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Dokumentenidentifikation DE102007003085B4 28.04.2011
Titel Verfahren zur Herstellung einer Dichtwand mit optimierten Betonfertigteilen
Anmelder Franki Grundbau GmbH & Co.KG, 21220 Seevetal, DE
Vertreter Patentanwälte Maxton Langmaack & Partner, 50968 Köln
DE-Anmeldedatum 16.01.2007
DE-Aktenzeichen 102007003085
Offenlegungstag 03.07.2008
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.04.2011
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.04.2011
IPC-Hauptklasse E02D 17/04  (2006.01)  A,  F,  I,  20070116,  B,  H,  DE
IPC-Nebenklasse E02D 5/20  (2006.01)  A,  L,  I,  20070116,  B,  H,  DE
E02D 5/74  (2006.01)  A,  L,  I,  20070116,  B,  H,  DE

Beschreibung[de]

Die vorliegende Beschreibung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer Dichtwand, sowie eine mit dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellte Dichtwand selbst, als auch in der Dichtwand angeordnete Tragelemente aus Betonfertigteilen.

Verfahren zur Herstellung von Dichtwänden sind aus dem Stand der Technik bekannt. Dichtwände werden üblicherweise zur Abdichtung von Baugruben im Tiefbau hergestellt, um ein Eindringen von Grundwasser in das Baugrubeninnere zu verhindern. Dabei werden Dichtwände soweit in den Boden abgetäuft, bis eine abdichtende Bodenschicht, beispielsweise aus Ton oder Mergel, erreicht wird. Hierdurch wird eine lediglich lokale Grundwasserabsenkung innerhalb der Baugrube im Vergleich zu außerhalb der Baugrube erzielt, so dass ein Aushub bis auf das benötigte Aushubniveau im Trockenen ermöglicht ist.

Dichtwände werden nach den aus dem Stand der Technik bekannten Verfahren hergestellt, dem gemäß zunächst üblicherweise Betonleitwände gesetzt werden, welche den Grundriss einer Baugrube vorgeben und zudem dem Greifer eines Baggers eine Führung vermitteln. Anschließend wird mittels des Greifers der Bereich zwischen den Leitwänden ausgegriffen, und auf diese Weise ein Schlitz hergestellt. Dabei wird zur Stützung des anstehenden Erdreiches eine flüssige Suspension eingefüllt, die aufgrund ihres hydrostatischen Druckes das Erdreich stützt. Der Schlitz wird dabei soweit ausgegriffen, bis ein abdichtender Bodenbereich erreicht wird.

Die Herstellung der Dichtwand ist in einem sogenannten Einphasen- oder Zweiphasenverfahren möglich. Bei dem üblichen Einphasenverfahren wird als Suspension ein flüssiges Bentonit-Zement-Gemisch eingesetzt, welches einerseits der Stützung des Schlitzes dient, andererseits als Dichtwandmasse sich nach Fertigstellung des Schlitzes verfestigt und auf diese Weise eine wasserrückhaltende Trennwand im Boden bildet. Alternativ kann auch mit zunächst üblicher Suspension gearbeitet werden, welche dann nachfolgend durch Dichtwandmasse ausgetauscht wird. Dies erfolgt dergestalt, dass ein Schüttrohr bis zum Boden des Schlitzes in die Suspension eingetaucht und über dieses Schüttrohr die Dichtwandmasse eingefüllt wird. Die Suspension wird hierdurch nach oben verdrängt und kann beispielsweise zu einem Entsander gepumpt und wiederaufbereitet zur weiteren Verwendung werden.

