PatentDe  


Dokumentenidentifikation DE102007011252B4 28.04.2011
Titel Sleeve und Spannwerkzeug zur Verwendung in einem System aus einem Spannwerkzeug und mindestens einer Sleeve sowie Verfahren zum Herstellen einer Sleeve
Anmelder Saueressig GmbH & Co., 48691 Vreden, DE
Erfinder Saueressig, Kilian, 48691 Vreden, DE
Vertreter BOEHMERT & BOEHMERT, 28209 Bremen
DE-Anmeldedatum 08.03.2007
DE-Aktenzeichen 102007011252
Offenlegungstag 11.09.2008
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.04.2011
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.04.2011
IPC-Hauptklasse B41N 6/00  (2006.01)  A,  F,  I,  20081009,  B,  H,  DE
IPC-Nebenklasse B41C 1/18  (2006.01)  A,  L,  I,  20081009,  B,  H,  DE
B29C 43/28  (2006.01)  A,  L,  I,  20081009,  B,  H,  DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft eine Sleeve nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 und ein Spannwerkzeug zur Verwendung in einem System, das aus einem Spannwerkzeug und mindestens einer Sleeve besteht. Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Herstellen einer Sleeve.

In der Flexodruckindustrie sind zahlreiche derartige Systeme im Einsatz, bei denen die Sleeves mit Hilfe von Luftdruck montiert werden. Die Trägerzylinder für die Sleeves sind dabei relativ einfach aufgebaut, hingegen sind die Sleeves selbst komplex. Beispiele sind in der EP 0 865 933 A1 und in der EP 1 361 073 A2 gezeigt. Die Sleeves bestehen dabei aus mehreren Schichten, um das Montieren und Spannen zu ermöglichen.

Aus dem Tiefdruckbereich sind Systeme bekannt, welche mit mehreren Spannsegmenten arbeiten, wie bei der US 5,971,314 und der US 4,624,184, wobei die letztere hydraulische Spannsegmente verwendet. Diese Systeme besitzen viele Bauteile und verfügen über keine homogene Spannkraft über die gesamte Fläche der Sleeves. Andererseits gibt es hydraulische Spannsysteme, die zwar die homogene Spannkraft bieten, wie zum Beispiel das System nach der US 3,166,013, welche aber keine ausreichende Biegesteifigkeit und Druckfestigkeit aufweisen und auch keine ausreichend starke Kraftübertragung auf die zu spannenden Sleeves sicherstellen können.

Die JP 2004-268 410 A1 zeigt eine Sleeve, die vollständig aus einem gießbaren Material hergestellt ist, welches aus einem Kunstharz, beispielsweise Epoxidharz, besteht, das Mikroballone enthält, die aus Glas gebildet sein können.

Im Vergleich zum weiteren Stand der Technik, der vorrangig Polyurethanschäume verwendet, haben beispielsweise Epoxyharze mit einer Glasfaser- oder Glasballonfüllung eine erhöhte mechanische Festigkeit und eine bessere Formbeständigkeit bei wesentlich geringerem Wärmeausdehnungskoeffizienten und deutlich höherer Druckfestigkeit. Beim Guß von nach der Erfindung geeigneten Metallen oder Metall-Legierungen, wie Aluminium oder Buntmetallen, beispielsweise Kupfer, gelten dieselben Vorteile. Die erhöhte Formbeständigkeit bewirkt in den verschiedenen Veredelungsprozessen, wie Gummierung, Galvanisierung, Beschichtung mit verschiedensten Materialen als auch im späteren Druckprozeß eine deutlich verbesserte Maßhaltigkeit, was Rundlaufeigenschafen und Umfang betrifft und sorgt somit für ein verbessertes und stabileres Druckergebnis.

Es ist die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Sleeve und ein Spannwerkzeug und auch ein Verfahren zum Herstellen einer Sleeve zur Verfügung zu stellen, die deutlich günstiger in der Herstellung und auch qualitativ hochwertiger sind als die Sleeves und Spannwerkzeuge, die bisher verwendet werden.

