Die vorliegende Erfindung betrifft einen Bremskrafterzeuger nach dem
Oberbegriff von Patentanspruch 1.
Bei den heute üblichen Bremssystemen wird der zur Beaufschlagung
der Radbremse am Fahrzeug notwendige hydraulische Bremsdruck überwiegend mittels
der Hauptbremszylinderanordnung erzeugt. Hierzu ist die Einleitung einer Betätigungskraft
auf die Hauptbremszylinderanordnung notwendig, welche in Reaktion auf eine Betätigung
des Bremspedals durch den Fahrzeugführer erzeugt wird. Zur Verbesserung des
Betätigungskomforts wird überlicherweise die eigentliche Bremspedalkraft
mittels eines Bremskraftverstärkers um einen vorbestimmten Prozentsatz angehoben,
so dass die notwendigen Bremspedalbetätigungskräfte für eine gewünschte
Fahrzeugverzögerung derart klein gehalten werden können, dass es jedem
Fahrer ohne Anstrengung möglich ist, das Fahrzeug adäquat abzubremsen.
Ein derartiges Bremssystem mit Bremskraftverstärker ist beispielsweise aus
der DE 44 05 092 C1 bekannt.
Nachteilig wirkt sich bei diesen Bremssystemen aus, dass der Fahrer
durch seine Betätigungsaktion am Bremspedal in jedem Fall den hydraulischen
Druck an den Radbremsen beeinflusst. Solange das Eingreifen des Fahrers die Bremssituation
unterstützt, ist dies unproblematisch. Sobald der Fahrer aber bezogen auf die
tatsächliche Bremssituation falsch reagiert, indem er beispielsweise zu viel
oder zu wenig Bremsdruck einsteuert, kann das Bremsverhalten, insbesondere der Bremsweg
sowie die Spurtreue, des Fahrzeugs verschlechtert werden, was im schlimmsten Fall
zu einem Unfall führen kann.
Moderne Fahrzeugregelsysteme (ABS, ESP, TC etc.) sind heutzutage in
der Lage, die optimale notwendige Bremsleistung innerhalb der physikalischen Grenzen
anhand des momentanen Fahrzustands des Fahrzeugs zu ermitteln und somit eine Bremsung
zu optimieren. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass die oben erwähnte
direkte Einflussnahme des Fahrers auf den Bremsdruck verhindert wird. Ferner wird
es inzwischen auch als unkomfortabel angesehen, dass der Fahrer am Bremspedal die
Wirkung des Fahrzeugregelsystems spürt, wie beispielsweise bei Aktivierung
des ABS ein wiederholtes Rütteln am Bremspedal.
Um diesen mit Fahrzeugregelsystemen verbundenen Anforderungen gerecht
zu werden, wird bei modernen Bremssystemen bereits das Bremspedal von der Bremskrafterzeugung
entkoppelt, wobei dann die Bremspedalbetätigung nur noch zur Ermittlung des
Verzögerungswunsches des Fahrers dient. Die eigentliche Bremskrafterzeugung,
beispielsweise zur Betätigung des Hauptbremszylinders, erfolgt dann durch einen
separaten Bremskrafterzeuger und zwar nur noch basierend auf Steuerungsdaten eines
elektronischen Steuergeräts. Hierdurch kann vorab überprüft werden,
ob beispielsweise die gewünschte Fahrzeugverzögerung nicht die, durch
die Fahrzeugregelsysteme (ABS, ESP, TC etc.) ermittelten, momentan gültigen
physikalischen Grenzen hinsichtlich Bremsweg und Spurtreue überschreiten würde.
Gleichzeitig kann natürlich auch eine vom Fahrer zu gering eingesteuerte Verzögerung
zur Minimierung des Anhaltewegs in Notsituationen vom Steuergerät durch Einsteuerung
eines höheren Bremsdrucks ausgeglichen werden.
Ein derartiges System ist beispielsweise in dem gattungsbildenden
Stand der Technik gemäß der EP
1 070 006 B1 beschrieben. Es hat sich jedoch gezeigt, dass derartige Bremssysteme
verhältnismäßig kostenintensiv in der Herstellung sind und einen
erheblichen gerätetechnischen Aufwand erfordern, um auch dann einen zuverlässigen
Bremsbetrieb gewährleisten zu können, wenn die Mittel zur Bremskrafterzeugung
einmal ausfallen sollten.
Zwischenzeitlich ist es auch bekannt, zur Erfüllung der vorstehend
geschilderten Anforderungen hinsichtlich einer Abkopplung der eigentlichen Bremskrafterzeugung
vom Bremspedal die Steuerventilanordnung gänzlich elektromagnetisch zu betätigen.
Bei herkömmlichen Systemen, beispielsweise bei Systemen ähnlich der
DE 44 05 092 C1 ist es allerdings
erforderlich, während einer Bremsung dauerhaft das elektromagnetische Steuerventil
zu bestromen, um einen Differenzdruck an der beweglichen Wand aufzubauen und diesen
über hinreichend lange Zeit halten zu können. Dies führt aber insbesondere
bei zeitlich länger andauernden Bremsvorgängen – beispielsweise
bei einer bremsintensiven Passabfahrt – dazu, dass die Temperaturen im Bremssystem
stark ansteigen können, was technisch aufwendige und kostenintensive Kühlmaßnahmen
erforderlich macht. Ferner führt die dauerhafte Bestromung zu einem erheblichen
Stromverbrauch innerhalb des Kraftfahrzeugs.
