PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102007059280A1 25.06.2009
Titel Festbrennstoff-Oel-Gas-Heizkessel-Anbaugeräte
Anmelder Rosel, Valentin, 97234 Reichenberg, DE
Erfinder Rosel, Valentin, 97234 Reichenberg, DE
DE-Anmeldedatum 08.12.2007
DE-Aktenzeichen 102007059280
Offenlegungstag 25.06.2009
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.06.2009
IPC-Hauptklasse F24H 9/20  (2006.01)  A,  F,  I,  20071208,  B,  H,  DE
IPC-Nebenklasse F23B 50/12  (2006.01)  A,  L,  I,  20071208,  B,  H,  DE
F23C 1/02  (2006.01)  A,  L,  I,  20071208,  B,  H,  DE
F23C 6/04  (2006.01)  A,  L,  I,  20071208,  B,  H,  DE
F23N 5/00  (2006.01)  A,  L,  I,  20071208,  B,  H,  DE
Zusammenfassung Mit den Festbrennstoff-Öl-Gas-Heizkessel-Anbaugeräten ist die Verfeuerung von Öl oder Gas und nachwachsenden Brennstoffen im Parallel- oder Alternativ-Betrieb gegeben.
Bei den patentwürdigen Anlageteilen handelt es sich um Zusatzgeräte, die zur Verbrennung von nachwachsenden Brennstoffen eingesetzt werden. Die vorhandenen Anlagenteile einer Öl- oder Gas-Heizkesselanlage bleiben in vollem Umfang erhalten und werden in das neue Brennsystem mit einbezogen.
So ist für die Verbrennung von nachwachsenden Brennstoffen neben dem am Öl- oder Gas-Heizkessel (1) angebrachten Vorbau-Abgassammler (2) mit dem Abgaskanal mit Regelklappe (12) eine handelsübliche Holz- oder Pellets-Brennkammer (5) oder der Glühkörper-Brennkammer (6) ohne den sonst üblichen Abgas-Wärmetauscher als Nachschalt-Heizfläche verbunden. Diese befindet sich für alle Brennstoffarten im Öl- oder Gas-Heizkessel (1) und die Abgasströme werden durch den am Heizkessel-Rauchrohr eingebauten stufenlos geregelten Rauchgas-Ventilator (7) zwangsgeführt, so dass in den betroffenen Anlagenteilen der zur Verbrennung erforderliche Unterdruck automatisch eingehalten und eine Zurückströmung von unverbranntem Öl- oder Gas-Luftgemischnebel verhindert wird.

Beschreibung[de]
Stand der Technik

Die Verfeuerung von nachwachsenden Brennstoffen ist durch die hohe CO2-Emissionsbelastung und durch die Endlichkeit von fossilen Brennstoffen wie Oel oder Gas ein Gebot der Stunde.

Es werden zwar aufwändige Pellets- und Hackschnitzel-Anlagen zur Verfeuerung von Holzabfällen bereits eingebaut, jedoch werden wertvolle oel- oder gasbeheizte Kesselanlagen aus Platzgründen ausgebaut und verschrottet.

Es sind dann hohe Investitionskosten für eine völlig neue Heizzentrale mit neuer Kaminanlage erforderlich. Heizkesselanlagen weisen eine Laufzeit von ca. 20–30 Jahren auf. Der vorzeitige Ausbau einer funktionsfähigen Oel-/Gasanlage vernichtet somit volkswirtschaftliches Vermögen.

Bei momentanen Engpässen in der Pelletsversorgung oder bei Anlagenausfällen ist die Wärmeversorgung der Gebäude in Frage gestellt.

Beschreibung

An den Oel- oder Gas-Heizkessel (1) wird der Vorbau-Abgassammler (2) statt einer normalen Brennerplatte angeschraubt und der DIN Oel- oder Gasgebläsebrenner mit automatischer Luftklappensteuerung (4) so angebracht, dass die Oel- oder Gasflamme vor der Umstellung in der Brennkammer ausbrennt und die volle Kesselheizleistung damit erreicht wird.

Der Vorbau-Abgassammler (2) ist über den Abgaskanal mit der Regelklappe (12) mit der handelsüblichen doppelwandigen Pellets-Brennkammer (5) oder mit der Glühkörper-Brennkammer (6) verbunden. Über die Nachschaltheizfläche des Oel- oder gasheizkessels (1) werden die Festbrennstoff-Abgase von ca. 900°C auf ca. 100°C abgekühlt.

