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Dokumentenidentifikation DE102009035656A1 03.02.2011
Titel Gebäudehülle eines Gebäudes
Anmelder Ewald Dörken AG, 58313 Herdecke, DE
Erfinder Schröer, Jörn, 58313 Herdecke, DE;
Müller-Wortmann, Benedikt, 58097 Hagen, DE
Vertreter Patentanwälte Gesthuysen, von Rohr & Eggert, 45128 Essen
DE-Anmeldedatum 30.07.2009
DE-Aktenzeichen 102009035656
Offenlegungstag 03.02.2011
Veröffentlichungstag im Patentblatt 03.02.2011
IPC-Hauptklasse E04F 13/074  (2006.01)  A,  F,  I,  20090730,  B,  H,  DE
Zusammenfassung Die Erfindung betrifft eine Gebäudehülle (2) eines Gebäudes (1) mit einer außenseitigen Gebäudeschicht (3). Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass die außenseitige Gebäudeschicht (3) zumindest bereichsweise eine über eine Heizeinrichtung (12) beheizbare Struktur aufweist, die zur zumindest bereichsweisen Erwärmung und Abtrocknung der außenseitigen Oberfläche (13) der außenseitigen Gebäudeschicht (3) zur Verhinderung der Vergrünung der Oberfläche (13) vorgesehen ist.

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Gebäudehülle eines Gebäudes mit einer außenseitigen Gebäudeschicht.

Das Gebot der Verminderung von CO2-Emissionen führt dazu, dass immer mehr Bauteile der Gebäudehülle mit immer größeren Schichtdicken eines Dämmstoffs versehen werden. Insbesondere bei Fassaden werden hierzu sogenannte Wärmedämmverbundsysteme eingesetzt. Der Aufbau eines bekannten Wärmedämmverbundsystems ist in 1 dargestellt. Dabei ist das Wärmedämmverbundsystem auf das Mauerwerk mit dem alten Putz aufgebracht. Das Wärmedämmverbundsystem als solches weist üblicherweise eine Dämmplatte auf, auf die ein Armierungsmörtel aufgebracht ist. In den Armierungsmörtel eingebettet und auf diesen aufgebracht ist ein Armierungsgewebe. Darauf wiederum befindet sich ein Haftgrund, auf dem Außenputz aufgebracht ist. Der Außenputz wird ggf. noch angestrichen. Mit einem System dieser Art lassen sich sowohl neue Fassaden ausrüsten als auch die Fassaden alter Gebäuden nachträglich dämmen und mit einem neuen Putz versehen.

Der Nachteil bei den so gedämmten Bauteilen bzw. Teilen der Gebäudehülle ist der geänderte Temperaturverlauf im gesamten Bauteil. Aufgrund der Dämmung ergibt sich in der Regel eine deutlich niedrigere Temperatur an der luftberührten, d. h. außenseitigen Oberfläche als bei nicht gedämmten Fassaden. Den Temperaturverlauf im Wandquerschnitt bei einer Fassade mit einem Wärmedämmverbundsystem der vorgenannten Art zeigt 2, wo der Temperaturverlauf von außen nach innen über die Wanddicke dargestellt ist.

Die Absenkung der Oberflächentemperatur an der Außenseite der außenseitigen Gebäudeschicht führt dazu, dass insbesondere in den Nachtstunden der Taupunkt regelmäßig unterschritten wird und erhebliche Mengen Kondensat auf der außenseitigen Oberfläche der äußeren Gebäudeschicht anfallen. Dieses wird in den folgenden Tagstunden, insbesondere bei nicht oder nur geringfügig sonnenbeschienenen Bereichen der außenseitigen Gebäudeschicht, nicht mehr vollständig abgetrocknet, so dass die Oberfläche dauerhaft oder überwiegend feucht bleibt. Dies bildet die Grundlage für das Wachstum insbesondere von Algen. Dieses Phänomen wird als (Fassaden-)Vergrünung bezeichnet.