Aus dem gattungsbildenden Stand der Technik gemäß
DE 38 20 657 A1 ist ein Bremskrafterzeuger
bekannt, bei dem im Falle einer Aktivierung eines Antiblockierbremssystems von der
ABS-Steuereinheit eine Steuerventilanordnung ansteuerbar ist. Der Bremskrafterzeuger
umfasst ferner eine mechanisch von dem Krafteingangsglied betätigte Steuerventilanordnung,
die bei jeder Bremspedalbetätigung mechanisch betätigt wird. Im Falle
einer Normalbremsung, bei der das ABS-System nicht aktiviert wird, unterbleibt auch
eine Ansteuerung der elektromagnetisch ansteuerbaren Steuerventileinrichtung.
Schließlich ist aus dem Dokument DE
196 24 663 A1
ein Bremskrafterzeuger bekannt, bei dem die Pedalbetätigung
erfasst wird.
Es ist demgegenüber eine Aufgab der vorliegenden Erfindung, einen
Bremskrafterzeuger der eingangs bezeichneten Art bereitzustellen, der in jeder Bremssituation
eine zuverlässige mechanische Entkopplung der Bremskrafterzeugung von dem mechanisch
betätigten Bremspedal ermöglicht und der selbst bei lang andauernden Bremsvorgängen
unter geringem Stromverbrauch thermisch stabil arbeiten kann.
Diese Aufgabe wird durch einen Bremskrafterzeuger mit den Merkmalen
von Patentanspruch 1 gelöst.
Durch die Verwendung einer Steurventilanordnung mit zwei unabhängig
voneinander elektromagnetisch betätigbare Steuerventilen lässt sich erfindungsgemäß
auf einfache Weise nach Maßgabe der tatsächlichen Bremspedalbetätigung
ein Differenzdruck an der beweglichen Wand einstellen, indem beispielsweise über
eine vorbestimmte Zeit bis zum Erreichen des gewünschten Differenzdrucks an
der beweglichen Wand das erste elektromagnetisch betätigbare Steuerventil geöffnet
wird und das zweite elektromagnetisch betätigbare Steuerventil dabei geschlossen
gehalten wird. Sobald sich an der beweglichen Wand dann der gewünschte Differenzdruck
eingestellt hat, so dass auf die Hauptbremszylinderanordnung zur Erzeugung eines
gewünschten hydraulischen Bremsdrucks eine bestimmte Betätigungskraft
ausgeübt wird, wird die Ansteuerung des ersten elektromagnetisch betätigbaren
Steuerventils beendet, so dass dieses wieder schließt. Der somit eingestellte
Zustand kann dann für eine gewünschte Zeit aufrechterhalten werden.
Soll in der Folge der Differenzdruck an der beweglichen Wand weiter
erhöht werden, das heißt ist es wegen einer intensiveren Bremspedalbetätigung
oder aufgrund der Einwirkung eines Fahrzeugregelsystems erforderlich, den hydraulischen
Bremsdruck weiter zu erhöhen, so kann das erste elektromagnetisch betätigbare
Steuerventil erneut angesteuert und geöffnet werden, bis der Differenzdruck
wieder seinen gewünschten Sollwert erreicht.
Soll hingegen die Bremswirkung reduziert werden, das heißt hydraulischer
Bremsdruck abgebaut und demnach auch der Differenzdruck an der beweglichen Wand
abgebaut werden, so wird beispielsweise das zweite elektromagnetisch betätigbare
Steuerventil angesteuert, so dass über dieses der Überdruck in der Arbeitskammer
je nach Bedarf teilweise oder vollständig abgebaut werden kann.
Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass wenigstens
eines der Steuerventile eine an dem Steuerventilgehäuse festgelegte Spule und
einen vermittels der Spule relativ zu dieser verlagerbaren magnetischen Anker aufweist.
Durch diese Ausgestaltung ergibt sich eine zuverlässig wirkende Steuerventilanordnung,
bei der die auftretenden Reaktionskräfte in das Steuerventilgehäuse eingeleitet
werden können. Hinsichtlich des verlagerbaren magnetischen Ankers kann gemäß
einer Weiterbildung der Erfindung vorgesehen sein, dass dieser mit einem Ventilkörper
des jeweiligen Steuerventils zur gemeinsamen Bewegung gekoppelt oder integral mit
diesem ausgebildet ist. Dadurch lässt sich eine einfache und zuverlässige
Betätigung der Ventilkörper und damit der Steuerventile erreichen.
Ferner kann hinsichtlich der Ausbildung der elektromagnetisch betätigbaren
Steuerventile vorgesehen sein, dass jedem der Steuerventile ein Ventildichtelement
zugeordnet ist, das mit dem Ventilkörper zur Ausbildung eines Ventilsitzes
zusammenwirkt, wobei das Ventildichtelement mit dem Steuerventilgehäuse zur
gemeinsamen Bewegung gekoppelt oder integral mit diesem ausgebildet ist.
