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Dokumentenidentifikation DE102007013741A1 22.01.2009
Titel Beschichtung für eine Leuchtstofflampe und Leuchtstofflampe sowie Beschichtungsverfahren
Anmelder Osram Gesellschaft mit beschränkter Haftung, 81543 München, DE
Erfinder Konrad, Armin, Dr., 86845 Großaitingen, DE;
Noll, Thomas, Dr., 85110 Kipfenberg, DE
DE-Anmeldedatum 22.03.2007
DE-Aktenzeichen 102007013741
Offenlegungstag 22.01.2009
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.01.2009
IPC-Hauptklasse H01J 61/35  (2006.01)  A,  F,  I,  20070322,  B,  H,  DE
IPC-Nebenklasse H01J 61/42  (2006.01)  A,  L,  I,  20070322,  B,  H,  DE
Zusammenfassung Offenbart wird eine Beschichtung für eine Leuchtstofflampe, die aus mindestens zwei Leuchtstoffkomponenten besteht, wobei die Leuchtstoffkomponenten sequentiell in einander überlagernde Schichten, die einen Schichtstapel bilden, angeordnet sind, eine Leuchtstofflampe mit einer solchen Beschichtung sowie ein Verfahren zum Aufbringen einer solchen Beschichtung.

Beschreibung[de]
Technisches Gebiet

Vorliegende Erfindung betrifft eine Beschichtung für eine Leuchtstofflampe gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1, eine Leuchtstofflampe mit einer solchen Beschichtung, sowie ein Verfahren zum Aufbringen einer solchen Leuchtstoffbeschichtung.

Stand der Technik

Herkömmliche Leuchtstofflampen und auch Flachlampen weisen ein Entladungsgefäß – also einen Hohlraum, in den ein Entladungsgasgemisch aufnehmbar ist – auf. In dem Entladungsgefäß angeordnete Elektroden erzeugen mittels Gasentladung in dem Entladungsgasgemisch ein Plasma, das Licht im UV-Spektralbereich und/oder im sichtbaren Bereich abgibt. Das Entladungsgasgemisch kann beispielsweise aus Quecksilber bestehen, wodurch insbesondere Strahlung bei 185 nm und 254 nm (Hg-UV-Strahlung) erzeugt wird, die durch eine geeignete Beschichtung in sichtbares Licht umgewandelt wird. Zudem wird Strahlung im nahen UV- und im sichtbaren Bereich zum Beispiel bei 435 nm (Hg-Vis-Strahlung) erzeugt.

Zur Strahlungskonversion weist das Entladungsgefäß in der Regel an seiner Innenseite eine Beschichtung auf, die aus verschiedenen Leuchtstoffkomponenten zusammengesetzt und insbesondere dazu ausgelegt ist, das von dem Entladungsgasgemisch bereitgestellte UV-Licht in sichtbares Licht umzuwandeln. Diese Beschichtung wird dabei derart hergestellt, dass die Leuchtstoffkomponenten zusammengemischt werden und dann diese Mischung auf das Entladungsgefäß aufgebracht wird, wobei dies bei rohrförmigen Entladungslampen vorzugsweise durch Beschlämmen und bei Flachlampen vorzugsweise durch Besprühen erreicht wird.

Dabei sind die Leuchtstoffkomponenten derart gewählt, dass die Leuchtstofflampe drei Emissionsbanden, im blauen, grünen und roten Spektralbereich aufweist. Die üblicherweise eingesetzten Leuchtstoffe Bariummagnesiumaluminat dotiert mit Europium (BAM) – blau –, Lanthanphosphat dotiert mit Cer und Terbium (LAP) – grün – und Yttrium dotiert mit Europium (L581) – rot –, haben Emissionsmaxima im Wellenlängenbereich von 445–465nm (BAM), 535–550 nm (LAP) bzw. 605–640 nm (L581) und gewährleisten, dass von der Lampe sichtbares weißes Licht abgegeben wird. Über unterschiedliche Zusammensetzungen und Mischverhältnisse der Leuchtstoffkomponenten kann die Farbe des Lichts beeinflusst werden. Beispielsweise erzeugt die eine Mischung mit einem größeren Blauanteil ein tageslichtweißes Licht, während eine andere Mischung mit einem Gelbanteil für ein warmweißes Licht sorgt.

