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Dokumentenidentifikation DE102008007573B4 28.04.2011
Titel Bügeltisch
Anmelder Veit GmbH, 86899 Landsberg, DE
Erfinder Jakob, Klaus, 86862 Lamerdingen, DE;
Nedele, Anja, 72555 Metzingen, DE
Vertreter Prinz & Partner Patentanwälte Rechtsanwälte, 80335 München
DE-Anmeldedatum 05.02.2008
DE-Aktenzeichen 102008007573
Offenlegungstag 06.08.2009
Veröffentlichungstag der Patenterteilung 28.04.2011
Veröffentlichungstag im Patentblatt 28.04.2011
IPC-Hauptklasse D06F 83/00  (2006.01)  A,  F,  I,  20080904,  B,  H,  DE
IPC-Nebenklasse D06F 81/10  (2006.01)  A,  L,  I,  20080904,  B,  H,  DE
D04B 21/00  (2006.01)  A,  L,  I,  20080904,  B,  H,  DE

Beschreibung[de]

Die Erfindung betrifft einen Bügeltisch mit einer Grundplatte, einer Polsterschicht und einem Oberbezug.

Bügeltische werden u. a. bei der Herstellung von Bekleidung eingesetzt. In Zwischenschritten bei der Herstellung werden einzelne Teile bzw. Zuschnitte aber auch Nähte und Säume geglättet. Das entstandene Endprodukt wird durch Bügeln in Form gebracht.

Solche Bügeltische umfassen üblicherweise ein Gebläse und eine Arbeitsfläche. Die Kleidungsstücke bzw. Zuschnitte werden auf die Arbeitsfläche aufgebracht und mit einem Bügeleisen, meist unter Dampfeinwirkung, geglättet. Über das Gebläse wird Luft von der Arbeitsfläche abgesaugt oder zur Arbeitsfläche hin geblasen. Durch das Absaugen wird der über das Bügeleisen in den zu bügelnden Stoff eingebrachte Dampf entfernt, die Textilfasern werden abgekühlt und dadurch fixiert. Durch das Absaugen des Dampfs durch das Bezugssystem der Arbeitsfläche hindurch wird die Kondensation des Wasserdampfs im Bezug vermindert. Es tritt daher keine bzw. geringere Feuchtigkeitsbildung in dem Bezug auf. Weiterhin werden die Kleidungsstücke durch den beim Absaugen entstehenden Unterdruck auf der Arbeitsfläche fixiert. Durch Luftausblasen können die Kleidungsstücke leichter auf die Arbeitsfläche aufgebracht und von ihr abgenommen werden. Faltenbildung beim Auflegen der Kleidungsstücke auf die Arbeitsfläche wird vermieden.

Die Arbeitsflächen sind üblicherweise aus mehreren Schichten aufgebaut und umfassen im Allgemeinen eine Grundplatte, mindestens eine Polsterschicht und einen Oberbezug. Je nach Anforderungen können allerdings noch weitere Schichten vorgesehen werden. Als Grundplatte wird üblicherweise ein Lochblech eingesetzt, auf dem die weiteren Schichten angeordnet sind. Bei einfachen Bezugssystemen ist auf dem Lochblech eine Polsterschicht aus Schaumstoff angeordnet, durch die vermieden wird, dass beim Bügeln Knopfabdrücke und glänzende Stellen im Bügelgut entstehen. Diese Polsterschicht wird mit einem Oberbezug am Lochblech befestigt.

Dies ist beispielsweise in der WO 2007/121758 A1 beschrieben. In diesem Fall ist die Grundplatte des Bügeltisches so ausgebildet, dass die Fläche eines Durchbruchs bzw. Lochs des Lochblechs kleiner ist als 15 mm2 und die Fläche aller Durchbrüche in der Grundplatte maximal 7% der Gesamtfläche der Grundplatte beträgt. Dadurch weist der Bügeltisch ein gleichmäßiges Saug-/Blasverhalten über der gesamten Arbeitsfläche auf.

