PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102004061628B4 04.12.2008
Titel Türantrieb, insbesondere Drehtürantrieb
Anmelder DORMA GmbH + Co. KG, 58256 Ennepetal, DE
Erfinder Bienek, Volker, 44143 Dortmund, DE
DE-Anmeldedatum 17.12.2004
DE-Aktenzeichen 102004061628
Offenlegungstag 06.07.2006
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 04.12.2008
Veröffentlichungstag im Patentblatt 04.12.2008
IPC-Hauptklasse E05F 15/12(2006.01)A, F, I, 20051017, B, H, DE
IPC-Nebenklasse E05F 15/04(2006.01)A, L, I, 20051017, B, H, DE   

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Türantrieb, insbesondere einen Drehtürantrieb, nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.

Derartige Türantriebe sind aus der DE 102 16 982 A1 und der DE 43 23 150 B4 bekannt. Diese Türantriebe bestehen aus einer Antriebseinheit, die über eine Ausgangswelle mit einer Tür koppelbar und in einem Gehäuse angeordnet ist, einem Motor, der mit der Antriebseinheit in Antriebsverbindung steht, einem im Gehäuse angeordneten Federkraftspeicher, der mit dem Motor und der Antriebseinheit gekoppelt ist und einer Hydraulikpumpe, die mit dem Motor antriebsverbunden ist.

Ein weiterer Türantrieb ist aus der DE 295 21 068 U1 bekannt. Aus der DE 40 38 720 C2 ist ein Obentürschließer mit Gleitschienengestänge bekannt, der eine Nocken-Antriebseinheit aufweist, die einen optimalen Türmomentenverlauf und Bedienungskomfort ermöglicht. Vom Prinzip her wäre dieser Obentürschließer daher auch als Türantrieb geeignet, jedoch ha-ben im Rahmen der Erfindung durchgeführte Untersuchungen ergeben, dass beim Aufbringen von Öldruck auf die Antriebseinheit sich eine sehr ungünstige Umwandlung des hydraulischen Druckes in die sich ergebende Hub-Rotations- und erneute Hubbewegung ergibt. Denn ca. 75% der aufzubringenden Leistung sind zum Spannen des Federkraftspeichers ei-nes derartigen Türschließers erforderlich, wohingegen nur ca. 25% der Leistung zur Beschleunigung der Tür aus dem System abgegeben werden müssen. Da es ferner wünschenswert ist, die schmale Bauweise derartiger Türschließer auch für Türantriebe aufrechtzuerhalten, können die Dimensionen der Bauteile den extrem hohen Belastungen nicht angepasst werden. Somit ist der bekannte Obentürschließer trotz seiner funktionstechnischen Vorteile nicht als Türantrieb geeignet.

Ein weiterer Drehtürantrieb ist aus der DE 197 56 496 C2 bekannt. Dieser Drehtürantrieb weist eine elektromechanische Antriebseinheit auf, die mit einem Antriebsmotor und einem Getriebe und einer sich daran anschließenden Kraftübertragungseinheit für die angeschlossene Tür versehen ist. Die Kraftübertragungseinheit weist eine Spindel mit einer diese teilweise übergreifenden Spindelmutter auf, die mit einer Zahnstange kraft- und formschlüssig verbunden ist. Obwohl dieser Drehtürantrieb unsichtbar einbaubar ist, ist der Türmomentenverlauf nicht so optimal wie bei den zuvor beschriebenen Türschließern mit Nockentechnologie. Jedoch ist aufgrund der größeren Baubreite ein Einbau in Standardprofilen nicht möglich.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Türantrieb der im Oberbegriff des Anspruches 1 angegebenen Art zu schaffen, der vollständig im Tür- oder Rahmenprofil unsichtbar einbaubar ist und keine Sonderkonstruktionen der Türanlage notwendig macht.

Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt durch die Merkmale des Anspruches 1. Die Unteransprüche haben vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung zum Inhalt.

Der erfindungsgemäße Türantrieb macht aufgrund seiner kompakten Bauweise einen unsichtbaren Einbau im Tür- oder Rahmenprofil und damit eine vollständige Integrierung in die Türanlage möglich.

Insbesondere ist der Einbau in gängige schmale Türprofile möglich.

