| Dokumentenidentifikation |
EP2177489 02.06.2010 |
| EP-Veröffentlichungsnummer |
0002177489 |
| Titel |
Baustoff mit pflanzlichem Zuschlag |
| Anmelder |
Höhn, Inge,9391 Reisdorf,LU; Höhn, Heribert,9391 Reisdorf,LU |
| Erfinder |
Höhn, Inge,9391 Reisdorf,LU; Höhn, Heribert,9391 Reisdorf,LU |
| Vertreter |
derzeit kein Vertreter bestellt |
| Vertragsstaaten |
, AT, , BE, , BG, , CH, , CY, , CZ, , DE, , DK, , EE, , ES, , FI, , FR, , GB, , GR, , HR, , HU, , IE, , IS, , IT, , LI, , LT, , LU, , LV, , MC, , MT, , NL, , NO, , PL, , PT, , RO, , SE, , SI, , SK, , TR, |
| Sprache des Dokument |
de |
| EP-Anmeldetag |
29.09.2008 |
| EP-Aktenzeichen |
080171408 |
| WO-Anmeldetag |
29.09.2008 |
| EP-Offenlegungsdatum |
21.04.2010 |
| Veröffentlichungstag im Patentblatt |
02.06.2010 |
| IPC-Hauptklasse |
C04B 18/28 (2006.01) A, F, I, 20090305, B, H, EP
|
| IPC-Nebenklasse |
C04B 28/02 (2006.01) A, L, I, 20090305, B, H, EP
C04B 18/24 (2006.01) A, L, I, 20090305, B, H, EP
|
| IPC additional class |
C04B 22/14 (2006.01) A, L, N, 20090305, B, H, EP
|
| Beschreibung[de] |
|
Techniches Gebiet
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
eines Baustoffs mit pflanzlichem Zuschlag, Zusammensetzung für deren Herstellung,
sowie die so erhältlichen Baustoffe und deren Verwendung als Fertigbauteile.
Stand der Technik
Im Stand der Technik sind vielfältige Kombinationen
auf der Grundlage pflanzlicher Rohstoffe bekannt. Einerseits wird das Bauwesen durch
den Einsatz derartiger Rohstoffe innovativ und ökolgisch : Mensch und Natur
werden dank ressourcenschonender und gesundheitsfreundlicher Baustoffe das Problem
auf, optimal ausgeglichene Eigenschaften (niedriges spezifisches Gewicht, Wärmeleitfähigkeit
bzw. Wärmedurchgangskoeffizient, Schallisolierung, Biege-, Druck- und Zugfestigkeit,
sowie Beständigkeit (Alterungsprozess)) zu erzielen.
Außerdem, damit solche innovativen Produkte sich im
Markt durchzusetzen können müssen sie so wirtschaftlich wie möglich
sein, d.h. sowohl deren Herstellung als auch deren Anwendung muss wirtschaftlichen
Erwägungen in Bezug auf Anschaffungs- und Benutzungskosten standhalten.
Das größte Problem beim Verarbeiten von pflanzlichen
Rohstoffen ist seit jeher die Verbindung zwischen den Pflanzlichen Bestandteilen
und den mineralischen Bestandteilen, z.B. dem Bindemittel (Zement).
Früheres wie z.B. in EP06
121923.4 dargelegtes Verfahren beruht auf einer Mineralisierung
des pflanzlichen Zuschlags mit Hydratkalk, (Weißkalk). Der Nachteil dieses
Verfahrens ist : Hoher Preis, größere Verbrauchsmengen/m3.
Unstrittig scheint zu sein, dass ein sogenannter Mineralisator,
d.h. ein Kompatibilisierungs- oder Verträglichkeitsmittel zwischen organischen
und mineralischen Bestandteilen, nötig ist um die gewünschten Eigenschaften
des Endproduktes zu erreichen.
Was die Natur und die Zusammensetzung eines solchen Mineralisatores,
sowie dessen Anwendung betrifft, wurden folglich unzählige Lösungen vorgeschlagen,
deren Durchbruch in der Industrie jedoch größtenteils ausblieb, entweder
weil sich nicht die erforderten Eigenschaften erreichen lie&bgr;en, oder weil
die Anwendbarkeit auf einige wenige Anwendungen beschränkt blieb, oder aber
weil das Verfahren nicht betrieben werden konnte.
