In Jahrzehnten der Forschungsbemühungen auf der ganzen Welt wurden
erhebliche Fortschritte auf dem Weg zu einer kontrollierten Kernfusion gemacht.
Bisher ist es jedoch noch nicht gelungen, eine kontrollierte Kernfusion mit einer
positiven Energiebilanz zu erreichen.
Bei der Nutzung der primären Energieträger Öl, Gas
oder Kohle wird das Treibhausgas CO2 freigesetzt. Dieses Gas trägt
bekanntlich zu einem großen Teil zur Veränderung des Klimas auf der Erde
bei. Der Einsatz von regenerativer Energie, wie die direkte Nutzung der Sonne durch
Solarzellen sowie als Wärmequelle, als auch die Nutzung der indirekten Sonnenenergie
in Form der Wasserkraft, Windenergie oder Biogas wird gegenwärtig durch staatliche
Förderung vorangetrieben. Die von der Technik und privat benötigte ständig
steigende Energiemenge wird jedoch durch chemische Umsetzungen nicht zu decken sein.
Im Vergleich mit chemischen Reaktion (1 + 107 J/kg) haben
nukleare Reaktionen eine sehr hohe Energiefreisetzungsrate (8·1013
J/kg) und setzen dabei kein Klima schädigendes Treibhausgas CO2
frei. Allerdings bestehen bei der Nutzung der Kernenergie auch gewisse Gefahren.
Die Nutzung der Kernspaltungsenergie hat deshalb vor allem in Deutschland bei der
Bevölkerung keine gute Akzeptanz. Von der Politik wurde daher ein Ausstieg
aus der Kernenergie beschlossen. Die Energiefreisetzung durch eine kontrollierte
Kernfusion bietet hingegen verschiedene Vorteile. Reaktorunfälle sind höchst
unwahrscheinlich. Bezüglich einem „Durchgehen” der Reaktion sind
sie inhärent sicher. Der Brennstoffvorrat (Deuterium aus dem Meer) ist praktisch
unbegrenzt. Die entstehenden Abfallprodukte weisen eine wesentlich geringere Radioaktivität
auf und sind leichter zu handhaben als die bei den Kernspaltungsreaktoren freiwerdenden
Stoffe.
Kernverschmelzungsreaktionen stellen die Energie für die Ausstrahlung
der Sterne. Der im Universum reichlich vorhandene Wasserstoff wird dabei unter Freisetzung
von Energie zu Helium verschmolzen (Fusionsfeuer der Sterne).
4H+ ⇒ 42He2+ + 201e+
+ 2ve + 26‚7 MeV(1)
Unsere Sonne liefert jährlich 1,5 Billiarden Megawattstunden
auf die Erde. Davon werden nur etwa 35% in den Weltraum zurückgeworfen. Das
Licht der Sonne erreicht die Erde aber in einer sehr geringen Energiedichte. Darüber
hinaus ist die Energiestrahlung nicht kontinuierlich über die Zeit verteilt.
Die gegenwärtige Zivilisation ist aber von einer kontinuierlichen Energiebereitstellung
abhängig. Da auch eine ökonomische Lösung der Energiespeicherung
und des Energietransportes über große Distanzen bisher nicht realisiert
werden konnte, wäre unsere Zivilisation im Winter, bei Nacht oder bei Regen
gefährdet. Ziel weltweiter Anstrengungen ist es daher, die Energieproduktion
der Sonne auf der Erde nachzuvollziehen. Es wird angestrebt, die Energie in einem
Fusionskraftwerk aus der Verschmelzung von Atomkernen zu gewinnen.
Stand der Technik
Die technische Energiegewinnung nach obiger Gleichung (1) ist aber
wegen der erforderlichen sehr hohen Temperaturen nicht geeignet. Als Brennstoff
für die kontrollierte Fusion unter terrestrischen Bedingungen soll daher ein
Deuterium-Tritium Gemisch (entsprechend Gleichung 2) dienen.