Die Vergrünung war bereits Gegenstand vielfältiger Untersuchungen. So wurde versucht, die mittlere Temperatur der Oberfläche durch Verwendung von IR-reflektierenden Beschichtungen anzuheben oder die Oberflächen der Fassaden mit Algiziden, Fungiziden oder photokatalytischen Beschichtungen auszurüsten. All diese Ansätze zeigten jedoch keinen dauerhaften Erfolg, so dass relativ kurze Renovierungszyklen erforderlich waren.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es nun, hier Abhilfe zu schaffen und eine Möglichkeit zur Verfügung zu stellen, mit der in einfacher und kostengünstiger Weise die Vergrünung der außenseitigen Oberfläche der äußeren Gebäudeschicht einer Gebäudehülle eines Gebäudes verhindert werden kann.

Zur Lösung der vorstehend genannten Aufgabe ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die außenseitige Gebäudeschicht zumindest bereichsweise eine über eine Heizeinrichtung beheizbare Struktur aufweist, die zur zumindest bereichsweisen Erwärmung und Abtrocknung der außenseitigen Oberfläche der äußeren Gebäudeschicht zur Verhinderung der Vergrünung der Oberfläche vorgesehen ist. Letztlich liegt der Kerngedanke der Erfindung also in der Integration einer Struktur in einer luft- bzw. außenseitig der Dämmung angeordneten Schicht, wobei die Struktur dann mit externer Energie versorgt wird, was zur Beheizung der Struktur führt. Die Struktur gibt die Wärmeenergie dann an die außenseitige Oberfläche der Gebäudeschicht ab und führt zur Abtrocknung der jeweiligen Bauteiloberfläche. Auf diese Weise wird letztlich die Vergrünung der Oberfläche vermieden. Dabei versteht es sich, dass die Struktur in alle Bereiche bzw. Bestandteile der Gebäudehülle integriert werden kann. Im übrigen versteht es sich, dass die vorliegende Erfindung, also die Verwendung einer beheizbaren Struktur innerhalb der außenseitigen Gebäudeschicht, auch mit den im Stand der Technik angegebenen Maßnahmen (IR-Reflektion, Photokatalyse, Algizide) kombiniert werden kann, wenn ein hoher Feuchtigkeitsanfall besteht und trotz der vorliegenden Erfindung die Vergrünung nicht vollständig verhindert werden kann.

Die erfindungsgemäße Heizeinrichtung, die zur Beheizung der in die außenseitige Gebäudeschicht integrierten Struktur vorgesehen ist, basiert bevorzugt auf einer elektrischen Beheizung in Form einer Widerstandsstromheizung oder auf Transport eines beheizten Wärmeträgermediums. Es versteht sich, dass es grundsätzlich möglich ist, die beiden vorgenannten Alternativen auch kumulativ vorzusehen.

Bevorzugt weist die außenseitige Gebäudeschicht ein Wärmedämmverbundsystem auf, wie dies auch aus dem Stand der Technik bekannt ist. Das Wärmedämmverbundsystem kann eine Dämmplatte und/oder ein Armierungsgewebe und/oder einen Haftgrund und/oder einen Außenputz und/oder einen Anstrich aufweisen. Die erfindungsgemäße, beheizbare Struktur kann dabei dann in die Dämmplatte und/oder das Armierungsgewebe und/oder den Haftgrund und/oder den Außenputz und/oder den Anstrich und/oder in eine weitere Schicht im Wärmedämmverbundsystem integriert sein.

Es ist darauf hinzuweisen, dass die äußere Gebäudeschicht grundsätzlich aber auch lediglich eine Fassadenplatte oder aber ein Fassadenprofil, insbesondere aus Metall, sein kann. In einem solchen Falle ist die über die Heizeinrichtung beheizbare Struktur dann hinter der betreffenden Platte bzw. dem betreffenden Profil zu dessen Beheizung vorgesehen.

Ist die Struktur in das Armierungsgewebe integriert, weist dieses vorzugsweise elektrisch leitfähige Komponenten auf. Hierbei kann es sich insbesondere um Kohlefasern, Metalle, Metalllegierungen und/oder Kunstfasern mit elektrisch leitenden Partikeln handeln.

