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Dokumentenidentifikation DE102007000439A1 19.02.2009
Titel Elektronisch betätigter Schließzylinder
Anmelder Aug. Winkhaus GmbH & Co. KG, 48291 Telgte, DE
Erfinder Schulze Sievert, Christoph, 48624 Schöppingen, DE
DE-Anmeldedatum 13.08.2007
DE-Aktenzeichen 102007000439
Offenlegungstag 19.02.2009
Veröffentlichungstag im Patentblatt 19.02.2009
IPC-Hauptklasse E05B 47/02  (2006.01)  A,  F,  I,  20070813,  B,  H,  DE
Zusammenfassung Ein Schließzylinder mit zwei Knaufen (2, 3) hat eine innere Welle (4) zur Aufnahme eines Aktors (14) und eine mit einem Schließbart (6) verbundene äußere Welle (3). Ein einer Kupplungsglocke (11) gegenüberstehender Mitnehmer (7, 7') ist radial verschieblich zu den Wellen (4, 5) angeordnet. Der Mitnehmer (7, 7') ist mit der inneren Welle (5) und die Kupplungsglocke (11) mit der äußeren Welle (4) verbunden. Ein von dem Aktor (14) verdrehbares Steuerglied (15) begrenzt den Bewegungsbereich des Mitnehmers (7, 7') oder gibt diesen frei. Hierdurch ist der Schließzylinder besonders kompakt aufgebaut und vermag hohe Kräfte zu übertragen.

Beschreibung[de]
Aufgabe der Erfindung

Die Erfindung betrifft einen elektronisch betätigten Schließzylinder mit einer in einem Gehäuse drehbaren ersten Welle und einer zumindest teilweise konzentrisch zu der ersten Welle angeordneten zweiten Welle, mit einem mit einer der Wellen verbundenen Schließbart mit auf jeder Stirnseite angeordnetem Knauf als Handhabe zum Bewegen des Schließbartes, mit einem radial zu den Wellen beweglichen Mitnehmer zur wahlweisen Erzeugung oder Lösung eines Formschlusses zwischen einem der Knaufe und der mit dem Schließbart verbundenen Welle, und mit einer elektronischen Steuereinrichtung, mit einem in Abhängigkeit von der Steuereinrichtung beweglichen Steuerglied zur Abstützung der in den Formschluss erzeugenden Stellung des Mitnehmers, wobei eine Kupplungsglocke den Mitnehmer übergreift und radial nach innen weisende Vorsprünge aufweist und der Mitnehmer zur Erzeugung des Formschlusses zwischen den Vorsprüngen bewegbar geführt ist.

Solche Schließzylinder werden häufig als Knaufzylinder bezeichnet und sind beispielsweise aus der DE 100 65 155 B4 bekannt. Bei diesem Schließzylinder ist das Steuerglied in Achsrichtung der Wellen verschieblich geführt und weist an seinem freien Ende mehreren Mitnehmern gegenüber stehende Schrägflanken auf. Wird eine Schließberechtigung von einer elektronischen Zutrittskontrollschaltung erkannt, wird der Schieber unter die Mitnehmer geführt und die Mitnehmer quer zur Achsrichtung der Wellen und damit radial zwischen die Vorsprünge der Kupplungsglocke gedrückt. Als Kupplungsglocke dient die innere Wandung der äußeren Welle. Die Ansteuerung des Schließgliedes erfordert hierdurch jedoch hohe Kräfte. Weiterhin führt die Anordnung des Mitnehmers und des Steuergliedes innerhalb der Welle zu sehr kleinen Abmessungen der Bauteile und damit nur zu geringen übertragbaren Kräften.

