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Dokumentenidentifikation DE102007028095A1 15.01.2009
Titel Zubereitung zur Behandlung von Hufrehe bei Equiden
Anmelder Bachmann, Vincent, 82441 Ohlstadt, DE
Vertreter Patent- und Rechtsanwälte Hansmann + Vogeser, 82319 Starnberg
DE-Anmeldedatum 19.06.2007
DE-Aktenzeichen 102007028095
Offenlegungstag 15.01.2009
Veröffentlichungstag im Patentblatt 15.01.2009
IPC-Hauptklasse A61K 31/573  (2006.01)  A,  F,  I,  20070619,  B,  H,  DE
Zusammenfassung Verwendung von aus der Humanmedizin zur Behandlung von Gicht bekannten Wirkstoffen zur medikamentösen Behandlung von Hufrehe bei Equiden, insbesondere Verwendung einer mindestens Allopurinol und/oder Cortisol und/oder Opiumpulver und/oder Prednisolon und/oder Prednison enthaltenden Zubereitung.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Zubereitung zur Behandlung der Hufrehe bei Equiden und insbesondere Pferden.

Die Hufrehe oder Laminitis ist eine, insbesondere bei Pferden, auftretende Krankheit und bezeichnet eine aseptische, d. h. nicht durch Infektionserreger bedingte Entzündung der Huflederhaut, wobei sich die Hufkapsel von der Lederhaut ablöst. Die akute Hufrehe ist ein Notfall und bedarf der sofortigen Behandlung, wobei es in Extremfällen zum sogenannten „Ausschuhen" kommen kann. Eine chronische Hufrehe kann zu einer Hufbeinrotation führen.

Die Ursachen der Hufrehe sind vielartig und teilweise lediglich spekulativ erforscht. Grundsätzlich lassen sich die Ursachen in zwei Gruppen, nämlich als mechanisch traumatische und toxisch-chemische Ursachen zusammenfassen. Sämtlichen Ursachen der Hufrehe ist gemeinsam, dass sie zu einer Störung der Mikrozirkulation des Blutes im Bereich der Huflederhaut führen. Bei den mechanisch traumatischen Hufrehen entsteht die Belastungsrehe durch Überbelastung des Hufes und wird vor allem durch langes Laufen auf harten Böden ausgelöst oder durch Überbelastung eines Hufs, beispielsweise nach Ruhigstellung des gegenüberliegenden Beins. Auch lange Stallphasen können aufgrund der dadurch ausgelösten Störung der Blutzirkulation zu einer Rehe führen. Bei den toxisch-chemischen Ursachen ist die Futterrehe die am weitesten verbreitete Hufrehe und wird durch falsche Fütterung oder durch Aufnahme von Giftpflanzen verursacht. Hierbei werden Stoffwechselstörungen hervorgerufen, die zu einer explosionsartigen Vermehrung der Streptokokken im Dickdarm und zu einer massiven Freisetzung von Milchsäure führen können. Diese wiederum versucht ein Massensterben der rohfaserverdauenden Bakterien und eine Freisetzung von Endotoxinen, was zu einer Übersäuerung im gesamten Organismus führt.

Beim Auftreten von Hufrehe kommt es parthogenetisch zu einer Entzündung im Huf, bei der es zu einer lokalen Durchblutungsstörung mit Austritt von Gewebeflüssigkeit und Blutkörperchen als festen Bestandteilen aus den Blutgefäßen der Lederhautplättchen kommt. Dieser Flüssigkeitsaustritt verursacht durch die fehlende Ausdehnungsmöglichkeit im Huf hochgradige Schmerzen, wobei darüber hinaus durch den Flüssigkeitsaustritt der Ablösungsprozess der reißverschlussartig ineinander greifenden Lederhautplättchen auf der Innenseite von den Oberhautplättchen auf der Außenseite fördert.

Wegen der nicht vollständig in der Forschung geklärten Ursachen hat man sich bei der Behandlung, abgesehen von den unterstützenden Maßnahmen eines Hufschmieds, bisher damit geholfen, dass im Vordergrund zunächst eine Schmerztherapie steht, wobei beispielsweise AC-Promacin, Heparin, Gingko biloba und Acethylsalicylsäure eingesetzt werden. Begleitend werden vielfach entgiftende und nierenanregende Substanzen sowie homöopathische Mittel verabreicht.

Darüber hinaus sind verschiedene homöopathische und teilweise umstrittene heilpraktische Behandlungsverfahren bekannt, wie beispielsweise Aderlass und Blutegeltherapie.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, dass es bisher keinerlei wirklich wirksame Mittel zur erfolgreichen Behandlung von Hufrehe gibt.