Diese Aufgabe wird durch eine Sleeve nach Anspruch 1 gelöst. Ein Spannwerkzeug zur Verwendung in einem System aus einem Spannwerkzeug und mindestens einer Sleeve ist in Anspruch 7 definiert. Ein Verfahren zum Herstellen einer Sleeve ist in Anspruch 14 angegeben. Bevorzugte Weiterbildungen der Erfindung sind in dem Unteransprüchen angegeben.

Erfindungsgemäß ist vorgesehen, daß die Sleeve, die in einem System aus einem Spannwerkzeug und mindestens einer Sleeve verwendet werden soll, aus vollständig einem gießbaren Material hergestellt ist. Dabei kann das gießbare Material ein elastomerer oder duromerer Kunststoff sein, insbesondere ein Epoxyharz, oder aber ein Metall oder eine Metall-Legierung. Das gießbare Material kann dabei mit das Elastizitätsmodul und/oder die Formsteifigkeit und/oder die Leitfähigkeit erhöhenden und/oder das Gewicht reduzierenden Füllstoffen versetzt sein, insbesondere Glasfasern, Glasballonen, Aramidfasern, Kohlenstoff-Faser, elektrisch leitfähigen Fasern und bandförmigen Materialien. Die Sleeves werden somit in einem Gießverfahren hergestellt, das sowohl im Vakuum als auch unter normalen Atmosphärendruck oder Überdruck durchgeführt werden kann.

Das Innenprofil der Sleeve kann dabei konisch oder zylindrisch sein. Konische Innenkonturen können auf einem entsprechenden kegeligen Werkzeug hergestellt werden, wobei aufgrund der Entformungsschräge eine spätere Entformung kein Problem darstellt. Bei Innenkonturen, die nicht konisch sind, wird die Sleeve auf einem expandierten Formwerkzeug hergestellt, welches nach der Abformung kontraktiert wird und dadurch eine problemlose Entformung zuläßt. Die Außenform, also die Gießform, kann dabei analog zum Fertigungskern auch als expandierbare Form ausgelegt sein.

Je nach Wahl der Materialzusammensetzung können unterschiedliche Kraft-Dehnungskurven der Sleeves eingestellt werden. Je nach Auslegung und Expansionsdruck bei der Herstellung einer Sleeve auf einem expandierbaren Kern können verschiedenste Innenkonturen erzeugt werden, beispielsweise können Sleeves hergestellt werden. Gemäß der Erfindung werden Sleeves hergestellt, die über ihre Länge eine variierende Wanddicke aufweisen und somit die spätere Biegung, wie sie in einer Druckmaschine auftritt, ausgleichen. Die variierende Wandstärke wird dabei nicht über einen späteren Zerspanungsprozeß erzeugt, sondern über das variable Kernprofil des Herstellwerkzeugs. Erfindungsgemäß ist dabei der Fertigungskern wie das unten beschriebene Spannwerkzeug aufgebaut.

Die Erfindung beschreibt somit ein zylindrisches als auch ein konisches Sleevesystem, das im wesentlichen in nur einem Arbeitsgang hergestellt wird und später flexibel an den benötigen Druckumfang bzw. Prägeumfang angepaßt werden kann, ohne daß dieses in der Fertigung vorher berücksichtigt werden müßte. Die erfindungsgemäßen Sleeves sind dabei in der Verarbeitung als auch im Druckprozeß wesentlich formstabiler als herkömmliche Sleeves. So können für die günstigere Anpassung an die verschiedenen Druckumfänge auch mehrere Sleeves unter Verwendung des erfindungsgemäßen Spannwerkzeugs ineinander geschoben und gleichzeitig gespannt werden, ohne daß besondere Bohrungen, Ventile oder andere Hilfsmittel benötigt werden.

