Die Erfindung betrifft eine Zubereitung, enthaltend mindestens einen
die Blutfettwerte eines Organismus beeinflussenden Wirkstoff.
Bei diesem Wirkstoff handelt es sich um ein Mitglied einer Gruppe
von Wirkstoffen, welche in den Lipidstoffwechsel des Organismus eingreifen und zur
Behandlung damit in Zusammenhang stehender Erkrankungen eingesetzt werden.
Bei den Stoffen handelt es sich um Inhibitoren der Hydroxy-methyl-Glutaryl-CoA-Reduktase
(HMG-CoA-Reduktase).
Systemische Lipidstoffwechselstörungen, insbesondere sogenannte
Hyperlipoproteinämien sind in der Pathogenese arteriosklerotischer Gefäßerkrankungen
und deren Folgen wie Herzinfarkt, apoplektischer Insult und arterieller Verschlußerkrankungen
von großer Bedeutung. In der USA und Europa weisen circa 15 Prozent der Erwachsenen
ein erhöhtes Risiko auf, wegen erhöhter Blutlipidwerte kardiovaskuläre
Ereignisse zu erleiden. Ein sinnvoller Ansatzpunkt für die Prophylaxe, Therapie
und Behandlung der Folgen besteht darin, erhöhte Plasmalipidspiegel zu senken.
Grundlage jeder Behandlung einer Hyperlipoproteinämie ist eine
entsprechende Diät. Es muß für eine Gewichtsnormalisierung, für
eine geeignete Nahrungszusammensetzung, Fettanteil < 30% der Gesamtkalorienzahl,
für eine ausreichende Ballaststoffzufuhr und für eine reduzierte Cholesterolaufnahme,
insbesondere < 300 mg pro Tag gesorgt werden. Ferner ist eine Steigerung der
Zufuhr von ungesättigten – vor allem einfach ungesättigten –
Fettsäuren zu empfehlen, da diese die Metabolisierung von Lipoproteinen verbessern.
Ist mit den diätetischen Maßnahmen allein keine ausreichende
Normalisierung des Lipidblutspiegels zu erreichen und besteht dadurch ein erhöhtes
Arterioskleroserisiko, sind zusätzlich lipidsenkende Medikamente indiziert.
Durch die Behandlung mit lipidsenkenden Medikamenten kann eine deutliche Verminderung
dieser Erkrankungen erzielt werden. In aktuellen Studien, z. B. LCAS – Lipoprotein
and Coronary Arterosclerosis Study; LIPID – Long-term Intervention with Pravastatin
in Ischemic Disease; CARE – The Cholesterol and Recurrent Events Trial, konnte
gezeigt werden, daß die medikamentöse Therapie zur Prävention von
arteriosklerotischen Gefäßerkrankungen auch dann greift, wenn die Blutfettwerte
vor Behandlung nur leicht erhöht sind oder sogar im Normbereich liegen.
Der Langzeiterfolg von Bypass-Operationen wird oft durch Atherosklerose
in den Bypässen begrenzt. Die Progression der Atherosklerose läßt
sich durch eine konsequente Senkung des Blut-LDL-Spiegels reduzieren. Es konnte
gezeigt werden, daß die Nachbehandlung mit Lovastatin Bypässe länger
offen hält und somit zu einer verbesserten Prognose von Bypass-Operationen
führt.
Lipidsenkende Medikamente lassen sich einteilen in Stoffe, die den
Triglycerid- sowie den Cholesterol-Blutspiegel senken, und Substanzen, die hauptsächlich
den Cholesterol-Blutspiegel senken. Zu der ersten Stoffgruppe gehören zum Beispiel
Aryloxyalkancarbonsäuren, z. B. Clofibrat, Etofibrat, Etofyllinclofibrat, Bezafibrat,
Fenofibrat, Gemfibrozil, Nicotinsäure, Nicotinylalkohol und Acipimox. Beispiele
für Stoffe, die hauptsächlich den Cholesterol-Blutspiegel beeinflussen,
sind: Anionenaustauscherharze wie Colestyramin oder Colestipol; Hemmstoffe der Hydroxymethyl-Glutaryl-CoA-Reduktase,
HMG-CoA-Reduktase, Hemmstoffe wie Lovastatin, Simvastatin, Mevastatin, Pravastatin,
Fluvastatin, Cerivastatin oder Atorvastatin, Probucol, Dextrothyroxin und Sitosterol.
