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Dokumentenidentifikation DE102005048723B4 28.04.2011
Titel Verfahren und Vorrichtung zur innenseitigen Bearbeitung von Zylinderlaufbuchsen
Anmelder Chris-Marine AB, Malmö, SE
Erfinder Svensson, Patrik, Trelleborg, SE
Vertreter Rechtsanw. und Pat.-Anw. Dr.-Ing. Dr.jur. Volkmar Tetzner, Pat.-Anw. Dipl.-Ing. Michael Tetzner, 81479 München
DE-Anmeldedatum 12.10.2005
DE-Aktenzeichen 102005048723
Offenlegungstag 19.04.2007
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.04.2011
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.04.2011
IPC-Hauptklasse B24B 5/40  (2006.01)  A,  F,  I,  20051012,  B,  H,  DE
IPC-Nebenklasse B24B 1/00  (2006.01)  A,  L,  I,  20051012,  B,  H,  DE
B23C 3/00  (2006.01)  A,  L,  I,  20051012,  B,  H,  DE
B24B 23/00  (2006.01)  A,  L,  I,  20051012,  B,  H,  DE
B24B 23/08  (2006.01)  A,  L,  I,  20051012,  B,  H,  DE

Beschreibung[de]
Bereich der Erfindung

Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zur innenseitigen Bearbeitung einer Zylinderlaufbuchse für einen Verbrennungsmotor nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1 und den Oberbegriff des Patentanspruchs 9.

Hintergrund der Erfindung

Verbrennungsmotoren, im vorliegenden Fall Otto- und Dieselmotoren, insbesondere solche, für den Antrieb von Fahrzeugen, speziell Schiffen, und für die Strom- und/oder Wärmeerzeugung in diesen oder in stationären Kraftwerken, werden während des Betriebes wegen der Reibung zwischen den Zylinderlaufbuchsen und den Kolben/Kolbenringen abgenützt. Der Verschleiß ist in gewissen Fällen beim Start und während des Einfahrens von neuen und überholten Motoren am größten.

Um diesen Verschleiß sowohl beim Start, dem Einfahren und im Betrieb zu verringern, werden in gewissen Fällen spiralförmige Muster, auch Wave-cut-Muster genannt, auf der Innenseite der Zylinderfutter angebracht. Dieses Wellenmuster hält mehr Schmiermittel auf der Innenseite des Zylinders fest als ein Netz-/Kreuzmuster, das beim herkömmlichen Honen einer Zylinderlaufbuchse gebildet wird. Die Zylinderlaufbuchsen sind für den Einbau in Motoren gedacht, und das Wellenmuster wird dadurch gebildet, dass man zunächst die Innenseite der Zylinderlaufbuchse bearbeitet, insbesondere durch Drehen, so dass im Schnitt längs der Zylinderlaufbuchse betrachtet ein wellen- und gewindeförmiges Musters mit größerer Breite als Tiefe und mit spitzten „Wellenkämmen/-spitzen entsteht. Darauf wird ein Honen der Innenseite der Laufbuchse durchgeführt um die Spitzen/Kämme „abzuflachen/einzuebnen”. Das Honen schafft eine gleichmäßige und ebene Oberfläche zwischen den „Wellentälern” als Anlagefläche für die Kolbenringe eines Kolbens, der sich in der Laufbuchse bewegt.

Als Beispiel bekannter Technik sei eine von der Anmelderin veröffentlichte Broschüre „Cris-Marine, the optimum solution: Machine Selection Guide for 2-stroke Diesel Engines” genannt, in welcher Broschüre verschiedene Arten von Schleif- und Honmaschinen zur Anwendung beim Warten von Verbrennungsmotoren gezeigt werden, unter anderem durch Wiederherstellung dichtender Toleranzen für verschiedene verschlissene Dichtflächen zwischen beispielsweise den Ein- und Auslassventilen oder den Kraftstoffventilen und den dazugehörigen Ventilsitzen, durch Entfernen von Verschleißkanten, die der Kolben an seinen Wendepunkten verursacht hat, und von Riefen in der Oberfläche sowie durch Wiederherstellung eines Netz-/Kreuzmusters nach dem Fabrikhonen durch zusätzliches Honen.

Der Verschleiß einer Zylinderlaufbuchse hängt in hohem Maße von den Strukturveränderungen (sogenanntes „Scuffing”) in der Laufbuchse ab und es kommt hinzu, dass das Wellenmuster in gewissen Fällen, abhängig vom Verschleiß und der Dauer des Verschleißvorganges, nach einer gewissen Betriebsdauer ganz und gar verschwindet. Der Verschleiß einer Zylinderlaufbuchse kann ungleichmäßig, d. h. verschieden stark oder tief, um die Innenseite einer Laufbuchse herum verteilt sein, was unter anderem davon abhängt, wie viel zusätzlichen Verschleiß das sogenannte „Scuffing” verursacht hat.

Für die Bearbeitung der Laufbuchse, d. h. zum Ausgleichen der unregelmäßigen Strukturveränderungen/des unregelmäßigen Verschleißes und/oder der Wiederherstellung des Wellenmusters mit Hilfe der gattungsgemäßen Technik muss eine Laufbuchse bei der Wartung aus dem Motor ausgebaut und danach in einen Werkstattbetrieb gebracht werden, wo die Laufbuchse in einer stationären materialabtragenden Maschine bearbeitet wird, um das Wellenmuster wiederherzustellen und/oder den Verschleiß durch Abtragen größerer Laufbuchsenflächen zumindest teilweise wieder auszugleichen, worauf die Laufbuchse zum Wiedereinbau in den Motor zurückgebracht wird. Dieses Verfahren kann einen oder ein paar Tage oder sogar mehrere Wochen in Anspruch nehmen und verursacht langen Stillstand und hohe Kosten.

Aus der DE-PS 504 290 ist eine Zylinderschleif-vorrichtung, insbesondere zum Ausschleifen von Zylindern für Verbrennungsmotoren auf dem Kurbelgehäuse bekannt.

Die DE 29 29 024 C2 offenbart eine Vorrichtung zum Innenschleifen von Rohren mit einem sternförmig ausgebildeten Träger, der an Armen Stützelemente mit radialer Einstellbarkeit aufweist und mit einer an einem Arm angeordneten drehbaren Schleifscheibe versehen ist.

Zusammenfassung der Erfindung

Hauptaufgabe der Erfindung ist es eine neue Technik zu schaffen, mit der die oben genannten Nachteile abgeschafft oder zumindest abgeschwächt werden.