Üblicherweise weist das Armierungsgewebe Schuß- und Kettfäden auf. In diesem Zusammenhang ist festgestellt worden, dass es, um eine hinreichende flächige Beheizung zu erzielen, ausreichend ist, nur Schuß- oder nur Kettfäden leitfähig auszubilden. Im Übrigen ist festgestellt worden, dass es sogar ausreichend ist, nicht alle Fäden einer Richtung elektrisch leitfähig auszubilden. Es ist ausreichend, nur jeden zweiten bis zehnten Faden elektrisch leitfähig auszubilden.

Bestehen die Fäden des Armierungsgewebes aus einer Mehrzahl von Filamenten, ist bei einer bevorzugten Ausführungsform vorgesehen, dass es schon ausreichend ist, lediglich ein elektrisch leitfähiges Filament pro Faden vorzusehen. Dies stellt letztlich eine sehr einfache und kostengünstige Ausführungsform dar, wobei es sich versteht, dass es grundsätzlich auch möglich ist, eine Mehrzahl von Filamenten pro Faden elektrisch auszubilden.

Statt der Verwendung von elektrisch leitfähigen Filamenten/Fäden ist es grundsätzlich auch möglich, das Gewebe und/oder die Fäden/Filamente mit einer elektrisch leitfähigen Umhüllung, wie beispielsweise einer Graphit-Binder-Dispersion zu versehen. Im Übrigen können die elektrisch leitfähigen Fäden/Filamente elektrisch isoliert sein oder aber frei liegen.

Bei einer anderen Ausführungsform ist vorgesehen, dass der Haftgrund und/oder der Außenputz und/oder der Anstrich und/oder eine weitere Beschichtung, die zusätzlich vorgesehen wird, elektrisch leitfähige Partikel, insbesondere Graphit, aufweist. Nach dem Prinzip der Flächenheizung können dabei dann insbesondere parallel zueinander verlaufende Zuleitungen mit hoher Leitfähigkeit, insbesondere aus Kupfer, in diese Struktur eingearbeitet sein, so dass eine beheizbare Fläche zwischen den Zuleitungen entsteht. Bei einer bevorzugten Ausgestaltung dieser Ausführungsform können die elektrischen Zuleitungen Teil des Armierungsgewebes sein.

Im Übrigen ist es möglich, eine zusätzliche, elektrisch leitfähige Schicht vorzusehen, bei der es sich einerseits um die zuvor bereits erwähnte, elektrisch leitfähige Partikel aufweisende Beschichtung handeln kann oder andererseits beispielsweise um ein leitfähiges Vlies. Günstig ist es in jedem Falle, die zusätzliche, elektrisch leitfähige Schicht zwischen dem Haftgrund und dem Außenputz vorzusehen.

Die elektrisch leitfähige Schicht bzw. die Heizeinrichtung kann grundsätzlich mit Wechselspannung, insbesondere 230 Volt oder 110 Volt, oder aber mit Gleichspannung, vorzugsweise mit mehr als 10 Volt, betrieben werden.

Insbesondere beim Einsatz von Wechselspannung sollte eine elektrische Schutzvorrichtung zwischen der Struktur und der Stromquelle der Heizeinrichtung vorgesehen sein.

Von besonderem Vorteil ist es im übrigen, die Struktur mit einer Photovoltaikeinrichtung zu koppeln, so dass die Sonnenenergie zur Abtrocknung und Verhinderung der Vergrünung genutzt werden kann, und zwar auch an Stellen, die keine oder nur eine geringe Sonneneinstrahlung haben.

Bei der zur elektrischen Beheizung alternativen oder kumulativen Ausführungsform ist vorgesehen, dass die Heizeinrichtung insbesondere im Außenputz vorgesehene Kapillarrohrmatten und/oder Schläuche aufweist. Es versteht sich, dass es natürlich grundsätzlich auch möglich ist, die Kapillarrohrmatten und/oder die Schläuche in den Armierungsmörtel, das Armierungsgewebe, die Dämmplatte oder eine separate Schicht zu integrieren.

Bei dem Wärmeträgermedium handelt es sich um ein Fluid, insbesondere Wasser und/oder Glycol, das bevorzugt über eine Pumpeinrichtung durch die Kapillarrohrmatten und/oder die Schläuche gefördert wird.

Im Übrigen bietet die erfindungsgemäße Alternative unter Nutzung eines Wärmeträgermedium insbesondere dann an, wenn es möglich ist, die Heizeinrichtung mit einer Solarthermieeinrichtung zu koppeln.

