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Dokumentenidentifikation DE102007026554A1 22.01.2009
Titel Lösungsmittelgemisch
Anmelder Cognis IP Management GmbH, 40589 Düsseldorf, DE
Erfinder Schieferstein, Ludwig, Dr., 40882 Ratingen, DE
DE-Anmeldedatum 08.06.2007
DE-Aktenzeichen 102007026554
Offenlegungstag 22.01.2009
Veröffentlichungstag im Patentblatt 22.01.2009
IPC-Hauptklasse C11D 7/50  (2006.01)  A,  F,  I,  20070608,  B,  H,  DE
Zusammenfassung Lösemittel, bestehend aus
(a) 65 bis 98 Gew.-% Ethanol und
(b) 35 bis 2 Gew.-% Ethylacetat,
mit der Maßgabe, dass die Summe der Komponenten (a) und (b) 100 Gew.-% beträgt, eignen sich zum schonenden Ablösen von hartnäckigen - schwer wasserlöslichen oder wasserunlöslichen - hydrophoben organischen Anschmutzungen von Oberflächen.

Beschreibung[de]
Gebiet der Erfindung

Die Erfindung betrifft Lösemittelgemische, insbesondere zum schonenden Ablösen von hartnäckigen hydrophoben organischen Anschmutzungen von Oberflächen.

Stand der Technik

Es ist bekannt zur Reinigung von Oberflächen wasserhaltige Systeme mit einem Gehalt an Tensiden einzusetzen. Dies führt aber in vielen Fällen zu nur unbefriedigenden Resultaten, beispielsweise beim Entfernen von Klebeetiketten. Gelegentlich wird versucht, Ethanol oder Isopropanol als Lösemittel einzusetzen. Diese Lösemittel haben aber eine nur geringfügig bessere Lösefähigkeit als Wasser oder wäßrige Tensidsysteme. Schließlich sind manche Lösemittel wegen ihrer Toxizität für den praktischen Gebrauch nicht geeignet. Vielfach haben Lösemittel, etwa Aceton oder Essigester, die unerwünschte Nebenwirkung", die Oberflächen verschmutzter Objekte, insbesondere wenn es sich um solche aus Kunststoff handelt, an- oder aufzulösen.

Beschreibung der Erfindung

Es war die Aufgabe der vorliegenden Erfindung neue Lösemittel bereitzustellen, die insbesondere in der Lage sind, harte Oberflächen und Textilien auf schonende Weise von hartnäckigen – schwer wasserlöslichen oder wasserunlöslichen – hydrophoben organischen Anschmutzungen – wie etwa Klebeetikettenrückständen oder verharzten Fetten – zu befreien, ohne dass Kunststoffbestandteile (wie beispielsweise Flaschen- und Gefäßmaterialien oder Inlets von Krawatten) angegriffen werden. Verbliebene Reste des Lösemittels sollten in der Lage sein, schnell rückstandsfrei zu verdunsten.

Gegenstand der vorliegenden Erfindung sind zunächst Lösemittel bestehend aus

  • (a) 65–98 Gew.-% Ethanol und
  • (b) 35–2 Gew.-% Ethylacetat,
wobei die Summe der Komponenten (a) und (b) 100 Gew.-% beträgt.

Vorzugsweise bestehen die erfindungsgemäßen Lösemittel aus (a) 70–95 Gew.-% Ethanol und (b) 30–5% Ethylacetat und insbesondere zu (a) 75–80 Gew.-% Ethanol und (b) 25–20% Ethylacetat. Ganz besonders bevorzugt sind Lösemittel bestehend aus (a) 77 Gew.-% Ethanol und (b) 23% Ethylacetat.

Die oben genannten Aufgaben werden von den erfindungsgemäß einzusetzenden Lösemitteln in ausgezeichneter Weise gelöst. Ein weiterer Vorteil der erfindungsgemäßen Lösemittel besteh darin, dass wegen der ähnlichen Siedepunkten seiner Komponenten (a) und (b) – Ethanol siedet bei 79 und Essigester bei 77°C – nicht zu merklichen Änderungen der Zusammensetzung beim Verdunsten führt, so dass die Lösekraft des Systems auch beim Stehenlassen in unverschlossenen Gefäßen oder während des Ablüftens praktisch unverändert bleibt.

Im übrigen ist in modernen Publikationen zunehmend von sogenannten „grünen Lösemittel" die Rede, womit eine besondere Umweltverträglichkeit ausgedrückt wird. Dieses Kriterium dürfte auch auf die Lösemittel gemäß der vorliegenden Erfindung zutreffen.