Eine spezielle Aufgabe besteht darin, die Stell- und Bearbeitungszeiten sowie den Arbeitseinsatz zu verringern, so dass die damit verbundenen Kosten gesenkt werden können.

Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die Merkmale der Ansprüche 1 und 9 gelöst.

Weitere Ausgestaltungen der Erfindung sind Gegenstand der Unteransprüche. Die erfindungsgemäße Vorrichtung und das Verfahren gemäß der Erfindung zur In-situ-Bearbeitung von Zylinderlaufbuchsen haben folgende Vorteile: Die Vorrichtung ist kompakter Art mit niedriger Bauhöhe und ist tragbar, einfach zu handhaben und selbstzentrierend. Des weiteren erübrigt sich durch sie der Transport von Motorbauteilen hin, zu und weg von einer Motoranlage und es nehmen die Stellzeiten für die Bearbeitung ab; so kann dank der In-situ-Bearbeitung, d. h. dem Schleifen/Fräsen gemäß der Erfindung, die Bearbeitung in ein paar Stunden durchgeführt werden und es kann außerdem beschädigtes und/oder in der Struktur verändertes Material durch radiales Abtragen von ungefähr 0,1–0,2 mm entfernt werden. Dank der Vorrichtung erübrigt sich der Ausbau der Zylinderlaufbuchse aus dem Motor und ihr Wiedereinbau in diesen. Die Bedienperson benötigt vor dem Gebrauch der Vorrichtung gemäß der Erfindung nur eine einfache Anleitung/Ausbildung, wie die Zylinderlaufbuchsen vorzugsweise vor Ort im Motor oder auch, falls erforderlich, wenn sie sich außerhalb des Motors befinden, d. h. nachdem die Laufbuchsen aus dem Motor ausgebaut/entfernt worden sind, bearbeitet werden sollen.

Die Vorrichtung gemäß der Erfindung kann auch zur Bearbeitung von Laufbuchsen verwendet werden, die verschieden groß sind.

Gemäß einer bevorzugten Ausführung ist die Drehwelle teilbar und verlängerbar, indem sie Ende gegen Ende an nachfolgende Drehwellen mittels einer passenden Kupplung angeschlossen werden, so dass die Bauhöhe der Vorrichtung von Fall zu Fall angepasst werden kann.

Kurze Beschreibung der Zeichnungen

Die vorliegende Erfindung wird im folgenden unter Hinweis auf die beigefügten Zeichnungen näher beschrieben, wobei

1 eine Perspektive einer an einem Zylinder eines Verbrennungsmotors anagebrachten Schleif-/Fräsvorrichtung gemäß einer ersten Ausführung der Erfindung zeigt,

2 eine perspektivische Detailansicht einer drehbaren Schleif-/Fräseinheit zeigt, die während der Bearbeitung einer Zylinderlaufbuchse gemäß 1 gedreht wird,

35 Ansichten eines Schleif-/Fräskopfes der Schleif-/Fräsvorrichtung gemäß 1 und 2 aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen,

6 eine Einheit für den Anschluss der Schleif-/Fräsvorrichtung an den Zylinder und zum Zentrieren derselben zeigt,

7 eine verlängerbare Drehwelle zeigt, 8 einen Abschnitt eines Wellenmusters auf der Innenseite einer Zylinderlaufbuchse zur linken und die Laufbuchse zur rechten zeigt,

9 verschiedene Ausführungen von Schleif-/Frässcheiben zeigt, die für den Gebrauch in der Schleif-/Fräsvorrichtung gemäß der Erfindung bestimmt sind,

10 eine Perspektive einer Schleif-/Fräsvorrichtung vor Beginn der Bearbeitung der Zylinderlaufbuchse zeigt, und

11 eine Teilansicht der Schleif-/Fräsvorrichtung gemäß der Erfindung zeigt.

Ausführliche Beschreibung der Erfindung

In 111 wird eine Bearbeitungsvorrichtung in Form einer Schleif- oder Fräsvorrichtung 10 gemäß der Erfindung gezeigt, angeschlossen an ein oberes geöffnetes Ende 1A einer Zylinderlaufbuchse 1 in einem Verbrennungsmotor E zum Antrieb von Schiffen und/oder zur Wärme- und/oder Stromerzeugung in diesen oder zur Wärme- und/oder Stromerzeugung in stationären Kraftwerken. Die Schleifvorrichtung 10 wird vorzugsweise in großen Zweitakt-Dieselmotoren mit großen Kolbendurchmessern verwendet, kann aber auch in kleineren und mittelgroßen Motoren sowie in Viertakt-Diesel- und Ottomotoren verwendet werden.

Die Schleifvorrichtung 10 wird zur Übersicht in 1 und 10 mit Teilen einer Zylinderlaufbuchse 1 abgetrennt gezeigt. Die Schleifvorrichtung 10 ist auf der teilweise gezeigten Laufbuchse 1 mit Hilfe eines rotationssymmetrischen, zylinderförmigen Montagegestells 20 angebracht, das mit dem unteren Ende über ebene Führungsflächen 21 an entsprechende, auf der Laufbuchse angebrachte Führungsflächen 2 anschließt und das die Schleifvorrichtung 10 in der Laufbuchse vor und während des Schleifens/Fräsens der Laufbuchse zentriert. Das Montagegestell wird in 6 im Einzelnen gezeigt. Die Schleifvorrichtung 10 wird bei dieser Ausführung durch das Eigengewicht des Montagegestells 20 und der zugehörigen Ausrüstung gehalten, kann aber auch mit Hilfe einer geeigneten Spann- oder Klemmvorrichtung festgespannt/festgeschlossen werden oder auch formgebunden gehalten werden, beispielsweise mit Absätzen, die in Ausnehmungen oder dergleichen eingreifen.