Im Stand der Technik wurden üblicherweise Aluminiumsulfat
und Cefkaform zur Vormineralisierung verwendet, jedoch sind die Mineralisatoren
weder ökologisch vertretbar, noch vereinbar mit der Anforderung für preiswerte
Baustoffe. Außerdem ist der in diesem Fall erforderte Trocknungsschritt der
vormineralisierten pflanzlichen Rohstoffe unwirtschaftlich.
Das oben erwähnte Verfahren bei dem Kalkhydrat als
Mineralisator eingesetzt wird, ergibt Baustoffe die den Anforderungen an die Festigkeit
nicht immer genügen. Außerdem bei den erforderlichen Mengenangaben nicht
sehr wirtschaftlich und am Markt derzeit nicht zu platzieren.
Außerdem weiß man, dass bei der Härtungsreaktion
von zementbasierenden Mischungen außer Calciumsilikat und Calciumaluminat auch
das alkalische Calciumhydroxid entsteht, welches für eine gute korrosionshemmende
Wirkung des Zementes gegenüber Stahl verantwortlich ist.
Die zahlreichen Versuche und Bemühungen Beton und
andere Baustoffe mit pflanzlichen Zusätzen herzustellen und so bessere Wärme-
und Schalldämmungswerte bei gleichzeitiger ressourcenschonender und ökologischer
Verwertung von Rohstoffen zu erreichen, veranschaulicht den Bedarf an solchen vorteilhaften
Produkten.
Aufgabe der Erfindung
Eine Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es folglich
die Herstellung von Baustoffen, wie Beton und Mörtel, auf Basis eines pflanzlichen
Zuschlags einfacher und billiger zu gestalten, wobei der ausgehärtete Baustoff
ein realtiv geringes spezifisches Gewicht, sowie gute Eigenschaften betreffend Wärmedämmung,
Schallisolierung, Biegefestigkeit und Druckfestigkeit aufweisen soll.
Allgemeine Beschreibung der Erfindung
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst
durch ein Verfahren zur Herstellung von Baustoffen mit pflanzlichem Zuschlag, umfassend
das Mischen
- (a) des ggf. Zerkleinerten pflanzlichem Zuschlags,
- (b) eines Mineralisators,
- (c) eines Bindemittels auf Zementbasis, und
- (d) Anmachwasser,
Wobei der Mineralisator aus gipshaltigem Gestein besteht.
Wie oben bereits angedeutet, ist die notwendige Grundlage
für eine gute Effizienz und Funktionszuverlässigkeit eines Baustoffes
mit pflanzlichem Zuschlag im Laufe der Zeit, dass letzterer mit dem Bindemittel
optimal verbindet. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine bedeutende Rolle. Zu
diesen Faktoren gehören die Wahl des Mineraliators hinsichtlich Struktur und
Zusammensetzung, sowie die vom pflanzlichen Zuschlag aufzuweisende Restfeuchtigkeit.
Als Mineralisator wird im erfindungsgemäßen Verfahren
gipshaltiges Gestein bevorzugt mit über 30% Quarzanteil in Pulverform, Durchmesser
0 - 0,3 mm verwendet.
Es wurde festgestellt, dass das gipshaltige Gestein in
Kombination mit hydraulischem Bindemittel, wie Zement, und Pflanzen die Verbindung
der mineralischen Phase zum pflanzlischen Zuschlag erhelblich verbessert.
Ein weiterer Vorteil der Erfindung ist ein schnelleres
Abbindeverhalten der angerührten Baustoffe, was sich natürlich wirtschafltlich
positiv auf die Produktionskosten auswirkt.