Um einen definierten Zustand der jeweils elektromagnetisch betätigbaren
Steuerventile in einer Ruhestellung, das heißt in einer nicht elektromagnetisch
betätigten Stellung, gewährleisten zu können, sieht eine Weiterbildung
der Erfindung vor, dass der magnetische Anker oder/und der Ventilkörper unter
Federvorspannung, vorzugsweise unter Vermittlung einer Rückstellfeder, am Ventildichtelement
anliegen. Bei dieser Ausführungsform der Erfindung liegt der Ventilkörper
immer dann an dem Ventildichtelement an, wenn das diesen zugeordnete elektromagnetische
Steuerventil nicht bestromt wird. Sobald das elektromagnetische Steuerventil aber
bestromt wird, wird der Ventilkörper von dem diesem zugeordneten Ventildichtelement
gegen die Wirkung der Federvorspannung, insbesondere unter Deformation der Rückstellfeder,
von dem Ventildichtelement abgehoben, so dass der Dichtsitz jeweils eine fluidische
Verbindung zulässt. Dies bedeutet aber auch, dass die einzelnen elektromagnetisch
betätigbaren Steuerventile der Steuerventilanordnung des erfindungsgemäßen
Bremskrafterzeugers immer nur kurzzeitig angesteuert werden müssen, um den
gewünschten Solldifferenzdruck an der beweglichen Wand aufzubauen. Ist dieser
Solldifferenzdruck aufgebaut, so kann die Ansteuerung beendet werden und die Ventilkörper
bzw. magnetischen Anker können sich je nach Betriebszustand unter der Federvorspannung
wieder an das zugeordnete Ventildichtelement anlegen.
Zum vollständigen oder teilweisen Abbau des Differenzdrucks ist
dann erneut eine temporäre Ansteuerung der elektromagnetisch betätigbaren
Steuerventilanordnung erforderlich. Im Gegensatz zu den eingangs zum Stand der Technik
getroffenen Ausführungen ist es also nicht erforderlich, während
des gesamten Bremsvorgangs die elektromagnetisch betätigbare Steuerventilanordnung
zu bestromen, so dass gegenüber dem Stand der Technik ein geringerer Energieaufwand
erforderlich ist, um die Bremse zu aktivieren, was letztendlich zu einer verbesserten
Energiebilanz und zu einer verbesserten thermischen Festigkeit des Bremskrafterzeugers
führt.
Hinsichtlich des Betriebs des erfindungsgemäßen Bremskrafterzeugers
kann insbesondere vorgesehen sein, dass in einer Ruhestellung des Bremskrafterzeugers
im Wesentlichen Druckgleichheit zwischen der Arbeitskammer und der Unterdruckkammer
herrscht und beide Ventilkörper jeweils an deren zugeordnetem Ventildichtelement
dicht anliegen. Ferner kann vorgesehen sein, dass bei einer Betätigung des
Bremspedals unter Ansteuerung des ersten Steuerventils sich der Ventilkörper
des ersten Steuerventils von dem diesem zugeordneten Ventildichtelement abhebt und
eine Verbindung zwischen Arbeitskammer und Atmosphäre bzw. Druckquelle vorsieht,
Schließlich kann darüber hinaus vorgesehen sein, dass bei einer Rücknahme
der Bremspedalbetätigung unter Ansteuerung des zweiten Steuerventils sich der
Ventilkörper des zweiten Steuerventils von dem diesem zugeordneten Ventildichtelement
abhebt und eine Verbindung zwischen Arbeitskammer und der Unterdruckkammer vorsieht.
Neben einer zuverlässigen Funktionsweise im Normalbetrieb ist
es bei modernen Fahrzeugbremsanlagen auch erforderlich, Vorkehrungen zu treffen,
die gewährleisten, dass selbst bei einem Ausfall des Systems eine zuverlässige
Mindestbremswirkung erreicht werden kann. Ein derartiger Systemausfall liegt beispielsweise
dann vor, wenn sich die elektromagnetisch betätigbare Steuerventilanordnung
nicht mehr ordnungsgemäß ansteuern lässt, beispielsweise weil die
Fahrzeugelektronik teilweise ausgefallen ist oder die Pedalbetätigungs-Erfassungseinrichtung
nicht mehr ordnungsgemäß funktioniert. In solchen Notbetriebsfällen
soll zumindest auf rein mechanischem Wege eine eingeschränkte Bremskrafterzeugung
möglich sein. Dies wird in Weiterbildung der erfindungsgemäßen Lösung
dadurch erreicht, dass an dem Krafteingangsglied oder an einer mit diesem kraftübertragend
gekoppelten Komponente ein erster Anschlag vorgesehen ist, der bei einer Betätigung
des Bremspedals bei einer Fehlfunktion des ersten elektromagnetischen Steuerventils
den Ventilkörper des ersten Steuerventils von dem diesem zugeordneten Ventildichtelement
abhebt und so eine Verbindung zwischen Arbeitskammer und Atmosphäre bzw. Druckquelle
vorsieht.