Die zum Einsatz kommenden Trägerkerne für die Sleeves sind dabei in ihrer Herstellung ähnlich aufwendig wie vergleichbare, mit Luft arbeitende Systeme, aber deutlich günstiger als mechanische oder hydraulische Spannwellen, die heute in der Flexo- bzw. Tiefdruckindustrie verwendet werden. Da die Trägerkerne jedoch in wesentlich geringeren Stückzahlen als die Sleeves benötigt werden, ergibt für den Anwender der neuen Technologie nicht nur ein Qualitäts-, sondern auch ein Kostenvorteil.

Ein Spannwerkzeug zur Verwendung in einem System aus einem Spannwerkzeug und mindestens einer Sleeve weist einen Innenkörper mit einer Mittelachse und einen Außenkörper mit einer Mittelachse, die zur Mittelachse des Innenkörpers koaxial liegt, auf, wobei der Innenkörper und der Außenkörper im Bereich ihrer Stirnseiten unter Bildung von Zugankern fest und druckdicht miteinander verbunden sind und eine Einrichtung zum Beaufschlagen der zu seiner Mittelachse weisenden Fläche des Außenkörpers mit Druck vorgesehen ist, wobei erfindungsgemäß der Außenkörper im Bereich zwischen den Zugankern ein Material mit niedrigerem Elastizitätsmodul als dem restlichen Materials des Außenkörpers aufweist.

Diese Einrichtung zum Beaufschlagen der zu seiner Mittelachse weisenden Fläche des Außenkörpers mit Druck weist bevorzugt mindestens einen im Innenkörper vorgesehenen Kanal auf, der in die von seiner Mittelachse wegweisenden Fläche des Innenkörpers mündet.

Vorzugsweise ist der Innenkörper im Bereich seiner Stirnseiten zur Bildung der Zuganker mit größerer Wandstärke ausgebildet ist als in einem Mittelbereich. Weiter bevorzugt ist der Bereich größerer Wandstärke des Innenkörpers als Ringflansch ausgebildet, an dem die Stirnseiten des Außenkörpers anliegen.

Schließlich kann der Außenkörper eine zumindest in axialer Richtung variable Wandstärke aufweisen.

Das Spannwerkzeug trägt dem Erfordernis Rechnung, daß für hochwertige Druck- und Prägeanwendungen ein sehr homogenes Spannen der Sleeves auf einem Trägerkern bzw. einer Spannwelle gewährleistet sein muß. Herkömmliche, segmentierte mechanische oder hydraulische Spannsysteme sind für ein hochwertiges Druckergebnis nachteilig, da jegliche Welligkeit, Druckunterschiede über den Umfang oder die Länge des Spannmittels und unterschiedliche Dehnungen an der Oberfläche des Spannmittels eine negative Auswirkung auf das spätere Druckergebnis haben.

Damit wird insbesondere in Verbindung mit einer oder mehreren Sleeves der vorliegenden Erfindung ein hoch maßhaltiges System geschaffen, das dem immer größer werdenden Qualitätsanspruch der Industrie genügt.

Ein erfindungsgemäßes Spannwerkzeug kann zum Herstellen einer Sleeve verwendet werden.

Ein Verfahren zum Herstellen einer Sleeve weist folgende Schritte auf:

  • a) Bereitstellen eines Fertigungskerns mit den Merkmalen eines erfindungsgemäßen Spannwerkzeuges;
  • b) Expandieren des Fertigungskerns auf das gewünschte Innenmaß der Sleeve;
  • c) Umschließen des Fertigungskerns mit einer Außenform;
  • d) Vergießen des Hohlraums zwischen Fertigungskern und Außenform mit gießbarem Material, welches gegebenenfalls mit Füllstoffen versetzt ist;
  • e) Aushärten des gießbaren Materials; und
  • f) Aufheben der Expansion des Fertigungskerns.

Dabei kann vorgesehen sein, daß die Außenform als Außenrohr auf der Sleeve verbleibt. In den Hohlraum zwischen Fertigungskern und Außenform können Funktionselemente, wie Identifikationschips, eingebracht und in einem Arbeitsgang mit vergossen werden.