Daraus ergibt sich der Vorteil, dass keine das Design der Türanlage beeinträchtigenden Spezialtürprofile und keine Sonderkonstruktionen notwendig sind. Ferner ergibt sich der Vorteil einer wirtschaftlichen Montage bei breiter Verwendbarkeit und überdies ist es möglich, bestehende Türanlagen mit dem erfindungsgemäßen Türantrieb nachzurüsten. Ferner ergibt sich der Vorteil, dass beim erfindungsgemäßen Türantrieb eine direkte Krafteinleitung über den Kolben zum Spannen eines Federkraftspeichers möglich ist, der den Schließvorgang der Tür ohne weitere Hinzufügung einer Hilfsenergie ermöglicht. Ein derartiger Türantrieb ist somit uneingeschränkt für Brandschutztüren geeignet. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit einer Vermeidung unnötiger Belastungen der mechanischen Bauteile. Dadurch, dass die Hydraulikpumpe des erfindungsgemäßen Türantriebes direkt auf den Kolben und den Federkraftspeicher in Hydraulikverbindung steht, ergibt sich eine direkte Druckbeaufschlagung und damit eine direkte Krafteinleitung in den Federkraftspeicher, was die Vorspannung des Federkraftspeichers bewirkt. Hierdurch lassen sich die eingangs erläuterten Nachteile in vollem Umfange beheben.

Beim erfindungsgemäßen Türantrieb ergibt sich ferner die Vermeidung unnötiger Bauteilbeanspruchungen, Lagerbelastungen sowie Reibungs- bzw. Wirkungsgradverluste.

Somit kann erreicht werden, dass das zur Öffnung von Türen an der Ausgangswelle erforderliche Drehmoment z. B. mittels einer Nockenanordnung erzeugt werden kann und gleichzeitig die Federspannarbeit geleistet wird, jedoch mit einem höheren Wirkungsgrad, da die Kräfte direkt auf den Kolben wirken und die Antriebseinheit übergangen wird.

Durch das Vorsehen des dem Federkraftspeicher zugeordneten Druckraumes und einer vorzugsweise vorgesehenen speziellen Hydrauliksteuerung, wie z. B. durch den Einsatz eines Magnetventiles, lassen sich weitere hydraulische Funktionen, wie hydraulische Feststellung oder hydraulische Schließfolgeregelung, möglich machen.

Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nachfolgend anhand der Zeichnungen näher erläutert.

Es zeigt:

1: Eine schematisch leicht vereinfachte Prinzipdarstellung einer Ausführungsform eines erfindungsgemäßen Türantriebes,

2: eine Draufsicht auf den Türantrieb gemäß 1.

1 zeigt einen erfindungsgemäßen Türantrieb 1, der insbesondere als Drehtürantrieb ausgeführt sein kann. Der Türantrieb 1 weist eine Antriebseinheit 2 auf, die über eine Ausgangswelle 9 mit einer in 1 nicht dargestellten Tür, beispielsweise über einen Hebel 21 und eine Gleitschiene mit Gleitstück, koppelbar ist. Die Antriebseinheit 2 ist in einem Gehäuse 13 angeordnet.

Ferner weist der Türantrieb 1 einen Motor 3 sowie einen im Gehäuse 13 angeordneten Federkraftspeicher 4 auf, der mit dem Motor 3 und der Antriebseinheit 2 gekoppelt ist.

Wie die 1 und 2 verdeutlichen, ist der Motor 3 mit einer Hydraulikpumpe 5 antriebsverbunden. Bei der dargestellten Ausführungsform sind der Motor 3 und die Pumpe 5 separat am Gehäuse 13 angeordnet, können aber auch am Gehäuse 13 angeflanscht oder integriert sein. Der Motor 3 steht über die Hydraulikpumpe 5 und eine erste Hydraulikleitung 22mit einem Druckraum 7 in Hydraulikverbindung, der dem Federkraftspeicher 4 zugeordnet ist. Über eine zweite Hydraulikleitung 23 steht der Motor 3 und die Pumpe 5 mit einem Hydraulikraum 6 in Hydraulikverbindung, der der Antriebseinheit 2 zugeordnet ist.