Weiterhin ist aus der GB 2 259 737 A eine Kupplungsanordnung bekannt geworden, bei der das Steuerglied von einem Elektromotor drehbar antreibbar ist. Durch die Drehung werden in einer Führung der ersten Welle angeordnete kugelförmige Kupplungselemente in nutenförmige Kupplungsöffnungen der zweiten Welle gedrückt und erzeugen einen Formschluss zwischen den Wellen. Hierdurch weist die Kupplungsanordnung ebenfalls sehr geringe Abmessungen auf. Weiterhin lässt sich das Steuerglied nur dann drehen, wenn die Wellen in einer Position zueinander stehen, in der die Führung der ersten Welle der Kupplungsöffnung der zweiten Welle gegenübersteht. Weiterhin ist der Elektromotor zum Antrieb in dem Knauf angeordnet, welcher geschlossen werden soll. Dies verringert jedoch die Sicherheit des Schließzylinders gegen eine Manipulation.

Die DE 198 54 454 C2 offenbart einen Schließzylinder, bei dem ein Elektromotor mit einem Spindelantrieb in einem Knauf angeordnet ist. Der Spindelantrieb bewegt einen Mitnehmer parallel zur Achsrichtung der Wellen in eine Ausnehmung. Das Verfahren des Mitnehmers und damit das Schließen des Schließzylinders erfordert jedoch eine sehr große Zeitspanne und zudem einen sehr hohen Energieverbrauch.

Aus der EP 1 079 050 B1 ist eine Schließeinrichtung bekannt geworden, bei der der Schließbart von einer Seite mittels einer Schließeinrichtung und von der anderen Seite über das Lösen einer Kupplung entriegelbar ist. Die Kupplung weist in radialen Taschen beider Wellen bewegbare Kugeln als Mitnehmer auf. Die Kugeln werden von einem manuell verschieblichen Steuerschieber in den Taschen gehalten.

Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, einen Schließzylinder der eingangs genannten Art so weiterzubilden, dass er einen möglichst geringen Energieverbrauch hat und dass er eine hohe Stabilität hat.

Dieses Problem wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, dass das Steuerglied drehbar gelagert oder verschieblich geführt ist und in einer ersten Stellung die Bewegung des Mitnehmers zur Lösung des Formschlusses freigibt und in einer zweiten Stellung den Mitnehmer zur Erzeugung des Formschlusses mit einer vorgesehenen Kraft hält und dass der Mitnehmer und die Kupplungsglocke außerhalb des Gehäuses angeordnet sind und dass die Kupplungsglocke einen größeren Durchmesser aufweist als die äußere Welle.

Durch diese Gestaltung weisen Kupplungsglocke und Mitnehmer große Abmessungen auf und vermögen daher ein hohes Drehmoment zu übertragen. Weiterhin wird eine Schwächung der Wellen durch den Mitnehmer dank der Erfindung vermieden, was zu einer besonders hohen Stabilität des erfindungsgemäßen Schließzylinders führt. Der erfindungsgemäße Schließzylinder weist bei der Drehbarkeit des Steuergliedes zudem einen besonders geringen Stromverbrauch auf. Die Halterung mit der vorgesehenen Kraft kann durch eine starre Abstützung oder durch eine elastische Vorspannung erfolgen.

Der erfindungsgemäße Schließzylinder gestaltet sich konstruktiv besonders einfach, wenn der Mitnehmer radial zu den Wellen verschieblich in einer Führung geführt ist und wenn die Kupplungsglocke die Führung übergreift.

Störanfällige Schleifkontakte zur Übertragung von elektrischer Energie oder Signalen lassen sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einfach vermeiden, wenn die elektronische Steuereinrichtung drehfest mit der Führung des Mitnehmers verbunden ist. Durch diese Gestaltung lässt sich die mit dem Mitnehmer verbundene Welle bei gelöstem Formschluss einfach mit der Steuereinheit verdrehen, ohne dass die Steuereinheit und das Steuerglied ihre Position zueinander ändern. Vorzugsweise ist ein Speicher für elektrische Energie ebenfalls drehfest mit einer Führung des Mitnehmers verbunden.

Der erfindungsgemäße Schließzylinder gestaltet sich konstruktiv besonders einfach, wenn die Führung des Mitnehmers auf einer mit der inneren Welle verbundenen Mitnehmerscheibe angeordnet ist und sich von den Wellen bis vor die Kupplungsglocke erstreckt.