Bei höheren Ansprüchen an das Bügelergebnis wird ein anderes Bezugssystem eingesetzt. In diesem Fall wird eine gelochte Silikonmatte mit einer bestimmten Dicke auf der Grundplatte angeordnet. Auf der gelochten Silikonmatte ist ein Kunststoffgewebe angeordnet, um die durch das Bezugssystem gesaugte Luft zu filtern und somit die Silikonmatte und gegebenenfalls die Lüftereinheit vor Verschmutzung zu schützen. Auf dem Kunststoffgewebe ist eine Polsterschicht aus Schaumstoff angeordnet, mit der wiederum die Bildung von Knopfabdrücken und Glanzstellen in dem Bügelgut vermieden werden soll. Auch bei diesem Bezugssystem ist ein Oberbezug vorgesehen, mit dem die anderen Lagen auf der Grundplatte fixiert werden. Der Oberbezug muss in allen Bezugssystemen besonders temperaturbeständig sein, da er direkt mit dem Bügeleisen in Kontakt kommt.

In einem Beitrag mit dem Titel „Neue Dimensionen für funktionelle, reguläre 3D-Gewirke” (HELBIG, Frank; in: Melliand Textilberichte, 10/2006, S. 718–720) wird ein Modell hergeleitet, um das Druckspannungs-Verformungsverhalten von 3D-Gewirken zu erklären sowie bestimmende Parameter der textilen Konstruktion und eine Berechnungsmethode zur technischen Kalkulation der 3D-Gewirke aufzuzeigen. Die beschriebenen 3D-Gewirke weisen dabei gebogene Abstandsfäden mit rückfedernden Eigenschaften auf und können beispielsweise als Unterpolsterung für Gebrauchsgegenstände mit fest eingebauten Polstern eingesetzt werden.

Aus der DE 20 2005 008 325 U1 ist ein Walzenbelag für eine Mangelmaschine bekannt. Der Walzenbelag umfasst ein Abstandstextil mit zwei beabstandeten Lagen, die über Abstandsfäden verbunden sind. Zwischen den beiden Lagen des Abstandstextils ist eine elastische Polsterschicht angeordnet. Die Polsterschicht sorgt für Gummielastizität des Walzenbelags in Dickenrichtung.

Die bekannten Bezugssysteme weisen jedoch eine Reihe von Nachteilen auf. Bei dem einfachen Bezugssystem, in dem die Polsterschicht lediglich aus einer Schaumstoffschicht besteht, wird die Schaumstoffschicht durch die Wärme und Druckeinwirkung während des Bügelns zusammengedrückt, kann verkleben und sich dann nicht mehr komplett entspannen, so dass die Polstereigenschaften nachlassen. Zudem kann sich Nässe in dem Schaumstoff sammeln.

Nachteilig an den mehrschichtigen, die Silikonmatte umfassenden Bezugssystemen ist, dass diese Bezugssysteme einen komplexen Aufbau aufweisen, daher nicht einfach zu wechseln und zudem relativ teuer sind.

Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, einen Bügeltisch mit einem Bezug bereitzustellen, der gute Polstereigenschaften und auch nach längerer Benutzung und starker Belastung noch rückfedernde Eigenschaften aufweist. Der Bügeltisch soll ferner einen einfachen Aufbau aufweisen und günstig herzustellen sein.

Hierzu ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass die Polsterschicht ein dreidimensionales Gewirk mit einer dampf- und luftdurchlässigen, gewirkten Deckschicht, einer dampf- und luftdurchlässigen, gewirkten Basisschicht und die Deckschicht und die Basisschicht miteinander verbindenden Abstandsfäden umfasst, wobei die Abstandsfäden bogenförmig sind, gebogen sowohl in die Deckschicht als auch in die Basisschicht hineinragen und als biegebeanspruchte Federn ausgebildet sind.

Unter einem Gewirk werden im vorliegenden Fall alle Arten von Textilgebilden verstanden, in welchen Fäden maschinell miteinander verbunden werden, beispielsweise verknüpft, verwoben, gestrickt oder gewirkt.