Zur Steuerung und/oder Regelung der Heizeinrichtung ist vorzugsweise eine Steuereinrichtung vorgesehen. Diese kann manuell einstellbar sein. Es kann aber auch eine zugeordnete Fernsteuerung vorgesehen sein. Über die Steuereinrichtung lässt sich dann der Betrieb der Heizeinrichtung automatisiert oder manuell einstellbar steuern/regeln. Zur Steuereinrichtung gehören bevorzugt Sensoren, die beispielsweise die Temperatur und/oder dem Feuchtgrad der außenseitigen Oberfläche der äußeren Gebäudeschicht messen. In Abhängigkeit der gemessenen Werte wird dann die Heizeinrichtung angesteuert. Dabei lässt sich bevorzugt die Heiztemperatur und/oder die Heizdauer steuern/regeln.

Bevorzugt werden die Sensoren an den erfahrungsgemäß kritischsten Stellen der Gebäudehülle angeordnet. Hierbei handelt es sich üblicherweise um solche, die dem stärksten Feuchtigkeitsanfall und/oder der der geringsten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind.

Ein besonderer Vorteil ist es, dass über die Steuereinrichtung unterschiedliche Bereiche der außenseitigen Gebäudeschicht unterschiedlich ansteuerbar bzw. beheizbar sind. Auf diese Weise kann die Abtrocknung der außenseitigen Oberfläche bedarfsgerecht durchgeführt werden.

Im übrigen betrifft die vorliegende Erfindung aber nicht nur eine Gebäudehülle der eingangs genannten Art, sondern neben dem Gebäude als solchem auch die einzelnen Komponenten der außenseitigen Gebäudeschicht, insbesondere das Wärmedämmverbundsystem, die Heizeinrichtung, den Haftgrund, den Außenputz und/oder den Anstrich, soweit dies für den Zweck der vorliegenden Erfindung, nämlich der Verhinderung der Vergrünung durch Beheizung über die Heizeinrichtung dient. Dabei weist das Wärmedämmverbundsystem dann die zuvor genannten Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination miteinander auf, während der Haftgrund, der Außenputz und/oder der Anstrich sowie die ggf. weitere Beschichtung elektrisch leitfähige Partikel, insbesondere Graphit, aufweist.

Darüber hinaus betrifft die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur zumindest bereichsweisen Erwärmung und Abtrocknung der außenseitigen Oberfläche der äußeren Gebäudeschicht eines Gebäudes mittels der über die Heizeinrichtung beheizbaren Struktur in der oder an der außenseitigen Gebäudeschicht zur Verhinderung der Vergrünung der Oberfläche.

Bei Untersuchungen ist festgestellt worden, dass an vielen Tagen im Jahr der Taupunkt vielfach nur um wenige Zehntel Grad unterschritten wird. Von daher genügt es bei dem erfindungsgemäßen Verfahren, die Temperatur an diesen Tagen nur leicht anzuheben, was das System trotz des Energieaufwandes wirtschaftlich macht. Dabei sollte es so sein, dass die Heizeinrichtung nur bei einer Unterschreitung des Taupunktes von nicht mehr als 5°C, vorzugsweise von nicht mehr als 2°C und insbesondere von nicht mehr 1°C betrieben wird. Wird der Taupunkt weiter unterschritten, macht es aus wirtschaftlichen Gründen keinen Sinn mehr, die Heizeinrichtung zu betreiben. Grundsätzlich ist es verfahrensgemäß auch möglich, mit der Beheizung erst dann zu beginnen, wenn die Temperatur über den Taupunkt gestiegen ist. Dabei wird dann das Abtrocknen der Fassade durch das Heizen unterstützt.

Im Übrigen hat es sich gezeigt, dass es nicht erforderlich ist, dass die Erwärmung der außenseitigen Oberfläche und damit der Betrieb der Heizeinrichtung täglich durchgeführt wird. Es genügt, jeden zweiten bis zehnten Tag die Fassade einmal vollständig abzutrocknen. Die Abstände der einzelnen Beheizungsvorgänge sind letztlich abhängig von der Art und dem Aufbau der äußeren Gebäudeschicht. Letztlich ist es über die Steuereinrichtung möglich, die Intervalle zwischen 1 und 30 Tagen einzustellen, wobei jeder beliebige Tag innerhalb des vorgenannten Intervalls möglich ist. In jedem Falle sollte aber die Heizeinrichtung, wenn sie betrieben wird, bis zur vollständigen Abtrocknung des mittels Sensoren überwachten Bereichs der Oberfläche der außenseitigen Gebäudeschicht betrieben werden.

