Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Faserverbund-Bauelements
mit wenigstens zwei aneinander angrenzenden ersten und zweiten Teilelementen mit
jeweils einer Faserstruktur und die Faserstruktur jeweils einbettenden unterschiedlichen
Matrixsystemen.
Es ist bekannt, Faserverbund-Bauelemente aus verschiedenen Teilelementen
zusammenzusetzen, die unterschiedliche Faserstrukturen, insbesondere aber auch unterschiedliche
Matrixsysteme aufweisen, um den unterschiedlichen Anforderungen an die Teilelemente
gerecht zu werden. In herkömmlicher Technik werden die Teilelemente getrennt
voneinander hergestellt und zu dem Bauelement mittels einer Kleb- und/oder Schraubverbindung
zusammengefügt. Das Zusammenfügen der Teilelemente führt zu dem Nachteil,
dass die Verbindung nur dann eine etwaig benötigte hohe Scherfestigkeit aufweist,
wenn für die Verbindung ein hoher Aufwand getrieben wird, der das Gewicht des
Faserverbund-Bauelements deutlich erhöht.
Durch DE 199 15 083 C1
und EP 1 400 341 A1 ist es bekannt,
unterschiedliche Preforms, also Faserstruktur-Teilelemente zueinander anzuordnen
und gemeinsam mit einem Bindemittel (Matrixsystem) zu durchtränken und –
ggf. unter Vakuum – auszuhärten. Dabei werden für die Teilelemente
jedoch ersichtlich gleiche Matrixsysteme verwendet.
US 5,667,881 A offenbart
eine Verbindung zwischen einem thermoplastischen und einem duroplastischen Kunststoff,
die dadurch hergestellt wird, dass an der Grenzfläche zwischen beiden Kunststoffen
diese sich im flüssigen bzw. plastifizierten Zustand etwas vermischen können,
um so miteinander eine Art Dispersion zu bilden. Ein derartiges Verfahren ist auf
die Verwendung miteinander mischbarer Kunststoffe beschränkt und hat daher
nur einen begrenzten Anwendungsbereich.
Durch DE 1 090 849 B
ist es bekannt, einen Schichtstoff in zwei Arbeitsgängen herzustellen, bei
dem eine untere Schicht durch Kunstharz mit mehreren übereinander liegenden
Verstärkungseinlagen gebildet wird. Zwischen der obersten Verstärkungseinlage
und den darunter liegenden Verstärkungseinlagen wird eine Loch- oder Schlitzfolie
eingelegt, sodass der Durchtritt des Kunstharzes nur im Bereich der Löcher
bzw. Schlitze der Kunststofffolie erfolgt. Der andersartige Kunstharz der später
aufgebrachten oberen Schicht kann somit in die Zwischenräume der rippen- oder
noppenförmigen Kunstharzschicht der unteren Lage eindringen, grenzt jedoch
über einen wesentlichen Teil der Fläche des Übergangsbereichs an
der Trennfolie an und nicht an dem Kunstharz der unteren Schicht, sodass eine innige
Behakung der beiden Kunstharzschichten durch die Trennfolienbereiche gestört
wird.
Die EP 1 321 282 A1
offenbart ein Prepreg, das an einer Oberseite mit trockenen, nicht imprägnierten
Faserlagen versehen ist, um beim Verflüssigen des Imprägnierharzes einen
Lufteinschluss zu vermeiden, indem die Luft durch die trockenen Lagen seitlich aus
dem Bauteil entweichen kann, wenn auf das Bauteil ein Druck ausgeübt wird.
Die Imprägnierung der unteren Lagen des Prepregs wird dabei so
ausgestaltet, dass der Harzvorrat ausreicht, um auch die trockenen Faserlagen bei
der Verarbeitung vollständig zu durchtränken. Eine Kombination eines derartigen
Prepregs mit einem zweiten Teilelement, das ein andersartiges Matrixsystem aufweist,
ist hierbei nicht betrachtet.
Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Herstellung
eines Faserverbund-Bauelements der eingangs erwähnten Art zu ermöglichen,
das eine erhöhte Stabilität der Verbindung der Teilelemente aufweist,
kostengünstig herstellbar ist und nicht auf bestimmte Kunststoffkombinationen
beschränkt ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einem Verfahren der
eingangs erwähnten Art dadurch gelöst, dass das erste Teilelement unter
Belassung eines zum Anschließen an das zweite Teilelement vorgesehenen Übergangsbereichs
mit einer durch das Matrixsystem unbenetzten Faserstruktur konsolidiert wird, sodass
sich eine unregelmäßige Dickenverteilung des Matrixsystems über die
Fläche des Übergangsbereichs ausbildet, und dass anschließend das
zweite Teilelement mit dem Eindringen des Matrixsystems des zweiten Teilelements
in den Übergangsbereich des ersten Teilelements konsolidiert wird, sodass die
Matrixsysteme eine verzahnte Grenzfläche über die Fläche des Übergangsbereichs
miteinander bilden.
Das erste Teilelement bzw. Bauteil einer Baugruppe wird somit separat
so konsolidiert, dass ein trockener Faserbereich ohne Matrixmaterial im Übergang
zur späteren Baugruppe, d. h. dem zweiten Teilelement verbleibt. Die Konsolidierung
beispielsweise durch Matrixverflüssigung oder Matrixinjektion und Aushärtung
kann auch vor der Montage mit dem zweiten Teilelement erfolgen. Dadurch wird die
spätere Übergangszone von einem Matrixsystem des ersten Teilelementes
zum anderen Matrixsystem des zweiten Teileelementes innerhalb des ersten Teilelementes
festgelegt.
Das zweite Bauelement wird somit nicht thermisch belastet, wenn die
Matrix des ersten Teilelementes verflüssigt wird, da der Übergangsbereich bereits
vor der Montage des ersten und zweiten Teilelementes zu einer Baugruppe im ersten
Teilelement erzeugt wird.
Das Konsolidieren des ersten und/oder zweiten Teilelementes kann beispielsweise
durch Verflüssigen und anschließendem Aushärten des jeweiligen Matrixsystems
erfolgen.
Es ist aber auch denkbar, dass das Konsolidieren des ersten und/oder
zweiten Teilelementes durch Injektion von Matrixmaterial und anschließendem
Aushärten des jeweiligen Matrixsystems erfolgt.
Erfindungsgemäß wird der Übergangsbereich mit einer
unregelmäßigen Dickenverteilung über die Fläche des Übergangsbereichs
ausgeführt. Dies wird erreicht, da die Faserschichten des Übergangsbereiches
in ihrer Fläche sowohl über trockene Faserbereiche verfügen, als
auch über von Matrixmaterial des ersten Teilelementes durchsetzte Bereiche.
Die sich dementsprechend ungleichmäßig durch die Faserschichten des Übergangsbereiches
hierdurch ausbildende unregelmäßige Grenzschicht hat den Vorteil, dass
eine verbesserte Verhakung und Verzahnung der beiden Teilelemente im Übergangsbereich
erreicht wird. Es wird eine stoffschlüssige Verbindung der beiden Matrixbereiche
über die Faser hergestellt.
In einer vorteilhaften Ausführungsform wird das erste Teilelement
aus mindestens zwei Schichten aufgebaut, die miteinander beispielsweise durch Vernähen
verbunden werden. Eine erste Schicht des ersten Teilelementes ist dabei eine mit
Matrixsystemen versehene Faserstruktur und eine zweite Schicht eine mit der ersten
Schicht verbundene, ohne Matrixsystem versehene und den Übergangsbereich bildende
Faserstruktur. Bei der Konsolidierung des Matrixsystems beispielsweise durch Verflüssigung
eines Thermoplastmaterials, fließt das Matrixmaterial teilweise in die zweite
Schicht des ersten Teilsystems hinein, so dass sich bei der Aushärtung des
Matrixmaterials eine Grenzschicht in der zweiten Schicht bildet.
Als erste Schicht dieses zweischichtigen ersten Teilelementes kann
beispielsweise ein Thermoplast-Commingling-Hybrid oder ein Thermoplast-Prepeg eingesetzt
werden.