Die DE 35 04 161 A1 offenbart ein Verfahren zur Herstellung von wandförmigen Bauwerken im Erdreich, insbesondere von Schlitzwänden, wobei bevorzugt zonenweise zunächst ein schlitzförmiger Graben ausgehoben und entsprechend der Bodenstatik mit einer Stützflüssigkeit gefüllt wird, ferner in den Graben eine Bewehrung und anschließend Frischbeton bei gleichzeitigem Abzug der etwa eingebrachten Stützflüssigkeit in den Graben eingefüllt wird, dann zunächst einzelne armierte Bewehrungsplatten aus Beton hergestellt werden, deren Dicke geringer ist als die Dicke des zu erstellenden Schlitzbandes, und die jeweils auf einer wenigstens einer Plattenfläche mit wenigstens einem Teil der einzubringenden Bewehrung versehen sind, und dann jeweils wenigstens eine der mit der vollständigen Bewehrung versehenen Bewehrungsplatten in einen Grabenabschnitt, vorzugsweise vertikal eingesetzt wird und dann der verbleibende Freiraum des betreffenden Grabenabschnitts auf der mit der Bewehrung versehenen Seite der Bewehrungsplatte mit Beton ausgegossen wird. Dabei können die eingesetzten Bewehrungsplatten im Bereich ihrer Stirnseiten verstärkt ausgeführt sein und dort Ausnehmungen aufweisen, in welche Distanz- und Führungsstücke lösbar einsetzbar sind, um eine passgenaue Absenkung der Bewehrungsplatte zur Verfügung zu stellen.

Die DE 26 16 970 C3 beschreibt ein Verfahren zur Herstellung einer Stützwandkonstruktion mit Fertigteilen, deren Sichtfläche eine saubere und vorher in ihrer Beschaffenheit festgelegte Qualität besitzt und für deren Freilegung keine oder nur wenig aufwändige Nacharbeiten erforderlich sind. Hierzu wird im aufgehenden Teil des Schlitzes der Raum zwischen den Sichtflächen der Fertigteile und dem Erdreich mit einem leicht entfernbaren Material verfüllt.

Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren zur Verfügung zu stellen, mittels welchem Dichtwände herzustellen sind, die kostengünstiger als die aus dem Stand der Technik bekannten in Schlitze eingestellten Spundwände oder Ortbetonschlitzwände sind.

Hierzu schlägt die vorliegende Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer Dichtwand für einen Baugrubenversprung vor, wobei nach Ausheben eines Schlitzes zumindest ein Tragelement als Betonfertigteil in dem Schlitz angeordnet wird, wobei das Tragelement einen Grundkörper mit einer ersten, einer Baugrube zugewandten Oberfläche und einer zweiten, einem anstehenden Boden zugewandten Oberfläche aufweist, wobei über mindestens ein über die zweite Oberfläche herausstehendes und sich in Richtung des Bodens erstreckendes Lastabtragsmittel an die Dichtwand angreifende Kräfte des anstehenden Bodens abgetragen werden, wobei das Lastabtragsmittel über eine Unterkante des Grundkörpers hinaus tiefer ausgebildet ist und eine Bewehrung des Lastabtragsmittels sich in den Grundkörper hineinerstreckt. Insbesondere kann die Bewehrung im Tragelement so ausgebildet sein, dass diejenige für das Lastabtragselement sich in den Grundkörper hinein erstreckt, insbesondere bis fast zu der der Baugrube zugewandten Oberfläche des Tragelementes.

Die in dem erfindungsgemäßen Verfahren zum Einsatz kommenden Trageelemente sind aufgrund ihrer spezifischen Ausgestaltung dahingehend optimiert, dass diese mit geringeren Materialmengen und damit kostengünstiger hergestellt werden können. Dabei wird aufgrund des spezifischen Aufbaus der eingesetzten Tragelemente eine Trennung der horizontalen und vertikalen Tragwirkung erzielt. Durch diese Bauweise können die Materialdicken der Betonfertigteile optimal den statischen Erfordernissen angepasst und so die Massen der verwendeten Betonfertigteile erheblich reduziert werden. Es sind damit Dichtwände mit hohen Steifigkeiten bei gleichzeitiger Verformungsarmut und Optimierung der eingesetzten Materialmengen erzielbar. Eine solche Dichtwand kann auch sehr große Erd- und Wasserdruckkräfte sicher aufnehmen.

