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Dokumentenidentifikation DE102009007018A1 06.08.2009
Titel Gehhilfe für Schwergehbehinderte
Anmelder Sartun, Uwe, 32049 Herford, DE
DE-Anmeldedatum 31.01.2009
DE-Aktenzeichen 102009007018
Offenlegungstag 06.08.2009
Veröffentlichungstag im Patentblatt 06.08.2009
IPC-Hauptklasse A61H 3/04  (2006.01)  A,  F,  I,  20090131,  B,  H,  DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Gehhilfe für Schwergehbehinderte, bei denen beim Gehen eine wesentliche Entlastung der gesamten Beinmuskulatur erforderlich ist. Diese Entlastung wird dadurch erreicht, daß der Oberkörper auf einer Körperauflage der Gehhilfe aufliegt.

Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Gehhilfe der aufgezeigten Gattung so auszubilden, daß die Gehhilfe den jeweiligen Gegebenheiten des Schwergehbehinderten auf einfachem Weg angepaßt werden kann.

Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Gehhilfe mit einem U-förmigen Grundrahmen, dem mindestens drei Räder zugeordnet sind, gelöst, wobei sich der Abstand der Flansche nach vorn in Richtung des Steges konisch verjüngt und auf den Flanschen des U-förmigen Grundrahmens ein nach oben weisender U-förmiger Unterstützungsträger mit den Enden seiner Flansche angeordnet ist, dessen Steg auf einem Körperauflageträger gelenkig und verschiebbar gelagert ist und im Hohlraum des Körperauflageträgers eine untere Stütze einer Körperauflage teleskopartig geführt ist, wobei durch Verlagerung des in der Körperauflage ruhenden Körpers des Behinderten eine Steuerung der Gehhilfe durchführbar ist. Vorteilhafterweise sind die Enden der Flansche des Unterstützungsträgers gelenkig und verschiebbar an die Flansche des Grundrahmens angeschlossen.

In Ausgestaltung der Erfindung ist der Körperauflageträger mittig am Steg des U-förmigen Grundrahmens und mittig am Steg des U-förmigen Unterstützungsträgers befestigt. Hierbei kann der Körperauflageträger mit seinem unteren Ende am Steg des U-förmigen Grundrahmens starr befestigt sein. Vorteilhafterweise ist der Körperauflageträger am Steg des Unterstützungsträgers gelenkig und verschiebbar gelagert. Es besteht die Möglichkeit, die Enden der Flansche des U-förmigen Grundrahmens nach außen abgebogen auszubilden. Dadurch können beim Verschieben des Unterstützungsträgers die Flansche des Grundrahmens zueinander geführt werden. In Ausgestaltung der Erfindung ist die Körperauflage höhenverstellbar, verschwenkbar und längenveränderlich. Nach einem besonderen Merkmal der Erfindung ist die Körperauflage über den Hohlraum des Körperauflageträgers mit einem Steuergestänge verbunden. Über das Steuergestänge ist das Vorderrad bzw. sind die Vorderräder der Gehhilfe verschwenkbar.

Es besteht die Möglichkeit, unterhalb der Körperauflage zwei seitliche Kragarme anzuordnen, auf denen je eine Unterarmabstützung lagern kann. Zweckmäßigerweise sind die Kragarme teleskopartig verlängerbar, wobei an den vorderen Enden der Kragarme je ein Handgriff angeordnet sein kann. Zur Erhöhung der Sicherheit kann mindestens einem Handgriff eine Handbremse zugeordnet sein.

Es besteht die Möglichkeit, die Unterarmabstützungen verschwenkbar zu lagern und schalenförmig auszubilden, wobei eine Stirnseite offengehalten ist. Jede der eingestellten Positionen ist durch Reibungsschluß durch Anordnung geeigneter Vorrichtungen festlegbar. Vorteilhafterweise ist die Körperauflage in sich längenveränderlich ausgebildet.