Der beim Bügeln zugeführte Dampf und die zugeführte Wärme können durch das dreidimensionale Gewirk nach unten durch die Grundplatte weggeführt bzw. abgesaugt und weggeführt werden. Während des Bügelns unter Druck polstert das dreidimensionale Gewirk die Grundplatte ab, so dass auf dem Bügelgut keine Glanzstellen und keine Abdrücke durch Knöpfe oder ähnliches entstehen. Bedingt durch die Bogenform weisen die Abstandsfäden rückfedernde Eigenschaften auf. Bei Entlasten des dreidimensionalen Gewirks, d. h. bei Entfernen des Bügeleisens, federn die Abstandsfäden zurück, die Polsterschicht kann entspannen. Das dreidimensionale Gewirk wird also nicht dauerhaft zusammengedrückt.

Durch die beim Bügeln über das Bügeleisen aufgebrachte Kraft werden die Federn bzw. die Abstandsfäden zusammengedrückt und daher auf Biegung beansprucht. Vorzugsweise ist die Federkennlinie der Federn bzw. Abstandsfäden linear oder progressiv, d. h. die zum Zusammendrücken der Abstandsfäden und damit des dreidimensionalen Gewirks benötigte Kraft nimmt zu, je starker die Federn bzw. Abstandsfäden zusammengedrückt sind. Dadurch wird erreicht, dass sich das dreidimensionale Gewirk beim Bügeln zwar etwas verformt und somit den gewünschten Polstereffekt aufweist. Nach einem gewissen Eindringen wird das Bügeleisen aber abgebremst und kann nicht bis zur Grundplatte durchdringen oder durchschlagen. Auch dadurch wird vermieden, dass das dreidimensionale Gewirk beim Bügeln so stark zusammengedrückt wird, dass die Deckschicht mit der Grundplatte in Berührung kommt und das Bügelgut rückbefeuchtet wird.

Eine zweckmäßige Ausführungsform sieht vor, dass die Abstandsfäden in die gewirkte Deckschicht und in die gewirkte Basisschicht eingebunden sind. Wie bereits beschrieben, werden im vorliegenden Fall unter dem Begriff Gewirk und damit auch unter wirken bzw. gewirkt alle Arten von miteinander verbundenen Fäden, Garnen oder Fasern bzw. das Verbinden von Fäden, Garnen, Fasern, etc. zu einem Textilgebilde verstanden. Die Deckschicht und die Basisschicht können daher auch gewebt, gestrickt oder anderweitig hergestellt sein. Durch das Einbinden der Abstandsfäden in die Deckschicht und die Basisschicht wird eine feste Verbindung der Abstandsfäden mit der Deckschicht und der Basisschicht erzielt, das dreidimensionale Gewirk halt fest zusammen und kann sich nicht einfach auflösen.

Bevorzugt können die Abstandsfäden zumindest in einer Richtung des dreidimensionalen Gewirks einander kreuzend verlaufen und ein Fachwerk ausbilden. Durch dieses Fachwerk wird eine zusätzliche Stabilisierung des dreidimensionalen Gewirks erzielt, die Rückfederung des dreidimensionalen Gewirks in den Ausgangszustand nach dem Bügeln wird unterstützt.

Zweckmäßigerweise weist das dreidimensionale Gewirk eine Temperaturbeständigkeit von mindestens 180°C auf. Das dreidimensionale Gewirk, insbesondere die Abstandsfäden, darf sich durch die während des Bügelns aufgebrachten Wärme nicht verformen, schmelzen oder zusammenfallen. Versuche haben gezeigt, dass eine Temperaturbeständigkeit von 180°C ausreichend ist.

In einer günstigen Ausgestaltung ist daher vorgesehen, dass das dreidimensionale Gewirk Polyester enthält. Polyester weist eine hohe Temperaturbeständigkeit und gute elastische Eigenschaften auf. Zudem ist Polyester dampfbeständig.

Es kann aber auch vorgesehen werden, dass die Deckschicht, die Basisschicht und die Abstandsfäden aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Somit können die Deckschicht, die Basisschicht und die Abstandsfäden an die unterschiedlichen Anforderungen optimal angepasst werden. Die Deckschicht muss eine höhere Temperaturbeständigkeit aufweisen als die Abstandsfäden und die Basisschicht. Zudem sollte die Deckschicht gewisse Polstereigenschaften aufweisen und glatt sein, um die Ausbildung von Glanzstellen bzw. Abdrücken auf dem Bügelgut zu vermeiden. Für die Abstandsfäden kann ein federndes Material eingesetzt werden, die Basisschicht besteht vorzugsweise aus einem stabilen Material. Durch diesen Aufbau können ferner Kosten eingespart werden.