Im folgenden soll die Erfindung anhand der beigefügten Zeichnungen näher erläutert werden. Dabei zeigt:

1 eine Längsschnittansicht eines Spannwerkzeuges nach dem Stand der Technik;

2a eine Längsschnittansicht eines Spannwerkzeuges nach einer ersten Ausführungsform;

2b eine Längsschnittansicht eines Spannwerkzeuges nach einer zweiten Ausführungsform;

3 eine Längsschnittansicht eines Spannwerkzeugs ähnlich 2 mit variabler Wandstärke des Außenkörpers;

4 ein System aus einem Spannwerkzeug und mehreren Sleeves;

5 eine schematische Darstellung eines Verfahrens für die Herstellung von Sleeves, die nicht über eine Entformungsschräge verfügen;

6 eine Längsschnittansicht durch eine Sleeve mit metallischem Außenrohr;

7 eine Längsschnittansicht durch ein System aus Spannwerkzeug mit Sleeve nach einer weiteren Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.

Ein Spannwerkzeug oder Spannkern besteht im wesentlichen aus zwei Bauteilen, dem Innenkörper und dem Außenkörper. Nach dem Beispiel der 1, das den Stand der Technik darstellt, insbesondere dem Teilbild (a), ist ein Außenkörper 10 aus Stahl an seinen Enden durch Schweißnähte 12, 12' mit einem koaxial angeordneten Innenkörper 20 fest verbunden. Die Bereiche 14, 14' dienen dabei als Zuganker, damit der Außenkörper 10 nicht schwimmend gelagert ist. Über einen durch den Innenkörper geführten Kanal 18 kann der Außenkörper 10 über ein Medium mit Druck beaufschlagt und expandiert werden. Dieser sich zwischen dem Innenkörper 20 und dem Außenkörper 10 aufbauende Druck sorgt dafür, daß, wie in Teilbild (b) dargestellt, sich der Außenkörper 10 unter Bildung eines Druckraumes 16 von dem Innenkörper 20 abhebt. Für den Aufbau hoher Drücke und die Übertragung großer Kräfte ist dieses System allerdings nicht geeignet, da die Verbindung in den Bereichen der Zuganker 14, 14', die in der Regel als Schrumpfsitz ausgelegt sind, nicht stabil genug ist und es sich daher bei solchen starken Belastungen wie eine schwimmende Lagerung verhält.

2a zeigt, wie diese Nachteile durch ein Spannwerkzeug nach der Erfindung kompensiert werden können. Hier sind die Randbereiche 24, 24' des Außenkörpers 10, die die Zuganker bilden, wesentlich stärker dimensioniert als im Stand der Technik nach 1. Damit der Bereich zwischen den beiden Zugankern 24, 24' sich dennoch ausreichend dehnen läßt, weist er eine Beschichtung 22 aus einem Material mit einem wesentlich geringeren Elastizitätsmodul als dem restlichen Material des Außenkörpers 10 auf. Ein geeignetes Materialsystem kann beispielsweise aus Stahl mit einem entsprechend hohen Elastizitätsmodul und Epoxyharzen mit einem entsprechend niedrigen Elastizitätsmodul bestehen. Damit kann der Innenkörper 20 aufgrund der stabilen Zuganker 24, 24' somit wesentlich dicker als beim Stand der Technik gewählt werden und eine wesentlich höhere Biegesteifigkeit bereitstellen. Diese erhöhte Biegesteifigkeit wird zudem durch die Beschichtung 22 des Bereiches zwischen den beiden Zugankern 24, 24' noch deutlich verbessert, da sie aufgrund der großen Wandstärke das Widerstandsmoment des Verbundes deutlich erhöht, ohne die Dehnung wesentlich zu verringern. Das System verhält sich in der Praxis ähnlich wie ein herkömmlicher Stahlkern. Die schwimmende Lagerung und geringe Biegesteifigkeit sind kompensiert. Die Biegelinie kann aber noch deutlich verbessert werden, wie es im Zusammenhang mit 3 erläutert ist.