Schließlich betrifft die vorliegende Erfindung auch die Verwendung einer über eine Heizeinrichtung beheizbaren Struktur bei einer außenseitigen Gebäudeschicht einer Gebäudehülle eines Gebäudes, zur zumindest bereichsweisen Erwärmung und Abtrocknung der außenseitigen Oberfläche der äußeren Gebäudeschicht zur Verhinderung der Vergrünung der Oberfläche.

Nachfolgend werden Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnung erläutert. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale für sich oder in beliebiger Kombination den Gegenstand der vorliegenden Erfindung, unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung.

Es zeigt

1 eine perspektivische Ansicht eines Abschnitts einer zum Stand der Technik gehörenden Gebäudehülle,

2 eine schematische Darstellung eines Temperaturverlaufs durch die Gebäudehülle gemäß 1,

3 eine schematische Darstellung eines Gebäudes,

4 eine perspektivische Ansicht eines Abschnitts einer ersten Ausführungsform einer Gebäudehülle,

5 eine der 4 entsprechenden Ansicht einer zweiten Ausführungsform einer Gebäudehülle,

6 eine schematische Darstellung einer Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Widerstandsheizung,

7 eine schematische Darstellung einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Widerstandsheizung und

8 eine schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen Gebäudeschicht.

In 1 ist ein Teil einer Gebäudehülle A eines nicht der da nicht näher dargestellten Gebäude gezeigt. Die Gebäudehülle A weist ein Mauerwerk B und darauf aufgebrachten Putz C auf. Auf den Putz C aufgebracht ist eine außenseitige Gebäudeschicht D, bei der es sich vorliegend um ein sog. Wärmedämmverbundsystem handelt. Die Gebäudeschicht D weist als unterste Lage eine Dämmplatte E auf. Auf der Dämmplatte E, die vorliegend über einen Dübel F mit dem Mauerwerk B verbunden ist, ist ein Armierungsmörtel G aufgebracht. Oberhalb des Armierungsmörtels G befindet sich ein Armierungsgewebe H, auf das wiederum ein Haftgrund I aufgebracht ist. Auf den Haftgrund I wiederum ist ein Außenputz J aufgebracht. Auf den Außenputz J kann, was jedoch nicht dargestellt ist, ergänzend noch ein Anstrich K aufgebracht werden.

In 2 ist der Temperaturverlauf über die Dicke der Gebäudehülle A dargestellt, wobei sich rechts der Gebäudeinnenraum und links die Gebäudeaußenseite befinden. Aus der Darstellung ergibt sich, dass die Temperatur an der innenseitigen Oberfläche des Mauerwerks B etwa 20°C beträgt, während sie an der außenseitigen Oberfläche der äußeren Gebäudeschicht D etwa – 10°C beträgt. Die Darstellung verdeutlicht, dass der Temperaturverlauf im Bereich des Mauerwerks B relativ flach ist, während er im Bereich der außenseitigen Gebäudeschicht D relativ stark ist.

In 3 ist schematisch ein Gebäude 1 mit einer Gebäudehülle 2 dargestellt. Die Gebäudehülle 2 erstreckt sich vorliegend über das gesamte Gebäude 1, einschließlich des Dachbereichs. Der äußere Teil der Gebäudehülle 2 wird von einer außenseitigen Gebäudeschicht 3 gebildet. Es wird darauf hingewiesen, dass die Gebäudeschicht 3 auch nur bereichsweise an der Gebäudehülle 2 vorgesehen sein kann.