Eine Variante sieht vor, dass das dreidimensionale Gewirk eine Dicke von mindestens 4 mm, vorzugsweise 6–15 mm, aufweist. Versuche haben gezeigt, dass bei dieser Dicke gute Polstereigenschaften erzielt werden. Zudem wird ein Durchdrücken der Deckschicht während des Bügelns auf die Grundplatte vermieden. Auf dem Bügelgut entstehen so keine Abdrücke, zudem wird die Deckschicht nicht mit eventuell auf der Grundplatte kondensiertem Wasserdampf in Berührung gebracht, der sonst zu einem Rückbefeuchten des Bügelguts führen konnte.

Um eine gleichmäßige Polsterung über die gesamte Fläche des Bügeltisches zu erhalten, kann vorgesehen werden, dass die Dichte der Abstandsfäden in dem dreidimensionalen Gewirk mindestens 30 Fäden/cm2, vorzugsweise 50 bis 500 Fäden/cm2 beträgt.

Eine weitere bevorzugte Ausbildung sieht vor, dass die Abstandsfäden einen Eintrittswinkel von 15° bis 90°, vorzugsweise 30° bis 60°, mit der Deckschicht bzw. der Basisschicht aufspannen. Der Eintrittswinkel ist dabei jeweils der kleinere der beiden Winkel, die zwischen der Ebene der Deckschicht bzw. der Ebene der Basisschicht und einer Tangente an den Abstandsfaden im Eintrittspunkt des Abstandsfadens in die jeweilige Ebene aufgespannt werden. Bei diesem Eintrittswinkeln ist die freie Länge der Abstandsfäden, also das Fadenstück, das sich frei zwischen der Basisschicht und der Deckschicht erstreckt, so kurz, dass ein Knicken der Abstandsfäden vermieden wird und die rückfedernden Eigenschaften erhalten bleiben.

Noch eine weitere günstige Ausgestaltung sieht vor, dass die Polsterschicht einlagig ist und nur das dreidimensionale Gewirk umfasst. Da keine weiteren Schichten bzw. Zwischenschichten in der Polsterschicht des Bügeltisches notwendig sind, wird damit ein kostengünstiger Aufbau erzielt.

Der Aufbau des Bügeltisches kann weiter vereinfacht werden, wenn die Polsterschicht direkt auf der Grundplatte aufliegt.

Hierbei hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, wenn das dreidimensionale Gewirk wasserabweisend ist. Sollte Wasserdampf in dem dreidimensionalen Gewirk kondensieren, so perlt das Kondensat an dem dreidimensionalen Gewirk ab und kann leicht durch die Grundplatte abgesaugt werden. Ein Rückbefeuchten des Bügelguts wird dadurch vermieden.

Zweckmäßigerweise kann ferner vorgesehen werden, dass die Deckschicht und die Basisschicht unterschiedliche Gewirke aufweisen. So kann beispielsweise die Deckschicht eine glatte Oberseite aufweisen, um die Abdruckbildung auf dem Bügelgut zu vermeiden. Die Basisschicht weist vorzugsweise ein grobmaschiges Gewirk auf, das für gute Stabilität und hohe Luftdurchlässigkeit sorgt.

Im Folgenden werden Ausführungsformen der Erfindung anhand einer Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

1 dreidimensionale Darstellung eines Bügeltisches,

2 Schnitt durch die Bügelfläche des Bügeltisches aus 1 entlang der Linie II-II und

3 vergrößerte perspektivische Darstellung des dreidimensionalen Gewirks aus 2.

In 1 ist ein erfindungsgemäßer Bügeltisch 1 dargestellt. Der Bügeltisch 1 umfasst ein Grundgerät 2, in dem eine Lüftereinheit angeordnet ist. Das Grundgerät 2 ist mit der Bügelfläche 3 verbunden, so dass über die Lüftereinheit Luft von der Bügelfläche 3 abgesaugt oder in die Bügelfläche 3 hineingeblasen werden kann. Das Grundgerät 2 ist weiterhin mit einem Fußschalter 4 verbunden, über den die Umschaltung der Lüftereinheit vorn Saugbetrieb in den Glasbetrieb erfolgt.

