C07C 37/16 (2006.01) A, L, I, 20071207, B, H, DE
C07C 39/16 (2006.01) A, L, I, 20071207, B, H, DE
Zusammenfassung
Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von chlorid- und carbonatarmem Quarz als Rückhaltemedium für Katalysatoren auf Basis fester Säuren in Festbettreaktoren. Die vorliegende Erfindung eignet sich insbesondere für die Anwendung in der Herstellung von Bis(4-hydroxyaryl)alkanen, besonders bevorzugt für die Hestellung von Bisphenol A.
Beschreibung[de]
Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung von chlorid- und
carbonatarmen Quarz als Rückhaltemedium für Katalysatoren auf Basis fester
Säuren in Festbettreaktoren. Die vorliegende Erfindung eignet sich insbesondere
für Anwendung in der Herstellung von Bis(4-hydroxyaryl)alkanen, besonders bevorzugt
für die Herstellung von Bisphenol A.
Verfahren zur Synthese von Bisphenol A (BPA) mittels Ionentauscherkatalyse
sind z. B. in US-A 4 391 997,
US-A 4 400 555, US-A
4 590 303 oder EP-A 210 366
beschrieben. Es ist bekannt, zur großtechnischen Herstellung von BPA ein Gemisch
aus Phenol und Aceton durch einen mit sulfonsauren Ionentauscherharzen auf Polystyrolbasis
gefüllten Festbettreaktor zu leiten und anschließend der Aufarbeitung
zuzuführen. Es ist zudem bekannt, Festbettreaktoren zu verwenden, durch die
der Produktstrom wahlweise von oben nach unten (Abwärtsströmung) oder
von unten nach oben (Aufwärtsströmung) durch den Reaktor geleitet werden
kann. Beide Strömungsrichtungen haben Vor- und Nachteile.
Bei der Aufwärtsströmung wie in US
2004/0068085 A1 beschrieben ist von Vorteil, dass die Gesamtdruckbelastung
des Katalysators, d. h. die Summe aus hydrostatischem und hydrodynamischen Druck
über das Katalysatorbett, bei gleicher Strömungsgeschwindigkeit geringer
ist als bei abwärts gerichteter Strömung. Allerdings kann der Katalysator,
der in Form von Polymerkügelchen mit ca. 0,3–1 mm Durchmesser eingesetzt
wird, bei hohen Strömungsgeschwindigkeiten mit der Reaktionslösung aus
dem Reaktor ausgetragen werden. Dies ist insbesondere bei der Verwendung kleiner
Kugeldurchmesser oder bei der Bildung von feinem Katalysatorabrieb möglich.
Katalysator, der durch solche Austragung in die Aufarbeitung der Reaktionslösung
und die Produktreinigung gelangt, führt dort zu Zersetzungsreaktionen des Bisphenol
A und verschlechtert so die Produktqualität. Bei der Fahrweise in Aufwärtsströmung
werden daher mechanische Rückhalteeinrichtungen z. B. metallische Siebböden
oberhalb des Katalysatorbettes verwendet, um ein Durchschlagen, d. h. Austragen,
des Katalysators zu verhindern. Ein weiterer Nachteil der aufwärtsgerichteten
Strömung ist die Gefahr der Ausbildung von Kanalströmungen, die die Ausnutzung
des Katalysatorfestbettes verschlechtern.
Wird der Festbettreaktor in Abwärtsströmung des Reaktionsmediums
betrieben, baut sich Differenzdruck über das Katalysatorbett auf. Dieser ist
unter anderem abhängig von der Strömungsgeschwindigkeit des Reaktionsmediums,
der Korngröße des Katalysators und des Vernetzungsgrades des Ionenenaustauschers
(vgl. DE 197 57 570 A1). Der Gesamtdruck,
mit dem der Katalysator belastet wird, muss besonders beobachtet werden, um das
Katalysatorbett nicht nachhaltig zu schädigen. Das Austragen von Katalysator
aus dem Reaktor kann ebenfalls – wie in US
2004/0068085 A1 beschrieben – durch ein Metallsieb am Reaktorboden
verhindert werden.