Nachteilig an den herkömmlichen Leuchtstofflampen ist jedoch, dass die verwendeten Leuchtstoffe, insbesondere BAM, unter der Einwirkung der kurzwelligen UV-Strahlung, insbesondere der 185 nm Strahlung, des Entladungsgasgemisches altern, was zu einer Abnahme der Quanteneffizienz und damit zu einer Abnahme der Lichtausbeute führt. Zudem ist die Beschädigung und damit die Alterung der einzelnen Leuchtstoffkomponenten unterschiedlich, was über die Lebensdauer der Lampe gesehen zu einer unerwünschten Farbortdrift – also der Veränderung der Farbe des abgegebenen Lichts – führt.

Darstellung der Erfindung

Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung besteht deshalb darin, eine Beschichtung für eine Leuchtstofflampe bereitzustellen, bei der die Schädigung der Leuchtstoffkomponenten in der Leuchtstoffbeschichtung verringert wird.

Diese Aufgabe wird gelöst durch eine Beschichtung für eine Leuchtstofflampe, die mindestens zwei Leuchtstoffkomponenten aufweist, wobei die Beschichtung aus mindestens zwei Schichten besteht, wobei jede Schicht jeweils eine Leuchtstoffkomponente aufweist, eine Leuchtstofflampe mit einer solchen Schicht, sowie ein Verfahren zum Aufbringen einer solchen Leuchtstoffbeschichtung.

Durch das sequentielle Aufbringen der die Leuchtstoffkomponenten als Einzelkomponenten enthaltenden Schichten können, wie ein besonders bevorzugtes Ausführungsbeispiel zeigt, UV-Licht empfindliche Leuchtstoffe in der Schicht enthalten sein, die durch darüber liegende weniger UV empfindliche Schichten geschützt ist. Das bedeutet beispielsweise bei der Verwendung einer Leuchtstofflampe mit einem Entladungsgefäß, das auf der Innenseite beschichtet ist, dass diese Schicht direkt auf das Entladungsgefäß aufgebracht wird, und die weniger empfindlichen Leuchtstoffschichten darüber, so dass die UV empfindliche Leuchtstoffschicht aufgrund der durch die darüber liegenden Schichten bereits erfolgten Absorption vor UV-Strahlung geschützt ist.

Im Gegenzug ist es vorteilhaft, wenn die Schicht, die die Leuchtstoffkomponenten mit der besten Quantenausbeute, vor allem bei der kurzwelligen 185 nm Strahlung, aufweist, möglichst nah an der Entladung selbst angeordnet ist. Das bedeutet also bei einer auf der Innenseite eines Entladungsgefäßes einer Leuchtstofflampe aufgebrachten Beschichtung sollte diese Schicht möglichst als letzte Schicht, vom Entladungsgefäß aus gesehen, aufgebracht werden, so dass Photonen aus der Entladung an dieser Schicht bevorzugt konvertiert werden.

Aus diesem Grund ist es auch vorteilhaft die Schicht mit der teuersten Leuchtstoffkomponente möglichst nah an der Entladung anzuordnen. Dadurch stehen dieser Schicht quasi noch alle Photonen zur Konversion zur Verfügung, wodurch die Schicht relativ dünn ausfallen kann, ohne den Anteil der von ihr abgegebenem Strahlung zu schmälern. Im Vergleich mit dem prozentualen Anteil, der von dieser Leuchtstoffkomponente in einer herkömmlichen Beschichtung mit einer Leuchtstoffkomponentenmischung bereitgestellt werden muss, ist durch diese entladungsnahe Anordnung auch der Gesamtanteil an dieser teueren Leuchtstoffkomponente reduziert, was wiederum eine Kostenreduktion für die Gesamtlampe bedeutet.