Bei einer anderen vorteilhaften Ausführungsform des ersten Teilelementes
wird eine aus miteinander vernähten Faserschichten, aus einem Fasergelege oder
aus einer Preform-Faserschicht gebildete zweite Schicht auf die erste Schicht zu
Herstellung des ersten Teilelementes aufgebracht. Anschließend wird das Matrixsystem
des ersten Teilelementes unter Belassung des Übergangsbereiches konsolidiert,
indem beispielsweise ein Thermoplast der ersten Schicht verflüssigt wird, so
dass dieser in die zweite Schicht hineinfließt. Bei der Aushärtung des
Thermoplasts bildet sich dann eine Grenzschicht in der zweiten Schicht des ersten
Teilelementes.
Eine andere vorteilhafte Ausführungsform des ersten Teilelementes
wird durch Einlegen einer Thermoplastfolie zwischen die erste und zweite Schicht
des ersten Teilelementes vor der Konsolidierung des Matrixsystems des ersten Teilelementes
und Aushärten des Matrixsystems mittels Wärmeeintrag hergestellt. Beim
Wärmeeintrag schmilzt die Thermoplastfolie auf und dringt teilweise in die
zweite Schicht zur Bildung eines ungleichförmigen Übergangsbereichs ein.
Die Thermoplastfolie kann beispielsweise gelocht oder perforiert sein.
Die Perforation der Thermoplastfolie bleibt weitestgehend in der zweiten
Schicht erhalten und es bildet sich eine Grenzschicht mit Löchern aus. Dadurch
kann das Matrixsystem des zweiten Teilelementes in diese Löcher hineinfließen
und bei dessen Aushärtung sich mit dem Matrixsystem des ersten Teilelementes
zusätzlich verzahnen. Somit erzeugen beide Matrixsysteme eine uneinheitliche
Grenzfläche.
Ein mit dem beschriebenen Verfahren hergestelltes Faserverbund-Bauelement
kann beispielsweise für Stringer versteifte Rumpf- oder Flügelschalen
eines Luftfahrzeuges genutzt werden. Dabei werden die Schalenelemente aus Epoxyd-Kohlefaser-Pregeg
gelegt, während die Stringer aus Kohlerfasermaterial mit thermoplastischer
Matrix mit dem oben beschriebenen Verfahren hergestellt werden. Die Stringer sind
dann bis auf die Kontaktbereiche des Stringerfußes zur Prepegschale fertig
konsolidiert und können durch Warmumformung an zum Beispiel sphärische
Konturen der Schale fein angepasst werden. Beim Aufheizen des gesiegelten Schalenbauteils
mit den Stringern wird der noch trockene Bereich der Stringerfüße mit
Überschussharz des Prepegs getränkt und bildet so eine belastbare Anbindung
der Stringer an die Schale.
Es ist offensichtlich, dass das Verfahren auch zur Herstellung von
Faserverbund-Bauelementen für andere Anwendungsgebiete entsprechend genutzt
werden kann.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen
mit den beigefügten Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
1a) bis f) – Skizze des Verfahrens
zur Herstellung eines Faserverbund Bauelementes mit Querschnittsansichten eines
das Faserverbund-Bauelement bildenden ersten und zweiten Teilelementes;
2 – Skizze einer
ersten Ausführungsform des ersten Teilelementes als Querschnittsansicht;
3a) und b) – Skizze der Konsolidierung des
Matrixsystems des ersten Teilelementes aus 2;
4 Skizze einer zweiten anderen Ausführungsform
des ersten Teilelementes als Querschnittsansicht;
5a) und b) – Skizze der Konsolidierung des
Matrixsystems des ersten Teilelementes aus 4;
6 Skizze einer dritten Ausführungsform
des ersten Teilelementes als Querschnittsansicht;
7a) und b) Skizze des Verfahrens zur Konsolidierung
des Matrixsystems des ersten Teilelementes aus 6;
8a) bis c) – Skizze der Herstellung von stringerversteiften
Rumpf- oder Flügelschalen.