4 zeigt nun eine Situation, die im Wesentlichen der Situation gemäß 1 entspricht. Die Gebäudehülle 2 umfasst vorliegend das Mauerwerk 4, auf das außenseitig eine Putzschicht 5 aufgebracht ist. Auf der Putzschicht 5 befindet sich die außenseitige Gebäudeschicht 3. Diese weist, wie zuvor beim Stand der Technik bereits beschrieben, eine Schicht mit Dämmplatten 6 auf, wobei die einzelnen Dämmplatten 6 über Dübel 7 ans Mauerwerk 4 angedübelt worden sind. Auf die Dämmplatte 6 ist eine Schicht mit Armierungsmörtel 8 aufgebracht, in dem eine Schicht mit Armierungsgewebe 9 eingebracht ist. Auf das Armierungsgewebe 9 ist eine Schicht mit Haftgrund 10 aufgebracht, auf dem wiederum Außenputz 11 aufgebracht ist. Bei einer nicht dargestellten Ausführungsform kann auf den Außenputz 11 noch eine flächige Schicht mit einem Anstrich aufgebracht sein.

Die 5 entspricht der Darstellung gemäß 4, wobei jedoch auf die Putzschicht 5 verzichtet worden ist. Bei dem diesbezüglichen Gebäude 1 handelt es sich um einen Neubau, an dem unmittelbar an das Mauerwerk 4 die Gebäudeschicht 3 angebracht worden ist.

Bei den beiden zuvor genannten Ausführungsformen ist es nun so, dass die außenseitige Gebäudeschicht 3 zumindest bereichsweise eine über eine Heizeinrichtung 12 beheizbare Struktur aufweist, die zur zumindest bereichsweisen Erwärmung und Abtrocknung der außenseitigen Oberfläche 13 der äußeren Gebäudeschicht 3 vorgesehen ist. Auf diese Weise ergibt sich eine Verhinderung der Vergrünung der Oberfläche 13.

Das in den 4 und 5 nicht dargestellte Prinzip der über die Heizeinrichtung 12 beheizbaren Struktur ergibt sich insbesondere aus 6, in der schematisch die auf dem Prinzip der Widerstandsheizung basierende Heizeinrichtung 12 dargestellt ist. Bei der in 6 dargestellten Ausführungsform ist die vorgenannte Struktur durch das Armierungsgewebe 9 gebildet, bei dem verschiedene Fäden elektrisch leitfähig sind. Die leitfähigen Fäden sind über Zuleitungen 14, 15, die aus elektrisch hochleitfähigem Material bestehen, miteinander verbunden.

Bei der Ausführungsform gemäß 7 ist es so, dass die beheizbare Struktur durch den Außenputz 11 gebildet wird, der elektrisch leitfähige Partikel aufweist. Auch hier sind parallel laufende elektrische Zuleitungen 14, 15 mit hoher elektrischer Leitfähigkeit vorgesehen. Dies verdeutlicht letztlich auch 8, bei der die äußere Gebäudeschicht 3 ohne Mauerwerk 4 dargestellt ist.

Es versteht sich, dass die beheizbare Struktur nicht auf die Außenputzschicht beschränkt ist, sondern bedarfsweise auch in einer oder mehreren der anderen Schichten oberhalb der Dämmplatte 6 vorgesehen sein kann. Insbesondere ist es möglich, eine zusätzliche elektrisch leitfähige Schicht, beispielsweise ein leitfähiges Vlies, für eine leitfähige Beschichtung vorzusehen. Diese zusätzliche Schicht könnte insbesondere zwischen dem Haftgrund 10 und dem Außenputz 11 vorgesehen sein.

Die Zuleitungen 14, 15 sind vorliegend mit einer Gleichstromquelle 16 verbunden. Zur Ansteuerung der Gleichstromquelle 16 ist eine Steuereinrichtung 17 vorgesehen, mit der wenigstens ein Sensor 18 gekoppelt ist. Der Sensor 18 ist im Bereich der Gebäudeschicht 3 angeordnet, insbesondere auf der Oberfläche 13 oder unmittelbar darunter. Der Sensor 18 dient vorliegend zur Feuchtigkeitsmessung der Oberfläche 13. Darüber hinaus kann auch wenigstens ein Sensor zur Temperaturmessung der Oberflächentemperatur und/oder der Außentemperatur vorgesehen sein.