21D + 31T
⇒ 42He + 10n
+ 17,58 MeV(2)
Die Energiemenge eines Gramm des Fusionsbrennstoffes entspricht dabei
dem Energiegehalt von 10 000 Litern Heizöl. Das Wasserstoffisotop Deuterium
ist praktisch unbegrenzt (im Meerwasser etwa 30 g/m3) vorhanden und würde
die Energiebereitstellung der Menschheit entsprechend Reaktion für die nächsten
1000 Jahre sicherstellen.
Das für die Reaktion erforderliche Tritium soll aus Lithium (entsprechend
Gleichung 3) gewonnen werden, wobei das Neutron aus der Fusionsreaktion genutzt
werden kann.
63Li + 10n ⇒
31T + 42He(3)
Um eine Fusion entsprechend Reaktionsgleichung (2) zu realisieren,
müssen natürlich auch bei dieser Reaktion die elektrostatischen Abstoßungskräfte
zwischen den positiv geladenen Atomkernen überwunden werden. Dies gelingt ebenfalls
nur bei sehr hohen Temperaturen bei welcher die Materie ein Plasma bildet.
Während auf der Sonne das Plasma durch Gravitation
und Fusionsenergie gebildet und durch das Gravitationsfeld des Sternes stabilisiert
wird, muss das Plasma unter irdischen Bedingungen erst geschaffen und in geeigneten
Vorrichtungen eingeschlossen werden.
Soll eine Fusionsanlage wirtschaftlich arbeiten, muss weiterhin die
gewonnene Energie größer sein als die Energie, die für den Einschluss
und die Aufheizung des Plasmas eingesetzt wird. Diese Bedingung gilt theoretisch
als erreicht, wenn das Produkt aus der Einschlusszeit &tgr; und der Plasmadichte
n bei ausreichend hoher Temperatur T einen bestimmten Wert überschreitet.
Von Lawson stammt die folgende Abschätzung (Lawson Kriterium):
• Mit der Einschlusszeit &tgr; des Plasmas (je länger die Kerne
auf hoher Temperatur zusammengehalten werden, desto höher ist die Fusionswahrscheinlichkeit).
• Mit der Teilchendichte n des Plasmas (mit wachsender Teilchenzahl pro
Volumeneinheit wächst die Stoßwahrscheinlichkeit).
• Mit der Temperatur T des Plasmas (die Temperatur des Plasmas sollte
so gewählt werden, dass man in der Nähe des Maximums des Wirkungsquerschnitts
liegt. Bei einem D-T-Plasma wären dies etwa 108 K).
In Kenntnis dieses generellen Problems bei Kernreaktionen wurden zur
Lösung verschiedene Wege vorgeschlagen.
In der DE 37 42 327 A1
wird beansprucht das Problem der Gesamteffektivität des Prozesses dadurch zu
lösen, einen gerichteten Ionenstrom auf ein Brennstoffkügelchen zu lenken.
Um die Effektivität zu verbessern, soll der Ionenstrom dabei durch magnetische
Ablenkung im Kreis geführt werden. Außerdem soll die Trefferwahrscheinlichkeit
mittels magnetischer oder elektrischer Ablenkung durch Ausrichtung auf das Zentrum
des Brennstoffes im Reaktor erhöht werden.
In der DE 100 33 969 B4
wird beansprucht die Fusion durch Impact gegenläufiger Ionen bzw. Ionenbündel
zu erreichen. Auch hier wird versucht die Effektivität des Prozesses durch
wiederholten Beschuss mit einer Kreisführung der Ionenströme und gleichzeitiger
Erhöhung der Trefferwahrscheinlichkeit durch Bündelung und Fokussierung
derselben zu erreichen.
In der UK Patent Application GB
2 220 294 A wird die Erzeugung eines kohärenten Ionenstrahles (beispielsweise
Deuterium-Ionenstrahl) angestrebt um damit einzelne Kerne besser treffen zu können.