Der ggf. Zerkleinerte pflanzliche Zuschlag kann im Prinzip
je nach Anwendung des Baustoffes aus praktisch jeder Pflanze gewonnen werden, bevorzugt
aus schnell nachwachsenden Pflanzen, wie Miscanthus und andere Schilfarten, Holz,
wie z.B. Nadelholz, Gräser, wie Schwitchgras oder Raigras, Zuckerrohr, Topinambur,
Hanfschäben, Hanffasern, Flachs, Stroh, Palmenrispen oder deren Mischungen,
wobei je nach Pflanzenart und -teil Fasern, Späne, Körner, Splitter oder
sonstige Partikel Verwendung finden.
Der pflanzliche Zuschlag wird falls nötig zerkleinert,
wobei entsprechende bekannte Sieblinien eingesetzt werden. Welche Partikelfom und
-Größe vorzuziehen bzw. zu wählen ist, wird in Anbetracht der beabsichtigten
Anwendungen der Baustoffe entschieden. Der pflanzliche Zuschlag setzt sich beispielsweise
aus faserigen Teilchen mit einem Durchmesser von 0 bis 5,0 mm zusammen. Soll ein
Leichtbeton oder Leichtestrich hergestellt werden, so ist es von Vorteil, wenn sich
der pflanzliche Zuschlag zum größten Teil aus faserigen Teilchen mit der
Länge von 5 mm bis 40 mm zusammengesetzt. Soll z.B. ein Leichtputz oder Wärmedämmputz
hergestellt werden, so ist es von Vorteil wenn sich der pflanzliche Zuschlag zum
größten Teil aus faserigen Teilchen mit einer Länge unter 5 mm zusammensetzt.
Es ist vorteilhaft wenn der pflanzliche Zuschlag realtiv
trocken ist, dass heißt je nach Pflanzenart und -Teil mit der Restfeuchte von
ca. 5 bis ca 15 % bevorzugt von bis 15 %, besonders bevorzugt von ca. 15 %. Miscanthus,
Hanf und Stroh z.B. weisen bei der Ernte diese bevorzugte Restfeuchte auf, so dass
es nicht nötig ist, sie vorher zu trocknen.
Es konnte festgestellt werden, dass das spezifische Gewicht
der so vorbereiteten pflanzlichen Basis verschiedenster Beimischungen (also generell
bei einer Restfeuchte von ca. 10 bis 15 %) zwischen ca. 70 und ca. 160 kg/m3
liegt. Beispielsweise weist Nadelholz ein spezifisches Gewicht von ca. 140 kg/m3,
Miscanthus von ca. 120 kg/m3, Topinambur von ca 80 kg/m3 und
Stroh von ca. 70 kg/m3 bei einer Restfeuchte von ca. 10 bis 15 % auf.
Vorteilhafterweise, können die erfindungsgemäßen
Baustoffe durch ein einfaches Verfahren hergestellt werden, wobei der ggf. zerkleinerte
pflanzliche Zuschlag (a), der Mineralisator (b), das Bindemittel (c) und das Anmachwasser
(d) im wesentlichen zugleich oder zeitnah zusammengemischt werden. Die Reihenfolge
ist dabei zweitrangig, kann sich aber je nach Mischart oder Mischtyp leicht unterscheiden.
Je nach pflanzlichem Zuschlag und den Anforderungen an
den Baustoff kann es vorteilhaft sein eine Variante des Verfahrens zu verwenden,
wobei zuerst der ggf. zerkleinerte Pflanzliche Zuschlag (a), der Mineralisator (b),
und ein Teil des Anmachwassers (d) während einer Vormischdauer zusammengemischt
werden, bevor das Bindemittel (c) und der Rest vom Anmachwasser (d) eingemischt
werden, z.B. in einem Ringtrogmischer mit Wirbler.
In dieser Variante des Verfahrens, beträgt die Vormischdauer
generell ca. 0,2 Minuten, bevorzugt ca. 0,1 bis ca. 0,2 Minuten. Es wurde festgestellt,
dass während dieser sogenannten einleitenden Mineralisierung in Abwesenheit
vom Bindemittel eine noch bessere Anbindung der organischen Phase an die mineralische
Phase ermöglicht wird. Nach Einbringen des restlichen Anmachwassers wird die
Baustoffmischung noch während ein paar Minuten, bevorzugt ca. 1 bis ca. 2 Minuten
weitergemischt, wonach die Baustoffmischung bereit zur Verarbeitung ist.