Nicht dargestellt ist, dass die Steuereinrichtung 17 unterschiedliche Steuerkreise aufweisen kann, die separat ansteuerbar sind. Hierdurch ist es möglich, unterschiedliche Bereiche der Gebäudeschicht 3 zu unterschiedlichen Zeiten und/oder mit unterschiedlichen Heiztemperaturen anzusteuern bzw. zu beheizen.

Nicht dargestellt ist im Übrigen, dass die Heizeinrichtung 12 statt der elektrischen Beheizung grundsätzlich auch über den Transport eines Wärmeträgermediums heizen kann. Hierzu dienen können Kapillarrohrmatten und/oder Schläuche dienen, die in eine oder mehrere der vorgenannten Schichten eingebracht sind.

Bezugszeichenliste

A
Gebäudehülle
B
Mauerwerk
C
Putz
D
außenseitige Gebäudeschicht
E
Dämmplatte
F
Dübel
G
Armierungsmörtel
H
Armierungsgewebe
I
Haftgrund
J
Außenputz
K
Anstrich
1
Gebäude
2
Gebäudehülle
3
Gebäudeschicht
4
Mauerwerk
5
Putzschicht
6
Dämmplatte
7
Dübel
8
Armierungsmörtel
9
Armierungsgewebe
10
Haftgrund
11
Außenputz
12
Heizeinrichtung
13
Oberfläche
14
Zuleitung
15
Zuleitung
16
Gleitstromquelle
17
Steuereinrichtung
18
Sensor