Es wird beansprucht einen solchen energiereichen Strahl dann auf ein Brennstoffpellet
(beispielsweise Deuterium) zu lenken. Die Kohärenz des Ionenstrahls wird durch
Streuung an einem kohärenten Photonenstrahl erzeugt. Der Ionenstrahl soll außerdem
immer wieder in die Reaktorzone reflektiert werden.
In der Offenlegungsschrift DE
27 55 285 A1 wird ebenfalls mit im Kreis geführten gegenläufigen
Ionenstrahlen gearbeitet um im Reaktor durch Impact der Ionen eine Fusionsreaktion
auszulösen.
Im United States Patent US 4,246,067
A hingegen wird eine Fusion von Deuterium und Tritium in einem sich in
eine Richtung „bewegenden” Plasmastrom beansprucht. Durch den bewegten
Plasmastrom mit einer erhöhten Einschlusszeit &tgr; des Plasmas (je länger
die Kerne auf hoher Temperatur zusammenhalten werden, desto höher ist die Fusionswahrscheinlichkeit)
soll das Lawson Kriterium erfüllt werden. Dabei wird beansprucht das leichtere
Deuterium Isotop auf eine etwas höhere Geschwindigkeit als das Tritium Ion
zu bringen um einen relativ großen „Fusionsquerschnitt” durch
den gleichen Impuls der Reaktionspartner zu erhalten. Zur Raumladungsneutralisierung
werden gleichzeitig Elektronen in den „bewegten Plasmastrom” eingespeist.
Einschluss des Plasmas
Während auf der Sonne das Plasma durch das Gravitationsfeld des
Sternes stabilisiert wird, muss das Plasma unter irdischen Bedingungen erst geschaffen
und in geeigneten Vorrichtungen eingeschossen werden.
Für die angestrebte Freisetzung der Kernverschmelzungsenergie
werden gegenwärtig hauptsächlich zwei verschiedene Wege verfolgt. Systeme
mit magnetischem Einschluss. Trägheitseinschluss des Fusionsplasmas.
Die Systeme mit magnetischem Einschluss sind durch sehr geringe Plasmadichten
und lange Einschlusszeiten gekennzeichnet. Der Trägheitseinschluss erfordert
hingegen in einer sehr kurzen Zeitspanne (Milliardstel Sekunde) eine enorme Energiezufuhr
im 100 Terawatt-Bereich um das Fusionsgemisch zur Zündung zu bringen.
Magnetischer Einschluss
Da sich die geladenen Kerne des Deuterium und des Tritium in einem
Plasma unkontrolliert in alle Richtungen frei bewegen, haben sie das bestreben sich
wie Gase auszudehnen. Um dies zu verhindern können die Teilchen durch magnetische
Felder eingeschlossen werden.
Heute bevorzugt man für diesen Einschluss ringförmige Anlagen
des sog. Tokamak-Typs. Die Abwanderung der Teilchen wird durch ein zu einem Ring
geschlossenes Magnetfeld auf eine kreisförmige Bewegung gezwungen. Für
einen vollständigen Einschluss sorgt ein weiteres sog. Poloidalfeld. Zusätzlich
wird mittels eines Transformators ein Ringstrom erzeugt. Dieser Strom generiert
wiederum ein Magnetfeld welches im Zusammenwirken mit den ringförmigen Feldlinien
des Torus eine schraubenförmige Bewegung der geladenen Kernteilchen bewirkt.
Man kann die verschraubten Feldlinien auch durch geeignet geformte
äußere Magnetspulen erreichen. Bei diesen sog. Stellatoren wird kein Plasmastrom
benötigt.
Die weitere Aufheizung des Plasmas erfolgt durch Neutralteilchenheizung
und Hochfrequenzwellenheizung. Einzelheiten sollen an dieser Stelle nicht näher
ausgeführt werden.