2b zeigt eine Variante, bei der die Beschichtung 22 des Bereiches zwischen den beiden Zugankern 24, 24' direkt an den Innenkörper 20 angrenzt, so daß der freiliegende Teil des Außenkörpers 20 materialeinheitlich ist, beispielsweise aus Stahl.

In 3 ist ein Spannwerkzeug dargestellt, bei dem der Teil des Außenkörpers 10 mit hohem Elastizitätsmodul in Längsrichtung mit unterschiedlichen Wandstärken ausgebildet ist. Dabei weist die Wand in ihren Endbereichen A, C eine höhere Wandstärke auf als im mittleren Bereich B. Im expandierten Zustand dehnen sich dann die Bereiche B mit der geringeren Wandstärke stärker als die A, C mit einer größeren Wandstärke. Da das variable Dickenprofil sich nicht an der Oberfläche wiederfindet, kann die Oberfläche im nicht expandierten Zustand beispielsweise zylindrisch oder auch kegelig sein, ohne eine Bombage an der Oberfläche aufzuweisen. Dies erhöht den nutzbaren Spannweg und macht die Bearbeitung des Materials mit geringerem Elastizitätsmodul der Beschichtung 22 einfacher. Es entsteht ein Spannwerkzeug, das über eine sehr homogene Biegekompensation und hohe Biegesteifigkeit verfügt und große Kräfte übertragen kann.

Analog dazu können auch Sleeves mit variabler Wandstärke hergestellt werden, ohne daß man dabei auf einen Kurvenschliff oder vergleichbare Fertigungsverfahren zurückgreifen müßte. Zu diesem Zweck wird ein Fertigungskern eingesetzt, der über eine variable Wandstärke verfügt. Durch die unterschiedlichen Wandstärken ergeben sich bei der Expansion unterschiedliche Dehnungen und Wege. Wird nun auf diesem Fertigungskern eine Sleeve hergestellt und nach der Aushärtung zylindrisch bearbeitet, so ergibt sich eine Sleeve mit unterschiedlicher Wandstärke. Diese Sleeve kann nachher auf einem Spannkern mit homogenem Spannweg gespannt werden. Das System aus Spannkern und Sleeve hat somit unterschiedliche Außendurchmesser, die beispielsweise für die Biegekompensation nützlich sein können.

4 zeigt ein System mit mehreren aufgespannten Sleeves 30, 40. Die Sleeves 30, 40 werden dazu auf den entspannten Spannkern aufgeschoben. Anschließend wird der Spannkern durch Einbringen eines fluiden Mediums durch den Kanal 18 zum Aufbau eines Druckraums 16 expandiert, wobei der Außenkörper 10 vom Innenkörper 20 abhebt. Die Spannkraft dehnt zunächst die über der Beschichtung 22 liegende Sleeve 30 und überträgt einen Teil der Spannkraft auf die darüberliegende Sleeve 40.

Ein Verfahren für die Herstellung von Sleeves nach einer Ausführungsform der Erfindung ist in 4 veranschaulicht. Dabei wird als Fertigungskern vorzugsweise ein solcher verwendet, der die Merkmale des Spannwerkzeuges gemäß der vorliegenden Erfindung aufweist. Zunächst wird, wie in Teilbild (a) veranschaulicht, der Fertigungskern 100 auf das gewünschte Innenmaß der Sleeve expandiert. Anschließend wird der Fertigungskern 100 mit einer Außenform 110 derart umschlossen, daß sich ein Hohlraum 120 zwischen Fertigungskern 100 und Außenform 10 ergibt. Dieser Hohlraum 120 wird nun mit gießbarem Material, welches gegebenenfalls mit Füllstoffen versetzt ist, vergossen. Anschließend wird das gießbare Material ausgehärtet, die Sleeve 140 ist fertiggestellt. Die Expansion des Fertigungskerns 100 wird aufgehoben, wie in Teilbild (b) zu sehen, so daß die Sleeve 140 zum Entnehmen bereit ist. Der Außenmantel 110 kann dazu abgenommen werden oder nach einer Variante, die in 6 dargestellt ist, gleichzeitig das Außenrohr der Sleeve bilden. Dabei kann vorgesehen sein, vor dem Vergießen in den Hohlraum 120 Funktionselemente 150, wie Identifikationschips, einzubringen.

