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Dokumentenidentifikation DE102007005757B4 23.10.2008
Titel Isolierscheibenelement mit einer gewölbten Scheibe
Anmelder Saint-Gobain Glass Deutschland GmbH, 52066 Aachen, DE;
SAINT-GOBAIN SEKURIT Deutschland GmbH & Co. KG, 52066 Aachen, DE
Erfinder Buchwald, Detlef, 13595 Berlin, DE;
Krößel, Oliver, 10827 Berlin, DE;
Mäuser, Helmut, 52134 Herzogenrath, DE;
Immerschitt, Stefan, Dr., 53773 Hennef, DE;
Hauser, Hubert, 52146 Würselen, DE
DE-Anmeldedatum 06.02.2007
DE-Aktenzeichen 102007005757
Offenlegungstag 14.08.2008
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 23.10.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 23.10.2008
Free division/divided out on the grounds of lack of unity 102007063599.2
IPC-Hauptklasse E06B 3/663(2006.01)A, F, I, 20070206, B, H, DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung bezieht sich auf ein Isolierscheibenelement mit einer gewölbten Scheibe mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Patentanspruchs 1.

Unter einem Isolierscheibenelement im Sinne dieser Beschreibung wird ein aus mindestens zwei starren Scheiben und einem diese beiden Scheiben miteinander verbindenden Abstandhalterahmen gebildetes Flächenelement verstanden. Der Abstandhalterahmen wird mithilfe von dünnen Klebeschichten mit den Scheibeninnenflächen verbunden. Die beiden einander zugewandten Hauptflächen der starren Scheiben und der Abstandhalterahmen umschließen einen Scheibenzwischenraum, der in der Regel luft- und feuchtedicht abgeschlossen ist. Unter „starr" wird hier die relative Steifigkeit von Glas- und Kunststoffscheiben im Vergleich zu weicheren Materialien verstanden.

Für die Zwecke der hier zu beschreibenden Erfindung kommen starre Scheiben aus Glas und aus Kunststoff infrage, und dies sowohl in monolithischer als auch in Verbundausführung (mindestens zwei starre, mit einer Klebeschicht oder -folie flächig-adhäsiv miteinander verbundene Scheiben). Ferner können sowohl vorgespannte, teilvorgespannte und nicht vorgespannte Glasscheiben verwendet werden.

EP 0 921 260 B1 offenbart eine solche Isolierscheibe mit einer ebenen und einer zylindrisch gewölbten starren Scheibe. Im Bereich der verhältnismäßig hohen Wölbung ist der als Hohlprofil ausgeführte Abstandhalterahmen dieses Scheibenelements mit einem abragenden Steg ausgestattet, der den sichelförmigen Spalt zwischen dem gerade durchlaufenden Hohlprofil und der gewölbten Scheibe auszufüllen hat. Eine solche Sonderkonstruktion eines Abstandhalters ist verhältnismäßig aufwändig und damit teuer.

Aus EP 1 657 396 A2 ist ein Isolierscheibenelement mit einer zylindrisch gewölbten Scheibe bekannt, dessen Abstandhalter in dem besagten Wölbungsbereich aus einem Vollprofilabschnitt, z. B. aus Glas, besteht.

Hohlprofil-Abstandhalter sind meist mit einem Trocknungsmittel gefüllt, das dem Scheibenzwischenraum in gewissen Grenzen jegliche Restfeuchte und nachträglich eindringende Feuchtigkeit entzieht. Damit wird das Beschlagen der Scheiben von innen dauerhaft verhindert, solange kein äußerer Schaden (z. B. Scheibenriss, Ablösen der Verklebung zwischen Abstandhalterahmen und Scheiben) eintritt.

Auch DE 203 04 806 U1 beschreibt unter anderem Isolierscheibenelemente mit zylindrisch gewölbten starren Scheiben, wobei dort die beiden Scheiben unterschiedliche Wölbungsradien haben können. Über die Ausführung des Abstandhalterahmens in diesem Wölbungsbereich schweigt sich das Dokument allerdings aus.