Gemäß einer bevorzugten, in 12 gezeigten Ausführung der Schleifvorrichtung 10 befindet sich eine Antriebseinheit 30 in der Laufbuchse 1 des Motors E; sie kann aber bei anderen Ausführungen außerhalb der Laufbuchse angebracht sein. Die Antriebseinheit 30 ist am äußeren Ende 70A eines stützenden Antriebsarms 70 mit einem Antriebrad 38 in Anlage gegen die Innenseite der Laufbuchse angebracht. Die Schleifvorrichtung 10, die in 2 ohne das Montagegestell 20 gezeigt wird, umfasst die Antriebseinheit 30, die über ein Gelenk R an das äußere Antriebsarmende 70A angeschlossen ist und das Antriebrad 38 dreht, und eine Einheit 40, die zur Bearbeitung der Laufbuchse 1 mittels eines Schleif- oder Fräswerkzeugs in Form eines Schleifkopfs 41 auf einem Schleifarm 60 angebracht und über eine Welle 50, die sich in Längsrichtung des Zylinders erstreckt, drehbar mit der Antriebseinheit 30 verbunden ist. Die Welle 50 ist eine modulartig verlängerbare Drehwelle 50 mit Gewinde. Die Antriebseinheit 30 dreht die Schleifeinheit 40 und die Drehwelle 50 während dem Laufbuchsenschleifen zum Erzielen eines Wave-cut-Musters P mit Wellentälern/Spuren T und/oder einer zwischenliegenden ungeschliffenen, ebenen Oberfläche S oder plangeschliffenen Oberfläche S auf der Innenseite der Laufbuchse 1, siehe 8. Vorzugsweise findet die Bearbeitung gemäß der Erfindung statt, wenn die Laufbuchse 1 sich vor Ort im Motor E befindet; sie kann aber auch stattfinden, wenn die Laufbuchse aus dem Motor ausgebaut ist. Weiters können gewisse Teile der Antriebseinheit 30 in der Laufbuchse 1 angebracht sein, während gleichzeitig andere Teile außerhalb der Laufbuchse angebracht sind.

Die Schleifeinheit 40 in 12 und 10 wird von der Drehwelle 50 getragen und umfasst wenigstens zwei Tragarme, vorzugsweise drei Tragarme, nämlich den Schleifarm 60, den Antriebsarm 70 und einen Stützarm 80, von denen ein jeder mit einem Ende 60B, 70B, 80B mit einem unteren Ende 50A der Drehwelle 50 verbunden ist und sich hauptsächlich rechtwinklig zum unteren Ende 50A der Drehwelle erstreckt, d. h. von diesem in radialer Richtung im Verhältnis zur Längs-/Mittenachse der Laufbuchse 1 absteht, und von einem frei herausragenden Ende 60A, 70A, 80A, das gegen die Laufbuchse 1 gerichtet ist, abgeschlossen wird.

In 2 werden drei winkelförmig zu einander ungefähr 120° versetzte Arme 60, 70, 80 gezeigt. Die Arme werden während der Bearbeitung von der Antriebseinheit 30 mit Hilfe der Drehwelle 50 um die Mittelachse C der Laufbuchse gedreht. Man kann eine größere Anzahl Tragarme benutzen, aber das würde dann eine andere winkelförmige Versetzung zwischen diesen erfordern.

Die Schleifeinheit 40 in 15 umfasst den Schleifkopf 41, der am freien Ende 60A des Schleifarmes 60 angebracht ist. Der Schleifkopf 41 hat ein teilweise gezeigtes Schleifmittel 42 in Form einer Schleifscheibe 42, die für die Drehung mittels eines druckluftbetrieben Motors 43 vorgesehen ist und während dem Schleifen an der Laufbuchse 1 anliegt. Die beiden Arme 70 und 80 dienen als Widerlager/Gegenhalter für den Schleifarm 60, so dass die Schleifscheibe 42 während dem Schleifen in Anlage gegen die Laufbuchse gehalten werden kann. Der Schleifkopf 41 auf dem Schleifarm 60 hat Stützräder 90, die auf beiden Seiten der Schleifscheibe 42 angebracht sind. Beim Schleifen liegen am Stützarm 80 ein Stützrad 90 und am Antriebsarm 70 das Antriebsrad 38, das sowohl antreibend als auch stützend ist, an der Laufbuchse an. Der Antriebsarm 70 hat an seinem Außenende 70A einen Druckluftzylinder 71 mit einem Kolben 72, der ein gegen die Laufbuchse gerichtetes gabelförmiges Ende 73 hat. Der Druckluftzylinder 71 hat zwei Funktionen, nämlich das Zentrieren der Schleifeinheit 40 vor und während dem Schleifen des Wave-cut-Musters P durch Drücken mit dem Kolben 72 und das Anlegen des Antriebsrades 38 gegen die Innenseite der Laufbuchse mit geeigneter Kraft.

Die Schleifeinheit 40 in 2 wird während des Schleifens, mit Bezug auf 1 und 10 in senkrechter Richtung gesehen, mit Hilfe einer festen/stationären Antriebsmutter 31 (siehe 11) auf kontrollierte Weise verlagert, wobei die Antriebsmutter über dem stillstehenden, d. h. stationären Montagegestell 20 angeordnet ist und sich die Drehwelle 50 durch die Antriebsmutter erstreckt.

Die in 11 gezeigte Antriebsmutter 31 ist ein Zylinder mit einer durchgehenden Gewindebohrung, mit der die Drehwelle 50 in Eingriff steht, um gedreht zu werden bei gleichzeitiger senkrechter Verschiebung. Die Antriebsmutter 31 ist in dieser Ausführung über Befestigungsschrauben abnehmbar auf der Oberseite des Montagegestells 20 angebracht, so dass die Mutter sich nicht drehen kann. Die Antriebsmutter 31 wird beim Einbau auf die Drehwelle 50 geschraubt und danach mittels den Befestigungsschrauben festgezogen.

In 2 wird die Anbringung eines Dreharmes 74 veranschaulicht, der für die Drehung um das Gelenk R am äußeren Antriebsarmende 70A vorgesehen ist, so dass der Zentrierzylinder 71 mit geeigneter Kraft das Antriebsrad 38 um die Drehachse R gegen die Laufbuchse 1 anlegen kann, um die Drehwelle 50, die Schleifeinheit 40 und die Antriebseinheit 30 zu drehen, ohne dass das Antriebsrad 38 an der Laufbuchse 1 gleitet. Die Anlage des Antriebsrades wird erreicht durch Schieben des Gabelendes 73 des Zentrierzylinders in Richtung auf oder weg von der Laufbuchse 1. Wenn das Gabelende in Richtung der Laufbuchse geschoben wird, wird der gelenkige Antriebsradarm 74 im Uhrzeigersinn gedreht und führt das Antriebsrad 38 in Richtung weg von der Laufbuchse 1, und wenn das Gabelende 73 in Richtung weg von der Laufbuchse geschoben wird, wird der gelenkige Antriebsradarm 74 gegen den Uhrzeigersinn gedreht und führt das Antriebsrad 38 in Richtung hin zur Laufbuchse 1, so dass das Antriebsrad gegen die Laufbuchse angelegt wird. Das Antriebsrad 38 hat eine Anlagefläche, die ausreichenden „Griff” an der Innenseite der Laufbuchse 1 gewährleistet.

