Stand der Technik
Die Verfeuerung von nachwachsenden Brennstoffen ist durch die hohe
CO2-Emissionsbelastung und durch die Endlichkeit von fossilen Brennstoffen
wie Oel oder Gas ein Gebot der Stunde.
Es werden zwar aufwändige Pellets- und Hackschnitzel-Anlagen
zur Verfeuerung von Holzabfällen bereits eingebaut, jedoch werden wertvolle
oel- oder gasbeheizte Kesselanlagen aus Platzgründen ausgebaut und verschrottet.
Es sind dann hohe Investitionskosten für eine völlig neue
Heizzentrale mit neuer Kaminanlage erforderlich. Heizkesselanlagen weisen eine Laufzeit
von ca. 20–30 Jahren auf. Der vorzeitige Ausbau einer funktionsfähigen
Oel-/Gasanlage vernichtet somit volkswirtschaftliches Vermögen.
Bei momentanen Engpässen in der Pelletsversorgung oder bei Anlagenausfällen
ist die Wärmeversorgung der Gebäude in Frage gestellt.
Beschreibung
An den Oel- oder Gas-Heizkessel (1) wird der Vorbau-Abgassammler
(2) statt einer normalen Brennerplatte angeschraubt und der DIN Oel- oder
Gasgebläsebrenner mit automatischer Luftklappensteuerung (4) so angebracht,
dass die Oel- oder Gasflamme vor der Umstellung in der Brennkammer ausbrennt und
die volle Kesselheizleistung damit erreicht wird.
Der Vorbau-Abgassammler (2) ist über den Abgaskanal
mit der Regelklappe (12) mit der handelsüblichen doppelwandigen Pellets-Brennkammer
(5) oder mit der Glühkörper-Brennkammer (6) verbunden.
Über die Nachschaltheizfläche des Oel- oder gasheizkessels (1)
werden die Festbrennstoff-Abgase von ca. 900°C auf ca. 100°C abgekühlt.
Zur Überwindung der rauchgasseitigen Widerstände im Festbrennstoff-Oel-Gas-Heizkessel
(1) und im Vorbau-Abgassammler (2) sowie im Abgaskanal mit Regelklappe
(12) ist im Rauchgas-Anschluss des Heizkessels (1) der stufenlos
regelbare Rauchgas-Ventilator (7) mit der Rauchrohr-Sperrklappe (8)
mit dem Stellmotor mit Federrücklauf (9) eingebaut.
Bei alternativem Verbrennungsbetrieb wird durch die Verbrennungs-Zuluftklappe
(18) und bei parallelem Verbrennungsbetrieb der Verbrennungsluft-Ventilator
(24) zur Sicherstellung einer guten Verbrennung in der Holz- oder Pellets-Brennkammer
(5) oder in der Glühkörper-Brennkammer (6) hinzugeschaltet.
Über die Regeleinheit mit Unterdruckregler und Sicherheitsabschaltung
(10) wird der Anlage-Unterdruck bei allen Betriebszuständen so gehalten,
dass eine optimale Verbrennung gewährleistet ist und dass bei paralleler Verbrennung
der System-Unterdruck das Zurückströmen von unverbranntem Oel- oder Gasnebel
zu den Festbrennstoff-Anlageteilen absolut verhindert.
Bei der Verbrennung von trockenem Holz oder Pellets und bei leichtem
Heizoel EL und bei Erdgas H ergeben sich folgende technische Daten:
Holz trocken
Heizoel EL
Erdgas H
Taupunkt der Abgase je nach Luftzahl
45°
40°
50°
Verbrennungstemperatur
800°C
1.200°C
1.200°C
Zündtemperaturen
200–300°C
245°C
650°C
Rauchgasmenge
4,8 m3/kg
11,8 m3/kg
10,9 m3
CO2 max.
20%
15,50%
12,0 Vol%
Luftbedarf
4,1 m3/kg
11,2 m3/kg
9,8 L min.
Heizwert
4,337 kWh
11,709 kWh
10,5 kWh
Diese Werte sind die theoretischen Werte nach dem
Recknagel-Taschenbuch für Heizungs- und Klimatechnik, Jahrgang 92/93,
Seite 146–183
. Die Praxiswerte liegen darunter.
Diese Daten zeigen, dass mit dem Oel- oder Gas-Heizkessel (1)
und dem Vorbau-Abgassammler (2), mit Glühkörper-Brennkammer
(6) und Anbaugeräte auch bei den verschiedenen Brennstoff-Eigenschaften
der Alternativbetrieb sowie auch der Parallelbetrieb mit der vollen Heizkesselleistung
realisierbar ist.
Bei geringerem Heizwert der nachwachsenden Brennstoffe z. B Holz mit
ca. 4,337 kWh je kg gegenüber von Heizoel EL mit 11,709 kWh je kg und der Rauchgasmenge
bei Holz von 4,8 m3/kg und bei Oel EL 11,8 m3/kg ergibt sich
eine Erhöhung der Rauchgasmenge von ca. 20% bei Holz- oder Pelletsbetrieb.
Da jedoch die Verbrennungstemperatur mit 1.200°C bei Oelbetrieb
auf 800°C bei Holz- oder Pelletsbetrieb sinkt, ist auch die Abgas-Temperatur
und damit das &Dgr;t der Nachschalt-Heizkessel-Heizfläche mit einer Leistungsminderung
verbunden. Diese wird jedoch durch die zusätzliche Heizfläche der Glühkörper-Brennkammer
(6) oder der handelsüblichen Holz-Pellets-Brennkammer (5)
und über die höhere Rauchgas-Geschwindigkeit der größeren Rauchgasmenge
im Oel- oder Gas-Heizkessel (1) ausgeglichen, so dass auch bei reinem Holz-
oder Pelletsbetrieb die erforderliche Kessel-Heizleistung erreicht wird.