Der Bügeltisch 1 kann neben der Bügelfläche 3 auch noch Schwenkarme 5, 6 aufweisen, an denen weitere Bügelflächen 7, 8 befestigt sind. Die Bügelflächen 7, 8 sind kleiner als die Bügelfläche 3 und dienen beispielsweise zum Bügeln von Hemdärmeln. Die Bügelflächen 7, 8 sind ebenfalls mit dem Grundgerät 2 verbunden, so dass auch hier eine Absaugung oder Blasung erfolgen kann.

Der Bügeltisch 1 verfügt über einen Kamin 9, durch den die von der Lüftereinheit angesaugte Luft wieder an die Umgebung abgegeben wird. Dadurch kann die Abluft gezielt vom Bügeltisch 1 weggeführt werden. In den Kamin 9 ist eine Bedieneinheit 10 integriert, über die das Grundgerät 2 gesteuert werden kann. An dem Kamin 9 ist eine Beleuchtungseinheit 11 mit einer Büglerschwebe 12 befestigt. An der Büglerschwebe 12 kann der Bügler befestigt werden, so dass das Gewicht des Büglers hauptsächlich von der Büglerschwebe 12 getragen wird.

2 zeigt einen Schnitt durch die Bügelfläche 3 des Bügeltisches 1 entlang der Linie II-II. Die Bügelfläche 3 umfasst eine Wanne 13, die mit dem Grundgerät 2 verbunden ist, so dass in der Wanne 13 ein Überdruck oder ein Unterdruck erzeugt und entsprechend Luft angesaugt oder weggeblasen werden kann. Auf der Wanne 13 ist eine Grundplatte 14 angebracht. Die Grundplatte 14 wird auf die Wanne 13 geschraubt oder anderweitig befestigt und seitlich mit einem Dichtband abgedichtet, um Falschluftansaugung zu vermeiden. So wird die volle Lüfterleistung auf der Bügelfläche 3 genutzt. Die Grundplatte 14 ist vorzugsweise ein Lochblech, es ist aber auch denkbar andere Platten mit entsprechenden Öffnungen zur Luftabsaugung einzusetzen. Auf der Grundplatte 14 ist eine Polsterschicht 15 aufgebracht. Vorzugsweise liegt die Polsterschicht 15 direkt auf der Grundplatte 14 auf. Es kann aber auch vorgesehen werden, Zwischenlagen zwischen der Grundplatte 14 und der Polsterschicht 15 vorzusehen, beispielsweise ein Gewebe aus Kunststoff oder Metall.

Die Polsterschicht 15 umfasst ein dreidimensionales Gewirk mit einer gewirkten Basisschicht 17, einer gewirkten Deckschicht 18 und Abstandsfäden 19, die die Basisschicht 17 mit der Deckschicht 18 verbinden. Wie bereits beschrieben, werden unter dem Begriff Gewirk im vorliegenden Fall alle Arten von miteinander verbundenen Fäden, Garnen, Fasern, etc. verstanden, die ein Textilgebilde ausbilden, also auch Gewebe, Gestricke, etc.. Vorzugsweise umfasst die Polsterschicht 15 nur dieses dreidimensionale Gewirk. Es kann aber auch vorgesehen werden, dass weitere Lagen in der Polsterschicht angeordnet sind. Die Polsterschicht 15 und eventuell weitere auf der Grundplatte 14 angebrachte Schichten werden mit einem Oberbezug 16 auf die Grundplatte 14 bzw. die Wanne 13 gespannt. Der Oberbezug 16 besteht vorzugsweise aus temperaturbeständigem Kunststoff.

In 3 ist eine perspektivische Darstellung des dreidimensionalen Gewirks, das als Polsterschicht eingesetzt wird, gezeigt. Das dreidimensionale Gewirk umfasst eine Basisschicht 17, die der Grundplatte 14 zugewandt ist. Auf der dem Oberbezug 16 zugewandten Seite umfasst das dreidimensionale Gewirk eine Deckschicht 18. Sowohl die Basisschicht 17 als auch die Deckschicht 18 sind aus einem dampf- und luftdurchlässigem Gewirk. Die Basisschicht 17 und die Deckschicht 18 sind mit Abstandsfäden 19 miteinander verbunden. Die Abstandsfäden 19 sind bogenförmig und ragen gebogen in die Deckschicht 18 und die Basisschicht 17 hinein.