Darüber hinaus sind Ausführungsbeispiele vorteilhaft, bei denen zusätzlich eine Schutzschicht vorhanden ist, die jedoch auch, beispielsweise durch angepasste Korngrößenverteilung, von einer Leuchtstoffkomponentenschicht ausgebildet sein kann. Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn die Schutzschicht möglichst weit von der Entladung angeordnet ist.

Des Weiteren können auch mehr als drei Leuchtstoffkomponenten verwendet werden, die sich in ihrem Spektrum ergänzen, wodurch die Lichtausbeute vergrößert werden kann.

In einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel, werden die Schichten nacheinander, vorzugsweise auf die Innenseite des Entladungsgefäßes aufgesprüht, es ist jedoch auch möglich, die Schichten durch Beschlämmen aufzubringen.

Besonders vorteilhaft ist es, wenn diese Leuchtstoffbeschichtungsart bei Flachlampen eingesetzt wird. Hierbei ist gerade die Möglichkeit der Anwendung der Sprühtechnik besonders bevorzugt, und es ist einfach zu realisieren, dass auf beiden Seiten der Flachlampe unterschiedlich farbiges Licht abgegeben wird. Dazu wird das Entladungsgefäß, das beispielsweise ein wellenförmiges Profil auf der Vorder- und Rückseite aufweist, mit unterschiedlichen Abfolgen von Leuchtstoffkomponentenschichten besprüht.

Weitere Vorteile und bevorzugte Ausführungsbeispiele sind in den Unteransprüchen, den Zeichnungen und der Beschreibung definiert.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Die in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiele sind besonders bevorzugte Ausführungsbeispiele und sollen nicht dazu verwendet werden, den Rahmen der Erfindung auf die gezeigten Ausführungsbeispiele einzuschränken.

Es zeigen:

1 Einen Ausschnitt eines schematischen Querschnittes durch ein Entladungsgefäß einer Flachlampe;

2 Einen schematischen Querschnittsausschnitt durch ein Entladungsgefäß einer Flachlampe mit einem besonders bevorzugten Ausführungsbeispiel einer erfindungsgemäßen Beschichtung und schematische Darstellungen der zugehörigen Spektralverteilungen des gezeigten besonders bevorzugten Aufbaus der Beschichtung;

3 Eine schematische Darstellung der unterschiedlichen Reflexionseigenschaften eines weiteren Ausführungsbeispiels der erfindungsgemäßen Beschichtung;

4 Eine graphische Simulationsdarstellung der Emissionsbanden und des Farborts einer herkömmlichen Leuchtstoffbeschichtung mit einer Dreibandenleuchtstoffmischung für tageslichtweißes Licht; und

5 Eine graphische Simulationsdarstellung der Emissionsbanden und des Farborts einer erfindungsgemäß geschichteten Leuchtstoffbeschichtung für tageslichtweißes Licht.

Bevorzugte Ausführung der Erfindung

1 zeigt einen schematischen Querschnitt durch einen Ausschnitt eines Entladungsgefäßes einer Flachlampe.

Das Entladungsgefäß einer Flachlampe besteht in der Regel aus einer Vielzahl von Hohlräumen, die durch ein entsprechendes Formen einer Vorder- und Rückseite ausgebildet werden. Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn Vorder- und Rückseite aus einem Glas mit einem wellenförmigen Profil bestehen, die derart angeordnet werden, dass die durch das wellenförmige Profil gebildeten Hohlräume einen im Wesentlichen symmetrischen kreisförmigen Querschnitt bilden.

1 zeigt schematisch zwei Ausführungsbeispiele für Entladungsgefäße 2 von Flachlampen 1 im Profil, wobei 1A eine Flachlampe mit wellenförmiger Vorderseite 4 und ebener Rückseite 6, die auch als Reflektor ausgebildet sein kann, zeigt, während das Entladungsgefäß in 1B sowohl auf Vorder- 4, als auch auf Rückseite 6 ein gewelltes Glas aufweist, so dass die Flachlampe sowohl auf Vorder- als auch auf der Rückseite 6 Licht abgeben kann und ein nahezu kreisförmiger Querschnitt der Hohlräume gewährleistet ist.