Es ist mannigfach bekannt, Abstandhalterahmen für Isolierscheibenelemente aus einem extrudierbaren elastomeren, ggf. thermoplastischen Material herzustellen. Dies dient vor allem dem Zweck, den Wärmeübergang durch Wärmeleitung im Randbereich der Isolierscheiben zu minimieren („warm edge"-Isolierscheiben). Solche elastomeren Abstandhalter erfordern aber noch weitere Maßnahmen, damit ihre Dichtheit gegen Wasserdampfdiffusion mit den Werten metallischer Abstandhalter Schritt halten kann. Das elastomere Material allein genügt hierzu nicht. Deshalb umfassen die meisten elastomeren Abstandhalterahmen noch zusätzlich metallische Einlagen, sind äußerlich metallisiert oder mit einer dünnen Folie belegt. Auch ist es bekannt, diese Materialien mit Trocknungsmitteln gegen Feuchtigkeit im Scheibenzwischenraum zu vermischen.

EP 0 875 654 A1 beschreibt einen Hohlprofil-Abstandhalter aus elastomerem Material, dessen mechanische Widerstandsfähigkeit durch eingebettete Glasfasern erhöht wird.

EP 1 195 497 A2 beschreibt die Herstellung eines Isolierscheibenelements mit einem elastomeren und nach dem Auftragen (Extrudieren) auf eine der starren Scheiben noch plastisch verformbaren Abstandhalterahmen. Damit die beim Auflegen der zweiten Scheibe durch Komprimieren des Abstandhalterahmens verdrängte Luft entweichen kann, ohne dass man den Abstandhalterahmen zunächst mit einer Lücke versehen muss, wird nach dieser Beschreibung zunächst der Abstandhalterahmen auf einer Seite stärker komprimiert als eigentlich erforderlich, während die Scheibe auf der gegenüber liegenden Seite noch nicht angelegt wird. Sodann wird die Scheibe auch auf diese gegenüber liegende Seite des Abstandhalterahmens aufgelegt, und letzterer auf seine Sollstärke komprimiert. Dabei wird auch bis vor dem Schließen des letzten Spalts noch die eingeschlossene Luft nach und nach verdrängt. Als letzter Schritt wird dann die zunächst stärker komprimierte Seite des Abstandhalterahmens auf die „Solldicke” gezogen. Das Dokument befasst sich jedoch nicht mit der Verwendung gewölbter Scheiben in einem solchen Isolierscheibenelement.

Aus DE 30 02 904 A1 sowie unter dem Handelsnamen „swiggle strip" ist ferner ein elastomeres Material mit flexibler Metalleinlage z. B. für Abstandhalterahmen von Isolierscheibenelementen bekannt. Dieses Material eignet sich auch zum Verbinden zweier gleichsinnig gekrümmter starrer Scheiben zu einem Isolierglaselement. Bei dem dort gezeigten gewölbten Scheibenelement ist allerdings der Abstand zwischen den Scheiben auch im Bogenbereich überall gleich.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein weiteres Isolierscheibenelement mit mindestens einer gewölbten Scheibe und einem Abstandhalterahmen anzugeben, der im Bereich der Scheibenwölbung einen in seiner Längserstreckung gesehen veränderlichen Querschnitt hat.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Die Merkmale der Unteransprüche geben vorteilhafte Weiterbildungen dieser Erfindung an.

Ausgehend von den bekannten Isolierscheibenelementen mit gewölbten starren Scheiben ist gemäß der Erfindung die Wölbung des Abstandhalterahmens durch beim Aufdrücken der gewölbten Scheibe erzwungenes plastisches Verformen des Abstandhalterahmen-Materials erreicht. Man erkennt das am fertigen Produkt daran, dass der Abstandhalterahmen lokale Aufdickungen durch verdrängtes Material aufweist, die natürlich im Bereich der größten Verformung dicker sind als im Bereich der größten Bogenhöhe. Außerhalb des Scheibenzwischenraums können solche Aufdickungen ggf. entfernt/abgetragen werden. Abgesehen davon können sie durch Anbringen einer Außen- oder Sekundärdichtung (Polysulfid-Abschluss) in an sich bekannter Weise kaschiert werden.