Die stationäre Antriebsmutter 31 in 11 bedeutet, dass die Drehwelle 50 und die Schleifeinheit 40 während des Schleifens der Innenseite der Laufbuchse 1 nach unten in Längsrichtung C der Laufbuchse verschoben werden, bei gleichzeitiger Drehung um die Mittelachse C der Laufbuchse im Verhältnis zur Drehzahl der Antriebseinheit 30 und zu der übereinstimmenden Gewindesteigung der Drehwelle 50 und der Antriebsmutter 31 mit einer Spiralbewegung der Schleifeinheit 40, so dass das Wavecut-Muster bei dieser Ausführung eine Spiralform erhält. Die Antriebseinheit 30 dreht die Schleifeinheit 40 mit Hilfe eines Motors 32, der das Antriebrad 38 dreht, mit zugehörigen Mitteln 33, 44, 45, 46, die teilweise in 12 gezeigt werden, wobei eine Steuerungseinheit/Schalttafel 34 für den Anschluss von Elektrizität, Druckluft und Ausrüstung auf dem Montagegestell 20 in 1 und 10 angebracht ist, die für den Betrieb und die Steuerung der Schleifvorrichtung 10 benötigt wird. In dieser Ausführung sind die Motoren 32 und 43 mittels Fluid angetrieben, beispielsweise hydraulisch mit Wasser oder Öl, oder Druckluft, können aber auch elektrisch angetrieben sein.

Es liegt außerdem ein einstellbares Anschlagmittel 35 in Form einer Hülse/eines Zylinders oder eines Rings vor, die/der oberhalb der Antriebsmutter 31 auf der Drehwelle 50 angebracht ist, siehe 11. Der Anschlagring 35 folgt der Drehwelle 50 und stoppt dessen nach unten gerichtete Bewegung, wenn die Schleifeinheit 40 fertiggearbeitet hat, d. h. ausreichend weit in Längsrichtung C der Laufbuchse nach unten verschoben worden ist, durch Aktivieren eines Gebers 36, der in einem Stativ oben auf dem Montagegestell 20 integriert ist, wenn der Anschlagring 35 seine unterste Position gegenüber dem Geber 36 erreicht, wobei der Geber dann ein Signal zur Steuerungseinheit 34 schickt, die eine Luftzufuhr 39 unterbricht und das Bearbeitungsverfahren abschließt. Diese Anschlagmittel sind deutlich in 11 gezeigt.

2 zeigt die Schleifeinheit 40 und die Antriebseinheit 30 näher. Die Hard- und die Software der Steuerungseinheit 34 zur Steuerung und Kontrolle der Motoren 32, 43 und Geber 36 usw., die in 1 und 10 gezeigt wird, wird nicht näher erläutert, da diese Ausrüstung herkömmlicher Art ist.

In 35 wird die Schleifeinheit 40 ohne Montagegestell 20, Drehwelle 50, Schleifarm 60, Antriebs- und Stützarme 70, 80 sowie ohne Antriebseinheit 30 gezeigt. Die Schleifscheibe 42 ist mittig auf einer in Längsrichtung der Laufbuchse 1 sich erstreckenden Motorwelle befestigt, die mit Hilfe des durch Druckluftzufuhr separat angetriebenen Motors 43 gedreht wird. Die Luftzufuhr erfolgt durch einen um die Drehwelle 50 spiralförmig gewickelten Luftschlauch 44 (siehe 1 und 10), der an einem nicht gezeigten oberen Ende an eine in 1 und 10 gezeigte Dreh-/Schwenkbefestigung (auf englisch „swivel”) anschließt, die Luft von einem stillstehenden Bauteil auf eine dem Fachmann bekannte, dichtende Art zu einen sich drehenden Bauteil überträgt, das an die Mittel 39 angeschlossen ist, die ihrerseits angeschlossen sind an eine nicht gezeigte Druckluftquelle, z. B. ein Kompressor oder dergleichen, und mit einem unteren Ende an die Mittel 33 des Antriebsmotors 32 anschließt und an einen Schlauch oder ein Rohr 45, der/das mit einem manuell bedienbaren Ventil 46 versehenen ist und an eine Luftzufuhr am oberen Ende der Schleifmaschine 43 zum Antrieb der Schleifscheibe 42 an seinem unteren Ende anschließt. Die Schleifscheibe wird separat mit geeigneter Drehzahl gedreht, so dass das Schleifen die gestellten Ansprüche, wie Toleranzen und Oberflächenglätte, erfüllt.

In 35 wird die Schleifeinheit 40 mit dem Schleifkopf 41, der Schleifscheibe 42, zwei Einheiten 100, 110 zur Einstellung der Schleiftiefe bzw. der Ausgangsposition vor dem Schleifen und die Stützräder 90, die koaxiale Räder mit Mittelachsen sind, welche im wesentlichen parallel mit der Längsachse C der Buchse 1 sind, gezeigt. Die Schleifeinheit 40 umfasst die Einheit 100 zur Feineinstellung der Schleiftiefe und die Einheit 110 zur manuellen Grobeinstellung der Ausgangsposition vor dem Schleifen. Die Schleifeinheit 40 wird in 35 aus unterschiedlichen Winkeln gezeigt.

In 35 wird der Schleifkopf 41 mit dem Schleifmotor 43 gezeigt, der in einem teilbaren Motorhalter sitzt, der den Schleifmotor 43 umschließt und abnehmbar auf der Oberseite des Schleifkopfes 41 angebracht ist. Zur Schalldämmung des luftgetriebenen Schleifmotors 43 sind Schalldämpfer 47 über den Motorhalter an den Schleifmotor angeschlossen. Der Schleifkopf 41 ist auch mit einer Kühlflüssigkeitszufuhr 48 an einer Haltereinheit 120 auf der Oberseite des Schleifkopfes versehen. Kühlflüssigkeit kann kontinuierlich zugeführt werden und dient dazu sowohl Schleifstaub wegzuspülen, um schwebenden Schleifstaub zu verhindern, als auch um die Kühlung zu verbessern, so dass auch die Schleif-/Abtragswerte verbessert werden.

