PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102007059524A1 25.06.2009
Titel Verfahren zum Erzeugen einer Betriebssoftware auf einem Steuergerät für ein Kraftfahrzeug sowie Steuergerät
Anmelder Continental Automotive GmbH, 30165 Hannover, DE
Erfinder Przymusinski, Achim, 93138 Lappersdorf, DE;
Queisser, Frank, 93055 Regensburg, DE;
Östreicher, Wolfgang, Dr., 93047 Regensburg, DE
DE-Anmeldedatum 11.12.2007
DE-Aktenzeichen 102007059524
Offenlegungstag 25.06.2009
Veröffentlichungstag im Patentblatt 25.06.2009
IPC-Hauptklasse G05B 19/04  (2006.01)  A,  F,  I,  20071211,  B,  H,  DE
IPC-Nebenklasse F02D 45/00  (2006.01)  A,  L,  I,  20071211,  B,  H,  DE
B60R 16/02  (2006.01)  A,  L,  I,  20071211,  B,  H,  DE
G06F 9/445  (2006.01)  A,  L,  I,  20071211,  B,  H,  DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen einer Betriebssoftware auf einem Steuergerät für ein Kraftfahrzeug, wobei aus einer externen Datenquelle eine für den jeweiligen Einsatz des Steuergeräts individuelle Betriebssoftware auf dem Steuergerät erzeugt wird. Die Erfindung betrifft außerdem ein entsprechendes Steuergerät.

Beschreibung[de]

Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Erzeugen einer Betriebssoftware auf einem Steuergerät für ein Kraftfahrzeug. Die Erfindung betrifft auch ein Steuergerät für ein Kraftfahrzeug. Steuergeräte in Kraftfahrzeugen werden mit einer Betriebssoftware ausgestattet, damit sie ihre jeweils vorgesehenen Aufgaben im Kraftfahrzeug erfüllen können. In den heutigen Systemen werden lauffähige Programme im Vorfeld der Produktion erzeugt und der Montagelinie fertig zur Verfügung gestellt. Varianten in den Zielsystemen, also individuelle Eigenschaften der jeweiligen Steuergeräte, mit Einfluss auf die auf ihnen ausführbaren Programme werden entweder durch Berücksichtigung in der Parametrierung und Aktivierung von Codeteilen oder durch automatische Selektion von bereits codierten Varianten berücksichtigt. Dabei ist die Betriebssoftware mit ihren möglichen Varianten und Codeteilen auf einem Speicher des Steuergeräts abgelegt.

Ein Problem ist dabei die Vielfalt in der Praxis möglicher Varianten der Betriebssoftware. Insbesondere lassen sich mit der herkömmlichen Variantencodierung und Parametrierung der Software viele verbaute Komponentenvarianten, wie z. B. fahrzeugspezifische Kommunikationsprotokolle oder OEM spezifische Funktionsstrategien nicht, oder nur mit sehr hohem Ressourcenverbrauch auf dem Mikrocontroller des Steuergeräts konfigurieren. Insbesondere sind dabei viele unterschiedliche Softwareversionen bzw. große und schnelle Flashspeicher des Steuergeräts notwendig, in denen die verschiedenen möglichen Varianten abgelegt sind und ausgeführt werden. Dadurch besteht ein hoher Bedarf an Ressourcen, insbesondere Speicherplatz und Laufzeit auf dem Steuergerätespeicher. Es resultieren hohe Entwicklungs- und Logistikkosten bzw. ein erhöhter Teilepreis.

Ausgehend von dem voran erläuterten Stand der Technik liegt der Erfindung daher die Aufgabe zugrunde, eine individuelle Betriebssoftware für ein Steuergerät mit hoher Flexibilität und geringem Ressourcenbedarf zu erstellen.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Gegenstände der unabhängigen Ansprüche 1 und 10 gelöst. Weitere Lösungen des Problems finden sich in den Ansprüchen 11 und 12. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung sind in den abhängigen Ansprüchen sowie der Beschreibung und der Zeichnung enthalten.

Für ein eingangs genanntes Verfahren zum Erzeugen einer Betriebssoftware auf einem Steuergerät für ein Kraftfahrzeug wird die Aufgabe gemäß der Erfindung dadurch gelöst, dass aus einer externen Datenquelle eine für den jeweiligen Einsatz des Steuergeräts individuelle Betriebssoftware auf dem Steuergerät erzeugt wird. Entsprechend wird die Aufgabe für ein Steuergerät der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass es eine nach dem erfindungsgemäßen Verfahren individuell erzeugte Betriebssoftware aufweist.