Diese Art der Katalysatorrückhaltung hat den Nachteil, dass es
während des Betriebes zu einer kompletten oder partiellen Verstopfung des Siebbodens
durch Katalysatorabrieb oder Katalysatorbruchstücke kommen kann. Solche Verstopfungen
können entweder den kompletten Stillstand des Betriebes nach sich ziehen oder
eine Erhöhung des Druckverlustes und gegebenenfalls zusätzlich eine ungleich
verteilte Strömung im Reaktor verursachen. All diese Effekte sind nachteilig
für den Betrieb, da sie z. B. den Durchsatz durch den Reaktor und somit die
Produktionsmenge limitieren.
In DE 197 57 570 A1
ist weiterhin beschrieben, dass als Träger des Ionenaustauscherbettes eine
Kies-/Sandschicht im unteren Teil des Reaktors eingesetzt wird.
In EP 1 480 993 B1
wird ebenfalls der Einsatz von geschütteten Rückhalteeinrichtungen beschrieben.
Als mögliche Materialien werden Silica-basierter Sand, Silica-basierter Kies
sowie keramische Körper beschrieben.
Die vorangehend beschriebenen Kies-/Sandschichten als Rückhalteeinrichtungen
haben jedoch den Nachteil, dass sie, insbesondere sauren Medien gegenüber,
nicht vollkommen inert sind und deshalb mittelfristig durch den Durchsatz dieser
Medien ausgewaschen werden, was zur Instabilität solcher Schichten führen
kann. Insbesondere können dabei auch für die nachfolgenden Anlagenteile
korrosive Bestandteile ausgewaschen werden.
Es bestand demnach weiterhin Bedarf nach geeigneten Rückhalteeinrichtungen
für feste, saure Katalysatoren in Festbettreaktoren, die bevorzugt in Abwärtsströmung
betrieben werden, die die vorangehend genannten Nachteile nicht zeigen.
Die Aufgabe der vorliegenden Erfindung bestand demnach darin, eine
geeignete technische Lösung für die Katalysatorrückhaltung in mit
saurem Katalysator gefüllten Festbettreaktoren zu finden, ohne dass Korrosion
in geschalteten Anlagenteilen durch die Rückhalteeinrichtung verursacht wird.
Weiterhin bestand der Wunsch nach langfristiger Stabilität solcher Katalysatorrückhaltungen.
Es wurde nun überraschend gefunden, dass die Verwendung von chlorid-
und carbonatarmen Quarzsand als Rückhaltemedium für saure Katalysatoren,
bevorzugt saure Ionenaustauscher, in einem bevorzugt von oben nach
unten durchströmten Festbettreaktor besonders geeignet ist. Das ist insbesondere
der Fall bei der Verwendung von saurem Medium.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist daher die Verwendung von
chlorid- und carbonatarmen Quarzsand als Rückhaltemedium für Katalysatoren
auf Basis fester Säuren – im Folgenden auch kurz als saure Katalysatoren
bezeichnet – in Festbettreaktoren.
Unter den entsprechenden Reaktionsbedingungen in mit saurem Katalysator
gefüllten Festbettreaktoren können durch das Reaktionsmedium in herkömmlichem
Sand bzw. Kies enthaltene Chloridionen aus dem Sand- bzw. Kiesbett herauslöst
werden und in den folgenden Anlagenteilen zu Korrosion führen. Weiterhin können
unter den entsprechenden Reaktionsbedingungen in mit saurem Katalysator gefüllten
Festbettreaktoren durch das Reaktionsmedium in herkömmlichem Sand bzw. Kies
enthaltene Carbonationen aus dem Sand- bzw. Kiesbett herauslöst werden, was
zur Zersetzung des Bettes, Katalysatordurchbruch und Störung des Betriebes
führen kann. Diese Nachteile werden durch die Verwendung von chlorid- und carbonatarmen
Quarzsand signifikant reduziert bzw. vollständig vermieden. Dadurch wird sowohl
die Lebensdauer und damit Einsatzdauer der nachgeschalteten Anlagenteile als auch
die Lebensdauer des Sandbettes als Rückhalteeinrichtung und damit der Zyklus
zwischen den zur Erneuerung dieses Sandbettes erforderlichen Stillständen des
Reaktors erheblich verlängert.