Diese Stoffe hemmen die Hydroxy-methyl-Glutaryl-CoA-Reduktase, ein
frühes Stadium der Cholesterolsynthese. Diese Inhibitoren sind die wirksamsten
Substanzen zur Behandlung einer Hypercholesterolämie.
Die derzeit handelsüblichen Arzneiformen sind Tabletten und Kapseln
in einer Dosierung von 5 bis 40 mg. Die Wirkstoffe werden entweder in ihrer aktiven
Form, das heißt als Natriumsalz der Hydroxysäure (z. B. Pravastatin),
oder als Pro-Drug, das heißt in ihrer Lactonform (z. B. Lovastatin), verabreicht.
Nach oraler Gabe werden jedoch nur circa 30% der applizierten Dosis aus dem Gastrointestinaltrakt
absorbiert. Der absorbierte Wirkstoffanteil unterliegt dann einem ausgeprägten
First-Pass-Effekt. Die absolute Bioverfügbarkeit liegt im Bereich von 10 bis
30%. Die durchschnittliche Eliminationshalbwertszeit der aktiven Wirkstoffform liegt
im Bereich von 1–3 Stunden; Ausnahme ist Atorvastatin mit 24 h.
Stand der Technik sind Zubereitungen, die HMG-CoA-Reduktase-Hemmstoffe
enthalten und zur topischen Anwendung bestimmt sind. Substanzen
dieser Klasse können zur Therapie von Hauterkrankungen eingesetzt werden. Dabei
dienen die HMG-CoA-Reduktase-Hemmstoffe als Antipsoriatika, beispielsweise als Hautalterungsschutzmittel,
oder zur Behandlung von Akne. Dabei ist der Wirkstoff in einer klassischen Arzneiform
wie Gel, Salbe oder Creme eingearbeitet. Ein nicht therapeutischer Einsatz besteht
darin, die hier beschriebene Substanzklasse zur Steigerung der perkutanen Absorptionsrate
von normalerweise nur ungenügend resorbierbaren Wirkstoffen einzusetzen.
So werden in der Offenlegungsschrift DE
195 41 260 A1 Pflaster beschrieben, die einen HMG-CoA-Reduktase-Inhibitor
zur Steigerung der perkutanen Absorption schlecht resorbierbarer Wirkstoffe, beispielsweise
Morphin, Theophyllin und Thyroxin, enthalten. Der HMG-CoA-Reduktase-Inhibitor ist
somit als Hilfsstoff und nicht als Wirkstoff für die therapeutische Nutzung
dieser Pflaster vorgesehen, die nicht der Behandlung von Hyperlipidämien dienen.
Auch die EP 0 782 861 A1
betrifft eine Zubereitung, die in Form eines Pflasters vorliegen kann, das den Wirkstoff
in einer selbstklebenden Matrixschicht enthält, wobei die hautabgewandte Seite
mit einer wirkstoffundurchlässigen Rückschicht abdeckbar ist. Gemäß
EP 0 782 861 A1 dienen die für
die in dieser Offenlegungsschrift offenbarte Erfindung wesentlichen Verbindungen
der N-substituierten o-Toluidinderivate als Absorptionsbeschleuniger.
Systeme, die eine transdermale Applikation dieser Substanzklasse in
Betracht ziehen, sind seltener beschrieben. US
5,629,014 A beschreibt ein System, welches unter anderem zur kontrollierten
Abgabe von Lovastatin an die Haut oder Schleimhäute geeignet ist. Dieses System
umfaßt einen als Wirkstoffreservoir dienenden mikrozellularen Polyester bzw.
Polyetherschaum. Da dieser Schaum selbst nicht klebend ist, ist ein zusätzliches
Mittel zur Fixierung des Schaumes auf der Applikationsfläche notwendig. Dieses
schaumartige System fällt relativ dick und inflexibel aus. Somit ist die Anwendung
durch den Patienten nicht sehr praktikabel, da das System, durch seine Höhe
exponiert, leicht ungewollt entfernbar ist und Körperbewegungen nicht mitmacht.