Der Erfindung liegt der Gedanke zugrunde, die Betriebssoftware, insbesondere eine Echtzeitsoftware, für das jeweilige Zielsystem maßgeschneidert aus einer externen Datenquelle zu erstellen. Dazu wird die Betriebssoftware aus der externen Datenquelle ausgewählt bzw. zusammengestellt und auf dem Steuergerät installiert bzw. programmiert. Es ist dabei möglich, die Software aus der Datenquelle auszuwählen und die Softwarekomponenten erst auf dem Steuergerät zu einem lauffähigen Code zusammenzustellen, also insbesondere zu compilieren und zu verlinken oder aus fertig gelinkten Codeteilen zusammenzusetzen. Es ist aber auch möglich, die Software bereits auf der externen Datenquelle zu compilieren und zu verlinken, und die fertige Software auf das Steuergerät zu übertragen. Auf diese Weise werden weitere Laufzeit und Speicher des Steuergeräts gespart.

Die Betriebssoftware ist ein lauffähiger Programmcode für echtzeitfähige (embedded) Systeme, insbesondere Steuergeräte (ECU), der zur Ausübung der jeweils vorgesehenen Funktionen befähigt. Die Betriebssoftware wird insbesondere in dem Arbeits- oder Programmspeicher des Steuergeräts erzeugt. Bei der externen Datenquelle handelt es sich um eine Datenquelle, die nicht auf dem Steuergerät selbst vorgesehen ist. Insbesondere ist die Datenquelle im Gegensatz zum Stand der Technik nicht der Arbeits- bzw. Programmspeicher des Steuergeräts. Zur Erzeugung der Software ist die externe Datenquelle mit dem Steuergerät in geeigneter Weise verbindbar.

Der erfindungsgemäß maßgeschneiderte, optimierte und lauffähige Code kann dabei zu einem möglichst späten Zeitpunkt auf dem Steuergerät erzeugt werden, z. B. am Bandende des Steuergeräteherstellers, am Bandende des Automobilherstellers, in Servicewerkstätten oder sogar direkt durch den Endkunden des Fahrzeugs im Feld. Frühestens wird die Betriebssoftware erfindungsgemäß erzeugt, nachdem die Konfiguration des Fahrzeugs soweit feststeht, dass die durch das jeweilige Steuergerät zu erfüllenden Funktionen eindeutig definiert sind.

Indem die Betriebssoftware aus einer externen Datenquelle erzeugt wird, werden teure Ressourcen auf dem Steuergerät, insbesondere Speicherplatz und Laufzeit, gespart. Insbesondere muss der Variantenreichtum der möglichen Betriebssoftware nicht auf dem Steuergerät gespeichert werden. Vielmehr können die möglichen Varianten der Betriebssoftware auf der externen Datenquelle zur Verfügung gestellt werden und von dieser ausgewählt werden. Dies verringert die Teilekosten. Dabei kann das Steuergerät optimal an die speziellen Bedingungen im Betrieb angepasst werden. So können z. B. bestimmte Fahrzeugkonfigurationen oder eine durch das Steuergerät vorgesehene Ansteuerung bzw. Auswertung bestimmter Aktuatoren bzw. Sensoren berücksichtigt werden (ASIC'S, Sensor-/Aktuator-Interfaces etc.). Auch können andere durch die mit dem Steuergerät zu steuernde Komponente bedingte Konfigurationen berücksichtigt werden. Ebenso ist es möglich, ECU-, Komponenten-, länder-, gelände- oder kundenspezifische Konfigurationen mit der Betriebssoftware auf dem Steuergerät abzubilden. Indem der auf dem Steuergerät erzeugte Programmcode komponentenindividuell ausgestaltet sein kann, können beispielsweise größere Fertigungstoleranzen von mechanischen Komponenten durch mitgelieferte spezifische Softwarealgorithmen ausgeglichen werden oder an die jeweils zu steuernde Komponente gebundene individuelle Verschlüsselungen realisiert werden. Auch ist es möglich, bei der Erzeugung der Betriebssoftware die Zusammensetzung des durch das Kraftfahrzeug getankten Kraftstoffs (Qualität, Typ, etc.) oder Umweltdaten, z. B. Temperaturen (permanente Kälte oder Hitze) oder die Luftqualität, zu berücksichtigen.