Dabei können auf Vorder- und Rückseite in ihrer Zusammensetzung unterschiedliche Beschichtungen aufgebracht werden, so dass die Flachlampe an Vorder- bzw. Rückseite verschiedenfarbiges Licht abgeben kann. Dies ist insbesondere für abgehängte Downlights vorteilhaft, da dann beispielsweise die Decke mit kaltem, tageslichtweißem Licht angestrahlt werden kann, während die Beleuchtung des Bodens in warmem, weißem Licht erfolgt.

2 zeigt einen Ausschnitt durch ein Entladungsgefäß 2 einer Flachlampe 1, mit deren gezeigter erfindungsgemäßen Beschichtung eine solche Lichtverteilung realisiert wird. Dabei ist die Beschichtung auf der Vorderseite 4 – also der dem Boden zugewandten Seite so gewählt, dass die Flachlampe warmes, weißes Licht abgibt (Pfeil 8), während auf der Rückseite – der Decke zugewandt – tageslichtweißes Licht abgegeben wird (Pfeil 10). Dazu besteht die Beschichtung aus unterschiedlichen Schichten mit unterschiedlichen Leuchtstoffkomponenten und/oder unterschiedlichen Schichtabfolgen bzw. -dicken.

Im Inneren des Entladungsgefäßes ist ein Entladungsgasgemisch aufgenommen, in dem über Gasentladung bevorzugt UV-Licht erzeugt wird. Die Entladung ist schematisch mit dem Bezugszeichen 12 gekennzeichnet.

Mit Erster, Zweiter, Dritter, usw. Schicht, werden die Schichten in ihrer Abfolge des Aufbringens auf das Entladungsgefäß bezeichnet. Das bedeutet, wenn beispielsweise die Innenseite des Entladungsgefäßes eine Beschichtung aufweist, dass die Erste aufgebrachte Schicht auch die Schicht ist, die dem Entladungsgefäß am nächsten liegt, während die Letzte aufgebrachte Schicht direkt neben der Entladung selbst zu liegen kommt.

Bei der in 2 gezeigten erfindungsgemäßen Beschichtung ist die Schichtzusammensetzung eines ersten Schichtstapels SP1, der auf die Rückseite 2b aufgebracht ist, derart gewählt, dass auf dieser Seite tageslichtweißes Licht abgegeben wird, während der Schichtstapel SP2 auf der Vorderseite dazu ausgelegt ist, warmweißes Licht abzugeben. Dadurch kann beispielsweise die Decke mit kaltem weißem Licht angestrahlt, während die Beleuchtung des Bodens in einem warmen weißen Licht erfolgt. Dies stellt eine für das menschliche Auge sehr angenehme Lichtverteilung dar und schafft eine optimale Arbeitsplatzbeleuchtung.

Der Schichtstapel SP1 für die Abgabe von tageslichtweißem Licht besteht vorzugsweise aus einer auf das Entladungsgefäß aufgebrachten Schutzschicht 14, einer ersten Leuchtstoffschicht 16, einer zweiten Leuchtstoffschicht 18 und einer dritten Leuchtstoffschicht 20.

Im Inneren des Entladungsgefäßes 2 ist eine Füllung aus Quecksilber 4 eingebracht, sodass durch die angeregte Gasentladung 12 die für Quecksilber charakteristische Strahlung bei 185 nm, 254 nm (Hg-UV-Spektrum) von der Beschichtung konvertiert wird. Zusätzlich wird vom Quecksilber eine Serie von Linien im nahen UV und sichtbaren Bereich mit Wellenlängen bei 365 nm, 405 nm, 436 nm 546 nm und 578 nm emittiert. Da jedoch insbesondere der für die Abgabe von tageslichtweißem Licht nötige Leuchtstoff BAM bei 185 nm instabil ist, ist der Aufbau des Schichtstapels so gewählt, dass die Schicht mit dem UV-Licht instabilen blauen Leuchtstoff, insbesondere BAM, durch die zwei auf ihr aufgebrachten Leuchtstoffschichten 18 und 20 vor der für sie insbesondere schädlichen 185 nm-Strahlung von Quecksilber geschützt. Der Schutz erfolgt dabei dadurch, dass die zwei weiteren Schichten 18 und 20 den Hauptanteil der 185 nm-Strahlung absorbieren und konvertieren.