34 zeigen die Schleiftiefeneinstelleinheit 100 und die Ausgangspositionseinstelleinheit 110 auf jeweils einer Seite der Schleifscheibe 42. Die Ausgangspositionseinstelleinheit 110 zur rechten in 3 wird in 5 deutlicher gezeigt und umfasst ein bewegliches Teil 111, das ein erstes Ende mit einem drehbar befestigten Stützrad 90, das der Innenseite der Laufbuchse 1 zugewandt ist, ein festes Teil 112, das mittels Befestigungsmitteln an der Unterseite der Haltereinheit 120 befestigt ist, Schnellverschlüsse 113 und eine Einstellschraube 114. Die Einstellschraube 114 ist drehbar und in Längsrichtung festgelegt im stationären Grobeinstellteil 112 untergebracht und steht von diesem horizontal in radialer Richtung ab in Richtung der Innenseite der Laufbuchse zum Eingriff mit dem beweglichen Grobeinstellteil 111. Die Schnellverschlüsse 113 haben Momentarme, die für gute manuelle Befestigung auf der Oberseite der Haltereinheit 120 angebracht sind und sich für beweglichen/verstellbaren Eingriff mit dem Grobeinstellteil 111 senkrecht durch die Haltereinheit erstreckten. Die Grobeinstellung der Ausgangsposition vor dem Schleifen geschieht durch nicht vollständiges Anziehen der Schnellverschlüsse 113 vor Absenken der Schleifeinheit 40 in die Laufbuchse 1 und durch Verschieben des beweglichen Teils 111 der Ausgangspositionseinstelleinheit nach Absenken der Schleifeinheit radial nach außen zur Anlage gegen die Innenseite der Laufbuchse 1 und darauf Anziehen/Festschrauben der Einstellschraube 114 in Richtung der Laufbuchse, um das Stützrad 90 mit geeigneter Kraft gegen die Innenseite der Laufbuchse anzulegen und schließlich die Schnellverschlüsse 113 zum Festschließen des beweglichen Einstellteils 111 festzuziehen.

In 3 wird die Schleiftiefeneinstelleinheit 100 und Ausgangspositionseinstelleinheit 110 in Perspektive gezeigt. Die Einstelleinheit 100 für die Schleiftiefenfeineinstellung umfasst einen Arm 101, der ein erstes Ende, das mit dem Stützrad 90 in Richtung der Laufbuchse 1 zeigt, und ein zweites Ende, das weg von der Laufbuchse zeigt für beweglichen/verstellbaren Eingriff mit einer Einstelleinrichtung, die einen elektrischen Motor 102 umfasst. Der Arm 101 ist über ein Gelenk G drehbar an der Haltereinheit 120 befestigt. Das andere Ende des Gelenkarmes 101 steht in beweglichem/verstellbarem Eingriff mit der Motorwelle des elektrischen Motors 102, der an einem Motorhalter 103 angebracht ist, und einer in Grade eingeteilten Zuführungsanzeigeplatte 104. In 5 wird an der Unterkante der Schleifeinheit 40 eine Welle zur lösbaren, drehbaren Festlegung des Schleifkopfs 41 am äußeren Schleifarmende 60A gezeigt. Nach dem Einbau ist die Welle 130 so gelagert, dass sie im Schleifkopf 41, während des Schleifens der Laufbuchse 1, so wenig Bewegung/Spiel wie möglich zulässt.

Der Gelenkarm 101, der in 3 gezeigt wird, wird vom elektrischen Motor 102 gedreht, um das andere Gelenkarmende alternativ in Richtung gegen die Schleifscheibe 42 zu verschieben, so dass das erste Ende des Gelenkarmes der Bewegung des zweiten Gelenkarmendes folgt, jedoch in entgegengesetzter Richtung gegenüber der Schleifscheibe 42. Wenn der elektrische Motor 102 im Uhrzeigersinn dreht, folgt die Anzeigeplatte 104 mit und das zweite Gelenkarmende wird nach innen gegen die Schleifscheibe geführt und das erste Gelenkarmende wird in der Nähe der Laufbuchse 1 nach außen gegen die Schleifscheibe geführt, so dass die Schleiftiefe sich verringert. Wenn der elektrische Motor 102 sich gegen den Uhrzeigersinn dreht, nimmt stattdessen die Schleiftiefe zu.

Der elektrische Motor 102, der in 34 gezeigt wird, kann mittels Funkfernsteuerung oder vorzugsweise, um mögliche störende Funkfrequenzen zu vermeiden oder zumindest zu verringern, mittels Kabelsteuerung gesteuert werden. Die Feinzuführung über den elektrischen Motor 102 zur Einstellung der Schleiftiefe findet in festen Stufen oder mittels kontinuierlicher Zuführung durch Tastendruck oder Einstellraddrehung an der gezeigten Schalttafel 34 und/oder einer nicht gezeigten Handeinheit statt.

Schutzhüllen 121, die links und rechts der Schleifscheibe 42 in 34 angebracht sind, dienen dazu während des Schleifens vor dem Eindringen von Teilchen/Schleifmaterial zu schützen. Eine Reinigungsbürste 140 mit einer gewissen Länge ist am äußeren Ende 80A des Stützarmes befestigt und ist in 12 gezeigt. Die Reinigungsbürste hat die Aufgabe die von der Schleifscheibe 42 geschliffene Oberfläche auf der Innenseite der Laufbuchse 1 ungefähr auf Höhe der Schleifscheibe zu bürsten/schaben mit einer Breite entsprechend der Länge der Bürste, um die Verschmutzung des Antriebrades 38 und der Stützräder 90 während des Schleifens zu verringern.

Die Drehwelle 50, die in 12, 7 und 10 gezeigt wird, besteht in dieser Ausführung aus mehreren Gewindestäben 50', wobei ein unterer Stab, der abnehmbar angebracht ist mit einer geeigneten Kupplung, d. h. mit einer Keilverbindung in Form eines sich in Längsrichtung der Drehwelle erstreckenden Keils bzw. einer entsprechenden Erhebung 52 am oberen Stabende 50B gleich oberhalb des Anschlagrings 35 in 1, welcher/welche einer Keilnut 51 am unteren Ende 50A eines oberen Stabes 50' entspricht. Der obere Stab 50' wird in 7 gesondert gezeigt und der einzige Unterschied zwischen dem unteren und dem oberen Stab 50' in 1 ist, dass der untere Stab mit einem dem oberen Stab 50' passenden, lösbaren Eingriffsmittel in Form einer Keilverbindung versehen ist einzig an seinem oberen Ende 50B, während der obere Stab zwei solche lösbare Eingriffsmittel aufweist, d. h. eine Keilverbindung an seinem oberen Ende 50A und eine Keilverbindung an seinem unteren Ende 50B, siehe 7. In 2 ist nur der untere Stab 50' gezeigt.