Mit nur einem Steuergerät kann erfindungsgemäß eine Vielzahl von Einsatzvarianten abgedeckt werden, so dass Logistikkosten gespart werden. Die Konfiguration des Steuergeräts mit der Betriebssoftware ist noch bei einem Austausch von Komponenten des Fahrzeugs oder sogar noch beim Endkunden des Fahrzeugs möglich. So ist es denkbar, bestimmte Softwarefunktionen als Produkt zu dem Fahrzeug zu verkaufen, die dann durch den Fahrer selbst installiert werden können.

Nach einer Ausgestaltung der Erfindung kann die Betriebssoftware in einer die externe Datenquelle enthaltenden Komponente erzeugt und anschließend auf das Steuergerät übertragen werden. Bei einer solchen die externe Datenquelle enthaltenden Komponente kann es sich beispielsweise um einen Computer am Bandende (Bandenderechner) der Produktionslinie des Steuergeräts oder des Kraftfahrzeugs handeln. Es kann sich aber beispielsweise auch um eine durch das Steuergerät zu steuernde Komponente, beispielsweise einen Sensor oder Aktuator handeln. Es kann also beispielsweise in einem Bandenderechner überprüft werden, welche Komponenten in dem Fahrzeug verbaut sind und eine entsprechende Software für diese Konfiguration in dem Bandenderechner erstellt werden. Anschließend kann diese Software dann auf das Steuergerät übertragen werden.

Gemäß einer weiteren Ausgestaltung kann die individuelle Betriebssoftware aus einer Mehrzahl von auf der externen Datenquelle zur Verfügung gestellten Softwarekomponenten zusammengestellt werden. Bei dieser Ausgestaltung wird die Betriebssoftware also durch ein Compilieren und Verlinken individuell zusammengestellter Softwarekomponenten und anschließender Programmierung auf dem Steuergerät erzeugt. Dem Automobil- bzw. Steuergerätehersteller wird bei dieser Ausgestaltung ein Pool aus Softwaremodulen, beispielsweise in Form von OBJ Code, Libraries oder C-Code zu Verfügung gestellt. Der Softwarepool kann auch komponentenspezifisch, also in Abhängigkeit von der durch das Steuergerät zu steuernden Komponente, bereitgestellt werden (z. B. Basiscode für ECU oder Code für die Ansteuerung eines speziellen Aktuators/Sensors etc.). Je nach Fahrzeug- bzw. ECU-Konfiguration wird die Steuergeräte-Software beispielsweise während der Fertigung des Fahrzeugs oder Steuergeräts individuell generiert und anschließend programmiert. Dazu sind die Softwarearchitektur und die Schnittstellen zu den Codevarianten für den jeweiligen Steuergerätetyp standardisiert. Das Zusammenstellen der Softwarekomponenten (Compilieren und Verlinken) kann noch in der externen Datenquelle erfolgen, beispielsweise parallel zur Steuergeräte- oder Fahrzeugherstellung. Anschließend, beispielsweise am jeweiligen Bandende, kann dann die zusammengestellte Betriebssoftware in das Steuergerät übertragen und so auf dem Steuergerät erzeugt werden. Dadurch werden Ressourcen, insbesondere Laufzeit, auf dem Steuergerätespeicher eingespart. Es ist aber auch denkbar, das Compilieren und Verlinken bereits auf dem Steuergerät selbst durchzuführen, die Softwarekomponenten also vorher von der externen Datenquelle auf das Steuergerät zu übertragen. Die Softwarekomponenten können beispielsweise in einem Speicher eines Bandenderechners oder in Speichern einer oder verschiedener, jeweils durch das Steuergerät zu steuernder Komponenten abgelegt sein und so zur Verfügung gestellt werden. Auch ist eine Kombination aus einem Ablegen der Softwarekomponenten in einem Speicher des Bandenderechners und in Speichern eines oder verschiedener, jeweils durch das Steuergerät zu steuernder Komponenten möglich.

