Die Erfindung bezieht sich auf ein Lastaufnahme- und -transportmittel
gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1, insbesondere für den Einsatz
als Regalbediengerät in der Lager- und Fördertechnik.
Aus der DE 196 13 707 C2
ist eine Vorrichtung zur Lastaufnahme oder Lastabgabe von Ladeeinheiten, insbesondere
für Regallager mit Regalbediengeräten bekannt, welche eine zum Erfassen
einer Ladeeinheit vorgesehene Greifvorrichtung aufweist, deren Greifer beidseitig
neben der Ladeeinheit in Transportrichtung einfahrbar oder ausfahrbar und zum Greifen
gegenläufig zueinander gegen die Seitenflächen schwenkbar und mit Greifelementen
versehen sind. Hierbei soll jeder Greifer schwertförmig ausgebildet und in
Längsführungen geführt, für die Lastaufnahme oder Lastabgabe
der Ladeeinheit an dem Greifer ein auf seinem Umfang endlos umlaufendes, angetriebenes
und an seinen Enden über Umlenkmittel geführtes und mit Greifelementen
versehenes Zugmittel angeordnet und für den Greifvorgang die Greifer um ihre
Längsrichtung schwenkbar und die Greifelemente an die Ladeeinheit klemmend
anlegbar sein. Dadurch soll kein Präparieren der Ladeeinheiten vor der Aus-
oder Einlagerung erforderlich und es möglich sein, die Ladeeinheit über
die gesamte Tiefe des Regallagers zu verfahren. Weiter soll der zur Verfügung
stehende Stauraum des Regals maximal ausnutzbar sein.
Die DE 81 19 291 U1
beschreibt eine Transportvorrichtung für Lasten mit einem ausfahrbaren Greifer,
der längs und quer zur Transportrichtung verstellbar ist. An dem Greifer sind
konturierte Klemmbacken vorgesehen, welche an den Seiten eines zu transportierenden
Gegenstandes angreifen und dadurch zumindest grob dessen Kontur erfassen. Eine entsprechende
Vorrichtung zum Ein- und Auslagern von Behältnissen ist in der DE
203 03 376 U1 beschrieben.
In der DE 199 55 615 C2
ist ein Sauggreifer offenbart, bei dem zusätzlich zu einem Saugkopf Klemmbacken
vorgesehen sind, die mittels elektromotorischer Greifantriebe parallel gegeneinander
bzw. auseinander bewegbar sind. Diese Klemmbacken weisen auf ihren gegeneinander
gerichteten Klemmflächen eine nachgiebig verformbare, weiche Auflage auf, die
vorzugsweise aus schaumgummiartigem Material besteht. Hierdurch lässt sich
eine kraftschlüssige und teilweise auch formschlüssige Fixierung des zu
greifenden Stückgutes erreichen.
Die DE 100 58 667 A1
beschreibt eine Aufnahmevorrichtung für ein kastenförmiges Gut, bei der
entlang eines Längsträgers klinkenartige Haltemittel vorgesehen sind,
die durch die Gewichtskraft des Gutes bei dessen Aufnahme zwischen den Klinken eine
Haltekraft auf das Gut ausüben können. Hierbei handelt es sich also um
eine Hubvorrichtung, welche das aufzunehmende Gut nur durch die Gewichtskraft des
Gutes zuverlässig hält und einklemmt.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Lastaufnahme- und -transportmittel
vorzuschlagen, welches bei einfachem Aufbau eine zuverlässige Lastaufnahme
und einen zuverlässigen Lasttransport erlaubt und sich flexibel an verschiedene
Lasten bzw. Ladehilfsmittel anpasst.
Diese Aufgabe wird bei einem Lastaufnahme- und -transportmittel der
eingangs genannten Art mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Dazu ist ein
Lastaufnahmetisch für wenigstens eine Last bzw. wenigstens ein Ladehilfsmittel,
wie Behälter, Kartons, Tablare etc., sowie wenigstens ein in veränderlichem
Querabstand zu der Last bzw. dem Ladehilfsmittel teleskopartig in Last- bzw. Ladehilfsmittelbewegungsrichtung
verfahrbarer z. B. lanzenartiger Greifer zur Konturerfassung der Last bzw. des Ladehilfsmittels
vorgesehen, wobei der Greifer mit über seine Länge verteilten, gegenüber
der Länge des Greifers verhältnismäßig schmalen Greiferelementen
ausgestattet ist, welche beim Verfahren des Greifers in Richtung der Last bzw. des
Ladehilfsmittels in dem Bereich der Last bzw. des Ladehilfsmittels selbsttätig
formschlüssig an der Last bzw. dem Ladehilfsmittel angreifen und außerhalb
des Bereiches der Last bzw. des Ladehilfsmittels unmittelbar vor und/oder unmittelbar
hinter der Last bzw. dem Ladehilfsmittel quer zu der Last- bzw. Ladehilfsmittelbewegungsrichtung
in den Bewegungsweg der Last bzw. des Ladehilfsmittels eingreifen. Zusätzlich
können die Greiferelemente in eine seitliche Vertiefung der Last und/oder des
Ladehilfsmittels eingreifen.