Trägheitseinschluss
Hier wird das Trägheitsverhalten der Masse ausgenutzt. Laser
oder Teilchenstrahlen werden auf eine kleine Kapsel, das sog. Pellet gerichtet.
Das Pellet mit nur einigen Millimetern Durchmesser enthält ein Fusionsgemisch
(Deuterium und Tritium). Beim Auftreffen der Strahlen auf das Pellet bildet sich
auf der Oberfläche ein Plasma, welches sich stoßartig ausdehnt. Die dabei
entstehende Druckwelle presst das Innere des Pellet auf das 1000fache zusammen.
Unter diesen Bedingungen soll die Fusion bei einer Temperatur von 100 Millionen
Grad stattfinden. Da die Reaktion innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde stattfindet,
wird das Plasma durch seine eigene Trägheit am „Auseinanderfliegen”
gehindert.
Bei der Bestrahlung des Pellet mit Laser oder Ionenstrahlen gibt es
verschiedene Varianten. Das Pellet kann direkt bestrahlt werden, oder es ist beispielsweise
mit einer Metallhülse umgeben. Auch der Einschluss des Pellet in einer Kugel
aus Kohlenstoff (Diamant) wird untersucht.
Da der Laser eine sehr hohe Leistungsdichte hat und sehr stark fokussierbar
ist, wird er als Energiequelle beim Trägheitseinschluss bevorzugt. Nachteil
der gegenwärtig verfügbaren Laser ist ihr geringer Wirkungsgrad und die
damit zusammenhängenden hohen Kosten pro Energieeinheit. Außerdem müssen
eine Vielzahl der kostenintensiven Geräte eingesetzt werden um genügend
Energie in das Pellet für die Zündung der Fusion einzubringen. Die USA
wollen deshalb in ihrem fortgeschrittensten Projekt NIF (National Ignition Facility)
192 superstarke Laser auf das zu fusionierende Deuterium/Tritium Kügelchen
richten.
Elektronenstrahlen mit großer Energie können mit einem sehr
hohen Wirkungsgrad (bis zu 50%) bereitgestellt werden. Nachteilig ist hier jedoch
die große Impulsdauer derselben, wodurch die für die Zündung der
Fusion erforderliche Leistung nicht in die Brennstoffkügelchen eingebracht
werden kann (Brennstoff-Pellet fliegt vorher auseinander).
Es ist bereits gelungen durch allseitige Bestrahlung eines zentral
positionierten Pellet eine Fusionsreaktion auszulösen. Die Fusion von Wasserstoffkernen
kontrolliert in einem Reaktor unter Abgabe von Energie ablaufen zu lassen, ist aber
bisher jedoch weder mit dem magnetischen noch mit dem Trägheitseinschluss gelungen.
Die Erfindung
Die in das System zur Überwindung der elektrostatischen Abstoßungsbarriere
der Nukleonen einzubringende Energie wird, wie bei den bekannten Verfahren mit Trägheitseinschluss,
durch Strahlengeber aufgebracht.
Erfindungsgemäß wird die Strahlenenergie jedoch dabei durch
Wandlung und Zwischenspeicherung in Form kinetischer Energie akkumuliert.
Erfindungsgemäß wird eine Vielzahl von Strahlenimpulsen
in Form kinetischer Energie zwischengespeichert wodurch das Gesamtsystem mit deutlich
erhöhter Energieeffizients betrieben werden kann. Bei einem Impact des Fusionsmaterials
wird diese Energie schlagartig wieder freigesetzt. Dies ermöglicht eine Erhöhung
des Energie-Impulses zur Auslösung der Fusion.
Bei erfindungsgemäßer Anwendung der Vorrichtung kann deshalb
die Anzahl der eingesetzten Strahlengeber verringert werden.