Bei der in den 1 und 2 dargestellten Ausführungsform ist die Antriebseinheit 2 als Nockenantrieb ausgebildet. Dieser Nockenantrieb weist eine Hubkurvenscheibe 8 auf, die auf der durch ein Langloch 20 hindurchgeführte Ausgangswelle 9 angeordnet ist. Die Hubkurvenscheibe 8 wirkt mit zwei Kraftübertragungsrollen 10 und 11 zusammen, die zu beiden Seiten der Ausgangswelle 9 auf einem Laschenwagen 18 angeordnet sind und auf unterschiedlichen Kurvenbahnen der Hubkurvenscheibe 8 aufliegen. Durch das Verdrehen der Ausgangswelle 9 wird die Druckfeder 12 gespannt, weil die mit dem Laschenwagen 18 verbundene Kolbenstange 19 durch einen Innenraum der Druckfeder 12 hindurchgeht und an einem Federspannkolben 17 befestigt ist. Dadurch, dass die Kraftübertragungsrollen in dieser Ausführung zur Achsmitte des Türantriebes 1 ausgerichtet, fest mit dem Laschenwagen 18 verbunden sind, bleibt der Abstand zwischen ihnen konstant.

Wie die 1 verdeutlicht, ist im Druckraum 7 ein Federspannkolben 17 angeordnet, der die Kraft zum Spannen einer Druckfeder 12 direkt in diese einleitet. Der Federspannkolben 17 ist über eine Kolbenstange 19 mit dem Laschenwagen 18 verbunden, wobei bei Druckaufbringung im Druckraum 7 auch eine Krafteinleitung in die Kolbenstange 19 erfolgt.

1 zeigt ferner, dass die Feder 12 mit einem Ende 14 an einer Gehäusewand 15 des Gehäuses 13 anliegt, wohingegen sie mit ihrem anderen Ende 16 am Federspannkolben 17 anliegt.

Wie die 1 und 2 verdeutlichen, ergibt sich die eingangs erläuterte, äußerst kompakte Bauweise, die einen völlig unsichtbaren Einbau in Tür- oder Rahmenprofile möglich macht.

1
Türantrieb
2
Antriebseinheit
3
Motor
4
Federkraftspeicher
5
Hydraulikpumpe
6
Hydraulikraum
7
Druckraum
8
Hubkurvenscheibe
9
Ausgangswelle
10, 11
Kraftübertragungsrollen
12
Druckfeder
13
Gehäuse
14
Ende
15
Gehäusewand
16
Ende
17
Federspannkolben bzw. Dämpfungskolben
18
Laschenwagen
19
Kolbenstange
20
Langloch
21
Hebel
22
erste Hydraulikleitung
23
zweite Hydraulikleitung


Anspruch[de]
Türantrieb (1), insbesondere Drehtürantrieb,

– mit einer Antriebseinheit (2), die über eine Ausgangswelle (9) mit einer Tür koppelbar und in einem Gehäuse (13) angeordnet ist,

– mit einem Motor (3), der mit der Antriebseinheit (2) in Antriebsverbindung steht,

– mit einem im Gehäuse (13) angeordneten Federkraftspeicher (4), der mit dem Motor (3) und der Antriebseinheit (2) gekoppelt ist und

– mit einer Hydraulikpumpe (5), die mit dem Motor (3) antriebsverbunden ist,

– die Antriebseinheit (2) als Nockenantrieb ausgebildet ist, der eine Hubkurvenscheibe (8), die auf der Ausgangswelle (9) angeordnet ist, und zwei Kraftübertragungsrollen (10, 11) aufweist, die zu beiden Seiten der Ausgangswelle (9) angeordnet sind und auf Kurvenbahnen der Kurvenscheibe (8) aufliegen, wobei

– die Kraftübertragungsrollen (10, 11) in einem Laschenwagen (18) angeordnet sind, der über eine Kolbenstange (19) mit dem Federspannkolben (17) verbunden ist, wobei

– eine direkte Krafteinleitung über den Federspannkolben (17) in den Federkraftspeicher (4) erfolgt, wobei

– die Kräfte direkt auf den Federspannkolben (17) wirken und die Antriebseinheit (2) übergangen wird.
Türantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Federkraftspeicher (4) eine Druckfeder (12) aufweist, die sich mit einem Ende (14) an einer Gehäusewand (15) und mit dem anderen Ende (16) an einem Federspannkolben (17) abstützt. Türantrieb nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass der dem Federkraftspeicher (4) zugeordnete Druckraum (7) benachbart zum Federspannkolben (17) angeordnet ist. Türantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ausgangswelle (9) durch ein Langloch (20) im Laschenwagen (18) hindurchverläuft. Türantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch eine Hydrauliksteueranlage, die mit der Pumpe und dem Motor zusammenwirkt. Türantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Motor (3) als Wechselstrom- oder Gleichstrommotor-Kleinstmotor ausgebildet ist.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com