Eine transdermale Applikation von Lipidsenkern, als Gesamtgruppe genannt,
wird in der Patentschrift DE 36 34 016 C2
beziehungsweise der ihr zugrundeliegenden Offenlegungsschrift DE
36 34 016 A1 erwähnt. Dieses System ist dadurch gekennzeichnet, daß
die für die Haftung verantwortliche Komponente getrennt von dem nicht klebenden
Wirkstoffreservoir vorliegt.
Ferner werden mit der WO 99/24032
A1 transdermale therapeutische Systeme zur Verabreichung von 3,4-Diarylchromanen
offenbart, die der Verringerung oder Verhinderung von Knochenabbau dienen. Neben
ihrer Wirkung auf den Knochenabbau können die 3,4-Diarylchromane auch den Cholesterolgehalt
im Serum von Probanden senken, sind jedoch keine Inhibitoren der HMG-CoA-Reduktase.
Ausgehend vom vorgenannten Stand der Technik liegt der Erfindung die
Aufgabe zugrunde, eine Zubereitung, enthaltend mindestens einen die Blutfettwerte
eines Organismus beeinflussenden Wirkung, anzugeben, mit welcher eine über
längere Zeiträume gleichbleibend langsame sowie exakt dosierbare Abgabe
der therapeutisch wirksamen Substanz erzielt werden kann und bei der insbesondere
die absolute Bioverfügbarkeit der Substanz bei anwenderfreundlicher Art der
Applikation gewährleistet ist, und wobei die Zubereitung als Wirkstoff-Reservoir
dient.
Zur Lösung der Aufgabe wird bei einer Zubereitung der im Oberbegriff
des Anspruch 1 genannten Art mit der Erfindung vorgeschlagen, daß sie in Form
eines transdermalen therapeutischen Pflasters (TTS) vorliegt, welches den Wirkstoff
in einer an der hautabgewandten Seite mit einer wirkstoffundurchlässigen Rückschicht
abdeckbaren selbstklebenden Matrixschicht enthält.
Das transdermale therapeutische Applikationssystem nach der Erfindung
gewährleistet eine höchst effektive Arzneimitteltherapie, bei der die
Freisetzung des Wirkstoffs über einen langen Zeitraum annähern konstant
bleibt und in exakt kontrollierbarer Weise gelingt, wobei auch die absolute Bioverfügbarkeit
der Substanz signifikant gesteigert wird.
Weitere Ausgestaltungen sind entsprechend den Unteransprüchen
vorgesehen.
Die selbstklebende Masse ist dadurch gekennzeichnet, daß darin
mindestens ein die Hydroxy-Methyl-Glutaryl-CoA-Reduktase hemmender Wirkstoff enthalten
ist, vorzugsweise eines Wirkstoffs, bei dem die Strukturelemente einer Beta-Hydroxycarbonsäure
(I) oder eines Tetrahydro-4-hydroxy-6-oxo-2H-pyrans (II) enthalten
sind. Der Wirkstoff kann in Form seines Salzes oder in Form eines Esters vorliegen.
Für das erfindungsgemäße Pflaster wird eine selbstklebende
Masse auf Basis von Polyacrylat, Silikon, Polyisobutylen, Polyisopren, Polystyrol,
Ethylen-Vinylacetat, Kautschuk oder kautschukähnlicher synthetischer Homo-,
Co- bzw. Blockpolymere eingesetzt.
Massen auf Polyacrylatbasis sind dadurch gekennzeichnet, daß
zu ihrer Herstellung Acrylsäure und/oder Alkylacrylsäure, insbesondere
Methacrylsäure bzw. dessen Derivate, insbesondere die Alkylester, eingesetzt
werden. Unter den Alkylestern der Acrylsäure und/oder Methacrylsäure sind
diejenigen mit 1 bis 18 Kohlenstoffatomen im Alkylrest bevorzugt, insbesondere Methyl-,
Ethyl-, n-Butyl-, Isobutyl-, Pentyl-, 2-Ethylbutyl-, n-Hexyl-, Heptyl-, n-Octyl-,
Isooctyl-, 2-Ethylhexyl-, n-Decyl-, Isodecyl-, n-Dodecyl- und Stearylacrylat bzw.