Vorzugsweise wird als entladungsnächste Schicht – also hier die Leuchtstoffschicht 20 – die Schicht mit dem teuersten Leuchtstoff und/oder dem Leuchtstoff mit der besten Quantenausbeute gewählt, damit diese Schicht besonders dünn ausfallen kann. Der im Fall des tageslichtweißen Lichts nötige Farbstoff LAP, der Licht im grünen Spektralbereich abgibt, ist zwar der teuerste, aber auch bei 185 nm stabil und weist zum Anderen auch eine gute Quantenausbeute auf. Dadurch kann viel Licht im Bereich von 185 nm absorbiert werden, wodurch die Schädigung des BAM Leuchtstoffs minimiert wird und aufgrund der Nähe zu der Entladung nur eine dünne Schicht nötig ist, wodurch die Kosten reduziert werden können.

Die dazwischen liegende Leuchtstoffschicht 18 ist entweder der verbleibende Leuchtstoff oder der zweitteuerste Leuchtstoff. In dem hier gezeigten Darstellungsbeispiel ist als Leuchtstoff der Leuchtstoffschicht 18 ein Leuchtstoff gewählt, der Licht im roten Spektralbereich abgibt, sodass die durch den Schichtstapel SP1 bereit gestellte Lichtfarbe tageslichtweiß ist.

Die Schichtdicken der Einzelschichten können gleich sein. Es ist jedoch auch möglich über eine Variation der Schichtdicken eine Feinjustierung des Farborts von der Lampe abgegebenen Lichts zu erreichen.

2 zeigt weiterhin auf der Vorderseite 4 des Entladungsgefäßes 2 einen Schichtstapel SP2, der warmweißes Licht abgibt und aus einer Schutzschicht 14, die direkt auf das Entladungsgefäß aufgebracht ist, einer darauf liegenden ersten Leuchtstoffschicht 22, die Licht im gelben Spektralbereich abgibt, sowie einer entladungsseitigen Leuchtstoffschicht 24, die Licht im blau-grünen Spektralbereich abgibt, besteht. Auch für den Schichtstapel SP2 gelten die Kriterien, dass als entladungsseitige Leuchtstoffschicht die Schicht mit dem teuersten Leuchtstoff und als entladungsgefäßseitigste Leuchtstoffschicht die Schicht mit dem Leuchtstoff gewählt wird, der bezüglich UV-Strahlung empfindlich ist.

Die Schutzschicht 14 kann auch von der erste Leuchtstoffschicht 16 bzw. 22 ausgebildet werden, wobei die Schutzschicht durch eine entsprechende Korngrößenverteilung hergestellt wird.

2 zeigt außerdem schematisch die Spektralverteilung der dargestellten Schichtstapel 16, 18, 20, 22 und 24, wobei die verschiedenen Leuchtstoffe von Schichtstapel SP1 bzw. Schichtstapel SP2 derart gewählt werden, dass jeweils die Spektrallücken des anderen Schichtstapels aufgefüllt werden.

Dies ist schematisch in 2 dadurch gezeigt, dass die spektralen Verteilungen des an der Rückseite abgegebenen tageslichtweißen Lichts 8 durch die Graphik 26 dargestellt ist, wobei das warmweiße Licht 10, das von dem Schichtstapel SP2 her rührt eine spektrale Verteilung aufzeigt, die in der Graphik 28 schematisch dargestellt ist. Bei beiden Graphiken ist jedoch auch berücksichtigt, dass reflektierte Komponenten des jeweilig anderen Schichtstapel ebenfalls abgegeben werden. Die spektralen Verteilungen 26 und 28 ergänzen sich zu einem Spektralbild, dass in der Darstellung 30 schematisch dargestellt ist, wobei zu sehen ist, dass die jeweiligen Lücken durch das Spektrum des anderen Schichtstapels aufgefüllt werden.