Durch die Wandlung und Akkumulation der Strahlenenergie in kinetische
Energie ermöglicht die erfindungsgemäße Anwendung der Vorrichtung
auch den Einsatz von Elektronenstrahlen (mit längerer Impulsdauer) für
die Einbringung der Energie in die zu fusionierende Materie. Wegen der wesentlich
besseren Energie Effiziens bei der Erzeugung der Elektronenstrahlen verbessert sich
die Gesamtenergiebilanz des Verfahrens.
Erfindungsgemäß erfolgt die Umsetzung der Strahlenenergie
in kinetische Energie in speziellen Beschleunigern. Die in das System eingebrachte
Strahlungs-Energie wird in diesen Beschleunigern in kinetische Energie von Fusionsmaterial
umgesetzt und in diesem Material zwischengespeichert. Die Beschleuniger stellen
im Prinzip evakuierte Röhren dar, die zwischen den Strahlengebern und dem Fusionsreaktor
geschaltet werden.
In diesen Beschleunigern werden erfindungsgemäß die Strahlen
von den Strahlengebern auf kleine Festkörper aus Fusionsmaterial gerichtet,
wobei diese eine Beschleunigung erfahren. Die zu beschleunigenden Festkörper
aus Fusionsmaterial können dabei mit einer Vorbeschleunigung versehen in die
Beschleuniger eingeschossen werden Es ist dabei vorteilhaft die Festkörper
mit einem Drall zu versehen. Durch den Drall wird die Flugbahn des Festkörpers
(ähnlich einer Gewehrkugel) stabilisiert.
Erfindungsgemäß wird der Energiestrahl für die Beschleunigung
(des Fusionsfeststoffes) derart fokussiert, dass nur ein Teil des Materials aus
dem Festkörper verdampft und aus diesem herausgeschleudert wird, während
bei der Laser- oder Elektronenstrahlbearbeitung von Werkstoffen das Material an
bestimmten Stellen gewollt vollständig schmilzt und verdampft (es sollen dort
Löcher oder Schnitte entstehen).
Die derart fokussierte Strahlung wird erfindungsgemäß so
auf die zu beschleunigenden Festkörper gerichtet, dass ein Teil des in die
Beschleuniger eingebrachten Materials der Festkörper explosionsartig verdampft
und das Material nach hinten herausgeschleudert wird.
Die Festkörper erfahren dadurch einen raketenartigen Rückstossantrieb
(entsprechend Gleichung 5) der sie in Richtung Zentrum des Fusionsreaktors beschleunigt.
&ngr;i = c × ln(M1/M0)(5)
&ngr;i
= ideale Endgeschwindigkeit
c
= Ausströmgeschwindigkeit des Antriebsmediums (Ablationsprodukte)
M1
= Anfangsmasse der Rakete (der Fusionstablette)
M0
= Leermasse der Rakete inklusive Nutzmasse (beschleunigte Fusionstablette)
Die bekannte Umsetzung der auf ein Pellet aus Fusionsmaterial gerichteten
Strahlung, zur dort beabsichtigten Aufheizung des Fusionsplasmas, hat laut Brueckner,
K. A, S. Jorna: Laser driven fusion. Review of modern Physics, Vol 46, No 2, April
(1974) nur einen Wirkungsgrad von 5–10%. Die weit größere Energiemenge
der Strahlung, nämlich 90–95%, wird dabei in kinetische Energie von
freigesetzten Ablationsprodukten umgewandelt.
Bei der erfindungsgemäßen einseitigen Bestrahlung
des Materials ist jedoch letzteres gerade vorteilhaft, weil eine große Energiemenge
als kinetische Energie für die Beschleunigung des Fusionsmaterials durch Raketenvortrieb
umgesetzt und ausgenutzt wird.
Erfindungsgemäß kann das Material des zu beschleunigenden
Fusionsmaterials dabei vorteilhaft aus Lithiumdeuterid oder einem zusammengesetzten
Körper aus Lithiumdeuterid und gefrorenem Deuterium/Tritium bestehen.