In den Mitnehmer lassen sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung hohe Stellkräfte einleiten, wenn das Steuerglied einen Kurbeltrieb aufweist.

Ein aufwändiges Stellgetriebe zur Abstützung des Mitnehmers lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einfach vermeiden, wenn das Steuerglied eine Steuernocke aufweist.

Eine besonders schnelle Umschaltung des Stellgliedes lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung einfach erreichen, wenn das Steuerglied einen Schwenkarm aufweist.

Das Stellglied gestaltet sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung konstruktiv besonders einfach, wenn das Steuerglied ein Schiebeelement aufweist.

Das Steuerglied kann sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung kraftlos zwischen den Stellungen bewegen, wenn der Mitnehmer von einem Federelement gegen die Kupplungsglocke vorgespannt ist und wenn eine Rampe an die Vorsprünge der Kupplungsglocke angrenzt. Vorzugsweise stützt sich das Federelement an der inneren Welle ab. Durch diese Gestaltung kann der Mitnehmer ausschließlich durch den manuellen Antrieb der Kupplungsglocke oder das Federelement bewegt werden. Die Beweglichkeit des Mitnehmers wird jedoch von der Drehstellung des Steuergliedes begrenzt und damit der Formschluss zwischen Knauf und Schließbart erzeugt oder gelöst. Ein weiterer Vorteil dieser Gestaltung besteht darin, dass eine Blockade des Steuergliedes bei in ungünstiger Drehstellung befindlichem Knauf vermieden wird. Eine solche Blockade kann bei Schließzylindern nach dem Stand der Technik entstehen, wenn in einer Drehstellung des entsprechenden Knaufes zur entsprechenden Welle der Mitnehmer dem Vorsprung der Kupplungsglocke gegenübersteht. In diesem Fall kann das Steuerglied nicht mehr hinter den Mitnehmer gedrückt werden, da der Mitnehmer von dem Vorsprung der Kupplungsglocke im Bewegungsbereich des Steuergliedes gehalten wird. Dank der Erfindung gleitet bei der ungünstigen Drehstellung durch die Kraft des Federelementes der Mitnehmer entlang der Rampe und verdreht dabei die Kupplungsglocke in die Stellung, in der sich der Mitnehmer außerhalb des Bewegungsbereichs des Steuergliedes befindet. Vorzugsweise hat der Mitnehmer ebenfalls eine der Kupplungsglocke zugewandte Rampe oder einen Radius.

In das Steuerglied lassen sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung besonders hohe Kräfte einleiten, wenn ein Aktor zum Antrieb des Steuergliedes als Elektromotor mit einem Getriebe ausgebildet ist. Weiterhin sind derartige, meist als Kleinmotoren bezeichnete Elektromotoren Massenware, was zu besonders geringen Fertigungskosten des erfindungsgemäßen Schließzylinders führt.

Der erfindungsgemäße Schließzylinder gestaltet sich besonders kompakt, wenn der Aktor innerhalb der inneren Welle angeordnet ist.

Der erfindungsgemäße Schließzylinder gestaltet sich besonders kompakt, wenn eine der Wellen als Hohlwelle ausgebildet ist und wenn der Aktor innerhalb der Hohlwelle angeordnet ist. Ein weiterer Vorteil dieser Gestaltung besteht darin, dass der Aktor besonders manipulationssicher in dem erfindungsgemäßen Schließzylinders gehalten ist.

Der Aktor lässt sich gemäß einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung mit besonders großen Abmessungen versehen, wenn der Aktor auf einer mit der Welle verbundenen Mitnehmerscheibe angeordnet ist.

Der bauliche Aufwand des erfindungsgemäßen Schließzylinders lässt sich besonders gering halten, wenn die Wellen koaxial zueinander angeordnet sind, wenn die äußere Welle mit dem Schließbart verbunden ist und wenn die innere Welle durch das gesamte Gehäuse geführt und an einem Ende mit dem einen Knauf und am anderem Ende drehfest mit der Führung des Mitnehmers verbunden ist. Ein weiterer Vorteil dieser Gestaltung besteht darin, dass der Mitnehmer und die Steuereinheit manipulationssicher auf demjenigen Knauf angeordnet sind, welcher in der Regel auf die Innenseite einer zu schließenden Tür montiert wird. Die Steuereinheit ist dann besonders weit von dem auf der Außenseite angeordneten Knauf entfernt.