Im Übergangsbereich zwischen Grundkörper und Lastabtragsmittel können dabei zur Optimierung an die statischen Anforderungen vorteilhafterweise Materialanhäufungen, insbesondere als rautenartige Verstärkungen ausgebildet, vorgesehen sein. Dabei können diese Materialanhäufungen je nach Bedarf ausgeführt werden und, wo möglich, auch weggelassen werden. So können dann in einer Baugrube beispielsweise Trageelemente mit unterschiedlichen Lastabtragsmitteln, mal mit, mal ohne Materialverstärkungen, eingesetzt sein. Aber auch sonstige Kombinationen sind denkbar. Grundsätzlich können die Tragelemente somit individuell derart dimensioniert werden, wie dies statisch nach den Erfordernissen, die an die jeweilige Dichtwand gestellt werden, notwendig ist. Hierdurch können die Tragelemente einzeln anpassbar für eine konkrete Dichtwand hergestellt werden, wodurch sich weiter Material einsparen lässt.

Gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren können die Tragelemente als Betonfertigteile sowohl schlaff bewehrt oder vorgespannt hergestellt werden. Zur Abstützung der Tragelemente können beispielsweise Verpressanker eingesetzt werden. Diese können durch in den Trageelementen vorgesehene Bohrungen geführt werden.

Die Tragelemente können bevorzugt gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren in einem mit sich verfestigender Dichtwandmasse gefüllten Schlitz angeordnet werden (Einphasenverfahren), oder aber die Tragelemente können zuerst in dem Schlitz eingestellt und nachfolgend Dichtwandmasse eingefüllt werden. Die Dichtwandmasse verdrängt dabei eine bereits im Schlitz befindliche Suspension, welche den hydrostatischen Druck des umgebenden Erdreiches stützt. Die Suspension kann dabei entnommen und wieder aufbereitet zur weiteren Verwendung werden.

Vorteilhafterweise werden gemäß dem erfindungsgemäßen Verfahren die Tragelemente mittels zumindest eines Ankers im angrenzenden Boden verankert, es können jedoch auch mehrere Anker vorgesehen werden, je nach statischen Anforderungen. Hierdurch werden letztendlich in der Dichtwand ein, zwei oder mehr Ankerlagen gebildet. Zur Anbringung der Anker kann in den Tragelementen vorteilhafterweise bereits vor Einbringung derselben in den Schlitz mindestens eine Durchführung vorgesehen sein, welche die Befestigung des Ankers erleichtert. Diese Durchführungen können in entsprechender Anzahl der gewünschten Ankerlagen vorgesehen werden, und dabei sowohl horizontal, aber auch vertikal zueinander angeordnet sein.

Vorteilhafterweise wird der mindestens eine Anker sowohl durch den Grundkörper als auch das Lastabtragsmittel des Tragelementes geführt. Hierdurch ist eine bestmögliche Sicherung der aus den Tragelementen gebildeten Wand im angrenzenden Boden ermöglicht.

Alternativ oder zusätzlich zu einer Verankerung kann das Tragelement mittels mindestens einer Aussteifung gestützt werden. Bevorzugt trägt das Tragelement ohne zusätzliche Abstützung die angreifenden Lasten über eine Einspannung derselben im Fußbereich ab.

Bevorzugt erfolgt die Anordnung des Tragelementes durch Einhängen desselben über mindestens eine im Kopfbereich des Schlitzes angeordnete Leitwand. Bevorzugt erfolgt dabei die Einhängung über zwei gegenüberliegend angeordnete Leitwände. Durch das Einhängen kann einfach die Einbautiefe der Trageelemente variiert und fein justiert werden.

Vorteilhafterweise werden die Tragelemente mittels eines Zugbandes oder eines Stahlträgers baugrubenseitig gesichert. Alternativ oder zusätzlich kann eine Sicherung mittels eines Balkens im Kopfbereich der Tragelemente erzielt werden. Vorteilhafterweise wird als Dichtwandmasse eine Bentonit-Zement-Suspension verwendet, welche je nach den lokalen Bedingungen mit einer optimierten Zusammensetzung aufgrund des dem angesprochenen Fachmann bekannten Fachwissens erzeugt werden kann.