Zur Überwindung der rauchgasseitigen Widerstände im Festbrennstoff-Oel-Gas-Heizkessel (1) und im Vorbau-Abgassammler (2) sowie im Abgaskanal mit Regelklappe (12) ist im Rauchgas-Anschluss des Heizkessels (1) der stufenlos regelbare Rauchgas-Ventilator (7) mit der Rauchrohr-Sperrklappe (8) mit dem Stellmotor mit Federrücklauf (9) eingebaut.

Bei alternativem Verbrennungsbetrieb wird durch die Verbrennungs-Zuluftklappe (18) und bei parallelem Verbrennungsbetrieb der Verbrennungsluft-Ventilator (24) zur Sicherstellung einer guten Verbrennung in der Holz- oder Pellets-Brennkammer (5) oder in der Glühkörper-Brennkammer (6) hinzugeschaltet.

Über die Regeleinheit mit Unterdruckregler und Sicherheitsabschaltung (10) wird der Anlage-Unterdruck bei allen Betriebszuständen so gehalten, dass eine optimale Verbrennung gewährleistet ist und dass bei paralleler Verbrennung der System-Unterdruck das Zurückströmen von unverbranntem Oel- oder Gasnebel zu den Festbrennstoff-Anlageteilen absolut verhindert.

Bei der Verbrennung von trockenem Holz oder Pellets und bei leichtem Heizoel EL und bei Erdgas H ergeben sich folgende technische Daten: Holz trocken Heizoel EL Erdgas H Taupunkt der Abgase je nach Luftzahl 45° 40° 50° Verbrennungstemperatur 800°C 1.200°C 1.200°C Zündtemperaturen 200–300°C 245°C 650°C Rauchgasmenge 4,8 m3/kg 11,8 m3/kg 10,9 m3 CO2 max. 20% 15,50% 12,0 Vol% Luftbedarf 4,1 m3/kg 11,2 m3/kg 9,8 L min. Heizwert 4,337 kWh 11,709 kWh 10,5 kWh

Diese Werte sind die theoretischen Werte nach dem Recknagel-Taschenbuch für Heizungs- und Klimatechnik, Jahrgang 92/93, Seite 146–183 . Die Praxiswerte liegen darunter.

Diese Daten zeigen, dass mit dem Oel- oder Gas-Heizkessel (1) und dem Vorbau-Abgassammler (2), mit Glühkörper-Brennkammer (6) und Anbaugeräte auch bei den verschiedenen Brennstoff-Eigenschaften der Alternativbetrieb sowie auch der Parallelbetrieb mit der vollen Heizkesselleistung realisierbar ist.

Bei geringerem Heizwert der nachwachsenden Brennstoffe z. B Holz mit ca. 4,337 kWh je kg gegenüber von Heizoel EL mit 11,709 kWh je kg und der Rauchgasmenge bei Holz von 4,8 m3/kg und bei Oel EL 11,8 m3/kg ergibt sich eine Erhöhung der Rauchgasmenge von ca. 20% bei Holz- oder Pelletsbetrieb.

Da jedoch die Verbrennungstemperatur mit 1.200°C bei Oelbetrieb auf 800°C bei Holz- oder Pelletsbetrieb sinkt, ist auch die Abgas-Temperatur und damit das &Dgr;t der Nachschalt-Heizkessel-Heizfläche mit einer Leistungsminderung verbunden. Diese wird jedoch durch die zusätzliche Heizfläche der Glühkörper-Brennkammer (6) oder der handelsüblichen Holz-Pellets-Brennkammer (5) und über die höhere Rauchgas-Geschwindigkeit der größeren Rauchgasmenge im Oel- oder Gas-Heizkessel (1) ausgeglichen, so dass auch bei reinem Holz- oder Pelletsbetrieb die erforderliche Kessel-Heizleistung erreicht wird.

Bei parallel oder alternativen Brennstoffbetrieb wird die Leistung der einzelnen Brennstoffe auf die Gesamt-Kesselleistung abgestimmt. Da für die Lagerung von nachwachsenden Brennstoffen die 4-fache Platzkapazität gegenüber dem Heizoel benötigt wird, ist es bei diesem System möglich, den Brennstoff-Anteil auf die örtlichen Gegebenheiten abzustimmen.

Die unterschiedlichen Eigenschaften wie Heizwerte, Zündtemperaturen und die Abgas-Massenströme und die Taupunkte und Abgastemperaturen sowie die bei der Verbrennung entstehenden Flammen-Temperaturen ermöglichen eine Nachverbrennung der bei der Verbrennung der nachwachsenden Brennstoffe entstehenden Schadstoffe.