Nach einer weiteren Ausgestaltung kann die individuelle Betriebssoftware aus einer auf der externen Datenquelle zur Verfügung gestellten Basissoftware und mindestens einer ebenfalls auf einer externen Datenquelle für den jeweiligen Einsatz des Steuergeräts individuellen Differenzsoftware erzeugt werden. Bei dieser Vorgehensweise existiert eine allgemeine Basis- oder Mastersoftware, die mit einer oder mehreren individuell auszuwählenden Differenzsoftwares zu einem neuen Softwarecode kombiniert wird. Die jeweilige Differenzsoftware entspricht dabei der Differenz zwischen der Basissoftware und der für den Einsatz des Steuergeräts benötigten Variante der Betriebssoftware. Zur Erzeugung der Betriebssoftware kann die Differenzsoftware beispielsweise Teile der Basissoftware ersetzen oder verändern bzw. ergänzen. Ein solches Differenzdatensatzverfahren ist im Grundsatz bekannt aus WO 2006/100232 A1. Dieses Verfahren ist im Grundsatz auch bei der Erfindung anwendbar. Das aus WO 2006/100232 A1 bekannte Verfahren wird jedoch nur für die Parametrierung (Datensatzkonfiguration) eingesetzt und nicht für die Erstellung einer vollständigen Betriebssoftware des Steuergeräts. Außerdem sind bei dem bekannten Verfahren der Basisdatensatz und die jeweiligen Differenzdatensätze auf einem Speicher des Steuergeräts abgelegt. Dadurch besteht wiederum ein hoher Ressourcenbedarf. Erfindungsgemäß wird die Betriebssoftware dagegen aus einer externen Datenquelle erstellt. Dabei können die Datenquellen für die Basissoftware und die Differenzsoftware dieselbe Datenquelle oder unterschiedliche Datenquellen sein. Die Mastersoftware und die Differenzensoftwares können beispielsweise auf Hex-File-Level gegebenenfalls komprimiert abgelegt und je nach Fahrzeug- bzw. ECU-Konfiguration zu einer individuellen Variantensoftware zusammengesetzt werden. Ein Vorteil dieser Ausgestaltung liegt darin, dass der schnelle und teure Speicher des Steuergeräts (z. B. Flashspeicher) optimal ausgenutzt werden kann und die Definition der möglichen Varianten nicht bereits während der Entwicklung des Steuergeräts erfolgen muss. Vielmehr können auch noch zu einem späteren Zeitpunkt Varianten durch eine entsprechend nachgelieferte Differenzensoftware ohne Einfluss auf bestehende Varianten und Mastersoftware berücksichtigt werden. Darüber hinaus besteht weitgehend Unabhängigkeit bezüglich der möglichen Schnittstellen und Parameter.

Nach einer weiteren Ausgestaltung kann auf einem Programmspeicher des Steuergeräts eine Mehrzahl von Speicherbereichen definiert und bestimmten Funktionen zugeordnet werden, wobei zur Erzeugung der individuellen Betriebssoftware die Speicherbereiche zumindest teilweise mit auf der externen Datenquelle zur Verfügung gestellten Softwarevarianten befüllt werden. Bei dieser Ausgestaltung werden also im Programmspeicher des Steuergeräts Funktionen des Steuergeräts und zugehörige Speicherbereiche insbesondere hinsichtlich ihrer Adresse und Größe statisch festgelegt und gegebenenfalls verlinkt. Zur Erzeugung der Betriebssoftware werden beispielsweise am Bandende, in der Werkstatt oder im Feld diese Bereiche mit den für die jeweilige Funktion gewünschten Funktionsvarianten befüllt. Nach der fertiggestellten Programmierung der Betriebssoftware sind dann die gewünschten Funktionsvarianten in dem Programmspeicher enthalten. Die zugehörige RAM-Belegung erfolgt in diesem Fall dynamisch. Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, dass auch nicht von dem Steuergerätehersteller zur Verfügung gestellte „Fremdsoftware" auf dem Steuergerät eingebunden werden kann, beispielsweise auf Hex-Code-Ebene. Dabei ist es erforderlich, dass die Schnittstellen und Speicherbereiche zur Entwicklungszeit des Steuergeräts bereits eindeutig definiert sind. Darüber hinaus ist die Größe der jeweiligen Speicherbereiche jeweils so auszulegen, dass die größte der für diesen Speicherbereich jeweils denkbaren Softwarevariante in diesem Bereich gespeichert werden kann.