Bei einer besonderen Ausbildung der Gehhilfe sind an die Unterarmstützungen Bowdenzüge der Bremsen angeordnet, wobei durch Veränderung der Winkelstellung der Unterarmabstützungen eine Bremswirkung erzielbar ist. Es besteht die Möglichkeit, den Körperauflageträger zur direkten Steuerung der Gehhilfe auszubilden. Der Körperauflageträger kann in die Ebene des U-förmigen Grundrahmens verschwenkbar angeordnet sein.

Bei einer Variante der erfindungsgemäßen Lösung ist die Körperauflage über einen Körperauflageträger auf einem unteren Fahrgestell gelagert, wobei das Fahrgestell aus zwei Holmen gebildet ist, die in Fahrtrichtung spitzwinkelig zueinander verlaufen und an dem Fahrgestell mindestens drei Räder angeordnet sind.

Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in der Zeichnung dargestellt und wird nachfolgend näher beschrieben. Es zeigen jeweils in schematischer Darstellung:

1 eine Seitenansicht einer Gehhilfe mit U-förmigen Grundrahmen in Funktionsstellung und

2 eine Draufsicht nach 1.

Am U-förmigen Grundrahmen 1 der Gehhilfe sind vier Räder 2 angeordnet. Der Abstand der Flansche 1' verjüngt sich konisch nach vorn in Richtung des Steges 1''. Auf den Flanschen 1' des U-förmigen Grundrahmens 1 ist ein nach oben weisender U-förmiger Unterstützungsträger 3 mit den Enden seiner Flansche 3' verschiebbar und verschwenkbar angeordnet. Der Steg 3'' des Unterstützungsträgers 3 ist an einem Körperauflageträger 4 befestigt.

Der Körperauflageträger 4 ist mit seinem unteren Ende mittig am Steg 1'' des U-förmigen Grundrahmens 1 starr befestigt.

Im Hohlraum des Körperauflageträgers 4 ist eine untere Stütze der Körperauflage 5 teleskopartig geführt, wodurch eine Höhenverstellung der Körperauflage 5 möglich ist. Außerdem ist die Körperauflage 5 verschwenkbar und in sich längenveränderlich. Wichtig ist, daß die Körperauflage 5 über den Hohlraum des Körperauflageträgers 4 mit einem Steuergestänge 6 verbunden ist. Durch das Steuergestänge 6 sind die Vorderräder 2 verschwenkbar, d. h. durch Verlagerung des in der Körperauflage 5 ruhenden Körpers des Behinderten erfolgt die Steuerung der Gehhilfe.

Die Enden der Flansche 3' des Unterstützungsträgers 3 sind gelenkig auf dem Grundrahmen 1 gelagert. Unterhalb der Körperauflage 5 sind zwei seitliche teleskopartig verlängerbare Kragarme 7 angeordnet, auf denen je eine längenveränderliche Unterarmabstützung 8 lagert. An den vorderen Enden der Kragarme 7 befindet sich je ein Handgriff 9. Zur Gewährleistung der Sicherheit sind den Handgriffen Handbremsen (nicht dargestellt) zugeordnet. Diese Unterarmabstützungen 8 sind schalenförmig ausgebildet und verschwenkbar angeordnet, wobei eine Stirnseite der Unterarmabstützungen 8 offen ist. Nicht dargestellt sind die jeweiligen Feststellvorrichtungen zur Arretierung der eingestellten Positionen

Aufgrund der aufgezeigten konstruktiven Gestaltung der Gehhilfe verändert sich die Konizietät zwischen den beiden Flanschen 1' des Grundrahmens 1 beim Verschieben des U-förmigen Unterstützungsträgers 3 auf den beiden Flanschen 1' des Grundrahmens 1.