Das in DE 30 02 904 A1 beschriebene Material eignet sich, ggf. nach bestimmten, im folgenden noch beschriebenen Modifikationen, für diesen erfindungsgemäßen Anwendungsfall. Natürlich können auch andere, gleichartige Materialien zum Kompensieren der Wölbungsdifferenzen verwendet werden, sofern sie die erforderliche plastische Verformbarkeit aufweisen. Es muss sich nicht unbedingt um ein thermoplastisches Material handeln, das zum Verformen erst noch erwärmt werden oder das nur im noch warmen Zustand nach dem Auftragen verformt werden kann. Dauerhaft bei Raumtemperatur plastisch verformbare Materialien sind grundsätzlich auch geeignet, sofern sie die für den Isolierverbund benötigten Festigkeitswerte und hinreichende Haftung an den Flächen der starren Scheiben aufweisen.

Wenngleich der bevorzugte Ausführungsfall die Kombination einer gewölbten und einer ebenen Scheibe ist, so können doch erfindungsgemäß auch zwei unterschiedlich gewölbte Scheiben unter Nutzung der Ausgleichsfähigkeit des elastomeren Abstandhalters in dem Bereich unterschiedlicher Wölbungen miteinander verbunden werden.

Natürlich kann die Erfindung nicht nur bei zylindrisch gewölbten Scheiben, sondern auch bei bis zu ihren Kanten hin räumlich gewölbten Scheiben angewendet werden, bei denen also mehr als zwei gewölbte Seitenkanten mit dem Abstandhalter zu verbinden sind. In diesem Fall wird die Verformbarkeit des Materials des Abstandhalterahmens an jeder gewölbten Kante genutzt, an der unterschiedliche Krümmungen oder Wölbungen zwischen den Scheibenpaaren zu kompensieren sind.

Es kann beim Ausführen der vorliegenden Erfindung von Nutzen sein, an Kanten ohne Wölbung und an Kanten im Wölbungsbereich unterschiedliche Grundhöhen des Abstandhalterahmens zu verwenden, d. h. diesen beispielsweise aus insgesamt vier Abschnitten (zwei unterschiedliche Abschnittspaare) zusammenzusetzen. Im Bereich der Wölbung wird man eine breitere Ausführung mit dem benötigten Kompressionsvolumen verwenden, im Bereich ohne Wölbung kann das Profil schmaler sein. Das hat den Vorteil, dass man das Material an den Längskanten nicht so stark komprimieren muss. Man würde damit auch größere Bogenhöhen realisieren können.

Nachteilig wäre bei dieser Ausführung allerdings, dass in jeder Ecke eine Naht- oder Fugenstelle vorliegt, die eigens abgedichtet werden muss.

In einer solchen Ausführung wäre es auch möglich, die Abschnitte des Abstandhalterahmens, in denen kein Wölbungsausgleich erforderlich ist, aus einem konventionellen Material bis hin zu den üblichen metallischen Abstandhalterahmen herzustellen. Es wäre sogar denkbar, den gesamten Abstandhalterahmen aus konventionellen Metallprofilen herzustellen und diese nur im Wölbungsbereich mit einer Auflage aus einem plastisch verformbaren und zum Ausgleich der Wölbung fähigen Material zu versehen. Hiermit ist nicht der Ausgleich von geringen Unebenheiten einer Scheibe gemeint (der natürlich auch mit den normalen Klebematerialien zwischen Abstandhalterahmen und Scheibenoberfläche in geringem Maße möglich ist), sondern ausschließlich ein Ausgleich von Wölbungsunterschieden mit Bogenhöhen im Millimeterbereich.

Ferner kann man die Erfindung je nach Höhe der Wölbung mit vorgewölbten oder auch mit ebenen Scheiben ausführen, denen die Wölbung erst beim Komprimieren des Abstandhalterahmens im Rahmen ihrer elastischen Verformbarkeit aufgezwungen wird. Eine solche „Kaltbiegung" kann mithilfe der starken Adhäsion des Abstandhalterahmens beim fertigen Produkt erhalten bleiben, sofern das Material des Abstandhalterahmens eine hinreichende Formstabilität und Langzeit-Kriechfestigkeit hat.