Um jedoch zu gewährleisten, dass sich eine derartige mechanische
Betätigung durch eine mechanische Wirkverbindung zwischen dem Anschlag und
dem Ventilkörper im Normalbetriebsfall nicht frühzeitig und unbeabsichtigt
einstellt und somit die ordnungsgemäße Funktion des ersten elektromagnetisch
betätigten Steuerventils beeinträchtigt, sieht eine Weiterbildung der
Erfindung vor, dass der erste Anschlag erst nach Überschreiten eines vorbestimmten
Spiels in Wechselwirkung mit dem Ventilkörper des ersten elektromagnetischen
Steuerventils tritt. Das Spiel ist dabei derart groß dimensioniert, dass ein
Überschreiten dieses Spiels keinen Zweifel daran lässt, dass das erste
elektromagnetisch betätigbare Steuerventil nicht korrekt angesteuert wurde
und somit ein Systemausfall vorliegen muss, der eine mechanische Bremskrafterzeugung
erforderlich macht.
Die vorstehend gemachten Ausführungen hinsichtlich einer Notbetriebssituation
aufgrund eines vollständigen oder teilweisen Systemausfalls bei dem ersten
elektromagnetisch betätigbaren Steuerventil gelten in gleicher Weise für
das zweite elektromagnetisch betätigbare Steuerventil. Demnach sind zur rein
mechanischen Reduzierung der Bremskraftwirkung gemäß einer Weiterbildung
der Erfindung Vorkehrungen dahingehend getroffen, dass an dem Krafteingangsglied
oder an einer mit diesem kraftübertragend gekoppelten Komponente ein zweiter
Anschlag vorgesehen ist, der bei einer Rücknahme der Betätigung des Bremspedals
bei einer Fehlfunktion des zweiten elektromagnetischen Steuerventils den Ventilkörper
des zweiten Steuerventils von dem diesem zugeordneten Ventildichtelement abhebt
und eine Verbindung zwischen Arbeitskammer und Unterdruckkammer vorsieht. Gleichermaßen
ist in diesem Zusammenhang vorgesehen, dass der zweite Anschlag erst nach Überschreiten
eines vorbestimmten Spiels in Wechselwirkung mit dem Ventilkörper des zweiten
elektromagnetischen Steuerventils tritt.
Eine vorteilhafte Ausgestaltung der Erfindung ergibt sich insbesondere
dann, wenn das erste und das zweite elektromagnetisch betätigbare Steuerventil
im Wesentlichen spiegelbildlich zueinander angeordnet sind. Der Begriff ”spiegelbildlich
zueinander angeordnet” bedeutet hier nicht, dass die beiden elektromagnetisch
betätigbaren Steuerventile spiegelsymmetrisch ausgebildet sind, sondern so
angeordnet sind, dass sie in jeweils entgegengesetzter Richtung betätigbar
sind, so dass sich die vorstehende Funktionsweise durch einfache konstruktive Mittel
erreichen lässt.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Kammeranordnung
als Tandem-Kammeranordnung mit einer ersten Kammeranordnung und einer von dieser
getrennten zweiten Kammeranordnung ausgebildet ist, wobei die erste Kammeranordnung
eine erste Unterdruckkammer und eine von dieser durch eine erste bewegliche Wand
getrennte erste Arbeitskammer aufweist, wobei weiter die zweite Kammeranordnung
eine zweite Unterdruckkammer und eine von dieser durch eine zweite
bewegliche Wand getrennte zweite Arbeitskammer aufweist, wobei die erste und zweite
Kammeranordnung über die Steuerventilanordnung mit Druck beaufschlagbar sind.
Dadurch lässt sich bei unveränderten Ausgangsdrücken ein höherer
effektiver Differenzdruck und damit auch eine höhere Bremskraft und letztendlich
ein höherer hydraulischer Bremsdruck in der Hauptbremszylinderanordnung erzielen.
Ferner kann der erfindungsgemäße Bremskrafterzeuger mit
einer elektronischen Steuereinrichtung versehen sein, die die Pedalbetätigungs-Erfassungseinrichtung
überwacht, und die elektromagnetischen Steuerventile nach Maßgabe eines
Ausgangssignals der Pedalbetätigungs-Erfassungseinrichtung, vorzugsweise unter
Berücksichtigung einer vorgegebenen Kennlinie oder eines vorgegebenen Kennlinienfeldes,
ansteuert.
Vorstehend wurde detailliert beschrieben, dass der erfindungsgemäße
Bremskrafterzeuger nach Maßgabe einer Bremspedalbetätigung ansteuerbar
ist. Zusätzlich oder alternativ hierzu ist es erfindungsgemäß jedoch
auch möglich, dass das erste oder/und das zweite elektromagnetisch betätigbare
Steuerventil unabhängig von einer Betätigung des Bremspedals nach Maßgabe
vorgegebener Steuerkennlinien oder Regelcharakteristiken ansteuerbar sind. So kann
beispielsweise fahrerunabhängig eine Bremsung an allen oder einzelnen Bremseinheiten
des Fahrzeugs durchgeführt werden, beispielsweise nach Maßgabe von Vorgaben
der vorstehend bereits mehrfach erwähnten Fahrzeugregelsysteme (ABS, ESP, TC,
etc.).