7 zeigt einen Luftzylinder 200, wie er beispielhaft in einer heutigen Flexodruckmaschine zu finden ist. Um diesen Luftzylinder 200 wahlweise für den Einsatz von herkömmlichen Flexosleeves als auch für die in der Erfindung beschriebenen Sleeves einsetzen zu können, befindet sich auf dem Luftzylinder 200 ein Adapter 210. Der Adapter wird über einen Anschluß 218 mit Hilfe eines fluiden Mediums expandiert, beispielsweise hydraulisch, und sorgt somit durch Erweiterung des Druckraums 216 für den nötigen Reibschluß zwischen dem Luftzylinder 200 und der Sleeve 220. Wird der Spanndruck aufgehoben, so können wahlweise die Sleeve 220 als auch der Adapter 210 vom Luftzylinder 200 abgezogen werden. Zuganker 214, 214' dienen dazu, den Adapter 210 in beide Richtungen, sowohl zur Sleeve 220 als auch zum Luftzylinder 200 hin, zu dehnen. Die Innenfläche des Adapters ist dabei in der Regel zylindrisch geformt, die Außenfläche je nach Sleeve in der Regel zylindrisch oder konisch.

Das beschriebene System kann auch für den Tiefdruck, Offsetdruck bzw. Intagliodruck Im Rollen- und im Bogenverfahren und zur Prägung von bahn- und bogenförmigen Materialien eingesetzt werden.

Generell ist die Erfindung zur Herstellung von sehr maßhaltigen Hohlkörpern geeignet. Zur hochwertigeren und schnelleren Herstellung der Sleeves können die Werkzeuge über einen Temperierungskreislauf verfügen. Die Fertigungskerne können ebenfalls über einen solchen Temperierungskreislauf verfügen, und der hydraulische Spanndruck kann in der Maschine variabel eingestellt werden. Die Spannmittel selber zeichnen sich zudem durch eine absolut ebene Oberfläche aus, die im Vergleich zum Stand der Technik keinerlei Welligkeit besitzt. Hierdurch können in der Erfindung selbsttragende als auch nicht selbsttragende Sleeves aus den unterschiedlichsten Materialien eingesetzt und mit den Spannwerkzeugen gespannt werden.

Die in der vorstehenden Beschreibung, in der Zeichnung sowie in den Ansprüchen offenbarten Merkmale der Erfindung können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination für die Verwirklichung der Erfindung wesentlich sein.


Anspruch[de]
Sleeve zur Verwendung in einem System aus einem Spannwerkzeug und mindestens einer Sleeve, wobei die Sleeve vollständig aus einem gießbaren Material hergestellt ist, dadurch gekennzeichnet, dass die Sleeve über ihre Länge eine variierende Wanddicke aufweist, die durch ein entsprechendes Innenprofil der Sleeve im Gießprozess erzeugt ist. Sleeve nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das gießbare Material ein Epoxyharz ist. Sleeve nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass das gießbare Material mit das Elastizitätsmodul und/oder die Formsteifigkeit und/oder die Leitfähigkeit erhöhenden und/oder das Gewicht reduzierenden Füllstoffen versetzt ist, insbesondere Glasfasern, Glasballonen, Aramidfasern, Kohlenstoff-Fasern, elektrisch leitfähigen Fasern und bandförmigen Materialien. Sleeve nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das gießbare Material ein Metall oder eine Metall-Legierung ist. Sleeve nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Metall Aluminium oder ein Buntmetall, wie Kupfer, ist. Sleeve nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Sleeve ein konisches oder zylindrisches Innenprofil aufweist. Spannwerkzeug zur Verwendung in einem System aus einem Spannwerkzeug und mindestens eine Sleeve, mit