Weiter bevorzugt werden mindestens zwei Tragelemente unmittelbar benachbart in einem Schlitz angeordnet. Es kann jedoch auch eine nur mittelbare benachbarte Anordnung erfolgen, wobei dann zwischen zwei benachbarten Tragelementen mindestens ein weiteres Tragelement, welches kein Lastabtragsmittel, aber gegebenenfalls mindestens einen Rücksprung an mindestens einer, einem Tragelement zugewandten Stirnfläche, aufweist, angeordnet wird. Dabei ist besonders bevorzugt vorgesehen, dass das weitere Tragelement ohne Lastabtragsmittel maximal etwa die Dicke des Grundkörpers des Tragelementes mit Lastabtragsmittel oder eine geringere Dicke als das mit einem Lastabtragsmittel versehene Tragelement aufweist. Hierdurch kann zusätzlich Material eingespart und dadurch die Kosten gesenkt werden.

Um eine ausreichende Dichtung der aus den Tragelementen hergestellten Wand in der Dichtwand zu erzielen, können diese beispielsweise an ihren Stirnflächen mindestens einen Rücksprung aufweisen, in welchen benachbart angeordnete Tragelemente oder weitere Tragelemente eingreifen, es können insbesondere jedoch auch Dichtungselemente zwischen den aneinandergrenzenden Stirnseiten der Tragelemente und/oder weiteren Tragelemente angeordnet sein. Diese Dichtungselemente können aus üblichen bekannten Materialien für den Tief-, Kanal- beziehungsweise Straßenbau hergestellt sein.

In einer besonders vorteilhaften Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens weist das Tragelement mindestens ein Lastabtragsmittel auf, welches über eine Unterkante des plattenförmigen Grundkörpers des Tragelementes hinaus tiefer ausgebildet ist. Dies ist insbesondere für eine statische Lastabtragung im Einbindebereich unterhalb der Baugrubensohle vorteilhaft. Hierdurch kann ein im Hinblick auf die eingesetzte Materialmenge zur Herstellung der Tragelemente weiter optimiertes Tragelement zur Verfügung gestellt werden, wobei die angreifenden Erd- und Wasserdruckkräfte in horizontaler Richtung über die plattenförmigen Grundkörper und in vertikaler Richtung über die stegartig ausgebildeten Lastabtragsmittel abgeleitet werden.

Weiterhin betrifft die vorliegende Erfindung eine Dichtwand, umfassend mindestens zwei unmittelbar oder mittelbar benachbart angeordnete Tragelemente mit einem plattenförmigen Grundkörper mit einer ersten, einer Baugrube zuwendbaren Oberfläche und einer zweiten, einem anstehenden Boden zuwendbaren Oberfläche, und mit mindestens einem über die zweite Oberfläche herausstehenden und sich in Richtung des Bodens erstreckenden Lastabtragsmittel, wobei das Lastabtragsmittel über eine Unterkante des Grundkörpers hinaus tiefer ausgebildet ist und eine Bewehrung des Lastabtragsmittels sich in den Grundkörper hinein erstreckt, weiterhin umfassend verfestigte Dichtwandmasse. Bevorzugt ist dabei vorgesehen, dass das Lastabtragsmittel stegartig ausgebildet ist, wobei vorzugsweise ein Tragelement zwei parallel zueinander angeordnete stegartige, insbesondere vom Kopfbereich zum Fußbereich des Tragelementes verlaufende Lastabtragsmittel aufweist. Das Lastabtragsmittel ist dabei vorteilhafterweise über zumindest eine Teillänge des Grundkörpers des Tragelementes ausgebildet und erstreckt sich vorteilhafterweise über eine Unterkante des insbesondere plattenförmigen Grundkörpers hinaus tiefer in den Bodengrund.

Die erfindungsgemäße Dichtwand ist vorteilhafterweise im angrenzenden Boden über die Tragelemente verankert. Dabei kann die Anordnung der Anker wie bereits vorstehend beschrieben erfolgen. Weiter bevorzugt wird als Dichtwandmasse in der erfindungsgemäßen Dichtwand eine Bentonit-Zement-Suspension eingesetzt, welche je nach den individuellen Erfordernissen vor Ort in ihrer Zusammensetzung eingestellt werden kann.