Durch geeignete Auswahl der Leuchtstoffkomponenten der einzelnen Schichten, aber auch die Anordnung und die Dicken der Schichten kann eine Lichtausbeuteverbesserung und eine Vergrößerung der Farblichtlücke zwischen tageslichtweiß und warmweiß ermöglicht werden.

Die Reflexionsvermögen der einzelnen Schichten können über die Korngrößenverteilung und Dicken der Schichtpakete eingestellt werden. Eine solche Reflexionsverteilung ist in 3 dargestellt, wobei hier nur der Schichtstapel SP1 betrachtet wird, der ein tageslichtweißes Licht abgibt.

Die Pfeile 32, 34, 36 stellen UV-Photonen dar, die von der Gasentladung im Entladungsgasgemisch abgegeben werden. So zeigt sich, dass ein Photon 32 eine Fluoreszenzanregung in der entladungsgefäßseitigen Schicht 16 des Schichtstapels SP1 erzeugt, wobei der Schichtaufbau bewirkt, dass Licht zum Großteil nach außen in Richtung des Pfeils 38 abgegeben wird, wobei der Reflexionsanteil 40 möglichst gering gehalten wird.

In der entladungsseitigen Schicht 20 ist die Reflexions- (42) und Emissionsverteilung (44) der Fluoreszenz dagegen relativ gleichmäßig ausgeprägt. Die dazwischen liegende Leuchtstoffschicht 18 weist bezüglich der Fluoreszenz von der entladungsnahen Schicht eine größere Fluoreszenzabgabe, aber eine verkleinerte Reflexion auf. Diese Emissions-/Reflexionseigenschaften können dabei über die Korngrößenverteilung der Schichten eingestellt werden. Prozentual könnte in einem bevorzugten Ausführungsbeispiel die Reflexion/Emission der Fluoreszenz folgendermaßen verteilt sein: Leuchtstoffschicht 16 20% Reflexion 80% Emission Leuchtstoffschicht 18 30% Reflexion 70% Emission Leuchtstoffschicht 20 40% Reflexion 60% Emission

Die 4 und 5 zeigen eine Simulation der Emissionsbanden einer Leuchtstoffbeschichtung mit einer Leuchtstoffschichtmischung (4) bzw. einer Beschichtung mit einem sequentiellen Aufbau (5) für eine tageslichtweiße Lichtabgabe. Dabei zeigen sowohl die fiktierten Emissionsbanden (siehe 4a bzw. 5a), die über die Zentralwellenlänge und die Halbwertsbreite festgelegt werden, als auch die Farbortdarstellung (siehe 4b, bzw. 5b), dass beide relativ ähnlich sind, jedoch die Lichtausbeute bei der erfindungsgemäßen Beschichtung mit den Werten von Ra > 80 deutlich über der Lichtausbeute mit Werten von Ra = 55 – 60 einer herkömmlichen Beschichtung liegt.

Offenbart wird eine Beschichtung für eine Leuchtstofflampe, die aus mindestens zwei Leuchtstoffkomponenten besteht, wobei die Leuchtstoffkomponenten sequentiell in einander überlagernden Schichten, die einen Schichtstapel bilden, angeordnet sind, eine Leuchtstofflampe mit einer solchen Beschichtung, sowie ein Verfahren zum Aufbringen einer solchen Beschichtung.

1
Flachlampe
2
Entladungsvolumen
4
Vorderseite
6
Rückseite (Reflektor)
8
warmweißes Licht
10
tageslichtweißes Licht
12
UV-Emission der Entladung
14
Schutzschichten
16
erste Leuchtstoffkomponentenschicht (450 nm)
18
zweite Leuchtstoffkomponentenschicht (650 nm)
20
dritte Leuchtstoffkomponentenschicht (550 nm)
22
vierte Leuchtstoffkomponentenschicht (600 nm)
24
fünfte Leuchtstoffkomponentenschicht (500 nm)
26, 28, 30
Spektren
32, 34, 36
UV Photonen
38, 44
Emission nach außen
40, 42
Reflexion bzw. Emission nach innen