Die vorliegende Erfindung beruht auf der durch entsprechende vergleichende Untersuchungen belegten Erkenntnis, dass es zwischen der menschlichen Krankheit der Gicht und der Hufrehe bei Equiden starke Gemeinsamkeiten und Ähnlichkeiten gibt, indem sowohl bei der Hufrehe als auch bei der Gicht der Auslöser aus der Nebennierenrinde und Gonaden stammt und sich aus vier Gruppen zusammensetzt, nämlich Gestagen, Östrogen, Artrogen und Corticosteroide. Diese Gruppen bilden Steroidhormone, wobei bei beiden Krankheiten interessanterweise beobachtet werden kann, dass es sich sowohl beim Menschen als auch beim Pferd um eine sehr komplexe Fettstoffwechselstörung handelt.

Die im Rahmen der vorliegenden Erfindung durchgeführten Forschungen haben ergeben, dass eine Mischung aus aus der Humanmedlzin bekannten Medikamenten mit höchster Effizienz geeignet ist, die gefährliche Erkrankung der Hufrehe bei Equiden zu bekämpfen.

Die Erfindung besteht daher in der Verwendung von aus der Humanmedizin zur Behandlung von Gicht bekannten Stoffen zur medikamentösen Behandlung von Hufrehe bei Equiden.

Insbesondere ist hierzu die Verwendung einer mindestens Allopurinol und/oder Cortisol und/oder Opiumpulver und/oder Prednisolon und/oder Prednison enthaltenden Zubereitung geeignet.

Durch diese Zubereitung wird eine antifloristische, antiallergische, antirheumatische und immunsuppressive Wirkung erzielt, so dass sich die Triglyceridsynthese bei Equiden im normalen Bereich stabilisieren kann.

Die Dosierung der aus der Humanmedizin bekannten Stoffe wird entsprechend einer Hochrechnung auf das jeweilige Körpergewicht des betroffenen Equiden hochgerechnet.

Im Folgenden werden die der Erfindung zugrundeliegenden Erkenntnisse an Hand von vergleichenden Blutuntersuchungen bei Pferden und Menschen belegt.

Huf

  • – Störungen im hauptdistalen Bewegungsapparat
  • – zelluläre Untersuchung/Distalis/Plättchen
  • – Toxikologie
  • – Urologie
  • – neurologisches System/Distalenbereich
  • – Fructan/Inhalt, chemischer Aufbau/Biologie
  • – Gicht/Vergleich mit Nebennierenrinde (Aktivität)
  • – A. C. T. H.
  • – Pigmente
  • – Blutkreislauf
  • – Hypothalamus/Zwischenhirn
  • – Mikrozirkulation
  • – Entwicklung von Toxinen beim Stoffwechsel/(Allgemein)
  • – metabolische Änderungen
  • – Stress/Schocksituationen
  • – Einfluss von den Toxinen auf den Blutkreislauf/dick, dünn usw. (Bewertung)
  • – Bauelemente/Änderungen

Blutbild/ACTH

  • – Glucocorticoiden
  • – Cortisol/Corticotropin
  • – Lipidenprotiden Fettstoffwechsel + Eiweiss
  • – Pigmentierung(en) (Elemente ppm) Natriumurat
  • – Globinurie
  • – Myoglobinurie/Urin
  • – Kohlenhydratstoffwechsel

Stoffwechsel Ionisterung

  • – Elektrolyten (in Anzahl) + (Vergleich)
  • – Kalium ± + Natrium + Nitrat
  • – T. Lymphozyten
  • – Hämolyten/Leukozyten
  • – Blutzuckerspiegel/Glucose

Kristallisierung

  • – Aldosteron/Mineralcorticoid
  • – Progesteronspiegel
  • – Albumin/Cholesterin
  • – Purinnitrat

  • Fixierende Elemente
  • Nicht fixierende Elemente
  • Bräunung der Haut
  • Mikrozirkulation
  • Dermis, Epidermis