Mindestens ein Teil der aus den beschleunigten Festkörpern herausgeschleuderten
Ablationsprodukte erhalten bei der Bestrahlung eine so hohe Temperatur, dass sie
als Plasma in ionisiertem Zustand vorliegen. Dadurch wird es möglich, die Festkörper
durch ein äußeres elektromagnetisches Feld zusätzlich zu beschleunigen.
Abhängig von der Pulsfrequenz des Strahlers, sowie der Länge
der Beschleuniger, können auf der Beschleunigungsstrecke eine Vielzahl von
Impulsen des Strahlengebers auf die Festkörper geschossen werden. Erfindungsgemäß
kann dadurch, bei gleicher in das System zur Fusion eingebrachter Leistung, die
Anzahl der Strahlengeber verringert bzw. bei gleicher Anzahl der Strahler die eingebrachte
Leistung wesentlich erhöht werden. Erfindungsgemäß erfährt das
Fusionsmaterial dabei (ähnlich dem Stufenprinzip des Raketenantriebes) mit
jedem Strahlen-Impuls eine immer höhere Geschwindigkeit (kinetische Energie).
Erfindungsgemäß wird dadurch die für eine kontrollierte
Kernfusion erforderliche Energiedichte erreicht.
Stufenprinzip
&ngr;i = c × lnRges(6)
&ngr;i
= Endgeschwindigkeit des verbleibenden Feststoffes vor Impact.
c
= Ausströmgeschwindigkeit des Antriebsmediums (Ablationsprodukte) für
alle „Stufen” als gleich angenommen.
Rges
= Gesamtmassenverhältnis
Wobei sich dies aus den Stufenmassenverhältnissen laut Gleichung
(7) ergibt.
Rges = (R1 × R2 ... Rn)(7)
Mit jedem Puls des Strahlers verringert sich das Gewicht des beschleunigten
Festkörpers um die Masse der herausgeschleuderten Ablationsprodukte. Die Startmassen
des zu beschleunigenden Fusionsmaterials werden dabei so gewählt, dass das
verbleibende Material die zur Auslösung der Fusionsreaktion ausreichende Masse
und kinetische Energie besitzt.
Erfindungsgemäß werden die beschleunigten Festkörper
des Fusionsmaterials simultan in den Fusionsreaktor geschossen. Hier treffen sie
entweder aufeinander oder auf einen zentral positionierten Fusionsfestkörper,
das sog. Pellet wobei die gespeicherte kinetische Energie der beschleunigten Materie
wieder freigesetzt wird. Wie oben ausgeführt, kann das Pellet auch mit einer
Metallhülse umgeben oder anderweitig eingeschlossen sein.
Bei dem Einsatz von Lithium-Deuterid als beschleunigtem Feststoff
ist die Umhüllung des Fusionszentrums aus Deuterium/Tritium durch den dichten
Lithiummantel um das Reaktionszentrum bei der Fusionszündung besonders vorteilhaft,
weil dadurch mindestens ein Teil der bei der Fusion freigesetzten Neutronen Tritium
erzeugen. Außerdem wird durch die Absorption eines großen Teils der Strahlung
ein gewisser Schutz der inneren Reaktorwand erreicht.
Erfindungsgemäß wird beim Impact der Festkörper im
zentralen Reaktor die kinetische Energie der beschleunigten Feststoff-Partikel schlagartig
wieder freigesetzt wobei die dabei entstehende Druck- und Hitzewelle die Fusion
einleitet.
Die Möglichkeit eine Fusionsreaktion durch einen Impact auszulösen
wurde bereits theoretisch untersucht und die realistische Durchführbarkeit
aufgezeigt. Die dafür erforderlichen sehr hohen Geschwindigkeiten, auf die
die Projektile mit dem Fusionsmaterial zu beschleunigen sind, sollten dabei mit
sog. Schienengeschützbeschleunigern erreicht werden. Mit diesen
Schienengeschützen sollen Projektile mit einer Masse von 0,1 g auf 150 km/s
und mehr beschleunigt werden können und damit ausreichende kinetische Energie
besitzen um beim Impact eine Fusionsreaktion auszulösen. Das System ist jedoch
nicht für den kontinuierlichen Betrieb der Energieerzeugung in einem Fusionskraftwerk
geeignet.