Die externe Datenquelle kann beispielsweise ein externes, vorzugsweise preisgünstiges Speichermedium sein, z. B. ein kostengünstiger Flashspeicher. Die externe Datenquelle kann auch als Speicher in anderen in dem Kraftfahrzeug verbauten Steuergeräten oder Komponenten, als Strichcode oder auf einem Transponderchip auf mechanischen Komponenten des Fahrzeugs, als Speicher im End-of-Line-(EOL-)Rechner, als Speicher im Service-Tester, auf anderen Speichermedien, wie Compact Discs usw. vorgesehen sein. Insbesondere kann die externe Datenquelle ein Speichermedium der durch das Steuergerät jeweils anzusteuernden Komponente sein. Die Übertragung von Daten von der externen Datenquelle auf das Steuergerät kann beispielsweise über eine Datenleitung erfolgen, z. B. eine serielle Anbindung. Es ist aber auch denkbar, dass zur Erzeugung der individuellen Betriebssoftware Daten von der externen Datenquelle über ein Computernetzwerk und/oder über das Internet auf das Steuergerät übertragen werden. So ist auf diese Weise beispielsweise eine Übertragung der Daten von einer bei dem Hersteller der von dem Steuergerät zu steuernden Komponente, dem Steuergerätehersteller oder dem Fahrzeughersteller vorgesehenen Datenquelle auf das Steuergerät möglich.

Zur Auswahl und Programmierung der gewünschten Softwarevariante auf dem Steuergerät gibt es verschiedene Möglichkeiten. Dies kann durch ein externes Werkzeug, beispielsweise eine entsprechende Software, oder durch den jeweiligen Benutzer selbst geschehen. Die Auswahl und/oder Erzeugung der auf dem Steuergerät individuell zu erzeugenden Betriebssoftware kann insbesondere auch durch eine Steuerungssoftware erfolgen. Nach einer Ausgestaltung kann die Steuerungssoftware in einem Speicher des Steuergeräts enthalten sein. Der die Steuerungssoftware aufweisende Speicher des Steuergeräts kann beispielsweise der Arbeitsspeicher oder Programmspeicher des Steuergeräts sein. Das Steuergerät kann mit seiner Steuerungssoftware also selbst prüfen, wie es sich zu konfigurieren bzw. zu programmieren hat und anschließend die Umprogrammierung selbst anstoßen. Dies kann beispielsweise basierend auf der Bestückung des Steuergeräts (z. B. ASIC's, Sensor-Interfaces etc.) oder angeschlossenen Komponenten oder Komponentenparametern im Fahrzeug erfolgen. Grundlage für die Auswahl und/oder Erzeugung der Betriebssoftware kann z. B. eine Auswertung einer entsprechenden Diagnosefunktion der Steuerungssoftware oder ein spezielles Konfigurationsprogramm auf dem Steuergerät sein.

Nach einer weiteren Ausgestaltung kann die Auswahl und/oder Erzeugung der auf dem Steuergerät individuell zu erzeugenden Betriebssoftware durch ein Signal von einer anderen Komponente des Kraftfahrzeugs, insbesondere einem anderen Steuergerät, erfolgen. Gemäß dieser Ausgestaltung kann die Programmierung der Betriebssoftware durch ein externes Signal, also ein von einem externen Gerät stammendes Signal, angestoßen werden. Beispielsweise kann über einen Can-Bus von einem anderen Steuergerät im Fahrzeug, z. B. einem Navigationssystem, ein entsprechendes Signal gesendet werden. Ein solches externes Steuergerät, beispielsweise ein Navigationssystem, kann selbst die jeweilige Konfiguration durch eine Datenübertragung von einer zentralen Quelle erhalten oder beispielsweise abhängig von der jeweiligen Position des Fahrzeugs (z. B. länder- oder geländespezifisch) die gewünschte Konfiguration ermitteln. Das Signal kann von einer externen Steuerungssoftware stammen, die dann auch die Erzeugung der Betriebssoftware auf dem Steuergerät übernimmt. Es ist aber auch denkbar, dass auf dem Steuergerät eine Steuerungssoftware zur Erzeugung der Betriebssoftware vorhanden ist, die durch das von dem externen Gerät stammende Signal lediglich angesteuert wird und dann selbst die entsprechende Programmierung vornimmt. Eine Auswahl der jeweils zu erzeugenden Betriebssoftware kann auch abhängig von der Zusammensetzung des getankten Kraftstoffs (Qualität, Typ, etc.) oder abhängig von Umweltdaten, z. B. Temperatur oder Luftqualität erfolgen.