Diese Aufgabe kann bei einem Lastaufnahme- und -transportmittel der
eingangs genannten Art insbesondere auch gelöst werden mit einem Lastaufnahmetisch
für wenigstens eine Last bzw. wenigstens ein Ladehilfsmittel, wie Behälter,
Kartons, Tablare etc., sowie mit wenigstens zwei in veränderlichem Querabstand
zueinander teleskopartig in Last- bzw. Ladehilfsmitteibewegungsrichtung verfahrbaren
z. B. lanzenartigen Greifern zur Konturerfassung der Last bzw. des Ladehilfsmittels,
wobei die Greifer mit über ihre Länge verteilten, gegenüber der Länge
der Greifer verhältnismäßig schmalen Greiferelementen ausgestattet
sind, welche beim Zusammenfahren der Greifer in Richtung der Last bzw. des Ladehilfsmittels
im Bereich der Last bzw. des Ladehilfsmittels selbsttätig formschlüssig
an der Last bzw. dem Ladehilfsmittel angreifen und außerhalb des Bereiches
der Last bzw. des Ladehilfsmittels unmittelbar vor und/oder unmittelbar hinter der
Last bzw. dem Ladehilfsmittel quer zu der Last- bzw. Ladehilfsmittelbewegungsrichtung
in den Bewegungsweg der Last bzw. des Ladehilfsmittels und ggf. auch in eine seitliche
Vertiefung der Last und/oder des Ladehilfsmittels eingreifen.
Damit dienen die erfindungsgemäßen Lastaufnahme- und -transportmittel
der automatischen Aufnahme und Abgabe von Lasten bzw. Ladehilfsmittel unterschiedlichster
Art und Form, wobei die Lasten bzw. Ladehilfsmittel auch in Fachbodenregallagern
gelagert werden können. Die Greifervorrichtung führt auf einem Teleskop
vorzugsweise beidseitig in Relation zu der jeweiligen Last bzw. dem jeweiligen Ladehilfsmittel
einen definierten Weg an der Last bzw. dem Ladehilfsmittel entlang. Am Ende des
Verfahrweges werden die Greifer – durch Breiteneinstellung – zu der
Last bzw. dem Ladehilfsmittel hin verfahren. Die Greifervorrichtung passt sich der
Kontur der Last bzw. des Ladehilfsmittel an und sorgt so für Ein- und Auslagerung
der Lasten bzw. Ladehilfsmittel durch Formschluss. Die Greifer können der Last-
bzw. Ladehilfsmittellänge und -breite angepasst werden. Somit sind auf einfache
Weise Lasten bzw. Ladehilfsmittel unterschiedlicher Länge und Breite in ein
und demselben Lager handhabbar. Auch eine Höheneinstellung ist denkbar.
Das als Regalbediengerät fungierende Lastaufnahme- und -transportmittel
kann z. B. auf Schienen zwischen zwei Regalwänden in einer Lagergasse verfahrbar
sein. In Abhängigkeit zu den spezifischen Anforderungen, welche hinsichtlich
der Größe und des Gewichts der Last bzw. des Ladehilfsmittels gefordert
sind, aber auch hinsichtlich der geforderten Geschwindigkeit des Gesamtsystems und
dem damit verbundenen maximalen Durchsatz ist das erfindungsgemäße Regalbediengerät
anpassbar. Das Regalbedienungsgerät könnte aber z. B. auch für Lifte
oder dgl. eingesetzt werden.
Das erfindungsgemäße Lastaufnahme- und -transportmittel
arbeitet nach dem Prinzip passiver Konturerkennung, wobei sich die Greifer aufgrund
ihrer mechanischen Ausgestaltung und/oder Lagerung der Kontur der Last bzw. des
Ladehilfsmittels selbsttätig anpassen und an diese formschlüssig angreifen
bzw. sie umgreifen. Auf diese Weise ist eine gute Transportsicherung der Last bzw.
des Ladehilfsmittel auf dem Lastaufnahmetisch während des Transports, dem Regal
und dgl. gegeben.