Der erfindungsgemäße Einsatz der Beschleuniger hingegen
ermöglicht den kontinuierlichen Betrieb der Energieerzeugung in einem Fusionskraftwerk.
Die Umsetzung von Strahlungsenergie in kinetische Bewegungsenergie
an sich wird an anderer Stelle beschrieben. In den USA versucht man damit sogar
kleinere Satteliten auf eine Umlaufbahn um die Erde zu befördern. Es wurden
bereits erste Tests mit einem pulsierenden CO2 Laser durchgeführt. Das System
funktioniert in der Weise, dass unterhalb des Flugkörpers ein Spiegel angebracht
ist der den Laserstrahl in eine Art Brennkammer unter den Flugkörper wirft.
In der luftgefüllten „Brennkammer” erzeugt die Laserstrahlung
ein Hochdruckplasma mit einer Temperatur von 30 000°C. Die ausströmende
Luft treibt das Vehikel in die Höhe.
Bei der erfindungsgemäßen Beschleunigung des Fusionsmaterials
wird hingegen das durch den Energiestrahl verdampfende und herausgeschleuderte Material
selbst für den raketenartigen Vortrieb genutzt. Die erfindungsgemäße
Benutzung von Fusionsmaterial als Träger der kinetischen Energie ist besonders
vorteilhaft, weil so einer Kontamination des Fusionsbetriebes mit Fremdstoffen vorgebeugt
und damit eine Beeinträchtigung der Fusions-Reaktion vermieden wird.
Die erfindungsgemäße Ausführung der Vorrichtung zur
Erzielung einer kontrollierten Kernfusion ermöglicht, durch Umwandlung und
Akkumulation der Energie in Form kinetischer Energie, auch den Einsatz von Elektronenstrahlern
(mit einer längeren Impulsdauer als Laser). Dies verbessert die Energiebilanz
des Systems.
Die erfindungsgemäße Akkumulation der in das System eingebrachten
Energie erhöht den Energie Impuls bei der Widerfreisetzung zum Zeitpunkt des
Impactes gegenüber der bisher verfolgten Methode drastisch. Dies ist ein weiterer
entscheidender Faktor bei der Realisierung der kontrollierten Kernfunktion.
Der zusätzliche finanzielle Aufwand für die Installation
und den Betrieb der Beschleuniger ist dabei gegenüber der verminderten Anzahl
und Top der Strahler vernachlässigbar klein.
Bezugsliste zu Zeichnungen
In 1 ist das Prinzip zur Auslösung
einer kontrollierten Kernfusion durch Impact von Fusionsmaterial entsprechend Anspruch
1 dargestellt. Beispielhaft sind drei beschleunigte Brennstoffkügelchen kurz
vor dem Impact im Zentrum der Fusionskammer, sowie die Explosionswelle und die Strahlung
der vorausgegangenen Fusionsreaktion dargestellt.
2 zeigt beispielhaft (nur ein Strahl
gezeigt) wie vier Brennstofffestkörper in den Beschleunigern bestrahlt werden
und dadurch kinetische Energie erhalten. Weiterhin sind vier beschleunigte Brennstofffestkörper
kurz vor dem Impact mit dem zentral in der Reaktorzone positionierten Brennstoffkügelchen
(entsprechend Anspruch 5) aus Deuterium/Tritium dargestellt. Zur Abführung
der bei der Fusionsreaktion freigesetzten Energie ist außerdem der mit flüssigem
Lithium gefüllte Reaktormantel mit dem Wärmetauscher gezeigt.
3 zeigt schematisiert den Material und
Energiefluss der erfindungsgemäßen Anlage zur Energieerzeugung durch eine
kontrollierte Kernfusion.