Dies wird über das Glühmischrohr mit dem Trennblech (19) in dem Abgassammler (2) in der Form erreicht, dass die Abgase der Festbrennstoffe an die Oel- oder Gasbrennflamme mit ca. 1.200°C zur Nachverbrennung herangeführt werden.

Die Russpartikel werden bereits vorher im Rauchgasfilter (22) festgehalten. Der hierbei entstehende Druckverlust wird über den stufenlos regelbaren Rauchgas-Ventilator (7) und über die Regeleinheit mit Unterdruckregler und Sicherheitsabschaltung (10) ausgeglichen, so dass keine Beeinträchtigung der Verbrennungsvorgänge erfolgt.

Die Vorteile der Festbrennstoff-Oel-Gas-Heizkessel-Anbaugeräte sind gegenüber den heute üblichen Heizkessel-Anlagen dadurch gegeben, dass bestehende Oel- oder Gas-Kesselanlagen auch bei der Verbrennung von nachwachsenden Brennstoffen weiterhin mit Oel oder Gas betrieben werden können.

Die für die Verbrennung von nachwachsenden Brennstoffen erforderlichen Heizkessel-Anbaugeräte sind reine Zusatzeinrichtungen, wobei nur die handelsübliche Holz- oder Pellets-Brennkammer (5) oder die Glühkörper-Brennkammer (6) ohne die sonst erforderlichen Nachschalt-Heizflächen benötigt werden.

Da zur Bevorratung der Fest-Brennstoffe der 4-fache Raum gegenüber Heizoel erforderlich ist, reicht oft der vorhandene Platz zur Brennstoff-Einlagerung nicht aus. Durch die neue Anlagentechnik kann der prozentuale Fest-Brennstoff-Bedarf den örtlichen Räumen angepasst werden.

Es werden keine baulichen Veränderungen der vorhandenen Kaminanlage oder größere Heizzentrale-Umbauten erforderlich. Bei Störungen oder bei Lieferschwierigkeiten oder auch bei aktuell überhöhten Preisen einer Brennstoffart ist die automatische Umschaltung auf den anderen Brennstoff möglich. Bei entsprechender Leistungserfassung kann mit jeder der vorgesehenen Brennstoffarten eine 100%ige Kessel-Heizleistung erreicht werden, so dass auch dann eine 100%ige Betriebssicherheit gegeben ist.

Die Auslegung der Kesselanlage nach DIN wird in Abhängigkeit von der Auslegungs-Aussentemperatur von zum Beispiel – 12°C festgelegt, die in der Regel nur an wenigen Tagen erreicht wird. Diese tiefen Aussentemperaturen können dann mit Oel- oder Gasbetrieb abgefahren werden.

1
Oel- oder Gas-Heizkessel
2
Vorbau-Abgassammler
3
Brennerplatte mit Schwenkeinrichtung
4
DIN Oel- oder Gas-Gebläsebrenner
5
Handelsübliche Holz- oder Pellets-Brennkammer
6
Glühkörper-Brennkammer
7
Stufenlos regelbarer Rauchgas-Ventilator
8
Rauchrohr-Sperrklappe
9
Stellmotor mit Federrücklauf
10
Regeleinheit mit Unterdruckregler und Sicherheitsabschaltung
11
Brennstoff-Regelautomatik
12
Abgaskanal mit Regelklappe
13
Kesselkreislaufleitung mit Umwälzpumpe
14
Bimetall-Temperaturregler
15
Oel- oder Gas-Anheizbrenner
16
Glühkörper mit Glührost
17
Drehkammer-Zylinder mit Elektrostelleinrichtung
18
Verbrennungs-Zuluftklappe
19
Glühmischrohr mit Trennblech
20
Brennstoffeinfüllklappe mit Endschalter
21
Anheizbrenner Abgasleitung
22
Rauchgasfilter
23
Verbrennungs-Luftrohre mit Ausströmdüsen
24
Verbrennungsluft-Ventilator
25
Einbaukörper mit Verbrennungsluftdurchlässe
26
Pellets-Einfüllbehälter
27
Asche-Auffangbehälter

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Nicht-Patentliteratur

  • - Recknagel-Taschenbuch für Heizungs- und Klimatechnik, Jahrgang 92/93, Seite 146–183 [0011]