Katalysatoren auf Basis fester Säuren sind im Rahmen der Erfindung
solche mit einen pKA-Wert von kleiner 4, bevorzugt kleiner 2, besonders
bevorzugt kleiner 1. Beispiele solcher sauren Katalysatoren sind im Rahmen der Erfindung
bevorzugt saure Ionenaustauscherharze, Alumosilikate in H-Form, unter den entsprechenden
Reaktionsbedingungen feste Lewissäuren oder andere Heteropolysäuren. Besonders
bevorzugt sind saure Ionenaustauscherharze.
Saure Ionenaustauscherharze können beispielsweise Polykondensate,
z. B. erhältlich aus Phenol und Formaldehyd, oder Polymerisate, z. B. erhältlich
durch Copolymerisation aus Styrol, Acrylaten oder Methacrylaten und Divinylbenzol,
sein. Es können aber auch andere entsprechend funktionalisierte Makromoleküle,
beispielsweise solche natürlichen Ursprungs wie Cellulosen, Dextrane und Agarosen
verwendet werden. Als saure Gruppen können solche Ionenaustauscherharze funktionelle
saure Gruppen, wie beispielsweise phenolische Hydroxylgruppen, Carboxylgruppen und/oder
Sulfonsäuregruppen aufweisen. Die sauren Gruppen können entweder über
die Copolykondensation bzw. Copolymerisation mit derartige Gruppen tragenden Monomeren
oder eine im Anschluss an die Polykondensation bzw. Polymerisation erfolgende Funktionalisierung
in die Polykondensate bzw. Polymerisate eingebracht werden. Je nach Art und Kombination
der funktionellen Gruppen können die Ionentauscher in ihrer Acidität variieren.
Beispielsweise enthalten stark saure Ionenaustauscher gewöhnlich Sulfonsäuregruppen,
während schwach saure Ionenaustauscher häufig die weniger saure Carboxylgruppen
tragen. Jedoch sind zwischen stark und schwach sauren Ionenaustauschern auch beliebige
Mischformen bekannt. Beispiele für saure Gruppen enthaltende Ionenaustauscher
sind vernetzte, sulfonierte Polymerisate aus Styrol und Divinylbenzol wie sie z.
B. unter dem Handelnamen Lewatit® vertrieben werden.
Beispiele für Festbettreaktoren sind dem Fachmann bekannt und
z. B. in DE-A 197 57 570 oder
US-A 2004/0068085 beschrieben.
Im Rahmen der Erfindung ist unter Quarzsand solcher mit einer mittleren
Korngröße von 0,3 bis 80 mm, bevorzugt von 0,5 bis 70 mm zu verstehen.
Auch sind von Quarzsand im Rahmen der Erfindung Mischungen oder Schichtschüttungen
aus mehreren Quarzsanden mit unterschiedlichen mittleren Korngrößen von
0,3 bis 80 mm, bevorzugt von 0,5 bis 70 mm zu verstehen.
Erfindungsgemäß zu verwendende Quarzsande sind kommerziell
erhältlich oder können beispielsweise aus herkömmlichem chlorid-
und carbonatreicherem Quarzsand durch ein- bis mehrstündiges Kochen mit starken
Mineralsäuren, wie z. B. konzentrierter Salzsäure, anschließendem
ein- bis mehrmaligem Waschen mit heißem Wasser und nachfolgendem Trocknen oberhalb
des Siedepunktes von Wasser erhalten werden. Das Kochen mit starken Mineaaralsäuren
kann dabei bevorzugt zwischen 1 und 10 Stunden erfolgen. Anschließend kann
bevorzugt ein bis 4 mal mit heißem Wasser, vorzugsweise mit solchem zwischen
30 und 80°C gewaschen werden, wobei besonders bevorzugt beim letzten Waschvorgang
entionisiertes Wasser verwendet wird. Die Trocknung kann oberhalb von 100°C
bei Normaldruck oder bei niedrigeren Temperaturen unter vermindertem Druck erfolgen.