1
Grundrahmen (U-förmig)
1'
Flansche von 1
1''
Steg von 1
2
Räder
3
Unterstützungsträger (U-förmig)
3'
Flansche von 3
3''
Steg von 3
4
Körperauflageträger
5
Körperauflage
6
Steuergestänge
7
Kragarme
8
Unterarmabstützung
9
Handgriffe


Anspruch[de]
Gehhilfe für Schwergehbehinderte mit einem U-förmigen Grundrahmen (1), dem mindestens drei Räder (2) zugeordnet sind, wobei sich der Abstand der Flansche (1') nach vorn in Richtung des Steges (1'') konisch verjüngt und auf den Flanschen (1') des U-förmigen Grundrahmens (1) ein nach oben weisender U-förmiger Unterstützungsträger (3) mit den Enden seiner Flansche (3') angeordnet ist, dessen Steg (3'') auf einem Körperauflageträger (4) gelenkig und verschiebbar gelagert ist und im Hohlraum des Körperauflageträgers (4) eine untere Stütze einer Körperauflage (5) teleskopartig geführt ist, wobei durch Verlagerung des in der Körperauflage (5) ruhenden Körpers des Behinderten eine Steuerung der Gehhilfe durchführbar ist. Gehhilfe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden der Flansche (3') des Unterstützungsträgers (3) gelenkig und verschiebbar an die Flansche (1') des Grundrahmens (1) angeschlossen sind. Gehhilfe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Körperauflageträger (4) mittig am Steg (1'') des U-förmigen Grundrahmens (1) und mittig am Steg (3'') des U-förmigen Unterstützungsträgers (3) befestigt ist. Gehhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Körperauflageträger (4) mit seinem unteren Ende am Steg (1'') des U-förmigen Grundrahmens (1) starr befestigt ist. Gehhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Körperauflageträger (4) am Steg (3'') des Unterstützungsträgers (3) gelenkig und verschiebbar gelagert ist. Gehhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden der Flansche (1') des U-förmigen Grundrahmens (1) nach außen abgebogen verlaufen. Gehhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Körperauflage (5) höhenverstellbar, verschwenkbar und längenveränderlich angeordnet ist. Gehhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Körperauflage (5) über den Hohlraum des Körperauflageträgers (4) mit einem Steuergestänge (6) verbunden ist. Gehhilfe nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß über das Steuergestänge (6) das Vorderrad bzw. die Vorderräder (2) verschwenkbar sind. Gehhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb der Körperauflage (5) zwei seitliche Kragarme (7) angeordnet sind. Gehhilfe nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß auf den Kragarmen (7) je eine Unterarmabstützung (8) angeordnet ist. Gehhilfe nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Kragarme (7) teleskopartig verlängerbar sind. Gehhilfe nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß an den vorderen Enden der Kragarme (7) je ein Handgriff (9) angeordnet ist. Gehhilfe nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens einem Handgriff (9) eine Handbremse zugeordnet ist. Gehhilfe nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterarmabstützungen (8) verschwenkbar gelagert sind. Gehhilfe nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterarmabstützungen (8) schalenförmig ausgebildet sind. Gehhilfe nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß eine Stirnseite der Unterarmabstützungen (8) offen ist. Gehhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Körperauflage (5) in sich längenveränderlich ist. Gehhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 18, gekennzeichnet durch die Anordnung von Feststellvorrichtungen zur Arretierung der jeweils eingestellten Positionen. Gehhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß an die Unterarmabstützungen (8) mindestens ein Bowdenzug der Bremsen angeordnet ist und durch Veränderungen der Winkelstellung der Unterarmabstützungen (8) eine Bremswirkung erzielbar ist. Gehhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß der Körperauflageträger (4) zur direkten Steuerung der Gehhilfe ausgebildet ist. Gehhilfe nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß der Körperauflageträger (4) in die Ebene des U-förmigen Grundrahmens (1) schwenkbar ist. Gehhilfe für Schwergehbehinderte mit einer zugeordneten Körperauflage, die über einen Körperauflageträger auf einem unteren Fahrgestell gelagert ist, wobei das Fahrgestell aus zwei Holmen gebildet ist, die in Fahrtrichtung spitzwinkelig zueinander verlaufen und an dem Fahrgestell mindestens drei Räder angeordnet sind.






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