Hufrehe Pferd I Untersuchung Ergebnis Sign Normalwert Maßeinheit Anm Niere: 1) Harnstoff-N 15 10–20 mg/dl Kreatinin 1.28 <2.0 mg/dl Gesamteiweiß 6.7 5.5–7.5 g/dl Natrium 148 125–150 mmol/l Chlorid 103 95–105 mmol/l Kalium 4.4 2.8–4.5 mmol/l anorg. Phosphat 0.83 0.7–1.5 mmol/l Leber: Gesamt-Bilirubin 1.52 0.5–3.1 mg/dl ALT (GPT) 16 6–45 U/l Alk. Phosphatase 133 <338 U/l y-GT 21 <30 U/l AST (GOT) 408 75–600 U/l GLDH 2.8 <12 U/l Albumin im Serum 3.53 2.5–4.5 g/dl Pankreas: Glucose 89 50–94 mg/dl a-Amylase <10 <780 U/l Cholesterin 107 70–180 mg/dl Muskel: CK 215 <260 U/l LDH 470 + <400 U/l Calcium 3.31 2.3–3.4 mmol/l Magnesium 0.67 0.7–0.9 mmol/l Triglyceride gesamt 53 + <50 mg/dl Blutbild: Leukozyten 7.9 5–10 G/l Erythrocyten 7.71 6.0–12.0 T/l 2) Hämoglobin 13.0 11–17 g/dl Hämatokrit 33 30–50 % MCV 43 37–55 fl HbE 17 13–19 pg MCHC 39 + 31–36 g/dl Thrombocyten 1 19 90–300 G/l Differential-Blutbild: Basophile Gr. 0 0–2 % Eosinophile Gr. 0 0–4 % Stabkernige 0 0–6 % Segmentkernige 77 + 45–70 % Lymphocyten 18 20–45 % Monocyten 4 0–5 % Basophile Gr. (absolut) 0 0–150 /ul Eosinophile Gr. (absolut) 16 40–350 /ul Stabkernige (absolut) 0 0–600 /ul Segmentkernige (absolut) 6411 3000–7000 /ul Lymphocyten (absolut) 1448 1500–4000 /ul Monocyten (absolut) 272 40–400 /ul atypische Zellen 0 0 Anisocytose 0 negativ Polychromasie 0 negativ

Anmerkung:

  • 1) Allgemeiner Hinweis: Bei Vollbuteinsendung bitte beachten: Glucose wird aus Vollblut nicht mehr durchgeführt. Fruktosamin-, Kalium-, LDH-, Phosphat- und CPK-Werte sind bei längerer Vollbutlagerung falsch erhöht.
  • 2) Erythrozyten Hämatokrit Vollblut: 8.0–12.0 T/l 35–50% Warmblut: 6.5–9.0 T/l 33–45% Kaltblut: 6.0–9.0 T/l 32–44% Pony: 5.5–8.5 T/l 30–40%

Hufrehe Pferd II Untersuchung Ergebnis Sign Normalwert Maßeinheit Anm Großer Check up Niere: Harnstoff-N 15.6 10–20 mg/dl Kreatinin 1.3 <2.0 mg/dl Gesamteiweiß 7.0 5.5–7.5 g/dl Natrium 140 125–150 mmol/l Kalium 4.6 + 2.8–4.5 mmol/l anorg. Phosphat 0.9 0.7–1.5 mmol/l Leber: Gesamt-Bilirubin 1.21 0.5–3.5 mg/dl ALT (GPT) 14.2 2–15 U/l Alk. Phosphatase 211 <450 U/l y-GT 50 + <30 U/l AST (GOT) 417.0 75–600 U/l GLDH 24 + <12 U/l Albumin im Serum 3.00 2.5–4.4 g/dl Pankreas: Glucose 100 + 50–94 mg/dl a-Amylase <10 <400 U/l Cholesterin 85 70–180 mg/dl Muskel: CK 206 <260 U/l LDH 561 + <400 U/l Calcium 3.19 2.3–3.4 mmol/l Magnesium 0.63 0.7–0.9 mmol/l Triglyceride gesamt 68 + <50 mg/dl Blutbild: Leukozyten 6.6 5–10 G/l Erythrocyten 6.60 6.0–12.0 T/l 1) Hämoglobin 10.6 11–17 g/dl Hämatokrit 33 30–50 % MCV 49 37–55 fl HbE 16 13–19 pg MCHC 32 31–36 g/dl Thrombocyten 98.9 90–300 G/l Differential-Blutbild: Basophile Gr. 1 0–2 % Eosinophile Gr. 0 0–4 % Segmentkernige 50 45–70 % Lymphocyten 41 20–45 % Monocyten 8 + 0–5 % Basophile Gr. (absolut) 66 /ul 2) Eosinophile Gr. (absolut) 26 –– 40–350 /ul Segmentkernige (absolut) 3316 3000–7000 /ul Lymphocyten (absolut) 2665 1500–4000 /ul Monocyten (absolut) 491 ++ 40–400 /ul atypische Zellen 0 0 Anisocytose 0 negativ Polychromasie 0 negativ Insulin 67.0 ++ 7–51 uU/ml 3) ACTH 62.6 pg/ml 4)

Das Material kam gefroren im Labor an.