Vorzugsweise sind die Greiferelemente bzw. Teile davon quer zu der
Last- bzw. Ladehilfsmittelbewegungsrichtung elastisch (flexibel) ausweichend angeordnet
bzw. ausgebildet. Sie bedürfen daher keines besonderen Antriebs für die
Anpassung an die Kontur der Last bzw. des Ladehilfsmittels.
Der Verfahrweg der Greifer in Last- bzw. Ladehilfsmittelbewegungsrichtung
und/oder quer dazu kann vorzugsweise veränderbar sein, um unterschiedlichen
Gegebenheiten hinsichtlich Form und Abmessungen der Last bzw. des Ladehilfsmittels
gerecht zu werden.
Erfindungsgemäß sind die Greiferelemente schieber-, bolzen-
schwenkhebel- und/oder klappflügelartig ausgebildet und stützen sich vorzugsweise
auf Federelementen ab. Sie können auch selbstfedernd ausgebildet sein und/oder
durch die Schwerkraft bedingt in die Grundstellung zurückbewegt werden.
Ferner sind die Greiferelemente relativ zu ihren z. B. lanzenartigen
Längsträgern quer zu der Last- bzw. Ladehilfsmittelbewegungsrichtung verstellbar.
Der Lastaufnahmetisch kann bspw. von ggf. motorisch antreibbaren Rollen
gebildet sein, um den Durchsatz zu erhöhen.
Aus dem gleichen Grund kann es auch zweckmäßig sein, dem
Lastaufnahmetisch zusätzliche Hilfsfördermittel für die Last bzw.
das Lasthilfsmittel zuzuordnen, wie bspw. Zahnriemen- bzw. Gurtförderer und/oder
Rollenförderer.
Weitere Ziele, Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten
der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen
anhand der Zeichnung.
Es zeigen:
1 in Schrägansicht ein Ausführungsbeispiel
des erfindungsgemäßen Lastaufnahme- und -transportmittels,
2 schematisch in Draufsicht die Lastenaufnahme- und
-transportmittel gemäß 1,
3 schematisch in verschiedenen Stufen den Funktionsablauf
bei einem erfindungsgemäßen Regalbediengerät bei der Aufnahme und
dem Transport einer Last bzw. eines Ladehilfsmittels, und
4 entsprechende Stufen eines Funktionsablaufs bei der
Aufnahme und dem Transport von zwei unmittelbar hintereinander zu fördernden
Lasten bzw. Ladehilfsmitteln.
Das in den 1 und 2
dargestellte Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen als Regalbediengerät
einsetzbaren Lastaufnahme- und -transportmittels weist einen Lastaufnahmetisch
2 für wenigstens eine Last bzw. ein Ladehilfsmittel 1, wie
Behälter, Kartons, Tablare etc., auf. Ferner sind zwei in veränderlichem
Querabstand Q zueinander teleskopartig in Last- bzw. Ladehilfsmittelbewegungsrichtung
R verfahrbare lanzenartige Greifer 4 zur Konturerfassung der Last bzw.
des Ladehilfsmittels 1 vorgesehen.
Die Greifer 4 sind mit über ihre Länge verteilten,
gegenüber der Länge der Greifer 4 verhältnismäßig
schmalen Greiferelementen 3 ausgestattet. Statt der einzelnen schmalen
klaviaturartigen Greiferelemente 3 kann auch beidseits je eine einzelne
durchgehende Greiferleiste vorgesehen sein, welche bereichsweise elastisch (flexibel)
nachgiebig zur Anpassung an die Kontur der Last bzw. des Ladehilfsmittels
1 ausweicht und an der Last bzw. dem Ladehilfsmittel 1 nicht nur
seitlich angreift, sondern dieses auch vorne und hinten formschlüssig umgreift
oder/und in Vertiefungen der Last bzw. des Ladehilfsmittels eingreift. Hierfür
kommen z. B. geeignete Kautschuk- oder Kunststoffmaterialien in Frage.