Um dem Fahrer trotz der Abkopplung des Bremspedals von der tatsächlichen
Bremskrafterzeugung ein vertrautes Pedalgefühl zu vermitteln, sieht eine Weiterbildung
der Erfindung eine mit dem Krafteingangsglied koppelbare Pedalgegenkraft-Simulationseinrichtung
vor. Diese kann mit verschiedenen Drossel- und Dämpfungselementen versehen
sein, um ein dem Fahrer vertrautes herkömmliches Pedalverhalten möglichst
realitätsnah zu simulieren. Bei einer Ausführungsvariante der Erfindung
kann vorgesehen sein, dass die Pedalbetätigungs-Erfassungseinrichtung einen
Sensor zur Erfassung einer aktuellen Auslenkung des Bremspedals, insbesondere einen
an einer Drehachse des Bremspedals angeordneten Drehwinkelsensor, aufweist. Selbstverständlich
sind auch andere Möglichkeiten zur Erfassung der Pedalbetätigung denkbar,
beispielsweise durch Sensoren in der Pedalgegenkraft-Simulationseinrichtung, die
beispielsweise den Druck in einer hydraulischen oder pneumatischen Kammer erfassen.
Ferner ist es zur Erfassung der Pedalbetätigung auch möglich, die Bewegung
weiterer Komponenten, beispielsweise die Bewegung des Krafteingangsglieds oder dergleichen
unmittelbar zu erfassen.
Eine Weiterbildung der Erfindung sieht vor, dass die Unterdruckkammer
zur Erzeugung eines Unterdrucks mit dem Ansaugtrakt eines Verbrennungsmotors oder
mit einer Vakuumpumpe fluidisch verbunden ist.
Die Erfindung betrifft ferner eine Fahrzeugbremsanlage für ein
Kraftfahrzeug mit einem Bremskrafterzeuger der vorstehend beschriebenen Art.
Darüberhinaus betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Steuern
eines Bremskraftverstärkers der vorstehend beschriebenen Art, das die Schritte
umfasst:
- a) Erfassen einer Auslenkung eines Bremspedals bei dessen Betätigung,
- b) Ansteuern des ersten Steuerventils beim Erfassen einer Betätigung des
Bremspedals, so dass der Ventilkörper des ersten Steuerventils von dem diesem
zugeordneten Ventildichtelement abgehoben wird und eine Verbindung zwischen Arbeitskammer
und Atmosphäre bzw. Druckquelle hergestellt wird,
- c) Beenden der Ansteuerung des ersten Steuerventils, wenn sich ein der erfassten
Bremspedalbetätigung entsprechender Differenzdruck an der beweglichen Wand
eingestellt hat,
- d) Erfassen einer Reduzierung der Auslenkung des Bremspedals,
- e) Ansteuern des zweiten Steuerventils beim Erfassen der Reduzierung der Auslenkung
des Bremspedals, so dass sich der Ventilkörper des zweiten Steuerventils von
dem diesem zugeordneten Ventildichtelement abhebt und eine Verbindung zwischen Arbeitskammer
und der Unterdruckkammer vorsieht und
- f) Beenden der Ansteuerung des zweiten Steuerventils, wenn sich der Differenzdruck
an der beweglichen Wand entsprechend der erfassten Reduzierung der Auslenkung des
Bremspedals abgebaut hat.
Bei diesem Verfahren kann ferner vorgesehen sein, dass bei einer erstmaligen
Inbetriebnahme oder/und zur Wartung des Bremskraftverstärkers die Ruhestellung
des Bremskraftverstärkers, in der im Wesentlichen keine Druckdifferenz an der
beweglichen Wand vorliegt, durch bedarfsweises öffnen und Schließen zumindest
des zweiten elektromagnetisch betätigbaren Steuerventils in Abstimmung auf
das Ansprechverhalten der Hauptbremszylinderanordnung einstellbar ist.
Die Erfindung wird im Folgenden anhand der beiliegenden Figuren erläutert.
Es stellen dar:
1 eine schematische Übersichtsdarstellung des
erfindungsgemäßen Bremskrafterzeugers und der mit diesem gekoppelten Fahrzeugkomponenten
und
2 eine vergrößerte teilweise geschnittene
Seitenansicht des erfindungsgemäßen Bremskrafterzeugers.
In 1 ist ein erfindungsgemäßer
Bremskrafterzeuger allgemein mit 10 bezeichnet und in einer schematischen
Übersichtsdarstellung gezeigt. Der Bremskrafterzeuger 10 ist mit einem
Bremspedal 12 gekoppelt. Eine Pedalbetätigung wird über einen
um eine Drehachse D angeordneten Drehwinkelsensor 14 erfasst und an eine
Drehwinkelsensor-Auswerteeinrichtung 16 übermittelt. Diese übermittelt
an eine elektronische Steuereinheit 18 ein der aktuellen Pedalbetätigung
entsprechendes Signal. Nach Maßgabe des die aktuelle Pedalbetätigung charakterisierenden
Signals steuert die elektronische Steuereinheit 18 eine Vakuumpumpe
20 sowie weitere Komponenten des Bremskrafterzeugers 10 an, wie
dies im Folgenden noch erläutert wird. Darüber hinaus steuert die elektronische
Steuereinheit 18 eine Bremsleuchte 22 in Reaktion auf eine erfasste
Pedalbetätigung an. Die elektronische Steuereinheit 18 erhält
ferner Signale von verschiedenen Regelsystemen innerhalb des Fahrzeugs, wie beispielsweise
einem elektronischen Stabilitätsprogramm 24, einem Antiblockiersystem
26, einem automatischen Abstandshaltesystem (cruise control)
28 oder dergleichen. Die von diesen Programmen zu der elektronischen Steuereinheit
18 fließenden Signale werden ausgewertet und zur Ansteuerung des erfindungsgemäßen
Bremskrafterzeugers genutzt.