In der Basisschicht 17 und der Deckschicht 18 sind die Abstandsfäden 19 in das jeweilige Gewirk eingebunden, also eingewoben oder eingewirkt, etc. und folgen dem Fadenverlauf in der Basisschicht 17 bzw. in der Deckschicht 18. Als Abstandsfäden 19 werden also sehr lange Fäden eingesetzt, die jeweils mehrmals in die Deckschicht 18 bzw. die Basisschicht 17 eingeführt werden und aus diesen wieder heraustreten. Die Abstandsfäden 19 sind dabei so in die Basisschicht 17 und die Deckschicht 18 eingewoben bzw. eingewirkt, dass sie zumindest in einer Richtung des dreidimensionalen Gewirks einander kreuzend verlaufen und ein Fachwerk ausbilden. Die Abstandsfäden 19 schließen also sowohl mit der Deckschicht 18 als auch mit der Basisschicht 17 unterschiedliche Entrittswinkel &agr;1, &agr;2 ein. Die Basisschicht 17 und die Deckschicht 18 sind durch die Abstandsfäden 19 so miteinander verbunden, dass das dreidimensionale Gewirk eine einstückige Stoffbahn ausbildet und die einzelnen Schichten nicht mehr voneinander trennbar sind, ohne das dreidimensionale Gewirk zu zerstören.

Der Eintrittswinkel &agr;1, &agr;2, d. h. der kleinere der beiden Winkel, die jeweils zwischen der Deckschicht 18 bzw. der Basisschicht 17 und einer im Eintrittspunkt der Abstandsfäden 19 in die Deckschicht 18 bzw. die Basisschicht 17 an die Abstandsflächen 19 anliegenden Tangente aufgespannt werden, liegt im Bereich von 15° bis 90°, vorzugsweise 30° bis 60°. Wie bereits beschreiben, müssen die Eintrittswinkel &agr;1, &agr;2 der Abstandsfäden 19 in die Deckschicht 18 und in die Basisschicht 17 nicht identisch sein, sondern können unterschiedliche Werte annehmen, d. h. sowohl die Eintrittswinkel &agr;1 verschiedener Abstandsflächen 19 in die Basisschicht 17 können unterschiedliche Werte annehmen, als auch die Eintrittswinkel &agr;2 verschiedener Abstandsflächen 19 in die Deckschicht 18 können unterschiedliche Werte annehmen.

Das dreidimensionale Gewirk weist eine Temperaturbeständigkeit von mindestens 180°C auf, um eine Zerstörung durch die beim Bügeln eingeführte Wärme zu vermeiden. Vorzugsweise enthält das dreidimensionale Gewirk Polyester, wobei auch vorgesehen werden kann, dass die Deckschicht 18, die Abstandsfäden 19 und die Basisschicht 17 aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Um Kosten einzusparen, kann vorgesehen werden, dass die Deckschicht 18 aus temperaturbeständigerem Material besteht, als die Abstandsfäden 19 und die Basisschicht 17. Das dreidimensionale Gewirk weist eine Dicke von mindestens 4 mm auf. Versuche haben gezeigt, dass ein dreidimensionales Gewirk mit dieser Dicke beim Bügeln nicht so stark zusammengedrückt wird, dass die Deckschicht 18 mit der Grundplatte 14 in Berührung kommt und somit an der Grundplatte 14 kondensiertes Wasser zu einem Rückbefeuchten des Bügelguts führen würde. Vorzugsweise liegt die Dicke des dreidimensionalen Gewirks in einem Bereich von 6–15 mm.