-methacrylat. Daneben können weitere Comonomere am Aufbau des Polymers/Copolymers
beteiligt sein. Beispiele sind Acryl- und/oder Methacrylamid, Hydroxyalkylester
und Polyalkylenglykolester der Acryl- und/oder Methacrylsäure, stickstoffhaltige
Monomere der Acryl- und/oder Methacrylsäure oder deren Salze, Ethylen, Vinylacetat,
Vinylpropionat, Vinylbutyrat, Vinylpyrrolidon, Vinylchlorid, Vinyltoluol, Acrylnitril
oder Styrol.
Massen auf Silikonbasis sind dadurch gekennzeichnet, daß sie
ein großes freies Volumen, eine niedrige Glasübergangstemperatur, eine
hohe Flexibilität, und eine hohe Gaspermeabilität aufweisen, biokompatibel
sind, eine niedrige Oberflächenspannung und eine gute Benetzbarkeit besitzen,
wärmestabil sowie chemisch inert sind und über gute Klebrigkeit, Adhäsion
und Kohäsion verfügen. Typischerweise enthalten Massen auf Silikonbasis
ein Polykondensat, umfassend ein niedrigviskoses Polydimethylsiloxan und ein Silikatharz,
gekennzeichnet durch ein dreidimensionales Netzwerk. Zur Steigerung der sogenannten
Aminresistenz kann die endständige Hydroxylgruppierung des Polydimethylsiloxans
mit Trimethylsiloxan kondensiert sein.
Beispiele für kautschukähnliche synthetische Homo-, Co-
oder Blockpolymere, die erfindungsgemäß Verwendung finden können,
sind Polyisobutylen, Polyisopren, Polystyrol, Styrol-Butadien-Styrol-Copolymerisate,
Styrol-Isopren-Styrol-Copolymerisate, Styrol-Ethylen/Propylen-Styrol-Copolymerisate,
Styrol-Ethylen/Butylen-Styrol-Copolymerisate, Polyvinylether, Polyurethan, Polybutadien,
Styrol-Butadien-Copolymerisate, Styrol-Isopren-Copolymerisate oder Styrol-Isopren-Butylen-Blockcopolymerisate.
Die selbstklebende Matrixschicht enthält mindestens einen die
Permeation des Wirkstoffes durch die Haut fördernden Hilfsstoff, der aus der
Gruppe ausgewählt ist, die aus Pyrrolidonderivaten, Fettsäuren, Fettalkoholen,
Fettsäureestern, Fettethern, Paraffinderivaten, Terpenen, Ethylenglykolmonoalkylethern,
Polyoxyethylenalkylethern, Polyoxyethylenarylethern, Polyoxyethylenalkylestern,
Polyoxypropylenalkylethern, Propylenglykolfettsäurederivaten, Glycerinfettsäureestern,
Polysorbaten, Poloxameren, Dialkylsulfoxiden, Harnstoff und Harnstoff-derivaten,
Glyzerin, nativen Ölen, Laurocapramen, Phospholipiden, Amiden, Aminosäuren,
N,N-Dimethylformamid, N-Methylformamid, Acetoniden, Calciumthioglycolat, Propylenglycol,
Polyethylenglycol, Alkylsulfaten, Natriumlaurylsulfat, Tetrahydrofurfurylalkohol,
makrocyclischen Verbindungen und polaren Lösungsmitteln wie Panthenol besteht.
Ferner kann eine mit der selbstklebenden Masse verbundene Rückschicht
enthalten sein. Diese kann undurchlässig für den Wirkstoff sein und okklusiven
Charakter aufweisen. Es können beliebige Materialien eingesetzt werden, die
in herkömmlichen Präparaten Verwendung finden. Beispiele für derartige
Materialien sind Celluloseacetat, Ethylcellulose, Polyethylenterephthalat, weichgemachte
Vinylacetat-Vinylchlorid-Copolymerisate, Nylon, Ethylen-Vinylacetat-Copolymerisate,
weichgemachtes Polyvinylchlorid, Polyurethan, Polyvinylidenchlorid, Polypropylen,
Polyethylen, Polyamid oder Aluminium.