Die der Erfindung zugrundeliegende Aufgabe wird auch gelöst durch ein Computerprogramm mit Programmcode-Mitteln, mit denen das erfindungsgemäße Verfahren durchführbar ist, wenn das Computerprogramm auf einem Computer oder Computer-Netzwerk ausgeführt wird. Die Programmcode-Mittel können auf einem maschinenlesbaren Datenträger gespeichert sein. Umfasst ist also auch ein entsprechendes Computerprogramm-Produkt, bei dem die Programmcode-Mittel auf einem maschinenlesbaren Datenträger gespeichert sind. Die Aufgabe wird außerdem gelöst durch einen Datenträger, auf dem ein Computerprogramm gespeichert ist, das nach Laden in einen Arbeits- und/oder Hauptspeicher eines Computers oder Computer-Netzwerks das erfindungsgemäße Verfahren ausführen kann.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand einer Zeichnung näher erläutert. Die einzige Figur zeigt schematisch ein zur Erzeugung der Betriebssoftware mit einer externen Datenquelle verbundenes Steuergerät.

In der einzigen Figur ist schematisch ein Steuergerät 1 (ECU) für ein nicht näher dargestelltes Kraftfahrzeug gezeigt. In dem dargestellten Beispiel dient das Steuergerät 1 zur Ansteuerung von ebenfalls nicht dargestellten Fahrzeugsensoren, beispielsweise Parkdistanzsensoren. Weiterhin ist in der Figur eine externe Datenquelle 2, vorliegend ein kostengünstiger Flashspeicher 2, gezeigt. Im dargestellten Beispiel wird die Datenquelle 2 zusammen mit den von dem Steuergerät 1 zu steuernden Komponenten, vorliegend den Parkdistanzsensoren, ausgeliefert.

Zur Erzeugung einer individuellen Betriebssoftware auf dem Steuergerät 1, die das Steuergerät 1 zur Steuerung der Parkdistanzsensoren befähigt, kann der externe Datenspeicher 2 über eine Datenleitung 3 seriell an das Steuergerät 1 angebunden werden. Wie durch den Pfeil 4 an der Datenleitung 3 veranschaulicht, findet dabei vorwiegend ein Datentransfer von der externen Datenquelle 2 zu dem Steuergerät 1 statt. Selbstverständlich ist aber auch ein Datentransfer in die entgegengesetzte Richtung möglich.

Auf dem Datenspeicher 2 befindet sich eine Mehrzahl von Softwarekomponenten zur Ansteuerung verschiedener Fahrzeugkomponenten, in dem dargestellten Beispiel verschiedener Parkdistanzsensoren für verschiedene Kraftfahrzeugkonfigurationen. In dem Arbeitsspeicher des Steuergeräts 1 ist eine Steuerungssoftware abgelegt. Die Steuerungssoftware weist eine Diagnosefunktion auf, mit der der spätere Einsatzzweck des Steuergeräts 1 ermittelt werden kann.

Im ausgelieferten Zustand besitzt das Steuergerät 1 noch keine vollständige Betriebssoftware für den späteren Betrieb. Um diese Betriebssoftware zu erzeugen, wird von der Steuerungssoftware die Diagnosefunktion durchgeführt. Als Ergebnis stellt die Steuerungssoftware fest, dass das Steuergerät 1 zur Steuerung von Parkdistanzsensoren in der für das Kraftfahrzeug spezifischen Weise vorgesehen ist. Dabei wird von der Steuerungssoftware insbesondere festgestellt, welche Art von Parkdistanzsensoren auf welche Weise in dem jeweiligen Kraftfahrzeug durch das Steuergerät 1 angesteuert und ausgelesen werden sollen. Entsprechend diesem Ergebnis wählt die Steuerungssoftware aus der Mehrzahl von auf der Datenquelle 2 zur Verfügung gestellten Softwarekomponenten die für die vorgesehene Ansteuerung von Sensoren durch das Steuergerät 1 erforderlichen Komponenten individuell aus. Die ausgewählten Komponenten werden dann von der Steuerungssoftware 1 noch auf dem externen Datenspeicher 2 compiliert und verlinkt oder aus fertig gelinkten Codeteilen zusammengesetzt und so zu einer Betriebssoftware zusammengestellt. Anschließend wird die zusammengestellte Software zur Erzeugung der Betriebssoftware über die Datenleitung 3 von der Datenquelle 2 in den Programmspeicher des Steuergeräts 1 übertragen und dort installiert.