Das Bindemittel auf Zementbasis ist ein hydraulisches Bindemittel
und kann jede Art von hydraulischem Zement sein, bevorzugt ist jedoch Portlandzement,
speziell der Güte 52.5. , oder Portlandkalkzement der Güte 52.5.
In einem typischen erfindungsgemäßen Verfahren
verwendet man, pro Kubikmeter des pflanzliche Zuschlages (a), ca. 220 bis 260 kg
Bindemittel auf Zementbasis (c), vorzugsweise Portlandzement der Güte 52.5,
ca. 38 bis 40 kg Mineralisator (b) oder Portlandkalktzement der Güte 52.5 und
ca. 24 kg Mineralisator und ca. 300 bis 350 Liter Anmachwasser (d), je nach gewählter
Konsistenz.
Die oben angegebenen Inhaltsstoffe (a), (b) und (c) können
auch für den industriellen oder privaten Endverbraucher als Fertigzusammensetzung
fertig vorgemischt und in kleineren oder größeren Einheiten verpackt werden
(z.b. (a)+(b)+(c) zusammen, nur (a)+(b), oder als Kit mit einerseits (a)+(b) und
andererseits (c)), wobei die Zusammensetzungen je nach Art des zu erhaltenden Baustoffes
(z.B. Putz, Mörtel, Leichtbeton, usw.) abgestimmt werden (siehe auch untenstehende
Beispiele). Diese Fertigzusammensetzungen können dann durch den Endverbraucher
mit der auf der Verpackung angegebenen Menge an Anmachwasser (d) angerührt
und anschließend verarbeitet werden.
Bei der Herstellung der oben genannten Trockenmischungen
sollten die Rohstoffe eine Restfeuchte von 2 bis 2,5 % haben um eine Lagerung von
mindestens drei Monaten zu gewährleisten.
Die Verarbeitung kann wie bei herkömmlichen Bauststoffen
erfolgen, oder auch durch andere Verfahren wie Extrusion, usw.
Die durch das erfindungsgemäße Verfahren hergestellte
Baustoffe eignen sich hervorragend für die Herstellung von ökologischem
und wärmedämmendem Leichtbeton, Mörtel für Innen- und Au&bgr;enputz,
Estrichen und schwimmenden Estrichen, sowie ökologischen und wärmedämmenden
Fertigteilwandelementen, Bausteine, kartonbeschichteten Dämmplatten. Diese
Produkte finden ihre Anwendung sowohl in ökologischen Neubauten von z.B. Ein-
oder Mehrfamillienhäusern, wie bei der Sanierung von bereits bestehenden Gebäuden,
z.B. bei der nachträglichen Trittschallisoilierung von Holzdecken, wobei auch
das relativ geringe Eigengewicht des fertigen Produktes (je nach Zusammensetzung
350 bis 700 kg/m3) zur Geltung kommt.
Die erfindungsgemäßen Baustoffe können übliche
Inhaltsstoffe enthalten, je nach Verwendung, je nach beabsichtigter Verwendung.
Als Beispiel können (ökologisch vertretbare) Beschleuniger, Verzögerer,
Luftporenbildner, ... genannt werden. Wobei sich Topinambur als hochwirksamer wärmedämmender
Zuschlag herrvoragend eignet.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung können
der nachfolgenden ausführlichen Beschreibung möglicher Ausführungsformen
der Erfindung entnommen werden.
Beschreibung mehrerer Ausgestaltungen der Erfindung
Bei den nachstehend zur Illustration beschriebenen Beispielen
können die bereits gennanten Rohstoffe, wie : Miscanthus, Hanfschäben,
Hanffasern, Nadelholz, Topinambur, Stroh, Zuckerrohr auf Grund des materialverträglichen
Mineralisators kompatibel miteinander benutzt werden, mit Volumengewichten von 70
bis 140 kg/m3, je nach gewünschten Produkten.