Die Ausformung der Drehwelle 50 gemäß 7 bedeutet, dass ein Stab 50' mit diesen Endausformungen sich mit einem anderen gleichartigen Stab Ende an Ende verbinden lässt. In dieser Ausführung werden die Stäbe 50' am jeweiligen Ende 50A, 50B mittels Schraubverbindungen geeigneten Typs/geeigneter Größe verbinden abhängig von der Größe/Beanspruchung der Drehwelle.

In 7 wird der obere Stab 50' gezeigt, der auch als Fügestab benutzt werden kann, um ein Modulfunktion für die Stäbe 50' zu schaffen, dadurch dass sie teilbar sind und sich verlängern und verkürzen lassen abhängig davon, wie weit in die Laufbuchse 1 hinein das Wave-cut-Muster geschliffen werden soll, und von der Länge der Laufbuchse, die geschliffen werden soll. Das heißt, dass einer oder mehrere Stäbe 50' verwendet werden können und dass die Schleifvorrichtung 10 kompakt und tragbar mit niedriger Bauhöhe und geringem Gewicht wird, indem das ganze Montagegestell 20, die Antriebseinheit 30 und die Schleifeinheit 40 zusammengebaut mit nur einem Gewindestab leicht aufbewahrt und/oder transportiert werden können bei Nichtgebrauch der Schleifvorrichtung und dass bei Anwendung zur Bearbeitung einer Laufbuchse 1 einfach und schnell einer oder mehrere Gewindestäbe 50' Ende gegen Ende an den unteren bereits zusammengebauten Stab 50' angeschlossen werden.

Wenn die Schleifvorrichtung 10 für längere Zeit in einer Anlage aufbewahrt und angewendet werden soll, z. B. in einem stationären Kraftwärmewerk oder dergleichen, kann gemäß einer anderen Ausführung eine einzige lange ungeteilte Drehwelle 50 in der Schleifvorrichtung 10 vorsehen sein, wobei die Länge ausreichend bemessen ist, um den ganzen Schleifvorgang durchzuführen. Die teil- und verlängerbare Art der Drehwelle 50 ist jedoch beim Transport der Schleifvorrichtung zu und weg von sowie innerhalb einer Motoranlage zu bevorzugen.

Im folgenden wird die Handhabung der Schleifvorrichtung 10 vor, während und nach dem Schleifen der Innenseite einer Laufbuchse 1, vorzugsweise wenn die Laufbuchse sich vor Ort im Motor E befindet aber auch wenn sie sich außerhalb des Motors befindet, zum Erzielen eines innenseitigen Wave-cut-Musters P mit Bezug auf 12 und 1011 beschrieben.

Das Schleifen der Laufbuchse 1, um eine verschlissene Oberflächenschicht zu entfernen und/oder um ein Wave-cut-Muster P auf der Innenseite der Laufbuchse 1 zu erzielen, wird gemäß dieser Ausführung durch Drehen der Schleifeinheit 40 in der Schleifvorrichtung 10 mit einer Umdrehung je Gewindesteigung der Drehwelle 50 gleichzeitig mit dem Drehen der Schleifscheibe 42 um ihre Mittelachse mit Hilfe des Schleifmotors 43 zum Schleifen der Innenseite der Laufbuchse durchgeführt. In 8 ist das Wave-cut-Muster nach dem Schleifen in einem vergrößerten nicht maßstabsgetreuen Schnitt mit der Spur T des Wave-cut-Musters P und der ebenen Oberfläche S zu sehen.

Die Schleifvorrichtung 10 und das Verfahren zur Anwendung der Vorrichtung gemäß der Erfindung findet breite Verwendung und kann angewendet werden zum Wave-cut-Schleifen aber auch zum Absatzschleifen, Oberflächenabheben und Entfernen von Kolbenringwendepunktabnützungskanten oder zumindest zum Einebnen von Wendepunktabnützungskanten.

Vor und während der Bearbeitung der Laufbuchse 1 werden gemäß der Erfindung folgende Momente durchgeführt:

  • • Die Schleifvorrichtung 10 mit für die vorgesehene Bearbeitung geeignet ausgeformter Schleifscheibe 42 wird mittels Hebeösen 22 am Montagegestell 20 auf die Laufbuchse 1 gehoben mit den Steuerflächen 21 passend den Laufbuchsensteuerflächen 2 auf Laufbuchsen unterschiedlicher Ausformung und Größe. Es wird kontrolliert, ob der ganze Schleifkopf 40 sich vor den Aussetzen über dem niedrigsten Punkt des Montagegestells befindet und, falls notwendig, wird der Schleifkopf gegen den Uhrzeigersinn/im Uhrzeigersinn gedreht bis er sich über dem niedrigsten Montagegestellpunkt befindet, und ob die Motorventile geschlossen sind.
  • • Luft, Strom und Kühlwasser werden danach an die Schleifvorrichtung 10 über die Anschlussmittel 33, 34, 39 angeschlossen.
  • • Die Schleifvorrichtung 10 wird abgesenkt oder manuell gedreht, so dass die Schleifscheibe 42 auf die Höhe gebracht wird, auf der das Schleifen des Wave-cut-Musters P beginnen soll.
  • • Es wird kontrolliert ob die Schleiftiefenfeineinstelleinheit 100 sich in der Ausgangsposition, mitten in ihrem Arbeitsbereich befindet.
  • • Das Schleifventil 46 des Schleifmotors wird geschlossen. Luft wird abgelassen mit Hilfe eines Ventils an der Steuerungseinheit 34, so dass das Antriebsrad 38 mittels dem Luftzylinder 71 gegen die Wand der Laufbuchse angelegt wird.
  • • Die Schnellverschlüsse 113, welche die Ausgangspositionseinstelleinheit 110 festhalten, werden wenn nötig etwas gelöst und eine manuelle Einstellung der Schleifausgangsposition durchgeführt, so dass die Schleifscheibe 42 fast die Wand der Laufbuchse tangiert und die Stützräder 90 an der Laufbuchse anliegen. Darauf werden die Schnellverschlüsse 113 festgezogen.
  • • Die Schleiftiefenfeineinstelleinheit 100 wird mittels der elektrischen Motorsteuerung 102 versetzt bis die Schleifscheibe 42 sich gerade frei von der Laufbuchse drehen kann ohne die Laufbuchse zu berühren.
  • • Das Kühlwassermundstück wird richtig eingestellt.
  • • Es wird kontrolliert ob die Reinigungsbürste 140 Kontakt zu der Laufbuchse 1 hat.
  • • Die Luft der Schleifvorrichtung 10 wird mittels eines Ventils an der Steuerungseinheit 34 abgelassen, so dass das Antriebrad 38 mittels des Luftzylinders 71 von der Laufbuchsenwand zurückgezogen wird.
  • • Die Anzahl Gewindestäbe 50, die erforderlich ist, um die gewünschte Endschleiflänge zu erreichen, wird angeschlossen.
  • • Der Anschlagring 35 wird auf der Drehwelle 50 mit einem Abstand zum Geber 36 an der Antriebsmutter 31 angebracht, welcher der gleiche sein soll, wie die Gesamtschleiflänge der Laufbuchse.
  • • Die Kühlwasserzufuhr wird eingeschaltet.
  • • Bei unbeschädigter Laufbuchse wird folgendes durchgeführt: Der Motor 32 der Antriebseinheit wird mit einem Ventil auf der Steuerungseinheit 34 gestartet und der Schleifmotor 43 wird durch Öffnen des Luftventils 46 gestartet. Die Schneid-/Schleiftiefe wird so eingestellt, dass die Breite der geschliffenen Spur T den Angaben des Motorherstellers entspricht. Während dem Schleifen von unbeschädigten Laufbuchsen und dem Einebnen von Erhebungen/Spitzen in beschädigen, oberflächenabgetragenen Laufbuchsen wird kontrolliert, ob die richtigen Verhältnisse vorliegen zwischen der geschliffenen Spur T und der ebenen Oberfläche S.
  • • Die Antriebseinheit 30 und der Schleifmotor 43 halten automatisch an mittels des Gebers 36, wenn die Laufbuchse 1 fertigbearbeitet ist.