Der erfindungsgemäß verwendete chlorid- und carbonatarme
Quarzsand weist bevorzugt einen Chloridgehalt von weniger als 1000 Gew.-ppm, bevorzugt
weniger als 200 Gew.-ppm, besonders bevorzugt weniger als 50 Gew.-ppm und einen
Carbonatgehalt von weniger als 5000 Gew.-ppm, bevorzugt weniger als 2000 Gew.-ppm,
besonders bevorzugt weniger als 1000 Gew.-ppm, jeweils bezogen auf das Gesamtgewicht
des Quarzsandes, auf.
Der erfindungsgemäß verwendete chlorid- und
carbonatarme Quarzsand kann zusätzlich einen Sulfatgehalt von weniger als 3000
Gew.-ppm, bevorzugt weniger als 1000 Gew.-ppm, besonders bevorzugt von weniger als
300 Gew.-ppm, einen Eisengehalt von weniger als 10000 Gew.-ppm, bevorzugt weniger
als 5000 Gew.-ppm„ einen Kaliumgehalt von weniger als 3000 Gew.-ppm, bevorzugt
weniger als 1000 Gew.-ppm, besonders bevorzugt weniger als 500 Gew.-ppm, einen Calciumgehalt
von weniger als 3000 Gew.-ppm, bevorzugt weniger als 1000 Gew.-ppm, besonders bevorzugt
weniger als 500 Gew.-ppm und/oder einen Magnesiumgehalt von weniger als 3000 Gew.-ppm,
bevorzugt weniger als 1000 Gew.-ppm, besonders bevorzugt weniger als 500 Gew.-ppm
aufweisen.
Bevorzugt ist das die Festbettreaktoren durchströmende Reaktionsmedium
ein saures Medium. Unter saurem Medium ist im Rahmen der Erfindung ein solches mit
einem pH-Wert von weniger als 7 zu verstehen. Dabei handelt es sich bei der Säure,
die den pH-Wert einstellt, bevorzugt um den sauren Katalysator. Der sich einstellende
pH-Wert ist konzentrationsabhängig. Die Konzentration an Säure liegt bevorzugt
bei 0,01 bis 2 ppm, besonders bevorzugt bei 0,1 bis 1 ppm. Bei dem Reaktionsmedium
kann es sich in bevorzugten Ausführungsformen um wässrig-alkoholische
Lösungen oder Lösungen aromatischer Alkohole handeln. Sofern im Rahmen
der Erfindung im Festbettreaktor Kondensationsreaktionen, besonders bevorzugt für
die Herstellung von Bis(4-hydroxyaryl)alkanen durchgeführt werden, handelt
es sich bei dem Reaktionsmedium bevorzugt um Lösungen in denen Reaktionspartner
und Produkte gelöst sind. Vorzugsweise handelt es sich in einer bevorzugten
Ausführungsform zur Herstellung von 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan (Bisphenol
A) um eine phenolische Lösung in denen Reaktionspartner und Produkte gelöst
sind.
1 zeigt schematisch die Schichtung bei der erfindungsgemäßen
Verwendung des chlorid- und carbonatarmen Quarzsandes als Rückhaltemedium innerhalb
eines von oben nach unten durchströmten Festbettreaktors.
In den Festbettreaktor (5) wird von oben das die Edukte enthaltende
Reaktionsmedium (1) eingeleitet. Dieses Reaktionsmedium durchströmt
den Festbettreaktor (5) von oben nach unten und wird am unteren Teil als
die Produkte enthaltendes Medium (4) wieder aus dem Reaktor ausgeleitet.
Der Festbettreaktor weist im unteren Teil ein auf einer perforierten Metallstruktur
(3a), wie z. B. einem Metallsieb, aufliegendes Sandbett (3) aus
chlorid- und carbonatarmem Quarzsand als Rückhaltemedium für den in der
Schicht darüber befindlichen sauren Katalysator (2) (Katalysatorbett)
auf. Dabei verhindert das Sandbett (3), dass Katalysator aus dem Katalysatorbett
(2) mit dem die Produkte enthaltenden Medium aus dem Reaktor ausgetragen
wird.