Schließlich können in ein solches Isolierscheibenelement in an sich bekannter Weise auch elektrische und/oder elektronische Funktionselemente eingebaut oder integriert werden. Diese können sich sowohl im Scheibenzwischenraum als auch innerhalb einer als starre Scheibe eingesetzten Verbundscheibe befinden, wenn man sie nicht auf einer der Außenflächen anordnen kann oder will. Hier kommen z. B. Funktionselemente wie elektrochrome oder elektrolumineszente Flächengebilde, Leuchten, Displays, Solarzellen, Sensoren und Indikatoren, Heizelemente und/oder Antennen infrage. Auch nicht-elektrische Elemente wie z. B. thermochrome oder photochrome Flächenelemente, sowie natürlich transparente und/oder opake Beschichtungen, insbesondere Wärmedämmungen und/oder Licht- und/oder Farbfilter können mit erfindungsgemäßen Isolierscheibenelementen kombiniert werden.

Isolierscheibenelemente der hier beschriebenen Bauart eignen sich für unterschiedlichste Einsätze sowohl in Fahrzeugen als auch in Gebäuden. Beispielsweise können solche Isolierscheibenelemente in Fahrzeugverglasungen – z. B. in Omnibussen – eingesetzt werden, und dort vorzugsweise in dem Bereich des Übergangs von der Seitenverglasung zum Dach. Die gewölbte Scheibe liegt dann auf der Außenseite und ist in die Außenkontur eingepasst. Die ebene oder anders gewölbte Innenscheibe kann dann mit zusätzlichen Funktionselementen, beispielsweise mit Flächenleuchten oder anderen Zusatzausstattungen, versehen sein.

Weitere Einzelheiten und Vorteile des Gegenstands der Erfindung gehen aus der Zeichnung eines Ausführungsbeispiels und deren sich im folgenden anschließender eingehender Beschreibung hervor.

Es zeigen in vereinfachter, nicht maßstäblicher Darstellung

1 eine Ansicht eines erfindungsgemäß ausgeführten Isolierscheibenelements;

2 eine Schnittansicht desselben Isolierscheibenelements entlang dem in 1 angedeuteten Schnittverlauf II-II;

3 zwei Ansichten von Abschnitten des Abstandhalterahmens für das Isolierscheibenelement gemäß 1 und 2;

4 eine Explosionsdarstellung eines erfindungsgemäßen Isolierscheibenelements vor dem Auflegen der gewölbten starren Scheibe auf den vorbereiteten Abstandhalterahmen.

In 1 sieht man den Grundriss eines Isolierscheibenelements 1 mit oben liegender gewölbter starrer Scheibe 2 und einer darunter liegenden ebenen starren Scheibe 3. Diese steht in der hier erörterten Ausführung an einer Längskante um einige Zentimeter über den Umriss der gewölbten Scheibe 2 vor, so dass ein Stufen-Isolierscheibenelement gebildet ist.

Unterhalb der oberen Scheibe 2 ist der Umriss eines Abstandhalterahmens 4 angedeutet, der sich umlaufend über den gesamten Umfang des Isolierscheibenelements 1 erstreckt und zusammen mit den innen liegenden Hauptflächen der beiden starren Scheiben 2 und 3 einen luft- und feuchtedichten Scheibenzwischenraum umschreibt.

Mit 5 ist der innere Rand einer an sich opaken Farbschicht bezeichnet, die rahmenartig auf die Innenfläche einer oder beider starrer Scheiben 2/3 aufgebracht ist und das eigentliche Sichtfeld des ansonsten transparenten Isolierscheibenelements umschreibt. Diese Farbschicht dient einerseits – in an sich bekannter Weise – zum optischen Kaschieren des elastomeren Abstandhalterahmens 4 sowie seiner Klebeverbindungen mit den beiden starren Scheiben, andererseits zum Schutz des Elastomermaterials und der Klebeschichten oder -stränge vor UV-Strahlung und gegen damit langfristig einhergehende Versprödung/Klebekraftverlust.

Die opake Farbschicht ist hier der Sichtbarkeit des Abstandhalterahmens halber nicht opak dargestellt. Sie kann sich im Übrigen auch über den einseitig vorstehenden Rand der Scheibe 3 ausdehnen.

Die Wölbung der Scheibe 2 ist in 1 nicht sichtbar, weil sie sich entgegen der Blickrichtung, also aus der Zeichnungsebene heraus, erhebt.

Ein Blick auf den Schnitt entlang der Linie II-II in 1, wie in 2 dargestellt, veranschaulicht die Form und die Konfiguration des Abstandhalterahmens 4 in dem Wölbungsbereich. Im restlichen Bereich des Scheibenelement-Umfangs, dort wo die Scheibenränder parallel zueinander liegen (Längskanten), ist der Abstandhalterahmen einfach gerade und mit konstantem Querschnitt ausgeführt. Er kann dort auch, wie schon erwähnt, mit konventionellen Metallprofil-Rahmenabschnitten ausgeführt sein.

