter hydraulischer Steuerblock (36) mit wenigstens einem Schaltventil (44) vorgesehen ist und dass das Schaltventil (44) von einer Steuerung (47) in Abhängigkeit von dem Signal des Wegmessystems (25) betätigbar ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass ein oder mehrere Verfahrzylinder (19) zum Verfahren der Vorrichtung sowie ein den Verfahrzylindern (19) zugeordneter hydraulischer Steuerblock (20) mit einem Druckaufnehmer (26) zur Erfassung des mit den Verfahrzylindern (19) erzeugten Düsenanpressdrucks vorgesehen sind, dass ein dem Gleichgangzylinder (28) zugeordneter hydraulischer Steuerblock (36) mit wenigstens einem Schaltventil (44) vorgesehen ist und dass das Schaltventil (44) von einer Steuerung (47) in Abhängigkeit von dem Signal des Druckaufnehmers (25) betätigbar ist. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Plastifzier- und Einspritzeinheiten einer Spritzgießmaschine im Wesentlichen parallel zueinander angeordnet sind. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Plastifiziereinheiten und die Einspritzeinheiten über verzweigte Schmelzeleitungen miteinander verbunden sind. Verfahren zum Betreiben einer Vorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Zylinderräume des oder der Gleichgangzylinder hydraulisch blockiert werden, um eine starre Verbindung über den Gleichgangzylinder zu realisieren oder hydraulisch untereinander verbunden zu werden (Freilauf), um eine Relativbewegung zwischen den Plastifizier- und Einspritzeinheiten zuzulassen. Verfahren nach Anspruch 12, wobei ein Wegmesssystem vorgesehen ist, mit dem die Position der gesamten Plastifizier- und Einspritzeinrichtung erfasst wird, wobei mit einer Steuerung in Abhängigkeit von der Position ein Schaltventil betätigt wird, um die Zylinderräume untereinander zu verbinden (Freilauf), wenn sich die Plastifizier- und Einspritzeinrichtung in einer vorgegebenen Position befindet, insbesondere einer vorderen oder einer hinteren Position, und wenn sich diese Position über eine vorgebbare Zeitspanne nicht aus einem vorgebbaren Toleranzbereich herausbewegt hat. Verfahren nach Anspruch 12 oder 13, wobei ein Druckmesssystem vorgesehen ist, mit dem der Düsenanpressdruck der gesamten Plastifizier- und Einspritzeinrichtung erfasst wird, wobei mit einer Steuerung in Abhängigkeit von dem Wert des Düsenanspressdrucks ein Schaltventil betätigt wird, um die Zylinderräume untereinander zu verbinden (Freilauf), wenn der Düsenanpressdruck einen vorgegebenen Wert überschritten hat und wenn sich dieser Wert über eine vorgebbare Zeitspanne nicht aus einem vorgebbaren Toleranzbereich herausbewegt hat. Verfahren nach einem der Ansprüche 12 bis 14, wobei die Zylinderräume des Gleichgangzylinders hydraulisch blockiert werden, bevor die Plastifizier- und Einspritzeinrichtung in Bewegung versetzt wird.






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