Die Tragelemente in der erfindungsgemäßen Dichtwand können mindestens eine Durchführung für mindestens einen Anker aufweisen. Vorteilhafterweise ist dabei die Durchführung für den Anker nicht nur durch den Grundkörper, sondern auch durch das Lastabtragsmittel geführt.

Die Tragelemente der erfindungsgemäßen Dichtwand können schlaff bewehrt und/oder mit vorgespannter Bewehrung ausgebildet sein. Als statisches System können die Lastabtragsmittel als im Fußbereich eingespannter Träger ohne weitere Abstützungen oder mit zusätzlichen Abstützungen durch Verpressanker und/oder Aussteifungen eingesetzt werden.

Schließlich betrifft die vorliegende Erfindung auch Tragelemente, wie vorstehend beschrieben, als auch die Verwendung derartiger Tragelemente zur Herstellung einer erfindungsgemäßen Dichtwand.

Diese und weitere Vorteile der vorliegenden Erfindung werden anhand der nachfolgenden Figuren näher erläutert. Es zeigen:

1: eine schematische Querschnittsansicht betreffend die Herstellung eines Dichtwandschlitzes;

2: eine Querschnittsansicht einer erfindungsgemäßen Dichtwand in einer Baugrube im Ausschnitt;

3: eine Draufsicht auf ein in einer erfindungsgemäßen Dichtwand angeordnetes Trageelement;

4: eine Draufsicht auf ein in einer erfindungsgemäßen Dichtwand angeordnetes Trageelement in einer weiteren Ausführungsform.

Zunächst wird darauf hingewiesen, dass die Erfindung nicht auf die in den Figuren gezeigten Merkmalskombinationen beschränkt ist. Vielmehr sind die jeweils in der Beschreibung einschließlich der Figurenbeschreibung offenbarten Merkmale mit denjenigen in den Figuren angegebenen Merkmalen kombinierbar. Insbesondere sei darauf hingewiesen, dass die in den Patentansprüchen aufgenommen Bezugszeichen in keinster Weise den Schutzbereich der vorliegenden Erfindung beschränken sollen, sondern lediglich auf die in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele verweisen.

1 zeigt in einer schematischen Querschnittsdarstellung einen Schlitz 12, welcher mittels eines Baggers 14 und eines Greifers 16 ausgehoben wird. Der Schlitz ist über Leitwände 20.1 und 20.2 in dessen Kopfbereich gesichert. Der Schlitz 12 ist dabei unmittelbar benachbart zu einem teilweise dargestellten Haus 18 angeordnet. Der Bagger 14 befindet sich auf dem Bodenniveau 26, welches nach Ausschachtung des Bodens eine Baugrube 36 (siehe 2) bildet. Das im Moment der Herstellung des Schlitzes anstehende Grundwasserniveau ist durch das Bezugszeichen 30 näher bezeichnet.

Während der Schlitz 12 ausgegriffen wird, kann im Zweiphasenverfahren eine Suspension über eine Zufuhr 24 zur Stützung des hydrostatischen Druckes durch das anstehende Erdreich eingefüllt werden. Diese Suspension kann nachfolgend von einer Dichtwandmasse 22 verdrängt werden, indem bis zum Boden des Schlitzes 12 ein Schüttrohr geführt und nachfolgend Dichtwandmasse 22 eingefüllt wird. Die Suspension wird dann über eine hier nicht gezeigte Leitung aus dem Schlitz 12 abgeleitet und beispielsweise einem Entsander zur Wiederaufarbeitung zugeführt. Alternativ kann über die Zufuhr 24 sogleich Dichtwandmasse 22, insbesondere eine Bentonit-Zement-Suspension, in den Schlitz 12 eingegeben werden (Einphasenverfahren).