Bei parallel oder alternativen Brennstoffbetrieb wird die Leistung
der einzelnen Brennstoffe auf die Gesamt-Kesselleistung abgestimmt. Da für
die Lagerung von nachwachsenden Brennstoffen die 4-fache Platzkapazität gegenüber
dem Heizoel benötigt wird, ist es bei diesem System möglich, den Brennstoff-Anteil
auf die örtlichen Gegebenheiten abzustimmen.
Die unterschiedlichen Eigenschaften wie Heizwerte, Zündtemperaturen
und die Abgas-Massenströme und die Taupunkte und Abgastemperaturen sowie die
bei der Verbrennung entstehenden Flammen-Temperaturen ermöglichen eine Nachverbrennung
der bei der Verbrennung der nachwachsenden Brennstoffe entstehenden Schadstoffe.
Dies wird über das Glühmischrohr mit dem Trennblech (19)
in dem Abgassammler (2) in der Form erreicht, dass die Abgase der Festbrennstoffe
an die Oel- oder Gasbrennflamme mit ca. 1.200°C zur Nachverbrennung herangeführt
werden.
Die Russpartikel werden bereits vorher im Rauchgasfilter (22)
festgehalten. Der hierbei entstehende Druckverlust wird über den stufenlos
regelbaren Rauchgas-Ventilator (7) und über die Regeleinheit mit Unterdruckregler
und Sicherheitsabschaltung (10) ausgeglichen, so dass keine Beeinträchtigung
der Verbrennungsvorgänge erfolgt.
Die Vorteile der Festbrennstoff-Oel-Gas-Heizkessel-Anbaugeräte
sind gegenüber den heute üblichen Heizkessel-Anlagen dadurch gegeben,
dass bestehende Oel- oder Gas-Kesselanlagen auch bei der Verbrennung von nachwachsenden
Brennstoffen weiterhin mit Oel oder Gas betrieben werden können.
Die für die Verbrennung von nachwachsenden Brennstoffen erforderlichen
Heizkessel-Anbaugeräte sind reine Zusatzeinrichtungen, wobei nur die handelsübliche
Holz- oder Pellets-Brennkammer (5) oder die Glühkörper-Brennkammer
(6) ohne die sonst erforderlichen Nachschalt-Heizflächen benötigt
werden.
Da zur Bevorratung der Fest-Brennstoffe der 4-fache Raum gegenüber
Heizoel erforderlich ist, reicht oft der vorhandene Platz zur Brennstoff-Einlagerung
nicht aus. Durch die neue Anlagentechnik kann der prozentuale Fest-Brennstoff-Bedarf
den örtlichen Räumen angepasst werden.
Es werden keine baulichen Veränderungen der vorhandenen Kaminanlage
oder größere Heizzentrale-Umbauten erforderlich. Bei Störungen oder
bei Lieferschwierigkeiten oder auch bei aktuell überhöhten Preisen einer
Brennstoffart ist die automatische Umschaltung auf den anderen Brennstoff möglich.
Bei entsprechender Leistungserfassung kann mit jeder der vorgesehenen Brennstoffarten
eine 100%ige Kessel-Heizleistung erreicht werden, so dass auch dann eine 100%ige
Betriebssicherheit gegeben ist.
Die Auslegung der Kesselanlage nach DIN wird in Abhängigkeit
von der Auslegungs-Aussentemperatur von zum Beispiel – 12°C festgelegt,
die in der Regel nur an wenigen Tagen erreicht wird. Diese tiefen Aussentemperaturen
können dann mit Oel- oder Gasbetrieb abgefahren werden.
- 1
- Oel- oder Gas-Heizkessel
- 2
- Vorbau-Abgassammler
- 3
- Brennerplatte mit Schwenkeinrichtung
- 4
- DIN Oel- oder Gas-Gebläsebrenner
- 5
- Handelsübliche Holz- oder Pellets-Brennkammer
- 6
- Glühkörper-Brennkammer
- 7
- Stufenlos regelbarer Rauchgas-Ventilator
- 8
- Rauchrohr-Sperrklappe
- 9
- Stellmotor mit Federrücklauf
- 10
- Regeleinheit mit Unterdruckregler und Sicherheitsabschaltung
- 11
- Brennstoff-Regelautomatik
- 12
- Abgaskanal mit Regelklappe
- 13
- Kesselkreislaufleitung mit Umwälzpumpe
- 14
- Bimetall-Temperaturregler
- 15
- Oel- oder Gas-Anheizbrenner
- 16
- Glühkörper mit Glührost
- 17
- Drehkammer-Zylinder mit Elektrostelleinrichtung
- 18
- Verbrennungs-Zuluftklappe
- 19
- Glühmischrohr mit Trennblech
- 20
- Brennstoffeinfüllklappe mit Endschalter
- 21
- Anheizbrenner Abgasleitung
- 22
- Rauchgasfilter
- 23
- Verbrennungs-Luftrohre mit Ausströmdüsen
- 24
- Verbrennungsluft-Ventilator
- 25
- Einbaukörper mit Verbrennungsluftdurchlässe
- 26
- Pellets-Einfüllbehälter
- 27
- Asche-Auffangbehälter
ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG
Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert
erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen.
Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung.
Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.
Zitierte Nicht-Patentliteratur
- - Recknagel-Taschenbuch für Heizungs- und Klimatechnik, Jahrgang 92/93,
Seite 146–183 [0011]