Anspruch[de]
Festbrennstoff-Oel-Gas-Heizkessel-Anbaugeräte dadurch gekennzeichnet, 1 + 2, dass der Vorbau-Abgassammler (2) über den Abgaskanal mit Regelklappe (12) mit den handelsüblichen Holz-, Pellets-Brennkammern (5) oder mit der Glühkörper-Brennkammer (6) mit dem Heizkessel (1) verbunden ist und an der Brennerplatte mit Schwenkeinrichtung (3) der DIN Oel- oder Gasgebläsebrenner mit automatischer Luftklappensteuerung (4) angebaut ist und dass am Heizkessel (1) am Rauchrohr-Anschluss der stufenlos regelbare Rauchgas-Ventilator (7) mit der Rauchrohr-Sperrklappe (8) und dem Stellmotor mit Federrücklauf (9) eingebaut ist und die Regeleinheit mit Unterdruckregler und Sicherheitsabschaltung (10) und die Brennstoff-Regelautomatik (11) sowie die Kesselkreislaufleitung mit Umwälzpumpe (13) mit dem Bimetall-Temperaturregler (14) sowie der Verbrennungs-Zuluftklappe (18) für den alternativen Heizbetrieb mit Oel, Gas oder Pellets aus nachwachsenden Brennstoffen zu einer Betriebseinheit zusammen gebaut ist. Festbrennstoff-Oel-Gas-Heizkessel-Anbaugeräte nach Patentanspruch 1, 3, dadurch gekennzeichnet, dass in dem Vorbau-Abgassammler (2) das Trennblech mit Glühmischrohr (19) eingebaut ist und dass an der handelsüblichen Holz-, Pellets-Brennkammer (5) oder in der Glühkörper-Brennkammer (6) die Verbrennungs-Zuluftklappe (18) und der Verbrennungsluft-Ventilator (24) als Ergänzungseinrichtungen für die Nachverbrennung zur Schadstoffreduzierung der Festbrennstoffabgase bei gleichzeitigen parallelem Heizbetrieb von Oel oder Gas und Festbrennstoffpellets eingebaut ist. Festbrennstoff-Oel-Gas-Heizkessel-Anbaugeräte nach Patentanspruch 1 u. 2, 4 + 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Glühkörper-Brennkammer (6) aus einem doppelwandigen Brennkammer-Körper mit Brennstoff-Einfüllklappe (20) besteht und dass der eingebaute Glühkörper mit Glührost (16) mit dem Oel- oder Gas-Anheizbrenner mit automatischer Luftklappe (15) so verbunden ist, dass ein periodischer Glühvorgang mit Ausdehnungsunterschieden zur Festbrennstoff-Anbrennung erreicht wird und dass die Abgase über die Anheiz-Brenner-Abgasleitung (21) zum Vorbau-Abgassammler (2) abgeführt sind und dass der Einbaukörper mit Verbrennungsluft-Durchlässen (25) aus Schamotte oder Keramik oder aus Feuerleichten Material besteht und dass die Verbrennungs-Luftrohre mit Ausströmdüsen (23) bei alternativen Betrieb an die Verbrennungs-Zuluftklappe (18) und bei Parallel-Betrieb mit dem zusätzlichen Verbrennungsluft-Ventilator (24) verbunden sind und dass die Pellets-Zuführung und die Asche-Abführung über die Drehkammer-Zylinder mit Elektrostelleinrichtung (17) erfolgt und dass die Brennstoff-Regelautomatik (11) eingebaut ist und dass die Glühkörper-Brennkammer (6) über die Kesselkreislaufleitung mit Umwälzpumpe (13) mit dem Heizkessel (1) zu einer Betriebseinheit zusammengebaut ist. Festbrennstoff-Oel-Gas-Heizkessel-Anbaugeräte dadurch gekennzeichnet, dass in dem Abgaskanal mit Regelklappe (12) der Rauchgasfilter (22) so eingebaut ist, dass die Regeleinheit mit dem Unterdruckregler und der Sicherheitsabschaltung (10) bei Filterverschmutzung automatisch auf Oel- oder Gasbetrieb umschaltet. Festbrennstoff-Oel-Gas-Heizkessel-Anbaugeräte nach Anspruch 1 u. 2 dadurch gekennzeichnet, dass die handelsübliche Holz- oder Pellets-Brennkammer (5) oder die Glühkörper-Brennkammer (6) in mehreren Einheiten parallel an den Abgaskanal mit Regeklappe (12) angeschlossen sind, so dass mit mehreren kleineren Einheiten die gesamte Heizkesselleistung erreicht wird.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com