Beim Zusammenfahren der Greifer 4 in Richtung der Last bzw.
des Ladehilfsmittels 1 greifen im Bereich der Last bzw. des Ladehilfsmittels
1 Greiferelemente 3 – je nach der Oberflächenstruktur
der Last bzw. des Ladehilfsmittels 1 – selbsttätig formschlüssig
an der Last bzw. dem Ladehilfsmittel 1 an. In dem Bereich außerhalb
der Last bzw. des Ladehilfsmittels 1 greifen Greiferelemente
3 unmittelbar vor oder hinter der Last bzw. dem Ladehilfsmittel
1 quer zu der Last- bzw. Ladehilfsmittelbewegungsrichtung R in den Bewegungsweg
der Last bzw. des Ladehilfsmittels 1 ein. Die Last bzw. das Ladehilfsmittel
1 sind damit formschlüssig umgriffen. Die Greiferelemente
3 bzw. ein Teil davon sind quer zu der Last- bzw. der Ladehilfsmittelbewegungsrichtung
R elastisch (flexibel) ausweichend angeordnet bzw. ausgebildet, um im Bereich der
Last bzw. des Ladehilfsmittels 1 beim Zusammenfahren der Greifer
4 einfach ausweichen zu können, während außerhalb dieses
Bereiches die Greiferelemente 3 nach innen vorstehen. Der Lastaufnahmetisch
2 ist von ggf. motorisch antreibbaren Rollen 7 gebildet.
In der Darstellung von 3a befindet sich das erfindungsgemäße
Regalbediengerät in Grundstellung unmittelbar vor einem Lagerfach, in welchem
sich die Last bzw. das Ladehilfsmittel 1, welches transportiert werden
soll, befindet. In 3b sind die beidseits der Last bzw. des Ladehilfsmittels
1 vorgesehenen Greifer 4 teleskopartig ausgefahren, so dass deren
Greiferelemente 3 bis auf das vordere und rückwärtige Ende im
Bereich der Last bzw. des Ladehilfsmittels 1 liegen. Gemäß
3c sind die Greifer 4 in Richtung auf die Last bzw. das
Ladehilfsmittel 1 zusammengefahren derart, dass die Greiferelemente
3 im Bereich der Last bzw. des Ladehilfsmittels 1 an dieser bzw.
diesem formschlüssig angreifen. Unmittelbar vor und hinter der Last bzw. des
Ladehilfsmittels 1 werden in jeder Ecke mindestens ein Greiferelement
3 nicht elastisch nachgiebig zurückgedrückt; sie bleiben vielmehr
vorwärts und rückwärts im Bewegungsweg der Last bzw. des Ladehilfsmittels
1 stehen, so dass bei der Transportbewegung des Regalbediengerätes
gemäß 3d die Last bzw. das Ladehilfsmittel
1 formschlüssig mitgenommen wird.
4 veranschaulicht dieselben Funktionsstufen, die in
3 dargestellt sind, nur sind in diesem Falle zwei Lasten
bzw. Ladehilfsmittel 1 hintereinander zum Transport vorgesehen. Insbesondere
aus 4c ist zu ersehen, dass in diesem Fall mindestens ein Greiferelement
3 vor und hinter der Last bzw. dem Ladehilfsmittel 1, d. h. auch
zwischen die beiden Lasten bzw. Ladehilfsmitteln 1 eingreifen. Aufgrund
der passiven Konturerfassung bleibt der notwendige Abstand zwischen den Lasten bzw.
Ladehilfsmitteln 1 gewahrt (Vereinzelung).
Das Umgreifen der Lasten bzw. der Ladehilfsmittel 1 ermöglicht
eine genaue Positionierung am Lagerplatz. Handhabungs- und verpackungsbedingte Toleranzen
können ausgeglichen werden. Die Ausfahrlänge der Greifer 4 erfolgt
variabel in Abhängigkeit der verschiedenen Lasten bzw. Ladehilfsmitteltypen,
wodurch eine Verbesserung der Handhabung und Optimierung der Spielzeit erreicht
werden kann. Unterschiedliche Ladehilfsmittelbreiten, -längen und -höhen
können realisiert werden. Das erfindungsgemäße Formschluss-Wirkprinzip
ermöglicht eine sehr hohe Prozesssicherheit. Auch Lasten bzw. Ladehilfsmittel
1 mit glatter Oberfläche können problemlos transportiert werden.
Die erfindungsgemäße Lastaufnahme- und -transportmittel gewährleisten
kurze Verfahrwege und damit erhöhten Durchsatz.
Bezugszeichenliste
- 1
- Last bzw. Ladehilfsmittel
- 2
- Lastaufnahmetisch, z. B. Rollenbahn
- 3
- Greiferelemente zur positiven Konturerfassung
- 4
- teleskopartig verfahrbare Greifer
- 5
- Schlitten für die Greifer 4
- 6
- Längsträger für die Greiferelemente 3
- 7
- Rollen
- Q
- Querrichtung
- R
- Last- bzw. Ladehilfsmittelbewegungsrichtung