In 2 ist der erfindungsgemäße
Bremskrafterzeuger 10 in teilweise geschnittener Seitenansicht dargestellt.
Dieser umfasst eine Betätigungseinheit 30, in die ein Krafteingangsglied
32 eingeführt ist. Das Krafteingangsglied 32 ist an seinem
freien Ende mit dem in 2 nicht gezeigten Bremspedal
koppelbar bzw. gekoppelt. Die Betätigungseinheit 30 ist an eine Kammeranordnung
34 angeschlossen. Die gesamte Anordnung wird von einer Betätigungsstange
36 durchsetzt, die zur gemeinsamen Bewegung mit dem Krafteingangsglied
32 gekoppelt ist und in dieses kraftübertragend in einer entsprechenden
Aufnahme aufnimmt.
In den in 2 rechten Teil des Bremskrafterzeugers
10 mündet das stangenförmig ausgebildete Krafteingangsglied
32. In diesem Bereich ist eine Steuerventilanordnung 38 vorgesehen.
Die Steuerventilanordnung 38 umfasst ein Steuerventilgehäuse
40, das relativ zu einem Basisgehäuse 42 des Bremskrafterzeugers
10 verlagerbar ist. Die Steuerventilanordnung 38 ist elektromechanisch
betätigbar, wie im Folgenden noch im Detail ausgeführt werden wird.
Das Steuerventilgehäuse 40 ist fest mit einer in dem
Basisgehäuse 42 angeordneten beweglichen Wand 46 gekoppelt.
Die bewegliche Wand 46 unterteilt die Kammeranordnung 34 in eine
Unterdruckkammer 48 und eine Arbeitskammer 50. Die bewegliche
Wand 46 wird von Verbindungsbolzen 52 durchsetzt, ist jedoch mit
einer Dichtungsanordnung 54 versehen, um eine fluiddichte Trennung von
Unterdruckkammer 48 und Arbeitskammer 50 zu gewährleisten.
In dem Steuerventilgehäuse 40 ist ein erstes elektromagnetisch
betätigbares Steuerventil 56 und ein zweites elektromagnetisch betätigbares
Steuerventil 58 vorgesehen. Das erste Steuerventil 56 umfasst
eine in einem Spulengehäuse 60 angeordnete Spule 62. Das
Spulengehäuse 60 ist in dem Steuerventilgehäuse 40 festgelegt.
Das erste Steuerventil 56 umfasst ferner ein als Anker ausgebildetes Ventilelement
64, das relativ zu dem Spulengehäuse 60 verlagerbar ist.
Das Ventilelement 64 weist an seinem in 2
rechten Ende einen integral ausgebildeten Dichtring 66 auf, der in
2 an einer gummielastischen Scheibe 68 fluiddicht
anliegt. Die gummielastische Scheibe 68 ist fest in einem Dichtelement
70 stirnseitig eingelegt. Das Dichtelement 70 ist relativ zu dem
Steuerventilgehäuse 40 fest. Zwischen dem Spulengehäuse
60 und dem Ventilelement 64 ist eine Rückstellfeder
72 vorgesehen, die das Ventilelement 64 in der in 2
gezeigten Ruhestellung in fluiddichte Anlage mit der gummielastischen Scheibe
68 drückt.
Ferner ist in dem Steuerventilgehäuse 40 das zweite
elektromagnetisch betätigbare Steuerventil 58 in zu dem ersten Steuerventil
56 spiegelbildlicher Anordnung untergebracht. Das zweite elektromagnetisch
betätigbare Steuerventil 58 umfasst wiederum eine in einem Spulengehäuse
74 aufgenommene Spule 76. Das Spulengehäuse 74 ist
in dem Steuerventilgehäuse 40 festgelegt und wird über das in
dem Zwischenraum 77 angeordnete Abstandelement 78 in Abstand zu
dem Spulengehäuse 60 gehalten. Das zweite Steuerventil 58
umfasst ebenfalls ein als Anker ausgebildetes Ventilelement 80, das relativ
zu dem Spulengehäuse 74 verlagerbar ist. Das Ventilelement
80 weist an seinem in 2 linken Ende einen
Dichtring 82 auf, der in 2 an einer gummielastischen
Scheibe 84 fluiddicht anliegt. Die gummielastische Scheibe 84
ist fest in einem mit dem Steuerventilgehäuse 40 fest verbundenen
Dichtelement 87 stirnseitig eingelegt. Zwischen dem Spulengehäuse
74 und dem Ventilelement 80 ist in gleicher Weise wie bei den
ersten elektromagnetisch betätigbaren Steuerventil 56 eine Rückstellfeder
86 vorgesehen, die das Ventilelement 80 in der in 2
gezeigten Ruhestellung in fluiddichte Anlage mit der gummielastischen Scheibe
84 drückt. An der in 2 linken Stirnfläche
des mit dem Steuerventilgehäuse 40 fest verbundenen Dichtelements
87 liegt ein hohlzylindrischer Abschnitt 89 des Primärkolbens
einer Hauptbremszylinderanordnung an. Dadurch kann jede Bewegung des Steuerventilgehäuses
40 in 2 nach links auf den
Primärkolben 89 zur Erzeugung eines hydraulischen Bremsdrucks in der
Hauptbremszylinderanordnung übertragen werden.