Beispiel (A): Au&bgr;enwände
- (a) Pflanzlicher Miscanthus, Hanfschäben, Topinambur, Faserlängenbereich
ca. [0-35] mm
- (b) Mineralisator: gipshaltiges Gestein 0,003 mm bei PZ 52.5 = 38 bis 40 kg/m3,
bei PKZ 52.5 = 24 kg/m3
- (c) Bindemittel: Potlandzement PZ 52.5, Menge: ca. 220 bis 260 kg, Vorzugsweise
240 kg, oder Potlandkalkzement sonst wie vor
- (d) Anmachwasser: Menge: ca. 300 bis 350 kg, vorzugsweise 300 kg
Beispiel (B): Schnellbauplatten
- (a) Pflanzlicher Zuschlag: Mischung aus Miscanthus und Topinambur
Miscanthus: Faserlänge ca. [0-2] mm,
Topinambur: Faserlänge ca.(A);
- (b) Mineralisator: wie (A); b
- (c) Bindemittel: wie (A); c
- (d) Anmachwasser: wie (A); d
Beispiel (C): Absorptionsschichten für Schallschluckwände
- (a) Pflanzlicher Zuschlag ⅓ Miscanthus, ⅓ Nadelholz, ⅓
Topinambur, Faserlänge 3 bis 35 mm
- (b) Mineralisator: wie (A) ; b
- (c) Bindemittel: wie (A); c
- (d) Anmachwasser : gleiche Menge wie Beispiel (A)
Beispiel (D): Innenputz
- (a) Pflanzlicher Zuschlag : ⅓ Miscanthus; ⅓ Hanfschäben;
⅓Topinambur; Faserlängenbereich [0-2,5] mm
- (b) Mineralisator: wie (A); b
- (c) Bindemittel: wie (A); c
- (d) Geschmeidigmacher: 60 kg Hydratkalk/m3
- (e) Anmachwasser: 350 bis 400 Itr/m3
Beispiel (E): Außenputz
- (a) Planzlicher Zuschlag : 2/3 Miscanthus, ⅓ Topinambur
- (b) Mineralisator: wie (A) ; b
- (c) Bindemittel: wie (A); c
- (d) Geschmeidigmacher: wie (D); d
- (e) Anmachwasser: wie (D); e
Aus der Analyse der Werte die anhand dieser Beispiele verzeichnet
wurden und sich immer bestätigt haben kann festgestellt werden, dass unabhängig
von der Anwendungsgruppe innerhalb welcher der Baustoff einzureihen ist, der Mineralisator
in relativ geringen Mengen benutzt werden kann.
Die Proportionen der Komponenten des Baustoffes, insbesondere
des Bindemittels zu dem Mineralisator, bzw. des Mineralisators zu dem pflanzlichen
Zuschlag führen zu einem perfekten Kompromiss gemäss welchem eine hervorragende
Klebefähigkeit des pflanzlichen Zuschlags mit dem Bindemittel und ausgezeichnete
Eigenschaften hinsichtlich Druckfestigkeit, Biegezugfestigkeit, Wärmeleitfähigkeit,
Schaldämmung und Gewicht erzielt werden.
So ergaben nach 28 Tagen durchgeführte Messungen an
dem erfindungsgemäßen Baustoff hergestellten Proben von Außenwänden
eine Wärmeleitfähigkeit &lgr; unter 0,05 W/(m.K)) (zum Vergleich erreichen
Styropor einen &lgr;-Wert von 0,04 und Hochlochziegel-Porotonsteine einen &lgr;-Wert
von 0,36).
Bei 30 cm dicken Wänden erreichte der Wärmedurchgangskoeffizient U = 0,16
W/(m2.K), was
die Anforderungen an den Wärmeschutz der Wände von Niedrigenergiehäusern
erfüllt.
Das Gewicht von mit dem erfindungsgemäßen Baustoff
hergestellten Schnellbauplatten (siehe oben, Beispiel (B)) mit den Maßen (L
= 2500 mm, B = 1250 mm, D = 13 mm) beträgt, inklusive Spezialkartonpapier und
nach Abzug des austrocknenden Wassers, ca. 20 kg. Dies entspricht also einem Gewicht
von ca. 7 kg/m2, also ca. 2/3 des Gewichtes einer
Rigisplatte (10 kg/m2).