Nach Fertigbearbeitung der Laufbuchse 1 wird die Schleifvorrichtung 10 folgendermaßen zurückgesetzt:

  • • Die Schrauben 37, welche die Antriebsmutter 31 am Montagegestell 20 festhalten, werden vom Montagegestell gelöst.
  • • Die Drehwelle 50 mit der Antriebsmutter 31 und dem Anschlagring 35 wird zur Ausgangssituation angehoben.
  • • Die Antriebsmutter 31 wird manuell auf der Drehwelle 50 nach unten zum Montagegestell 20 gedreht.
  • • Die Antriebsmutter 31 wird wieder am Montagegestell 20 festgeschraubt.
  • • Die ganze Schleifvorrichtung 10 wird zur nächsten Laufbuchse 1 herübergehoben und das oben beschriebene Verfahren wird wiederholt.

In 8 wird eine fertigbearbeitete Laufbuchse 1 gezeigt.

Die Schleifvorrichtung 10 gemäß der Erfindung kann auch verschiedene Spuren T in der gleichen Ebene um den inneren Umkreis der Laufbuchse 1 schleifen, indem die Drehwelle 50 beispielsweise mit einer Zahnstange in Eingriff mit einem Zahnrad ersetzt wird, das statt der Antriebsmutter 31 innerhalb/außerhalb der Laufbuchse angebracht ist. Das Zahnrad verschiebt zunächst die Zahnstange nach unten und danach wird eine separate, erste, horizontale Spur geschliffen, worauf dieses schrittweise separat wiederholt wird für jede nachfolgende Spur, bis die gewünschte Schleiflänge erzielt worden ist.

In 9 mit den Querschnitten A, B und C wird die Schleifscheibe 42 mit unterschiedlichen Ausführungen der Schleifoberfläche gezeigt, z. B. mit zumindest einem Teil der Oberfläche oder der ganzen Oberfläche abgerundet, z. B. gewölbt, in Ansicht A, zumindest einer teilweise oder im Ganzen flachen Oberfläche in Ansicht B oder einer zumindest teilweise abgerundeten, z. B. gewölbten, Oberfläche kombiniert mit einer zumindest teilweise flachen Oberfläche in Ansicht C zum gleichzeitigen Schleifen von Spuren und Einebnen der Spitzen. Die Schleifscheibe 42 kann mit kubischem Bornitrit beschichtet werden aber auch einem anderen haltbaren Material, z. B. Industriediamanten, und kann auch mit einer anderen gewünschten Spurenform versehen sein, z. B. einer zumindest teilweise spitzen Oberfläche statt einer konvexen oder abgerundeten Oberfläche.


Anspruch[de]
Verfahren zur innenseitigen Bearbeitung einer Zylinderlaufbuchse (1) für einen Verbrennungsmotor (E), bei dem ein innenseitiges Muster (P) in die Laufbuchse (1) dadurch eingearbeitet wird, dass ein Schleif- oder Fräswerkzeug (40) in Längsrichtung der Laufbuchse vom einen offenen Ende (1A) der Laufbuchse verschoben und um die Mittelachse (C) der Laufbuchse herum gedreht wird, um die Laufbuchse zu bearbeiten, und dass ein Schleif- oder Fräsmittel (42) des Schleif-/Fräswerkzeuges separat gedreht wird, um das Muster zu erzielen,

dadurch gekennzeichnet, dass es sich

bei dem Muster um ein Wave-cut-Muster handelt und ein Schleif-/Fräswerkzeug (40) verwendet wird, das einen Arm (60) umfasst, der einen Schleifkopf (41) trägt, der mit dem drehbaren Schleif-/Fräsmittel (42) versehen ist, und zumindest einen im Verhältnis zum Tragarm (60) in einem Winkel versetzten Arm (70) aufweist, um den Schleifkopf während der Bearbeitung gegen die Innenseite (1) der Laufbuchse zu stützen,