Es sei angemerkt, dass die Bogenhöhe über der Sehne im Wölbungsbereich (hier entlang den kurzen Seitenkanten des Isolierscheibenelements) abhängig von der Länge der Sehne im Bereich von einigen Millimetern (zwischen > 0 und etwa 6 mm) liegen kann. Als Beispiel sei für eine Sehnenlänge von etwa 300 mm ein Wölbungsradius von etwa 2000 mm bei 4 mm Glasdicke genannt. Daraus ergibt sich eine maximale Bogenhöhe über der Sehne von rund 5,5 mm.

In 2 erkennt man des Weiteren einerseits, dass der Abstandhalterahmen 4 mittels einer in 1 nicht sichtbaren eingebetteten metallischen Einlage 4M versteift ist. Diese Einlage 4M hat einen gleichbleibenden Querschnitt. Das Rohmaterial für den Abstandhalterahmen 4 wird als Strangprofil endlos hergestellt (beispielsweise koextrudiert) und nach Bedarf abgelängt. Dabei ist es nicht besonders schwierig, Nahtstellen zwischen Profilabschnitten hinreichend gut abzudichten, weil das Material sehr gut plastisch verformbar ist, und auch eine gute Haftung zu gängigen Füll-, Dicht- und Klebestoffen hat.

Abgesehen davon können die Eckbereiche, die sich in dieser Darstellung beidseits des sichtbaren Abschnitts des Abstandhalterahmens 4 befinden, ohne weiteres durch Biegen des Materials erzeugt werden. Wie im Vergleich mit 1 ersichtlich, schließen sich an diese Eckbereiche die geraden Rahmen-Abschnitte der Längsseiten des Isolierscheibenelements an, in denen der Querschnitt unveränderlich ist.

Sichtbar ist in 2 auch, dass der Abstandhalterahmen 4 gegenüber den Außenkanten der beiden Scheiben 2 und 3 umlaufend geringfügig nach innen eingezogen ist. In die verbleibende umlaufende Rinne wird in an sich bekannter Weise nach Fertigstellen der Verklebung zwischen Abstandhalterahmen und starren Scheiben eine hier nicht dargestellte Sekundärdichtung aus Polysulfid eingefüllt, welche vorzugsweise die Rinne gerade vollständig ausfüllt.

Man erkennt schließlich, dass die metallische Einlage 4M in der hier gezeigten Ausführung etwas außermittig bezüglich der Längserstreckung des Abstandhalterahmens 4 liegt.

In 3 ist letzteres anhand einer Ansicht und eines rechts daneben geklappten Querschnitts etwas größer dargestellt. Diese Maßnahme ist zwar für die Herstellung eines erfindungsgemäßen Isolierscheibenelement nicht zwingend erforderlich, sondern man kann auch mit den konventionellen symmetrischen Profilen arbeiten, sofern seitlich der Einlage hinreichend verdrängbares Elastomer-Material vorhanden ist.

Die grundsätzliche Ausführung dieses Abstandhalterahmens ist aus der eingangs genannten DE 30 02 904 A1 bekannt. Man hat hier eine weitere Abwandlung dahingehend geschaffen, dass die metallische Einlage 4M zu einer Seite hin offen liegt, oder anders ausgedrückt, in einen einseitig offenen Kanal in dem Elastomer-Material eingebettet ist. Die Öffnung des Kanals liegt im Einbauzustand außen, also vom Scheibenzwischenraum abgewandt, und ist für den Betrachter nicht sichtbar. Auf der dem Scheibenzwischenraum zugewandten Seite bietet der Abstandhalterahmen ein geschlossenes, einheitliches Flächenbild.

Die Kompression des Abstandhalterahmens 4 aus dem Urzustand (wie in 3 gezeigt) und dem zwischen der gewölbten Scheibe 2 und der ebenen Scheibe 3 ausgeformten Zustand mit längs veränderlichem Querschnitt (in 3 durch eine gestrichelte gekrümmte Linie in starker perspektivischer Verkürzung des möglichen Bogens angedeutet) erfolgt in Richtung der Quer-Erstreckung der an sich flachen, aber zum Erleichtern von Verformungen (Biegungen) leicht gewellten metallischen Einlage 4M. Deshalb muss deren Breite überall geringer als der Mindestabstand zwischen den beiden starren Scheiben 2/3 sein, damit das Metall nicht mit den Scheibenflächen in Berührung kommt.