Die erfindungsgemäße Verwendung des chlorid- und carbonatarmen
Quarzsandes als Rückhaltemedium erfolgt bevorzugt in Festbettreaktoren für
Kondensationsreaktionen, besonders bevorzugt für die Herstellung von Bis(4-hydroxyaryl)alkanen,
ganz besonders bevorzugt für die Herstellung von 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan
(Bisphenol A).
Geeignete Bis(4-hydroxyaryl)alkane, welche unter Verwendung des chlorid-
und carbonatarmen Quarzsandes als Rückhaltemedium erhältlich sind, sind
beispielsweise solche der allgemeinen Formel (I),
worin
RA für einen linearen oder verzweigten C1-C18-Alkylenrest,
bevorzugt C1-C6-Alkylenrest, oder einen C5-C18-Cycloalkylenrest,
bevorzugt einen C5-C12-Cycloalkylenrest steht,
R unabhängig voneinander für einen linearen oder verzweigten C1-C18-Alkylrest,
bevorzugt C1-C6-Alkylrest, einen C5-C18-Cycloalkylrest,
bevorzugt einen C5-C12-Cycloalkylrest, einen C6-C24-Arylrest,
bevorzugt einen C6-C12-Arylrest, oder einen Halogenrest stehen
und
x und y unabhängig voneinander für 0 oder eine ganze Zahl von 1 bis 4,
bevorzugt unabhängig voneinander für 0, 1 oder 2 stehen.
Bevorzugte Bis(4-hydroxyaryl)alkane sind 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)propan
(Bisphenol A (BPA)), 2,4-Bis-(4-hydroxyphenyl)-2-methylbutan, 2,2-Bis-(3-methyl-4-hydroxyphenyl)-propan,
Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-methan, 2,2-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan,
2,4-Bis-(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-2-methylbutan, 1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-cyclohexan
und 1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-3,3,5-trimethylcyclohexan (Bisphenol TMC).
Besonders bevorzugte Bis(4-hydroxyaryl)alkane sind 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan
(Bisphenol A (BPA)), 2,2-Bis(3,5-dimethyl-4-hydroxyphenyl)-propan, 1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-cyclohexan
und 1,1-Bis-(4-hydroxyphenyl)-3,3,5-trimethylcyclohexan (Bisphenol TMC).
Ganz besonders bevorzugt ist 2,2-Bis-(4-hydroxyphenyl)-propan (Bisphenol
A).
Bis(4-hydroxyaryl)alkane sind nach dem Fachmann bekannten Verfahren
erhältlich durch Umsetzung von aromatischen mono-Hydroxyverbindungen,
die in p-Position nicht substituiert sind, mit Ketonen, die wenigstens eine aliphatische
Gruppe an der Carbonylfunktion aufweisen, in einer Kondensationsreaktion. Dabei
wird vorzugsweise als Zwischenprodukt ein Addukt des Bis(4-hydroxyaryl)alkans und
der als Edukt eingesetzten aromatischen mono-Hydroxyverbindungerhalten erhalten,
welche anschließend in das gewünschte Bis(4-hydroxyaryl)alkan und aromatische
mono-Hydroxyverbindung getrennt wird.
Geeignete aromatische mono-Hydroxyverbindungen sind beispielsweise
solche der allgemeinen Formel (II),
die in p-Position nicht substituiert sind und worin,
R unabhängig voneinander für einen linearen oder verzweigten C1-C18-Allylrest,
bevorzugt C1-C6-Alkylrest, einen C5-C18-Cycloalkylrest,
bevorzugt einen C5-C12-Cycloalkylrest, einen C6-C24-Arylrest,
bevorzugt einen C6-C12-Arylrest, oder einen Halogenrest stehen
und
x oder y für 0 oder eine ganze Zahl von 1 bis 4, bevorzugt für 0, 1 oder
2 stehen.
Beispiele für geeignete aromatische mono-Hydroxyverbindungen
der allgemeinen Formel (II) sind beispielsweise Phenol, o-und m-Kresol, 2,6-Dimethylphenol,
o-tert.-Butylphenol, 2-Methyl-6-tert.-butylphenol, o-Cyclohexylphenol, o-Phenyl-Phenol,
o-Isopropylphenol, 2-Methyl-6-cyclopentylphenol, o-und m-Chlorphenol oder 2,3,6-Trimethylphenol.