Die 1a) bis f) lässt die verschiedenen
Verfahrensschritte zur Herstellung eines Faserverbund-Bauelementes bestehend aus
zwei aneinander angrenzenden Teilelementen erkennen.
Die 1a) zeigt eine Querschnittsansicht
eines ersten Teilelementes 1 bestehend aus einer Faserstruktur
2a und einem in die Faserstruktur 2a eingebetteten Matrixsystem
3.
Wie in der 1b) erkennbar ist, wird das
Matrixsystem 3 des ersten Teilelementes 1 durch Temperatur und
Druck verflüssigt, um das erste Teilelement 1 anschließend durch
Aushärtung des Matrixmaterials 3 zu konsolidieren. Dadurch, dass die
Faserstruktur 2a in einem Übergangsbereich 4 des ersten Teilelementes
1 von Matrixsystem 3 unbenetzt ist, dringt das Matrixsystem
3 bei der Konsolidierung nur unvollständig in den Übergangsbereich
4, d. h. in den matrixfreien Übergangsbereich 4 ein. Nach
Aushärtung entsteht dort ein Übergangsbereich 4 mit einer unregelmäßigen
Dickenverteilung über die Fläche des Übergangsbereiches
4, Wie in der 1c) erkennbar ist.
In einem nächsten Schritt, der in der 1d)
skizziert ist, wird das separat konsolidierte erste Teilelement 1 flächig
auf ein zweites Teilelement 5 aufgelegt. Anschließend wird ein Matrixsystem
(Injektionsharz) 6 in das zweite Teilelement 5 injiziert und durch
Temperatur und Druck erreicht, dass das Matrixsystem 6 des zweiten Teilelementes
5 durch dieses in den Übergangsbereich 4 des ersten Teilelementes
hineinfließt. Dort verhakt oder verzahnt sich das Matrixsystem 6 mit
dem Übergangsbereich und wird ausgehärtet (1e)
und f)).
Es ist somit vorgesehen, dass das Matrixsystem 3 des ersten
Teilelementes 1 verflüssigt wird und aufgrund seiner hohen Viskosität
den Übergangsbereich 4 des ersten Teilelementes 1 unvollständig
durchdringt, so dass sich eine unregelmäßige Grenzschicht beim Aushärten
des Matrixsystems 3 ausbildet. Das Matrixsystem 6 des zweiten
Teilelementes 5 ist beim Aushärten des ersten Teilelementes
1 noch nicht anwesend bzw. das Matrixsystem 3 des ersten Teilelementes
1 wird ohne die Anwesenheit des zweiten Teilelementes 5 verflüssigt
und ausgehärtet. Anschließend wird das Matrixsystem 6 in das
zweite Teilelement 5 injiziert oder ein bereits im zweiten Teilelement
5 enthaltenes Matrixsystem 6 erwärmt. Hierdurch dringt das
Matrixsystem 6 des zweiten Teilelementes 5 in den Übergangsbereich
4 des ersten Teilelementes 1 ein, der noch nicht mit einem Matrixsystem
6 benetzt worden ist. Demzufolge fließt das Matrixsystem des zweiten
Teilelementes 5 an die Grenzschicht des ersten Matrixsystems
3 heran, verhakt oder verzahnt sich mit diesem und wird ausgehärtet.
Die 2 lässt eine zweite Ausführungsform
des ersten Teilelementes 1 erkennen, das aus zwei Schichten 7a,
7b aufgebaut ist. Die erste Schicht 7a besteht aus Thermoplast-Commingling-Hybrid,
das mit der zweiten Schicht 7b verbunden ist. Die zweite Schicht
7b kann aus einer oder mehreren trockenen bzw. ohne Matrixsystem versehenen
Faserschichten bestehen. Die Verbindung der ersten und zweiten Schicht
7a, 7b miteinander kann beispielsweise durch Vernähen erfolgen
Bei der Verflüssigung des in der ersten Schicht 7a enthaltenen Thermoplasts
fließt dieser teils in die zweite Schicht 7b hinein, so dass sich
bei der Aushärtung des Thermoplasten als Matrixsystem eine Grenzschicht in
der zweiten Schicht 7b als Übergangsbereich 4 bildet.