2 zeigt nun eine erfindungsgemäße Dichtwand 10, welche eine Baugrube 36 dichtet. Dabei ist im Querschnitt ein Baugrubenversprung 38 gezeigt. Ausgehend von einem Bodenniveau 26 mit einem außenstehenden Grundwasserniveau 30 ist die Dichtwand 10 bis in eine abdichtende Bodenschicht 34, beispielsweise Ton oder Mergel, abgetäuft. Ein Grundwasserniveau 32 innerhalb der Baugrube 36 stellt sich nachfolgend ein. Dieses liegt unterhalb eines Aushubniveaus 28, welches dem Grund der Baugrube 36 entspricht, wobei dieser auch nachfolgend noch abgedichtet werden kann. Innerhalb der Dichtwand 10 ist ein als Betonfertigteil ausgebildetes erfindungsgemäßes Tragelement 40 mit einer Oberkante 41 und einer Unterkante 43 eingestellt, welches im Hinblick auf die statischen Erfordernisse optimiert ausgebildet ist. Es weist ein nicht näher bezeichnetes Lastabtragsmittel 54, als auch einen plattenförmigen Grundkörper 42 auf, wobei das Lastabtragsmittel auch über die gesamte Länge ihres Tragelementes 40 und über die Unterkante 43 des Grundkörpers 42 hinausragt und mittels eines Ankers 44 im angrenzenden Boden 46 verankert ist. Der plattenförmige Grundkörper 42 ist je nach statischen Erfordernissen bis etwa zu dem Aushubniveau 28 oder tiefer in der Dichtwand 10 angeordnet.

3 zeigt nun in einer Draufsicht eine Ausführungsform eines Tragelementes 40 in einer erfindungsgemäßen Dichtwand 10. Dabei ist lediglich ein Tragelement 40 vollständig gezeigt, zwei diesem unmittelbar benachbart angeordnete Tragelemente 40 sind lediglich angeschnitten dargestellt. Dabei ist des Weiteren beispielhaft dargestellt, dass zwischen unmittelbar benachbarten Tragelementen 40 ein Dichtungselement 62, beispielsweise hergestellt auf Kautschuk- und/oder Bitumenbasis, beispielsweise profilartig, insbesondere U-Profil- oder L-Profil- oder Doppel-U-profilartig ausgebildet beziehungsweise hergestellt, angeordnet ist.

Das Tragelement 40 weist auf dem der Baugrube 36 zugewandten Teil einen Grundkörper 42 auf, mit einer ersten, der Baugrube zugewandten Oberfläche 50 und einer zweiten, der Baugrube abgewandten und dem anstehenden Boden 46 zugewandten Oberfläche 52. Über diese zweite Oberfläche 52 hinaus stehend sind zwei stegartige, sich über zumindest die gesamte Fläche des Grundkörpers 42 erstreckende Lastabtragsmittel 54, im Querschnitt beispielsweise viereckig, bevorzugt quadratisch oder rechteckig, angeordnet. Durch eine gestrichelte Linie hindurch angedeutet sind links und rechts der Lastabtragsmittel 54 in Form von rautenförmigen Materialanhäufungen Verstärkungen 56 angedeutet, welche der Optimierung der statischen Funktion dienen. Die Dichtwand 10 besteht im Übrigen aus Dichtwandmasse 22. Die insgesamt drei in dem Ausschnitt einer Dichtwand 10 gezeigten Betonfertigteile 40 weisen einander zugewandte Stirnflächen 58 auf, zwischen welchen mindestens ein Dichtungselement 62 angeordnet werden kann. Des Weiteren sind Durchführungen durch den Grundkörper 42 und jedes der beiden Lastabtragsmittel 54 angedeutet, durch welche ein Anker 44 im anstehenden Boden 46, wie in 2 gezeigt, angeordnet werden kann, wodurch das Betonfertigteil 40 im angrenzenden Boden 46 gesichert ist.