Die einseitige Öffnung des in dem Elastomer-Material des Abstandhalterahmens gebildeten Kanals für die metallische Einlage 4M erleichtert das für die Querschnitts-Änderung erforderliche Verdrängen des Elastomer-Materials. Dieses weicht im komprimierten Zustand einerseits zur Seite aus (der Abstandhalterahmen wird dort also etwas dicker), kann aber auch in den zunächst geöffneten Kanal hinein verdrängt werden und diesen teilweise oder völlig verschließen. Bei Bedarf wird man das Elastomer-Material des Abstandhalterahmens entweder im noch warmen Zustand nach dem Warmauftragen verformen, oder es zu diesem Verformungsvorgang erwärmen, sofern es nicht ohnehin bei den üblichen Verarbeitungstemperaturen (Raumtemperatur) hinreichend plastisch verformbar ist.

4 zeigt in einer Explosionsdarstellung eines Drahtmodells der Einzelteile ein Beispiel für eine Zusammenstellung eines erfindungsgemäßen Isolierscheibenelements 1 vor dem Auflegen der gewölbten Scheibe 2. Diese hat hier schon vor dem Auflegen ihre gewölbte Grundform. Sie ist auch mit einem real opaken, hier jedoch analog zu 1 nur durch seine Innenberandung 5 angedeuteten Farbschicht-Rahmen ausgestattet. Auf der ebenen Scheibe 3 sind entlang deren Außenkanten und mit geringfügigem Versatz nach innen vier Abschnitte eines Abstandhalter-Profils angeordnet, jeweils zwei Abschnitte 4.1 und 4.2. Man erkennt gut, dass die Abschnitte 4.2, die an die gewölbten Kanten der Scheibe 2 anzupassen sein werden, höher sind als die Abschnitte 4.1 entlang den geraden Längskanten des Isolierscheibenelements 1. Gestrichelt ist in den Abschnitten 4.2 je eine Linie 4A angedeutet, die den Bogen der gewölbten Scheibenkanten wiedergibt, und damit auch die Kontur, die diese Abschnitte 4.2 nach dem Auflegen und Anpressen der gewölbten Scheibe annehmen.

Den in 2 gezeigten und in 4 angedeuteten Formgebungs-Zustand der gewölbten Scheibe 2 kann man auf verschiedenen Wegen erreichen. In der Regel wird man eine zuvor zylindrisch gewölbte Scheibe 2 auf den auf die ebene Scheibe 3 schon aufgelegten Abstandhalterahmen aufsetzen und durch Pressen, ggf. in mehreren Schritten, die (Längs-)Ränder an die ebene Scheibe 3 annähern, so lange, bis der höchste Bogenbereich der Wölbung der Scheibe 2 ebenfalls sicher mit dem Abstandhalterahmen 4 adhäsiv verbunden ist. Auch in diesem Scheitelbereich wird man also sicherheitshalber zumindest eine geringfügige Kompressionsverformung des Elastomer-Materials herbeiführen. Eine zuvor gewölbte Scheibe 2 wird bei diesem Vorgang nicht unbedingt selbst noch weiter verformt, außer eventuell im Bereich elastischer Durchfederung, wobei hier bei Bedarf eine flächige Unterstützung des Gesamtbogens zum Vermeiden von Bruch möglich wäre.

Man kann aber auch die gewölbte Scheibe 2 im Bereich ihrer elastischen Verformbarkeit kalt durch einen ähnlichen Pressvorgang aus einer ursprünglich ebenen Form verformen, wenn das Scheibenmaterial nicht zu dick ist. Belastet man bei einer solchen Ausgangsform nur die (Längs-)Kanten, so wird sich zwangsläufig durch die Gegenkraft aus dem zu verformenden Abstandhalterahmen 4 eine Scheibenwölbung einstellen. Ein definiertes Maß der Bogenhöhe kann man zusätzlich durch eine mittige Abstützung im Wölbungsbereich (wirksam zwischen den Innenseiten der beiden starren Scheiben im Bereich der umlaufenden äußeren Rinne) oder auch durch eine vorübergehend zwischen die beiden starren Scheiben parallel zum zu verformenden Abstandhalterahmen eingesetzte Biegeschablone erreichen.