Die Zusammensetzung kann ferner enthalten: Klebrigmacher, Penetrationsverbesserer,
Mittel zur Linderung von Hautreizungen, Metallionen wie Aluminium oder Titan, und
zur Erhöhung der Kohäsion Weichmacher, Paraffine, zyklische Kohlenwasserstoffe
oder pflanzlische Öle.
Als Mittel, welche die Klebrigkeit erhöhen, können Kolophoniumharze,
Polyterpenharze, Petroleumharze, Cumaron-Inden-Harze, Terpenphenolharze,
Kohlenwasserstoffharze oder flüssige Polybutenharze verwendet werden.
Die erfindungsgemäße Zusammensetzung kann auch Mittel zur
Linderung von Hautreizungen enthalten wie Bisabolol, Kamillenöl, Allantoin,
Glyzerin oder Dipantenol.
Im folgenden wird die Erfindung anhand von Beispielen näher erläutert:
BEISPIEL: 1
626 g einer Lösung eines selbstklebenden Polymers auf Silikonbasis
(z. B. BIO PSA X7-4301, 70 Gew.-% in n-Heptan) und 48 g 2-Pyrrolidon (mit Lovastatin)
wurden gemischt und als 600 &mgr;m dicker Film mit Hilfe einer Rakel auf eine
fluorpolymerisierte Polyesterfolie (z. B. Scotchpak® 1022) aufgetragen.
Der feuchte Film wurde für 30 Minuten bei 50°C getrocknet und anschließend
mit einer Polyesterfolie (z. B. Hostaphan RN 15) kaschiert. Das Flächengewicht
eines derartig hergestellten Klebefilms betrug etwa 300 g/m2. Aus dem
Laminat wurden mittels geeigneter Stanze TTS der gewünschten Größe
ausgestanzt und die in-vitro Permeation durch isolierte Kuheuter-Haut gemessen.
Die Flußrate lag über einen Zeitraum von 72 Stunden durchschnittlich bei
0,3 &mgr;g/cm2/h.
BEISPIEL 2
459,2 g einer Lösung eines selbstklebenden Polymers auf Silikonbasis
(z. B. BIO PSA X7-4301, 70 Gew.-% in n-Heptan) und 6,6 g Ethyloleat (mit Lovastatin)
wurden gemischt und als 600 &mgr;m dicker Film mit Hilfe einer Rakel auf eine
fluorpolymerisierte Polyesterfolie (z. B. Scotchpak® 1022) aufgetragen.
Der feuchte Film wurde für 30 Minuten bei 50°C getrocknet und anschließend
mit einer Polyesterfolie (z. B. Hostaphan RN 15) kaschiert. Das Flächengewicht
eines derartig hergestellten Klebefilms betrug etwa 300 g/m2. Aus dem
Laminat wurden mittels geeigneter Stanze TTS der gewünschten Größe
ausgestanzt und die in-vitro Permeation durch isolierte Kuheuter-Haut gemessen.
Über einen Zeitraum von 72 Stunden diffundierte der eingearbeitete Wirkstoff
nahezu quantitativ durch die Kuheuter-Haut.
BEISPIEL 3
85,34 g eines selbstklebenden, Carboxylgruppen enthaltenden Polyacrylats
(z. B. Durotak 387-2052, 48,1 Gew.-% in einem Gemisch aus Ethylacetat, n-Heptan,
2-Propanol und Ethanol), 85,34 g eines hydrophilen Acrylatklebstoffgemisches (z.
B. Plastoid E 35 H, 60 Gew.-% in Ethylacetat), 12,5 g Ethylacetat sowie 8,4 g 2-Pyrrolidon
(mit Lovastatin) wurden gemischt und als 400 &mgr;m dicker Film mit Hilfe einer
Rakel auf eine silikonisierte Polyesterfolie (z. B. Hostaphan® RN
100) aufgetragen. Der feuchte Film wurde für 30 Minuten bei 50°C getrocknet
und anschließend mit einer Polyesterfolie (z. B. Hostaphan RN 15) kaschiert.