Anspruch[de]
Gebäudehülle (2) eines Gebäudes (1) mit einer außenseitigen Gebäudeschicht (3), dadurch gekennzeichnet, dass die außenseitige Gebäudeschicht (3) zumindest bereichsweise eine über eine Heizeinrichtung (12) beheizbare Struktur aufweist, die zur zumindest bereichsweisen Erwärmung und Abtrocknung der außenseitigen Oberfläche (13) der außenseitigen Gebäudeschicht (3) zur Verhinderung der Vergrünung der Oberfläche (13) vorgesehen ist. Gebäudehülle nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (12) basierend auf einer elektrischen Beheizung und/oder auf Transport eines Wärmeträgermediums ausgebildet ist. Gebäudehülle nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die äußere Gebäudeschicht (3) ein Wärmedämmverbundsystem mit einer Dämmplatte (6), einem Armierungsgewebe (9), einem Haftgrund (10), einem Außenputz (11) und/oder einen Anstrich aufweist und dass die Struktur in die Dämmplatte (6), das Armierungsgewebe (9), den Haftgrund (10), den Außenputz (11), den Anstrich und/oder eine weitere Schicht integriert ist. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Armierungsgewebe (9) elektrisch leitfähige Komponenten, insbesondere Kohlefasern, Metalle, Metalllegierungen und/der Kunstfasern mit elektrisch leitfähigen Partikeln, aufweist. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Armierungsgewebe (9) Schuß- und Kettfaden aufweist und/oder dass nur Schuß- oder nur Kettfäden elektrisch leitfähig sind und/oder dass nicht alle Fäden in Schuß- oder Kettrichtung elektrisch leitfähig sind. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Fäden des Armierungsgewebes (9) aus einer Mehrzahl von Filamenten bestehen und dass, vorzugsweise, mindestens ein elektrisch leitfähiges Filament pro Faden vorgesehen ist. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Armierungsgewebe (9) und/oder die Fäden eine elektrisch leitfähige Umhüllung, insbesondere aus einer Graphit-Binder-Dispersion, aufweisen. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrisch leitfähigen Fäden und/oder Filamente elektrisch isoliert oder unisoliert sind. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Haftgrund (10), der Außenputz (11), der Anstrich und/oder eine weitere zusätzliche Beschichtung elektrisch leitfähiger Partikel, insbesondere Graphit, aufweist. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass insbesondere parallel verlaufende elektrische Zuleitungen (14, 15), insbesondere mit hoher elektrischer Leitfähigkeit, wie Kupfer, im Haftgrund (10), Außenputz (11), Anstrich und/oder in der weiteren Beschichtung zur Bildung einer beheizbaren Fläche vorgesehen sind. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrischen Zuleitungen (14, 15) Teil des Armierungsgewebes (9) sind. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine zusätzliche, elektrisch leitfähige Schicht, insbesondere ein elektrisch leitfähiges Vlies oder eine leitfähige Beschichtung, in der äußeren Gebäudeschicht (3), insbesondere zwischen dem Haftgrund (10) und dem Außenputz (11) vorgesehen ist. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrisch leitfähige Schicht mit Gleichspannung, insbesondere größer 12 Volt, oder Wechselspannung, insbesondere mit 230 Volt oder 110 Volt, betreibbar ist. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine elektrische Schutzeinrichtung zwischen der Struktur und der Stromquelle der Heizeinrichtung (12) vorgesehen ist. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Struktur mit einer Photovoltaikeinrichtung gekoppelt ist. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (12) insbesondere im Außenputz (11) vorgesehene Kapillarrohrmatten und/oder Schläuche aufweist. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Wärmeträgermedium ein Fluid, vorzugsweise Wasser und/oder Glycol, ist. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Heizeinrichtung (12) eine Pumpeinrichtung zur Förderung des Fluids zugeordnet ist. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (12) mit einer Solarthermieeinrichtung koppelbar ist. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass eine Steuereinrichtung (17) zur Steuerung und/oder Regelung der Heizeinrichtung (12) vorgesehen ist. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuereinrichtung (17) wenigstens einen Sensor (18) zur Temperatur- und/oder Feuchtemessung aufweist. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass der Sensor (18) an einem solchem Bereich der außenseitigen Gebäudeschicht (3) vorgesehen ist, der dem stärksten Feuchtigkeitsanfall ausgesetzt ist. Gebäudehülle nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass über die Steuereinrichtung (17) unterschiedliche Bereiche der außenseitigen Gebäudeschicht (3) unterschiedlich beheizbar sind. Wärmedämmverbundsystem für eine außenseitige Gebäudeschicht (3) einer Gebäudehülle (2) eines Gebäudes (1), mit einer über eine Heizeinrichtung (12) beheizbaren Struktur zur zumindest bereichsweisen Erwärmung und Abtrocknung der außenseitigen Oberfläche (13) der außenseitigen Gebäudeschicht (3) zur Verhinderung der Vergrünung der Oberfläche. Wärmedämmverbundsystem nach Anspruch 23, mit einem oder mehreren der kennzeichnenden Merkmal der Ansprüche 2 bis 22. Haftgrund (10), Außenputz (11), Anstrich und/oder Beschichtung für ein Wärmedämmverbundsystem nach Anspruch 23 oder 24, dadurch gekennzeichnet, dass elektrisch leitfähige Partikel, insbesondere Graphit, enthalten sind. Verfahren zur zumindest bereichsweisen Erwärmung und Abtrocknung der außenseitigen Oberfläche (13) der äußeren Gebäudeschicht (3) einer Gebäudehülle (2) eines Gebäudes (1) mittels einer über eine Heizeinrichtung (12) beheizbaren Struktur in der außenseitigen Gebäudeschicht (3), zur Verhinderung der Vergrünung der Oberfläche (13). Verfahren nach Anspruch 27, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (12) bei einer Unterschreitung des Taupunktes von nicht mehr als 5°C, bevorzugt nicht mehr als 2°C und insbesondere nicht mehr als 1°C betrieben wird. Verfahren nach Anspruch 27, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (12) nur bei einer Temperatur oberhalb des Taupunktes betrieben wird. Verfahren nach Anspruch 27 bis 29, dadurch gekennzeichnet, dass die Erwärmung nicht täglich durchgeführt wird. Verfahren nach einem der Ansprüche 27 bis 29, dadurch gekennzeichnet, dass die Heizeinrichtung (12) bis zur vollständigen Abtrocknung des mit Sensoren (18) überwachten Bereichs der Oberfläche (13) der außenseitigen Gebäudeschicht (3) betrieben wird. Verwendung einer über eine Heizeinrichtung (12) beheizbaren Struktur bei einer außenseitigen Gebäudeschicht (3) einer Gebäudehülle (2) eines Gebäudes (1), zur zumindest bereichsweisen Erwärmung und Abtrocknung der außenseitigen Oberfläche (13) der äußeren Gebäudeschicht (3) zur Verhinderung der Vergrünung der Oberfläche (13).






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