Der erfindungsgemäße Schließzylinder lässt sich im einfachsten Fall von einer Seite her jederzeit entriegeln, während die andere Seite nur bei entsprechender Stellung des Steuergliedes mit dem Schließbart verbunden ist, wenn ein Knauf drehfest mit der äußeren Welle verbunden ist.

Die Erfindung lässt zahlreiche Ausführungsformen zu. Zur weiteren Verdeutlichung ihres Grundprinzips sind mehrere davon in der Zeichnung dargestellt und werden nachfolgend beschrieben. Diese zeigt in

1 einen Längsschnitt durch eine erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schließzylinders,

2 eine Schnittdarstellung durch den erfindungsgemäßen Schließzylinder aus 1 entlang der Linie II-II in entriegelter Stellung,

3 den Schließzylinder aus 2 in verriegelter Stellung

4 einen Längsschnitt durch eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schließzylinders,

5 eine Schnittdarstellung durch den erfindungsgemäßen Schließzylinder aus 4 entlang der Linie V-V in entriegelter Stellung,

6 den erfindungsgemäße Schließzylinder aus 5 in verriegelter Stellung,

7 einen Längsschnitt durch eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schließzylinders mit einem in einer Mitnehmerscheibe angeordneten Aktor,

8 eine perspektivische Darstellung eines Steuergliedes und Aktors des Schließzylinders aus 7,

9, 10 perspektivische Darstellungen weiterer Ausführungsformen vom Steuerglied des Schließzylinders aus 7.

1 zeigt einen Schließzylinder mit einem Gehäuse 1 und zwei Knaufen 2, 3. In dem Gehäuse 1 sind zwei sich konzentrisch umschließende Wellen 4, 5 gelagert. Die äußere Welle 4 ist mit dem ersten Knauf 2 und mit einem Schließbart 6 verbunden. Die innere Welle 5 ist mit dem zweiten Knauf 3 verbunden und durch das gesamte Gehäuse 1 bis zu Mitnehmern 7, 7' geführt. Die Mitnehmer 7, 7' sind in einer Führung 8 einer mit der inneren Welle 5 verbundenen Mitnehmerscheibe 9 radial zu den Wellen 4, 5 verschieblich angeordnet und mittels Federelementen 10 gegen eine Kupplungsglocke 11 vorgespannt. Die Mitnehmer 7, 7' und die Kupplungsglocke 11 sind außerhalb des Gehäuses 1 des Schließzylinders angeordnet. Weiterhin erzeugt die Kupplungsglocke 11 eine drehfeste Verbindung des ersten Knaufes 2 mit der äußeren Welle 4. In dem ersten Knauf 2 ist zudem eine Steuereinrichtung 12 mit einem Energiespeicher 13 angeordnet. Die Steuereinrichtung 12 und der Energiespeicher 13 sind drehfest auf der Mitnehmerscheibe 9 befestigt. Die Steuereinrichtung 12 ist mit einem Aktor 14 verbunden, welcher ein Steuerglied 15 antreibt. Die Steuereinrichtung 12 kann beispielsweise mit einer nicht dargestellten Fernbedienung, einem Kartenlesegerät oder einer allgemein bekannten Zutrittskontrolleinrichtung verbunden sein und bei Vorliegen einer Berechtigung zum Schließen des Schließzylinders den Aktor ansteuern. Der Aktor 14 ist als Elektromotor mit einem Getriebe ausgebildet und innerhalb der inneren Welle 5 angeordnet. Hierfür ist die innere Welle 5 als Hohlwelle ausgebildet.