Im Ergebnis wird durch die Steuerungssoftware so die für den speziellen Einsatz des Steuergeräts 1 erforderliche Betriebssoftware individuell auf dem Steuergerät 1, und insbesondere in dem Programmspeicher des Steuergeräts 1, erzeugt.

Das Erzeugen der Betriebssoftware auf dem Steuergerät 1 erfolgt in dem dargestellten Beispiel erst am Bandende des Herstellers des Fahrzeugs, in dem das Steuergerät 1 verbaut wird. Die Diagnosefunktion und die anschließende Auswahl und Compilerung bzw. Verlinkung der Softwarekomponenten für die Betriebssoftware kann dagegen bereits während der Steuergeräte- bzw. Fahrzeugherstellung vor dem Bandende erfolgen. Zu diesem Zeitpunkt steht die Konfiguration des Fahrzeugs und insbesondere die Konfiguration des Steuergeräts 1 bereits eindeutig fest.

Erfindungsgemäß ist eine flexible, individuelle Konfiguration des Steuergeräts 1 möglich, wobei aufgrund der Nutzung einer externen Datenquelle 2 teure Ressourcen auf dem Steuergerät 1, insbesondere Speicherplatz und Laufzeit auf dem Speicher des Steuergeräts 1 gespart werden.

ZITATE ENTHALTEN IN DER BESCHREIBUNG

Diese Liste der vom Anmelder aufgeführten Dokumente wurde automatisiert erzeugt und ist ausschließlich zur besseren Information des Lesers aufgenommen. Die Liste ist nicht Bestandteil der deutschen Patent- bzw. Gebrauchsmusteranmeldung. Das DPMA übernimmt keinerlei Haftung für etwaige Fehler oder Auslassungen.

Zitierte Patentliteratur

  • - WO 2006/100232 A1 [0013, 0013]


Anspruch[de]
Verfahren zum Erzeugen einer Betriebssoftware auf einem Steuergerät für ein Kraftfahrzeug, dadurch gekennzeichnet, dass aus einer externen Datenquelle (2) eine für den jeweiligen Einsatz des Steuergeräts (1) individuelle Betriebssoftware auf dem Steuergerät (1) erzeugt wird. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Betriebssoftware in einer die externe Datenquelle (2) enthaltenden Komponente erzeugt und anschließend auf das Steuergerät (1) übertragen wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die individuelle Betriebssoftware aus einer Mehrzahl von auf der externen Datenquelle (2) zur Verfügung gestellten Softwarekomponenten zusammengestellt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die individuelle Betriebssoftware aus einer auf der externen Datenquelle (2) zur Verfügung gestellten Basissoftware und mindestens einer ebenfalls auf einer externen Datenquelle (2) für den jeweiligen Einsatz des Steuergeräts (1) individuellen Differenzsoftware erzeugt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass auf einem Programmspeicher des Steuergeräts (1) eine Mehrzahl von Speicherbereichen definiert und bestimmten Funktionen zugeordnet wird, wobei zur Erzeugung der individuellen Betriebssoftware die Speicherbereiche zumindest teilweise mit auf der externen Datenquelle (2) zur Verfügung gestellten Softwarevarianten befüllt werden. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzeugung der individuellen Betriebssoftware Daten aus der externen Datenquelle (2) über ein Computernetzwerk und/oder über das Internet auf das Steuergerät (1) übertragen werden. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswahl und/oder Erzeugung der auf dem Steuergerät (1) individuell zu erzeugenden Betriebssoftware durch eine Steuerungssoftware erfolgt. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerungssoftware in einem Speicher des Steuergeräts (1) enthalten ist. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Auswahl und/oder Erzeugung der auf dem Steuergerät (1) individuell zu erzeugenden Betriebssoftware durch ein Signal von einer anderen Komponente des Kraftfahrzeugs erfolgt. Steuergerät für ein Kraftfahrzeug, dadurch gekennzeichnet, dass es eine nach einem der Ansprüche 1 bis 9 individuell erzeugte Betriebssoftware aufweist. Computerprogramm mit Programmcode-Mitteln, mit denen das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9 durchführbar ist, wenn das Computerprogramm auf einem Computer oder Computer-Netzwerk ausgeführt wird. Datenträger, auf dem ein Computer-Programm gespeichert ist, das nach Laden in einen Arbeits- und/oder Hauptspeicher eines Computers oder Computer-Netzwerks das Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9 ausführen kann.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com