Wie bereits oben beschrieben, weisen die Abstandsfäden 19 zwischen der Basisschicht 17 und der Deckschicht 18 eine Bogenform auf. Wird beim Bügeln Druck auf das dreidimensionale Gewirk aufgebracht, so werden die Abstandsfäden 19 in die durch die Biegung vorgegebene Richtung weiter gebogen und knicken nicht ein. Durch die Biegung wird außerdem sichergestellt, dass die Abstandsfäden 19 leicht in die Ausgangsstellung zurückfedern. Die Abstandsfäden 19 sind vorzugsweise als biegebeanspruchte Federn ausgebildet. Die Federkennlinie der Federn bzw. Abstandsfäden 19 ist dabei linear oder progressiv. Um eine gleichmäßige Rückfederung über der gesamten Bügelfläche 3 zu erhalten, beträgt die Dichte der Abstandsfäden 19 in dem dreidimensionalen Gewirk mindestens 30 Fäden/cm2, vorzugsweise 50 bis 500 Fäden/cm2. Die Dicke der Abstandsfäden liegt in einem Bereich von etwa 0,1 bis 0,75 mm. Werden dickere Abstandsfäden eingesetzt, so kann die Anzahl der Fäden/cm2 reduziert werden.

Das Material des dreidimensionalen Gewirks ist vorzugsweise wasserabweisend. Kondensiert während des Bügelns Wasserdampf in dem dreidimensionalen Gewirk, so perlt das Kondensat an dem dreidimensionalen Gewirk ab und kann leicht nach unten durch die Wanne 13 abgesaugt werden.

Es kann auch vorgesehen werden, dass die Deckschicht 18 und die Basisschicht 17 des dreidimensionalen Gewirks unterschiedliche Gewirke aufweisen. Die Deckschicht 18 besteht vorzugsweise aus einem Gewirk, das zumindest auf der Oberseite, die zum Oberbezug 16 hin gewandt ist, glatt ist, um so die Bildung von Glanzstellen oder Abdrucken in dem Bügelgut zu vermeiden. Die Basisschicht 17 kann beispielsweise aus einem grobmaschigem Gewirk gebildet sein, wodurch die Absaugung von Kondensat erleichtert wird.


Anspruch[de]
Bügeltisch (1) mit einer Grundplatte (14), einer Polsterschicht (15) und einem Oberbezug (16), dadurch gekennzeichnet, dass die Polsterschicht (15) ein dreidimensionales Gewirk mit einer dampf- und luftdurchlässigen, gewirkten Deckschicht (18), einer dampf- und luftdurchlässigen, gewirkten Basisschicht (17) und die Deckschicht (18) und die Basisschicht (17) miteinander verbindenden Abstandsfäden (19) umfasst, wobei die Abstandsfäden (19) bogenförmig sind, gebogen sowohl in die Deckschicht (18) als auch in die Basisschicht (17) hineinragen und als biegebeanspruchte Federn ausgebildet sind. Bügeltisch (1) nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandsfäden (19) in die gewirkte Deckschicht (18) und in die gewirkte Basisschicht (17) eingebunden sind. Bügeltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandsfäden (19) zumindest in einer Richtung des dreidimensionalen Gewirks einander kreuzend verlaufen und ein Fachwerk ausbilden. Bügeltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das dreidimensionale Gewirk eine Temperaturbeständigkeit von mindestens 180°C aufweist. Bügeltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das dreidimensionale Gewirk Polyester enthält. Bügeltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht (18), die Basisschicht (17) und die Abstandsfäden (19) aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Bügeltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass das dreidimensionale Gewirk eine Dicke von mindestens 4 mm, vorzugsweise 6–15 mm, aufweist. Bügeltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Dichte der Abstandsfäden (19) in dem dreidimensionalen Gewirk mindestens 30 Fäden/cm2, vorzugsweise 50 bis 500 Fäden/cm2 beträgt. Bügeltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Abstandsfäden (19) einen Eintrittswinkel (&agr;1, &agr;2) von 15° bis 90°, vorzugsweise 30° bis 60°, mit der Deckschicht bzw. Basisschicht aufspannen. Bügeltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Polsterschicht (15) einlagig ist und nur das dreidimensionale Gewirk umfasst. Bügeltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Polsterschicht (15) direkt auf der Grundplatte (14) aufliegt. Bügeltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass das dreidimensionale Gewirk wasserabweisend ist. Bügeltisch (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht (18) und die Basisschicht (17) unterschiedliche Gewirke aufweisen.






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