Anspruch[de]
Beschichtung für eine Leuchtstofflampe, die mindestens zwei Leuchtstoffkomponenten aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass die Beschichtung aus einem sequentiellen Schichtstapel mit mindestens zwei Schichten besteht, wobei jede Schicht jeweils eine Leuchtstoffkomponente umfasst. Beschichtung nach Anspruch 1, wobei die Schichtdicke der einander überlagerten Schichten variabel ist. Beschichtung nach Anspruch 1 oder 2, wobei die Leuchtstoffkomponente mit der höchsten Quantenausbeute eine Schicht bildet, die einer Entladung in der Leuchtstofflampe möglichst nahe liegt. Beschichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Leuchtstoffkomponente, für die eine bestimmte Strahlung einer Entladung in der Leuchtstofflampe schädlich ist, eine Schicht bildet, die von der Entladung möglichst weit entfernt ist. Beschichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die teuerste Leuchtstoffkomponente eine Schicht bildet, die einer Entladung in der Leuchtstofflampe möglichst nah ist. Beschichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei weiterhin eine Schutzschicht vorhanden ist. Beschichtung nach Anspruch 6, wobei eine der Leuchtstoffkomponentenschichten als Schutzschicht, insbesondere durch eine bestimmte Korngrößenverteilung, ausgebildet ist. Beschichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Leuchtstoffkomponenten derart gewählt sind, dass sie sich in ihrem Spektrum ergänzen. Beschichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei mehr als drei Leuchtstoffkomponenten verwendet werden. Beschichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die einander überlagernden Schichten ein unterschiedliches Transmissionsvermögen aufweisen. Beschichtung nach Anspruch 10, wobei das Reflexionsvermögen der einzelnen Schichten über die Korngröße und/oder Schichtdicke einstellbar ist. Beschichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Leuchtstoffkomponentenschichtabfolge derart gewählt ist, dass der durch die Leuchtstoffkomponenten erzeugte Farbort auf dem Planck'schen Kurvenzug liegt. Beschichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Schichten durch sequentielles Aufsprühen hergestellt sind. Beschichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, wobei die Schichten durch Beschlämmen hergestellt sind. Leuchtstofflampe mit einer Beschichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 bis 14. Leuchtstofflampe nach Anspruch 15, wobei die Beschichtung an einem Entladungsgefäß der Leuchtstofflampe, insbesondere auf der Innenseite des Entladungsgefäßes, angebracht ist. Leuchtstofflampe nach Anspruch 15 oder 16, wobei die Leuchtstofflampe eine Flachlampe ist. Leuchtstofflampe nach Anspruch 17, wobei auf beiden Seiten der Flachlampe eine unterschiedliche Schichtabfolge angeordnet ist, so dass an den Seiten Licht mit einem unterschiedlichen Farbton abgegeben wird. Leuchtstoffschicht nach Anspruch 18, wobei auf der einen Seite der Flachlampe Licht mit einem warmweißen Farbton, auf der anderen Seite der Flachlampe Licht mit einem tageslichtweißen Farbton abgebbar ist. Leuchtstofflampe nach Anspruch 18 oder 19, wobei die Leuchtstoffschichten der einen Seite der Flachlampe und die Leuchtstoffschichten der andere Seite der Flachlampe derart gewählt werden, dass die Peakwellenlänge der Schichten der einen Seite alle unter oder über den Peakwellenlängen der Schichten der anderen Seite liegen. Verfahren zum Aufbringen einer Leuchtstoffbeschichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 14, die mindestens zwei Leuchtstoffkomponenten aufweist, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens eine ersten und eine zweite Schicht, die jeweils eine der mindestens zwei Leuchtstoffkomponenten aufweisen, sequentiell in einander überlagernden Schichten aufgebracht werden, wodurch eine aus einem Schichtstapel bestehende Beschichtung entsteht. Verfahren nach Anspruch 21, wobei die Beschichtung auf eine Leuchtstofflampe nach einem der Ansprüche 15 bis 20 aufgebracht wird.






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