Schlie&bgr;lich wurde die Druckfestigkeit der Außenwände
(siehe oben, Beispiel (A)) gemessen. Werte von 1,5 bis 9,43 N/mm2, wurden
verzeichnet. Die Biegezugfestigkeit beträgt ca. 3,64 N/mm2.
|
| Anspruch[de] |
|
Verfahren zur Herstellung von Baustoffen mit pflanzlichem Zuschlag,
umfassend das Mischen
(a) des ggf.zerkleinerten pflanzlichen Zuschlags,
(b) eines Mineralisators,
(c) eines Bindemittels auf Zementbasis, und
(d) Anmachwasser
Wobei der Mineralisator aus gipshaltigem Gestein besteht.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei der ggf. zerkleinerte pflanzliche Zuschlag
(a), der Mineralisator (b), das Bindemittel (c) und das Anmachwasser (d) im wesentlichen
zeitgleich zusammengemischt werden.
Verfahren nach Anspruch 1, wobei zuerst der ggf, zerkleinerte pflanzliche
Zuschlag (a), der Mineralisator (b), und ein Teil des Anmachwassers (d) während
einer Vormischdauer zusammengemischt werden, bevor das Bindemittel (c) und der Rest
vom Anmachwasser (d) eingmischt werden.
Verfahren nach Anspruch 3, wobei die Vormischdauer von 0,2 bis 3 Minuten,
bevorzugt von 0,5 bis 1,5 Minuten beträgt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, wobei das gipshaltige
Gestein bis zu 30 % Quarz in Pulverform enthält.
Verfahren nach einem der Ansprüche, wobei pro Kubikmeter des pflanzlichen
Zuschlags
(a) ca. 220 bis 260 kg Bindemittel auf Zementbasis (c) vorzugsweise
PZ 525 mit Mineralisatormenge 20 % vom Zementgehalt und PKZ 525
ca. 10 % vom Zementgehalt benutzt werden.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, wobei der ggf. zerkleinerte
pflanzliche Zuschlag, wie Miscanthus und andere Schilfarten, Holz, wie z.B. Nadelholz,
Gräser, wie Switchgras oder Raigras, Topinambur, Zuckerrohr, Hanfschäben,
Hanffasern, Flachs, Stroh, Palmenrispen oder deren Mischungen, gewonnen wird, wobei
je nach Pflanzenart und -Teil Fasern, Späne, Körner, Spliter oder sonstige
Partikel verwendet werden, und wobei der ggf. zerkleinerte pflanzliche Zuschlag
ein spezifisches Gewicht vonn 70 bis 160 kg/m3 besitzt.
Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, wobei der ggf. zerkleinerte
pflanzliche Zuschlag eine Restfeuchte von 5 bis 15 %, bevorzugt von 10 bis 16 %,
besonders bevorzugt von ca. 15 % aufweist
Fertigzusammensetzung zur Herstellung von Baustoffen mit pflanzlichem
Zuschlag, enthaltend
(a) 1000 l pflanzlicher Zuschlag mit einem spezifischen Gewicht von
70 bis 160 kg/m3,
(b) Mineralisator 20 % bei PZ 525 oder 10 % PKZ 525
und
(c) 200 bis 280 kg Bindemittel auf Zementbasis.
Baustoff mit pflanzlichem Zuschlag erhältlich durch ein Verfahren
nach einem der Ansprüche 1 bis 8 oder durch Anrühren einer Fertigzusammensetzung
nach Anspruch 10 mit (d) 250 bis 400 l Anmachwasser.
Verwendung eines Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 8 oder
einer Fertigzusammensetzung nach Anspruch 10 zur Herstellung von Baustoffen, wie
Leichtbeton, Leichtmörtel. Leichtestrich, sowie Leichtputz und Wärmedämmputz,
Außenwände für Wohnbauten, Schnellbauplatten und Absorptionsschichten
für Lärmschutzwände.
|
|
Patent Zeichnungen (PDF)
|