2 zeigt ferner, dass an der Betätigungsstange
36 eine Anschlagschulter 88 vorgesehen ist, die in der in
2 gezeigten Ruhestellung des erfindungsgemäßen
Bremskrafterzeugers 10 in einem Abstand s1 von einer Kontaktfläche
90 des Ventilelements 64 angeordnet ist. Gleichermaßen zeigt
2, dass in der Betätigungsstange 36 eine
Ringausnehmung 92 vorgesehen ist, in die ein Anschlagring 94 eingesetzt
ist. Der Anschlagring 94 ist in der in 2 gezeigten
Ruhestellung in einem Abstand s2 von einer diesem zugewandten Kontaktfläche
96 des Ventilelements 80 angeordnet ist.
2 zeigt noch ein Anschlusskabel 98, über
das das zweite Steuerventil 58 ansteuerbar ist. Dies bedeutet, dass die
Spule 76 über das Anschlusskabel 98 bestromt werden kann
und entsprechend der Bestromung das Ventilelement 80 relativ zu dem Spulengehäuse
74 gegen die Wirkung der Rückstellfeder 86 verlagert werden
kann. In entsprechender Weise kann auch die Spule 62 des ersten Steuerventils
56 über ein nicht gezeigtes Anschlusskabel bestromt werden, wobei
entsprechend der Bestromung das Ventilelement 64 relativ zu dem Spulengehäuse
60 gegen die Wirkung der Rückstellfeder 72 verlagert werden
kann.
Der erfindungsgemäße Bremskrafterzeuger 10 funktioniert
wie folgt:
In Folge einer Betätigung des Bremspedals 12 wird das Krafteingangsglied
32 mit der Kraft F beaufschlagt und entlang der Längsachse A des Bremskrafterzeugers
verlagert. Die Bremspedalbetätigung wird unmittelbar von dem in 1
gezeigten Drehwinkelsensor 14 erfasst und an die elektronische Steuereinheit
24 weitergeleitet. Diese steuert die Steuerventilanordnung 38
an und bestromt diese nach Maßgabe vorgegebener Kennlinien und ggf. unter Berücksichtigung
weiterer Parameter, beispielsweise von dem Stabilitätsprogramm 24,
dem Antiblockiersystem 26 oder der Abstandskontrolleinrichtung
28.
Bei der angesprochenen Bremspedalbetätigung wird lediglich das
erste Steuerventil 56 bestromt. In der Folge wird das Ventilelement
64 gegen die Wirkung der Rückstellfeder 72 relativ zu dem
Spulengehäuse 60 in 2 nach links bewegt.
Dabei hebt sich der Dichtring 66 von der gummielastischen Scheibe
68 ab, so dass sich eine fluidische Verbindung zwischen der Atmosphäre
und der Arbeitskammer 50 einstellen kann. Die Unterdruckkammer
48 bleibt weiterhin mit der Vakuumpumpe 20 verbunden. Dadurch
baut sich an der beweglichen Wand 46 eine Druckdifferenz auf. Die Spule
62 des ersten Steuerventils 56 wird solange bestromt, bis sich
eine der erfassten Bremspedalbetätigung entsprechende Druckdifferenz an der
beweglichen Wand 46 aufgebaut hat. Sodann wird die Bestromung der Spule
62 beendet, woraufhin sich das Ventilelement 64 unter Wirkung
der Rückstellfeder 72 mit dem Dichtring 66 wieder an die
– inzwischen mit dem Steuerventilgehäuse 40 nachgerückte
– gummielastische Scheibe 68 fluiddicht anlegt. Die somit durch
die Druckdifferenz erzeugte Betätigungskraft wird über das Dichtelement
87 auf den Primärkolben 89 und somit auf die nicht weiter
im Detail gezeigte Hauptbremszylinderanordnung zur Erzeugung eines hydraulischen
Bremsdrucks übertragen. Zur Aufrechterhaltung dieses Bremszustands ist nach
Erreichen des entsprechenden Differenzdrucks keine weitere Ventilbetätigung
erforderlich, da die an der beweglichen Wand 46 anliegende Druckdifferenz
auf Grund der Tatsache unverändert bleibt, dass beide Dichtringe
66 und 82 durch die Wirkung der Rückstellfedern
72 und 86 in fluiddichter Anlage mit den gummielastischen Scheiben
68 und 94 gehalten werden.
Drückt der Fahrer das Bremspedal 12 noch weiter ein,
so wird das erste Steuerventil 56 erneut bestromt, so dass das Ventilelement
64 wieder von der gummielastischen Scheibe 68 abgehoben wird,
bis sich eine entsprechend der weiteren Pedalbetätigung erhöhte Druckdifferenz
an der beweglichen Wand 46 eingestellt. Sodann wird die Bestromung der
Spule 62 erneut beendet, woraufhin sich das Ventilelement 64 unter
Wirkung der Rückstellfeder 72 mit dem Dichtring 66 wieder
an die – inzwischen mit dem Steuerventilgehäuse 40 weiter nachgerückte
– gummielastische Scheibe 68 fluiddicht anlegt. In diesem Zustand
wird der an der beweglichen Wand 46 anliegende nunmehr erhöhte Differenzdruck
wieder im wesentlichen unverändert aufrecht erhalten.