Bevorzugt sind Phenol, o-und m-Kresol, 2,6-Dimethylphenol, o-tert.-Butylphenol und
o-Phenyl-Phenol, ganz besonders bevorzugt ist Phenol.
Geeignete Ketone sind beispielsweise solche der allgemeinen Formel
(III),
worin
R1 für einen linearen oder verzweigten C1-C18-Alkylrest,
bevorzugt C1-C6-Alkylrest, steht und
R2 für einen linearen oder verzweigten C1-C18-Alkylrest,
bevorzugt C1-C6-Alkylrest, oder einen C6-C24-Arylrest,
bevorzugt einen C6-C12-Arylrest, steht oder
R1 und R2 zusammen für einen linearen oder verzweigten
C4-C18-Alkylenrest, bevorzugt C4-C12-Alkylenrest
stehen.
Beispiele für geeignete Ketone der allgemeinen Formel (III) sind
Aceton, Methylethylketon, Methylpropylketon, Methylisopropylketon, Diethylketon,
Acetophenon, Cyclohexanon, Cyclopentanon, Methyl-, Dimethyl- und Trimethylcyclohexanonen,
die auch geminale Methylgruppen aufweisen können, z. B. 3,3-Dimethyl-5-methylcyclohexanon
(Hydroisophoron). Bevorzugte Ketone sind Aceton, Acetophenon, Cyclohexanon und dessen
Methylgruppen tragende Homologe, besonders bevorzugt ist Aceton.
C1-C6-Alkyl steht beispielsweise für Methyl,
Ethyl, n-Propyl, iso-Propyl, n-Butyl, sec.-Butyl, tert.-Butyl, n-Pentyl, 1-Methylbutyl,
2-Methylbutyl, 3-Methylbutyl, neo-Pentyl, 1-Ethylpropyl, Cyclohexyl, Cyclopentyl,
n-Hexyl, 1,1-Dimethylpropyl, 1,2-Dimethylpropyl, 1,2-Dimethylpropyl, 1-Methylpentyl,
2-Methylpentyl, 3-Methylpentyl, 4-Methylpentyl, 1,1-Dimethylbutyl, 1,2-Dimethylbutyl,
1,3-Dimethylbutyl, 2,2-Dimethylbutyl, 2,3-Dimethylbutyl, 3,3-Dimethylbutyl, 1-Ethylbutyl,
2-Ethylbutyl, 1,1,2-Trimethylpropyl, 1,2,2-Trimethylpropyl, 1-Ethyl-1-methylpropyl,
1-Ethyl-2-methylpropyl oder 1-Ethyl-2-methylpropyl, C1-C18-Alkyl
darüber hinaus beispielsweise für darüber hinaus beispielsweise für
n-Heptyl und n-Octyl, Pinakyl, Adamantyl, die isomeren Menthyle, n-Nonyl, n-Decyl,
n-Dodecyl, n-Tridecyl, n-Tetradecyl, n-Hexadecyl, n-Octadecyl oder Stearyl.
C1-C6-Alkylen bzw. C1-C18-Alkylen
steht beispielsweise für die den vorangehenden Alkylgruppen entsprechenden
Alkylengruppen.
C5-C12-Cycloalkyl steht beispielsweise für
Cylopentyl, Cyclohexyl, Cyclooctyl oder Cyclododecyl.
Beispiele für C6-C24-Aryl oder C6-C12-Aryl
sind Phenyl, o-, p-, m-Tolyl, Naphthyl, Phenanthrenyl, Anthracenyl oder Fluorenyl.
Halogen kann für Fluor, Chlor, Brom oder Iod, bevorzugt für
Fluor oder Chlor, besonders bevorzugt für Chlor stehen.