Über den ersten Knauf 2 lässt sich damit der Schließzylinder jederzeit entriegeln, da der erste Knauf 2 mit dem Schließbart 6 ständig verbunden ist. Über den zweiten Knauf 3 lässt sich die innere Welle 5 antreiben und die Mitnehmerscheibe 9 mit der Steuereinrichtung 12 verdrehen. Eine Mitnahme der äußeren Welle 2 und damit eine Entriegelung des Schließzylinders erfolgt jedoch erst, wenn die Mitnehmer 7, 7' einen Formschluss mit der Kupplungsglocke 11 erzeugen. Das Steuerglied 15 gibt in Abhängigkeit von seiner Stellung die Bewegung der Mitnehmer 7, 7' von der Kupplungsglocke 11 weg frei, wie es in 3 dargestellt ist, oder blockiert die Bewegung der Mitnehmer 7, 7', wie es in den 1 und 2 dargestellt ist. Hierdurch wird ein Formschluss zwischen den Mitnehmern 7, 7' und der Kupplungsglocke 11 erzeugt oder gelöst. Durch den Formschluss zwischen den Mitnehmern 7, 7' und der Kupplungsglocke 11 wird der zweite Knauf 3 mit dem Schließbart 6 verbunden.

In den 2 und 3 ist zu erkennen, dass das Steuerglied 15 eine Steuernocke 16 hat, über dessen Drehstellung die Bewegung der Mitnehmer 7, 7' freigegeben oder blockiert wird. Die Kupplungsglocke 11 hat mehrere, über den Umfang verteilt angeordnete, den Mitnehmern 7, 7' zugewandte Vorsprünge 17, an denen sich Rampen 18, 18' anschließen. Das der Kupplungsglocke 11 zugewandte Ende der Mitnehmer 7, 7' ist abgerundet, so dass die Kupplungsglocke 11 durch die Kraft der Federelemente 10 in eine Drehstellung bewegt wird, in der sich die Mitnehmer 7, 7' zwischen zwei Vorsprüngen 17 befinden.

2 zeigt in einer Schnittdarstellung entlang der Linie II-II aus 1 den Schließzylinder in einer entriegelten Stellung, in der der in 1 dargestellte Schließbart 6 von dem zweiten Knauf 3 bewegt werden kann. Das Steuerglied 15 ist in eine Stellung gedreht, in der die Mitnehmer 7, 7' nicht in die innere Welle 5 hineingedrückt werden können. Daher kann auch das freie Ende der Mitnehmer 7, 7' nicht aus dem Bewegungsbereich der Vorsprünge 17 der Kupplungsglocke 11 herausgedrückt werden. Hierdurch ist die Kupplungsglocke 11 in Drehrichtung formschlüssig mit den Mitnehmern 7, 7' verbunden.

3 zeigt den Schließzylinder aus 2 in verriegelter Stellung. Diese Stellung unterscheidet sich von der aus 2 nur dadurch, dass der Steuernocke 16 des Steuergliedes 15 um 90° verdreht ist. Damit sind die Bewegungen der Mitnehmer 7, 7' freigegeben. Bei einer Drehung der Kupplungsglocke 11 gelangen die Rampen 18, 18' der Vorsprünge 17 gegen die Mitnehmer 7, 7' und drücken diese gegen die Kraft der Federelemente 10 aus ihrem Bewegungsbereich heraus. Damit kann keine Kraft von der inneren Welle 5 auf die Kupplungsglocke 11 und damit über die äußere Welle 4 auf den Schließbart 6 übertragen werden.

4 zeigt eine weitere Ausführungsform des Schließzylinders, welcher sich von dem aus den 1 bis 3 vor allem dadurch unterscheidet, dass ein mit der inneren Welle 5 verbundenes Steuerglied 19 einen schematisch dargestellten Kurbeltrieb 20 aufweist. Der Kurbeltrieb 20 wird von einem als Elektromotor ausgebildeten Aktor 21 angetrieben und treibt über einen Pleuel 22 einen Mitnehmer 23 an. Der Mitnehmer 23 dringt in eine mit der äußeren Welle 4 verbundenen Kupplungsglocke 24 ein und erzeugt damit einen Formschluss zwischen den Wellen 4, 5. Der Aktor 21 und das Steuerglied 19 sind vollständig innerhalb des ersten Knaufes 2 angeordnet. Wie in den 5 und 6 dargestellt ist, ist der Mitnehmer 23 auf einer Mitnehmerscheibe 25 in einer Führung 26 radial zu den Wellen 4, 5 geführt und hat eine Federführung 27 und ein Federelement 28.