Reduziert dann der Fahrer durch Rücknahme von Pedalkraft das
Eindrücken des Bremspedals 12, so wird dies wiederum von dem Sensor
14 erfasst. In entsprechender Weise wird die Spule 76 bestromt,
so dass das Ventilelement 80 gegen die Wirkung der Rückstellfeder
86 relativ zu dem Spulengehäuse 74 des zweiten Steuerventils
58 verlagert und von der gummielastischen Scheibe 84 abgehoben
wird. Dadurch wird die Arbeitskammer 50 mit der Unterdruckkammer
48 verbunden, so dass ein Druckausgleich zwischen diesen beiden Kammern
der Kammeranordnung 34 stattfinden kann, d. h. die Druckdifferenz an der
beweglichen Wand 46 zumindest teilweise je nach Rücknahme der Bremspedalbetätigung
abgebaut werden kann, und letztendlich dadurch die Bremswirkung reduziert bzw. ganz
abgebaut werden kann.
Somit ist also auch zum Zwecke eines Abbaus des hydraulischen Bremsdrucks
lediglich eine temporäre Ansteuerung der Steuerventilanordnung 38
erforderlich.
Selbstverständlich kann die Steuerventilanordnung 38
auch unabhängig von einer Bremspedalbetätigung angesteuert werden, beispielsweise
über ein Fahrzeugregelsystem.
Für den Fall eines vollständigen oder teilweisen Systemausfalls,
bei dem sich beispielsweise die Steuerventile zum 56 und 58 nicht
mehr ordnungsgemäß ansteuern und aktivieren lassen, sieht die Erfindung
eine mechanische Bremskrafterzeugung bzw. einen mechanischen Bremskraftabbau vor.
Betätigt der Fahrer beispielsweise bei einem solchen Systemausfall
das Bremspedal 12, so legt sich nach Überwindung des Spiels s1
die Anschlagschulter 88 an die Kontaktfläche 90 an, so dass
bei einer weiteren Bremspedalbetätigung das Ventilelement 64 mechanisch
von der gummielastischen Scheibe 68 abgehoben wird. In der Folge kann sich,
wie bei einem herkömmlichen Bremskraftverstärker ohne elektromagnetisch
betätigbare Steuerventilanordnung, wieder ein Differenzdruck an der beweglichen
Wand 46 einstellen, so dass sich das Steuerventilgehäuse
40 verlagert und diese Verlagerung über den Primärkolben
89 zur Erzeugung eines hydraulischen Bremsdrucks auf die Hauptbremszylinderanordnung
übertragen wird.
Bei einer Rücknahme der Pedalbetätigung während eines
solchen Systemausfalls legt sich der Ventilkörper 64 unter Wirkung
der Rückstellfeder 72 wieder an die gummielastische Scheibe
68 fluiddicht an. Ferner legt sich nach Überwindung des Spiels
52 der Anschlagring 94 an die Kontaktfläche 96 an,
so dass bei einer weiteren Bewegung der Betätigungsstange 36 in
2 nach rechts das Ventilelement 80 gegen die
Wirkung der Rückstellfeder 86 von der gummielastischen Scheibe
84 abgehoben wird. In der Folge kann wiederum ein Druckausgleich zwischen
der Arbeitskammer 50 und der Unterdruckkammer 48 stattfinden.
Schließlich stellt sich wieder der in 2 gezeigten
Zustand ein.
Mit der Erfindung ist es auch möglich, die in 2
gezeigte Ruhestellung zu verändern, beispielsweise um den Bremskrafterzeuger
10 vor einer erstmaligen Inbetriebnahme oder zu Wartungszwecken an das
leerweg- und spielbedingte Ansprechverhalten der nicht gezeigten Hauptbremszylinderanordnung
zur adaptieren. Hierfür kann beispielsweise das zweite Steuerventil
58 angesteuert und in der Folge das Steuerventilgehäuse
40 in eine gewünschte Stellung verlagert werden, bis das Spiel in
der nicht gezeigten Hauptbremszylinderanordnung aufgebraucht ist. Sodann kann die
Ansteuerung des zweiten Steuerventils 58 beendet werden und das Bremspedal
12 angeschlossen werden. In der Folge ist eine spielfreie Betätigung
der Bremsanlage möglich.
Die Erfindung zeigt einen Bremskraftverstärker 10, der
bei ordnungsgemäßem Betrieb nur temporär angesteuert und bestromt
werden muss, was zu einem geringeren Stromverbrauch und damit zu einer verbesserten
Energiebilanz führt. Darüber hinaus kann dadurch auch bei lange andauernden
Bremsungen eine starke Erhitzung einzelner Komponenten des Bremskrafterzeugers
10 durch die Art der Konstruktion unterbunden werden, so dass aufwendige
Kühlmaßnahmen entfallen können.