4 soll den Aufbau einer Anlage zur erfindungsgemäßen
Energiegewinnung durch eine kontrollierte Kernfusion erläutern. Der Fusionsreaktor
ist in einem Schutzraum untergebracht und so von der Umgebung abgeschlossen. Die
konventionellen Anlagen zur Energieerzeugung sind hingegen außerhalb dieses
Schutzraumes aufgestellt. Auch die Anlagen zur Fabrikation der benötigten Festkörper
aus dem Fusionsmaterial ausgehend von den Einsatzstoffen Deuterium (D), Lithium
(Li) sowie die Anlage zur Herstellung von Lithiumdeuterid sind außerhalb des
Schutzraumes aufgestellt. Auch die Strahler befinden sich außerhalb dieses
Schutzraumes. Die Beschleuniger führen von den Strahlern durch die Schutzraumummauerung
in den zentralen Reaktorraum. Diese Anlagenteile sind evakuiert. Durch eventuelle
Leckagestellen könnte hier keine Stoffentweichung stattfinden. Nichtumgesetztes
Lithium (Li), Tritium (T), Lithiumdeuterid (LiD) sowie das Reaktionsprodukt Helium
(He) werden aus der Reaktorzone abgezogen. Das Helium wird von den anderen Stoffen
getrennt und in Druckflaschen außerhalb der Reaktorzelle abgefüllt. Deuterium
und Tritium werden zusammen mit dem aus dem Reaktormantel stammenden Tritium wieder
dem Reaktor zugeführt. Das Gleiche geschieht mit dem nicht umgesetzten Lithiumdeuterid.
Anspruch[de]
Verfahren zur Beschleunigung von Festkörpern mit dem Ziel der Herbeiführung
einer Kernfusion, wobei durch eine Mehrzahl von Strahlengebern (S) jeweils ein Energiestrahl
auf zumindest jeweils einen aus Fusionsmaterial bestehenden Festkörper abgegeben
wird und dadurch die Festkörper in jeweils einem Beschleuniger (B) durch explosionsartig
vordampfende Teile des Festkörpers beschleunigt werden, und danach in einem
Reaktor, in den die beschleunigten Festkörper eingeschossen werden, eine Fusion
mittels Trägheitseinschluss durch Impact ausgelöst werden kann.Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die mehreren
aus beschleunigtem Fusionsmaterial bestehenden Festkörper synchron auf ein
zentral im Reaktor vorhandenes ebenfalls aus Fusionsmaterial bestehendes Pellet
geschossen werden.Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass als Fusionsmaterial
Deuterium/Tritium oder Lithiumdeuterid gewählt wird.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass das Fusionsmaterial aus einem zusammengesetzten Festkörper aus Lithiumdeuterid
und gefrorenem Deuterium/Tritium besteht.Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet,
dass das zentral positionierte Pellet aus Deuterium/Tritium zusammengesetzt ist.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass die Beschleunigung des Fusionsmaterials gepulst erfolgt.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet,
dass als Strahlengeber Laser, Ionenstrahlen oder Elektronenstrahlen eingesetzt werden.Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass ein äußeres elektromagnetisches Feld zur zusätzlichen Beschleunigung
der Festkörper angelegt wird.Vorrichtung zur Beschleunigung von Festkörpern mit dem Ziel der
Herbeiführung einer Fusionsreaktion mit einem Verfahren nach den Ansprüchen
1 bis 8 mit:
– Einer Mehrzahl von Strahlengebern (S), die jeweils einen Energiestrahl
auf jeweils einen Festkörper, der aus einem Fusionsmaterial besteht, abgeben,
– Einer Mehrzahl von Beschleunigern (B), in denen das Fusionsmaterial beschleunigt
wird und
– einem Reaktor, in den die beschleunigten Festkörper eingeschossen
werden, wodurch eine Fusion mittels Trägheitseinschluss durch Impact ausgelöst
werden kann.