Dass die Herstellung von Bisphenol A in saure Ionentauscherharze als
Katalysator enthaltenden Festbettreaktoren durchgeführt werden kann, bei dem
das Ionentauscherbett in Intervallen mit Phenol gespült wird, ist aus
DE 197 57 570 A1 bekannt. Durch
diese Intervallspülung kann die schleichend eintretende Erhöhung des Druckverlusts
beseitigt werden. Nach dieser Spülung kann wieder die ursprüngliche hohe
Menge an Edukt in den Reaktor eingespeist werden. Der durch den Spülvorgang
bedingte Produktionsausfall wird dadurch innerhalb kurzer Zeit wieder wettgemacht.
Außerdem wurde gefunden, dass die Spülung auch einen positiven Effekt
auf die Selektivität und Reaktivität der Festbetten hat.
Gegenstand einer besonders bevorzugten Ausführungsform der vorliegenden
Erfindung ist daher weiterhin ein Verfahren zur Herstellung von Bis(4-hydroxyaryl)alkanen
durch Umsetzung von aromatischen mono-Hydroxyverbindungen, die in p-Position nicht
substituiert sind, mit Ketonen, die wenigstens eine aliphatische Gruppe an der Carbonylfunktion
aufweisen, in einer Kondensationsreaktion, besonders bevorzugt Bisphenol A aus Phenol
und Aceton, in saure Ionentauscherharze als Katalysator enthaltenden und von oben
nach unten durchströmten Festbettreaktoren, dadurch gekennzeichnet, dass chlorid-
und carbonatarmer Quarzsand als Rückhaltemedium für den sauren Ionentauscher
eingesetzt wird.
Das Intervall zur Spülung mit Phenol wird dabei bevorzugt so
gewählt, dass zwischen zwei Spülvorgängen 30 bis 3500 m3,
besonders bevorzugt 90 bis 600 m3 Eduktstrom pro m3 Katalysatorharz
durch den Reaktor geleitet werden. Das Ionentauscherbett kann von oben, von unten
oder abwechselnd nacheinander von oben und unten mit Phenol gespült werden.
Bevorzugte Praxis ist es, von unten oder abwechselnd nacheinander von unten und
von oben zu spülen. Bezogen auf die Menge an Ionentauscherharz beträgt
die für den Spülvorgang einzusetzende Menge Phenol das 0,1 bis 20fache,
bevorzugt das 0,3 bis 5fache des Katalysatorvolumens. Die Temperatur des eingesetzten
Phenols sollte 40 bis 150°C, bevorzugt 45 bis 120°C betragen. Beim Spülvorgang
kann der Reaktor einmal oder auch mehrmals nacheinander gespült werden. Nach
dem Spülvorgang kann die in den Reaktor eingespeiste Menge an Edukten wieder
um bis zu 35% gesteigert werden, was eine entsprechende Erhöhung der Produktivität
mit sich bringt.
Die erfindungsgemäße Verwendung wird im folgenden beispielhaft
anhand der Kondensation von Phenol und Aceton zu Bisphenol A beschrieben, wobei
die Anwendung der erfindungsgemäßen Verwendung nicht auf diese Reaktion
beschränkt ist. Das folgende Beispiel dient lediglich der beispielhaften Erläuterung
der Erfindung und ist nicht als Beschränkung aufzufassen.
BeispieleBeispiel 1:
Es wurde ein Festbettreaktor mit einem Durchmesser von 5,70 m und
einem Reaktorvolumen 150 m3 mit dem Ionenaustauscherharz Lewatit®
K1221 (Lanxess AG) als saurem Katalysator befüllt, wobei das Volumen der Katalysatorfüllung
108 m3 und die Katalysatorbetthöhe 4,25 m betrug. Für die Rückhaltung
des Festbettkatalysators wurde ein Quarzsandbett verwendet, das von unten nach oben
folgende Schichtung mit den angegebenen Korngrößen aufwies:
Schicht 1: 25–63 mm Korndurchmesser
Schicht 2: 16–32 mm Korndurchmesser
Schicht 3: 8–12 mm Korndurchmesser
Schicht 4: 3–6 mm Korndurchmesser
Schicht 5: 1–2 mm Korndurchmesser
Schicht 6: 0,5–1,2 mm Korndurchmesser
Der verwendete Quarzsand wies einen Chloridgehalt von weniger als
40 Gew.-ppm, einen Carbonatgehalt von weniger als 1000 Gew.-ppm, einen Sulfatgehalt
von weniger als 200 Gew.-ppm, einen Eisengehalt von weniger als 4400 Gew.-ppm, einen
Kaliumgehalt von weniger als 250 Gew.-ppm, einen Calciumgehalt von weniger als 400
Gew.-ppm und einen Magnesiumgehalt von weniger als 400 Gew.-ppm auf.