5 zeigt eine Schnittdarstellung des Schließzylinders aus 4 entlang der Linie V-V in der entriegelten Stellung, in der der Formschluss zwischen den Wellen 4, 5 erzeugt ist. Der Kurbeltrieb 20 hat der Pleuel 22 in eine Stellung gedrückt, in der der Mitnehmer 23 in eine Ausnehmung 29 in der Kupplungsglocke 24 eindringt. Damit sind die Wellen 4, 5 miteinander verbunden und der Schließbart 6 kann über den zweiten Knauf 3 angetrieben werden.

Im Gegensatz zu 5 ist in 6 die verriegelte Stellung des Schließzylinders dargestellt, in der der Formschluss zwischen dem Mitnehmer 23 und der Kupplungsglocke 24 gelöst ist. Damit lassen sich die Wellen 4, 5 gegeneinander verdrehen und ein Antrieb des Schließbartes 6 über den zweiten Knauf 3 ist nicht möglich. Ansonsten ist die Ausführungsform nach den 4 bis 6 wie die aus den 1 bis 3 aufgebaut.

7 zeigt eine weitere Ausführungsform des Schließzylinders, welche sich von denen aus den 1 bis 6 dadurch unterscheidet, dass ein Aktor 30 auf einer Mitnehmerscheibe 31 angeordnet ist. Die Mitnehmerscheibe 31 ist mit der inneren Welle 5 verbunden, während eine die Mitnehmerscheibe 31 übergreifende Kupplungsglocke 32 mit der äußeren Welle 4 und damit mit dem Schließbart 6 verbunden ist. Der Aktor 30 steuert ein Steuerglied 33 mit einem Schwenkarm 34 an. Der Schwenkarm 34 lässt sich hinter den Mitnehmer 35, 35' verschwenken. Die Wirkungsweise der Mitnehmer 35, 35' und der Kupplungsglocke 32 erfolgt wie zu 1 beschrieben.

8 zeigt stark vergrößert den Aktor 30 mit dem Steuerglied 33 und den Mitnehmern 35, 35'. Weiterhin hat der Aktor 30 einen Stützarm 36 zur Abstützung in der Mitnehmerscheibe 31.

9 zeigt eine weitere Ausführungsform eines auf einer Mitnehmerscheibe 37 angeordneten Aktors 38. Der Aktor 38 ist geneigt zur Oberseite der Mitnehmerscheibe 37 angeordnet. Die Oberseite der Mitnehmerscheibe 37 ist in 9 mittels einer strichpunktierten Linie dargestellt. Der Aktor 38 treibt ein Steuerglied 39 mit einer Steuernocke 40 an. Ansonsten ist diese Ausführungsform wie die aus 1 aufgebaut.

10 zeigt eine weitere Ausführungsform eines auf einer Mitnehmerscheibe 41 angeordneten Aktors 42. Der Aktor 42 treibt ein Steuerglied 43 mit einem Schiebeelement 44 an. Das Schiebeelement 44 lässt sich durch Ansteuerung des Aktors 42 hinter den Mitnehmer 45 schieben, um diesen abzustützen.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

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Zitierte Patentliteratur

  • - DE 10065155 B4 [0002]
  • - GB 2259737 A [0003]
  • - DE 19854454 C2 [0004]
  • - EP 1079050 B1 [0005]