– einem Innenkörper (20) mit einer Mittelachse und

– einem Außenkörper (10) mit einer Mittelachse, die zur Mittelachse des Innenkörpers koaxial ist;

wobei der Innenkörper (20) und der Außenkörper (10) im Bereich ihrer Stirnseiten unter Bildung von Zugankern (24, 24') fest und druckdicht miteinander verbunden sind und eine Einrichtung (18) zum Beaufschlagen der zu seiner Mittelachse weisenden Fläche des Außenkörpers mit Druck vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass der Außenkörper (10) im Bereich zwischen den Zugankern (24, 24') ein Material mit niedrigerem Elastizitätsmodul als dem des restlichen Materials des Außenkörpers (10) aufweist.
Spannwerkzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Einrichtung zum Beaufschlagen der zu seiner Mittelachse weisenden Fläche des Außenkörpers (10 mit Druck mindestens einen im Innenkörper vorgesehenen Kanal (18) umfasst, der in die sich von seiner Mittelachse wegweisenden Fläche des Innenkörpers (20) mündet. Spannwerkzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Außenkörper (10) im Bereich seiner Stirnseiten zur Bildung von Zugankern (24, 24') mit größerer Wandstärke ausgebildet ist als in einem Mittelbereich. Spannwerkzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Bereich größerer Wandstärke des Außenkörpers (10) als Ringflansch ausgebildet ist, an dem die Stirnseiten des Außenkörpers anliegen. Spannwerkzeug nach einem der Ansprüche 7 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Außenkörper (10) eine zumindest in axialer Richtung variable Wandstärke aufweist. Spannwerkzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Material mit geringerem Elastizitätsmodul Epoxyharz ist. Verwendung eines Spannwerkzeuges nach einem der Ansprüche 7 bis 12 zum Herstellen einer Sleeve. Verfahren zum Herstellen einer Sleeve, mit folgenden Schritten:

a) Bereitstellen eines Fertigungskerns mit den Merkmalen eines Spannwerkzeuges nach einem der Ansprüche 7 bis 12;

b) Expandieren des Fertigungskerns auf das gewünschte Innenmaß der Sleeve;

c) Umschließen des Fertigungskerns mit einer Außenform;

d) Vergießen des Hohlraums zwischen Fertigungskern und Außenform mit gießbarem Material, welches gegebenenfalls mit Füllstoffen versetzt ist;

e) Aushärten des gießbaren Materials; und

f) Aufheben der Expansion des Fertigungskerns.
Verfahren nach Anspruch 14, bei dem die Außenform als Außenrohr auf der Sleeve verbleibt. Verfahren nach Anspruch 14 oder 15, bei dem in den Hohlraum zwischen Fertigungskern und Außenform Identifikationschips eingebracht werden. Verfahren nach einem der Ansprüche 14 bis 16, bei dem ein Fertigungskern bereitgestellt wird, der eine zumindest sich in axialer Richtung ändernde Wandstärke derart hat, dass sich nach dem Expandieren ein Außenprofil ergibt, das für eine Biegekompensation bei einem System aus einem Spannwerkzeug mit homogenem Spannweg und der fertig gestellten Sleeve sorgt.






IPC
A Täglicher Lebensbedarf
B Arbeitsverfahren; Transportieren
C Chemie; Hüttenwesen
D Textilien; Papier
E Bauwesen; Erdbohren; Bergbau
F Maschinenbau; Beleuchtung; Heizung; Waffen; Sprengen
G Physik
H Elektrotechnik

Anmelder
Datum

Patentrecherche

Patent Zeichnungen (PDF)

Copyright © 2008 Patent-De Alle Rechte vorbehalten. eMail: info@patent-de.com