4 zeigt nun eine weitere Ausführungsform einer erfindungsgemäßen Dichtwand mit einem anders als in 3 ausgebildeten Tragelement 40. Hier weist das Tragelement 40 wiederum einen Grundkörper 42 auf, welches ein über dessen zweite Oberfläche 52 hinausstehendes Lastabtragsmittel 54 aufweist. Das Lastabtragsmittel 54 ist dabei im Querschnitt wiederum viereckig, beispielsweise quadratisch oder rechteckig, ausgebildet. Auch hier verläuft wiederum durch den Grundkörper 42 als auch Lastabtragsmittel 54 ein Anker 44 zur Sicherung des Tragelementes 40. Der Grundkörper 42 weist einen Rücksprung 60 auf, in welchen benachbarte weitere Tragelemente 48, plattenförmig mit einem entsprechenden Rücksprung 61 ausgebildet, mit in etwa einer gleichen oder geringeren Dicke als der Grundkörper 42 der Trageelemente 40 zumindest teilweise eingreifen können. Die plattenförmigen Elemente 42 und 48 tragen die Lasten aus Erd- und Wasserdruck in horizontaler Richtung ab zu den Lastabtragsmitteln 54, die die Lasten in vertikaler Richtung zu Abstützelementen, z. B. Verpressankern, und im Einbindebereich am Fuß in den anstehenden Boden 46 abtragen. Hierdurch können über die gesamte Länge einer Dichtwand 10 die einzelnen Betonfertigteilelemente hinsichtlich der statischen Erfordernisse optimiert werden in Abhängigkeit von den jeweiligen Gegebenheiten in einer Baugrube 36.

In 4 ist eine alternierende Anordnung von Tragelementen 40 mit weiteren Tragelementen 48 gezeigt, es ist jedoch auch jede andere Anordnung dieser möglich, beispielsweise können auch jeweils paarweise zwei Tragelemente 40, mit oder ohne Rücksprüngen 60 an den einander zugewandten Stirnflächen 58, und dann ein einzelnes weiteres Tragelement 48 angeordnet sein. Zwischen den Tragelementen 40 und 48 kann dabei wiederum ein Dichtelement 62 (in 4 nicht gezeigt) angeordnet werden. Die Tragelemente 40 können auch zwei oder mehr Lastabtragsmittel 54 aufweisen. Mit einer gestrichelten Linie 64 ist in den 3 und 4 aus Gründen der Verdeutlichung der Verlauf der Bewehrung des Lastabtragsmittels 54 im Inneren der Tragelemente 40 verdeutlicht. Die Lastabtragsmittel 54 erstrecken sich somit in diesen Ausführungsformen in den Grundkörper 42 der Tragelemente 40 hinein.

Das erfindungsgemäße Verfahren als auch die erfindungsgemäße Dichtwand und die erfindungsgemäßen Tragelemente weisen somit den großen Vorteil auf, dass unter erheblichen Materialeinsparungen kostengünstiger Dichtwände von hoher Steifigkeit und hoher Tragfähigkeit hergestellt werden, und zudem die eingestellten Tragelemente aufgrund deren Aufteilung in einen Grundkörper und mindestens ein Lastabtragselement eine Trennung zwischen horizontaler und vertikaler Lastabtragung bieten, wodurch diese an die jeweiligen Gegebenheiten angepasst optimiert werden können. Die Tragelemente können insbesondere entsprechend den statischen Vorgaben dimensioniert vorgefertigt hergestellt werden als Betonfertigteile, wodurch die Herstellung der erfindungsgemäßen Dichtwand noch weiter erheblich beschleunigt wird.