Das Flächengewicht eines derartig hergestellten Klebefilms betrug etwa 130
g/m2.
Anspruch[de]
Zubereitung in Form eines transdermalen therapeutischen Systems, welches
in einer an der hautabgewandten Seite mit einer wirkstoffundurchlässigen Rückschicht
abdeckbaren selbstklebenden Matrixschicht mindestens einen die Blutfettwerte beeinflussenden
Wirkstoff sowie mindestens einen die Permeation des Wirkstoffs durch die Haut fördernden
Hilfsstoff enthält, dadurch gekennzeichnet, daß
der genannte Wirkstoff aus der Gruppe der Hydroxymethyl-Glutaryl-CoA-Reduktase hemmenden
Wirkstoffe ausgewählt ist,
die selbstklebende Matrixschicht eine Masse auf der Basis von Polyacrylat, Silikon,
Polyisobutylen, Polyisopren, Polystyrol, Ethylen-Vinylacetat, Kautschuk oder synthetischer
Homo-, Co- oder Blockpolymere ist, und
der genannte Hilfsstoff aus der Gruppe ausgewählt ist, die aus Pyrrolidonderivaten,
Fettsäuren, Fettalkoholen, Fettsäure-Estern, Fett-Ethern, Paraffinderivaten,
Terpenen, Ethylenglykolmonoalkylethern, Polyoxyethylenalkylethern, Polyoxyethylenarylethern,
Polyoxyethylenalkylestern, Polyoxypropylenalkylethern, Propylenglykolfettsäurederivaten,
Glycerinfettsäureestern, Polysorbaten, Poloxameren, Dialkylsulfoxiden, Harnstoff
und Harnstoff-Derivaten, Glyzerin, nativen Ölen, Laurocapramen, Phospholipiden,
Amiden, Aminosäuren, N,N-Dimethylformamid, N-Methylformamid, Acetoniden, Calciumthioglycolat,
Propylenglycol, Polyethylenglycol, Alkylsulfaten, Natriumlaurylsulfat, Tetrahydrofurfurylalkohol,
makrocyclischen Verbindungen und polaren Lösungsmitteln, insbesondere Panthenol,
besteht.Zubereitung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der die
Hydroxymethyl-Glutaryl-CoA-Reduktase hemmende Wirkstoff die Strukturmerkmale
einer Beta-Hydroxycarbonsäure oder eines Tetrahydro-4-hydroxy-6-oxo-2H-pyrans
im Molekül enthält.Zubereitung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
der die Hydroxymethyl-Glutaryl-CoA-Reduktase hemmende Wirkstoff in Form eines Salzes
oder in Form eines Esters vorliegt.Zubereitung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3, dadurch
gekennzeichnet, daß der die Hydroxymethyl-Glutaryl-CoA-Reduktase hemmende Wirkstoff
Lovastatin, Simvastatin, Mevastatin, Pravastatin, Fluvastatin, Atorvastatin, Eptastatin
oder Cerivastatin ist.Zubereitung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß die selbstklebende Masse ein Schmelzkleber ist.Zubereitung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß die selbstklebende Masse mindestens einen die Klebrigkeit
erhöhenden Hilfsstoff enthält.Zubereitung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 6, dadurch
gekennzeichnet, daß die selbstklebende Masse mindestens einen Weichmacher enthält.Zubereitung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 7, dadurch
gekennzeichnet, daß die selbstklebende Masse mindestens einen Hautreizungen
lindernden Hilfsstoff enthält.Zubereitung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 8, dadurch
gekennzeichnet, daß die selbstklebende Masse mindestens einen die Kohäsion
beeinflussenden Stoff enthält.Verwendung der Zubereitung nach einem der Ansprüche 1 bis 9 zur
Herstellung eines Mittels zum Senken erhöhter Plasmalipidspiegel, insbesondere
bei systemischen Lipidstoffwechselstörungen, Hyperlipoproteinämien, Gefäßerkrankungen,
insbesondere Herzinfarkt, und arterieller Verschlußerkrankung.