Auch nach 15jährigem Betrieb des Festbettreaktors mit dem erfindungsgemäß
verwendeten Quarzsandbett wurde kein Durchschlag des Katalysators, keine Verstopfung
des Bettes, kein Druckanstieg sowie keine Korrosionserscheinungen in den nachfolgenden
Anlagenteilen festgestellt. Ein Austausch des erfindungsgemäß verwendeten
Quarzsandbettes war daher nicht erforderlich, wohingegen der Katalysator während
dieser Zeit mehrfach gewechselt wurde.
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
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Zitierte Patentliteratur
- US 4391997 A [0002]
- US 4400555 A [0002]
- US 4590303 A [0002]
- EP 210366 A [0002]
- US 2004/0068085 A1 [0003, 0004]
- DE 19757570 A1 [0004, 0006, 0039]
- EP 1480993 B1 [0007]
- DE 19757570 A [0016]
- US 2004/0068085 A [0016]
Anspruch[de]
Verwendung von chlorid- und carbonatarmen Quarzsand als Rückhaltemedium
für Katalysatoren auf Basis fester Säuren in Festbettreaktoren.Verwendung gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass
als chlorid- und carbonatarmer Quarzsand solche(r) mit einem Chloridgehalt von weniger
als 1000 Gew.-ppm, bevorzugt von weniger als 200 Gew.-ppm, und einem Carbonatgehalt
von weniger als 5000 Gew.-ppm, bevorzugt von weniger als 2000 Gew.-ppm, jeweils
bezogen auf das Gesamtgewicht des chlorid- und carbonatarmen Quarzsand, verwendet
werden (wird).Verwendung gemäß Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass saure Katalysatoren solche mit einen pKA-Wert von kleiner 4, bevorzugt
kleiner 2, besonders bevorzugt kleiner 1 sind.Verwendung gemäß wenigstens einem der Ansprüche 1 bis
3, dadurch gekennzeichnet, dass als saure Katalysatoren saure Ionenaustauscherharze
verwendet werden.Verwendung gemäß wenigstens einem der Ansprüche 1 bis
4, dadurch gekennzeichnet, dass die Rückhaltemedien in Festbettreaktoren für
Kondensationsreaktionen, bevorzugt für die Herstellung von Bis(4-hydroxyaryl)alkanen,
besonders bevorzugt für die Herstellung von Bisphenol A eingesetzt werden.Verwendung gemäß wenigstens einem der Ansprüche 1 bis
5, dadurch gekennzeichnet, dass die Festbettreaktoren vom Reaktionsmedium von oben
nach unten durchströmt werden.Verwendung gemäß wenigstens einem der Ansprüche 1 bis
6, dadurch gekennzeichnet, dass das die Festbettreaktoren durchströmende Reaktionsmedium
ein saures Medium ist.Verfahren zur Herstellung von Bisphenol A aus Phenol und Aceton in saure
Ionentauscherharze als Katalysator enthaltenden und von oben nach unten durchströmten
Festbettreaktoren, dadurch gekennzeichnet, dass chlorid- und carbonatarmer Quarzsand
als Rückhaltemedium für den sauren Ionentauscher eingesetzt wird.Verfahren gemäß Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass das
Ionentauscherbett in Intervallen mit Phenol, wobei zwischen zwei Spülvorgängen
30 bis 3500 m3 Eduktstrom pro m3 Katalysatorharz durch den
Reaktor geleitet werden und die Temperatur des eingesetzten Phenols 40 bis 150°C
beträgt.Verfahren gemäß Anspruch 8 oder 9, dadurch gekennzeichnet,
dass das Ionentauscherbett nacheinander von unten und von oben mit Phenol gespült
wird.