Anmerkung:

  • 1) Erythrozyten Hämatokrit Vollblut: 8.0–12.0 T/l 35–50% Warmblut: 6.5–9.0 T/l 33–45% Kaltblut: 6.0–9.0 T/l 32–44% Pony: 5.5–8.5 T/l 30–40%
  • 2) Basophilenwerte bis 200/ul werden in der Literatur noch als physiologisch angesehen.
  • 3) Partnerlabor
  • 4) Referenzbereich: Pferd: 6,5–30,8 pg/ml Pony: 4,9–13,6 pg/ml Werte über 50 pg/ml sind als verdächtig einzustufen.

Hufrehe Pferd III

Mensch (Gicht)

weiblich

II
Analyse Bezeichnung Ergebniswert +/– Einheit Ergebnistext Normbereich HS Harnsäure 24,9 ++ mg/dl 2.3–6.1 HAST Harnstoff 273 + mg/dl 10–50 KREA Kreatinin 3,4 + mg/dl bis 1.1 GLU Glucose/Serum 176 + mg/dl 60–110 HBA1C HbA1c 6,0 % 4.1–6.2 PHOS anorg. Phosphat 4,3 mg/dl 2.6–4.5 CRP CRP quantitativ 64,2 ++ mg/l bis 5.0 BBK Blutbild klein LEUKO Leukozyten 24,4 ++ /nl 4.0–10.5 ERY Erythrozyten 4,3 Mio/ul 3.5–5.4 HB Haemoglobin 13,40 g/dl 12.0–16.0 HK Haematokrit 0,37 l/l 0.36–0.46 MCV MCV 87 fl 81–99
Mensch (Gicht)

männlich

III
HS Harnsäure 10,4 + mg/dl 3.6–8.2 KREA Kreatinin 1,7 + mg/dl bis 1.3 GLU Glucose/Serum 93 mg/dl 60–110 CHOL Cholesterin a 159 mg/dl bis 200... TRIG Triglyceride 105 mg/dl bis 200... HDL HDL-Cholesterin 43 mg/dl ab 40... LDL LDL-Cholesterin 101 mg/dl bis 160... LDLHDL Art-Sider-Index 2,4 kA bis 4.0 HBA1C HbA1c 7,8 + % 4.1–6.2 K Kalium 4,4 mmol/l 3.6–5.5 BBK Blutbild klein LEUKO Leukozyten 6,9 /nl 4.0–10.5 ERY Erythrozyten 4,6 Mio/ul 4.0–5.7 HB Haemoglobin 13,5 g/dl 12.6–17.4 HK Haematokrit 0,39 l/l 0.39–0.52
Mensch (Gicht)

weiblich

IV
HS Harnsäure 8,5 + mg/dl 3.6–8.2 KREA Kreatinin 1,0 mg/dl bis 1.3 GLU Glucose/Serum 76 mg/dl 60–110 CHOL Cholesterin 194 mg/dl bis 200... TRIG Triglyceride 249 + mg/dl bis 200... HDL HDL Cholesterin 34 mg/dl ab 40... LDL LDL-Cholesterin 120 mg/dl bis 160... LDLHDL Art-Sider-Index 3,5 kA bis 4.0 K Kalium 4,2 mmol/l 3.6–5.5 BBK Blutbild klein LEUKO Leukozyten 9,7 /nl 4.0–10.5 ERY Erythrozyten 4,9 Mio/ul 4.0–5.7 HB Haemoglobin 15,0 g/dl 12.6–17.4 HK Haematokrit 0,44 l/l 0.39–0.52
Mensch (Gicht)

männlich

V
HS Harnsäure 8,2 mg/dl 3.6–8.2 KREA Kreatinin 1,1 mg/dl bis 1.3 GLU Glucose/Serum 35 mg/dl 60–110 CHOL Cholesterin 299 + mg/dl bis 200 TRIG Triglyceride 329 + mg/dl bis 200 HDL HDL-Cholesterin 45 mg/dl ab 30... LDL LDL-Cholesterin 197 ++ mg/dl Zielwerte für Risiko... LDLHDL Art-Sider-Index 4,4 + kA bis 4.0 K Kalium 6,6 ++ mmol/l 3.6–5.5 TSH TSH basal 2,06 uU/ml 0.30–4,50 BBK Blutbild klein M0713A Praxisprofil 1 80713


Anspruch[de]
Verwendung von aus der Humanmedizin zur Behandlung von Gicht bekannten Wirkstoffen zur medikamentösen Behandlung von Hufrehe bei Equiden. Verwendung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine mindestens Allopurinol und/oder Cortisol und/oder Opiumpulver und/oder Prednisolon und/oder Prednison enthaltende Zubereitung verwendet wird.






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