Anspruch[de]
Elektronisch betätigter Schließzylinder mit einer in einem Gehäuse drehbaren ersten Welle und einer zumindest teilweise konzentrisch zu der ersten Welle angeordneten zweiten Welle, mit einem mit einer der Wellen verbundenen Schließbart mit auf jeder Stirnseite angeordnetem Knauf als Handhabe zum Bewegen des Schließbartes, mit einem radial zu den Wellen beweglichen Mitnehmer zur wahlweisen Erzeugung oder Lösung eines Formschlusses zwischen einem der Knaufe und der mit dem Schließbart verbundenen Welle, und mit einer elektronischen Steuereinrichtung, mit einem in Abhängigkeit von der Steuereinrichtung beweglichen Steuerglied zur Abstützung der in den Formschluss erzeugenden Stellung des Mitnehmers, wobei eine Kupplungsglocke den Mitnehmer übergreift und radial nach innen weisende Vorsprünge aufweist und der Mitnehmer zur Erzeugung des Formschlusses zwischen die Vorsprünge bewegbar geführt ist, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerglied (15, 19, 33, 39, 43) drehbar gelagert oder verschieblich geführt ist und in einer ersten Stellung die Bewegung des Mitnehmers (7, 7', 23, 35, 45) zur Lösung des Formschlusses freigibt und in einer zweiten Stellung den Mitnehmer (7, 7', 23, 35, 45) zur Erzeugung des Formschlusses mit einer vorgesehenen Kraft hält und dass der Mitnehmer (7, 7', 23, 35, 45) und die Kupplungsglocke (11, 24, 32) außerhalb des Gehäuses (1) angeordnet sind und dass die Kupplungsglocke (11, 24, 32) einen größeren Durchmesser aufweist als die äußere Welle (5). Schließzylinder nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Mitnehmer (7, 7', 23, 35, 45) radial zu den Wellen (4, 5) verschieblich in einer Führung (8, 26) geführt ist und dass die Kupplungsglocke (11, 24, 32) die Führung (8, 26) übergreift. Schließzylinder nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die elektronische Steuereinrichtung (12) drehfest mit der Führung (8, 26) des Mitnehmers (7, 7', 23, 35, 45) verbunden ist. Schließzylinder nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Führung (8, 26) des Mitnehmers (7, 7', 23, 35, 45) auf einer mit der inneren Welle (5) verbundenen Mitnehmerscheibe (9, 25, 31, 37, 41) angeordnet ist und sich von den Wellen (4, 5) bis vor die Kupplungsglocke (11, 24, 32) erstreckt. Schließzylinder nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerglied (19) einen Kurbeltrieb (20) aufweist. Schließzylinder nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerglied (15, 39) einen Steuernocken (16, 40) aufweist. Schließzylinder nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerglied (33) einen Schwenkarm (34) aufweist. Schließzylinder nach zumindest einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Steuerglied (43) ein Schiebelement (44) aufweist. Schließzylinder nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Mitnehmer (7, 7', 23, 35, 45) von einem Federelement (10, 28) gegen die Kupplungsglocke (11, 24, 32) vorgespannt ist und dass eine Rampe (18, 18') an die Vorsprünge (17) der Kupplungsglocke (11, 24, 32) angrenzt. Schließzylinder nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Aktor (14, 21, 30, 38, 42) zum Antrieb des Steuergliedes (15, 19, 33, 39, 43) als Elektromotor mit einem Getriebe ausgebildet ist. Schließzylinder nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktor (14) innerhalb der inneren Welle (5) angeordnet ist. Schließzylinder nach Anspruch 1, 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass eine der Wellen (5) als Hohlwelle ausgebildet ist und dass der Aktor (14) innerhalb der Hohlwelle angeordnet ist. Schließzylinder nach Anspruch 1 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Aktor (21, 30, 38, 42) auf einer mit der Welle (5) verbundenen Mitnehmerscheibe (25, 31, 37, 41) angeordnet ist. Schließzylinder nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Wellen (4, 5) koaxial zueinander angeordnet sind, dass die äußere Welle (4) mit dem Schließbart (6) verbunden ist und dass die innere Welle (5) durch das gesamte Gehäuse (1) geführt und an einem Ende mit dem einen Knauf (3) und am anderem Ende drehfest mit der Führung (8, 26) des Mitnehmers (7, 7', 23, 35, 45) verbunden ist. Schließzylinder nach zumindest einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass ein Knauf (2) drehfest mit der äußeren Welle (4) verbunden ist.






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