und dass innenseitige Wave-cut-Muster (P) in die Laufbuchse vor Ort im Verbrennungsmotor (E) eingearbeitet (1) wird.
Verfahren gemäß Anspruch 1, bei dem das Schleif-/Fräswerkzeug (40) in eine Spiralbewegung versetzt wird und dabei sowohl in Längsrichtung der Laufbuchse (1) vom einen offenen Ende (1A) der Laufbuchse verschoben und während der Bearbeitung um die Mittelachse (C) der Laufbuchse im Verhältnis zur Versetzung in Längsrichtung der Laufbuchse gedreht wird. Verfahren gemäß Anspruch 2, bei dem die Spiralbewegung des Schleif-/Fräswerkzeugs (40) in Längsrichtung der Laufbuchse (1) dadurch gesteuert wird, dass während der Bearbeitung eine Gewindewelle (50) mit Hilfe von Mitteln (30) durch eine stationäre Mutter (31) gedreht und geschraubt wird. Verfahren gemäß Anspruch 3, bei dem das Schleif- /Fräswerkzeug (40) während der Bearbeitung eine Umdrehung in der Laufbuchse (1) pro Gewindesteigung der Welle (50) gedreht wird. Verfahren gemäß Anspruch 1, bei dem die Bewegung des Schleif-/Fräswerkzeugs (40) in der Laufbuchse (1) stufenweise dadurch gesteuert wird, dass eine in Längsrichtung der Laufbuchse sich erstreckende Welle (50) zunächst in Längsrichtung der Laufbuchse verschoben wird und dass das Schleif-/Fräswerkzeug dann während der Bearbeitung um die Mittelachse (C) der Laufbuchse gedreht wird. Verfahren gemäß Anspruch 1, 2 oder 5, bei dem die Bewegung des Schleif-/Fräswerkzeugs (40) in Längsrichtung der Laufbuchse (1) dadurch gesteuert wird, dass eine mit Zähnen versehene Welle (50) in Längsrichtung der Laufbuchse mit Hilfe eines Zahnrads verschoben wird. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 3–6, bei dem die Welle (50) vor der Bearbeitung auf eine gewünschte Länge verlängert wird. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem das Schleif-/Fräsmittel (42) während der Bearbeitung mit Hilfe einer separaten Antriebvorrichtung (43) gedreht wird. Vorrichtung (10) für die innenseitige Bearbeitung einer Zylinderlaufbuchse (1) für einen Verbrennungsmotor (E), bei der zur Bearbeitung der Laufbuchse (1) ein Schleif- oder Fräswerkzeug (40) vorgesehen ist, um ein innenseitiges Muster (P) zu schaffen, und dass Mittel (30) zum Verschieben des Schleif-/Fräswerkzeugs (40) in Längsrichtung der Laufbuchse (1) vom einen offenen Ende (1A) der Laufbuchse und zum Drehen des Schleif-/Fräswerkzeugs um die Mittelachse (C) der Laufbuchse vorgesehen sind,

wobei das Schleif-/Fräswerkzeug (40) ein separat drehbares Mittel (42) zum Schleifen/Fräsen des Musters (P) in der Laufbuchse (1) hat,

dadurch gekennzeichnet, dass ein Wave-cut-Muster geschaffen wird und ein Schleif-/Fräswerkzeug (40) verwendet wird, das einen Arm (60) umfasst, der einen Schleifkopf (41) trägt, der mit dem drehbaren Schleif-/Fräsmittel (42) versehen ist, und zumindest einen im Verhältnis zum Tragarm (60) in einem Winkel versetzten Arm (70) aufweist, um den Schleifkopf während der Bearbeitung gegen die Innenseite (1) der Laufbuchse zu stützen

und dass innenseitige Wave-cut-Muster (P) in der Laufbuchse (1) vor Ort im Verbrennungsmotor (E) auszuarbeiten.
Vorrichtung gemäß Anspruch 9, bei der das Schleif-/Fräswerkzeug (40) an einem Ende (50A) einer in Längsrichtung der Laufbuchse (1) sich erstreckende Welle (50) angeschlossen ist, die für die Drehung mittels der Mittel (30) vorgesehen ist. Vorrichtung gemäß Anspruch 10, bei der die Welle (50) ein Gewinde hat und mit einer stationären Mutter (31) in Eingriff steht, die abnehmbar an ein Montagegestell (20) angeschlossen ist, welches das Schleif-/Fräswerkzeug (40) abnehmbar an das offene Ende (1A) der Laufbuchse (1) anschließt. Vorrichtung gemäß Anspruch 11, bei der die Welle (50) eine solche Gewindesteigung hat, dass – während der Bearbeitung – die Mittel (30) das Schleif-/Fräswerkzeug (40) pro Gewindesteigung der Welle (50) ein Umdrehung in der Laufbuchse (1) drehen. Vorrichtung gemäß Anspruch 10, bei der die Welle (50) eine Zahnstange ist und in Eingriff steht mit Zahnrädern der Mittel (30), die auf einem Montagegestell (20) angebracht sind, das abnehmbar das Schleif-/Fräswerkzeug (40) an das offene Ende (1A) der Laufbuchse (1) anschließt. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 10–13, wobei die Welle (50) modulartig aufgebaut ist. Vorrichtung gemäß der Anspruch 14, bei der die Welle (50) dadurch teil- und verlängerbar ist, dass ein anderes Ende (50B) der Welle eine zu den nachfolgenden Wellen (50) passende Kupplung (51, 52) hat, um Ende gegen Ende anzuschließen. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 9–15, bei der die Mittel (30) zur Verschiebung des Schleif-/Fräswerkzeugs (40) auf dem im Verhältnis zum Tragarm (60) in einem Winkel verschobenen Arm (70, 80) in der Laufbuchse (1) angebracht sind. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 9–15, bei der die Mittel (30) zur Verschiebung des Schleif-/Fräswerkzeugs (40) außerhalb der Laufbuchse (1) angebracht sind. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 9–15, bei der Teile der Mittel (30) zur Verschiebung des Schleif-/Fräswerkzeugs (40) außerhalb der Laufbuchse (1) und auf dem im Verhältnis zum Tragarm (60) mit einem Winkel verschobenen Arm (70, 80) in der Laufbuchse angebracht sind. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 9 bis 18, bei der das Schleif-/Fräsmittel (42) drehbar an eine separate Antriebsvorrichtung (43) angeschlossen ist. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 9–19, bei der das Schleif-/Fräsmittel (42) eine Schleifscheibe mit zur Bearbeitung der Laufbuchse (1) geeignet ausgeführter Schleifoberfläche ist. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 9–20, bei der zumindest ein Teil der Schleifoberfläche des Schleif-/Fräsmittels (42) abgerundet ist. Vorrichtung gemäß Anspruch 21, bei der die ganze Schleifoberfläche des Schleif-/Fräsmittels (42) gewölbt ist. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1–20, bei der zumindest ein Teil der Schleifoberfläche des Schleif-/Fräsmittels (42) flach ist. Vorrichtung gemäß Anspruch 23, bei der die ganze Schleifoberfläche des Schleif-/Fräsmittels (42) flach ist. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1–20, bei der zumindest ein Teil der Schleifoberfläche des Schleif-/Fräsmittels (42) flach und zumindest ein anderer Teil der Schleifoberfläche des Schleif-/Fräsmittels abgerundet ist. Vorrichtung gemäß Anspruch 25, bei welcher der zumindest teilweise abgerundete Teil der Schleifoberfläche des Schleif-/Fräsmittels (42) zumindest teilweise gewölbt ist. Vorrichtung gemäß einem der Ansprüche 1–20, bei der zumindest ein Teil der Schleifoberfläche des Schleif-/Fräsmittels (42) zugespitzt ist.






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