Hierzu wird, wie in der 3a) gezeigt ist, das aus
den beiden Schichten 7a, 7b gebildete erste Teilelement
1 mit Hilfe von Temperatur und Druck konsolidiert. Die 3b)
lässt das fertig konsolidierte erste Teilelement 1 mit dem Übergangsbereich
4 erkennen.
Eine in der 4 skizzierte dritte Ausführungsform
des ersten Teilelementes 1 ist ebenfalls aus zwei Schichten 8a,
8b aufgebaut. Wiederum besteht die erste Schicht 8a aus Thermoplast-Commingling-Hybrid
oder aus Thermoplast-Prepeg. Die zweite Schicht 8b besteht aus mehreren
miteinander vernähten Faserschichten, aus einem Fasergelege oder aus einer
Preform-Faserschicht.
Vor dem Aufschmelzen des Thermoplasten in der ersten Schicht
8a wird die zweite Schicht 8b mit der ersten Schicht
8a in Kontakt gebracht. Anschließend wird, wie in der 5a)
skizziert ist, der Thermoplast der ersten Schicht 8a durch Temperatur und
Druck verflüssigt und beginnt in die zweite Schicht 8b hinein zufließen.
Dadurch bildet sich bei der Aushärtung des Thermoplasten eine Grenzschicht
in der zweiten Schicht 8b, die wiederum einen Übergangsbereich
4 mit unregelmäßiger Dickenverteilung schafft.
Die 6 lässt eine vierte Ausführungsform
des ersten Teilelementes 1 erkennen, bei der vor der Konsolidierung des
in einer ersten Schicht 9a enthaltenen Thermoplasten als Matrixsystem zwischen
die erste und zweite Schicht 9a, 9b eine gelochte oder perforierte
Thermoplastfolie 10 gelegt wird.
Bei der in der 7a) skizzierten Konsolidierung des
ersten Teilelementes 1 durch Temperatur und Druck beginnt die Thermoplastfolie
10 aufzuschmelzen und fließt teilweise in die zweite Schicht
9b hinein. Bei der Aushärtung des ersten Teilelements 1 werden
damit beide Schichten 9a, 9b miteinander verbunden. Außerdem
bleibt die Perforation der Thermoplastfolie 10 weitestgehend in der zweiten
Schicht 9b erhalten und es bildet sich eine Grenzschicht mit Löchern
aus. Dies ist in der 7b) skizziert. Dort ist der entsprechende
Löcher aufweisende Übergangsbereich 4 zu erkennen. Das Matrixsystem
des zweiten Teilelementes 5 kann dann in diese Löcher des Übergangsbereichs
4 hineinfließen und sich bei Aushärtung mit dem Matrixsystem
des ersten Teilelementes 1 zusätzlich verzahnen bzw. eine verstärkt
uneinheitliche Grenzfläche erzeugen.
Die 8a) bis c) lässt die Anwendung des oben
beschriebenen Verfahrens zur Herstellung stringerversteifter Rumpf- oder Flügelschalen
für Luftfahrzeuge erkennen. Das erste Teilelement 1 ist beispielsweise
ein aus Kohlefasermaterial mit thermoplastischer Matrix hergestellter Stringer,
der mit Ausnahme des Übergangsbereiches 4 am Stringerfuß zum
Schalenelement als zweites Teilelement 5 fertig konsolidiert ist. Die Stringer
können auch durch Warmumformung an zum Beispiel sphärische Konturen der
Schale, d. h. des zweiten Teilelementes 5 fein angepasst werden.
Die Schalenelemente, d. h. das zweite Teilelement 5 ist beispielsweise
aus Epoxyd Kohlefaser-Prepeg gelegt. Beim Aufheizen des gesiegelten Schalenbauteils,
d. h. des zweiten Teilelements 5, mit den Stringern, d. h. dem ersten Teilelement
1, wird der noch trockene Bereich der Stringerfüße mit Überschussharz
des Prepegs getränkt und bildet so eine belastbare Anbindung der Stringer an
die Schale. Dies ist in den 8b) und c) skizziert.