Ein weiterer Erfindungsgegenstand ist die Verwendung von Lösemitteln bestehend aus (a) 65 bis 98 Gew.-% Ethanol und (b) 35 bis 2 Gew.-% Ethylacetat, mit der Maßgabe, dass die die Summe der Komponenten (a) und (b) 100 Gew.-% beträgt, zum schonenden Ablösen von hartnäckigen – schwer wasserlöslichen oder wasserunlöslichen – hydrophoben organischen Anschmutzungen von Oberflächen. Hier gelten bezüglich der Mengen an (a) und (b) die oben bereits genannten bevorzugten Zusammensetzungen des Lösemittels

Bei den zu reinigenden Oberflächen handelt es sich insbesondere um Kunststoffoberflächen oder Kunststoff enthaltende textile Flächenverbünde, wie sie beispielsweise zur Herstellung von Krawatten verwendet werden. In einer Ausführungsform enthalten die zu reinigenden Kunststoff-Oberflächen mindestens anteilsweise Polystyrol. In einer weiteren Ausführungsform bestehen die zu reinigenden Kunststoffoberflächen vollständig aus Polystyrol.

Die Art der Raumstruktur des zu reinigenden Kunststoffes ist nicht beschränkt. Es versteht sich von selbst, dass die Oberfläche des zu reinigenden Kunststoffes für das Lösemittel zugänglich sein muß. Dies kann auf an sich beliebige Weise geschehen, z. B. durch Eintauchen in das Lösemittel oder durch Aufbringen des Lösemittels auf die verschmutzte Oberfläche nebst anschließendem Abreiben. In einer Ausführungsform liegt der Kunststoff in Form eines Formteils oder von Fasern vor.

Beispiele Beispiel 1 (erfindungsgemäß)

Ein auf einem glänzenden Polystyrolbecher ausgebrachtes handelsübliches Etikett wurde von Hand langsam abgezogen. Auf der Polystyroloberfläche verbleibende Kleberreste wurden mit einem mit einem Gemisch aus 77 Gew-% Ethanol und 23 Gew.-% Ethanol befeuchteten Papiertuch vollständig und rückstandsfrei abgewischt. Nach dem Ablüften der Lösemittelreste glänzte der Becher an der bearbeiteten Stelle wie zuvor.

Beispiel 2 (zum Vergleich)

Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei anstelle des Gemisches aus 77 Gew.-% Ethanol und 23 Gew.-% Ethanol als Lösemittel Aceton eingesetzt wurde. Hier blieb nach der Reinigung eine getrübte Stelle auf der ansonsten glänzenden Polystyroloberfläche zurück.

Beispiel 3 (zum Vergleich)

Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei anstelle des Gemisches aus 77 Gew.-% Ethanol und 23 Gew.-% Ethanol als Lösemittel Essigester eingesetzt wurde. Hier blieb nach der Reinigung eine getrübte Stelle auf der ansonsten glänzenden Polystyroloberfläche zurück.

Beispiel 4 (zum Vergleich)

Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei anstelle des Gemisches aus 77 Gew.-% Ethanol und 23 Gew.-% Ethanol als Lösemittel Wasser eingesetzt wurde. Hier war – auch bei starker mechanischer Unterstützung – keine deutlich wahrnehmbare Ablösung zu erreichen. Die Klebstoffreste wurden auf der glänzenden Oberfläche verschmiert, was die endgültige Optik sogar noch weiter verschlechterte.

Beispiel 5 (zum Vergleich)

Beispiel 1 wurde wiederholt, wobei anstelle des Gemisches aus 77 Gew.-% Ethanol und 23 Gew.-% Ethanol als Lösemittel ein Gemisch aus Wasser und 1 Gew.-% eines handelsüblichen Geschirrspülmittels eingesetzt wurde. Hier war – auch bei starker mechanischer Unterstützung – keine deutlich wahrnehmbare Ablösung zu erreichen. Die Klebstoffreste wurden auf der glänzenden Oberfläche verschmiert, was die endgültige Optik sogar noch weiter verschlechterte.


Anspruch[de]
Lösemittel bestehend aus (a) 65 bis 98 Gew.-% Ethanol und (b) 35 bis 2 Gew.-% Ethylacetat, wobei die Summe der Komponenten (a) und (b) 100 Gew.-% beträgt. Verwendung von Lösemitteln bestehend aus (a) 65 bis 98 Gew.-% Ethanol und (b) 35 bis 2 Gew.-% Ethylacetat, mit der Maßgabe, dass die die Summe der Komponenten (a) und (b) 100 Gew.-% beträgt, zum schonenden Ablösen von hartnäckigen – schwer wasserlöslichen oder wasserunlöslichen – hydrophoben organischen Anschmutzungen von Oberflächen. Verwendung nach Anspruch 2, wobei es sich bei den zu reinigenden Oberflächen um Kunststoff-Oberflächen handelt. Verwendung nach Anspruch 3, wobei die Lösemittel aus (a) 77 Gew.-% Ethanol und (b) 23% Ethylacetat bestehen. Verwendung nach Anspruch 3 oder 4, wobei der Kunststoff mindestens anteilsweise Polystyrol enthält. Verwendung nach Anspruch 3 oder 4, wobei der Kunststoff Polystyrol ist. Verwendung nach Anspruch 2 bis 6, wobei der Kunststoff in Form eines Formteils oder von Fasern vorliegt.






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