Selbstverständlich kommen auch Kombinationen aus beiden Verfahren in Betracht. Beispielsweise kann eine zunächst nur leicht vorgewölbte Scheibe elastisch während des Pressvorgangs in ihre endgültige Biegeform gebracht werden. Das hat den Vorteil, dass die auf den adhäsiv angeschlossenen Abstandhalterahmen nicht ganz so hohe Rückfederkräfte einwirken wie bei einer aus dem ebenen Zustand kalt gebogenen Scheibe.

Nach dem endgültigen Aushärten, Abbinden etc. der Klebeverbindungen zwischen dem Abstandhalterahmen und den starren Scheiben sowie auch Erstarren des Elastomer-Materials selbst wird die elastisch gewölbte Scheibe dann ohne weitere Maßnahmen in der gewünschten Form gehalten. Eine solche Vorgehensweise ist an sich auch von gewölbten Verbundscheiben bekannt.


Anspruch[de]
Isolierscheibenelement (1) mit mindestens einer gewölbten starren Scheibe (2), einer weiteren starren Scheibe (3) und einem die beiden Scheiben unter Einschluss eines Scheibenzwischenraums miteinander dicht adhäsiv verbindenden Abstandhalterahmen (4), der im Bereich der Verbindung zwischen der starren gewölbten Scheibe (2) und der anderen starren Scheibe einen über seine Längserstreckung gesehen in Richtung der Wölbung der Scheibe (2) veränderlichen Querschnitt hat, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalterahmen (4) zumindest in dem besagten Wölbungsbereich aus einem beim gegenseitigen Andrücken der gewölbten Scheibe (2) und der weiteren Scheibe (3) plastisch verformten elastomeren Material besteht. Isolierscheibenelement nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Abstandhalterahmen (4) eine metallische Einlage (4M) mit gleichbleibender Breite eingebettet ist. Isolierscheibenelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalterahmen (4) aus einem durchlaufenden Profilstrang mit ursprünglich gleichbleibendem Querschnitt und mit nur einer Nahtstelle hergestellt ist. Isolierscheibenelement nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Abstandhalterahmen (4) aus mehreren Abschnitten hergestellt ist, wobei die im Wölbungsbereich angeordneten Abschnitte (4.2) eine größere Ausgangsbreite als die nicht im Wölbungsbereich angeordneten Abschnitte (4.1) aufweisen. Isolierscheibenelement nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass es eine gewölbte Scheibe (2) und eine ebene Scheibe (3) oder zwei unterschiedlich gewölbte Scheiben umfasst, wobei im letzteren Fall der elastomere Abstandhalterahmen (4) die Wölbungsunterschiede durch plastische Verformung ausgleicht. Isolierscheibenelement nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der veränderliche Querschnitt des Abstandhalterahmens (4) in dem Wölbungsbereich durch Pressen und Verdrängen des elastomeren Materials hergestellt ist. Isolierscheibenelement nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die gewölbte Scheibe (2) vor dem Andrücken auf den Abstandhalterahmen (4) gewölbt ist, und/oder dass die gewölbte Scheibe (2) durch das Andrücken auf den Abstandhalterahmen (4) in ihre endgültige Form gewölbt ist. Isolierscheibenelement nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die starren Scheiben (2, 3) aus Glas oder Kunststoff bestehen. Isolierscheibenelement nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass eine starre Scheibe (2, 3) aus Glas vorgespanntes oder teilvorgespanntes oder nicht vorgespanntes Glas ist. Isolierscheibenelement nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine starre Scheibe (2, 3) eine Verbundscheibe aus zwei flächig-adhäsiv miteinander verbundenen starren Scheiben aus Glas und/oder Kunststoff ist. Isolierscheibenelement nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass sie ein transparentes Sichtfeld hat, und/oder dass in der Scheibenfläche Einbauelemente vorgesehen sind. Isolierscheibenelement nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Sekundärdichtung, insbesondere aus Polysulfid, den gesamten Abstandhalterahmen (4) außen umschließt.






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