Anspruch[de]
Verfahren zur Herstellung einer Dichtwand (10) für einen Baugrubenversprung (38), dadurch gekennzeichnet, dass nach Ausheben eines Schlitzes (12) zumindest ein Tragelement (40) als Betonfertigteil in dem Schlitz (12) angeordnet wird, wobei das Tragelement (40) einen Grundkörper (42) mit einer ersten, einer Baugrube (36) zugewandten Oberfläche (50) und einer zweiten, einem anstehenden Boden (46) zugewandten Oberfläche (52) aufweist, wobei über mindestens ein über die zweite Oberfläche (52) herausstehendes und sich in Richtung des Bodens (46) erstreckendes Lastabtragsmittel (54) an die Dichtwand (10) angreifende Kräfte des anstehenden Bodens (46) abgetragen werden, wobei das Lastabtragsmittel (54) über eine Unterkante (43) des Grundkörpers (42) hinaus tiefer ausgebildet ist und eine Bewehrung des Lastabtragsmittels sich in den Grundkörper (42) hinein erstreckt. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (40) schlaff bewehrte oder vorgespannte Betonfertigteile sind. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (40) in einen mit sich verfestigender Dichtwandmasse (22) gefüllten Schlitz angeordnet wird. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (40) zuerst in den Schlitz (12) eingestellt und nachfolgend Dichtwandmasse (22) eingefüllt wird. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (40) mittels mindestens eines Ankers (44) im angrenzenden Boden (46) verankert wird. Verfahren gemäß Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Anker (44) durch den Grundkörper (42) und das Lastabtragsmittel (54) geführt wird. Verfahren gemäß einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (40) mittels mindestens einer Aussteifung gestützt wird. Verfahren gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (40) ohne zusätzliche Aussteifung seine Last über eine Einspannung im Fußbereich desselben abträgt. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass die Anordnung des Tragelementes (40) durch Einhängen desselben über mindestens eine im Kopfbereich des Schlitzes (12) angeordnete Leitwand (20.1, 20.2) erfolgt. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (40) mittels eines Zugbandes oder eines Stahlträgers baugrubenseitig gesichert wird. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (40) mittels eines Kopfbalkens im Kopfbereich (42) desselben im Schlitz (12) gesichert wird. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass als Dichtwandmasse (22) eine Bentonit-Zement-Suspension eingesetzt wird. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens zwei Tragelemente (40) unmittelbar benachbart in dem Schlitz (12) angeordnet werden. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen benachbarten Tragelementen (40) mindestens ein Dichtungselement (62) angeordnet wird. Verfahren gemäß einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen benachbarten Tragelementen (40) mindestens ein weiteres Tragelement (48) ohne Lastabtragsmittel angeordnet wird. Verfahren gemäß Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass das weitere Tragelement (48) eine geringere Dicke als mit einem Lastabtragsmittel (54) versehene Tragelement (40) aufweist. Dichtwand, umfassend mindestens zwei unmittelbar oder mittelbar benachbart angeordnete Tragelemente (40) mit einem plattenförmigen Grundkörper (42) mit einer ersten, einer Baugrube (36) zuwendbaren Oberfläche (50) und einer zweiten, einem anstehenden Boden (46) zuwendbaren Oberfläche (52), und mit mindestens einem über die zweite Oberfläche (52) herausstehenden und sich in Richtung des Bodens (46) erstreckenden Lastabtragsmittel (54), wobei das Lastabtragsmittel (54) über eine Unterkante (43) des Grundkörpers (42) hinaus tiefer ausgebildet ist und eine Bewehrung des Lastabtragsmittels sich in den Grundkörper (42) hinein erstreckt, weiterhin umfassend verfestigte Dichtwandmasse (22). Dichtwand gemäß Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass diese im anstehenden Boden (46) über die Tragelemente (40) verankert ist. Dichtwand gemäß einem der Ansprüche 17 oder 18, dadurch gekennzeichnet, dass als Dichtwandmasse (22) eine Bentonit-Zement-Suspension eingesetzt ist. Dichtwand gemäß einem der Ansprüche 17 bis 19, dadurch gekennzeichnet, dass das Lastabtragsmittel (54) stegartig ausgebildet ist. Dichtwand gemäß einem der Ansprüche 17 bis 20, dadurch gekennzeichnet, dass das Tragelement (40) mindestens eine Durchführung für mindestens einen Anker aufweist. Dichtwand gemäß Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchführung für den Anker (44) durch das Lastabtragsmittel (54) geführt ist. Tragelement (40) gemäß einem der Ansprüche 17 und 20 bis 22. Verwendung von Tragelementen (40) gemäß Anspruch 23 zur Herstellung einer Dichtwand (10) gemäß einem der Ansprüche 17 bis 22.






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